Donnerstag, 26. Januar 2023

📽️ Videos: Wenn ein Archäologe "Fuckface" genannt wird -- Archäologische Objekte fotografieren -- Unbequeme Klimageschichte -- Der Keltenschatz von Neumarkt -- Römisches Soldatenleben -- Göbekli Tepe -- usw.


 Drill Holes in Egypt! Evidence of Advanced Technology? | Spieldauer 8 Minuten | Youtube /PowerfulJRE | Stream & Info
Interessante Argumente, manche plausibler als andere. Und wer wissen möchte, warum Joe Rogan im weiteren Verlauf verärgert einen Archäologen als "Fuckface" bezeichnet, schaue sich das ganze Gespräch auf Spotify an.


 Sonderführung: Der sensationelle Keltenschatz von Neumarkt am Wallersee | Spieldauer 3 Minuten | ORF | Stream & Info 
So viel Geheimniskrämerei. Aber immerhin: Der Schatz wurde dem Finder abgekauft. Einfach zum Nulltarif einziehen, so wie beim nördlichen Nachbarn, geht in Österreich eben nicht. Stichwort "Hadrianische Teilung".

 Saarländische Legionäre: Soldaten-Leben wie in der römischen Antike | Spieldauer 30 Minuten | SR/Youtube | Stream & Info 
Die müssen nicht einmal ihre Gladii ziehen, um die Barbaren in die Flucht zu schlagen - singen reicht völlig aus 😁


 Klimageschichte relativiert das Narrativ von der Einzigartigkeit der gegenwärtigen Erwärmungsphase: Wein statt Bier in Bayern | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info 
Erstaunlich, dass so ein Beitrag beim notorisch klimaapokalyptischen öffentlich-schlechtlichen Dummfunk durch die interne Zensur geht. Für den Bayerischen Rundfunk sind offensichtlich noch kleine Restbestände an Personal tätig, bei dem im Oberstübchen ein Hirn arbeitet, und nicht eine CO2-neutrale Biogasanlage. Wobei mir dieser Gerald Huber schon mehrfach sehr positiv mit seiner Kompetenz und leudseligen Art aufgefallen ist, z.B. im Zusammenhang mit einem hochinteressanten Interview zum Thema Baiuwaren

 Archäologie - Neues von Göbekli Tepe | Spieldauer 60 Minuten | Stoner/Youtube | Stream & Info 



 Archäologische Objekte fotografieren | Spieldauer 20 Minuten | DAI/Youtube | Stream & Info
Ein sehr gutes Erklärvideo! Warum aber wohl der Titel in englischer Sprache ist? Das wissen wohl nur die Leute vom DAI. Im Video wird jedenfalls Deutsch gesprochen.


 Der Deutsche Pionier an der Westfront 1915-1916 | Spieldauer 11 Minuten | PLW History/Youtube | Stream & Info



Montag, 23. Januar 2023

⚔️ Die größte historische Waffensammlung der Welt: Bilder aus dem Landeszeughaus in Graz

Nicht zuletzt wegen der ständigen Türkenbedrohung wurde in Graz zwischen 1642 und 1647 unter Federführung der Landstände das "landschaftliche Zeughaus" errichtet. Darin lagerte man auf vier Stockwerken unzählige Waffen ein, um diese im Ernstfall rasch an die Bevölkerung bzw. an frisch ausgehobene Truppen ausgeben zu können. Wie es im Begleitheft des Landeszeughauses heißt, handelte es sich um die wichtigste Ausrüstungszentrale im Südosten des Habsburgerreichs.

Im 19. Jahrhundert wurde das Waffendepot in ein Museum umgewandelt, nachdem seine militärische Bedeutung längst verlorengegangen war. Heute stellt es mit rund 32.000 Objekten die umfangreichste historische Waffensammlung der Welt dar und ist Teil des staatlichen Universalmuseums "Joanneum" (das auf seinen Social-Media-Seiten die deutsche Rechtschreibung mit Füßen tritt). Der zeitliche Schwerpunkt der Waffen liegt im 16. und im 17. Jahrhundert. Für jene, die dieser Abschnitt der Geschichte in militärischer Hinsicht ernsthaft interessiert ist ein Besuch des Grazer Zeughauses fast ein Muss. Besonders weil es sich bei den Objekten überwiegend um keine überkandidelten Prunkstücke aus einer Hofrüstkammer handelt, mit denen irgendwelche Würdenträger bei Paraden herumstolziert sind; vielmehr hat man es fast ausschließlich mit Waffen und Rüstungen zu tun, wie Sie damals ganz normale Soldaten im Kampf verwendet haben; abzulesen an entsprechenden Scharten und Dellen.

Die folgenden Fotos sind vor einigen Wochen bei einem Besuch des Zeughauses entstanden. Sie geben einen kleinen Einblick in die schier unübersichtliche Vielzahl an 'Exponaten'. Man fühlt sich dort freilich kaum wie in einem Museum; eher hat man den Eindruck, als ob in den Räumlichkeiten, mit ihren alten dunklen Holzböden, die Zeit vor Jahrhunderten stehengeblieben wäre. 
Natürlich ist es verboten, die überwiegend nicht hinter Vitrinen weggesperrten Objekte zu begrabschen; vom Einpacken und Mitnehmen ganz zu schweigen. Neben der obligatorischen Videoüberwachung sitzt daher auf jedem der vier Stockwerke des historischen Gebäudes ein Aufpasser (m/w), der freilich aufgrund des recht überschaubaren Besucherverkehrs eine vergleichsweise ruhige Kugel schieben kann. Trotzdem wird - wie ich selbst festgestellt habe - einem schon mal auffällig unauffällig hinterhergegangen, wenn man um eine nicht einsehbaren Ecke des Raums gebogen ist 😄

⚠ Hinweis zu den Bildern: Keine Rechte vorbehalten, doch um die Nennung der Quelle wird gebeten: https://HILTIBOLD.Blogspot.com



Auf dem Helm müsste mal wieder staubgewischt werden ...
C3PO aus Star Wars lässt grüßen 😁. Jetzt ist völlig klar, wovon Schorsch Lucas sich hat inspirieren lassen!


Der Schild bot offenbar einen ziemlich guten Schutz gegen Handfeuerwaffen. Es wird sich wohl um ein Exemplar handeln wie man es auf dieser Zeichnung aus dem späten 16. Jahrhundert links unten sieht. Übrigens, im Fall einer einzelnen Delle im Schild oder einem Harnisch hat man es oftmals nicht mit Feindeinwirkung, sondern mit einem Beschusstest (Qualitätsprüfung) zu tun. Siehe die aufgereihten Schilde im vorhergehenden Bild.







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Donnerstag, 19. Januar 2023

🎧 Hörbares: Burgenromantik -- Verbotene Bücher in bayerischen Klosterbibliotheken -- Spätmittelalterliche Totentänze -- Kleine bayerische Dialektgeographie -- usw.


 Burgenromantik - Erkenntnisse der Mittelalterforschung und heutige Ritterspektakel | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Eyngeritten zum Gefecht - Ritterbünde in Bayern | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 König Ludwig I. und der Ruhmestempel der Deutschen: Der Kampf um die letzten freien Plätze in der Walhalla | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info

 "Lesen streng verboten" - Indizierte Bücher in bayerischen Klosterbibliotheken | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Forschungsgruppe Klostermedizin: Altes Kräuterwissen neu entdeckt für die Medizin | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Denkmalschutz als Bürgeraufgabe | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Kulturgut in Gefahr: Denkmalpflege im Wandel der Zeit | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Spätmittelalterliche Totentänze in Bayern - "Der Köcher ist noch voll, der Pfeile mangelt's nicht" | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Kleine bayerische Dialektgeographie - Magazin zum Tag der Muttersprache | Spieldauer 53 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download


Diesmal eine volle Ladung Bayern in der Rubrik "Hörbares"! 😄


Mittwoch, 18. Januar 2023

📽️ Videos: Geheimnisvolle Masken -- Historische Karten bei Google Earth -- Archäologen im Kälteeinsatz -- Der Krimi um die Himmelsscheibe -- Eine große Flut in der Sahara? -- usw.


 Die Schamanin von Bad Dürrenberg: Geheimnisvolle Masken | Spieldauer 25 Minuten | Youtube/Landesmuseum für Vorgeschichte | Stream & Info



 Martin Luther: Kindheit im Mansfelder Land | Spieldauer 9 Minuten | Youtube/Landesmuseum für Vorgeschichte | Stream & Info 



 Historische Karten: Google Earth begeistert mit versteckter Funktion | Spieldauer 1 Minuten | MSN | Stream & Info
Der Infomüllverteiler MSN bringt gelegentlich auch Nützliches...

 Ritterlicher Sport auf dem Mittelaltermarkt in Karlsruhe-Durlach | Spieldauer 2 Minuten | 2 | Stream & Info

 Archäologen im Kälteeinsatz | Spieldauer 4 Minuten | MDR | Stream & Info

 Der Krimi um die Himmelsscheibe von Nebra | Spieldauer 25 Minuten | MDR | Stream & Info 
Mit Geoblocking versehen, deutsche IP nötig. Penner.

 Sahara Proves a great flood actually happened | Spieldauer 7 Minuten | Youtube/Bright Inside | Stream & Info
Die Fortsetzung zum Video über das Auge der Sahara. Hier geht es nun konkret um eine mutmaßliche Flutkatastrophe biblischen Ausmaßes, die erst vor einigen Tausend Jahren durch die Sahara gefegt sein soll. Die Argumente für die Theorie hören sich meiner Meinung nach überwiegend plausibel an.


Montag, 16. Januar 2023

📖 Buch: Die Kriegskunst der Assyrer: Von Sargon II. bis Assurbanipal

Im 9. Jahrhundert vor Christus entstand das Neuassyrische Großreich, dessen Kerngebiet überwiegend dort lag, wo heute der Irak zu finden ist. Zeitweise dehnten es seine kriegerischen Herrscher, die eine immens schlagkräftige Armee aufgebaut hatten, sogar bis nach Ägypten aus. Und selbst die Insel Zypern blieb nicht von Attacken verschont, wie eine dort entdeckte assyrische Inschrift auf der sogenannten "Kiton-Stele" bezeugt. Mitunter sollen die von den Assyrern geführten Schlachten dermaßen katastrophal für ihre Feinde geendet haben, dass deren unzählige Leichen das Wasser von ganzen Flüssen für mehrere Tage aufstaute...

Im vorliegenden Buch von Roland Sennewald (Text) und Stefano Borin (Zeichnungen) wird schwerpunktmäßig das assyrische Heerwesen im Zeitraum von ca. 722 bis 627 vor Christus erörtert; diese rund 100 Jahren waren gefüllt mit unzähligen kriegerischen Konflikten und haben dementsprechend einiges an archäologischem Anschauungsmaterial im gut konservierenden Wüstensand hinterlassen - etwa  in Form von Waffen oder Reliefs mit darauf abgebildeten Kriegern. Die entsprechenden Funde wurden in Form von vielen oft großformatigen Fotos und farbenfrohen Rekonstruktionszeichnungen auf rund 148 Seiten dargestellt; wobei die Zeichnungen mit sehr ausführlichen erklärenden Texten versehen worden sind. Es wird dabei manch Leser überraschen wie knallig bunt die Assyrer gekleidet sein konnten. Selbst das Leder der Schuhe war davon nicht ausgenommen.
Natürlich ist bei solchen grafischen Rekonstruktionen einiges Interpretationssache; siehe das nachfolgende Beispiel. Die elaborierten Vollbärte der beiden Krieger - besonders der des linken - entsprechen sehr dem, was man von zeitgenössischen Reliefs her kennt. Doch wurde darin wirklich die exakte Realität wiedergegeben? Mir scheint es eher stark stilisiert zu sein. Hat es überhaupt schon jemand geschafft, so einen kompliziert geflochtenen Bart mit den damaligen Mitteln zu reproduzieren? 

Kleinste Kampfgemeinschaft bei den Assyrern, bestehend aus einem Bogenschützen, der von einem Lanzenträger mit großem Schild gedeckt wird. Wer sich bei dem Schild bzw. seinem Verwendungszweck stark an eine spätmittelalterliche Pavese erinnert fühlt, liegt sicher richtig. | (C) Zeughaus Verlag, 2022

In einer knapp 40seitigen Einleitung erhält der Leser vor allem einen Überblick hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit: Wer waren die Herrscher? Was waren die Zentren des Reichs? Wer waren die Nachbarvölker, mit denen sich die Assyrer ständig zofften? Welche Feldzüge wurden deshalb geführt? Aber auch die zivilen Leistungen der assyrischen Herrscher finden kurz Erwähnung, so z.B. die Errichtung des ältesten bekannten Aquädukts der Welt um 700 v. Chr. (die Römer, welche wir heute mit dieser Art Bauwerk exklusiv in Verbindung bringen, waren erst viel später dazu in der Lage - siehe hier und hier).

Im gut strukturierten Hauptteil widmet sich der Autor dann den Details, die das assyrische Militär kennzeichneten, welches ursprünglich eine Bauernarmee war, im Zuge der zunehmenden Ausdehnung des Reichs aber überwiegend in ein stehendes Berufsheer umgewandelt wurde. Man legte auch Zeughäuser an und übernahm von Kriegsgegnern bewährte Bewaffnungen und Kampftechniken. Überhaupt sorgten gerade die fast ununterbrochenen Kriege, die den Assyrern oft von ihren Nachbarvölkern aufgezwungen wurden, dafür, dass eine besonders wehrfähige und soldatisch erprobte Gemeinschaft entstand. Man griff zusätzlich aber auch auf Hilfstruppen von Außen zurück; etwa Ionier (Griechen), Araber und Israeliten. Wer sich bei all dem schwer an das römische Militär erinnert fühlt, liegt damit kaum falsch. 
Neben dem Fußvolk und der klassischen Reiterei waren dazumal noch Streitwagenverbände von einiger Bedeutung. Auch Dromedare kamen zum Einsatz. Und wie bei den Fortbewegungsmitteln, so war man auch bei der Bewaffnung sehr breit aufgestellt. Verwendung fanden beispielsweise Schuppenpanzer, Pektorale, Lamellenpanzer, verschiedenste Schildformen, Streitkolben, Schwerter, Lanzen, Pfeil und Bogen, Steinschleudern, schwere Belagerungsmaschinen sowie Helme aus Bronze oder Eisen. Ja, sogar Hunde nahmen an Kämpfen teil, wie Reliefs belegen, auf denen sie zusammen mit ihren Führern dargestellt worden sind. Im Buch wird das alles sehr anschaulich in Wort und Bild beschrieben.

Assyrischer Raupenhelm aus Bronze, Vorder- und Seitenansicht. Ca 860 - 727 v. Chr. | (C) Zeughaus Verlag, 2022

Wo Licht ist, ist freilich auch Schatten. Konkret ist die auf den Seiten 24 und 25 abgebildete Landkarte eine ziemliche Katastrophe. Warum hat man für den Text keine besser kontrastierenden Farben verwendet oder ihn gleich zwecks optimaler Erkennbarkeit farblich unterlegt? Diesen Patzer kann ich nicht nachvollziehen. Mir wäre so etwas selbst für mein kleines Geschichtsblog peinlich (siehe den Vergleich unten). Es passt auch gar nicht zu diesem ansonsten so sorgfältig gestalteten Buch. Man muss freilich sagen, dass viele Verlage bei den in ihren Publikationen verwendeten Landkarten dergestalt versagen. 



Fazit: "Die Kriegskunst der Assyrer" ist höchst informativ, allgemein verständlich geschrieben, sehr übersichtlich strukturiert und enthält viele schöne Abbildungen. Die schludrig gemachte Landkarte ist der einzige Negativpunkt, der mir ins Auge gesprungen ist - es fällt unterm Strich jedoch nicht ins Gewicht (ich hoffe trotzdem, dass hier bei einer Neuauflage nachgebessert wird). Der Preis bewegt sich mit rund 35 Euro in Anbetracht des gebotenen Inhalts ebenfalls noch im grünen Bereich. Unterm Strich ist es ein sehr gutes Buch.

Hinweis: Am Ende des Buchs wird auf einen Folgeband hingewiesen - Titel: "Die Gegner der Assyrer zur Zeit der Sargoniden". Das Erscheinungsdatum wird mit Ende 2022/Anfang 2023 angegeben. Bisher konnte ich aber nichts dazu bei Amazon oder auf der Verlagswebsite finden. Es ist vorstellbar, dass sich das noch deutlich verzögern wird. Der Verlag ist nämlich bei solchen Ankündigungen - meiner langjährigen Erfahrung nach - häufig überoptimistisch.

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Weiterführende Informationen:



Freitag, 13. Januar 2023

🎧 Hörbares: Das Geheimnis der Mythen -- Neues von den Bajuwaren -- Experimental-Historiker Marcus Junkelmann -- Wie wertvoll ist das Unikat? -- usw.


 Das Geheimnis der Mythen - Metaphern von Ursprung und Wandel | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Warum Menschen erzählen - Geschichten und Sprachverwendung | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Neues von den Bajuwaren mit Irmtraud Heitmeier - 1000 Jahre bayerische Geschichte | Spieldauer 59 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 In die Vergangenheit eintauchen: Experimental-Historiker Marcus Junkelmann - 1000 Jahre bayerische Geschichte | Spieldauer 44 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Heiligen Drei Könige - Wahrheit, Legende oder Mythos? | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
Die Darsteller der heiligen drei Könige werden bei mir nicht mehr reingelassen, seit diese Rassisten von der Jungschar, die sich als Antirassisten ausgeben, den bei uns positiv konnotierten Mohr verbannt haben. Bloß weil auf der anderen Seite des Ozeans, also bei den Amis, vor Jahrzehnten sogenanntes "Blackfacing" en vogue gewesen ist. Wenn die merkbefreite Jungschar auf der Zeitgeist-Schleimspur kriechen möchte, dann kann sie das gerne machen, aber nicht vor meiner Haustür. Wobei natürlich die Kinder nichts dafür können; ausschließlich die Erwachsenen im Hintergrund tragen die Verantwortung für diesen konformistischen Kotau. PS: Wie nennt man eigentlich die erwachsene Begleitpersonen der kindlichen Heiligen Drei Könige? "Scharführer" ist ja in gewisser Weise schon vergeben. ^^

 Rembrandt von Rijn - Der Maler der „Nachtwache“ | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Original - Wie wertvoll ist das Unikat? | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
"Die Kopie eines Kunstwerks kostet nur den Bruchteil ihres Originals. Aber warum eigentlich? Oft können ja nicht einmal Expertinnen und Experten den Unterschied erkennen. Könnten wir nicht einfach Kopien ins Museum hängen, ohne teure Sicherheitsvorkehrungen und Klimaanlagen?" Nein, weil das de facto eine Form des Betrugs ist. Es ist schlicht unmöglich, dass die Kopie exakt dem Original entspricht. Außerdem geht von dem Original eine Magie aus, die die Kopie nicht besitzt (und auch wenn das nur Einbildung sein sollte, so mag ich dieses Gefühl doch sehr, da das Original in gewisser Weise eine geistige Verbindung zum Erschaffer herstellt). Museen, die mich mit Kopien abspeisen wollen, besuche ich daher nicht. Da kann ich mir die Exponate ja gleich in Form von Fotos auf dem Computerbildschirm ansehen.

Mittwoch, 11. Januar 2023

📽️ Videos: Joe Rogan und die irrwitzigen Fossilienfunde des John Reeves -- Bauanleitung für karolingischen Rundschild -- Eine Glockengussgrube -- usw.


 John Reeves Stumbled Upon a Goldmine of Ice Age Fossils | Spieldauer 14 Minuten | Youtube PowefulJRE | Stream & Info
Ein Goldsucher (und begnadeter Erzähler) findet auf seinem Claim in Alaska absurde Mengen an Fossilien. Mittlerweile hat er eine große Lagerhalle errichtet, um darin all die Mammutstoßzähne, und was er sonst noch so aus der Erde holt, unterzubringen. Und er berichtet wie staatlich besoldete Paläontologen und Archäologen - sowie vor allem dumme Gesetze - dafür sorgen, dass ganze Mammuts, inklusive Fell und Fleisch, der Wissenschaft verschwiegen werden (das bayerische Schatzregal lässt grüßen). Stattdessen wirft man das Mammutfleisch aus dem Permafrostboden schon mal auf den Griller... Dieses Gespräch sollte man sich unbedingt zur Gänze ansehen/anhören - hier auf Spotify ist es zu finden.


 Die frühmittelalterliche Glockengussgrube in Dülmen | Spieldauer 8 Minuten | LWL/Youtube | Stream & Info



 Der gewölbte, karolingische Rundschild - Eine Bauanleitung mit Quellen - Teil 2 | Spieldauer 12 Minuten | Tribur.de/Youtube | Stream & Info 
Teil 2 der sehr informativen Anleitung für den Bau eines karolingischen Rundschildes. 


 Buchdruck und Reformation: Bleilettern aus Wittenberg | Spieldauer 7 Minuten | Landesmuseum/Youtube | Stream & Info



 Lutherarchäologie in Eisleben, Mansfeld und Wittenberg | Spieldauer 13 Minuten | Landesmuseum/Youtube | Stream & Info



 Römischer Legionär in den Dakerkriegen (101 n. Chr.) | Spieldauer 10 Minuten | PL Review/Youtube | Stream & Info
Waren denn im ersten Dakerkrieg die Helmbügel bereits so sorgfältig und hübsch gefertigt? Ich habe in Erinnerung (bei Connolly wars, glaube ich), dass es zu diesem Zeitpunkt noch Provisorien gewesen sind, die man husch-pfusch im Feld angefertigt hat. Und die auch dementsprechend ausgesehen haben sollen.


 Vietnamkrieg: 1966 Black Panther Ranger | Spieldauer 4 Minuten | PLW Review/Youtube | Stream & Info



Montag, 9. Januar 2023

📚 Hiltibolds aktuelle Leseliste: Geheime Unterwelt (Neuauflage) -- Die Kriegskunst der Assyrer -- Sharpes Mörder -- Wind und Wetter



 Geheime Unterwelt | von Heinrich und Ingrid Kusch  | Authal Verlag  | 2022 | 240 Seiten | Preis: € 44 | Infos bei Amazon
Die lange erwartete Neuauflage vom im Herbst 2021 erschienen und rasch ausverkauften Buch "Geheime Unterwelt". Offenbar hat sich der ursprüngliche Verlag zum großen Ärger der Autoren quergelegt, sodass die sich einen anderen Verlag suchen musste. Zu den Hintergründen der Blockade demnächst mehr.

 Die Kriegskunst der Assyrer | von Roland Sennewald und Stefano Borin | Zeughaus Verlag | 2022 | 148 Seiten | Preis: € 36  | Infos bei Amazon
Von diesen sehr guten Büchern des Verlags Zeughaus habe ich ja schon etliche besprochen (Beispiel). Bisher ging es in den von mir ausgewählten Bänden thematisch aber immer um Römer, Germanen und das Frühmittelalter. Da mich diese Völkerschaften bzw. Epochen in militärischer Hinsicht langsam aber sicher zu langweilen beginnen, habe ich erfreut zur Kenntnis genommen, dass erst kürzlich die vorliegende, reichlich illustrierte Publikation über das Heerwesen der Assyrer im 8. und 7. Jahrhundert. erschienen ist. Das ist nun wirklich einmal etwas ganz anderes! Und was ich bisher, beim ersten Überfliegen, gesehen und gelesen habe, wirkt überaus interessant und überzeugend. Das dürfte ein ausgezeichnetes Buch sein!

 Sharpes Mörder | von Bernard Cornwell | Bastei Lübbe Verlag | 2022 | 400 Seiten | Preis: € 17 | Infos bei Amazon
Nach rund eineinhalb Jahrzehnten hat Bernard Cornwell eine neuen Roman seiner Sharpe-Reihe veröffentlicht. Der Titelheld, mittlerweile Lieutenant Colonel in der britischen Armee, soll eine Gruppe von rachsüchtigen Napoleon-Anhängern ausschalten, die hohe Würdenträger ermorden wollen; darunter Lord Wellington und den von den Siegermächten quasi frisch installierten französischen König, Ludwig XVIII. Mich hat die Handlung, die direkt nach der Schlacht von Waterloo einsetzt, gut und kurzweilig unterhalten. Besser sogar als manch einer der älteren Sharpe-Romane.

 Wind und Wetter | von Theophrast | Verlag De Gruyter | 2022 | 240 Seiten | Preis: € 41 | Infos bei Amazon
Da ich bisher noch keine Zeile dieses aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammenden Buchs gelesen habe, zitiere ich hier einfach mal den Klappentext: Die Schrift über die Winde behandelt die Winde, ihre Ursachen und ihre Wirkungen auf Natur und Mensch, die Schrift über Wetterzeichen diskutiert die Möglichkeiten der Wettervorhersage anhand von Signalen, die sich in der Natur und bei Tieren beobachten lassen. Gegenstand der Überlegungen sind aber auch die Wirkungen des Klimas auf den Menschen – und des Menschen auf das Klima. Anmerkung: Für 240 kleinformatige Seiten verlangt man 41 Euro. Das ist keine Nächstenliebe mehr ...

Ausführliche Rezensionen der obigen Bücher folgen hier in den kommenden Wochen.

PS: Ich weiß, dass die Weihnachtsdeko bzw. das Lametta nicht mehr passt, aber das Bild ist bereits Mitte Dezember entstanden, als bei uns alles noch entsprechend geschmückt war 😄


Freitag, 6. Januar 2023

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 4.22: Burgen der Bronzezeit ... und das hirnlose bayerische Schatzregal

In der aktuellen Ausgabe der Heftreihe "Bayerische Archäologie" liegt der Themenschwerpunkt auf Burgen der Bronzezeit. Ein, aus meiner Sicht, überaus  interessantes Forschungsfeld. Vieles von dem, was wir oft als typisch eisenzeitlich/keltisch betrachten, entwickelte sich nämlich bereits damals. Aber auch Parallelen zu Festungen im Mittelmeerraum zur Zeit des mythischen Trojanischen Kriegs sind feststellbar (siehe etwa Mykene).
Neben diesem Schwerpunkt werden im vorliegenden Heft noch andere Themen wie der Fund eines frühmittelalterlichen Klappstuhls sowie das neue bayerische Schatzregal behandelt.
Nachfolgend fasse ich einige dieser Texte zusammen und gebe punktuell meinen Senf dazu ab.


Die erstaunliche Festungsanlage auf dem Stätteberg

Auf den Stätteberg bei Oberhausen befinden sich die Überreste einer großflächigen bronzezeitlichen Festungsanlage; der drittgrößten bisher entdeckten vorgeschichtlichen Festungsanlage auf bayerischem Boden. Zu ihrer Blütezeit im 14. Jahrhundert vor Christus betrug ihre Fläche rund 90 Hektar. Die Anlage besaß an ihrem westlichen Ende sogar eine 5,5 Hektar große  Oberburg ("Akropolis"), die von einer fast 1 Kilometer langen Pfostenschlitzmauer umgeben war. Diese bestand aus bis zu 1,50 x 1 Meter großen Kalksteinbrocken und massiven Holzbalken, die der Stabilisierung und dem Tragen einer hölzernen (möglicherweise überdachten) Plattform (Wehrgang) dienten (siehe das Cover-Bild oben). Die entdeckten Überreste der Mauer sind rund 3,30 Meter breit und teilweise noch bis auf eine Höhe von 1,80 Meter erhalten. Die Forscher sehen hier Parallelen zu ähnlichen Bauten im damaligen Mittelmeerrau - Stichwort "zyklopische" Mauern. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Errichtung niemals ohne ein ausgeklügeltes System aus Hebeln und Rampen hätte errichtet werden können; sogar Flaschenzüge, die eigentlich erst ab der Römerzeit belegt sein sollen (ich bin mir da nicht so sicher), werden als Möglichkeit in Betracht gezogen. Natürlich muss ich hier sofort an das Ratespielchen denken, das Ägyptologen hinsichtlich der Errichtung der großen ägyptischen Pyramiden schon seit langer, langer Zeit betreiben; ohne dabei je auf einen grünen Zweig gekommen zu sein. Der Materialaufwand für die Mauer, welche die Oberburg umfasste, ist auch nicht gerade klein gewesen. Berechnet wurden dafür anhand der archäologischen Grabungsergebnisse folgende Mengen: 2688 Kubikmeter Lehm, 2002 Kubikmeter größere Steine, 3489 Kubikmeter kleinere Steine, 744 Kubikmeter Holz (ca. 1130 Eichen). Und - wie gesagt - haben wir es hier nur mit der Mauer der Oberburg zu tun. Das benötigte Baumaterial für die wesentlich längere Umwallung der Unterburg ist hier nicht inkludiert. Zwar ist diese Konstruktion einfacher gehalten, aber der Aufwand war insgesamt auch hier immens. Zurecht gehen die Forscher deshalb davon aus, dass eine ausgeklügelte Organisation vonnöten war, um das Vorhaben zu realisieren. Die Möglichkeiten bronzezeitlicher Gesellschaften nördlich der Alpen sollte man daher nicht unterschätzen!

Große Mengen Brandlehm lassen den klaren Schluss zu, dass die Anlage auf dem Stätteberg schließlich durch ein gewaltiges Feuer vernichtet wurde. Mit anschließender Schleifung der Mauern. Insgesamt deutet dies stark auf Aktivitäten durch einen Feind hin. Der Zeitpunkt liegt irgendwann zwischen dem 13. und 12. Jahrhundert vor Christus, als interessanterweise auch rund ums Mittelmeer unzählige Festungen und Städte unter oft ungeklärten Umständen zerstört wurden. Zufall? 
Fakt ist jedenfalls, dass zwischen diesen Mittelmeerkulturen und den Herren der bronzezeitlichen Burgen im Alpenraum enge Handelskontakte bestanden. Hat hier eventuell der Zusammenbruch besagter Mittelmeerkulturen auch einige von deren Handelspartnern im Norden irgendwie mit in den Abgrund gerissen? Zuerst wirtschaftlich und in weiterer Folge auch militärisch?
Einige Forscher glauben aufgrund archäologischer Befunde jedenfalls, dass es Anhänger der aufkommenden Urnenfelderkultur gewesen sein könnten, welche die (vielleicht militärisch geschwächten) Bewohner des Stättebergs aus religiösen Gründen angriffen und ihre Siedlung komplett vernichteten. Das dürfte all jene überraschen, die eine solche Handlungsweis gerne exklusiv den Anhängern der wesentlich später entstandenen monotheistischen Religionen ankreiden.


Ein 1400 Jahre alter Klappstuhl als Herrschaftssymbol?

Im Mittelfränkischen Endsee haben Archäologen einen eisernen Klappstuhl/Faltstuhl aus der Zeit um 600 n. Chr. entdeckt. Ein sehr seltener Fund. 
Heutzutage steht ein Klappstuhl normalerweise ja nicht gerade für einen gehobene Lebensstil. Vielmehr findet er vor allem als Camping- oder Gartenmöbel Verwendung. Im Frühmittelalter soll das jedoch anders gewesen sein, glaubt man den Archäologen und ihrer Deutungsweise. Dazumal waren aus Metall gefertigte Klappstühle ein Zeichen für Macht und ein Amt, heißt es. Dabei beruft man sich auf auf den Kurulischen Stuhl, ein Attribut, das hohe römische Magistrate kennzeichnete (anders als im Heft geschrieben, gab es Klappstühle, wie etwa Vasenmalereien bezeugen, allerdings auch schon bei den Alten Griechen und Etruskern; von letzteren dürften die Römer abgekupfert haben). Diese römischen Klappstühle bzw. ihr Verwendungszweck sollen Vorlage für die frühmittelalterlichen Exemplare gewesen sein. 

Vielleicht ist das so. Dagegen spricht meiner Meinung nach aber, dass sich die wenigen bisher in Europa ausgegrabenen Exemplare überwiegend in Frauengräbern  befanden. Da man nun freilich aufgrund sämtlicher anderer Forschungserkenntnisse nicht davon ausgehen kann, dass die damalige Gesellschaft matriarchale Züge trug, muss man sich von der Vorstellung, diese Frauen seien Amtsträger gewesen, wohl rasch wieder verabschieden (auch wenn das Feministische Archäolog*innen wurmen dürfte). Ein Zeichen für Wohlstand und häusliche Autorität können die Stühle aber allemal gewesen sein. Und selbst wenn sie auch besonders gerne von (männlichen) Autoritätspersonen im Kontext eines Amtes (z.B. Richter) verwendet worden sind, so ist es sehr gut möglich, dass sie später als Erbstücke in den Frauengräbern landeten. Man kennt das auch von anderen Gegenständen. Zu viel sollte man beim derzeitigen Kenntnisstand jedenfalls nicht hineininterpretieren. 


Do legst di nieda: Politiker drücken Bayern ein Schatzregal aufs Auge!

Beim sogenannten Schatzregal handelt es sich nicht um ein Möbelstück, in dem man seine Schätze verwahren kann. Vielmehr haben wir es hier mit dem altertümlichen Begriff für ein Vorrecht zu tun, das sich die Obrigkeit eines Staates in ihrer Machtvollkommenheit aneignet. Früher tat dies der König, heute sind es die Vertreter der Parteienkleptokratie, welche sich alle paar Jahre bei sogenannten "Wahlen" einen politischen Blankoscheck geben lassen und die leicht widerlegbare Behauptung aufstellen, sie würden grundsätzlich im Interesse der Bevölkerung handeln (als Ösi darf ich mir diese Kritik noch erlauben, in Deutschland müsste ich hingegen bei der aktuellen Gesetzeslage wohl schon mit Ermittlungen wegen "Delegitimierung des Staates und seiner Institutionen" rechnen...). 

Nun soll also Bayern - laut einem Gesetzesentwurf - als letztes deutsches Bundesland ein Schatzregal erhalten. Treibende Kraft dahinter war die SPD (was kaum ein Zufall ist, denn erfahrungsgemäß sind sehr viele Archäologen in dieser politischen Ecke mit tendenziell paternalistischem Staatsverständnis zu verorten; das hat erstens damit zu tun, dass die berufliche Existenz der meisten Ausgräber sehr stark von staatlichem Handeln abhängig ist, und zweitens führt auch ihr relativ langer Aufenthalt im weltanschaulich gleichgebürsteten Bildungssystem zu einer einschlägigen Indoktrinierung). Wiederum die regierende CSU ist nun, nachdem sie lange Zeit entsprechende Eingriffe ins Eigentumsrecht kategorisch abgelehnt hat, eingeknickt. 
Die Vertreter der staatsnahen und staatlichen Archäologie - sowie deren Groupies - vergießen darob regelrechte Ströme an Freudentränen. Lange Zeit hat man schließlich entsprechend bei Parteipolitikern antichambriert und lobbyiert. Die Bevölkerung, die es direkt betrifft, wurde hingegen weitestgehend im Dunklen gelassen und nicht einmal über eine ausführliche öffentliche Diskussion in den Entscheidungsfindungsprozess eingebunden. Wohl wissend natürlich, dass ein auf Enteignung abzielendes Gesetzespaket bei vielen Menschen weniger gut ankommen wird. Genau darum geht es hier aber: Finder von archäologischen Objekten - und das sind wahrlich nicht nur die gerne vorgeschobenen Sondengänger/"Raubgräber" - sollen in gewisser Weise vollautomatisch enteignet werden; bisher war es so, dass den Fund bzw. den daraus generierten finanzielle Ertrag Finder und Grundstückseigentümer zu gleichen Teilen erhielten. Zwar verspricht man im neuen Gesetz - orientiert am sogenannten "Verkehrswert" - den besagten Findern und Grundstückseigentümern  einen finanziellen "Ausgleich", aber ob das wirklich ein voller ist oder bloß ein gönnerhaft erteiltes Bettel wie in anderen Bundesländern, geht für mich aus dem veröffentlichten Gesetzestext nicht klar hervor. Ohnehin wird eine allfällige Entschädigung nur dann schlagend, wenn der Fund einen Wert von 1000 Euro übersteigt. Da dies jedoch - der allgemeinen Erfahrung nach - nur selten der Fall ist, darf man hier getrost von vorsätzlicher Täuschung der unbedarften Bürger sprechen. Will nämlich heißen, die enteigneten Finder und Grundstückseigentümer werden sehr oft leer ausgehen. Außerdem zeigt der Skandal rund um den römischen Bronze-Pferdekopf von Waldgirmes, dass den vom Staat bestellten Gutachtern in Deutschland ohnehin nicht über den Weg zu trauen ist (lächerliche 48.000 Euro wollte das Land Hessen ursprünglich dem Grundstückseigentümer bezahlen, 821.000 (!!!) musste es dann nach einem rund 10jährigen Rechtsstreit überweisen - was freilich immer noch deutlich unter dem eigentlichen Wert liegen dürfte, den der gegnerische Gutachter mit über eineinhalb Millionen Euro bezifferte). Getrost kann man daher mutmaßen, dass auch in Bayern die ganz wenigen Finder von mehr oder weniger wertvollen Objekten nach Strich und Faden übervorteilt werden. Dagegen juristisch durch alle möglichen Instanzen vorzugehen, werden sich viele Betroffene schlicht nicht leisten können; und genau damit rechnen natürlich die für das Schatzregal verantwortlichen Politiker und ihre archäologischen Souffleusen. Hinzu kommt, dass Finder und Grundstückseigentümer für die Restaurierungskosten aufkommen sollen, was an Dreistigkeit schwerlich zu überbieten ist. Schließlich ist es der Staat, der später die Funde oft genug über seine Museen in Form von Ausstellungen und Bildrechten monetarisiert. Auch steht zu Bezweifeln, dass Finder/Grundstückseigentümer ein Mitspracherecht bei Art und Umfang der Restauration haben; oder hinsichtlich der Frage, wer die Arbeiten durchführt. Das heißt, es besteht keine Möglichkeit, auf die Kosten Einfluss zu nehmen. Man muss schlicht jede Rechnung bezahlen, die einem der Staat hinknallt.
 
Dreimal dürfen nun jene, die ihres logischen Denkvermögens noch nicht völlig verlustig gingen, raten, ob das Damoklesschwert des Schatzregals und der Enteignung dazu führen wird, dass archäologische Funde häufiger oder weniger häufig gemeldet werden ... 🙄. Vergleichende Untersuchungen, wie sie etwa der Archäologie-Professor Reimund Karl publiziert hat, lassen jedenfalls sehr stark letztere Entwicklung befürchten. Und illegale Aktivitäten mit Metallsonden wird man damit auch nicht verhindern können - wie andere Bundesländer bestens belegen.

Die Erfinder dieses Schatzregals sind offensichtlich bornierte Etatisten, die glauben, in der Bodendenkmalpflege wäre grober Undank ein geeignetes Mittel zur Herrschaftsausübung. Der wissenschaftliche Schaden, der hier im Laufe der Jahre durch abnehmende Fundmeldungen bzw. steigende Fundunterschlagungen akkumuliert werden wird, kann meiner Meinung nach gar nicht groß genug eingeschätzt werden. 
Da passt es übrigens gut ins Bild, dass derselben unheiligen Allianz aus merkbefreiten Pseudo-Denkmalschützern und strohdummen Parteipolitikern in einem weiteren Artikel des vorliegenden Hefts glaubhaft attestiert wird, zum x-ten Mal für die Zerstörung wertvoller historischer Bausubstanz maßgeblich mitverantwortlich zu sein. In Kronach lässt man nämlich das letzte Flößerhaus - welches ca. 1820 errichtet wurde - vor aller Augen vergammeln. Engagierten Bürgern, die es retten wollten, warf man Knüppel zwischen die Beine. Was für unerträgliche Wappler hier z.T. im Hintergrund aktiv waren, sprengt das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen. Beizeiten möge bitte das Karma ein paar kräftige Arschtritte verteilen!

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Weiterführende Informationen:


Samstag, 24. Dezember 2022

🎄 Die Gewinner der Buchverlosung 🎁

Die vier Gewinner der Buchverlosung wurden heute von mir ermittelt und werden wegen der benötigten Lieferadresse demnächst angeschrieben. Nach den Feiertagen gehen dann die vier Bücher auf die Reise zu ihren Besitzern.

Ich nutze die Gelegenheit und wünsche an dieser Stelle allen Bloglesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

In ca zwei Wochen geht es hier dann mit dem Blog weiter. Für Jänner oder Februar ist übrigens auch schon ein interessantes Interview mit einem Höhlenforscher in Arbeit. Der eine oder andere Leser wird vielleicht erraten, um wen es sich dabei handelt 😉


Freitag, 23. Dezember 2022

So sympathisch wie Skynet: Der "hirnlose" Kundendienst von Amazon und meine abgelehnte Buchrezension


Teilweise sind die von mir hier im Blog besprochenen Bücher Rezensionsexemplare, die mir die Verlage zur Verfügung stellen; überwiegend auf Anfrage meinerseits, manchmal bekomme ich sie aber auch unverlangt zugeschickt.
Nun ist es so, dass ich die Rezensionen nicht nur im Blog veröffentliche, sondern auch bei Amazon. Was - zumindest wenn die Rezension positiv ausfällt - sicher sehr im Interesse der Verlage ist, da ich dort wesentlich mehr Menschen erreiche als hier. Ich fühle mich daher in gewisser Weise verpflichtet, Rezensionen immer auch zu Amazon hochzuladen.
Umso ärgerlicher ist es, wenn dann meine Texte vom us-amerikanischen Versand-Molloch schlicht abgelehnt werden; ich habe davon in der Vergangenheit bereits mehrfach berichtet (Beispiel). Einen Fall wie jüngst, als ich meine Rezension der Neuauflage von "Geheime Unterwelt" veröffentlichen wollte, hatte ich aber noch nie. Diese wurde abgelehnt, weil angeblich persönliche Informationen von mir enthalten waren. Davon abgesehen, dass ich nicht verstehe, warum das in den Augen der Bezos-Truppe ein Vergehen ist, traf der Vorwurf auch kaum zu. Lediglich wurde von mir darauf hingewiesen, dass ich bei Amazon die zur Rezension gehörenden Bilder nicht veröffentlichen kann und man diese auf meinem Blog findet, der so heißt wie mein Benutzername (also "Hiltibold"). Der Witz ist freilich, dass die Blogadresse sogar komplett in meinem Nutzerprofil bei Amazon genannt wird - dort stört sie aber offenbar nicht. Im Gegenteil, es ist sogar explizit vorgesehen, einen Link zum eigenen Webauftritt einzutragen!

Vielen Dank für die Übermittlung einer Kundenrezension auf Amazon. Nach einer sorgfältigen Prüfung kann Ihre Rezension in dieser Form nicht auf der Website veröffentlicht werden. Wir wissen Ihre Zeit und Ihr Feedback zu schätzen. Bei Rezensionen müssen jedoch die folgenden Richtlinien beachtet werden: 

Hier sind einige allgemeine Punkte, die beachtet werden sollten: 
Ihre Rezension sollte sich auf die spezifischen Eigenschaften des Produkts und Ihre Erfahrungen mit dem Produkt konzentrieren. Feedback zum Verkäufer oder über Ihre Liefererfahrung sollte bei https://www.amazon.de/hz/feedback hinterlassen werden.
Vulgäre oder obszöne Inhalte sind unzulässig. Dies gilt auch für nicht jugendfreie Produkte.
Anzeigen, Werbematerial oder übermäßig wiederholte Beiträge zum selben Thema gelten als Spam.
Bitte erwähnen Sie in Ihrer Rezension keine URLs, die nicht von Amazon stammen oder Inhalte, die Sie persönlich identifizieren.
Jeder Versuch, die Inhalte oder Funktionen der Community zu manipulieren, einschließlich Beiträgen mit falschen, irreführenden und unechten Inhalten, ist strengstens untersagt.

Das mit der sorgfältigen Überprüfung ist nach meinem Dafürhalten schon mal 'gelogen', weil diese automatisierte, von niemandem signierte E-Mail zeitlich viel zu rasch nach dem Einreichen der sehr umfangreichen Rezension versandt wurde. Den Text hat also mit ziemlicher Sicherheit nur eine AI gescannt, sonst haben die bei Amazon nichts gemacht. Eine strohdumme AI hat aber nicht nur bei den Rezensionen ihre Finger im Spiel, sondern - wie sich zu meinem Verdruss bald herausstellen sollte - auch an anderer Stelle!

Nachdem also die Rezension abgelehnt worden ist - eventuell wegen der besagten Stelle im Text (man sagte mir ja nichts Konkretes, was typisch für diese Ami-Firmen ist) - habe ich eine entsprechende Änderung vorgenommen. Doch noch immer wurde die Veröffentlichung blockiert. Diesmal wurde ich aber nicht einmal per automatischer E-Mail davon unterrichtet!
Daraufhin wandte ich mich - mittlerweile übellaunig geworden - an den Kundendienst von Amazon auf Twitter. Dort wurde ich zwar geduzt, was mir bei Firmenvertretern schlicht auf den Wecker geht, aber Brauchbares kam nichts heraus. Stattdessen hat man mich an den normalen Support verwiesen. Toll.


Mein Anruf beim Support wurde von einem hochgradig unfähigen, Ethnolekt brabbelnden Mitarbeiter entgegengenommen. Davon abgesehen, dass ich es für fragwürdig halte, wenn eine Firma ausgerechnet im telefonischen Kundendienst Personen einstellt, welche hörbar nicht deutscher Muttersprache sind, konnte der wenig eloquente Herr auch schlicht das Problem nicht vollständig erfassen. Mehr noch: Er hat den versprochenen Rückruf nicht - was logisch gewesen wäre - an die ihm bekannte Nummer geleitet, von der aus ich angerufen habe, sondern (wie ich später herausfand) an eine uralte, längst nicht mehr von mir benutzte Festnetznummer. Ich stand jetzt kurz davor auszurasten und wie Rumpelstilzchen - gehüllt in eine Wolke aus Schwefeldampf - im Erdboden zu versinken...

Guten Tag,

ich hätte gerne kurz mit Ihnen persönlich über Ihr Anliegen gesprochen. Leider konnte ich Sie unter der bei uns hinterlegten Telefonnummer nicht erreichen. Aus diesem Grund schreibe ich Ihnen eine E-Mail.

Ich habe versucht zwei mal mit Ihnen , zu kontaktieren wie wir besprochen haben . Aber Sie waren nicht erreichbar . Rufen Sie uns zurück, un Ihr Problem zu lösen .

Sie erreichen uns, indem Sie einfach auf diese E-Mail antworten. Wenn Sie uns per Telefon oder Chat kontaktieren möchten, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular unter http://www.amazon.de/kontakt oder in der Amazon App unter Menü -> Kundendienst.

Falls Sie auf irgendwelche Hindernisse oder Fragen stoßen sollten, helfen wir Ihnen selbstverständlich gerne weiter - am besten telefonisch.

Unser Kundenservice ist Montag bis Sonntag von 6:00 bis 24:00 Uhr erreichbar.

Und so erreichen Sie uns:

[...]

Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei. 

Freundliche Grüße

Amazon.de 

Man beachte oben die Orthographie und Interpunktion im zweiten Absatz. Das ist ganz offensichtlich der einzige Abschnitt in der E-Mail, den ein Mensch getippt hat. Alles andere besteht aus irgendwelchen Allgemeinplätzen, die per 'copy & paste' eingefügt wurden. Ich schrieb nun folgendes:

Guten Tag, 

ich habe mein Telefon ständig eingeschalten gehabt und bin direkt daneben gesessen. Dass ich nicht erreichbar gewesen sein soll, ist daher für mich nicht nachvollziehbar. 

Auf Twitter haben mir Ihre Kollegen erklärt, ich möge mich an den telefonischen Kundenservice wenden, damit die für die Rezensionen zuständige Abteilung einen Blick darauf wirft, warum KONKRET (!) meine Rezension des folgenden Buchs nicht freigeschalten wird – trotz zweimaliger Versuche meinerseits: 

https://www.amazon.de/gp/product/3950421181/ref=ox_sc_act_title_1?smid=A3JWKAKR8XB7XF&psc=1 

Nach meinem Dafürhalten ist im Rezensionstext nichts enthalten, was gegen die Richtlinien verstößt. 
Sollten Sie jedoch nach einer manuellen Inspektion anderer Meinung sein, dann nennen Sie mir bitte die konkrete Stelle, damit ich sie entsprechend abändern und die Rezension erneut einreichen kann. 

Ich hoffe, Sie können mir zeitnah weiterhelfen. 

Meine Hoffnung war allerdings vergebens, denn kurz darauf erhielt ich diesen Müll als Antwort:

Guten Tag,

wir ermutigen Kundenbeiträge auf Amazon.de, sowohl positiv als auch negativ.

Ihr Beitrag entspricht allerdings nicht unseren Rezensionsrichtlinien, da er Persoenliche Information Inhalte enthält.
Aus diesem Grund wurde Ihre Rezension von der Webseite entfernt.
Sollten Sie weiterhin gegen die Rezensionsrichtlinien verstossen, behalten wir uns das Recht vor, gemäß unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen, ihr Kundenprofil für weitere Beiträge zu sperren.

Ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Rezension erneut zu verfassen. Ihre Rezension sollte sich auf die spezifischen Eigenschaften des Produktes konzentrieren.
Anbei nochmals der ursprünglich von Ihnen verwendete Text als Vorlage:

[...]

Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei. 

Freundliche Grüße 
Max Mueller 

Ich konnte mich jetzt kaum noch beherrschen. Fast hätte ich meine Computermaus in der Hand zermalmt wie Raimund Harmstorf es mit der Kartoffel in der Serie "Der Seewolf" gemacht hat. Allerdings schwante mir mittlerweile, dass ich es hier eventuell schon wieder mit einer AI zu tun haben könnte. Nach einem Schwall an unflätigen Schimpfworten in Richtung meines Computerbildschirms, antwortete ich folgendermaßen:

Guten (?) Tag, 

Ihre E-Mail ist in meinen Augen schlicht eine Frechheit. 
Wurde sie von einem Menschen oder einer AI verfasst? Der Name „Max Mueller“ ist doch ein Pseudonym, oder? 

Ich habe Sie explizit gefragt, wo KONKRET (!!) im Rezensionstext ich gegen die Richtlinien verstoßen haben soll, aber Sie geben mir nun wieder keine Auskunft dazu, sondern schicken mir einen weiteren nichtssagenden Wischi-waschi-Schimmelbrief! 
Wo sind denn diese angeblichen „PERSÖLICHEN INFORMATIONEN“ von mir? Wie sehen Sie aus?!? Ich sehe sie nicht! Es gibt sie auch nicht!!! 
Ist es zu viel verlangt, dass Sie sich die Rezension durchlesen, bevor Sie mir so einen tatsachenwidrigen Unsinn schreiben? Glauben Sie lieber blind Ihrer Software? 
Selbst wenn ich so dumm wäre, die elendig lange Rezension noch einmal zu schreiben, so müsste ich vorher doch GANZ KONKRET DIE INKRIMINIERTE TEXTSTELLE KENNEN, UM DEN ANGEBLICHEN FEHLER NICHT VERSEHENTLICH ZU WIEDERHOLEN! Begreifen Sie das nicht? 

Aber dazu kommt nichts von Ihnen, obwohl man in der Vergangenheit bei einem ähnlichen Fall sehr wohl in der Lage war, mir die konkreten Textstellen zu nennen. Warum geht das nicht auch hier?! 
Stattdessen schicken Sie mir die wüste Drohung, mein Profil zuzudrehen. Ja geht’s noch? 

Ich möchte lediglich, dass Sie mir kompetent (!) und konkret (!) Auskunft geben. Oder, noch besser, die völlig regelkonforme Rezension nach einer BEGUTACHTUNG DURCH EINEN ECHTEN MENSCHEN freischalten. Anderenfalls werde ich diese hanebüchene Geschichte öffentlich auf Ihrem Twitter-Kanal erörtern. 

Ich bin auch bereits mit dem Buchautor in Kontakt, der den Verdacht geäußert hat, dass Amazon absichtlich und unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, meine Rezension zu verhindern. 
Da kommt PR-mäßig eventuell auch noch etwas auf Sie zu, wenn Sie mich hier weiterhin mit vorgestanzten Textbausteinen abspeisen und gegen die Wand laufen lassen wollen. 

Mit verärgerten Grüßen

Die sprunghafte Zunahme an Großbuchstaben und Ausrufezeichen lässt hier meinen Gemütszustand erahnen. Der AI von Amazon war das freilich wurscht. Die blieb stur bei ihrer Linie und antwortete wieder nur mit dem gleichen Schrott. Mein eigentliches Anliegen wurde dabei wie gehabt komplett ignoriert.

Guten Tag,

wir ermutigen Kundenbeiträge auf Amazon.de, sowohl positiv als auch negativ.

Ihr Beitrag entspricht allerdings nicht unseren Rezensionsrichtlinien.
Genauer gesagt, Ihr Beitrag enthält Angaben: Personal Information.

Unsere Rezensionsrichtlinien finden Sie hier:
https://www.amazon.de/review-guidelines

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und danke Ihnen für Ihr Verständnis. 

[...] 

Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei. 

Freundliche Grüße
Max Muenstermann

Amazon.de 

"Max Muenstermann" - das hört sich gewiss nicht zufällig wie der legendäre "Max Mustermann" an! Jetzt war mir allerdings endgültig klar, dass ich hier von vorne bis hinten mittels AI für dumm verkauft werde. Einen letzten Versuch unternehmend, schrieb ich in geradezu cäsarischer Kürze zurück:

Ich wiederhole mich nicht nochmals.

Nur so viel: Schaffen Sie endlich einen echten Kundendienstmitarbeiter heran. 

Und siehe da, plötzlich bewegte man sich.

Guten Tag,

bitte entschuldigen Sie, dass Ihre Rezension entfernt wurde, obwohl sie nicht gegen unsere Richtlinien verstöß.

Ihre Rezension haben wir nun online gestellt:


http://www.amazon.de/review/R25VSC8SFC0JS2


Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und hoffen, wir konnten weiterhelfen. 

[...]

Unser Ziel: das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ihr Feedback hilft uns dabei. 

Freundliche Grüße
Michael Meier

Amazon.de 

Die Unterschrift mit einem deutschen Allerweltsnamen ist natürlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder ein Fake, obwohl es sich dahinter jetzt um einen richtigen Menschen handeln dürfte, der mir geantwortet hat. Aus irgend einem absurden Grund verbirgt diese Firma die Namen ihrer Mitarbeiter. Meiner Meinung nach ist das kein vertrauenseinflößendes Gebaren.

Ich vermute nun folgendes hinter der ganzen Angelegenheit: Amazon versucht nicht nur beim Kontrollieren der Rezensionen, sondern auch im schriftlichen First-Level-Support - also bei der ersten Anlaufstelle für Kunden - Menschen aus Kostengründen teilweise durch eine "hirnlose" AI zu ersetzen. Das funktioniert offenbar nicht immer, wie mein Fall bestens belegt. Wobei mich die Anzahl ähnlicher Fälle schon interessieren würde. Etliche Nutzer werden sich den Spießrutenlauf, den ich hier dokumentiert habe, sicher nicht antun und einfach aufgeben. Wie viele Rezensionen gehen dabei wohl für Amazon verloren? 
Nachdem ich nun aber nicht aufgeben wollte, hat die AI irgendwann bemerkt, dass sie mein Problem nicht lösen kann (dafür ist möglicherweise ein Schwellenwert definiert worden). Daher wurde ich an einen echten Kundendienst-Mitarbeiter weitergeleitet, der die Sachlage nach manueller Kontrolle richtig erkannt und daraufhin die Rezension sofort freigeschalten hat.

Was für ein Ärgernis, und das wegen einer vergleichsweisen Kleinigkeit! Hier fühlt man sich unweigerlich an eine Szene aus "Asterix erobert Rom" erinnert....