Mittwoch, 3. Oktober 2012

Linktipp: Die Frau, die Schmiedin sein sollte?

Der Online-Standard berichtet von einem in die Bronzezeit datierten "Frauengrab" (Aspern an der Zaya, Niederösterreich), in dem sich Werkzeug für die Metallverarbeitung befand. 
Ein involvierter Archäologe trompetet nun, dass die Befunde die bisher angenommenen Geschlechterrollen der damaligen Zeit "auf den Kopf stellen". Soll heißen, auch Frauen hätten damals typische "Männerberufe", wie etwa den des Schmieds, ausgeübt.

Von einem einzigen Grabfund auf das gesellschaftliche Gefüge einer ganzen Epoche zu schließen, und  in weiterer Folge eine Regelhaftigkeit daraus abzuleiten, ist schon ein ziemlich gewagtes Vorgehen ^^

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5 Kommentare

  1. Tja, auch hier geht es wohl in erster Linie um Publicity. Wenn man den ersten Abschnitt ignoriert, klingt der Rest des Artikels ja auch nicht mehr ganz sooo spektakulär.
    Fraglich finde ich vielmehr, wo der Rest des Skelettes geblieben ist. Kopf, Arme und Beine sind da, aber wo ist der Rumpf, Hände und Füsse? Ok, kleine Fingerknochen können sich im Boden auflösen, aber das Becken? Und wenn die Knochen fehlen, weil das Grab gestört ist, wird der "sensationelle" Fund plötzlich sehr zweifelhaft.

    LG, Julia

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  2. Habe eben noch entdeckt, dass in der Pressemeldung von "starker Beraubung" die Rede ist. Also beruht die Sensation nicht nur auf einem Einzelfund, sondern auf einem Einzelfund mit dubiosen Erhaltungsbedingungen ;-)

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    1. Ja, das was hier von den Verantwortlichen geboten wird, geht, unterm Strich betrachtet, auf keine Kuhhaut mehr. Der Hamburger Fischmarkt mit seinen Marktschreiern, ist ein Kindergeburtstag dagegen :)

      (Außerdem hege ich den Verdacht, dass hier mehr als nur der Wunsch nach maximaler Publicity im Spiel ist. Da ich dieses Blog allerdings unbedingt politikfrei halten möchte, habe ich dazu nichts geschrieben - obwohl es mich schon sehr in den Fingern gejuckt hat...)

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  3. Mal davon abgesehen, dass es übrigens auch Funde von Frauen mit Kriegerausrüstung gibt (die mit Sicherheit keine Kriegerinnen waren). Worauf man ja immer wieder hingewiesen wird in der Archäologie, ein Grab stellt eben nicht das wahre Leben dar. Es wurden ja auch genügend Männer als Jäger/Krieger ausgestattet bei ihrem Begräbnis, die wahrscheinlich nur ganz gewöhnliche Leute waren. Einfach deshalb, weil es der Grabritus erforderte.
    Es ist gut möglich, dass die Grabbeigaben hier ebenfalls einen Symbolischen Wert haben. Man kann sich jetzt bei einem Bierchen den Kopf zerbrechen welchen.

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    1. Ja, hier werden die einfachsten Grundlagen wissenschaftlicher Redlichkeit in den Wind geschlagen.
      Und die unkritische Presse lässt Meldungen wie jene aus Niederösterreich, leider allzu oft unkommentiert.

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