Freitag, 6. Juli 2012

"Ich wasche meine Hände in Unschuld."

Pontius Pilatus Jesus
Pilatus und Jesus (Bild: Wikimedia.org)
Nun ja, die Worte des Pontius Pilatus waren eher (je nach Übersetzung): "[... ]er ließ Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu." (Matthäus 27,24)

Interessant daran ist, dass es sich hier um ein typisch jüdisches Reinigungsritual handelt, dass in der Form bei den Römern nicht üblich war.
Bediente Pilatus sich dieser Geste, um dem Mob, bzw. den Hintermännern des Aufruhrs, klar zu machen, dass der hier begangene Justizmord auf dem Mist der sadduzäischen Tempelprieser und deren Anhänger gewachsen ist, und nicht auf dem des vielgepriesenen, römischen Justizsystems?
Oder ist der Akt des Händewaschens eine Hinzudichtung des Judenchristen Matthäus, der damit verdeutlichen wollte, dass die Juden die alleinige Schuld am Tod des Jesus von Nazaret tragen?
Einiges spricht für die letztere Variante, denn der im Neuen Testament überlieferte Jesus-Prozess strotzt nur so vor Ungereimtheiten,  die nicht  so recht ins Bild der römischen Prozessführung jener Tage passen und eher nur der guten Story bzw. Wirkung wegen so aufgeschrieben worden sind. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

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