Mittwoch, 31. Dezember 2025

🏹 Zwei überraschende Beispiele für die Verbreitung von Kriegspropaganda in der Antike

Aphaia Tempel

Zwei frühe Beispiele für Kriegspropaganda bzw. psychologische Kriegsführung sind mir im antiken Werk "Strategika" untergekommen (hier meine Rezension), das der aus Makedonien stammende Gelehrte Polyainos in der Mitte des 2. Jahrhunderts veröffentlichte. Der Autor konnte offenbar Einsicht in alte Geschichtsbücher nehmen, die inhaltlich weit in die Vergangenheit zurückreichten. 

Der erste der von mir zitierten Texte handelt von Kleonymos. Er wird von Polyainos als König der Spartaner bezeichnet, obwohl dieser eine solch hohe Stellung nie innehatte (sie aber äußerst gerne innegehabt hätte). Sehr wohl stammte Kleonymos jedoch aus königlicher Familie und war im Laufe seines recht langen Lebens zumindest phasenweise als Söldnergeneral äußerst umtriebig. Aus dem Jahr 279 v. Chr. wird uns von ihm und seinen Aktivitäten in Griechenland Folgendes berichtet:

Als Kleonymos, König der Spartaner, Troizen belagerte, stellte er auf vielen Seiten rings um die Stadt Wurfmaschinen auf und ließ Pfeile mit der Aufschrift abschießen:" Ich komme als Befreier der Stadt." [...]
Polyainos | Strategika 2.29.1 | Übers.: Kai Brodersen | De Gruyter | 2017

Mit dieser Botschaft ließ Kleonymos die Stadtbewohner wissen, dass es nicht sein Ziel war, sie zu massakrieren oder zumindest zu versklaven. Das verringerte zweifellos den Widerstandswillen. Denn gar nicht einmal so selten war es in der Antike, dass sich Eliten und die Durchschnittsbevölkerung aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen uneinig waren, ob Krieg geführt werden sollte oder nicht (besonders stark kommt das beispielsweise in Livius’ Beschreibung des 2. Punischen Kriegs zum Ausdruck). Und wenn man es genau nimmt, dann hat sich an dieser Zwiegespaltenheit bis heute nichts geändert.

Mich erinnerte die obige Textstelle freilich sofort an eine andere antike Überlieferung. Sie stammt aus Caesars Werk "De bello Gallico" ("Der Gallische Krieg"), in dem er seinen gleichnamigen Feldzug detailliert erörtert.
Konkret wird darin beschrieben, wie Caesar während der Kampagne gegen den Stamm der Nervier im Jahr 54 v. Chr. eine dringende Nachricht an seinen Untergebenen Quintus Tullius Cicero schickte (den Bruder des Marcus Tullius Cicero), der in seinem Winterlager von Feinden umzingelt war:

Caesar billigte den Entschluß des Labienus. Wenn er auch mit drei Legionen gerechnet hatte, beschränkte er sich nun auf zwei, da er überzeugt war, daß die einzige Hoffnung, alle Legionen zu retten, in schnellem Handeln bestand. In Eilmärschen gelangte er in das Gebiet der Nervier. Dort erfuhr er von Gefangenen, was sich bei Cicero ereignete und wie gefährlich dort die Lage war. Da gewann er einen der gallischen Reiter mit hohen Belohnungen, Cicero einen Brief zu überbringen. Er schickte ihn in griechischer Sprache, damit die Feinde nichts von unseren Plänen erführen, wenn sie den Brief abfingen. Dem Reiter trug er auf, den Brief an den Riemen seines Speeres (Anm.: "hasta") zu binden und in die römische Lagerbefestigung zu schleudern, wenn er nicht näher herankommen könne. In dem Brief teilte er mit, er sei mit den Legionen im Anmarsch und werde in Kürze eintreffen. Zugleich forderte er Cicero auf, sich weiter so tapfer zu halten wie bisher. Der Gallier, der sich vor der gefährlichen Situation fürchtete, warf befehlsgemäß seinen Speer ins Lager. Zufällig blieb dieser aber in einem Wachtturm stecken und wurde zwei Tage lang von unseren Soldaten nicht bemerkt, ehe ihn am dritten Tag ein Soldat erblickte, abnahm und zu Cicero brachte
Caesar | Der Gallische Krieg | 5.48.1-8 | Übers.: Marieluise Deissmann | Reclam | 1980/2000

Man darf stark vermuten, dass diese Methode der Nachrichtenübermittlung wohl immer wieder in der Antike praktiziert wurde. Anzumerken ist an diesem zweiten Beispiel allerdings, dass es unter den Galliern durchaus Personen gab, welche die griechische Sprache beherrschten; in Einzelfällen nicht nur in Wort, sondern auch in Schrift. Daher ist es etwas rätselhaft, warum Caesar hier allem Anschein nach etwas anderes annahm. 

Doch zurück zu Polyainos. Laut ihm wurden schriftliche Botschaften - vor allem propagandistische - auch noch auf eine ganz andere Weise verbreitet. Im Zusammenhang mit den Taten des legendären griechischen Politikers und Feldherren Themistokles heißt es:

Da Ionier in der Flotte des (Perserkönigs) Xerxes mitkämpften, befahl Themistokles den Hellenen, auf die Seitenwände der Schiffe zu schreiben: "Männer aus Ionien, ihr tut nicht recht, dass ihr gegen eure Väter in den Krieg zieht." Als dies zu lesen war, vertraute der (Perser-)König den Ioniern nicht mehr.
Polyainos | Strategika 1.30.7 | Übers.: Kai Brodersen | De Gruyter | 2017

Mit "Ionier" sind die Bewohner der griechischen Küstenkoloniestädte Kleinasiens gemeint. Sie wurden von den Persern gezwungen, sich diesen im Kampf gegen das griechische Mutterland anzuschließen (vereinfacht ausgedrückt). Dass viele dieser Griechen keine rechte Lust hatten, für die Perser gegen ihre Landsleute zu kämpfen, darf man wohl als sehr wahrscheinlich annehmen. Den Persern war dieser Umstand sicher nicht entgangen, und so bedurfte es nur der beschriebenen Kriegslist des Themistokles, um das Vertrauen endgültig zu erschüttern. Das wird in weiterer Folge wohl die Kampfkraft der persischen Streitkräfte geschwächt haben.

Es muss freilich ein beeindruckender Anblick gewesen sein, als die griechische Flotte sich der persischen näherte, die Rümpfe mit großen Parolen bemalt, die an das Zusammengehörigkeitsgefühl der 'Hellenen' appellierten. Was nicht selbstverständlich war, wenn man bedenkt, dass sich die griechischen Stadtstaaten seit langer Zeit untereinander befehdeten. Selbst Alexander dem Großen standen rund eineinhalb Jahrhunderte später noch griechische Kontingente gegenüber. Die sich allerdings oft freiwillig den Persern angeschlossen hatten; aus Hass auf den 'pseudogriechischen' Makedonen und weil der Großkönig Dareios III. gut gezahlt haben dürften...

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Aus Neugierde habe ich von der KI Grok verlangt, sie soll meine Kommentierung der Quellen prüfen.


Ich bin beruhigt. Der KI-Gott hat mir seinen Segen erteilt! 😄


Sonntag, 28. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Wie die alten Römer den Wald genutzt haben -- Gefälschte Fossilien -- Der legendäre Stein der Schotten -- Musterstaat des Mittelalters -- usw.


 Wie die alten Römer den Wald genutzt haben | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info

 Push-Nachrichten im Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Gefälschte Fossilien – Von Knochenpuzzeln und Gipsgestein | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Machtpolitik im Mittelalter: Ferdinand I. | Spieldauer 14 Minuten | WDR |  Direkter Download

 Raubzug in Westminster: Der legendäre Stein der Schotten | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Jesus von Nazareth: Fakten, Mythen und eine Frage des Glaubens | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download
Eigentlich noch interessanter als die Historizität des Herrn Jesus wäre freilich, wenn man darauf hinweisen würde, dass die Kernelemente des Christentums - etwa die Auferstehung am dritten Tag nach dem Tod - bereits in älteren Religionen vorgekommen sind. Selbiges gilt für die jungfräuliche Geburt, das Töten aller Neugeborenen durch einen bösen Herrscher usw. Das Christentum ist also unübersehbar eine Copy&Paste-Religion (wie so viele andere Religionen auch). Doch wie interpretiere ich das alles? Nun, der Prediger Jesus sollte unter Zuhilfenahme solcher fantastischer Elemente über die damalige Prediger- und Religionskrämer-Konkurrenz im Heiligen Land hinausgehoben werden. Manche meinen, Jesus habe das bereits in Teilen selbst so gemacht, andere sagen, das kam alles erst nach seinem Tod. 

 Musterstaat des Mittelalters: Das Königreich Sizilien Rogers II. | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Welche Spuren der Vergangenheit Archäologen in Mannheim finden | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info

 27.12.1949: Karl August Bez entdeckt die Bärenhöhle | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Pest, Lust und Renaissance - Boccaccios Lebenskunst | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Frontier Females - Wie Frauen den Westen der USA eroberten | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info 
Man beachte das Wording der öffentlich-schlechtlichen Dummfunker. Der damalige Landraub wird plötzlich irgendwie cool, sobald es um die Rolle der Frauen dabei geht...


Donnerstag, 25. Dezember 2025

📽️ Videos: Archäologische Schätze in drei Ländern -- Vom Kind zum Krieger (Kelten, Germanen, Ritter) -- "Medicus 2" nix gut? -- Faszinierende steinzeitliche Höhlenmalereien -- Der Fall Jeanne d'Arc -- usw.


 Archäologische Schätze in drei Ländern | Spieldauer 28 Minuten | SR | Stream & Info

 Medicus 2: Durchwachsenes Mittelalter-Kino | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info 
Ich fand schon den ersten Teil aus geschichtswissenschaftlicher Sicht unerträglich.

 Auf der Suche nach wertvollen Schätzen mit der Metallsonde | Spieldauer 3 Minuten | ARD | Stream & Info
Im Video heißt es: "Wer sondeln will, muss eine Theorie und Praxisprüfung machen." Das hielt ich ursprünglich für eine gute Idee. Mittlerweile habe ich aber von Metallsondengehern gehört, dass diese Prüfungen - Zitat - "Schwachsinn ohne echten Mehrwert sind". Es würde "triviales Kindergartenwissen" abgefragt. Ziel ist es, möglichst viele Leute mittels bürokratischer Hürde vom Metallsondengehen abzuhalten. Also nicht wie behauptet wird, um die Qualität der privaten Metallsucherei und den Nutzen für die archäologische Forschung spürbar zu erhöhen. Ein befreundeter Archäologe aus Österreich hat mir das bestätigt. Ihm haben Kollegen aus Deutschland bei einer Tagung explizit gesagt, dass diejenigen Metallsucher, die keinen Bock auf eine Zusammenarbeit mit der staatlichen Archäologie haben (und das ist die große Mehrheit), durch solche Prüfungen fast nie bekehrt werden können. Die ziehen - wenn man ihnen nicht über die Schulter blickt - ihr Ding nach Gutdünken durch. Im Gegenteil, sie nutzen die staatliche Prüfung sogar als Schutzschild, um sich ungefährdeter Bodenfunde für ihre privaten Sammlungen zu besorgen. Viele melden der staatlichen Archäologie nur das Zeug, dass sie selber nicht brauchen. Jene Archäologen, die also einen greifbaren wissenschaftlichen Nutzen in solchen Prüfungen sehen, unterliegen wohl einer krassen Selbsttäuschung. Oder sie sind schlicht verlogen.

 Die Faszination steinzeitlicher Höhlenmalereien | Spieldauer 45 Minuten | ZDF | Stream & Info 
Das ZDF ist quasi Weltmeister in Sachen Geoblocking. Auch hier ist das Video nur für Seher mit deutscher IP abrufbar.

 Der Fall Jeanne d'Arc | Spieldauer 87 Minuten | Phoenix | Stream & Info

 Heilig und lecker – Wie Religion unser Festessen prägt | Spieldauer 29 Minuten | ARD | Stream & Info

 Vom Kind zum Krieger: Die Kelten | Spieldauer 42 Minuten | Phoenix | Stream & Info 

 Vom Kind zum Krieger: Römer gegen Germanen | Spieldauer 41 Minuten | Phoenix | Stream & Info 

 Vom Kind zum Krieger: Ritter des Mittelalters | Spieldauer 25 Minuten | Phoenix | Stream & Info 


Mittwoch, 24. Dezember 2025

🗞️ Was in der alten Zeitung steht: Das hässliche Gesicht des Feminismus (1892) -- "Super"??? (1849) -- Mehrere UAP-Sichtungen (1954)

Das hässliche Gesicht des Feminismus (im wahrsten Sinn des Wortes)

Gleich vorweg, ich persönlich kann nicht behaupten, dass Feministinnen per se unansehnlicher sind als andere Frauen. Meiner Erfahrung nach gibt es nämlich schon die eine oder andere scharfe... Durchaus denkbar ist aber, dass Feministinnen zumindest im Durschnitt weniger hermachen. Aus Gründen, über die ich an dieser Stelle nicht spekulieren möchte, da sich Korrelationen und Kausalitäten hier zu sehr verknäulen.

Wer nun meint, die negative Einschätzung feministischer Optik sei ein relativ neues Phänomen - so wie auch der Feminismus selbst - der täuscht sich gewaltig. Veranschaulicht wird das in einem Artikel des Mediums "Pester Lloyd", der bereits am 17. Mai 1892 erschien und bei mir eine Mischung aus Ungläubigkeit und Erheiterung hervorrief. Der Schreiber berichtet darin von einem Kongress französischer Feministen (nicht Feministinnen - generisches Maskulinum!).




Pariser Damenkongreß.
(Original-Korrespondenz des "Pester Lloyd".) 
Paris, 16. Mai.
    Was früher mit dem präzisen Ausdrucke "Frauen-Emanzipation" bezeichnet wurde, hat den Namen gewechselt. Der sattsam bekannte Verruf des bezeichneten Ausdrucks, die Zweideutigkeit, die der Verknüpfung von Emanzipation und Weiblichkeit zutheil wird, hat es zuwege gebracht, daß das Wort "Emanzipation" nicht mehr ausgesprochen wird. Der Kongreß, der im Mairie-Saale des Luxembourg- Arrondissements am 18. d. eröffnet worden ist, heißt "Feministen-Kongreß", d. h. Kongreß der verschiedenen französischen "Feministen"-Vereine. Die "Feministen" aber verfolgen dieselben Ziele, sie fordern die Gleichstellung des weiblichen Geschlechtes in Gesellschaft und Staat (natürlich nur hinsichtlich der Rechte), somit die Frauen-Emanzipation. Ein kurzer Besuch während der Berathungen des Kongresses zeigt uns, daß auch in Paris, wie in anderen Großstädten, die Apostel der Frauen- Emanzipation ihrem Äußern nach leider nicht die Qualität besitzen, das stärkere Geschlecht irgendwie und demzufolge auch nicht im Interesse der Sache des "Feminismus" beeinflussen zu können. Die streitbaren Damen, die man da zu Gesicht bekommt, stehen zuvörderst auf dem Kriegsfuße mit Schönheit und ähnlichen irdischen Attributen, welche den Mann zu bekehren pflegen, und ein galanter Franzose hätte es überhaupt nicht für möglich gehalten, daß sich in seinem Vaterlande mehrere Hundert weiblicher Wesen befinden können, über die man gar nicht erstaunt ist, sie zusammengenommen einen Feministenkongreß bilden zu sehen. Das Wort "Damenkranz" oder eine ähnliche auf eine Damengesellschaft angewendete Bezeichnung wäre hier, bei aller Höflichkeit, nicht am Platze, denn in diesen Hallen darf von Schönheit überhaupt nicht gesprochen werden. Der mildernde Umstand des vorgerückten Alters ist indessen nur auf die Minderzahl anwendbar, und daß so viele junge Personen weiblichen Geschlechts häßlich sein können, hätte der enragirteste "Anti-Feminist" niemals zu denken gewagt. In dieser Hinsicht kann man sogar einen direkten Zusammenhang zwischen Unschönheit und Feminismus" konstatiren. Je eifriger die versammelten "Feministen" sind, desto mehr hat die Natur - ein "Anti-Feminist" weiblichen Geschlechts - sie vernachlässigt. Die Dame, welche man präsidiren sieht, ist entschieden die häßlichste unter ihren zweihundert Mitbewerberinen um diesen fragwürdigen Preis, und Venus möge es niemals erfahren, was dies zu bedeuten hat. In hierarchischen Abstufungen sozusagen erschrickt man vor den Gesichtern, Taillen ec. ec. der Vizepräsidentinen, Schriftführerinen, sowie jener Damen, die vor einem Glase Zuckerwasser über die bittersten Dinge zu sprechen pflegen. Erst unter den simpeln Zuhörerinen kann das eingeschüchterte männliche Auge sich einigermaßen erholen und macht dankbare Studien auf dem Gebiete der "relativen" Schönheit. Die wenig auffallenden, nicht redenden, die schweigenden Feministen kann man sich schon gefallen lassen und wenn ein Augenpaar unter dem Einflusse der breitgetretenen Enormitäten, die man da zu hören bekommt, still gesenkt vor sich hin lächelt, so sitzt es sicherlich in einem der wenigen hübschen Gesichter, die sich dahinein verirrt haben. Diese hübschen Gesichter müssen natürlich bei diesem vorsichtig verborgenen, lächelnden Ausdrucke ihres Staunens auch erröthen und bei den Sitzungen eines "Feministen-Kongresses" fehlt es für nicht ganz hieb- und stichfeste Zelotinen der Frauen-Emanzipation zum Erröthen nicht an Gelegenheit. Denn die Details und Gründe, welche die Rednerinen da vorbringen, sind sehr ernster Natur, so ernst, daß eine Verhandlung derselben in weiblicher  Öffentlichkeit auf den Nicht-Feministen anstößig wirken muß.
    Außer der Hauptresolution, welche der Pariser Damenkongreß in seiner ersten Sitzung gefaßt hat, nämlich dem "Wunsch", daß die Gleichberechtigung der Frau, politisch wie sozial, in allen Gesetzbüchern durchgeführt werde, beschäftigten sich die Reden und Anträge auch mit weniger chimärischen Ideen, wie z.B. der Beeinflussung des regierenden Geschlechtes im Sinne der Verhinderung eines Krieges, die Anhaltung gebildeter Mädchen zu nützlicheren Berufsgeschäften ec. Es geht, was die Berathungsform betrifft, in der von allen Kongressen acceptirten "parlamentarischen" Weise zu, und zwar gar nicht bunter, oder geräuschvoller als unter Männern. Es verdient sogar hervorgehoben zu werden, daß die weiblichen Redner sich auch kurz zu fassen vermögen, was schon vielleicht eine Errungenschaft des Feminismus, allein keinesfalls weiblich ist. Mehrere der vorgemerkten Rednerinen erklärten auch, auf das Wort verzichten zu müssen, weil sie ihre Notizen zuhause ver- gessen hätten. Am charakteristischesten jedoch für weiblich-feministische Vergeßlichkeit war die Leistung der schriftführenden Dame. Dieselbe hatte das Protokoll der vergangenen Sitzung verlesen und in demselben einen förmlichen und sehr ausführlichen Bericht über alle gehaltenen Reden, Wahlen, sowie über andere Zwischenfälle geliefert, lauter Dinge, die in einem Protokoll nicht unerläßlich sind. Die Versammlung war eben im Begriffe, das Protokoll unter Applaus zu genehmigen, als ein in seiner Eigenschaft als Redakteur einer Femi- nisten Zeitung dem Kongreßvorstande angehöriger Herr bemerkte, in dem Protokoll fehle etwas Unerläßliches, nämlich die Erwähnung der Beschlüsse der vergangenen Sitzung. Die Schriftführerin bemerkte, und zwar, was man bisher noch nicht gesehen, mit einem ersten, gar nicht feministischen Erröthen, sie habe daran ganz vergessen.
Für Ironie sind die guten Feministen, auch wenn ihrer an 200 beisammen sind, absolut unempfänglich, sonst hätte man nicht, wie dies thatsächlich der Fall gewesen, an die Adresse eines weiblichen Arztes von Bordeaux (eine Doctoresse") ein Dankesvotum geschickt, weil diese Dame, auf die Einladung des Kongreß-Ausschusses, für den Feministekongreß einen passenden Vortrag auszuarbeiten, damit geantwortet hat, daß sie dem Kongreß eine populärwissenschaftliche Abhandlung über das Kindbettfieber zuschickte.
P-ki.

Die polemisch-witzigen Ausführungen zeigen, was damals journalistisch noch so alles ging, während sich die Meinungsfreiheit heutzutage zunehmend in einem Knigge-Gulag wiederfindet.

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 "Super"???

In einem am 8. Jänner 1849 erschienenen Artikel der "Salzburger Zeitung" lässt man das verrückte Vorgängerjahr 1848 kurz Revue passieren, als in Europa an allen Ecken und Enden der Teufel los war. Beim Lesen stieß ich dann jedoch auf eine Formulierung, die mir zeitlich komplett deplatziert vorkam - da sie sich für meinen Geschmack viel zu modern anhört. Von "superklugen Politikern" ist nämlich -die Rede.


Die Gewohnheit, das lateinischstämmige Wort "super" als Verstärker für eine Formulierung zu verwenden ist meines Wissens relativ neu und dürfte irgendwann in der Nachkriegszeit aufgekommen sein - wahrscheinlich über die Werbung in den Massenmedien. Und doch findet man es auch schon in diesem 177 Jahre alten Text. Mich hat das überrascht.

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Mehrere UAP- bzw- UFO-Sichtungen (1954)

Die Innviertler Volkszeitung berichtet fast ganzseitig am 30. September 1954 über mehrere UAP- bzw. UFO-Sichtungen. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit kann ich hier im Einzelnen nichts sagen; das möge jeder selber beurteilen. Der erwähnte Vorfall aus Passau fand allerdings am 28. September auch schon in den Salzburger Nachrichten Erwähnung. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken - oder oben den Link zum Originalartikel nutzen).


Interessant ist hier vielleicht noch, dass unter UFO-Kennern das Jahr 1954 ganz allgemein hervorsticht; aufgrund ungewöhnlich vieler internationaler Sichtungen - behauptet zumindest die KI Grok. ^^

Mittwoch, 17. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Kritik an den Ausgräbern der antiken Villa Borg -- Suche in der Mosel nach römischen Brücken -- Wie wird das Alter von Metallen bestimmt -- Archäologie und Totenruhe -- usw.


 Archäologische Grabungen an Villa Borg und in Reinheim vorerst gestoppt | Spieldauer 1 Minute | SR | Stream & Info 
Seit Jahren kritisiere ich die besch...eidene Publikationspraxis, die in der Archäologie viel zu oft in Erscheinung tritt. Hier haben wir ein Paradebeispiel dafür! So wie das im Fall der Villa Borg anscheinend betrieben wurde, läuft die archäologische Erforschung schon fast auf ein Privatissimum hinaus. Diese Lahmarschigkeit und diese absurde Prioritätensetzung sind eine Ärgernis für die Öffentlichkeit und die Geschichtsforschung. Die Archäologie hat als Hilfswissenschaft Quellen zugänglich zu machen und sich nicht in einem reinen Selbstzweck zu erschöpfen.

 Archäologische Ausgrabungen: Was ist mit der Totenruhe? | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info
Zitat: User "Effendi" merkte in seinem Kommentar an, dass auch Verstorbene Rechte haben. Er kommentierte: "Lasst doch die sterblichen Überreste beerdigen und in Ruhe lassen. Das haben alle Menschen nach dem Tod verdient. Hier wird dieses Recht mit Füßen getreten." Der soll sich auf seinen fliegenden Teppich setzen und mit Warpgeschwindigkeit in die Fantasiewelt von "Tausendundeine Nacht" abzwitschern. Dort ist der Herr mit seiner wissenschaftsfeindlichen Moralisiererei besser aufgehoben. 

 Wie wird das Alter von Metallen bestimmt – etwa das Gold bei der Himmelsscheibe von Nebra? | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Unterwasser-Archäologen suchen in der Mosel nach römischen Brücken | Spieldauer 11 Minuten | SWR | Stream & Info

 Europas beste Mittelalter-Diplomatin: Margarete von Österreich | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Neues Zentrum für Burgen-Forschung an der Uni Tübingen eröffnet | Spieldauer 9 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Wie die Römer einen Moselort bis heute prägen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info

 So prägten die Römer den Weinbau an der Mosel | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info

 Werden alte Römerstraßen heute noch für den Verkehr genutzt? | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info

 Glanz und Gewalt: Aztekenprinzessin Tecuichpotzin | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Ein Schotte erfindet ein Land - und erbeutet Millionen | Spieldauer 15 Minuten | WDR  | Direkter Download


Sonntag, 14. Dezember 2025

📽️ Videos: Assyrologe Irving Finkel -- Grabräuber auf Militaria-Jagd -- Grabräuber im Hunsrück -- Einzigartige Ausgrabung römischer Ruinen -- usw.


 Irving Finkel: Deciphering Secrets of Ancient Civilizations, Noah's Ark, and Flood Myths | Spieldauer 12 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Ein hochinteressantes Gespräch. An dem Herrn sind nicht nur der Weihnachtsmann-Bart und die Theo-Waigel-artigen Augenbrauen faszinierend. Hier noch ein Ausschnitt, in dem es um die beachtliche Theorie geht, wonach der Mensch bereits zur Zeit von Göbekli Tepe - also vor rund 11000 Jahren - ein Schriftsystem besaß. 


  8.000 Jahre ununterbrochene Besiedlung: Archäologie im Burgenland | Spieldauer 25 Minuten | ORF | Stream & Info
Viele Burgenländer werden mich dafür steinigen wollen, aber man hätte - meiner Meinung nach - aus diesem schmalen Landstreifen nach dem 1. Weltkrieg kein eigenes Bundesland machen sollen. Besser wäre es gewesen, die obere Hälfte Niederösterreich zuzuschlagen und die untere der Steiermark. Das hätte dem Steuerzahler einiges an Geld gespart. Faszinierend ist es aber allemal, wie die Politik da innerhalb weniger Jahrzehnte eine burgenländische Identität fabriziert hat, die es vorher nie gab. Vielmehr hat man sich, als die Gegend noch Teil der ungarischen Reichshälfte war, als Deutsche bzw. Deutschösterreicher betrachtet. Die Hälfte meiner Verwandtschaft kommt übrigens aus dem Südburgenland, und meine Oma hat nicht zufällig den Familiennamen "Deutsch" getragen. 

 Geheimgang in Treysa: Zeitreise ins Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | hr | Stream & Info 

 Vor 400.000 Jahren - Archäologen finden Hinweis! Feuer deutlich früher als gedacht! | Spieldauer 2 Minuten | WELT | Stream & Info 

 Rom an der Limmat – eine einzigartige Ausgrabung römischer Ruinen | Spieldauer 45 Minuten | Kanton Aargau | Stream & Info 



 Grabräuber im Hunsrück | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info

 Woher kommt der goldene Hut von Schifferstadt? | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Grabräuber auf Militaria-Jagd – das illegale Geschäft mit Weltkriegs-Relikten | Spieldauer 14 Minuten | MDR Investigativ | Stream & Info 
Mein lieber Mann, die Metallsondengeher im Youtube-Kommentarbereich sind not amused über dieses Video des MDR 😄. Teilweise verständlich, da etwa der wissenschaftliche Wert von Militaria aus dem 2. Weltkrieg fast immer gegen Null tendiert. Helme, Bajonette, Orden etc. sind Massenware gewesen, und auch der Fundkontext kann hier nur selten Nennenswertes zum Verständnis der betreffenden Zeit beitragen, da diese außerordentlich gut dokumentiert ist. Völlig lächerlich, das konträre Gesabbel der interviewten Archäologin. Mehr intellektuelle Unredlichkeit geht nicht. Die spult nur ihre einstudierten Ideologie-Phrasen herunter. Davon abgesehen, wird der meiste Krempel nicht gemeinsam mit den sterblichen Überresten eines Menschen entdeckt. Trotzdem wird vom Sendungsverantwortlichen die Ausnahme zur Regel gemacht, um daraus ein Strohmannargument zu basteln. Dass hingegen in der Militaria-Sammelszene etliche Individuen mit politischem Dachschaden herumspuken, habe auch ich im Laufe der Zeit schon festgestellt. Freilich, ob es gerechtfertigt ist, diese Gruppierung hier dermaßen in den Mittelpunkt der Reportage zu rücken und daraus ein "pars pro toto" zu machen, ist eine ganz andere Frage. Da wäre ich als normaler "Sondler" auch angepisst.


 Museum Haithabu: Wo der Wikinger-Alltag lebendig wird | Spieldauer 6 Minuten | NDR | Stream & Info 


Freitag, 12. Dezember 2025

🐔 Da lachen ja die Hühner! Wie ein Journalist die katastrophale Jahresbilanz der Mittelalterbaustelle Campus Galli schönschreibt.



Was der für den Südkurier schreibende Journalist Stusstexter Alexander Michel mit seinem jüngsten Artikel über die finanzmarode Mittelalterbaustelle Campus Galli abgeliefert hat, zeigt wieder einmal überdeutlich, wie qualitativ abgewirtschaftet der Konzern-Journalismus ist. Und dass wahrscheinlich die größten Nutznießer dieses Qualitätsmangels Parteipolitiker und ähnliche staatliche bzw. staatnahe Akteure sind.

Doch worum geht es genau? Nun, am besten wir machen uns anhand von einigen Passagen aus Herrn Michels Text ein Bild. Bereits die Überschrift lässt dabei erahnen, dass die Öffentlichkeit hier wieder einmal hinter die Fichte geführt werden soll.

Gute Laune beim Campus Galli: Mehr als 80.000 Besucher in der Saison 2025

Was für eine Chuzpe. "Gute Laune", obwohl dieser quasi-kommunale bzw. pseudo-private Laden immer noch tief in den Roten Zahlen steckt und wesentlich mehr Besucher als lediglich 80000 benötigt, um nicht mehr vom Steuerzahler durch Unsummen vor dem Finanzkollaps bewahrt zu werden; ein Faktum, das sogar die unfähigen Betreiber selbst bereits vor Jahren kommuniziert haben. Das Käseblatt Südkurier und sein Schreiberling verschweigen dem Leser diese essentielle Kontextinformation. Mehr noch, man geriert sich wie ein Marketing-Wurmfortsatz des Projekts.
Übrigens, im Islam gibt es eine eigene Bezeichnung für 'Lügen', die nicht de jure Lügen sind, aber für den Rezipienten trotzdem genau darauf hinauslaufen: Tawriya (توریة). Gemeint sind damit mehrdeutige Aussagen, bei denen man etwas Wahres sagt, aber in einer Weise und mit dem Ziel, dass der Rezipient es falsch versteht. 
Wir wissen nun nicht, ob hinter dem irreführenden Geschreibe des Herrn Michel Absicht oder journalistische Inkompetenz steckt. Eine Zumutung ist es aber in jedem Fall. Und darüber hinaus wird hier wieder einmal veranschaulicht, welche Lachnummer die sogenannte "Vierte Gewalt" in der Praxis doch ist. Sie kontrolliert nicht die Mächtigen, sondern sie legt sich quasi zu diesen ins Bett. Selbst auf lokaler Ebene. Denn über Schönschreibübungen wie jene des Herrn Michel, freuen sich Individuen wie Arne Zwick natürlich sehr; ist er doch als langjähriger Bürgermeister der Standortgemeinde ein zentraler Architekt der Misere Campus Galli. 

[...]. Dass sich vor allem in den vergangenen zwei, drei Jahren auf dem Campus viel bewegt hat und mit dem großen Nebengebäude des Abtshofs ein erstes steinernes Bauwerk entstanden ist, hat sich in der Region herumgesprochen und treibt die Besucherzahlen in die Höhe. Mehr als 80.000 waren es in der kürzlich beendeten Saison 2025, wie Hanns Napierala, Geschäftsführer des Vereins Karolingische Klosterstadt, auf Anfrage des SÜDKURIER erklärt. Damit konnte man zulegen, nachdem in der Saison 2024 nur 77.000 Besucher gekommen waren.

Man konnte also auf Anfrage eines Mediums - selbst Wochen nach dem Saisonende - noch keine exakte Zahl nennen? Das ist ja völlig lächerlich. Was für ein Chaos herrscht denn bei diesen Möchtegern-Baumeistern in Baden-Württemberg?
Außerdem wird hier ersichtlich, wie mittels Statistik manipuliert werden kann. Anstatt nämlich einen aussagekräftigen Überblick zu geben, pickt man sich Daten heraus, welche die angestrebte Deutungsweise unterstützen. Und zwar jene, wonach es mit dem Campus Galli bergauf geht. Dass dies jedoch eine Halbwahrheit und somit Blödsinn ist, zeigt die Besucherstatistik der gesamten Projektlaufzeit:

22. Juni bis 3. November 2013     12.225
2. April bis 2. November 2014         36.582
3. April bis 1. November 2015         48.058
1. April bis 1. November 2016     65.755
1. April bis 5. November 2017      79.660
24. März bis 4. November 2018 82.988
2. April bis 3. November 2019      91.661
29. Mai bis 1. November 2020     53.800
13. Mai bis 7. November 2021     66.899
1. April bis 6. November 2022         75.511
1. April bis 5. November 2023     81.881
30. März bis 3. November 2024 ca. 77.000
1. April bis 2. November 2025 ca. 80000    (AKTUELL)

Viermal konnte der Campus Galli bereits mehr oder ähnlich viele Besucher vorweisen. Und zwar in den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2023. Im Jahr 2019 waren es sogar dramatisch mehr als dieses Jahr. Selbst 2023 kamen mehr Besucher, obwohl Museen damals noch an den Nachwehen der Corona-Hysterie laborierten, weil unverbesserliche - pardon - Hosenscheißer nach wie vor aus Angst Menschenansammlungen mieden, um nicht frühzeitig dahingerafft zu werden. 

Vor allem in der ersten Hälfte des Saison war der Gästezustrom aufs Gelände groß, weshalb Napierala von einem „hervorragenden Jahr“ spricht. Die auf dem Campus vorgenommenen Besucherbefragungen hätten ergeben, dass das Publikum von der inzwischen bestehenden Vielfalt an Gebäuden begeistert ist.

Hannes Napierala, der ewige Geschäftsführer des Projekts, ist und bleibt eine Luftpumpe. Natürlich war er es, der als Stichwortgeber für den Südkurier-Journalisten Alexander Michel fungierte.

Und auch zu dieser "Besucherbefragung" noch ein paar Worte: Vor nicht allzu langer Zeit erreichte mich im Kommentarbereich meines letzten Beitrags über den Campus Galli die Wortmeldung einer goscherten Gästeführerin des Projekts, die ebenfalls meinte, das Feedback der Besucher sei total positiv. Mag sein. Trotzdem entsteht hier aufgrund des seit Jahren stagnierenden Interesses der starke Eindruck, dass viele Besucher des Campus Galli stets dieselben Fanboys und Fangirls sind. Dass diese tendenziell das Gebotene geil finden, überrascht nicht. Hingegen - siehe die obige Statistik - überzeugen Angebot und Qualität keineswegs breitere Schichten der Bevölkerung. Wäre es anders, dann würde die Klosterbaustelle in Meßkirch ähnlich erfolgreich brummen wie ihr Vorbild, die französische Burgbaustelle Guédelon.

Für 2026 ist Hannes Napierala optimistisch: „Mit dem Campus läuft es prima.“ 

Dieser betriebswirtschaftliche Totalversager, der mit seiner Truppe von Kräuterfrauen und Che-Guevara-Fans den Steuerzahler seit weit über einem Jahrzehnt aussackelt, verharrt offensichtlich im Fantasiemodus. Nur der ebenfalls fremdfinanzierte gelb-blaue Giftzwerg in Osteuropa dürfte ähnlich stark von der Realität abgekoppelt sein. Anders als dieser, wird Napierala zumindest nicht in ausländische Exil davonlaufen müssen, wenn alles zusammenkracht. Vielmehr darf er sich dann wieder - seiner Ausbildung entsprechend - als Archäozoologe betätigen. 



Mittwoch, 10. Dezember 2025

🎧 Hörbares: Mörder mit päpstlichem Freibrief -- Die weströmische Honoria-Affäre -- Der letzte große Inka-Rebell -- Marienverehrung im Mittelalter -- Guy Fawkes -- usw.


 Mörder mit päpstlichem Freibrief: Goldschmied Benvenuto Cellini | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Die Honoria-Affäre: Westroms größter Skandal | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Beinahe hätte er England gesprengt: Guy Fawkes | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
Zum Glück sind diese Guy-Fawkes-Masken mittlerweile weitestgehend aus der Mode. Jahrelang sind die Leute damit herumgeturnt, weils irgendwie cool war...

 Túpac Amaru II, der letzte große Inka-Rebell | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
"Die spanischen Unterdrücker und Ausbeuter..." Die Inka waren selbst üble Unterdrücker und Ausbeuter. Fast möchte man deshalb von "Karma" sprechen. Jetzt ahne ich aber, woher der längst verblichene Rapper Tupac seinen Namen hatte 😀

 Restitution von Kulturgütern: Vergiftete Aufarbeitung | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Anthropologie: Monumentalbau in Mexiko ohne herrschende Eliten | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 The Age of the virgin – Marienverehrung im Mittelalter | Spieldauer 29 Minuten | DF | Stream & Info 

 Genetik: Hunde begleiten Menschen seit mindestens 11.000 Jahren | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Helmut Berschin: „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“ | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download
Eine Sendung über das böse generische Maskulinum und mehr ...


Sonntag, 7. Dezember 2025

📽️ Videos: Die Schriftrolle von Jerash mit Hightech entschlüsselt -- Jüdisches Ritualbad in Aub ausgegraben -- Warum Jacob Fugger der Elon Musk des Mittelalters war -- Urkundenfälscher im Mittelalter -- usw.


Archäologie und Hightech: Die Schriftrolle von Jerash entschlüsselt | Spieldauer 44 Minuten | ZDF | Stream & Info 
Die glühenden Europäer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben dieses Video mit einer Ländersperre versehen. Außerhalb von Deutschland braucht man daher einen passenden VPN-Proxy.

 Zahlen schreiben Geschichte: Die Sintflut | Spieldauer 27 Minuten | arte | Stream & Info 

 Ausstellung über Nürnberg verborgenes Massengrab | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info

 Archäologie Neumarkt: Die alte Latrine unter der geplanten Toilette | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 

 Warum Jacob Fugger der Elon Musk des Mittelalters war | Spieldauer 12 Minuten | DW | Stream & Info

 Uni Göttingen forscht über Urkundenfälscher im Mittelalter | Spieldauer 4 Minuten | NDR | Stream & Info

 Jüdisches Ritualbad in Aub ausgegraben | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info 
Ein furchtbares Hintergrundgejaule. Wie aus seinem Horrorfilm. Wer beim BR denkt sich so einen Schmarrn aus? ^^


Donnerstag, 4. Dezember 2025

🕎 Woher kam die antijüdische Stimmung in der Antike und dem Mittelalter wirklich?



Einigen Lesern des Blogs dürfte Rebecca Gablé - die deutsche Bestseller-Autorin von etlichen Mittelalterromanen - ein Begriff sein. Ich hab ihre Bücher jedenfalls vor ca 15 bis 20 Jahren sehr gerne und in großer Stückzahl gelesen. Irgendwann kam ich jedoch davon ab - Bernard Cornwells Stil gefiel mir einfach besser, da dieser knackiger ist und die Storys wesentlich weniger Liebesschmus enthalten.
Kürzlich bin ich aber zufällig über eine Rezension von Gablés Büchern gestolpert; darin hieß es, die Frau würde antijüdische Stereotype quasi unreflektiert an ihre Leser durchreichen; im Subtext schwang mit, dass Gablé daher politisch verdächtig sei (und das obwohl ihr Künstlername Rebecca ist 🙄). Diese Kritik brachte mich zum Nachdenken, denn ich sehe das anders: Rebecca Gablés Romane bevölkern jede Menge 'gute Juden'. Wenn dann aber z.B. ein jüdischer Geldverleiher einmal weniger sympathisch wirkt, dann ist das eher eine realitätsnahe Beschreibung. Denn nahezu alle Geldverleiher - also Banker - erfreuen sich bis heute keiner großen Beliebtheit; völlig wurscht, welches Glaubensbekenntnis die betreffende Person hat. Und im Mittelalter waren nun einmal - nicht zuletzt wegen dem merkwürdigen Zinsverbot der katholischen Kirche - Juden sichtbar überproportional im Geldverleih/Bankwesen tätig. Es ist dementsprechend vertretbar, solche Fakten literarisch zu verarbeiten; und zwar ohne Ideologiebrille und Schere im Kopf. 

Dass dieses starke Engagement im Finanzsektor den Juden dazumal insgesamt auf den Kopf gefallen ist (auch heute noch), lässt sich freilich nicht bestreiten. Denn die europäischen Völker haben von den jüdischen Bankern quasi auf alle Juden geschlossen. Hätte man genauer hingeschaut, dann wäre man jedoch draufgekommen, dass die christlichen 'Geldsäcke' (die es trotz Verbots im Laufe des immerhin rund tausendjährigen Mittelalters immer häufiger gab), um keinen Deut ethischer gehandelt haben. Auch für Sie stand die Profitmaximierung im Vordergrund. Siehe Fugger, Welser usw.
Es wäre natürlich arg verkürzend und verfälschend, wenn man die antijüdische Grundhaltung in der Bevölkerung bloß auf monetäre Aspekte und ein paar religiöse Meinungsunterschiede zurückführen würde. Die Realität war wesentlich komplizierter. Auch handelt es sich um kein rein christliches Phänomen, wie beispielsweise schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus mit einem wenig freundlichen Zitat über Juden bezeugt ("Unheilig ist bei den Juden alles, was bei uns heilig ist, und erlaubt ist bei ihnen, was für uns unrein ist."). Philo von Alexandria - selbst Jude - berichtete, dass sich seine nach Rom ausgewanderten Landsleute in bestimmten Stadtvierteln zusammenballten. Man wollte also unter sich bleiben. Die "Gettoisierung" war hier selbstgewollt - so wie man es bis heute auch bei anderen Einwanderergruppen ständig beobachten kann. Man lebte lieber nebeneinander, statt miteinander.
Wer sich heute über migrantische Parallelgesellschaften ärgert, sollte in der Lage sein, sich beispielsweise in die Menschen des Mittelalters hineinzuversetzen, die genau diese Kritik an den als Fremdkörper empfundenen Juden übten. Uns gelten heute die sogenannten "westlichen Werte" als zentraler Leitfaden für ein gedeihliches Zusammenleben - gleichzeitig sind diese ein Herrschaftsinstrument des Establishments. Im 'Mittelalter und in der Frühen Neuzeit hatte das Christentum diese Funktion. Wer sich diesem nicht voll und ganz unterordnen wollte, galt als Außenseiter und Störer der Gemeinschaft. Man darf hier nicht vergessen, dass die damaligen Autoritäten ihre Macht von jener Gnade ableiteten, die ihnen angeblich von Gott zuteil wurde; wer sich weigerte, an diesen Gott in der verordneten Form zu glauben, der galt entsprechend als Gefahr für die herrschende Ordnung; sogar die Christen selbst wurden ja zuvor von den römischen Kaisern aus ähnlichen Gründen rund ein Vierteljahrtausend lang blutig verfolgt. Was im Übrigen aber auch ein zentraler Unterschied zur Gegenwart ist. Denn heute gehen die Autoritäten des Staates gegen Assimilierungsverweigerer nicht mehr dermaßen rabiat vor. Ganz im Gegenteil, man lässt sich eher devot auf der Nase herumtanzen. Unsere Gesellschaft verfiel sozusagen von einem Extrem ins andere. Die Ironie daran ist: Ausgerechnet die vergangenen antijüdischen Grauslichkeiten tragen enorm zu diesem Verhalten der westlichen Gastgesellschaften bei - wie besonders das ständige Bemühen des Dritten Reichs im politischen Diskurs bezeugt.

Betrachten wir eine weitere Frage, die ich für erörternswert halte: Warum hat sich auch nach der Aufklärung - als die Religion ihre Bedeutung als gesellschaftlicher Kitt verlor - die antijüdische Stimmung hartnäckig gehalten? Wie konnte das sein? Denn schließlich ist ab dem 18. Jahrhundert das Göttliche nicht nur für Christen zunehmend unwichtig geworden, sondern auch für Juden. Viele dieser Juden legten ihren Glauben ab und konvertierten sogar zum Christentum. Eventuell noch mehr wurden Atheisten oder Agnostiker. Der Verdacht liegt daher nahe, dass sich zu diesem Zeitpunkt die europäischen Völker längst an ihre tiefe Antipathie hinsichtlich ihrer jüdischen Mitbürger gewöhnt hatten. Gewohnheiten kann man bekanntlich nicht so leicht ablegen. Und jüdische Bankiers waren immer noch Teil des Alltags (Reichtum vererbt sich oft über sehr viele Generationen). Dies half, das Feuer am Lodern zu halten. 
Erschwerend kam hinzu, dass im aufkommenden Kommunismus Juden überproportional als Akteure vertreten waren; das ist ein Faktum, welches schon dazumal vielen Beobachtern auffiel. Und zwar negativ, wenn man politisch anders ausgerichtet war. Später kulminierte dies in der fatalen nationalsozialistischen Pauschalisierung: Jude = Kommunist/Bolschewist. Genau in diesem Kommunismus sah man den großen Gegenspieler, den es zu vernichten galt; nicht nur politisch, sondern auch physisch. Ein weiterer Punkt, den die Nationalsozialisten zum Nachteil der Juden aufgriffen: Jude ist man nicht nur aufgrund der Religionsausübung, sondern auch aufgrund der Abstammungslinie. So lautet jedenfalls die jüdische Eigendefinition. Das führt, nebenbei bemerkt, zu der - aus meiner Sicht - kuriosen Situation, dass man heutzutage vielen Menschen begegnet, die sich als Juden definieren, obwohl sie Atheisten oder Agnostiker sind und überdies, aufgrund jahrhundertelanger Vermischungen mit Europäern, nur noch vergleichsweise bescheidene Prozentsätze originaler jüdisch-nahöstlicher Gene vorweisen können. Im US-amerikanischen Social-Media-Bereich ist mir diesbezüglich das Pejorativum "JINO" untergekommen: Jew in name only (offensichtlich eine Anspielung auf den Begriff "RINO", was Republican in name only bedeutet). Andererseits, wenn sich heutzutage Kerle mit Bart und Glatze zu Frauen erklären können, dann dürfen sich wohl auch Personen, die kaum wie Simon bar Kochba aussehen, sondern mehr optische Ähnlichkeiten mit Arminius dem Cherusker haben, als waschechte Juden betrachten. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Doch ich schweife an.
Wieso waren nun so viele Juden politisch einschlägig im Kommunismus (und auch Sozialismus) tätig? Meine starke Vermutung: Man ist - aus den oben geschilderten historischen Gründen - dem Konservatismus gegenüber tendenziell feindselig gesinnt gewesen (das spiegelt sich sogar bis heute im Wahlverhalten der Diaspora-Juden wieder). Konservative Ideologie war gerade dazumal noch stark christlich geprägt; genau dieses Christentum wurde jedoch für das weit über 1000 Jahre lange jüdische Ungemach in Europa nahezu alleinverantwortlich gemacht (das sahen freilich nicht alle Jüdischstämmigen so - am wenigsten die Konvertiten). Es war also aus Sicht etlicher Juden wohl nur natürlich, dass man sich den politischen Gegenspielern dieses Konservatismus anschloss - rein intuitiv; und weil natürlich Antijudaismus in konservativen Kreisen nach wie vor eine gewisse Rolle spielte (wenn auch nicht zwangsläufig in der Hardcore-Variante, die schlussendlich der Nationalsozialismus vertrat). 
Heute ist die Einstellung zum Judentum in konservativen Kreisen teilweise drastisch positiver (hierzu wieder so ein Ami-Begriff: "Kosher Conservatives", der u.a. auf AIPAC-gesponserte US-Politiker und 'Influencer' nicht-jüdischer Herkunft abzielt). Diese mehr oder weniger judenfreundliche Selbstdarstellung halte ich persönlich für überwiegend unehrliches virtue signalling, das primär einen politischen bzw. egoistischen Zweck erfüllen soll. Der Massenmord an den Juden im 20. Jahrhundert ließ es wohl opportun erscheinen, dass sich der christlich geprägte Konservativismus vom Kritiker zum scheinbar glühenden Verteidiger des Judentums wandelte.

Apropos "Massenmord" - springen wir abschließend noch einmal weit in die Vergangenheit und kehren dabei zum Kern meiner Überlegungen zurück: Woher kam die antijüdische Stimmung in der Antike und dem Mittelalter? Nun, die Sache ging wesentlich tiefer als bloßer Geldverleih oder die von Tacitus etwas polemisch auf den Punkt gebrachten kulturellen Meinungsverschiedenheiten. Das Judentum war nämlich - wenn es einmal am längeren Hebel saß - äußerst intolerant gegenüber religiös Andersdenkenden (das sollte heute niemanden verwundern, ist die jüdische Religion doch die Grundlage für die bekanntlich ebenfalls nur mäßig toleranten Religionen Christentum und Islam; wobei das Christentum und das Judentum sich unter dem Druck der Aufklärung diesbezüglich überwiegend gebessert haben). Als historisches Beispiel für die jüdische Unduldsamkeit sei etwa die Zwangsbeschneidung der Idumäa im 2. Jahrhundert v. Chr. genannt, von der uns Flavius Josephus in seinen "Jüdischen Altertümern" berichtet. Hingegen als Auswanderer in den antiken und mittelalterlichen Mehrheitsgesellschaften, mussten Juden gezwungenermaßen den Ball flach halten. Wenn sich dann aber doch der Ärger über den mitunter brachialen Assimilationsdruck Bahn brach, dann mündete das z.T. in immensen Exzessen. Zwei besonders drastische Beispiele: Juden verübten während des sogenannten "Kitos"-Krieges (zwischen 116 und 117 n. Chr.) diverse Massaker an ihren griechischen Mitbürgern in Alexandria und Zypern, mit kolportierten hunderttausenden - aber wohl zumindest zehntausenden - Toten (antike Zahlenangaben kann man oft nicht wortwörtlich nehmen). Diese Massaker (die freilich auch eine Vorgeschichte hatten) führte dazu, dass man Juden das Betreten der Insel fast 300 Jahre lang verbot. Und auch im Mittelalter ging es dergestalt weiter. Etwa als starke jüdische Kontingente unter sassanidisch-persischer Führung im frühen 7. Jahrhundert das nun oströmisch regierte Jerusalem eroberten und dabei tagelang zehntausende Christen abgestochen haben sollen (wobei sich Ostrom wenige Jahre später drastisch dafür bei den Juden revanchierte). So berichtet es u.a. der in der Überlieferung als Augenzeuge genannte Mönch Strategios. 
Traumatische Ereignisse wie diese - von denen es noch etliche mehr gibt -  waren gerade in den gebildeten Schichten des antiken und mittelalterlichen Europas allzu bekannt. Zur Beliebtheit der Juden hat dergleichen definitiv nicht beigetragen. Man sah sie daher keineswegs bloß als geldgierige "Jesusmörder", wie das heute gerne simplifizierend und möglicherweise in manipulativer Absicht dargestellt wird ('Strohmannargument'), sondern die Abneigung hatte offenbar noch wesentlich greifbarere Ursachen.

Ungute historische Ereignisse wie die geschilderten waren - wenig überraschend - ein Nährboden für die europäische Judenfeindschaft. Freilich, die Hartnäckigkeit, mit der sich viele Juden in Europa weiterhin der Assimilierung entgegenstellten, hat dafür gesorgt, dass die Animositäten nie abgeklungen sind. Gleichzeitig verhinderte dieses Verhalten aber auch ein komplettes Verschwinden des Judentums; und das unterscheidet die Juden von unzähligen anderen kleineren Völkern, die man heute nur mehr dem Namen nach kennt. Der kollektive jüdische Widerstand - der individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein konnte - hatte freilich einen bekanntermaßen hohen bzw. unmenschlichen Preis. 
Leute wie der schillernde jüdische Publizist Henryk M. Broder würde nun sarkastisch einwerfen: Dass ist so, wie wenn man einer Frau die Mitschuld an ihrer Vergewaltigung gibt. Doch die Analogie mit der unterstellten Täter-Opfer-Umkehr hinkt stark. Eher müsste man fragen: Wie kann es sein, dass eine Frau immer wieder aufs Neue in Situationen gerät, in denen sie vergewaltigt wird? Von zig verschiedenen Männern, in völlig unterschiedlichen Ländern. Ergibt sich da nicht ein Muster, das man - vor allem im Interesse der Frau selbst - unaufgeregt hinterfragen sollte? Gerade jenen, die wie Herr Broder heute islamische Parallelgesellschaften lautstark kritisieren, sollte man hinsichtlich der oben geschilderten Aspekte des Diaspora-Judentums ins Gedächtnis rufen: Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich.

Was gibt es zu dem Thema sonst noch zu sagen? Eigentlich vieles. Doch ich mache an dieser Stelle erst einmal Schluss. Wer mag, darf aber Ergänzendes im Kommentarbereich einwerfen. Gerne auch Kritik, sofern vernünftig begründet. 


Nachträglicher Hinweis: Ich verwende den Begriff "Antisemitismus" nicht, weil er hochgradig unwissenschaftlich und sachlich falsch ist (nicht nur Juden sind Semiten, sondern auch Araber usw.). Er wurde - und das ist die Ironie dabei - im späten 19. Jahrhundert von den Feinden der Juden ersonnen, um Polemik wissenschaftlich erscheinen zu lassen. Dass auch Juden diesen Begriff heute so gerne verwenden, erinnert mich an ein Erich-Kästner-Zitat: "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken"