Samstag, 17. Januar 2026

🎧 Hörbares: Deutschland verliert Grabungsexperten (Heuchelei-Alarm!) -- Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten -- Verräterische Pfeilspitzen -- Schiffswracks auf dem Meeresgrund -- usw.


 Deutschland verliert Grabungsexperten | Spieldauer 6 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
Soso,"GrabungstechnikerINNEN" gib es also demnächst ein paar weniger in Deutschland. Total tragisch! Doch wenn hier ein Mangel an archäologischem Personal behauptet wird, dann ist das eine Halbwahrheit und somit Blödsinn. Warum? Ganz einfach: Es werden in Deutschland mehr als genügend Archäologen ausgebildet; und auch Archäologen beherrschen, das sollte man doch meinen, das wissenschaftlich korrekte Ausgraben und das Dokumentieren. Tja, das Problem dabei ist aber ein ganz anderes - und davon erzählt dieser Typ im muffigen Talar aufgrund ideologischer Vernageltheit natürlich nichts: Die Mehrheit der Archäologiestudenten sind mittlerweile Frauen. Und - im Gegensatz zu Männern - ist Frauen  tendenziell die sogenannte "Work-Life-Balance" wichtiger; das ist allgemein bekannt und empirisch durch unzählige Untersuchungen belegt. Entsprechend weniger wollen Frauen (im Durchschnitt) der archäologischen Knochenarbeit (Achtung, doppelter Wortsinn!) als Vollzeitjob über viele Jahre hinweg nachgehen. Und ich sauge mir diese Erkenntnisse nicht aus den Fingern, sondern das haben mir männliche und weibliche (!) Archäologen im Laufe der Jahre aus ihrem beruflichen Alltag mehrmals verärgert berichtet. Da heißt es dann auch explizit, dass besonders die weiblichen Archäologen heutzutage oft körperlich zu wenig belastbar sind und diese jungen Frauen in Wirklichkeit die archäologische Feldarbeit als vorübergehendes notwendiges Übel sehen, um irgendwann einen Bürojob im Museum zu bekommen. Niemanden sollte diese Attitüde im Übrigen überraschen. Man hat ja auch noch nie davon gehört, dass Feministinnen Quoten für Jobs fordern, in denen manuell hart gearbeitet wird. Nein, es geht immer nur darum, sich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. In der Archäologie ist das nicht anders (wobei natürlich auch unter den männlichen Archäologen genügend solche anzutreffen sind, die lieber eine ruhige Kugel in einem Museumsmagazin schieben wollen, anstatt ihre Hände mit Schmutz zu besudeln - das verschärft den punktuellen "Fachkräftemangel" zusätzlich).
Eines noch: Es ist schon köstlich, wie sich der gendernde Hochschul-Heini in diesem Interview zu winden beginnt, als der Moderator insistiert, die Hauptverantwortlichen (=Politiker, Uni-Leitung) für das Liquidieren der Grabungstechniker-Studienplätze in Berlin zu kritisieren. Aber genau solche Individuen wie dieser Herr, die anscheinend einen Gartenschlauch als Rückgrat haben, sind es dann üblicherweise, die sich moralisch über ihre Vorgänger erheben, weil die in den 1930ern und 1940ern nicht bereit waren, als Widerstandskämpfer ihre Haut zu Markte zu tragen.

 Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten? | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Verräterische Pfeilspitzen:  Archäologie-Spezial (1) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Verräterische Fußspuren | Archäologie-Spezial (2) | Spieldauer 28 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Verräterische Handys | Archäologie-Spezial (3) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Florian Huber – Schiffswracks auf dem Meeresgrund | Spieldauer 24 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Schamanin von Bad Dürrenberg hatte Federn im Grab | Spieldauer 1 Minute | MDR | Stream & Info 
Es ist übrigens völlig unbewiesen, dass es sich bei der Verstorbenen um eine Schamanin handelt. Das ist lediglich eine Hypothese, mit der Harald Meller und sein Museum in Halle erst seit relativ kurzer Zeit hausieren gehen. Wahrscheinlich weil es die Besucherzahlen steigert, aber auch eine feministisch-zeitgeistige Intention ist hierbei nicht auszuschließen. Es ist jedenfalls völlig unwissenschaftlich, diese bloße Interpretation wie eine Tatsache hinzustellen. 

Mittwoch, 14. Januar 2026

Ich bin bzw. war im Urlaub

Ich bin bzw. war im alljährlichen Winterurlaub. Leider habe ich vergessen, das hier rechtzeitig kundzutun... Ab Samstag gehts dann aber wie gewohnt weiter! 🙂

Sonntag, 4. Januar 2026

📽️ Videos: Ein Museum ohne seinen Goldschatz (haha!) -- Sie wollen ein baufälliges Märchenschloss sanieren -- Ein Vortrag von Heinrich Kusch in Graz über uralte unterirdische Gänge und ihre Erbauer -- usw.


 Manching: Ein Museum ohne seinen Goldschatz | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info
Nichts entlarvt die totale Heuchelei der staatlichen und staatsnahen Archäologie mehr, als das Herumgeheule wegen dem verlustig gegangenen Keltenschatz von Manching. Da geht es offensichtlich einen feuchten Kehricht um den sonst immer so gerne betonten wissenschaftlichen Wert (denn das Zeug wurde ja bereits vor dem Diebstahl bestens erforscht und dokumentiert), sondern primär um die Monetarisierung in einem Museum. Woran ja ein ganzer Rattenschwanz an Personal hängt, das aufgrund der studierten Orchideenfächer anderenorts kaum am Arbeitsmarkt vermittelbar ist. Wir haben es hier - meiner bescheidenen Meinung nach - also wieder einmal zu guten Teilen mit Egoismus zu tun, dem man zwecks Tarnung ein altruistisches Mäntelchen übergeworfen hat. Im Übrigen sind - wie in dem Video zu sehen ist - interaktive Elemente didaktisch bzw. museumspädagogisch wertvoller für Besucher, als das bloße Zeigen eines Goldhaufens.

 Festung Würzburg - Herzschlag einer Baustelle | Spieldauer 44 Minuten | BR | Stream & Info



 Rettung möglich? Sie wollen das baufällige Märchenschloss sanieren  | Spieldauer 9 Minuten | BR | Stream & Info



 Von uralten Unterirdischen Völkern & einer über 60 000 Jahre alten Fremdkultur auf unserem Planeten | Spieldauer 183 Minuten | ChangeMedia | Direkter Download
Greyhunter vom Blog "UFOs Ante Portas" hat mich auf einen sehr ausführlichen Vortrag von Heinrich (und Ingrid) Kusch aufmerksam gemacht, der erst kürzlich vor einem zahlreichen Publikum in Graz stattfand (der Veranstaltungsort schaut mir nach dem "Congress"-Saal aus).
In diesem Vortrag erörtert der Höhlenforscher und Urgeschichtler Kusch seine zum Teil sehr gewagte Theorie über künstliche unterirdische Höhlenanlagen und deren Verwendungszweck. Meine Meinung dazu habe ich bereits in der Rezension seines letzten Buchs kundgetan (wobei ich Herrn Kusch damals im Anschluss auch schriftlich ein paar Fragen gestellt habe, die er so freundlich war, zu beantworten)

Mittwoch, 31. Dezember 2025

🏹 Zwei überraschende Beispiele für die Verbreitung von Kriegspropaganda in der Antike

Aphaia Tempel

Zwei frühe Beispiele für Kriegspropaganda bzw. psychologische Kriegsführung sind mir im antiken Werk "Strategika" untergekommen (hier meine Rezension), das der aus Makedonien stammende Gelehrte Polyainos in der Mitte des 2. Jahrhunderts veröffentlichte. Der Autor konnte offenbar Einsicht in alte Geschichtsbücher nehmen, die inhaltlich weit in die Vergangenheit zurückreichten. 

Der erste der von mir zitierten Texte handelt von Kleonymos. Er wird von Polyainos als König der Spartaner bezeichnet, obwohl dieser eine solch hohe Stellung nie innehatte (sie aber äußerst gerne innegehabt hätte). Sehr wohl stammte Kleonymos jedoch aus königlicher Familie und war im Laufe seines recht langen Lebens zumindest phasenweise als Söldnergeneral äußerst umtriebig. Aus dem Jahr 279 v. Chr. wird uns von ihm und seinen Aktivitäten in Griechenland Folgendes berichtet:

Als Kleonymos, König der Spartaner, Troizen belagerte, stellte er auf vielen Seiten rings um die Stadt Wurfmaschinen auf und ließ Pfeile mit der Aufschrift abschießen:" Ich komme als Befreier der Stadt." [...]
Polyainos | Strategika 2.29.1 | Übers.: Kai Brodersen | De Gruyter | 2017

Mit dieser Botschaft ließ Kleonymos die Stadtbewohner wissen, dass es nicht sein Ziel war, sie zu massakrieren oder zumindest zu versklaven. Das verringerte zweifellos den Widerstandswillen. Denn gar nicht einmal so selten war es in der Antike, dass sich Eliten und die Durchschnittsbevölkerung aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen uneinig waren, ob Krieg geführt werden sollte oder nicht (besonders stark kommt das beispielsweise in Livius’ Beschreibung des 2. Punischen Kriegs zum Ausdruck). Und wenn man es genau nimmt, dann hat sich an dieser Zwiegespaltenheit bis heute nichts geändert.

Mich erinnerte die obige Textstelle freilich sofort an eine andere antike Überlieferung. Sie stammt aus Caesars Werk "De bello Gallico" ("Der Gallische Krieg"), in dem er seinen gleichnamigen Feldzug detailliert erörtert.
Konkret wird darin beschrieben, wie Caesar während der Kampagne gegen den Stamm der Nervier im Jahr 54 v. Chr. eine dringende Nachricht an seinen Untergebenen Quintus Tullius Cicero schickte (den Bruder des Marcus Tullius Cicero), der in seinem Winterlager von Feinden umzingelt war:

Caesar billigte den Entschluß des Labienus. Wenn er auch mit drei Legionen gerechnet hatte, beschränkte er sich nun auf zwei, da er überzeugt war, daß die einzige Hoffnung, alle Legionen zu retten, in schnellem Handeln bestand. In Eilmärschen gelangte er in das Gebiet der Nervier. Dort erfuhr er von Gefangenen, was sich bei Cicero ereignete und wie gefährlich dort die Lage war. Da gewann er einen der gallischen Reiter mit hohen Belohnungen, Cicero einen Brief zu überbringen. Er schickte ihn in griechischer Sprache, damit die Feinde nichts von unseren Plänen erführen, wenn sie den Brief abfingen. Dem Reiter trug er auf, den Brief an den Riemen seines Speeres (Anm.: "hasta") zu binden und in die römische Lagerbefestigung zu schleudern, wenn er nicht näher herankommen könne. In dem Brief teilte er mit, er sei mit den Legionen im Anmarsch und werde in Kürze eintreffen. Zugleich forderte er Cicero auf, sich weiter so tapfer zu halten wie bisher. Der Gallier, der sich vor der gefährlichen Situation fürchtete, warf befehlsgemäß seinen Speer ins Lager. Zufällig blieb dieser aber in einem Wachtturm stecken und wurde zwei Tage lang von unseren Soldaten nicht bemerkt, ehe ihn am dritten Tag ein Soldat erblickte, abnahm und zu Cicero brachte
Caesar | Der Gallische Krieg | 5.48.1-8 | Übers.: Marieluise Deissmann | Reclam | 1980/2000

Man darf stark vermuten, dass diese Methode der Nachrichtenübermittlung wohl immer wieder in der Antike praktiziert wurde. Anzumerken ist an diesem zweiten Beispiel allerdings, dass es unter den Galliern durchaus Personen gab, welche die griechische Sprache beherrschten; in Einzelfällen nicht nur in Wort, sondern auch in Schrift. Daher ist es etwas rätselhaft, warum Caesar hier allem Anschein nach etwas anderes annahm. 

Doch zurück zu Polyainos. Laut ihm wurden schriftliche Botschaften - vor allem propagandistische - auch noch auf eine ganz andere Weise verbreitet. Im Zusammenhang mit den Taten des legendären griechischen Politikers und Feldherren Themistokles heißt es:

Da Ionier in der Flotte des (Perserkönigs) Xerxes mitkämpften, befahl Themistokles den Hellenen, auf die Seitenwände der Schiffe zu schreiben: "Männer aus Ionien, ihr tut nicht recht, dass ihr gegen eure Väter in den Krieg zieht." Als dies zu lesen war, vertraute der (Perser-)König den Ioniern nicht mehr.
Polyainos | Strategika 1.30.7 | Übers.: Kai Brodersen | De Gruyter | 2017

Mit "Ionier" sind die Bewohner der griechischen Küstenkoloniestädte Kleinasiens gemeint. Sie wurden von den Persern gezwungen, sich diesen im Kampf gegen das griechische Mutterland anzuschließen (vereinfacht ausgedrückt). Dass viele dieser Griechen keine rechte Lust hatten, für die Perser gegen ihre Landsleute zu kämpfen, darf man wohl als sehr wahrscheinlich annehmen. Den Persern war dieser Umstand sicher nicht entgangen, und so bedurfte es nur der beschriebenen Kriegslist des Themistokles, um das Vertrauen endgültig zu erschüttern. Das wird in weiterer Folge wohl die Kampfkraft der persischen Streitkräfte geschwächt haben.

Es muss freilich ein beeindruckender Anblick gewesen sein, als die griechische Flotte sich der persischen näherte, die Rümpfe mit großen Parolen bemalt, die an das Zusammengehörigkeitsgefühl der 'Hellenen' appellierten. Was nicht selbstverständlich war, wenn man bedenkt, dass sich die griechischen Stadtstaaten seit langer Zeit untereinander befehdeten. Selbst Alexander dem Großen standen rund eineinhalb Jahrhunderte später noch griechische Kontingente gegenüber. Die sich allerdings oft freiwillig den Persern angeschlossen hatten; aus Hass auf den 'pseudogriechischen' Makedonen und weil der Großkönig Dareios III. gut gezahlt haben dürften...

—————–

Aus Neugierde habe ich von der KI Grok verlangt, sie soll meine Kommentierung der Quellen prüfen.


Ich bin beruhigt. Der KI-Gott hat mir seinen Segen erteilt! 😄


Sonntag, 28. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Wie die alten Römer den Wald genutzt haben -- Gefälschte Fossilien -- Der legendäre Stein der Schotten -- Musterstaat des Mittelalters -- usw.


 Wie die alten Römer den Wald genutzt haben | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info

 Push-Nachrichten im Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Gefälschte Fossilien – Von Knochenpuzzeln und Gipsgestein | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Machtpolitik im Mittelalter: Ferdinand I. | Spieldauer 14 Minuten | WDR |  Direkter Download

 Raubzug in Westminster: Der legendäre Stein der Schotten | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Jesus von Nazareth: Fakten, Mythen und eine Frage des Glaubens | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download
Eigentlich noch interessanter als die Historizität des Herrn Jesus wäre freilich, wenn man darauf hinweisen würde, dass die Kernelemente des Christentums - etwa die Auferstehung am dritten Tag nach dem Tod - bereits in älteren Religionen vorgekommen sind. Selbiges gilt für die jungfräuliche Geburt, das Töten aller Neugeborenen durch einen bösen Herrscher usw. Das Christentum ist also unübersehbar eine Copy&Paste-Religion (wie so viele andere Religionen auch). Doch wie interpretiere ich das alles? Nun, der Prediger Jesus sollte unter Zuhilfenahme solcher fantastischer Elemente über die damalige Prediger- und Religionskrämer-Konkurrenz im Heiligen Land hinausgehoben werden. Manche meinen, Jesus habe das bereits in Teilen selbst so gemacht, andere sagen, das kam alles erst nach seinem Tod. 

 Musterstaat des Mittelalters: Das Königreich Sizilien Rogers II. | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Welche Spuren der Vergangenheit Archäologen in Mannheim finden | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info

 27.12.1949: Karl August Bez entdeckt die Bärenhöhle | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Pest, Lust und Renaissance - Boccaccios Lebenskunst | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Frontier Females - Wie Frauen den Westen der USA eroberten | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info 
Man beachte das Wording der öffentlich-schlechtlichen Dummfunker. Der damalige Landraub wird plötzlich irgendwie cool, sobald es um die Rolle der Frauen dabei geht...


Donnerstag, 25. Dezember 2025

📽️ Videos: Archäologische Schätze in drei Ländern -- Vom Kind zum Krieger (Kelten, Germanen, Ritter) -- "Medicus 2" nix gut? -- Faszinierende steinzeitliche Höhlenmalereien -- Der Fall Jeanne d'Arc -- usw.


 Archäologische Schätze in drei Ländern | Spieldauer 28 Minuten | SR | Stream & Info

 Medicus 2: Durchwachsenes Mittelalter-Kino | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info 
Ich fand schon den ersten Teil aus geschichtswissenschaftlicher Sicht unerträglich.

 Auf der Suche nach wertvollen Schätzen mit der Metallsonde | Spieldauer 3 Minuten | ARD | Stream & Info
Im Video heißt es: "Wer sondeln will, muss eine Theorie und Praxisprüfung machen." Das hielt ich ursprünglich für eine gute Idee. Mittlerweile habe ich aber von Metallsondengehern gehört, dass diese Prüfungen - Zitat - "Schwachsinn ohne echten Mehrwert sind". Es würde "triviales Kindergartenwissen" abgefragt. Ziel ist es, möglichst viele Leute mittels bürokratischer Hürde vom Metallsondengehen abzuhalten. Also nicht wie behauptet wird, um die Qualität der privaten Metallsucherei und den Nutzen für die archäologische Forschung spürbar zu erhöhen. Ein befreundeter Archäologe aus Österreich hat mir das bestätigt. Ihm haben Kollegen aus Deutschland bei einer Tagung explizit gesagt, dass diejenigen Metallsucher, die keinen Bock auf eine Zusammenarbeit mit der staatlichen Archäologie haben (und das ist die große Mehrheit), durch solche Prüfungen fast nie bekehrt werden können. Die ziehen - wenn man ihnen nicht über die Schulter blickt - ihr Ding nach Gutdünken durch. Im Gegenteil, sie nutzen die staatliche Prüfung sogar als Schutzschild, um sich ungefährdeter Bodenfunde für ihre privaten Sammlungen zu besorgen. Viele melden der staatlichen Archäologie nur das Zeug, dass sie selber nicht brauchen. Jene Archäologen, die also einen greifbaren wissenschaftlichen Nutzen in solchen Prüfungen sehen, unterliegen wohl einer krassen Selbsttäuschung. Oder sie sind schlicht verlogen.

 Die Faszination steinzeitlicher Höhlenmalereien | Spieldauer 45 Minuten | ZDF | Stream & Info 
Das ZDF ist quasi Weltmeister in Sachen Geoblocking. Auch hier ist das Video nur für Seher mit deutscher IP abrufbar.

 Der Fall Jeanne d'Arc | Spieldauer 87 Minuten | Phoenix | Stream & Info

 Heilig und lecker – Wie Religion unser Festessen prägt | Spieldauer 29 Minuten | ARD | Stream & Info

 Vom Kind zum Krieger: Die Kelten | Spieldauer 42 Minuten | Phoenix | Stream & Info 

 Vom Kind zum Krieger: Römer gegen Germanen | Spieldauer 41 Minuten | Phoenix | Stream & Info 

 Vom Kind zum Krieger: Ritter des Mittelalters | Spieldauer 25 Minuten | Phoenix | Stream & Info 


Mittwoch, 24. Dezember 2025

🗞️ Was in der alten Zeitung steht: Das hässliche Gesicht des Feminismus (1892) -- "Super"??? (1849) -- Mehrere UAP-Sichtungen (1954)

Das hässliche Gesicht des Feminismus (im wahrsten Sinn des Wortes)

Gleich vorweg, ich persönlich kann nicht behaupten, dass Feministinnen per se unansehnlicher sind als andere Frauen. Meiner Erfahrung nach gibt es nämlich schon die eine oder andere scharfe... Durchaus denkbar ist aber, dass Feministinnen zumindest im Durschnitt weniger hermachen. Aus Gründen, über die ich an dieser Stelle nicht spekulieren möchte, da sich Korrelationen und Kausalitäten hier zu sehr verknäulen.

Wer nun meint, die negative Einschätzung feministischer Optik sei ein relativ neues Phänomen - so wie auch der Feminismus selbst - der täuscht sich gewaltig. Veranschaulicht wird das in einem Artikel des Mediums "Pester Lloyd", der bereits am 17. Mai 1892 erschien und bei mir eine Mischung aus Ungläubigkeit und Erheiterung hervorrief. Der Schreiber berichtet darin von einem Kongress französischer Feministen (nicht Feministinnen - generisches Maskulinum!).




Pariser Damenkongreß.
(Original-Korrespondenz des "Pester Lloyd".) 
Paris, 16. Mai.
    Was früher mit dem präzisen Ausdrucke "Frauen-Emanzipation" bezeichnet wurde, hat den Namen gewechselt. Der sattsam bekannte Verruf des bezeichneten Ausdrucks, die Zweideutigkeit, die der Verknüpfung von Emanzipation und Weiblichkeit zutheil wird, hat es zuwege gebracht, daß das Wort "Emanzipation" nicht mehr ausgesprochen wird. Der Kongreß, der im Mairie-Saale des Luxembourg- Arrondissements am 18. d. eröffnet worden ist, heißt "Feministen-Kongreß", d. h. Kongreß der verschiedenen französischen "Feministen"-Vereine. Die "Feministen" aber verfolgen dieselben Ziele, sie fordern die Gleichstellung des weiblichen Geschlechtes in Gesellschaft und Staat (natürlich nur hinsichtlich der Rechte), somit die Frauen-Emanzipation. Ein kurzer Besuch während der Berathungen des Kongresses zeigt uns, daß auch in Paris, wie in anderen Großstädten, die Apostel der Frauen- Emanzipation ihrem Äußern nach leider nicht die Qualität besitzen, das stärkere Geschlecht irgendwie und demzufolge auch nicht im Interesse der Sache des "Feminismus" beeinflussen zu können. Die streitbaren Damen, die man da zu Gesicht bekommt, stehen zuvörderst auf dem Kriegsfuße mit Schönheit und ähnlichen irdischen Attributen, welche den Mann zu bekehren pflegen, und ein galanter Franzose hätte es überhaupt nicht für möglich gehalten, daß sich in seinem Vaterlande mehrere Hundert weiblicher Wesen befinden können, über die man gar nicht erstaunt ist, sie zusammengenommen einen Feministenkongreß bilden zu sehen. Das Wort "Damenkranz" oder eine ähnliche auf eine Damengesellschaft angewendete Bezeichnung wäre hier, bei aller Höflichkeit, nicht am Platze, denn in diesen Hallen darf von Schönheit überhaupt nicht gesprochen werden. Der mildernde Umstand des vorgerückten Alters ist indessen nur auf die Minderzahl anwendbar, und daß so viele junge Personen weiblichen Geschlechts häßlich sein können, hätte der enragirteste "Anti-Feminist" niemals zu denken gewagt. In dieser Hinsicht kann man sogar einen direkten Zusammenhang zwischen Unschönheit und Feminismus" konstatiren. Je eifriger die versammelten "Feministen" sind, desto mehr hat die Natur - ein "Anti-Feminist" weiblichen Geschlechts - sie vernachlässigt. Die Dame, welche man präsidiren sieht, ist entschieden die häßlichste unter ihren zweihundert Mitbewerberinen um diesen fragwürdigen Preis, und Venus möge es niemals erfahren, was dies zu bedeuten hat. In hierarchischen Abstufungen sozusagen erschrickt man vor den Gesichtern, Taillen ec. ec. der Vizepräsidentinen, Schriftführerinen, sowie jener Damen, die vor einem Glase Zuckerwasser über die bittersten Dinge zu sprechen pflegen. Erst unter den simpeln Zuhörerinen kann das eingeschüchterte männliche Auge sich einigermaßen erholen und macht dankbare Studien auf dem Gebiete der "relativen" Schönheit. Die wenig auffallenden, nicht redenden, die schweigenden Feministen kann man sich schon gefallen lassen und wenn ein Augenpaar unter dem Einflusse der breitgetretenen Enormitäten, die man da zu hören bekommt, still gesenkt vor sich hin lächelt, so sitzt es sicherlich in einem der wenigen hübschen Gesichter, die sich dahinein verirrt haben. Diese hübschen Gesichter müssen natürlich bei diesem vorsichtig verborgenen, lächelnden Ausdrucke ihres Staunens auch erröthen und bei den Sitzungen eines "Feministen-Kongresses" fehlt es für nicht ganz hieb- und stichfeste Zelotinen der Frauen-Emanzipation zum Erröthen nicht an Gelegenheit. Denn die Details und Gründe, welche die Rednerinen da vorbringen, sind sehr ernster Natur, so ernst, daß eine Verhandlung derselben in weiblicher  Öffentlichkeit auf den Nicht-Feministen anstößig wirken muß.
    Außer der Hauptresolution, welche der Pariser Damenkongreß in seiner ersten Sitzung gefaßt hat, nämlich dem "Wunsch", daß die Gleichberechtigung der Frau, politisch wie sozial, in allen Gesetzbüchern durchgeführt werde, beschäftigten sich die Reden und Anträge auch mit weniger chimärischen Ideen, wie z.B. der Beeinflussung des regierenden Geschlechtes im Sinne der Verhinderung eines Krieges, die Anhaltung gebildeter Mädchen zu nützlicheren Berufsgeschäften ec. Es geht, was die Berathungsform betrifft, in der von allen Kongressen acceptirten "parlamentarischen" Weise zu, und zwar gar nicht bunter, oder geräuschvoller als unter Männern. Es verdient sogar hervorgehoben zu werden, daß die weiblichen Redner sich auch kurz zu fassen vermögen, was schon vielleicht eine Errungenschaft des Feminismus, allein keinesfalls weiblich ist. Mehrere der vorgemerkten Rednerinen erklärten auch, auf das Wort verzichten zu müssen, weil sie ihre Notizen zuhause ver- gessen hätten. Am charakteristischesten jedoch für weiblich-feministische Vergeßlichkeit war die Leistung der schriftführenden Dame. Dieselbe hatte das Protokoll der vergangenen Sitzung verlesen und in demselben einen förmlichen und sehr ausführlichen Bericht über alle gehaltenen Reden, Wahlen, sowie über andere Zwischenfälle geliefert, lauter Dinge, die in einem Protokoll nicht unerläßlich sind. Die Versammlung war eben im Begriffe, das Protokoll unter Applaus zu genehmigen, als ein in seiner Eigenschaft als Redakteur einer Femi- nisten Zeitung dem Kongreßvorstande angehöriger Herr bemerkte, in dem Protokoll fehle etwas Unerläßliches, nämlich die Erwähnung der Beschlüsse der vergangenen Sitzung. Die Schriftführerin bemerkte, und zwar, was man bisher noch nicht gesehen, mit einem ersten, gar nicht feministischen Erröthen, sie habe daran ganz vergessen.
Für Ironie sind die guten Feministen, auch wenn ihrer an 200 beisammen sind, absolut unempfänglich, sonst hätte man nicht, wie dies thatsächlich der Fall gewesen, an die Adresse eines weiblichen Arztes von Bordeaux (eine Doctoresse") ein Dankesvotum geschickt, weil diese Dame, auf die Einladung des Kongreß-Ausschusses, für den Feministekongreß einen passenden Vortrag auszuarbeiten, damit geantwortet hat, daß sie dem Kongreß eine populärwissenschaftliche Abhandlung über das Kindbettfieber zuschickte.
P-ki.

Die polemisch-witzigen Ausführungen zeigen, was damals journalistisch noch so alles ging, während sich die Meinungsfreiheit heutzutage zunehmend in einem Knigge-Gulag wiederfindet.

—————–

 "Super"???

In einem am 8. Jänner 1849 erschienenen Artikel der "Salzburger Zeitung" lässt man das verrückte Vorgängerjahr 1848 kurz Revue passieren, als in Europa an allen Ecken und Enden der Teufel los war. Beim Lesen stieß ich dann jedoch auf eine Formulierung, die mir zeitlich komplett deplatziert vorkam - da sie sich für meinen Geschmack viel zu modern anhört. Von "superklugen Politikern" ist nämlich -die Rede.


Die Gewohnheit, das lateinischstämmige Wort "super" als Verstärker für eine Formulierung zu verwenden ist meines Wissens relativ neu und dürfte irgendwann in der Nachkriegszeit aufgekommen sein - wahrscheinlich über die Werbung in den Massenmedien. Und doch findet man es auch schon in diesem 177 Jahre alten Text. Mich hat das überrascht.

—————–

Mehrere UAP- bzw- UFO-Sichtungen (1954)

Die Innviertler Volkszeitung berichtet fast ganzseitig am 30. September 1954 über mehrere UAP- bzw. UFO-Sichtungen. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit kann ich hier im Einzelnen nichts sagen; das möge jeder selber beurteilen. Der erwähnte Vorfall aus Passau fand allerdings am 28. September auch schon in den Salzburger Nachrichten Erwähnung. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken - oder oben den Link zum Originalartikel nutzen).


Interessant ist hier vielleicht noch, dass unter UFO-Kennern das Jahr 1954 ganz allgemein hervorsticht; aufgrund ungewöhnlich vieler internationaler Sichtungen - behauptet zumindest die KI Grok. ^^

Mittwoch, 17. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Kritik an den Ausgräbern der antiken Villa Borg -- Suche in der Mosel nach römischen Brücken -- Wie wird das Alter von Metallen bestimmt -- Archäologie und Totenruhe -- usw.


 Archäologische Grabungen an Villa Borg und in Reinheim vorerst gestoppt | Spieldauer 1 Minute | SR | Stream & Info 
Seit Jahren kritisiere ich die besch...eidene Publikationspraxis, die in der Archäologie viel zu oft in Erscheinung tritt. Hier haben wir ein Paradebeispiel dafür! So wie das im Fall der Villa Borg anscheinend betrieben wurde, läuft die archäologische Erforschung schon fast auf ein Privatissimum hinaus. Diese Lahmarschigkeit und diese absurde Prioritätensetzung sind eine Ärgernis für die Öffentlichkeit und die Geschichtsforschung. Die Archäologie hat als Hilfswissenschaft Quellen zugänglich zu machen und sich nicht in einem reinen Selbstzweck zu erschöpfen.

 Archäologische Ausgrabungen: Was ist mit der Totenruhe? | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info
Zitat: User "Effendi" merkte in seinem Kommentar an, dass auch Verstorbene Rechte haben. Er kommentierte: "Lasst doch die sterblichen Überreste beerdigen und in Ruhe lassen. Das haben alle Menschen nach dem Tod verdient. Hier wird dieses Recht mit Füßen getreten." Der soll sich auf seinen fliegenden Teppich setzen und mit Warpgeschwindigkeit in die Fantasiewelt von "Tausendundeine Nacht" abzwitschern. Dort ist der Herr mit seiner wissenschaftsfeindlichen Moralisiererei besser aufgehoben. 

 Wie wird das Alter von Metallen bestimmt – etwa das Gold bei der Himmelsscheibe von Nebra? | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Unterwasser-Archäologen suchen in der Mosel nach römischen Brücken | Spieldauer 11 Minuten | SWR | Stream & Info

 Europas beste Mittelalter-Diplomatin: Margarete von Österreich | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Neues Zentrum für Burgen-Forschung an der Uni Tübingen eröffnet | Spieldauer 9 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Wie die Römer einen Moselort bis heute prägen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info

 So prägten die Römer den Weinbau an der Mosel | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info

 Werden alte Römerstraßen heute noch für den Verkehr genutzt? | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info

 Glanz und Gewalt: Aztekenprinzessin Tecuichpotzin | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Ein Schotte erfindet ein Land - und erbeutet Millionen | Spieldauer 15 Minuten | WDR  | Direkter Download


Sonntag, 14. Dezember 2025

📽️ Videos: Assyrologe Irving Finkel -- Grabräuber auf Militaria-Jagd -- Grabräuber im Hunsrück -- Einzigartige Ausgrabung römischer Ruinen -- usw.


 Irving Finkel: Deciphering Secrets of Ancient Civilizations, Noah's Ark, and Flood Myths | Spieldauer 12 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Ein hochinteressantes Gespräch. An dem Herrn sind nicht nur der Weihnachtsmann-Bart und die Theo-Waigel-artigen Augenbrauen faszinierend. Hier noch ein Ausschnitt, in dem es um die beachtliche Theorie geht, wonach der Mensch bereits zur Zeit von Göbekli Tepe - also vor rund 11000 Jahren - ein Schriftsystem besaß. 


  8.000 Jahre ununterbrochene Besiedlung: Archäologie im Burgenland | Spieldauer 25 Minuten | ORF | Stream & Info
Viele Burgenländer werden mich dafür steinigen wollen, aber man hätte - meiner Meinung nach - aus diesem schmalen Landstreifen nach dem 1. Weltkrieg kein eigenes Bundesland machen sollen. Besser wäre es gewesen, die obere Hälfte Niederösterreich zuzuschlagen und die untere der Steiermark. Das hätte dem Steuerzahler einiges an Geld gespart. Faszinierend ist es aber allemal, wie die Politik da innerhalb weniger Jahrzehnte eine burgenländische Identität fabriziert hat, die es vorher nie gab. Vielmehr hat man sich, als die Gegend noch Teil der ungarischen Reichshälfte war, als Deutsche bzw. Deutschösterreicher betrachtet. Die Hälfte meiner Verwandtschaft kommt übrigens aus dem Südburgenland, und meine Oma hat nicht zufällig den Familiennamen "Deutsch" getragen. 

 Geheimgang in Treysa: Zeitreise ins Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | hr | Stream & Info 

 Vor 400.000 Jahren - Archäologen finden Hinweis! Feuer deutlich früher als gedacht! | Spieldauer 2 Minuten | WELT | Stream & Info 

 Rom an der Limmat – eine einzigartige Ausgrabung römischer Ruinen | Spieldauer 45 Minuten | Kanton Aargau | Stream & Info 



 Grabräuber im Hunsrück | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info

 Woher kommt der goldene Hut von Schifferstadt? | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Grabräuber auf Militaria-Jagd – das illegale Geschäft mit Weltkriegs-Relikten | Spieldauer 14 Minuten | MDR Investigativ | Stream & Info 
Mein lieber Mann, die Metallsondengeher im Youtube-Kommentarbereich sind not amused über dieses Video des MDR 😄. Teilweise verständlich, da etwa der wissenschaftliche Wert von Militaria aus dem 2. Weltkrieg fast immer gegen Null tendiert. Helme, Bajonette, Orden etc. sind Massenware gewesen, und auch der Fundkontext kann hier nur selten Nennenswertes zum Verständnis der betreffenden Zeit beitragen, da diese außerordentlich gut dokumentiert ist. Völlig lächerlich, das konträre Gesabbel der interviewten Archäologin. Mehr intellektuelle Unredlichkeit geht nicht. Die spult nur ihre einstudierten Ideologie-Phrasen herunter. Davon abgesehen, wird der meiste Krempel nicht gemeinsam mit den sterblichen Überresten eines Menschen entdeckt. Trotzdem wird vom Sendungsverantwortlichen die Ausnahme zur Regel gemacht, um daraus ein Strohmannargument zu basteln. Dass hingegen in der Militaria-Sammelszene etliche Individuen mit politischem Dachschaden herumspuken, habe auch ich im Laufe der Zeit schon festgestellt. Freilich, ob es gerechtfertigt ist, diese Gruppierung hier dermaßen in den Mittelpunkt der Reportage zu rücken und daraus ein "pars pro toto" zu machen, ist eine ganz andere Frage. Da wäre ich als normaler "Sondler" auch angepisst.


 Museum Haithabu: Wo der Wikinger-Alltag lebendig wird | Spieldauer 6 Minuten | NDR | Stream & Info 


Freitag, 12. Dezember 2025

🐔 Da lachen ja die Hühner! Wie ein Journalist die katastrophale Jahresbilanz der Mittelalterbaustelle Campus Galli schönschreibt.



Was der für den Südkurier schreibende Journalist Stusstexter Alexander Michel mit seinem jüngsten Artikel über die finanzmarode Mittelalterbaustelle Campus Galli abgeliefert hat, zeigt wieder einmal überdeutlich, wie qualitativ abgewirtschaftet der Konzern-Journalismus ist. Und dass wahrscheinlich die größten Nutznießer dieses Qualitätsmangels Parteipolitiker und ähnliche staatliche bzw. staatnahe Akteure sind.

Doch worum geht es genau? Nun, am besten wir machen uns anhand von einigen Passagen aus Herrn Michels Text ein Bild. Bereits die Überschrift lässt dabei erahnen, dass die Öffentlichkeit hier wieder einmal hinter die Fichte geführt werden soll.

Gute Laune beim Campus Galli: Mehr als 80.000 Besucher in der Saison 2025

Was für eine Chuzpe. "Gute Laune", obwohl dieser quasi-kommunale bzw. pseudo-private Laden immer noch tief in den Roten Zahlen steckt und wesentlich mehr Besucher als lediglich 80000 benötigt, um nicht mehr vom Steuerzahler durch Unsummen vor dem Finanzkollaps bewahrt zu werden; ein Faktum, das sogar die unfähigen Betreiber selbst bereits vor Jahren kommuniziert haben. Das Käseblatt Südkurier und sein Schreiberling verschweigen dem Leser diese essentielle Kontextinformation. Mehr noch, man geriert sich wie ein Marketing-Wurmfortsatz des Projekts.
Übrigens, im Islam gibt es eine eigene Bezeichnung für 'Lügen', die nicht de jure Lügen sind, aber für den Rezipienten trotzdem genau darauf hinauslaufen: Tawriya (توریة). Gemeint sind damit mehrdeutige Aussagen, bei denen man etwas Wahres sagt, aber in einer Weise und mit dem Ziel, dass der Rezipient es falsch versteht. 
Wir wissen nun nicht, ob hinter dem irreführenden Geschreibe des Herrn Michel Absicht oder journalistische Inkompetenz steckt. Eine Zumutung ist es aber in jedem Fall. Und darüber hinaus wird hier wieder einmal veranschaulicht, welche Lachnummer die sogenannte "Vierte Gewalt" in der Praxis doch ist. Sie kontrolliert nicht die Mächtigen, sondern sie legt sich quasi zu diesen ins Bett. Selbst auf lokaler Ebene. Denn über Schönschreibübungen wie jene des Herrn Michel, freuen sich Individuen wie Arne Zwick natürlich sehr; ist er doch als langjähriger Bürgermeister der Standortgemeinde ein zentraler Architekt der Misere Campus Galli. 

[...]. Dass sich vor allem in den vergangenen zwei, drei Jahren auf dem Campus viel bewegt hat und mit dem großen Nebengebäude des Abtshofs ein erstes steinernes Bauwerk entstanden ist, hat sich in der Region herumgesprochen und treibt die Besucherzahlen in die Höhe. Mehr als 80.000 waren es in der kürzlich beendeten Saison 2025, wie Hanns Napierala, Geschäftsführer des Vereins Karolingische Klosterstadt, auf Anfrage des SÜDKURIER erklärt. Damit konnte man zulegen, nachdem in der Saison 2024 nur 77.000 Besucher gekommen waren.

Man konnte also auf Anfrage eines Mediums - selbst Wochen nach dem Saisonende - noch keine exakte Zahl nennen? Das ist ja völlig lächerlich. Was für ein Chaos herrscht denn bei diesen Möchtegern-Baumeistern in Baden-Württemberg?
Außerdem wird hier ersichtlich, wie mittels Statistik manipuliert werden kann. Anstatt nämlich einen aussagekräftigen Überblick zu geben, pickt man sich Daten heraus, welche die angestrebte Deutungsweise unterstützen. Und zwar jene, wonach es mit dem Campus Galli bergauf geht. Dass dies jedoch eine Halbwahrheit und somit Blödsinn ist, zeigt die Besucherstatistik der gesamten Projektlaufzeit:

22. Juni bis 3. November 2013     12.225
2. April bis 2. November 2014         36.582
3. April bis 1. November 2015         48.058
1. April bis 1. November 2016     65.755
1. April bis 5. November 2017      79.660
24. März bis 4. November 2018 82.988
2. April bis 3. November 2019      91.661
29. Mai bis 1. November 2020     53.800
13. Mai bis 7. November 2021     66.899
1. April bis 6. November 2022         75.511
1. April bis 5. November 2023     81.881
30. März bis 3. November 2024 ca. 77.000
1. April bis 2. November 2025 ca. 80000    (AKTUELL)

Viermal konnte der Campus Galli bereits mehr oder ähnlich viele Besucher vorweisen. Und zwar in den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2023. Im Jahr 2019 waren es sogar dramatisch mehr als dieses Jahr. Selbst 2023 kamen mehr Besucher, obwohl Museen damals noch an den Nachwehen der Corona-Hysterie laborierten, weil unverbesserliche - pardon - Hosenscheißer nach wie vor aus Angst Menschenansammlungen mieden, um nicht frühzeitig dahingerafft zu werden. 

Vor allem in der ersten Hälfte des Saison war der Gästezustrom aufs Gelände groß, weshalb Napierala von einem „hervorragenden Jahr“ spricht. Die auf dem Campus vorgenommenen Besucherbefragungen hätten ergeben, dass das Publikum von der inzwischen bestehenden Vielfalt an Gebäuden begeistert ist.

Hannes Napierala, der ewige Geschäftsführer des Projekts, ist und bleibt eine Luftpumpe. Natürlich war er es, der als Stichwortgeber für den Südkurier-Journalisten Alexander Michel fungierte.

Und auch zu dieser "Besucherbefragung" noch ein paar Worte: Vor nicht allzu langer Zeit erreichte mich im Kommentarbereich meines letzten Beitrags über den Campus Galli die Wortmeldung einer goscherten Gästeführerin des Projekts, die ebenfalls meinte, das Feedback der Besucher sei total positiv. Mag sein. Trotzdem entsteht hier aufgrund des seit Jahren stagnierenden Interesses der starke Eindruck, dass viele Besucher des Campus Galli stets dieselben Fanboys und Fangirls sind. Dass diese tendenziell das Gebotene geil finden, überrascht nicht. Hingegen - siehe die obige Statistik - überzeugen Angebot und Qualität keineswegs breitere Schichten der Bevölkerung. Wäre es anders, dann würde die Klosterbaustelle in Meßkirch ähnlich erfolgreich brummen wie ihr Vorbild, die französische Burgbaustelle Guédelon.

Für 2026 ist Hannes Napierala optimistisch: „Mit dem Campus läuft es prima.“ 

Dieser betriebswirtschaftliche Totalversager, der mit seiner Truppe von Kräuterfrauen und Che-Guevara-Fans den Steuerzahler seit weit über einem Jahrzehnt aussackelt, verharrt offensichtlich im Fantasiemodus. Nur der ebenfalls fremdfinanzierte gelb-blaue Giftzwerg in Osteuropa dürfte ähnlich stark von der Realität abgekoppelt sein. Anders als dieser, wird Napierala zumindest nicht in ausländische Exil davonlaufen müssen, wenn alles zusammenkracht. Vielmehr darf er sich dann wieder - seiner Ausbildung entsprechend - als Archäozoologe betätigen. 



Mittwoch, 10. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Mörder mit päpstlichem Freibrief -- Die weströmische Honoria-Affäre -- Der letzte große Inka-Rebell -- Marienverehrung im Mittelalter -- Guy Fawkes -- usw.


 Mörder mit päpstlichem Freibrief: Goldschmied Benvenuto Cellini | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Die Honoria-Affäre: Westroms größter Skandal | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Beinahe hätte er England gesprengt: Guy Fawkes | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
Zum Glück sind diese Guy-Fawkes-Masken mittlerweile weitestgehend aus der Mode. Jahrelang sind die Leute damit herumgeturnt, weils irgendwie cool war...

 Túpac Amaru II, der letzte große Inka-Rebell | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
"Die spanischen Unterdrücker und Ausbeuter..." Die Inka waren selbst üble Unterdrücker und Ausbeuter. Fast möchte man deshalb von "Karma" sprechen. Jetzt ahne ich aber, woher der längst verblichene Rapper Tupac seinen Namen hatte 😀

 Restitution von Kulturgütern: Vergiftete Aufarbeitung | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Anthropologie: Monumentalbau in Mexiko ohne herrschende Eliten | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 The Age of the virgin – Marienverehrung im Mittelalter | Spieldauer 29 Minuten | DF | Stream & Info 

 Genetik: Hunde begleiten Menschen seit mindestens 11.000 Jahren | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Helmut Berschin: „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“ | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download
Eine Sendung über das böse generische Maskulinum und mehr ...


Sonntag, 7. Dezember 2025

📽️ Videos: Die Schriftrolle von Jerash mit Hightech entschlüsselt -- Jüdisches Ritualbad in Aub ausgegraben -- Warum Jacob Fugger der Elon Musk des Mittelalters war -- Urkundenfälscher im Mittelalter -- usw.


Archäologie und Hightech: Die Schriftrolle von Jerash entschlüsselt | Spieldauer 44 Minuten | ZDF | Stream & Info 
Die glühenden Europäer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben dieses Video mit einer Ländersperre versehen. Außerhalb von Deutschland braucht man daher einen passenden VPN-Proxy.

 Zahlen schreiben Geschichte: Die Sintflut | Spieldauer 27 Minuten | arte | Stream & Info 

 Ausstellung über Nürnberg verborgenes Massengrab | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info

 Archäologie Neumarkt: Die alte Latrine unter der geplanten Toilette | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 

 Warum Jacob Fugger der Elon Musk des Mittelalters war | Spieldauer 12 Minuten | DW | Stream & Info

 Uni Göttingen forscht über Urkundenfälscher im Mittelalter | Spieldauer 4 Minuten | NDR | Stream & Info

 Jüdisches Ritualbad in Aub ausgegraben | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info 
Ein furchtbares Hintergrundgejaule. Wie aus seinem Horrorfilm. Wer beim BR denkt sich so einen Schmarrn aus? ^^