Freitag, 6. Dezember 2019

🎧 Hörbares: Cicero -- Irrtümer der Technikgeschichte? -- Das Corpus Iuris Civilis -- Tausche Bayern gegen die Niederlande -- usw.



 Todestag 43 v. Chr.: Cicero, röm. Politiker | Spieldauer 4 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Irrtümer der Technikgeschichte? - Morgendämmerung der Bronzezeit | Spieldauer 16 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Römische Rechtsgeschichte: Das Corpus Iuris Civilis | Spieldauer 33 Minuten | DF/ARD |  Stream & Info | Direkter Download

 Hartmut Leppin - Die frühen Christen - Von den Anfängen bis Konstantin | Spieldauer  4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Tausche Bayern gegen die Niederlande - Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz  | Spieldauer 15 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Konrad III. wird zum König gekrönt | Spieldauer 15 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Tugenden und Laster im Mittelalter und der Antike | Spieldauer 28 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Humanismus - Wie menschlich ist der Mensch? | Spieldauer 23 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Dampfablassen vor der Askese - Ausstellung zur Kulturgeschichte des Karnevals in Trier | Spieldauer 3 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Paracelsus – Arzt, Alchemist, Philosoph | Spieldauer 27 Minuten | SWR | Stream & Info | Download
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Mittwoch, 4. Dezember 2019

Krimskrams: TV-Serie über eine Domina -- Archäologin öffentlich ausgelacht -- Marx und Engels unzensiert -- Dieses Jahr keine Buchverlosung


TV-Serie über eine Domina (ja, auch ich kann Clickbait 😄)

Der 'Hollywood Reporter' vermeldet, dass der TV-Sender Sky eine zehnteilige Serie über Livia - die Ehefrau des Kaisers Augustus und die Mutter des Kaisers Tiberius - plant. Der vielsagende Titel lautet: Domina

'Domina' follows Livia’s journey from a naïve young girl whose world crumbles in the wake of Julius Caesar’s assassination, to Rome’s most powerful and influential Empress, driven by a deep desire to avenge her father and secure power for her sons. Livia and her peers navigate their way through a brutal society by means of strategy, conspiracy, seduction and murder. This is a visceral and authentic family saga, grounded in historical accuracy and bringing to life the incredible true stories of the women who would create one of the most enduring and fascinating dynasties of all time.

"Grounded in historical accuracy" - das behaupten Film-Heinis bei historischen Verfilmungen fast immer. Und ebenfalls fast immer handelt es sich dabei um eine schamlose PR-Lüge: Nicht nur bei der Ausstattung wird regelmäßig massiv geschlampt, sondern auch bei den dargestellten historischen Ereignissen, wenn nämlich die Macher meinen, es würde der Dramaturgie dienlich sein. Hinzu kommt seit einigen Jahren, dass solche Serien häufig eine gesellschaftspolitische Agenda beinhalten, die dem Publikum wenig subtil aufs Auge gedrückt wird; was natürlich ebenso oft der Authentizität abträglich ist. Im konkreten Fall bietet sich die Serie zuvörderst als Vehikel für aktuelle feministische Botschaften an - Stichwort "starke Frauen"; es wäre daher nicht verwunderlich, wenn man die gewaltigen Überlieferungslücken zur Person Livia dementsprechend auffüllt. Ein anderes Beispiel für diese Form der Politisierung auf Kosten der Glaubwürdigkeit ist der melaninbevorzugte Achilles, den die BBC vor wenigen Jahren kreiert hatte, nachdem in der medialen Blase die Kritk aufgekommen war, in britischen Historiendramen kämen angeblich zu wenige Personen mit dunklerem Teint vor (dass dieser Umstand vor allem der Geschichte Großbritanniens geschuldet ist, kam offenbar niemandem in den Sinn).
Aus den obigen Gründen bleibe ich auch im Falle der Domina Livia so lange skeptisch, bis ich von der Realität eventuell eines Besseren belehrt werde. Man darf trotzdem gespannt sein, inwieweit die Frau anders als in "I, Claudius" charakterisiert wird, wo sie nämlich eine manipulative Intrigantin allererster Ordnung ist, die jeden beseitigen lässt, der ihren Plänen im Weg steht.

Schade ist übrigens, dass aus der vor einigen Jahren angekündigten Verfilmung der SPQR-Romane von John Maddox-Roberts nichts geworden ist. Andererseits wäre natürlich auch in diesem Fall die Gefahr sehr große gewesen, dass man aus den oben genannten Gründen die Erzählung gründlich ruiniert hätte. Eventuell hatte der Autor und Rechteinhaber genau deshalb die Reißleine gezogen, denn es steht der Verfilmung des eigenen Werks nicht jeder mit so einem Wurschtigkeitsgefühl gegenüber wie z.B. Bernard Cornwell (Stichwort: The Last Kingdom / Das letzte Königreich).

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Schlechte Manieren: Archäologin öffentlich ausgelacht

Die BBC berichtet davon, dass eine Frau, die (auch aus persönlichen Gründen) sexuelles Fehlverhalten im Archäologiebetrieb erforscht hat, bei einer Preisverleihung ausgelacht worden sein soll. (Danke für den Hinweis)

A Cambridge University academic researching sexual harassment during fieldwork said she was laughed at by "a large group of older men" during an awards ceremony.

She said on Twitter after Friday's ceremony in London: "I know that my research has not always been taken seriously. I know this.

"What I was surprised at was the fact that these people were so open about it that they laughed in front of a room of their colleagues, at a young woman."

Ms Bradford said she was able to collect her certificate, but "burst into tears" as soon as she sat back down because it was humiliating.

She said it was the "exactly the kind of toxic culture" in archaeology that "fosters sexual harassment".

She tweeted: "Even if you take out the subject matter, imagine being 21, just out of undergrad, shortlisted for your first research award and... a group of people decide its acceptable to publicly *laugh* at that research."

Die Forschungstätigkeit dieser Archäologin mag eventuell ein Schmarrn oder primär der Versuch sein, einen aktuellen Trend für die eigene Karriere auszunutzen bzw. diesen durch das Abgreifen von entsprechenden Fördermitteln zu monetarisieren. Das würde mich in Zeiten von MeToo-Hysterie und im Angesicht der berufsmäßigen Skandalisierer in den Krawallmedien nicht gänzlich überraschen; schließlich wird mittlerweile schon bloßes Hinschauen als sexuelle Belästigung gewertet. Und wenn man bedenkt, wie gerade junge Archäologiestudentinnen im Sommer gerne auf Grabungen herumkriechen, dann weiß man, welche An- und Einblicke sich einem dabei bieten können. Auch der Autor dieser Zeilen hat deshalb bei entsprechenden Gelegenheiten schon mal gelinst - und er geniert sich dafür nicht; das überlässt er den sich eunuchenhaft gebenden Heuchlern.

Doch wie es in der Realität um die Seriosität der Forschungsarbeit dieser Archäologin auch bestellt sein mag: Es gehört sich definitiv nicht, jemanden bei einer Preisverleihung auszulachen. Lachen kann man hinterher im kleinen Kreis. Und sollte es einen triftigen Grund geben, warum die Geehrte den Preis tatsächlich nicht verdient, dann ist man als Wissenschaftler dazu aufgerufen, diesen in entsprechender Form mit Sachargumenten vorzutragen. 

Zwei Dinge möchte ich abschließend noch anmerken: 
1. Die prinzipiell gerechtfertigte Kritik an den lachenden Kollegen im Publikum wird leider teilweise durch die getätigte Argumentation entwertet. Denn was haben Alter und Geschlecht der Ausgelachten für eine herausragende Bedeutung, dass man sie hier explizit anführt? Wäre die Würde z.B. eines 35jährigen Mannes weniger wert?
Gerade wenn man als weiblicher Wissenschaftler für voll genommen werden möchte, sollte man tunlichst keine besondere Rücksichtnahme wegen des Geschlechts (und des Alters) für sich einfordern. Anderenfalls bestätigt man nur die Meinung der Kritiker und führt den vom Feminismus hochgehaltenen Gleichheitsanspruch ad absurdum.
2. Ist überhaupt zweifelsfrei sicher, dass das Gegacker im Publikum den Vorgängen auf dem Podium bzw. der Ausgezeichneten galt? Wenn nämlich nicht, dann würde es sich hier zwar immer noch um eine grobe Unhöflichkeit handeln, die aber kaum eine mediale Meldung wert wäre.

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Marx und Engels unzensiert: "Ich habe einen sicheren Plan entworfen, Deinem Alten Geld auszupressen"

Einblicke in die Korrespondenz von Karl Marx mit Friedrich Engels (danke für den Hinweis): Klick mich

Dass der Historische Materialismus von Marx und Engels weitestgehend ein Schmarrn ist, weil man dabei von oft falschen historischen Annahmen ausging, steht für mich schon lange fest. Siehe etwa die postulierte "antike Sklavenhaltergesellschaft" und die damit verknüpfte "Sabotage-These" - beides gab es in der von Marx und Engels beschriebenen Form nie. Trotzdem hat man dergleichen als Baustein für ein unwissenschaftliches Ideologiegebilde verwendet.
Dass die beiden Herren privat aber - auch nach den Maßstäben ihrer Zeit - charakterlich dermaßen übel waren, wie die oben verlinkten Zitate nahe legen, hat mich dann doch überrascht.

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Dieses Jahr keine Buchverlosung

Die alljährliche Buchverlosung zur Adventszeit entfällt diesmal, da die Einnahmen aus den im Blog eingebundenen Amazon-Partnerlinks deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Ich habe den dringenden Verdacht, dass dabei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, denn ausgerechnet in Monaten, in denen die Website eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Zugriffen zu verzeichnen hatte, brachen die Einnahmen aus den Partnerlinks fast komplett ein. Meine diesbezügliche Kontaktaufnahme mit Amazon resultierte lediglich in vorgestanzten Standardphrasen - was freilich typisch für diesen Laden ist.

Wie auch immer, ich werde den dieses Jahr angefallenen Betrag zu jenem des kommenden Jahres hinzurechnen. Außerdem möchte ich dann keine Bücher verlosen, sondern Buch-Gutscheine. Das ist, denke ich, im Sinn der Teilnehmer.

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Montag, 2. Dezember 2019

📖 Buch: Römische Naschkatzen - Praktische Anleitung für die altrömische Küche

Ein Aufruf zu mehr Ehrgeiz

Marcus Junkelmann ist seit vielen Jahrzehnten als Experimentalarchäologe aktiv. Bekannt wurde er einem breiteren Publikum zum ersten Mal im Jahr 1985 mit einem Marsch über die Alpen in römischer Militärausrüstung.
Teilaspekt von Junkelmanns experimentalarchäologischer Tätigkeit ist die antike römische Küche. Seine persönlichen Erfahrungen damit hat er im vorliegenden Buch anhand von 60 Rezepten festgehalten. Die vorgestellten Gerichte stellen eine recht gute Mischung aus einfach bis anspruchsvoll dar. Letzteres betrifft vor allem die Zutaten. Genau hier ruft der Autor dann auch zu etwas mehr Ehrgeiz und Authentizität auf, denn viele Köche, die heute antike Gerichte nachkochen, würden es sich zu einfach machen (ich fühle mich angesprochen 😄).

Die Rezepte stammen überwiegend aus dem Kochbuch des Apicius ("De re coquinaria"), allerdings wurden auch einige von anderen Autoren berücksichtigt - wie z.B. dem älteren Cato ("De agri cultura"). In den Beschreibungen enthalten ist jeweils der ins Deutsche übersetzte Originaltext inkl. genauer Quellenangabe, Anmerkungen/praktische Tipps und natürlich die Zutatenliste. Wobei darauf verzichtet wurde, sich bei den Gewürzen auf genaue Mengen festzulegen; stattdessen, so heißt es, möge der Leser hier selbst ein wenig - seinem persönlichen Geschmack entsprechend - experimentieren. Eine gute Idee, wie ich aus Erfahrung weiß.
Weniger gut sind die Abbildungen, da sie - für mein Empfinden - deutlich zu klein geraten sind. Das ist schade, denn die Gerichte wurden vom Autor mit Replikaten von antikem Geschirr schön in Szene gesetzt. Viele Leser wären sicher bereit gewesen, für ein etwas großzügigeres Buchformat ein paar Euro mehr auf den Tisch zu legen. Auch die Schriftgröße hätte davon profitiert, die nämlich ebenfalls etwas klein ist. Und weil ich gerade ein bisschen beim Kritisieren bin: Rechtschreibfehler wie "Gefässen" (statt Gefäßen) sollte ein Verlagslektor eigentlich nicht übersehen.

Neben den Rezepten enthält das Buch eine rund zwanzigseitige, sehr gelungene Einleitung, in welcher der Leser mit den Besonderheiten der antiken römischen Küche, ihren historischen Hintergründen, ihren Kontinuitäten zur modernen italienischen Küche und ihren Fallstricken vertraut gemacht wird.

Fazit: Unterm Strich ein übersichtlich gestaltetes, informatives und nützliches Kochbuch, das vor allem auf jene Hobbyköche abzielt, die danach trachten, der Antike geschmacklich möglichst nahe zu kommen. Der Kaufpreis beträgt 12 Euro.

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Samstag, 30. November 2019

📚 Hiltibolds aktuelle Leseliste: Die Kelten in Bayern -- Septuaginta in Deutsch -- Die Wikinger -- Römische Naschkatzen -- Saat der Rache




Die Kelten in Bayern - Archäologie und Geschichte | Markus Schußmann | Verlag F. Pustet | 2019 | 416 Seiten | Preis: 39,95 Euro | Infos bei Amazon
Ein außerordentlich informatives und umfangreiches Buch über die Geschichte bzw. das Leben der Kelten in Bayern (und Umgebung). Besonders hervorzuheben sind hier die zahlreichen Fotos und Zeichnungen: Darunter die unterschiedlichen Kontruktionsweisen keltischer Hauswände und ganzer Häuser, Brunnen, Viereckschanzen, Kleidung/Trachten, Rüstungen, die Entwicklungsgeschichte latenezeitlicher Helme und Schwerter, eine chronologisch geordnete Übersicht zu Fibeln usw. 

 Septuaginta in Deutsch (2. Auflage) | Gott / Martin Karrer (Hrsg.) | Deutsche Bibelgesellschaft | 2009 | 1536 Seiten | Preis: 64 Euro | Infos bei Amazon
Hierbei handelt es sich um eine deutsche Übersetzung des Alten Testaments in griechischer Sprache - erklärende Einleitungen vom Übersetzer und ein hübscher Ledereinband inklusive. 

 Die Wikinger - Entdecker und Eroberer | M. Toplak, J. Staecker u.a. | Propyläen Verlag | 2019 | 480 Seiten | Preis: 32 Euro | Infos bei Amazon
In diesem (eher textlastigen) Buch wird von verschiedenen Autoren ein umfangreicher Überblick zum aktuellen Stand der Wikingerforschung gegeben. Mit dem Mitherausgeber, dem Archäologen und Reenactor Matthias Toplak, habe ich kürzlich ein Interview geführt, das hier in einigen Wochen veröffentlicht wird. Darin geht um mutmaßliche Wikinger-Kriegerinnen und einiges mehr.

 Römische Naschkatzen - Praktische Anleitung für die altrömische Küche | Marcus Silvester Junkelmann | Verlag | 2019 | 64 Seiten | Preis: Euro | Infos bei Amazon
Ein Aufruf des bekannten Militärhistorikers und Experimentalarchäologen Marcus Junkelmann zu mehr Ehrgeiz bzw. Authentizität beim Nachkochen antiker römischer Gerichte.

 Saat der Rache - Die Chronik der Niflungen (7. Auflage) | Martin Huber | epubli | 2017 | 400 Seiten | Preis: 12,99 Euro | Infos bei Amazon
In diesem Historischen Roman, der zeitlich um 500 n. Chr. angesiedelt ist, 'rationalisiert' der Autor den Stoff der berühmten Nibelungen- bzw. Thidrekssage. Besonders gut abzulesen ist dies an der Figur des Siegfried: Aus dem Drachentöter wird hier jemand, der einen mörderischen, in einer Felsenhöhle hausenden Wegelagerer erschlägt, dessen Helmzier einen Drachen darstellt. 


Ausführlichere Rezensionen zu den obigen Büchern folgen hier in den kommenden Wochen.

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Freitag, 29. November 2019

🎧 Hörbares: Cäsar besiegt die Gallier -- Die Ermordung von Kaiser Claudius -- Nero -- Gladiatoren -- usw.


 20.9.52 v. Chr.: Julius Cäsar besiegt die Gallier | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 13.10.54 v. Chr.: Ermordung von Kaiser Claudius | Spieldauer 15 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 09.06.68 n. Chr.: Todestag von Kaiser Nero | Spieldauer 15 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 238 n. Chr.: Das Sechskaiserjahr | Spieldauer 12 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 26.2.364 n. Chr.: Valentinian I. wird römischer Kaiser | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 09.09.384 n. Chr.: Honorius, weströmischer Kaiser | Spieldauer 15 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Der Stolz auf die Tapferkeit: Die Ausstellung "Gladiator" in Basel | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Gladiatorenspiele mit "oft tödlichem Ende" heißt es. Doch bei 80-90 Prozent Überlebenden - wie die Forschung mittlerweile annimmt - ist diese Formulierung irreführend. Außerdem wirft man hier Gladiatorenspiele mit Tierhatzen und in der Arena stattfindenden Hinrichtungen in einen Topf. In der Realität waren das allerdings völlig unterschiedliche, strikt voneinander getrennte Baustellen, auch wenn dergleichen im Rahmen ein und der derselben Großveranstaltung stattfinden konnte. 

 Römerfest am Limesturm | Spieldauer 3 Minuten | HR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Metamorphosen | Spieldauer 2 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Pompeji und der Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. | Spieldauer 33 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

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Mittwoch, 27. November 2019

📽️ Videos: Seefahrt im Altertum -- Hat bereits Pharao Ramses Tabak geraucht? -- Das Kelten-Experiment -- usw.



 Abora IV: Seefahrt und Handel im Altertum und der Steinzeit / Interview mit Dr. Dominique Görlitz | Spieldauer 17 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein interessantes Interview mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz, der hier über die geschichtlichen und wissenschaftlichen Hintergründe seiner jüngsten Reise mit dem Nachbau eines vorgeschichtlichen Schilfboots spricht. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Frage, ob schon im bronzezeitlichen Ägypten über den Seeweg importiertes Eisen in größerem Umfang für Bauprojekte verwendet wurde. Görlitz bejaht dies aufgrund der seiner Meinung nach eindeutigen Befundlage. (Danke für den Hinweis)

Hat bereits Pharao Ramses Tabak geraucht?  | Spieldauer 29 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein Vortrag von Dominique Görlitz, in dem es über transatlantischen Handel in der Vorgeschichte geht - etwas, dem die Mainstream-Forschung skeptisch bis ablehnend gegenübersteht. Aber auch hier legt der Experimentalarchäologe und Vegetationsgeograph Görlitz interessante Gegenargumente aus der Forschung auf den Tisch.


 Naga und die Neuentdeckung der Antike | Spieldauer 5 Minuten | BR/ARD | Stream & Info

 Das Kelten-Experiment - Wie lebten die Kelten? | Spieldauer 15 Minuten | SWR/WDR/ARD | Stream & Info

 Das Kelten-Experiment - Wie kämpften die Kelten? | Spieldauer 15 Minuten | SWR/WDR/ARD | Stream & Info

Raubüberfall in Dresden - Die ganze Wahrheit | Spieldauer 6 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein humorvolles Video zum spektakulären Einbruchsdiebstahl in einem Dresdener Museum, der gerade durch alle Medien geht (bei dem Vorgang dürfte es sich übrigens um keinen Raub gehandelt haben, da hier - soweit ich das sehe - niemand mit Gewalt bedroht oder verletzt wurde).
Bei diesem Fall handelt es sich um ein weiteres Beispiel dafür, dass es gar keine "Raubgräber" als Gefahr für die Bewahrung unserer Vergangenheit braucht, wenn schon die Betreiber staatlicher Museen inkompetent zur zehnten Potenz sind. Warum man bei immens wertvollen Exponaten kein bewaffnetes Wachpersonal einsetzt - also es nicht, wie es in diesem Fall gewesen sein soll, in seinen Räumlichkeiten zurückhält - ist mir ein Rätsel. Liegt das an einer ideologisch bedingten Vernageltheit der Verantwortlichen, die nicht wollen, dass im Notfall auch mit einer Glock oder einer Walther dem Hausrecht Geltung verschafft wird? Das würde mich jedenfalls nicht wundern, da die musealen Großhirnakrobaten-Zirkel durch und durch paternalistisch gepolt sind und dementsprechend gerne ein Maximum an Verantwortung auf Vater Staat - in dem Fall die Polizei - abwälzen. Und während man illegale Sondengänger am liebsten lebenslänglich einbuchten würde (Fun fact: nur rund 1% der für die Forschung verloren gegangenen Bodendenkmäler gehen auf das Konto von Sondengängern), wird in Fällen wie diesem den lieben inkompetenten Kollegen höchstens verständnisvoll kondoliert. Denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
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Montag, 25. November 2019

🗓️ Kunst-Kalender: Römische Fresken 2020

Der Kunskalender "Römische Fresken" beinhaltet - was für eine Überraschung - zwölf Kalenderblätter, auf denen ebenso viele Wandmalereien bzw. Fresken dargestellt sind, die in der Vesuv-Region bzw. den dort verschütteten antiken Städten wie Pompeji und Herculaneum von Archäologen entdeckt wurden.
Auf einem zusätzlichen Blatt findet sich eine Übersicht aller Motive (siehe auch den Amazon-Link unten) sowie Informationen zur jeweiligen Bezeichnung, dem Fundort, dem Ausstellungsort, der Datierung und dem Malstil (Stichwort "Pompejanische Stile"). So ist beispielsweise auf dem Deckblatt (und dem quasi identischen Blatt für den Monat Januar) ein Ausschnitt aus einem Fresko zu sehen, das als "Die Bestrafung des Eros" bezeichnet wird.

Der Kalender hat ein recht großes Format von 49 x 68 cm - das ist größer als A2. Daher ist es möglich, z.T. sogar die einzelnen Pinselstriche zu erkennen.

Die eigentlichen Kalenderangaben - also Monate und Tage - hat man recht unscheinbar am unteren Bildrand platziert, wo sie kaum zu erkennen sind. Die Kalenderfunktion stellt daher wohl eher eine Art Alibi dar, denn so einen Kunstkalender hängt man sich vor allem wegen den schönen Motiven an die Wand. Der Kaufpreis beträgt knapp 39 Euro.
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Weiterführende Informationen:

Weitere interessante Themen:


Samstag, 23. November 2019

📖 Buch: Löwenmenschen und Schamanen - Magie in der Vorgeschichte

Mischwesen, Drogen und ein bisschen politische Korrektheit

Anders als für den modernen Menschen war das Übernatürliche für unsere Vorfahren noch von herausragender Bedeutung und spielte in ihrem Alltag eine sicher nicht unbedeutende Rolle. Im Zentrum von Magie, Beschwörungsritualen und der Kontaktaufnahme mit der 'Anderswelt' standen Spezialisten, die wir heute als Schamanen bezeichnen. Auch in der Steinzeit dürfte es sie in der einen oder anderen Form gegeben haben - denn darauf deuten archäologische Zeugnisse wie z.B. überaus auffällige Bestattungen sowie ethnologische Vergleiche hin.

Ein interessanter, im vorliegenden Buch relativ ausführlich behandelter Aspekt des Schamanismus ist die Verwendung von Drogen, mit denen es möglich ist, sich in Trance (lat.: transire = hinübergehen) zu versetzen. Von Versuchen weiß man u.a., dass sehr viele Menschen - unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund - in diesem Zustand Mischwesen zu sehen glauben, die halb Mensch und halb Tier sind. Dieser Umstand wird als mögliche Erklärung dafür gesehen, dass schon sehr früh in unserer Geschichte solche Wesen in Form von Wandmalereien und geschnitzten Figuren dargestellt wurden; siehe etwa der auf dem Cover abgebildete ca. 40 000 Jahre alte Löwenmensch vom Hohlenstein-Stadel oder die ca 17000 Jahre alte Felsmalerei eines Menschen mit Vogelkopf in der französischen Höhle von Lascaux. Man hat es bei solchen Mischwesen also nicht zwangsläufig mit Indizen für Genmanipulationen durch außerirdische Besucher zu tun, wie es z.B. ein Erich von Däniken für denkbar hält.😄

Viele weitere Aspekte des vorgeschichtlichen Schamanismus werden von den Autoren behandelt. Etwa die Bedeutung von Amuletten, Zauberstäben, Kleinplastiken und Musikinstrumenten (Drogen scheinen demnach schon der Generation von Ötzi in Kombination mit fetziger Musik besonders gut geschmeckt zu haben).
Insgesamt wird hier ein interessanter und reichlich bebilderter Einblick in eine mir bisher ziemlich unbekannte Welt geboten. Wobei mich allerdings nicht jedes der präsentierten Zeugnisse für Schamanismus restlos überzeugt hat. Stattdessen kam mir mehrmals der vor Selbstironie nur so triefende Archäologen-Spruch in den Sinn: "Was man nicht erklären kann, sieht man gern als kultisch an".😉

Notiz am Rande: Laut Autoren ist die Bezeichnung "Buschmänner" für indigene afrikanische Volksgruppen "beleidigend" ... huiuiui!
Ich finde es ja eher beleidigend, und zwar für die Intelligenz der Leser, wenn in dem Buch das Bundesland Tirol in der Schweiz angesiedelt wird ...


Donnerstag, 21. November 2019

🎧 Hörbares: Mumienfund und altes Ägypten -- Spuren der Wikinger -- Vandalen erobern Karthago -- usw.



Sensationeller Mumienfund: Was fasziniert Sie an den alten Ägyptern? | Spieldauer 53 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Fake News in der Bibel | Spieldauer 9 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Spuren der Wikinger im Norden Deutschlands | Spieldauer 18 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 19. 10. 439 n. Chr.: Vandalen erobern Karthago | Spieldauer 15 Minuten | ARD/WDR |  Stream & Info | Direkter Download

 Bergama Stereo von Cevdet Erek | Spieldauer 4 Minuten | ARD/RBB |  Stream & Info | Direkter Download

 Ausgrabungen in Biesdorf - was weiß man durch die Funde? | Spieldauer 5 Minuten | ARD/RBB |  Stream & Info | Direkter Download

 Soziale Stellung der Frauen im Mittelalter | Spieldauer 8 Minuten | DF/ARD  |  Stream & Info | Direkter Download

 Die Gründung des Kaiserreichs China | Spieldauer 36 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Geschichte der Versicherungen - Hilfe bei Piraterie, Feuer und Krankheit | Spieldauer 22 Minuten |BR | Stream & Info | Direkter Download

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Dienstag, 19. November 2019

Krimskrams: Der Münzschatz von Ellwangen und seine 'undankbaren' Nutznießer -- Nachtrag zu den römischen Pfannenbroten

Der Münzschatz von Ellwangen und seine 'undankbaren' Nutznießer 

Bezugnehmend auf diesen Zeitungsartikel mit dem Titel "Daniel muss Eintritt für seinen Schatz zahlen" schreibt der Leiter des Alamannenmuseums Ellwangen folgendes auf Facebook (orange markiert ist der Kommentar, der restliche Text ist der zitierte Zeitungsartikel) :


Mitleid muss man mit dem Betroffenen keines haben, aber ein bisschen mitzudenken würde auch nicht schaden. Dann stellt sich nämlich die Frage, welche weitreichenden Konsequenzen sich aus dem unversöhnlichen Verhalten von Staat und Museum ergeben. Denn dergleichen hat Signalwirkung für Personen in einer ähnlichen Situation. Will heißen: Wenn man einen Fund unterschlägt, dann lieber gleich konsequent; Reue im Nachhinein lohnt sich ja offensichtlich nicht. 
Getrost darf man also daran zweifeln, dass der Denkmalschutz von der oben beschriebenen Vorgehensweise profitiert. Auch für das Museum ist das leider keine gute PR, denn die Akzeptanz für das Einkassieren von Funden mittels Schatzregal - ohne den Finder vollwertig zu entschädigen, wie es z.B. im vereinigten Königreich im Rahmen des Treasure Acts üblich ist - ist auch so schon bei sehr vielen Bürgern enden wollend. Was wiederum bedeutet, dass die Meldefreudigkeit und generell die Lust auf Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen zurückgehen wird. Dies kann dazu führen, dass wissenschaftlich tatsächlich wertvolle Funde - der Münzschatz von Ellwangen ist da weniger interessant - für immer in dunklen Kanälen verschwinden; aber um das zu erkennen, wäre ein gewisser Weitblick vonnöten, den viele Denkmalpfleger sträflich vermissen lassen. Köstlich in diesem Zusammenhang ist Wikipedia. Dort heißt es:

Nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg handelt es sich um einen der größten Münzschatzfunde des Spätmittelalters in diesem Bundesland, so dass ihm eine besondere wissenschaftliche Bedeutung zukomme.

Diese Aussage ist in ihrer Dummheit schwerlich zu überbieten; als ob sich die wissenschaftliche Bedeutung eines Fundes alleine an der Menge der Münzen festmachen ließe. Warum man dergleichen trotzdem behauptet ist freilich nicht schwer zu erraten: Funde, die er als wissenschaftlich bedeutend deklariert, kann der Staat mittels Schatzregal beschlagnahmen. So kommt es, dass gerade Schätze mit hohem finanziellen Wert nahezu automatisch auch als wissenschaftlich wertvoll eingestuft werden. Dieses Vorgehen ist zwar hochgradig unmoralisch, allerdings heiligt der Zweck offenbar die Mittel. Vor allem aber wird hier seitens des Staates irrtümlich vorausgesetzt, der Finder wäre immer ein Idealist oder ziemlich dumm - denn andernfalls würde er den Fund im Angesicht der Gesetzeslage sicher nicht melden. Und genau darauf läuft es leider oft genug hinaus.

Übrigens, die im Zusammenhang mit diesem Fall zerdrückten Krokodilstränen über den Befundverlust aufgrund der undokumentierten Bergung durch den Metallsucher, kann ich gerade bei einem Münzhort nicht so ganz ernst nehmen. Das Argument wirkt hier aufgeblasen und soll wohl den eigenen Standpunkt gegenüber der Öffentlichkeit - die wie gesagt für institutionalisierten staatlichen Undank wenig übrig hat - schmackhafter machen. Denn letztendlich profitiert das Museum wesentlich mehr vom Fund an sich, als dass der hier sicher nicht sehr große Befundverlust wissenschaftlich ins Gewicht fallen würde. Entsprechend ist das Alamannenmusum Ellwangen gerade fleißig damit beschäftigt, den Münzschatz in Form einer Sonderausstellung zu monetarisieren. Man könnte sagen, etwas Besseres als die illegale Aktion des Metallsuchers - in Kombination mit seiner etwas verzögerten Reue - hätte dem kleinen und finanziell weniger gut dastehenden Museum gar nicht passieren können. Aber das wird Herr Gut wahrscheinlich genauso wenig zugeben wie der Kollege Harald Meller im Falle seiner ebenfalls von Metallsuchern entdeckten Himmelsscheibe.

Hier noch ein aktuelles Video zum Münzschatz von Ellwangen, in dem die Ansichten der Vertreter des Staates perpetuiert werden.

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Nachtrag zu den römischen Pfannenbroten

Diese kinderleicht zu machenden römischen Pfannenbrote, deren Rezept ich hier vor ein paar Tagen vorgestellt habe, avancieren bei mir gerade zu einem Dauerbrenner. Man kann die Dinger ja mit allem möglichen füllen, zuletzt haben wir es mit Paprika, Zwiebeln und Faschiertem (Hackfleisch) probiert. Auch in Kombination mit gebratenem Hühnerfleisch, Salatblättern und einer Grillsauce schmecken sie sehr gut. Demnächst werde ich eine historisch authentischere Füllung ausprobieren - und zwar die in den "Lucanicae"-Würsten verarbeitete Fleischmasse.

Man kann die Brote, eingewickelt in Alufolie, problemlos ein paar Tage im Kühlschrank lagern (und wohl auch einfrieren). Sie werden dabei zwar weich, können aber leicht reanimiert werden, indem man sie noch einmal unter Zusatz einer großzügigen Menge Olivenöl in einer Pfanne knusprig anbrät. Eine wirklich tolle Sache!

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