Freitag, 11. April 2014

Krimskrams am Freitag: Geschichtsunterricht, Ernährung, Campus Galli, Passwörter

Die von manchen Historikern gelegentlich geäußerte Forderung nach mehr Geschichtsunterricht scheint mir realitätsfernes Wunschdenken zu sein. Wenn dann auch noch das Schweizer Messer aller Totschlagargument hervorgeholt wird und man tönt, mehr Geschichtsunterricht sei notwendig, damit sich Geschichte nicht wiederhole, dann fällt mir sofort wieder ein, warum ich Politik und Geschichte in diesem Blog tunlichst zu trennen versuche.
Eine Entrümpelung des Lehrplans und eine deutlich bessere didaktische Schulung des Lehrpersonals wären ohnehin sinnvoller, als die Unterrichtszeit auszuweiten; dann käme man vermutlich sogar mit weniger Stunden bestens über die Runden. Aber Kinder sollen ja offensichtlich vor allem Jahreszahlen und biografische Details auswendig lernen, anstatt etwas vom alltäglichen Leben und Sterben der Menschen einer Epoche zu erfahren. Dahinter steckt ein rückständiges Geschichtsbild, dass sich von den Vorstellungen des 19. Jahrhunderts weit weniger unterscheidet, als manch gelehrter Kapazunder zugeben möchte. Glücklicherweise schlägt Living History eine immer größer werdende Bresche in diese Trutzburg der Ignoranz und des Elitendenkens.
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Menschen die eine Mischkost zu sich nehmen, also auch Fleisch essen, sind laut einer Studie der Uni Graz weniger oft krank als Vegetarier/Veganer: Klick mich
Besonders Veganismus scheint mir vor allem eine moralisch begründete Askese zu sein, die man lediglich mit dem Aspekt der angeblichen Gesundheit verbrämt hat, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
Mir persönlich ist es ja egal, wie sich jemand ernährt - problematisch wird es jedoch, wenn ein allem Anschein nach wenig gesunder Lebensstil mit pseudowissenschaftlichen Argumenten und missionarischem Eifer in die Welt hinausgetragen wird.
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Das angeblich experimentalarchäologische Bauprojekt Campus Galli hat wieder seine Pforten geöffnet - jeder weitere Kommentar ist hier überflüssig, die Bilder sprechen für sich: Klick mich
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Und, haben schon alle brav ihre Passwörter geändert?
Zu beachten ist, dass dies erst dann wirklich Sinn macht, wenn der Seitenbetreiber von sich aus die berüchtigte Open-SSL-Lücke bereits geschlossen hat. Bei Google (dazu gehört bekanntlich auch "Blogger") kann man davon ausgehen, dass dies bereits der Fall ist. Schließlich war es ein Google-Forscher, der das Problem als erster entdeckt hat.
Eine Liste mit den Top 1000 betroffenen Seiten bzw. Diensten gibt es hier: Klick mich
Mit folgendem Service kann außerdem jede beliebige Seite einfach getestet werden: Klick mich

9 Kommentare

  1. Schon wieder eine CG-Veranstaltung ohne einen einzigen vernünftigen Darsteller, lediglich eine paar Marktmittelalter-Leute in ihrer Baumwollkostümierung hopsen über das trostlose Gelände. Dieser Geurten hat es echt drauf, sein Vorhaben seriös der Öffentlichkeit zu präsentieren!
    :-))

    Grüßle,
    Maria

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    1. Für diesen fachlich unbeleckten Herren sind wir so eine Art Authentizitäts-Taliban, weil wir Qualitätskriterien besitzen. Wenig verwunderlich, dass er niemanden aus der Szene einlädt, sein eigenes Personal würde aufgrund mangelnder Qualifikation neben guten Darstellern einfach ziemlich alt aussehen ;-)

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  2. Traurig, aber Geschichtsunterricht konzentriert sich tatsächlich in erster Linie auf die Mächtigen, die Vorgänge im Hintergrund und der Alltag interessieren nur am Rande. Was den Kindern so primär beigebracht wird ist nicht die Geschichte der Völker, sondern der Oberen Zehntausend. Ein Paradigmenwechsel muss her, Geschichtsdidaktik / Living History sollte fester Bestandteil des Lehrplans werden!

    Auch ich bin ein Verfechter der Mischkost, z.B. Brathähnchen mit Pommes oder Gulasch mit Serviettenknödeln ;-)

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    1. Serviettenknödel sollen ja tatsächlich auch Spuren von gesunden Kräutern bzw. Grünzeug enthalten ;)

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  3. Aufgrund des Zuredens einer Freundin habe ich versucht mich vegan zu ernähren. Nach einem halben Jahr gab ich es aber wieder auf, weil man es physisch merkt, wie einem zunehmend die Kraft für regelmäßige sportliche Betätigungen fehlt. Die Freundin hat es irgendwann auch sein lassen und geht stattdessen seit zwei Jahren mit mir 3-4x in der Woche laufen.
    Und wegen der Moral oder Unmoral des Fleischverzehrs: Man muss sich ja nicht täglich damit vollstopfen. Dann kann man es sich auch problemlos leisten, Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen. Gleiches gilt für andere tierische Produkte wie Milch oder Eier.

    Liebe Grüße,

    Britta

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  4. Und schon wieder mal lauter Shirts und Pullover unter der Baustellenklamotte. Wenn die Herrschaften mal statt farbloser Leinenunterwäsche die historische Lösung Leinen drunter und Wolle drüber anpeilen würden, wär ihnen nicht dauernd kalt und sie müssten nix drunterziehn.

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    1. Angeblich soll ja dieses Jahr eine Färberei auf dem Gelände entstehen - Zeit wirds jedenfalls!

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    2. sind ja schon fast mehr nicht-am-Bau-beteiligte Handwerke vor Ort als solche, die den Bau vorantreiben ^^

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    3. Deshalb brauchen die auch 40 Jaher :)

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