Montag, 24. Juni 2024

📽️ Videos: Farben und Fernhandel -- Landsknechte -- Eine Großsiedlung der Frühbronzezeit -- 1.300 Jahre Bodensee-Klosterinsel Reichenau -- usw.


 Farben und Fernhandel | Spieldauer 15 Minuten | Alpha | Stream & Info

 Landsknechte - Entstehung und Ende | Spieldauer 32 Minuten | Zeitgeschichte in Bild und Ton | Stream & Info 
Eine große Empfehlung für den Youtubekanal "Zeitgeschichte in Bild und Ton"! Sehr nahe an den Originalquellen, unaufgeregt, viele Details, hervorragend strukturiert und keine aufgeblasene Verpackung ohne eigentlichen Mehrwert. Der Betreiber erledigt hier eigentlich die Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen. Die Videos können auch wie Audiosendungen/Podcasts gehört werden.


 An evidence of the last Jewish revolt against Roman rule in Israel, 1650 years ago, was discovered | Spieldauer 2 Minuten | Israel Antiquities Authority | Stream & Info



 Vor den Toren des Ringheiligtums Pömmelte. Eine Großsiedlung der Frühbronzezeit | Spieldauer 17 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Mehl für die Massen – Aunjetitzer Großsteingeräte | Spieldauer 19 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info



 Grusel, Glaube und Genie - Gotik! | Spieldauer 52 Minuten | arte | Stream & Info

 An der Unstrutbahn: Blick ins Mittelalters in Memleben | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info 

 1.300 Jahre Bodensee-Klosterinsel Reichenau - Wie bunt das Mittelalter wirklich war | Spieldauer 25 Minuten | ORF | Stream & Info


Freitag, 21. Juni 2024

🎧 Hörbares: Als Karl zum Großen wurde -- Der Kölner Dom -- Der Deutsche Bauernkrieg im Jahr 1524 -- Franz Kafka -- Der Venustransit 1769 -- usw.


 192 Zentimeter Europäer: Als Karl zum Großen wurde | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
Zitat: Am Ende formt der Kaiser, der 814 in Aachen stirbt, ein europäisches Großreich. Historiker Matthias Becher warnt jedoch davor, Karl den Großen als Vorbild für ein europäisches Bündnis zu sehen: "Die Methoden etwa, mit denen Karl der Große Europa geeint hat, die wollen wir uns ja ganz sicherlich nicht zu eigen machen." Schön, dass das hier erwähnt wird - oft geht dieses zentrale Faktum nämlich verloren. Matthias Becher ist halt jemand mit Sachverstand. Es stellt sich mir trotzdem die Frage, warum etwa im Angesicht dieser Faktenlage der bekannte Karlspreis immer noch Karlspreis heißt, ohne dass dies von berufener Stelle kritisiert wird? Trifft sich doch zur Preisverleihung immer der ganze elitäre Filz, der ansonsten so peinlich genau darauf bedacht ist, nur ja keine historisch vermeintlich oder tatsächlich vorbelasteten Begriffe und Namen zu verwenden. Warum drückt man nun aber ausgerechnet bei Karl beide Augen ganz fest zu? Vielleicht weil die meisten Preisträger selbst hochgradige Unsympathler oder zumindest die nützlichen Idioten von charakterlich verkommenen Politkotzbrocken sind und deshalb der narzisstische Menschenschlächter Karl eigentlich eh ganz gut zu ihnen passt? Ich meine, man schaue sich doch nur einmal die entsprechende Liste an. Da gibt es, besonders unter den Preisträgern der letzten rund 30 Jahre, nur wenige, denen ich nicht gerne (geschlechtergerecht) eine betonieren würde. Wovon mich selbstverständlich meine gute Kinderstube abhält (aber wirklich nur die). 

 Der Kölner Dom - Ein Riese der deutschen Geschichte | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Der Deutsche Bauernkrieg 1524 - Aufstand gegen soziales Elend | Spieldauer 43 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Clausewitz reloaded - Die Philosophie und der Krieg | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Der Shakespeare unter den Tagebuchautoren: Samuel Pepys | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Wendepunkt in der Wissenschaft: Der Venustransit am 3.6.1769 | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Peter J. Brenner: Franz Kafka | Spieldauer 53 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download
Zitat: Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1924, ist Franz Kafka gestorben. Kafka ist im Prag der Jahrhundertwende aufgewachsen; hier hat er seine familiären und kulturellen Prägungen erfahren, und hier ist er seinem Beruf in der „Arbeiter-Unfallversicherungs-Anstalt“ nachgegangen. Mit diesem Umfeld haben seine Erzählungen und die Romane „Der Process“ und „Das Schloss“ mehr zu tun, als die Literaturwissenschaft lange Zeit wahrhaben wollte. Kafkas Werke sind rätselhaft, aber nicht so rätselhaft, dass sie unverständlich wären. Auch den Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts haben sie noch etwas zu sagen. - Der Germanist Prof. Peter J. Brenner würdigt den großen Dichter und sein Werk. Gerade Kafkas "Prozess" begegnet man in einer Gesellschaft, in der u.a. die Vorverurteilung salonfähig geworden ist, an allen Ecken und Enden.


Mittwoch, 19. Juni 2024

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 2.24: Orte des NS-Terrors im Fokus der Archäologie (nichts für mich!)

Der Heftschwerpunkt und meine Kritik daran

Eigentlich wollte ich diese Ausgabe der Reihe "Bayerische Archäologie" überhaupt nicht besprechen. Weil nämlich der NS-Staat kaum zum Blog passt und ich von dem Thema tendenziell miese Laune bekomme. Hinzu kommt, dass die Archäologie der Moderne, in deren Zuständigkeitsbereich das Dritte Reich fällt, meiner Ansicht nach überwiegend nichts anderes als das Verbrennen von ohnehin nur extrem dünn gesäten Archäologie-Ressourcen darstellt. Teilweise habe ich meine Kritik bereits am Ende der Rezension des Vorgängerhefts dargelegt. Interessanterweise wirkt nun das Vorwort im aktuellen Heft phasenweise wie eine Replik auf diese Kritik. Hat der Herausgeber Roland Gschlößl vielleicht meine Rezension gelesen? Oder ist das nur Zufall? Man weiß es nicht. Umgestimmt haben mich die einschlägigen Beiträge über die "Orte des NS-Terrors" jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil. Der Forschungsaufwand rechtfertigt offensichtlich nicht die Ergebnisse. Die bestehen nämlich vor allem aus vergleichsweisen Banalitäten; will heißen, diese Art Funde und Befunde bringen im Rahmen einer bestens dokumentierten Epoche viel zu selten einen signifikanten bzw. lohnenden Erkenntnisgewinn. Was interessieren mich etwa die zentimetergenaue Lage der Desinfektionsbaracke im KZ-Dachau (wo übrigens meine Großtante eingesessen ist, weil sie ein Pantscherl mit einem auf dem elterlichen Bauernhof eingesetzten polnischen Zwangsarbeiter hatte)? Und welchen wissenschaftlichen Wert haben die in einem Kriegsgefangenenlager ausgebuddelten Zahnpastatuben? Für so einen Unfug Geld rauszuschmeißen ist in Zeiten wie diesen schlicht und ergreifend blödsinnig bzw. ein Schlag ins Gesicht des auch so schon schwer ausgequetschten Steuerzahlers. Gleichzeitig werden Funde aus älteren, vergleichsweise schlecht erforschten Zeitabschnitten durch Baumaßnahmen, extensive Landwirtschaft und Bioturbation unwiederbringlich für die Forschung vernichtet, weil es am nötigen Geld für großflächige archäologische Maßnahmen mangelt (dass hingegen der Boden ein ganz toller Konservator sei, wie manch Archäologe gerne behauptet, ist ein geradezu atemberaubender Schwachsinn; wer dergleichen als Wissenschaftler ernsthaft postuliert, sollte sofort seinen Archäologie-Doktor oder -Master abgeben, weil offensichtlich ist er inkompetent zur x-ten Potenz).
Und während die oft mit Staatsknete finanzierte Archäologie betont interessiert im Schutt der Hitler-Jahre wühlt (dafür gibt es schließlich soziale Bonuspunkte), drückt der staatliche Denkmalschutz immer und immer wieder beide Augen zu, wenn es um das Abreißen von Bauwerken auch aus dieser Zeit geht. So viel 'Schizophrenie' muss man als dafür verantwortlicher Politdepp erst einmal zustande bringen!

Weiter gehe ich hier nicht auf den Schwerpunk dieses Hefts ein, sondern werfe viel lieber einen kurzen Blick auf einige der anderen Themen.


So geht Denkmalschutz: Wegschauen bis es rumst! 

Was ist ein "Jurahaus"? Die "Bude" einer Studentenverbindung im Umfeld einer juristischen Fakultät? Oder die Behausung von Sauriern im gleichnamigen Erdzeitalter? Alles falsch! Es handelt sich dabei um eine Gattung von historischen Häusern, die man in der bayerischen Altmühlregion finden kann.
In der Rubrik "Gefährdete Häuser" wird nun berichtet, dass eines dieser Gebäude, ein dreigeschossiges Herrenhaus aus dem 17./18. Jahrhundert, eingestürzt ist. Trotz intensiver Bemühungen von Bürgern und dem Jurahaus-Verein ließ der Besitzer - in einer Quasi-Komplizenschaft mit wieder einmal untätigen Denkmalschutzbehörden - das stattliche Haus seit Jahrzehnten verfallen, bis es nicht mehr zu retten war.

Tja, Denkmalschutz gibt es eben nicht zum Nulltarif. Aber es ist ja teilweise wohlbekannt, in welche famosen Projekte in Bayern bzw. Deutschland das Steuergeld stattdessen reingeschaufelt wird. Die oben genannte "Archäologie der Moderne" ist dabei zwar ein ärgerliches, aber hinsichtlich ihres finanziellen Volumens doch noch ein vergleichsweise harmloses Beispiel. 
Gleichzeitig setzt sich - wie ein Beitrag im vorliegenden Heft dokumentiert - der dafür in Bayern hauptverantwortliche Politiker bei der Wiedereröffnung der Archäologischen Staatssammlung in München dämlich grinsend als großer Freund der Geschichte in Szene. Man möchte diesen heuchlerischen Poser dafür am liebsten mit einem nassen Fetzen davonjagen. Und jene aus der staatlichen Denkmalpflege gleich mit, die sich als Staffage für so eine Show zur Verfügung stellen, anstatt lauthals im Sinne ihres beruflichen Tätigkeitsbereichs zu protestieren. Aber diese konformen Hofschranzen haben eben schlussendlich auch nur ihr eigenes finanzielles Auskommen im Sinn, das vom Staat bzw. der Gunst seiner intellektuell viertklassigen Parteipolitikern abhängt. Da lautet deshalb wieder einmal die Devise: Hände falten, Goschen halten!


Termin-Unsinn, aber Genderesternchen!

Die in der Heftmitte abgedruckten Mitteilungen der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. bieten wieder einmal gute Unterhaltung. Da wird eine Exkursion zum berühmten Tassilokelch angekündigt, der gerade in Bayern weilt (statt wie üblicherweise in Österreich). Anmeldeschluss dafür sei der 31.05.2024. Nun muss man wissen, dass - laut Amazon - das vorliegende Heft am 29. Mai erschienen ist, also nur zwei Tage davor. Ich habe es überhaupt - wie sicher etliche andere - erst in der zweiten Juni-Woche vom Verlag zugeschickt bekommen. Das heißt, kaum jemand wird auf Grundlage des Heft-Hinweises rechtzeitig die Möglichkeit gefunden haben, sich für die Veranstaltung anzumelden. Was soll also dieser Unsinn? Haben die noch alle Tassilokelche im Schrank? 😉 

Und natürlich haut dieser um sein soziales Standing dauerbesorgte Anbiederungsverein dem wehrlosen Leser wieder einmal rechts und links das Gendersternchen um die Ohren: Wissenschaftler*innen, Fachwissenschaftler*innen, bla bla bla. 
All die der deutschen Rechtschreibung offenbar feindlich gesinnten Stusstexter mögen sich das depperte Sternchen meinetwegen wie einen Gamsbart an den Hut stecken, gerne aber auch woanders hin.

Apropos "Sprachstuss": Ich lese gerade den eigentlich gut gelungenen Begleitband zur noch bis zum 3. November 2024 laufenden Bayerischen Landesausstellung "Tassilo, Korbinian und der Bär - Bayern im Frühen Mittelalter" (wie "Bayerische Archäologie" im Verlag F. Pustet erschienen; meine Rezension kommt hier spätestens im Juli). Auch darin macht man zwanghaft einen auf 'Geschlechtergerechtigkeit', und zwar im Abschnitt über den oben schon erwähnten Tassilokelch. Denn der soll, nach dem Willen des für den Text verantwortlich zeichnenden Frühmittelalter-Archäologen Egon Wamers, nun "Tassilo-Liutpirc-Kelch" heißen. Weil es Herrn Wamers - und sicher auch einigen anderen Schlaubergern in seiner konformistischen Historikerblase - wohl als antifeministische Garstigkeit erscheint, dass Liutpirc (Liutberga), Herzog Tassilos langobardische Frau, nicht in der Bezeichnung vorkommt, obwohl sie namentlich neben Tassilo als Stifterin auf dem prunkvollen Kelch genannt wird (allerdings erst an zweiter Stelle). Schauen wir mal, ob sich diese ideologisch intendierte Sprachvorgabe gegenüber einer alten Namenstradition durchsetzen wird. Ich mache diesen verkomplizierenden Stuss freilich nicht mit.


Fazit

Ich halte nicht viel von einer mit Steuergeld finanzierten "Archäologie der Moderne", wurscht ob man nun nun ein KZ oder den vergrabenen Müll einer Hippie-Kommune archäologisch beackert. Sinnvoll wäre es jedenfalls gewesen, wenn man auch Kritiker dieses Treibens im Heft hätte zu Wort kommen lassen, anstatt nur 'Apologeten', die selber damit ihre Brötchen verdienen. Obwohl ich mir natürlich gut vorstellen kann, dass es eher schwierig ist, Archäologen oder Historiker zu finden, die sich dazu wirklich kritisch in aller Öffentlichkeit äußern möchten; einfach aus Angst um die eigene Karriere. Gerade das kitzlige und mannigfaltig missbrauchte NS-Thema umgibt ja die Archäologie der Moderne wie ein unsichtbarer, aber äußerst wirkungsvoller Schutzschild à la Raumschiff Enterprise. Ich bezweifle daher stark, dass die geschätzten Macher der Zeitschrift "Bayerische Archäologie" überhaupt in Erwägung gezogen haben, kritische Stimmen für einen Kommentar zu gewinnen. Da fehlts wohl an den nötigen cojones. Auch ansonsten ist das vorliegende Heft meiner Ansicht nach von nur mäßigem Interesse. Die nächste Ausgabe, in der es um Burgenarchäologie geht, verspricht wesentlich mehr.


Mittwoch, 12. Juni 2024

Krankheitsbedingt ...

 ... pausiert das Blog bis zum 19. Juni bzw. nächsten Mittwoch. Zwar bin ich ja eigentlich längst wieder gesund, aber es ist einiges liegengeblieben, weshalb mir momentan leider die Zeit für andere Dinge - wie eben das Blog - fehlt. Blöd, aber was will man machen 😑


Sonntag, 9. Juni 2024

🎧 Hörbares: Morddrohungen gegen den Plagiatsaufdecker Stefan Weber -- Platon und die entzifferten Herculaneum-Papyri -- Johann Ohneland und die Magna Carta -- Geraubte Schädel -- usw.


 Plagiatsfall bei SZ: "Ich habe geweint vor Freude, als die Nachricht kam: Sie ist noch am Leben" | Spieldauer 23 Minuten | Telepolis/Youtube | Stream & Info
Ich habe nicht geweint, sondern vermute dahinter eher die peinliche Inszenierung einer berechnenden Drama-Queen, die gezielt mit ihrer seltsam unentschlossenen 'Plantsch-Aktion' im Fluss um Mitleid heischte und sich nicht zuletzt deshalb in weiterer Folge tatsächlich der Verantwortung entziehen konnte. In diesem aktuellen Interview mit Telepolis/Heise geht es dann auch um ein Gutachten, das anscheinend zwecks Entlastung der betreffenden Journalistin fabriziert wurde (siehe dazu auch hier). Der Plagiatsgutachter Stefan Weber nennt das "Forschungsbetrug"; weil, wie er erklärt, die Gutachter die Definition für ein Textplagiat verbogen haben, um zu einem 'passenden' Ergebnis gelangen zu können (also so ähnlich wie Captain Kirk beim Kobayashi-Maru-Test - die Star-Trek-Fans wissen, wovon ich spreche 😉). Ich selbst gelange insgesamt zu der Einschätzung, dass der Journalismus - frei nach Clausewitz - von wenigen Ausnahmen abgesehen oft nichts anderes als Politik mit anderen Mitteln darstellt und deshalb schlicht als übelriechender Sumpf anzusprechen ist. Abzulesen auch an den unglaublich wüsten Attacken auf Weber aus diesem Milieu und seinem Dunstkreis, die dann noch am Ende des Interviews besprochen werden. Morddrohungen inklusive. Und weil es irgendwie dazu passt: Ursprünglich das Wallstreet Journal berichtete kürzlich (hinter einer Bezahlmauer) von einem immensen wissenschaftsjournalistischen Skandal, der bezeichnenderweise in den Medien ansonsten so gut wie nicht aufgegriffen wird. Hier eine Website, die trotzdem den Inhalt des Artikels wiedergibt.

 Die entzifferten Herculaneum-Papyri und Platon: Vergesst die Philosophie nicht! | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 „Göttinnen und Gattinnen“ – Frauen im antiken Mythos im Alten Museum Berlin | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Symbol für Freiheit: Johann Ohneland und die Geschichte der Magna Carta | Spieldauer 39 Minuten | DF | Stream & Info

 Erfolgreiche DNA-Proben: Geraubte Schädel aus der Kolonialzeit auf dem Weg zurück | Spieldauer 28 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
🙄 ...

 „Mythos Nationalgericht“ von Alberto Grandi | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Die Deutschlandfunker konnten es natürlich nicht lassen, am Schluss noch eine politische Botschaft rauszuhauen. Allerdings ohne auch nur irgendetwas - z.B. in Form von Zitaten - zu belegen. #Qualitätsjournalismus ...

 Marina Münkler: „Anbruch der neuen Zeit. Das dramatische 16. Jahrhundert“ | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download


Freitag, 7. Juni 2024

📽️ Videos: Rebuilding the Sutton Hoo Ship -- Forensische Entomologie im Massengrab -- Keltische Grabstätte und Siedlung in Rekordgröße -- Von der Ausgrabung ins Depot -- Inferno Bronzezeit -- usw.


 New Time Team Special - Sutton Hoo Ship: Rebuilding a Legend (Part 1) with Tony Robinson (2024) | Spieldauer 65 Minuten | Time Team Official | Stream & Info 
Die legendäre Archäologieserie "Time Team" wird - nachdem sie im TV eingestellt wurde - seit einiger Zeit mittels Crowdfunding finanziert und auf Youtube gezeigt. Die aktuelle Folge - die aus mehreren Teilen besteht (hier der erste) ist eine ganz besondere, denn Tony Robinson (Baldrick aus der "Blackadder"-Serie) führt wie früher schon durch die Sendung! Ich mag das neue Format auf Youtube, da man Archäologie darin noch wesentlich ausführlicher erklären kann, als im engen Zeitkorsett eines TV-Senders.


 Funddokumentation III. Von der Ausgrabung ins Depot | Spieldauer 3 Minuten | DAI | Stream & Info
Ein gut gemachtes Video des Deutschen Archäologischen Instituts, anders als der woke angehauchte Werbespot für sogenannte "KulturGutRretter", den man vor 2 Monaten veröffentlicht hat. Wobei mir diese ganze Geschichte von den Kulturgutrettern sowieso suspekt erscheint. Mich würde interessieren, was dabei in ein paar Jahren wirklich an Greifbarem rauskommt. Oder ob das nur gut gemeint, aber schlecht gemacht ist.


 Blauer Raum in Pompeji freigelegt | Spieldauer 45 Minuten | ZDF | Stream & Info
Zwei 45minütige Videos über die Ausgrabungen in Pompeji finden sich in dem Artikel. Und im Text heißt es ganz unten: "Im Jahr 79 bedeckten Asche, Schlamm und Lava nach mehreren Vulkanausbrüchen die antike Stadt." Alter Schwede, die Journalisten beschreiben die Katastrophe fast immer falsch! Ich habe schon gar keine Lust mehr, das hier zum x-ten Mal zu korrigieren. 

 Alte Kirchenfenster neu | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Inferno Bronzezeit: Handelscrash am Mittelmeer | Spieldauer 43 Minuten | ZDF | Stream & Info

 Inferno Bronzezeit: Kollaps der Zivilisationen | Spieldauer 44 Minuten | ZDF | Stream & Info 

 Archäologie erklärt: 069 Forensische Entomologie im Massengrab | Spieldauer 21 Minuten | Archäologie kurz erklärt | Stream & Info



 Sensationsfund! Keltische Grabstätte und Siedlung in Rekordgröße auf Baustelle bei Alzey entdeckt | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info
Geht man nach den Überschriften, dann hat man den Eindruck, in der Archäologie gibts fast nur "Sensationsfunde". Ich frage mich, auf wessen Misthaufen diese Marktschreierei primär wächst. Sind das nur die Medien, die auf Klicks geil sind? Oder versuchen Archäologen mit solchen Übertreibungen in ihren Pressemitteilungen überhaupt in die Medien zu gelangen? Davon abgesehen müsste man gerade im gegenständlichen Fall von einem "Befund" sprechen, nicht von einem "Fund"...


 Off-Topic: Strange Link Between Magnetosphere Collapse and Complex Life on Earth | Spieldauer 15 Minuten | Anton Petrov | Stream & Info
Wer sich für Astronomie, Astrophysik und verwandte Themen interessiert, aber aufgrund fehlender Expertise auf allgemein verständliche Erklärungen angewiesen ist, dem kann ich den Youtube-Kanal von Anton Petrov nur wärmstens empfehlen. Mehrmals wöchentlich werden dort mitunter sehr aktuelle Forschungsergebnisse verarbeitet, manchmal auch aus anderen Bereichen der Wissenschaft, wie hier die von Graham Hanock mit seiner Netflix-Serie international bekannt gemachte "Pyramide" in Südostasien.


Mittwoch, 5. Juni 2024

🤢 Pfui Teufel! Was der antike Geschichtsschreiber Herodot über das mysteriöse indische Volk der Kallatier zu berichten weiß ...

Weltkarte nach Herodot. Ganz rechts der Indus (Indos) mit dem Indus-Tal | Mehr zum Thema antike Karten

Herodot von Halikarnassos, dieser griechische Geschichtsschreiber, Ethnograph und Sammler von  Anekdoten, ist eine fast unerschöpfliche Quelle, wenn es um antike Skurrilität und 'Verrücktheiten' geht. Beispielsweise macht er im Rahmen seiner Kurzbiographie des Perserkönigs Kambyses II. einen Schlenker nach Indien, bei dem es vielen Lesern den Magen umdrehen dürfte. Doch beginnt alles eigentlich relativ harmlos.

So ist mir vollkommen klar, dass Kambyses von schwerem Wahnsinn befallen war; sonst nämlich hätte er nicht damit begonnen, heilige Dinge und Gebräuche zu verhöhnen. Wenn nämlich jemand allen Menschen Gebräuche vorlegte und ihnen dann auftrüge, die besten unter allen Gebräuchen zu wählen, dürfte jedes Volk, nachdem es alle geprüft hat, die eigenen wählen; so sehr ist jedes Volk der Meinung, dass seine Gebräuche bei Weitem die besten sind. 
Herodot | Historien 3.38.1 | Hrsg.: Heinz-Günther Nesselrath | Verlag Kröner, 2017

Wie wenig sich hinsichtlich dieser Eigenwahrnehmung der Völker doch in den rund zweieinhalbtausend Jahren seit Herodot geändert hat! Es ist ja eigentlich auch nichts dagegen einzuwenden, solange man nicht in eine Art kolonialistische Denke verfällt und anderen Menschen außerhalb des eigenen Kulturraums fremde Bräuche/"Werte" aufs Auge drücken möchte. Wir leben freilich in einer Zeit, in der genau das wieder sehr en vogue ist. Doch zurück zu den Altvorderen. Aber aufgepasst, es wird gleich ungustiös!

[...]. Dass aber alle Menschen hinsichtlich der Gebräuche dieser Überzeugung sind, lässt sich aus vielen anderen Indizien schließen und darunter auch aus folgendem: Dareios (ein anderer persischer Großkönig) ließ zur Zeit seiner Herrschaft die Griechen an seinem Hof rufen und fragte, um welchen Preis sie sich bereiterklären würden, ihre Väter, wenn sie im Sterben lägen, zu verspeisen; sie aber sagten, das würden sie um keinen Preis tun. Darauf ließ Dareios Inder rufen, die Kallatier heißen und die ihre Eltern aufzuessen pflegen, und fragte sie - wobei die Griechen zugegen waren und mit Hilfe eines Dolmetschers mitbekamen, was gesprochen wurde -, um welchen Preis sie akzeptieren würden, ihre Väter, wenn sie ans Ende ihres Lebens kämen, zu verbrennen. Sie aber schrien laut auf und ersuchten ihn, keine gottlosen Worte zu sprechen. So also steht es mit den Gebräuchen, und Pindar hat, wie mir scheint, richtig gedichtet, wenn er sagt, "der Brauch" sei "der König von allen".
Herodot | Historien 3.38.2-4 | Hrsg.: Heinz-Günther Nesselrath | Verlag Kröner, 2017

Recht hat er, der Dichter Pindar! Den Bräuchen - und darunter darf man an dieser Stelle auch die moralischen Werte verstehen - sind wir alle bis zu einem gewissen Grad unterworfen. In sie werden wir regelrecht hineingeboren. Sie völlig abzuschütteln ist schwierig bis unmöglich.

Das erwähnte Totenritual der indischen Kallatier ist freilich starker Tobak. Man dürfte mit diesem Kannibalismus zur damaligen Zeit kaum sonst wo auf Verständnis gestoßen sein; und heute noch viel weniger. Leider kennen wir die Gründe für diesen Brauch nicht. Ob er ursprünglich vielleicht in einer schrecklichen Hungersnot entstand? Man kann nur spekulieren.
Die kannibalischen Kallatier wurden jedenfalls schon vom Gelehrten Hekataios von Milet (der sich u.a. als Geograph einen Namen machte) einige Jahrzehnte vor Herodots schriftstellerischer Tätigkeit erwähnt. Ihr Name soll sich vom Sanskrit-Wort "kala" (=schwarz) ableiten  (laut der Herodot-Übersetzung des Verlags Kröner --> hier meine Rezension). Daraus schließt man, dass es sich um eine sehr dunkelhäutige indische Urbevölkerung handelte, die Daraios I. auf seinem Feldzug nach Indien kennenlernte, wo er große Gebiete im Tal des Indus unterwarf.

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Sonntag, 2. Juni 2024

🎧 Hörbares: Die Geschichte der Hose -- Hexen, die Geschichte von Angst, Folter und Mord -- Stadtleben früher, Rebellion und Mitsprache -- Die Bounty -- usw.


 Wer hat die Hosen an? - Geschichte einer Bekleidung | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Stadtleben früher – Rebellion und Mitsprache | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Hexen - Die Geschichte von Angst, Folter und Mord | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Simon Füchtenschnieder: „Meuterei im Paradies. Die Fahrt der Bounty“ | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Arbeit der Anderen: Von der Geschichte des Nichtstuns | Spieldauer 30 Minuten | DF | Stream & Info Direkter Download

 Gesamtkunstwerk in königlichem Glanz. Das barocke Hofballett und seine Geschichte | Spieldauer 30 Minuten | DF | Stream & Info 

 Kultur und Wissenschaft – Musikalische Utopie: Beethovens Neunte wird 200 | Spieldauer 4 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download


Donnerstag, 30. Mai 2024

📽️ Videos: Weibliche Kriegerinnen bei Wikingern u.a. (!!!) -- Archäologische Schätze im Süßen See -- Was können wir vom Mittelalter lernen? -- usw.


 Archäologie erklärt: Weibliche Kriegerinnen - Geschlechterrollen bei Wikingern u.a. | Spieldauer 24 Minuten | 24 | Stream & Info 
Wer sich vom unwissenschaftlichen Narrativ eines regelhaften weiblichen Kriegertums bei germanischen Völkern ähnlich genervt fühlt wie ich, der sollte sich unbedingt dieses Video eines Youtube-Archäologiekanals ansehen. Es ist eine sehr gute Ergänzung zu meinem Beitrag über vermeintlich weibliches Kriegertum in der Lex Baioariorum. Hier dann mit dem Schwerpunkt Wikinger-Kriegerinnen. U.a. kommt dabei auch der von mir im Blog immer und immer wieder angeführte Aspekt zur Sprache, dass die Grabausstattung - und das ist eigentlich Standard-Archäologie-Wissen - nicht zwingend Rückschlüsse auf ihre Verwendung durch die bestattete Person zulässt. (Nachtrag: Mir fällt verspätet auf, dass der von mir übernommene Titel des Videos doppelt gemoppelt ist. "Weibliche Krieger" oder nur "Kriegerinnen" wäre schöner gewesen) 


 Jerusalem of Gold: A 2300-year-old gold ring was found in the City of David | Spieldauer 2 Minuten | Israel Antiquities Authority Official Channel | Stream & Info 



 Archäologische Schätze im Süßen See | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info 
Faszinierendes über ein bronzezeitliches Reich auf deutschem Boden!

 Archäologische Grabungen in Harburg abgeschlossen | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream & Info 

 Science Talk: Was können wir vom Mittelalter lernen? | Spieldauer 30 Minuten | SWR | Stream & Info 
Die immer mit ihrem "Mikroplastik". Aber laufen selber massenhaft in Klamotten mit Kunstfaseranteil herum. Als ob es da keinen Abrieb gibt, der oft unmittelbar in die Nahrungskette gelangt. Mit dem Mikroplastik wird man sich schlicht abfinden müssen. Unsere moderne Welt funktioniert nur mit Plastik. Und mit großer Freude würde der geplagte Mensch des Mittealters mit uns tauschen wollen!

 Songs bauen wie GIGI D'AGOSTINO | Spieldauer 7 Minuten | Marti Fischer | Stream & Info 
Aus aktuellem Anlass, eine Off-Topic-Kanalempfehlung. Sehr erhellend und spaßig sind auch Marti Fischers Videos über Modern Talking und ABBA. Da kommt man musikalisch ins Staunen!


Dienstag, 28. Mai 2024

🤠 Wer hat das Lasso erfunden? - Ein Beispiel für die ätzende Unzuverlässigkeit der Google-KI.

Wer hat das Lasso erfunden? Und seit wann gibt es diese nützliche Seilschlinge, die aufgrund des "Western"-Genres einem breiten Publikum ein Begriff wurde? Die Suchmaschine Google spuckt auf die entsprechende Frage folgende Antwort aus:


Die deutsche Wikipedia wiederum behauptet das genaue Gegenteil:

Zu seinem Zweck als Rinder- oder Pferde-Fanggerät – meist für Reiter – wurde das Lasso erstmals in Europa und Asien verwendet. Die Spanier brachten es vermutlich nach Amerika. 

In der englischen Wikipedia greift man dann auch noch auf ältere Quellen zurück und verweist auf eine Darstellung des Pharaos Sethos I. aus dem dem 13. Jh. v. Chr. Auch der antike Geschichtsschreiber Herodot wird als Quelle genannt. Laut ihm verwendete der iranische Stamm der Sagartier ebenfalls eine Art Lasso.

Mein jüngstes Interesse an der Geschichte des Lassos hatte übrigens einen ganz einfachen Grund: Mir kam nämlich im antiken Werk "Geschichte des Judäischen Krieges", das Ende des 1. Jahrhunderts vom romanisierten Juden Flavius Josephus verfasst wurde, folgendes unter. 

4. Das Volk der Alanen, ein Skythenstamm, der, wie ich schon früher erwähnte, in der Gegend des Tanais und des Mäotischen Sees wohnte, plante um diese Zeit einen Raubzug nach Medien und noch weiter zu unternehmen und unterhandelte deshalb mit dem König der Hyrkaner; denn dieser ist Herr des Passes, den König Alexander mit eisernen Toren verschlossen hatte. Als der Hyrkanerkönig ihnen den Durchzug gestattete, fielen sie in zahlreichen Horden über die nichtsahnenden Meder her und plünderten das stark bevölkerte, an Nutzvieh aller Art reiche Land völlig aus, ohne daß jemand ihnen Widerstand zu leisten wagte. Der Herrscher des Landes, Pakoros, floh entsetzt in unzugängliche Gebiete und gab ihnen alles preis; nur mit Mühe gelang es ihm, durch Zahlung von hundert Talenten seine Gattin und seine Nebenfrauen, die in Gefangenschaft geraten waren, loszukaufen. Die Alanen setzten ohne Schwierigkeit und ohne auf Widerstand zu stoßen ihren Raubzug fort und drangen, alles verwüstend, bis nach Armenien vor. Tiridates, der dortige König, rückte ihnen entgegen und lieferte ihnen ein Treffen, wäre aber beinahe lebendig gefangen worden. Ein Gegner hatte aus der Ferne eine Schlinge über ihn geworfen und würde ihn fortgeschleppt haben, wenn es dem König nicht gelungen wäre, den Strick noch rechtzeitig mit dem Schwert zu zerhauen und sich auf diese Weise zu retten. Durch den Kampf noch wilder geworden, verheerten die Alanen das ganze Land und kehrten dann mit einer Menge Gefangener und der Beute, die sie in beiden Königreichen zusammengeraubt hatten, wieder in ihr Land zurück.
Flavius Josephus | Geschichte des Judäischen Krieges 7,7,4 | Übers.: Heinrich Clementz | Reclam, 2008

Die Alanen waren ein berühmtes Reitervolk, entsprechend nützlich wird für sie diese Seilschlinge gewesen sein. Dass mir nun aber Google weismachen möchte, die Indianer ("amerikanische Ureinwohner"), wären die Erfinder, kann man nur als kurios bezeichnen. Denn das Pferd, welches den Einsatz eines Lassos überhaupt erst sinnvoll machte, gelangte mit Kolumbus nach Amerika. Also vor rund 500 Jahren, während hingegen Alanen, Ägypter und Sagartier schon wesentlich früher mit Pferd und Lasso unterwegs waren.

Das Problem mit Googles KI - die ja längst auch in die normale Suchmaschinenfunktion integriert wurde - ist, dass sie ein immenses ideologisches Bias aufweist. Der Nutzer wird hier mit dermaßen haarsträubendem Infomüll konfrontiert, dass im Vergleich dazu selbst die ebenfalls nicht ideologiefreie Wikipedia in geradezu gleißend hellem Licht erstrahlt. Bei Google kann man es schlicht nicht lassen, sogenannte "Minderheiten" bei jeder sich bietenden Gelegenheit hochzupumpen und z.B. hinsichtlich ihrer historischen Bedeutung zu überhöhen. Kein Wunder also, dass Indianer schwuppdiwupp zu den Erfindern des Lassos erklärt werden. Und wenn man wissen möchte, welche Hautfarbe die (natürlich hellhäutige) Makedonierin Kleopatra hatte, dann bekommt man das folgende Ergebnis vorgesetzt, dessen zugrundeliegendes Ideologie-Bias sich nicht nur im Text, sondern auch hinsichtlich der Bebilderung manifestiert. Will heißen, Bild- und Wortwahl sind gleichermaßen bewusst manipulativ angelegt. 

Bildzitat | Quelle: Google.de

Macht man sich diese intellektuell hochgradig unseriöse Argumentation zu eigen, dann könnte man auch behaupten, Scipio Africanus oder der in Nordafrika residierende Vandalen-König Geiserich seien möglicherweise Schwarzafrikaner gewesen. Wer, wie die Google-KI (bzw. Ihre Programmierer), aufgrund selektiver Quellenauswahl schlicht jeden relevanten historischen Kontext ignoriert, der kann in der Tat zu solchen Ergebnissen gelangen. Unwissenschaftlicher geht es freilich nicht. Und nicht nur Googles KI operiert auf diesem unterirdischen Level, sondern auch viele Konkurrenzprodukte. Im Angesicht dessen von "künstlicher INTELLIGENZ" zu sprechen, spottet jeder Beschreibung. Vielmehr handelt es sich dabei zu nicht unerheblichen Teilen um einen brachial geführten Ideologie- und Informationskrieg gegen wissenschaftliche Grundsätze und Fakten. Die Akteure sind weltanschaulich ein weitestgehend homogener Block. Man könnte geradezu von einem gesellschaftspolitischen circle jerk sprechen, der "Diversität" nur in Form von äußerlichen Erscheinungsmerkmalen zu schätzen weiß, ansonsten aber auf Konformität setzt. Diese Personen besitzen ganz offensichtlich keinerlei Skrupel, die Macht, welche ihre berufliche Tätigkeit mit sich bringt, bis zum Exzess zu missbrauchen. Die Menschheitsgeschichte ist dabei nur ein Kriegsschauplatz von vielen.



Sonntag, 26. Mai 2024

🎧 Hörbares: Legenden um die Schlacht von Hastings -- Tassilo III. und das Ende der Agilolfinger -- Musik als kulturelles Gedächtnis -- Kunstfälschungen um deutsche Holzschnitte aus der Renaissance -- usw.


 Tassilo III. - Das Ende der Agilolfinger | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 König Harold lebt! - Legenden um die Schlacht von Hastings | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Medusa - Schlangenhaar und tödlicher Blick | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download


 Kunstfälschungen um deutsche Holzschnitte aus der Renaissance | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
"In einer Zeit der fluiden Informationsflüsse und des Ungegenständlichen wird der Reiz sicherlich eben in dieser Materialität und des Geschichtlichen bestanden haben." Ja, red vielleicht noch gschraubter, du Schlauberger 😂. Ich jedenfalls mag in gewisser Weise Kunstfälscher. Weil sie vor allem reiche Deppen abzocken, die Kunst nicht ihrer selbst willen kaufen, sondern vor allem oder ausschließlich als Anlageobjekt betrachten. Diese Blase ist degeneriert, geldgierig und verlogen bis zum Exzess. Alleine wenn man sich ansieht, was für die oft nur noch als infantil zu bezeichnenden Kritzeleien eines Picasso hingelegt wird, zieht es einem die Schuhe aus. Daher ein Hoch auf Beltracchi und Ko!

 Musik als kulturelles Gedächtnis | Spieldauer 14 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Andreas Renner: „Nordostpassage. Geschichte eines Seewegs“ | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Bedeutende Gemäldegalerie: National Gallery in London hat heute 200. Geburtstag | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Kleine Geschichte von Wehrdienstverweigerung und Kriegsbegeisterung | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Wehrdienstverweigerung sollte eigentlich ein unbestrittenes Menschenrecht sein. Davon abgesehen sind Politiker, die andere Menschen für ihre eigenen politischen Ziele in den Tod schicken, selber aber sicher zuhause im Warmen sitzen, nach meinem Dafürhalten Charaktermüll. Bei denen öffnet sich nicht einmal mehr die unterste Schublade.
 

Donnerstag, 23. Mai 2024

📽️ Videos: Auf der Suche nach der heiligen Vorhaut -- Der Pergamonaltar, Weltwunder im Museum -- Tutanchamun, Neues aus dem Grab -- Arbeitsalltag einer Archäologin -- Das Steinzeit-Menü -- usw.


 Auf der Suche nach der heiligen Vorhaut | Spieldauer 45 Minuten | MDR | Stream & Info
Pffffhh..., mit nichts hat sich die Katholische Kirche im Laufe vieler Jahrhunderte lächerlicher gemacht als mit dem völlig überschießenden Reliquienkult. Luther war dagegen, kurioserweise wurden dann aber auch einige seiner eigenen Hinterlassenschaften von den Protestanten wie Reliquien verehrt...  Und vergessen wir nicht, dass auch heute manch persönlicher Gegenstand eines verblichenen Promis Menschen dazu verleitet, Unsummen dafür auszugeben. Geistig so viel weiter als die Menschen des Mittelalters sind wir demnach auch nicht. ^^

 Der Pergamonaltar - Weltwunder im Museum | Spieldauer 52 Minuten | arte | Stream & Info 

 Ships at Sea in the Northern Negev? | Spieldauer 2 Minuten | Israel Antiquities Authority | Stream & Info 



 Rediscover lost imperial villas in Rome | Spieldauer 9 Minuten | Ancient Rome Live | Stream & Info



 Jahrhundertealter Friedhof: Das liegt alles auf dem Grund des Bodensees | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info
Zum Video nach unten scrollen.

 Tutanchamun - Neues aus dem Grab | Spieldauer 91 Minuten | arte | Stream & Info

 Das Steinzeit-Menü: Als Homo sapiens zum Bauern wurde | Spieldauer 52 Minuten | arte | Stream & Info

 Brügge musikalisch: Locke, Purcell & Haydn | Spieldauer 43 Minuten | arte | Stream & Info 
Sehr schöne musikalische Untermalung mit Alter Musik. Unter dem Video findet man in einem Menü übrigens die Titel der einzelnen Stücke mit dem entsprechenden Timecode. Da hat jemand im Sinne des Sehers mitgedacht!

 Arbeitsalltag einer Archäologin | Spieldauer 11 Minuten | ARD | Stream & Info
"Das sind menschliche Knochen und da muss man schon pietätvoll mit umgehen." Bei dieser in Teilen Deutschlands beliebten  Wortstellung rollt es mir jedes Mal die Zehennägel auf 😁. So richtig stört mich aber diese Pietätsheuchelei. Ich meine, bei der Grabung selbst reden Archäologen von Pietät, aber später werden dann die Knochen in Vitrinen den 'lüsternen' Blicken der nach Grusel gierenden Massen präsentiert. Liebe Archäologen, lasst doch bitte - pardon - diesen Scheiß. Die Sache mit der Pietät nimmt euch doch eh niemand ab. Und sie ist auch überflüssig, zumindest bei Knochen, deren ursprünglichen Besitzer heute niemand mehr persönlich gekannt hat.