Mittwoch, 13. Februar 2013

Todgesagte (Kelten) leben länger


Wie ich ja im Rahmen dieses Blogs schon einmal darauf hinwies, leitet sich der Name Trier von dem einst dort lebenden Keltenstamm der Treverer ab; die Römer nannten die Stadt auch passenderweise Augusta Trevorum (= Stadt des Augustus im Land der Treverer). 
Trier wuchs unter der Herrschaft Roms zu einem wichtigen Verwaltungszentrum heran und im Laufe von mehreren Jahrhunderten verschmolz die einheimische Bevölkerung mit den stetig zuziehenden Römern. Es erging den Kelten, so könnte man meinen, hier nicht anders als im restlichen Reich: Sprache und Kultur lösten sich nach und nach auf. Doch das ist teilweise ein Irrtum.
Als der Kirchenvater Hieronymus in den 370ern die Gegend von Trier bereiste, stellte er nämlich fest, dass die Bevölkerung (zumindest die bäuerliche des Umlandes) ähnlich sprach wie die Galater. Und diese Galater waren, wie bereits der Name vermuten lässt, Gallier bzw. Kelten. Im 3. Jh. vor Christus waren sie als Söldner nach Kleinasien ausgewandert und hatten sich offensichtlich seit 700 Jahren, in einem völlig fremden Umfeld, in dem sie nur eine kleine Minderheit darstellten, ihre Sprache bewahrt.
Die Kelten dieser beiden Beispiele unterscheiden sich somit sehr von den Germanen, bei denen man teilweise den Eindruck hat, dass sie sich gar nicht schnell genug von ihrer Muttersprache verabschieden konnten; siehe Langobarden, Westgoten und Teile der Franken. Aber natürlich, die Dinge sind nie oft so einfach wie sie scheinen...

Foto: Rekonstruierte, keltisch-treverische Befestigungsanlage Altburg bei Bundenbach im Hunsrück.


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