Normalerweise sitz ich hier und zerlege mit Wonne alles, was nach Steuergeldverschwendung, ideologischer Verblendung oder einfach nur nach schlecht gemachter Geschichtsklitterei riecht, und Campus Galli war da jahrelang mein Lieblingsziel, weil es so herrlich viele Angriffsflächen bot – von der ewig andauernden Baustelle über den chronischen Finanzbedarf bis hin zu diesem seltsamen Mix aus Grünen-Polit-Romantik und experimenteller Archäologie, die sich manchmal mehr wie ein Happening denn wie seriöse Wissenschaft angefühlt hat.
Ich hab’s nicht nur einmal, sondern dutzendfach geschrieben: Potemkinsches Dorf, Steuergeldschlucker, ideologisches Kaff, wo man mit viel Aufwand wenig Echtes zustande bringt, und immer wieder diese peinlichen Versprechen, dass „nächstes Jahr“ endlich alles fertig wird, was dann natürlich nie eintrat. Und jetzt? Jetzt muss ich mich hinstellen und zugeben, dass mich genau diese Leute, die ich so oft durch den Kakao gezogen habe, in einem ganz normalen, unvorbereiteten Gespräch am Rand der Baustelle völlig umgehauen haben – nicht mit großen Gesten, nicht mit Napierala, der mir persönlich die Hand schüttelt und mich mit Staatsknete-Argumenten vollsülzt, sondern mit zwei ganz gewöhnlichen Mitarbeitern, die einfach nur da waren, ehrlich geantwortet haben und mir Dinge gezeigt haben, die ich so nicht erwartet hätte, weil ich sie in all den Jahren, in denen ich den Laden kritisiert habe, nie wirklich aus der Nähe betrachtet habe.
Die harte Wahrheit zuerst, damit niemand denkt, ich wäre plötzlich weichgespült worden: Der Baufortschritt ist nach wie vor lahmarschig, die Holzkirche steht immer noch nicht so da, dass man drin ohne Lebensgefahr Gottesdienst feiern könnte, die Abtshof-Gebäude kriechen voran wie eine Schnecke mit Arthrose, und die Besucherzahlen von knapp 80.000 im Jahr reichen bei weitem nicht aus, um das Ding ohne jährliche staatliche Finanzspritzen am Laufen zu halten – all das hat sich nicht in Luft aufgelöst, nur weil ich mal mit zwei Leuten geredet habe. Aber dann kamen die Details, die mich zum Schweigen gebracht haben: Sie haben mir Dokumentationen gezeigt, die früher entweder gar nicht oder nur stümperhaft geführt wurden und jetzt penibel sind; sie haben mir erklärt, wie sie die archäologische Beratung inzwischen ernst nehmen und echte Fachleute regelmäßig kommen lassen, die korrigieren, statt nur nickend danebenzustehen; und vor allem haben sie mir Fotos von früheren Bauphasen gezeigt und ohne Umschweife gesagt: „Ja, das war früher schiefgelaufen, das wissen wir, wir haben’s intern zerpflückt und versuchen’s jetzt besser zu machen – langsam, aber ehrlich.“Und das Entscheidende war die Stimmung vor Ort: Kein pseudorevolutionäres Gelaber mehr, kein Che-Guevara-Fanclub auf Staatskosten, sondern Leute, die mit echten Händen und kaputten Fingern werkeln, obwohl’s oft regnet, die Kohle knapp ist und die Öffentlichkeit sie weiterhin als Steuergeldverschwender abstempelt – einer hat mir ganz trocken gesagt: „Wir bauen nicht nur Holz aufeinander, wir bauen Wissen auf, das sonst für immer verloren geht, und das ist es wert, auch wenn’s wehtut.“ Das hat gesessen, weil’s nicht nach PR klang, sondern nach jemandem, der weiß, dass er in einem schwierigen, fehleranfälligen Projekt steckt, aber trotzdem nicht aufgibt.
Fazit, und das fällt mir nicht leicht: Campus Galli ist immer noch kein perfektes Projekt, es frisst weiter Steuergeld, es hinkt dem Zeitplan meilenweit hinterher, und der vollständige Klosterplan wird wahrscheinlich erst in Jahrzehnten stehen, wenn überhaupt – aber es ist auch kein reiner Schmarren mehr, sondern ein Lernprozess geworden, getragen von Menschen, die Fehler eingestehen, daraus lernen und weitermachen, statt sich in ideologischen Schützengräben zu verschanzen. Mein Ego blutet, das geb ich zu, weil ich mich so oft geirrt habe, zumindest teilweise, und weil ich jetzt zugeben muss, dass ich manchmal zu schnell mit dem Säbel gerasselt habe.
So, wer ist dem obigen KI-Kokolores auf den Leim gegangen? :) Obwohl ich "Grok" den Auftrag gegeben habe, meinen liebenswürdigen und megasachlichen Schreibstil zu imitieren, so sind in diesem Erguss doch einige verräterische Elemente enthalten.
- Zuvörderst: Ich verwende, anders als hier, nie Gedankenstriche, sondern ersetze diese aus reiner Faulheit fälschlich mit Bindestrichen; so wie es die meisten Leute heutzutage machen. Der echte Gedankenstrich (er ist länger als der Bindestrich) gilt übrigens genau deshalb als ein Indiz für KI-generierte Texte. Ein Paradebeispiel dafür ist Amazon. Man achte dort einmal darauf, wie viele der neueren Rezensionen mittlerweile solche Gedankenstriche enthalten; besonders jene, die von Vine-Testern veröffentlicht wurden (Personen, die an diesem Programm teilnehmen, bekommen die Produkte gratis, müssen aber eine Rezension abliefern; viele dieser Tester haben nun aber offenbar keine Lust, den Krempel selbst zu verfassen; das heißt, die entsprechenden Rezensionen sind Fake und besitzen keine echte Aussagekraft, vielmehr paraphrasiert die KI bloß Produktinfotexte und erfindet irgend ein Erfahrungs-Tralala dazu).
- Ebenfalls aus Faulheit mache ich beim Bloggen immer die englischen Anführungszeichen - also jene, bei denen die Striche auch am Satzanfang oben gesetzt werden. Die KI hingegen hat auch diese Zeichen korrekt verwendet.
- Verräterisch ist im obigen Blogbeitrag außerdem die Tendenz, Sätze kurz zu formulieren. In dieser Art würde ich zwar gerne immer schreiben, aber leider neige ich eher zu längeren Konstruktionen. Freilich, unzählige Juristen halten sich für die absoluten Oberhengste, wenn sie möglichst verschachtelte Endlossätze produzieren. Auch in älteren Übersetzungen antiker Texte stößt man oft auf solche Satzungetüme - ich denke da etwa an die Reclam-Übersetzung der "Catilina-Verschwörung". In meinen Augen ist diese Wort-Völlerei nichts, auf das man stolz sein solle, sondern eher handelt es sich um eine Art Kommunikations-Autismus.
- Ach ja, und ein ganz wichtiger Punkt, den die KI versemmelt hat. Der Campus Galli macht seit Anfang November Winterpause. Schwerlich konnte ich die Baustelle daher in letzter Zeit besuchen. Noch Mitte Dezember, also nach Beginn der Winterpause, habe ich den Saftladen in einem Beitrag abgewatscht.
Echtes Fazit (mit Exkurs): Obwohl die KI meine Blogbeiträge über den Campus Galli augenscheinlich gut analysiert hat, so war sie doch nicht in der Lage, mich perfekt zu imitieren und völlig glaubwürdig zu argumentierten (einige der eingebauten Wortspiele waren aber erstklassig). Die Frage ist freilich, wie lange wird es wohl noch dauern, bis KIs in der Lage sind, sich sprachlich komplett glaubwürdig als jemand auszugeben? Und soll ich dann überhaupt noch selber bloggen oder einfach die KI beauftragen, es in meinem Namen zu tun? ;)
Aber bis dahin ist es wohl noch ein längerer Weg. Vorerst warte ich gespannt auf das Platzen der KI-Blase am Finanzmarkt. Glaubt man nämlich dem Investment-Guru Michael Burry, der schon die Subprime-Hypothekenkrise 2007/2008 (mit anschließender jahrelanger Finanzkrise) vorhergesagt hat, dann könnte es noch 2026 spürbare Verwerfungen geben, spätestens aber Anfang 2027. Burry wettet bereits mit Unsummen (angeblich bis zu einer Milliarde Dollar) auf massiv fallende Kurse prominenter KI-Firmen wie Nvidia und Palantir. Was dort zu fast panikartigen Reaktionen führt, die sogar in kaum verhohlenen Beschimpfungen von Burry münden. Dabei hat der Mann einfach mit vielen Dingen völlig recht: KI-Firmen schicken untereinander Milliarden von Dollar im Kreis herum, um Investments vorzugaukeln und so die Aktienkurse künstlich nach oben zu treiben. Dem selben Ziel dient das Behumpsen mit künstlich in die Länge gezogenen Abschriebungszeiträumen für sauteure Hardware, die in der Realität viel rascher veraltet, als diese Firmen bewusst falsch prognostizieren. Zum Drüberstreuen verdienen sich die KI-Topmanager und ihre Buddies mit Aktienrückkäufen (share buybacks) eine goldene Nase. Und das alles trotz der düsterern Realität. Denn viele KI-Firmen wie xAI, Open AI usw. machen absurd hohe Verluste ("cash burn"), ohne dass wirklich Licht am Ende des Tunnels in Sicht wäre. Schlimmer noch, Produkte wie Grok, ChatGPT usw. bleiben qualitativ deutlich hinter den rosigen Zukunftsprognosen zurück. Viele Firmenkunden erkennen, dass die eingekauften KI-Tools überteuert sind (ständiges Melken mittels Abo-Modellen) und in einem ausmaß Müll ("Slop") liefern, die zu keinen Kosteneinsparungen führen. Es gibt mittlerweile entsprechende Schätzungen, wie jene vom Analysehaus MacroStrategy Partnership, wonach die KI-Blase vom Volumen her 17 mal (!!!) so groß sein könnte wie die berüchtigte Dotcom-Blase, die im Jahr 2000 geplatzt ist. Übrigens, jene Analysten, die den KI-Zirkus noch immer positiv bewerten, arbeiten in der Regel für Banken und Investmenthäuser, die umso mehr verdienen, je länger diese Sau durchs Dorf getrieben wird.
Ich werde jedenfalls abwarten und zurzeit keine DDR5-RAM-Riegel und Gen5-SSDs kaufen. Der Computerschrauber weiß, wovon ich rede. Das ist meine Art, auf das baldige Platzen der KI-Blase zu wetten :)
—————–
Weitere interessante Themen:
