Sonntag, 1. Januar 2017

Denkmalschützer als Denkmalzerstörer




An ihren Argumenten sollt ihr sie erkennen

In einem PDF der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) heißt es:
"Nach unserer Überzeugung ist es kein Zeichen von Bildung, Kulturbewusstsein und gehobenem Ambiente, antike Gegenstände in seiner Wohnung ins Regal zu stellen. Sie würden sich vermutlich auch keine Felle bedrohter Tierarten an die Wand hängen, weil Ihnen bewusst wäre, dass Sie damit aktiv zur Zerstörung einer unwiederbringlichen Ressource beitragen."
Zum Fremdschämen, wie hier auf psychologischem Kindergartenniveau versucht wird, potentielle Käufer zu manipulieren. Fühlende Lebewesen mit leblosen Objekten gleichzusetzen ist allerdings einer dieser haarsträubenden Kategorienfehler, die typisch für die archäologische Öffentlichkeitsarbeit sind. Man denke auch nur an rabulistische Begriffe wie "Raubgrabung", "Grabraub" oder "Steinraub". Aus juristischer Sicht handelt es sich dabei um völligen Unsinn, der sich in keinem Gesetzestext wiederfindet, da Raub als Gewaltverbrechen definiert wird, das nur an lebenden Menschen verübt werden kann. Aber man sieht hieran, auf was für einem intellektuellen Level sich die offiziöse Archäologie mitunter bewegt; der Zweck heiligt die (rhetorischen) Mittel. So einfach ist das. Im Übrigen: Ein Blick in das Haus des bekannten Historikers und Experimentalarchäologen Marcus Junkelmann hätte den Verfassern gezeigt, dass sich selbst Fachleute im privaten Rahmen mit archäologischen Artefakten umgeben.
Doch nun zum Kern des DGUF-Lamentos - der undifferenzierten Verdammung und Abschaffung des Antikenhandels.
Weil die Legalität von Antiken oft nicht bewiesen werden kann und weil Netzwerke illegal arbeitender Antikenhändler schwer zu entwirren sind, vor allem für Einzelpersonen, empfehlen wir Ihnen eine klare Linie: Kaufen Sie keine Antiken. Niemals.
Hierbei handelt es sich um klassischen Denkmalschützer-Obskurantismus, bei dem sich nicht einmal mehr die unterste Schublade öffnet: Man argumentiert mit vagen Formulierungen wie "Legalität kann oft nicht bewiesen werden", legt aber kein belastbares Zahlenmaterial vor. Wie auch? Schließlich gibt es keines, sondern bestenfalls wilde Schätzungen, die man sich aus den Fingern gesogen und in wissenschaftlich klingenden Schwulst verpackt hat.

Selbstverständlich existiert neben dem legalen Antikenhandel auch ein florierender Schwarzmarkt. Wenn aber beides in einen Topf geschmissen wird, weil man sich oft nicht völlig sicher sein könne, ob dieses oder jenes Artefakt - selbst wenn es über einen Provenienznachweis verfügt - nicht vielleicht doch aus einer illegalen Grabung stammt, dann legt das den dringenden Verdacht nahe, dass die handelnden Personen mit der Komplexität des Problems überfordert sind. Daher verlangen sie nach vermeintlich einfachen Lösungen, die einzig und alleine auf die Befriedigung von Partikularinteressen abzielen. 


WuWa Schatzregal

Nicht nur kleinen Privatleuten müsste konsequenterweise vom Ankauf antiker Objekte abgeraten werden, sondern auch Museen, deren "Experten" nachweislich immer wieder gefälschten Provenienznachweisen auf den Leim gehen. Nicht zu vergessen die gar nicht so wenigen Fälle, in denen die Artefakte selbst gefälscht wurden. Man denke nur an die Umtriebe des "Spanischen Meisters" (Video) oder den berüchtigten Goldschatz von Bernstorf; außer den fahrlässig agierenden Hauptverantwortlichen nimmt heute kaum noch jemand an, dass dieser echt sein könnte. Der Schaden für den Steuerzahler ist in Summe enorm, doch scheint die DGUF in ihrem moralinsauren PDF lieber Privatleute schulmeistern zu wollen, anstatt sich allzu offen mit Berufskollegen in den Museen anzulegen. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus.

Nun ist es freilich nicht so, dass Museen in der Diskussion rund um den Antikenhandel grundsätzlich von jeder Kritik verschont werden. Doch hat die Clique der Denkmalschützer und Museumsbetreiber längst einen probaten Ausweg ersonnen, um auch zukünftig prestigeträchtige "Sensationsfunde" in die Vitrinen musealer Schauräume packen zu können - und das noch dazu weitestgehend kostenlos: Nämlich mittels Enteignung von Findern durch ein scharfes Schatzregal, das in möglichst vielen deutschen Bundesländern durchzudrücken man sich schon vor Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht hat. Dass aufgrund diese kurzsichtige Vorgehensweise erst recht Funde unterschlagen werden, die dann wiederum auf dem viel gescholtenen Schwarzmarkt landen und diesen regelrecht aufblühen lassen, ist den verantwortlichen Großhirnakrobaten scheinbar noch nicht in den Sinn gekommen. Doch wie sagte schon Arthur Schopenhauer: "Natürlicher Verstand ersetzt fast jeden Grad von Bildung, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." 

Ideologische Grundlage des Schatzregales ist die Vorstellung, wonach jeder halbwegs verwertbare archäologische Fund in ein Museum gehört, da er angeblich nur dort von jedermann besichtigt werden kann. Das jedoch ist bestenfalls als weltfremd zu bezeichnen. In der Realität berichten Fachleute nämlich davon, dass in Deutschland gerade einmal 3 Prozent (sic!) der in Museumsbesitz befindlichen Objekte der Öffentlichkeit frei zugänglich sind.
Die Erfahrung zeigt überdies, dass die meisten Museumsbetreiber den Aufwand scheuen, ihre Exponate des Öfteren zu tauschen. So kommt es häufig vor, dass die Vitrinen über Jahre und Jahrzehnte kaum signifikante Abwechslung bieten, während sich gleichzeitig die Magazine mit Unmengen an Material füllen, zu dem nur wenige Museumsmitarbeiter Zugang haben. Selbst für außenstehende Wissenschaftler ist es oftmals schwierig, Einblick zu erhalten. Interessierte Laien haben erst recht keine Chance.
Mitunter werden wissenschaftlich hochinteressante Objekte auch von den längst unübersichtlich gewordenen Museumsmagazinen geradezu verschluckt und tauchen erst nach vielen Jahrzehnten durch Zufall wieder auf, wie das haarsträubende Beispiel eines 2650 Jahre alten griechischen Helms drastisch veranschaulicht.
Der österreichische Archäologe  Raimund Karl hat dann auch das 'Messie-Syndrom' seiner Kollegen mit deutlichen Worten kritisiert und überdies den Vorschlag gemacht, die Archäologie könne sich mit dem geordneten Verkauf überflüssiger Objekte (Stichwort 'Entsammeln') selbst finanzieren (hier geht es zum Audiointerview mit Raimund Karl).

Als besonders unappetitlich und skandalös muss der Fall eines bronzenen Pferdekopfes aus augusteischer Zeit bezeichnet werden, der 2009 im hessischen Waldgirmes entdeckt wurde (Link 1, Link 2). Laut Gesetz stünde dem Grundstückseigentümer die Hälfte des Wertes, den der Kopf besitzt, als Entschädigung zu. Doch wie so oft in derlei Fällen schätzte die Behörde besagten Wert geradezu absurd niedrig ein - zweifellos um die Entschädigungszahlung zu minimieren (im Gegensatz zu Großbritannien, wo ähnliche Schätzungen in deutlich seriöserer Art und Weise vorgenommen werden).  Auch ansonsten wurde dermaßen brachial getrickst, dass sich mir hier der dringende Verdacht der Rechtsbeugung aufdrängt. Kein Wunder, dass der übervorteilte Grundstückseigentümer klagte.
Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, weigert sich die Behörde nun schon seit sieben (!) Jahren, den zwischenzeitlich mit viel Steuergeld restaurierten Pferdekopf der Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung zugänglich zu machen.


Fazit

In Anbetracht der geradezu aberwitzigen Situation stellen Argumentation und Handlungsweise vieler (aber glücklicherweise nicht aller) professioneller Denkmalschützer eine Zumutung dar. Dass die Borniertheit der Verantwortlichen wissenschaftliche Kollateralschäden provoziert, etwa in Form eines Anstiegs von Fundunterschlagungen, ist eine Tatsache (so ist etwa die Melderate in Österreich aufgrund völlig inadäquater Gesetze erschreckend niedrig).
Aufgabe des Denkmalschutzes ist es Denkmäler zu schützen, nicht ihre Zerstörung indirekt zu fördern. Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut gemacht. 

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17 Kommentare

  1. Die Haltung vieler Archäologen ist auch auf jahrzehntelange Indoktrination an den Universitäten zurückzuführen. Hobbyisten und Professionelle standen sich nicht immer dermaßen unversöhnlich gegenüber.

    LG
    Thomas

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  2. Viele Berufskollegen, ich muss es leider so hart formulieren, agieren tatsächlich äußerst merkbefreit, was das gedeihlichen Zusammenarbeiten mit Fachfremden und Laien betrifft. Dass die "bestellten" Gesetze z.T. Schaden anrichten, spricht sich meiner Wahrnehmung zwar zunehmend herum, offiziell wahrhaben will es allerdings noch nicht ein jeder ...
    Ich unterschreibe auch zu 100 Prozent, dass dabei eine gehörige Portion Ideologie im Spiel ist. Man muss sich nur einmal ansehen, wie bei uns die Faro Konvention umgesetzt wurde. Das spottet jeder Beschreibung, ist aber gleichzeitig volle Absicht.

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  3. Also ich verstehe das PDf der DGUF als eines, das sich an Laien richtet, die erwägen, sich eine Antike zu kaufen. Dass da kein wissenschaftliches Zahlenwerk auftaucht, ist doch klar wie Kloßbrühe. Welcher Laie (und damit meine ich nicht Hiltibol, sondern Max, den Mathelehrer, oder sonstwen) will den lange Ausführungen solcher Art lesen? Solche Leute wollen sich erstmal einen Überblick verschaffen, und dafür - denke ich - ist der Text. Ich reagiere hier, weil ich nämlich in genau der Lage war, und ich war froh, hier immerhin eine Richtschnur, eine grobe Empfehlung zu finden. Eine Zauberformel, wann denn nun genau ein Objekt wohl legal oder illegal ist, habe ich überhaupt nicht erwartet.

    Lisa

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    1. Die Kritik bezog sich ja nicht nur auf dieses PDF. Grundsätzlich können keine belastbaren Zahlen vorgelegt werden.

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  4. Erschreckende Fallbeispiele, ganz besonders das von Waldgirmes. Der Machtmissbrauch seitens des Denkmalschutzes muss endlich beendet werden, damit der wissenschaftliche Schaden nicht noch größer wird!
    Diese Leute geben sich als Anwälte des öffentlichen Interesses aus, was sie in Wirklichkeit nicht sind. Sie handeln in erster Linie in ihrem ganz persönlichen Interesse, das sie kurzerhand mit dem der Öffentlichkeit gleichsetzen. Wie schon Prof. Karl es absolut richtig formuliert hat: Der heutige Denkmalschutz ist immer noch "obrigkeitlich" und "elitär".
    Die Protagonisten leben in einer Blase. Selbstreflexion findet keine statt.

    Gero

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  5. Das ist kein Wunder, es gibt nämlich nur wenige Menschen, die, vielleicht aus Unwissenheit, so deppert sind, in Ländern mit umfassenden Enteignungsgesetzen einen Fund abzugeben. Ich würde es sicher nicht machen, sondern mir den Pferdekopf oder was auch immer ins Wohnzimmer stellen und mich täglich daran Erfreuen. Was mir außerdem besonders übel aufstößt ist der häufige Mangel an Anerkennung, der Findern von den Archäologen zuteil wird. Die kassieren den Fund ein und erwähnen den Finder dann namentlich mit keinem Wort mehr, vor allem dann nicht, wenn es ein Sondler war. Und das ist kein Zufall, sondern hat System. Man will nicht andere Menschen dazu inspirieren, sich selbst auf die Suche zu machen. Aber das funktioniert nicht, weil die Leute gehen trotzdem suchen, melden dann aber nichts, weil sie die Undankbarkeit des Staates und seiner Vertreter satt haben!! Die Sondler, die nicht aus geschichtlichem Interesse suchen, sondern aus finanziellem, sind außerdem nur eine kleine Minderheit. Wenn die Archäologen das noch immer nicht begriffen haben, dann kann ihnen niemand mehr helfen.

    Philipp EW

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    1. Na ja, "die Archäologen" gibt es in dem Zusammenhang nicht, wie auch im Artikel dankenswerterweise klargestellt wurde. Bei den Irrlichtern mit Scheuklappen handelt es sich lediglich um einen Teil der archäologischen Gemeinschaft. Der Denkmalschutz hat sich unter Führung solcher Vertreter mancherorts in eine Ecke hineinmanövriert, aus der er allem Anschein nach nicht ohne weiteres wieder herausfindet. Man lobbyiert für scharfe Gesetze, die auf die vollständige oder teilweise Enteignung des Finders hinauslaufen, und meint fälschlicherweise, damit wäre es möglich, einen bestmöglichen Schutz von Bodendenkmälern zu gewährleisten. Weil das aber nachweislich nicht funktioniert, müssten endlich Gesetze geschaffen werden, die von der breiten Masse der Bevölkerung als gerecht empfunden und akzeptiert werden! D.h. z.B. Finder und Grundstückseigentümer erhalten jeweils die Hälfte des von einem tatsächlich unabhängigen Sachverständigen geschätzten Wertes eines archäologischen Fundes zugesprochen (Hadrianische Teilung). Das funktioniert in UK sehr gut, so dass dort ein deutlich größerer Antrieb für Finder besteht, mit den zuständigen Stellen (z.B. English Heritage) zusammenzuarbeiten. Die im Beitrag verlinkte Grafik mit dem Vergleich zwischen den Fundmeldungen in Österreich und Wales ist in der Hinsicht bezeichnend. Würde man ähnliche Vergleiche beispielsweise zu Berlin ziehen, wäre das Ergebnis meiner Erfahrung nach ähnlich desaströs, da die Behörden und die in Denkmalschutz-Belangen notorisch ahnungslosen Volksvertreter auch hier Gesetze geschaffen haben, die dem Unterschlagen von archäologischen Funden Vorschub leisten.
      Als gelernter Historiker und Heimatforscher bekomme ich immer wieder Funde von Sondengehern vorgelegt, weil sich die lieber vertrauensvoll an mich wenden, anstatt an die zuständigen Behörden. So vergiftet ist das Klima bedauerlicherweise schon.
      Die interessierten Bürger müssten endlich selbst aktiv werden, beispielsweise durch das Anschreiben der zuständigen Politiker. Nur durch öffentlichen Druck ließe sich eine Verbesserung der derzeitigen Situation herbeiführen.

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  6. wahre worte , sehr gut geschrieben!
    tim

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  7. "In der Realität berichten Fachleute nämlich davon, dass in Deutschland gerade einmal 3 Prozent (sic!) der in Museumsbesitz befindlichen Objekte der Öffentlichkeit frei zugänglich sind."

    Dazu hätte ich gerne bitte eine Quelle gehabt. Danke!

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    1. Die Zahl stammt aus einem Audiointerview mit einer Archäologin, das hier im Blog verlinkt wurde (manch Leser wird sich daran noch erinnern). Mir fehlt es allerdings an der Zeit, dieses Interview aus den bisher rund 1100 veröffentlichten Beiträgen herauszusuchen. Außerdem ist es fraglich ist, ob der betreffende Stream überhaupt noch online in der entsprechenden Mediathek abrufbar ist.

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    2. Gefunden und werde mal dort nachfragen. Dann wegen Zitat: "Der Schaden für den Steuerzahler ist in Summe enorm, doch scheint die DGUF in ihrem moralinsauren PDF lieber Privatleute schulmeistern zu wollen, anstatt sich allzu offen mit Berufskollegen in den Museen anzulegen. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus." Sich schon mal mit der DGUF beschäftigt? Wohl eher nicht, weil sonst hätte es diese Verallgemeinerung (DGUF böser Archäologen-Verein) nicht gegeben. Bei aller Kritik (zum Teil auch berechtigt) gegen die Archäologie, hier trifft es die Falschen und das ist mehr als Unfair und in meinen Augen sogar eine reine Stimmungsmache.

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    3. Oh, ich halte die DGUF keinesfalls für einen "bösen Archäologenverein". Die DGUF und ich haben durchaus ein gemeinsames Interesse: Den bestmöglichen Schutz der Bodendenkmäler.
      Das publizierte PDF ist meiner bescheidenen Meinung nach aber ein pauschalisierender, scheinheiliger und manipulativer Schmarrn, der in der schlechten Tradition archäologischer Öffentlichkeitsarbeit und "Stimmungsmache" steht. Oder um mich selbst zu zitieren: "Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht." Und es ist ja auch nicht so, dass ich mit meiner (z.T. überspitzt formulierten) Kritik völlig alleine dastehe. Siehe die Publikationen des oben genannten Archäologie-Profs Raimund Karl.

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  8. Habe da wohl etwas überlesen, was hält denn Professor Raimund Karl von dieser PDF?

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    1. Die Frage wäre an ihn zu richten, nicht an mich.
      Aus seinen Publikationen bei Academia.edu geht allerdings durchaus hervor, was er von den im Beitrag kritisierten Dogmen und ausgelatschten Wegen des Denkmalschutzes hält.

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  9. Zu den überfüllten Magazinen unserer Museen möchte ich eine persönliche Erfahrung beisteuern: Im Kunsthistorischen Museum in Wien lagern tausende Gemälde alter Meister. Als ich gemeinsam mit einer Kommilitonin eine Anfrage an das Museum richtete, ob wir Zugang zu gewissen Gemälden von Maler XY erhalten können, hat es geheißen, das ginge schon, aber erst in ein paar Jahren, denn die besagten Bilder werden gerade für eine Ausstellung in Spanien restauriert. Das muss man sich einmal vorstellen: In Österreich waren sie öffentlich noch nie zu sehen (sie kamen nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 direkt ins staatliche Museumsmagazin), aber für eine Ausstellung im Ausland legte man sich plötzlich ins Zeug. Die Krönung der Sache: Nach dem Ende der Ausstellung in Spanien wanderten die besagten Bilder sofort wieder ins Magazin zurück, das sie meines Wissens bis heute nicht verlassen haben. Leider ist das kein Einzelfall. Besonders traurig ist aber, dass die Mehrzahl der Objekte in den Museumsmagazinen, egal ob Gemälde oder archäologischer Fund, aus Kostengründen nicht optimal gelagert und daher einem beschleunigten Verfall preisgegeben werden. Die Forderung nach einem geordneten, wohlüberlegten Entsammeln unterstütze ich daher voll. Es ist nämlich besser, die Objekte gehen in den Besitz von Privatleuten über, die sie zu schätzen wissen, anstatt sie in einem Hinterzimmer, vergessen von der Öffentlichkeit, sukzessive zerbröseln zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Britta

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    1. Daher verstehe ich auch das Geschrei bezüglich der Restitutionen nicht. Die mögen zwar fallweise fragwürdig sein, aber schlussendlich ist die Republik Österreich ohnehin nicht in der Lage, ihre Unmengen an Kunstschätzen adäquat zu bewahren, geschweige denn sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

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  10. Viel zu viel hängt vom jeweiligen Kreisarchäologen ab. Wenn man da einen arroganten Hardliner einsetzt, dann wird dass die Zusammenarbeit mit lokalen Sondengängern und sonstigen Hobbyforschern enorm erschweren. Alles schon erlebt, leider. Aber es gibt schon auch einige gute Leute, die eine Zusammenarbeit von sich aus suchen. Die stört die Gesetzeslage oft selbst. Gernot

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