P.M. ("Peter Moosleitners interessantes Magazin") ist mir zum ersten Mal in den 1990ern untergekommen. Mein Onkel hat die Hefte dieser Zeitschrift regelmäßig gekauft und ich habe mir bei passender Gelegenheit immer wieder eines davon geschnappt und gelesen. Mein Interesse an Geschichte war ja auch schon im Teenager-Alter vorhanden, entsprechend haben die Heft-Cover mit großformatigen Abbildungen von den Altertümern Ägyptens, Lateinamerikas usw. natürlich mein Interesse geweckt. Aber auch die technisch-naturwissenschaftlichen Artikeln gefielen mir.
Irgendwann, so um das Jahr 2000 herum, habe ich P.M. allerdings wieder aus den Augen verloren. Vor ein paar Jahren meinte dann ein Freund, er würde eigentlich gerne wieder einmal ein gutes gedrucktes Wissensmagazin lesen, aber er wusste nicht so recht, was für ihn geeignet ist. Da ich die P.M.-Hefte aus meiner Jugend noch in positiver Erinnerung hatte, empfahl ich ihm diese. Doch ich hatte ja keine Ahnung... (wie mir sein Feedback klarmachte).
Ab Mitte der 2000er war es mit der Auflage von P.M. zusehends nach unten gegangen. Ein Effekt, der praktisch alle Print-Produkte betraf und bis heute betrifft. Das Internet ist einfach eine praktischere Informationsquelle, die noch dazu für den Nutzer weitestgehend 'kostenneutral' ist.
Die 'Genies' des Verlags "Gruner + Jahr" - wo P.M. lange erschien - waren freilich der Meinung, man könne das Ruder herumreißen, indem man den Inhalt auf progressiv umbügelt. Konkret bedeutete das beispielsweise: Sprachliches Gendern und das Erörtern von sogenannten Geschlechter-Identitäten - also Soziogeschwafel statt harter Wissenschaft; hinzu kamen Klimakatastrophismus, Rassismus- und Postkolonial...irgendwas-Gesabbel. Das Thema UFO/UAP, das bis dahin immer wieder in den Heften vorkam, hat man damals auf den Index gesetzt. Offenbar weil es von den Magazin-Machern nun per se als viiiiel zu unseriös wahrgenommen wurde (derweil hat man in Deutschland zu diesem Themenkomplex sogar einen eigenen Hochschul-Lehrstuhl eingerichtet...).
2018 äußerte sich zum inhaltlichen Umbau in einem Interview der damals neue Chefredakteur Jens Schröder - der auch der Redaktion von National Geographic vorstand (mittlerweile ist auch das ein Ideologie-Schrott-Blatt mit jupitergroßem Bias):
Herr Schröder, auch das PM-Magazin hat im 1. Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei der Auflage Federn gelassen. Sie sank um knapp 7 Prozent. Haben Sie hier auch einige Veränderungen im Visier? Schröder: Nein, wir haben ja vor nicht allzu langer Zeit einen Relaunch vorgenommen und brauchen das Heft jetzt nicht erneut umzubauen. Wir bekommen viel positives Feedback, auch von Lesern, die mit P.M. aufgewachsen sind, sich irgendwann mal abgewendet haben, und jetzt entdecken: Da ist ja wieder mein altes P.M.! Ich bin guten Mutes, dass wir hier die Auflage nicht nur stabilisieren, sondern vielleicht sogar ein wenig steigern werden. |
Und Schröders Vorgänger, Florian Gless, ergänzt im selben Interview:
Gless: Der Relaunch war sehr erfolgreich. Wir haben uns hier komplett von der Esoterik verabschiedet. Es gibt in P.M. keine Berichte mehr über das Leben nach dem Tod oder über die Anwesenheit von Aliens. Das war in den 90er Jahren beliebt und ist jetzt vorbei. Heute ist P.M. eine modern gemachte Wissenschafts-Illustrierte, für die viele renommierte Wissenschafts-Autoren wie Stefan Klein, Alexander Stirn oder Christoph Drösser schreiben. Das kommt bei den Lesern an. |
Ein sehr erfolgreicher Relaunch - soso. Dann schauen wir uns einmal an, wie erfolgreich die Sache wirklich war (Quelle: Wikimedia.org):
😂
Zurzeit siecht man auflagenmäßig auf immer niedrigem Niveau vor sich hin. Doch ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis man unternehmerisch den Löffel endgültig abgibt und zur Hölle fährt. Der Philosoph Friedrich Nietzsche meinte in seinem Werk "Also sprach Zarathustra": "Was fällt, das soll man auch noch stoßen!" In diesem Sinn möchte ich hier P.M. virtuell in den Hintern treten.
Man braucht eigentlich keine Magazine wie P.M. mehr. Die journalistischen "Follow the science"-Lemminge, die innerhalb ihrer sozialen Blase solche Medien zum Signalisieren von vermeintlicher Tugend missbrauchen, sollen sich einen neuen Job suchen. Diese Leute, die immer so großzügig sind, Andersmeinende mit Etiketten wie "Pseudowissenschaft" und "Esoterik" vollzukleben, sind meiner Beobachtung nach selber oft die größten Verächter empirischer Wissenschaft, wie etwa ihre Vorliebe für das 'Gender'-Thema belegt.
Es gibt heute längst viele Blogs und Youtube-Kanäle, welche die von P.M. so verachteten Wissensgebiete behandeln. Etliche davon machen das seriöser, viel detaillierter und insgesamt besser als P.M. zu seinen allerbesten Zeiten. Beispielsweise habe ich mir kürzlich ein ausführliches Interview mit dem pensionierten US-Konteradmiral und Wissenschaftler Tim Gallaudet angesehen, der sich über das UFO/UAP-Phänomen aus Navy-Sicht äußert. Interessant, faktenbasiert und erhellend.
Zwischenzeitlich soll man bei P.M. den inhaltlichen Irrweg zum Teil zwar wieder verlassen haben, aber wie heißt es im Englischen so schön: Too little too late!
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Verstehe nicht, was die für ein Problem damit haben, sich mit Theorien über das Leben nach dem Tod zu beschäftigen? Was ist daran "Esoterik"???? Zum Beispiel werden Nahtoderfahrungen wissenschaftlich seriös seit Jahrzehnten unrersucht.
AntwortenLöschenStimme dir zu, es ist wahrscheinlich nicht sehr schade, wenn die über den Jordan mit ihrer Zeitschrift gehen. "Nature" aber gleich hinterher, weil die haben einen wissenschafltichen Text veröffentlicht, in denen eine Autorin als Co-Autor einen Fluss anführt, der von australischen Ureinwohnern als lebendes Wesen betrachtet wird. Das Wissenschaftsjournal hat das akzeptiert, in der schon üblichen Unterwürfigkeit gegenüber indigenem Hokuspokus, weil das heutzutage als politisch korrekt gilt. Ich glaube, wir erleben gerade die Rückabwicklung der Aufklärung, Stück für Stück......
Schade, da werden Jugenderinnerungen wach. Ich hätte das Magazin gerade in den Bereich des neuen Wissens geführt: neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien, verbunden mit kritischer, aber objektiver Betrachtung grenzwissenschaftlicher Phänomene. Wie viele Ausgaben hätte man alleine mit der Simulationstheorie bestücken können oder dem Maya-Konzept der Inder, ganz zu schweigen von den Theorien des Graham Hancock. Ich hätte da auch so eine „Pro/Contra“-Ecke eingerichtet, in der kontroverse Themen von Befürwortern und Gegnern bestückt sind. Damit hätte man das Magazin tatsächlich pushen können! ʬ
AntwortenLöschen"Ich hätte da auch so eine „Pro/Contra“-Ecke eingerichtet, in der kontroverse Themen von Befürwortern und Gegnern bestückt sind. Damit hätte man das Magazin tatsächlich pushen können!"
LöschenDas ist eigentlich eine sehr gute Idee. Leider liegt Ausgewogenheit nicht in der DNA des durchschnittlichen Journalisten. Ich erinnere mich an die Umfrage an einer journalistischen Hochschule (oder vielleicht waren es auch mehrere), bei der herauskam, dass eine Mehrheit der angehenden Journalisten darauf fokusiert ist, den Medienkonsumenten von ihrer eigenen Sichtweise/Interpretation einer Sachlage zu überzeugen.
verhalten wir uns lieber still und willig:
AntwortenLöschenhttps://retroanomalien.blogspot.com/2026/10/endet-das-freie-bloggen-auf-blogspot-am.html ^^
Spannende Stelle: "Irreführende Inhalte im Zusammenhang mit gefährlichen Verschwörungsmythen: Inhalte, in denen Annahmen verbreitet oder glaubhaft unterstützt werden, denen zufolge Personen oder Gruppen systematisch Aktionen ausführen, die weitreichende Schäden verursachen."
LöschenIch habe da - in Kenntnis der aktuellen Weltpolitik - so eine Idee, welcher "Gruppe" zuliebe man das vor allem eingeführt haben könnte.
Grundsätzlich gilt: Wer sein Blog (aus Bequemlichkeitsgründen) nicht selber hostet, der liefert sich stark anderen Akteuren aus. Ich bin mir dessen von Anfang an bewusst gewesen. Die letzten 14 Jahre ist es zwar gut gegangen, ich sicher das Blog aber trotzdem regelmäßig, damit ich im Fall des Falles alles rasch wo anders wieder hochziehen kann.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man z B wegen einem Text über Kaspar Hauser das Blog gesperrt bekommt. Das wäre echt total übel. Ich schätze aber, es geht mehr um aktuellere Themen. Traurig ist es aber schon, dass nicht die gesetzlich geregelte Meinungsfreiheit der Maßstab ist, sondern irgendeine Konzernmoral. Das sollte bei so großen Plattformen anders ablaufen, weil sonst die Meinungsfreiheit und der öffentliche Diskurs von ganz wenigen Konzernen diktiert wird.
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