Samstag, 16. Februar 2019

📽️ Videos: Steinzeitskelett entdeckt -- Teure Buch-Restaurierung -- Pseudo-Wikingerküche -- usw.


Steinzeitskelett in Rheinbach entdeckt | Spieldauer 5 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info

➽ Werden SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz ins Welterbe aufgenommen? | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Die Argumente, die man sich mancherorts aus den Fingern saugt, um in die Weltkulturerbeliste der aus meiner Sicht fragwürdigen UNESCO aufgenommen zu werden, sind schon erstaunlich. 

 20 Jahre Sensationsfund Himmelscheibe von Nebra | Spieldauer 3 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info

 Kochen durch Epochen | Spieldauer 5 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info
Ein "Wikingersalat" mit Mais und Tomaten - da läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken 😃. Falls dieses Video eine Abschlussarbeit darstellt - man beachte nämlich den Kanalnamen - dann na servas!

 Teure Restaurierung alter Bücher bereitet Kloster Sorgen | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info

 Medieval and Roman style slingshot | Spieldauer 14 Minuten | Youtube | Stream & Info
Wieder einmal ein äußerst interessantes Video von dem auf alte Waffen spezialisierten Schmied Tod. Eine Schleuder, wie sie hier vorgestellt wird, ist übrigens auch auf dem Teppich von Bayeux abgebildet.


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Donnerstag, 14. Februar 2019

Krimskrams: Bayrische Denkmalpflege macht sich lächerlich -- Abzocke bei Fachliteratur -- usw.

"Sie hätten einfach nach dem Fundort fragen können" - Bayrische Denkmalpflege macht sich lächerlich

Da finden zwei Metallsucher im Wald eine vergrabene 'Schreibmaschine', die sich im Nachhinein als ein seltenes Verschlüsselungsgerät aus der NS-Zeit entpuppt und unter der Bezeichnung "Hitlermühle" bekannt ist. Weil die Finder nicht wollen, dass dieses außergewöhnliche Objekt in einer Privatsammlung verschwindet, verkaufen sie es an das Deutsche Museum - und kurz darauf beginnt für sie der Ärger: Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung

Wie sich die zuständige Behörde hinsichtlich ihres Begehrens verhalten hat, mutet ziemlich absurd an. Was offensichtlich auch die Richterin im geschilderten Verfahren erkannt hat. Bedauerlich, dass die verantwortlichen Staatsbediensteten nicht persönlich in Regress genommen werden können. Schließlich haben sie hier wohl einen weitestgehend sinnlosen Gerichtsprozess provoziert, auf dessen Kosten der Steuerzahler sitzen bleibt.

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Abzocke bei Fachliteratur: Astronomische Preissteigerung

Das folgende Buch habe ich mir im Jahr 2015 für 40 Euro gekauft und hier im Blog besprochen. Nun schauen wir uns doch einmal an, wie viel ein Händler vier Jahre später dafür verlangt 😲 Klick mich

Wie diese haarsträubende Preissteigerung begründet wird, wäre durchaus interessant zu erfahren. Aber man sieht hieran wieder einmal, wie im Bereich der Fachliteratur regelrecht 'abgezockt' wird.

Wenn ich diese Entwicklung erahnt hätte, dann hätte ich mir damals vielleicht gleich ein Dutzend dieser Bücher gekauft. Das wäre eine hübsche Geldanlage gewesen - sofern man die Dinger auch wieder los wird. Wobei man sie ja ohne Weiteres um ein Drittel günstiger verkaufen könnte als im konkreten Fall bei Amazon. Der Gewinn wäre immer noch beträchtlich ...

Update: Eine Leserin meint, das ist eventuell nicht das gleiche Buch. Und sie hat recht. Der Witz ist aber: Amazon hat mir angezeigt, das verlinkte Buch wäre jenes, das ich 2015 gekauft habe. Da hätte ich mal besser zweimal hinschauen sollen... Schließlich ist mir in letzter Zeit schon einmal aufgefallen, dass ein älterer Amazon-Link im Blog plötzlich zu einem ähnlichen, aber nicht mehr zum ursprünglich verlinkten Buch  führt.
Auch ansonsten geht bei Amazon Merkwürdiges vor: Bücher (und andere Produkte), die ich direkt über Amazon gekauft habe, werden bei meinen Rezensionen nicht mehr als verifizierter Kauf gekenzeichnet.

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Der Papagei

Im vergangenen Spätsommer ist bei uns plötzlich ein gelb-grüner Papagei aufgetaucht (ich bezeichne ihn mal als Papagei, obwohl es auch ein großer Sittich sein könnte). Er dürfte irgendwo in der Nähe entkommen sein. Witzigerweise hielt er sich immer in der Gesellschaft von zwei Elstern auf. Vielleicht weil er das Gekrächze der Elstern ein wenig imitieren konnte und die ihn deshalb für einen Artgenossen hielten?
Wie auch immer - der Herbst kam, und der Papagei war noch immer da. Sogar als es im Dezember das erste Mal schneite, konnte man den Vogel zusammen mit den Elstern im Garten herumtapsen sehen. Dann war er plötzlich verschwunden und ich dachte mir: "Nun muss er wohl erfroren sein, der arme Vogel. Immerhin konnte er in Freiheit sterben."
Vor ein paar Tagen traute ich dann meinen Augen kaum. Er war nach über einem Monat Abwesenheit wieder da, diesmal allerdings in Begleitung eines blauen Artgenossen! Zusammen haben sie unter unserem Vogelhäuschen im Garten nach Körnern gepickt. 
Wenn die beiden bis jetzt durchgehalten haben, dann schaffen sie es mit etwas Glück vielleicht auch noch den restlichen Winter. 

Apropos Papageien: Der 2007 verstorbene Papagei Alex bringt mich nach all den Jahren immer noch zum Staunen: Video

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Weitere interessante Themen:


Dienstag, 12. Februar 2019

🎧 Hörbares: Der Kult um das beste Stück -- Wie kam es zum Aufstieg des Christentums? -- usw.



Penis! Penis? Penis! - Der Kult um das beste Stück | Spieldauer 23 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Wie kam es zum Aufstieg des Christentums? | Spieldauer 44 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Dietmar Kroepel und Archäologiehund Flintstone | Spieldauer 69 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Die Wahrheit über Kleopatra - Historiker diskutieren in Kassel über mächtige Frauen der Antike | Spieldauer 2 Minuten | HR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Blick in die Zukunft - Von Propheten, Prototypen und Profit | Spieldauer 54 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologie im Rheinland | Spieldauer 8 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Der interviewte Archäologe ist ein politisch korrekter Schmähtandler und Opportunist. Der deutsche Ausstieg aus dem Braunkohleabbau würde dem Erhalt der Bodendenkmäler zugute kommen, meint er. Was er nicht sagt: Die als (inadäquater) Ersatz hochgezogenen Windenergieparks beeinträchtigen mit ihren tiefen Stahlbetonfundamenten und Zufahrtsstraßen wesentlich größere Flächen. Und das nicht nur hinsichtlich der Bodendenkmalpflege!
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 Mehr Hörbare


Sonntag, 10. Februar 2019

LIDAR-Archäologie: Meine jüngsten Entdeckungen in der Steiermark

Gepriesen seien die LIDAR- bzw. Laserscan-Aufnahmen, die das Land Steiermark dem Steuerzahler auf gis.stmk.gv.at/wgportal/atlasmobile zur Verfügung stellt. Sie ermöglichen es Geschichtsinteressierten - egal ob Profi oder Laie - auf einfache Weise nach interessanten archäologischen Strukturen Ausschau zu halten. Ein netter Zeitvertreib für zwischendurch!
Ähnliche Dienste werden übrigens auch in den anderen österreichischen Bundesländern angeboten. Wie die Situation in Deutschland und der Schweiz ist, weiß ich allerdings nicht.

Ebenfalls entzieht sich meiner Kenntnis, ob einige der folgenden Strukturen den zuständigen Behörden schon bekannt sind. Ich habe diesbezüglich nicht nachgeforscht und erst recht nicht nachgefragt, da man - meiner bisherigen Erfahrung nach - vom Bundesdenkmalamt entweder keine Antwort erhält oder erst nach Monaten. Und Langmut war noch nie meine Stärke.


➽ 1. Ein im Wald, auf einer Anhöhe liegender (vorgeschichtlicher?) Kreisgraben mit einem Durchmesser von rund 55 m. Der Ort trägt - wohl nicht zufällig - den Namen "Haidenberg" (ca 22 km südöstlich von Graz). In der Nähe befindet sich mehrere (vermutlich überwiegend schon lange ausgeräumte) Hügelgräberfelder. Eines davon ist rechts unten zu erkennen.




➽ 2. Ein im Wald bei Schwabau (ca 35 km südöstlich von Graz) auf einer Anhöhe liegender kreisförmiger/ovaler Graben mit einem Durchmesser von rund 22 m. Der nördliche Teil ist mit dem Hang abgerutscht. Möglicherweise handelt es sich - darauf deutet meiner Meinung nach die Lage hin - um das Überbleibsel einer Wehranlage.
Eventuell ist das große Rechteck in der rechten oberen Ecke des Bildes ebenfalls künstlich und der Rest einer noch größeren Befestigung?




3. Noch ein ovaler Graben, diesmal auf dem bewaldeten Höhenrücken des Gleichenberger Kogels ca 40 km südöstlich von Graz. Mehr noch als beim zweiten Beispiel vermute ich, dass es sich hier aufgrund der Lage um die Überreste einer Befestigungsanage handelt. Der Durchmesser der Struktur beträgt an der Hauptachse ca 65 m.




4. Auf einem bewaldeten Hang bei Gutenacker (Gemeinde St. Marein im Sulmtal, ca 32 km südwestlich von Graz) befinden sich diese länglichen, nach Osten blickenden Strukturen. Die mittlere, besonders gut erkennbare, hat eine Länge von knapp 60 m. 
Sind das womöglich Überreste von einem (antiken?) Weinberg? In der Umgebung befinden sich mehrere Bündel tiefer Hohlwege und Hügelgräberfelder (der Süden von Graz ist damit regelrecht übersät).




5. Direkt östlich neben den Strukturen von Beispiel 4 verläuft in einer bewaldeten Ebene eine scharf abknickende, komplett überwucherte ehemalige Straße. In der Nähe befinden sich zwei Ansammlungen von Hügelgräbern; ein einzelnes Hügelgrab liegt direkt an der Straße. Ich vermute, dass dieser Straßendamm römisch ist. Links unten sind moderne Äcker zu erkennen - der Verlauf der einstigen Straße zeichnet sich auch unter ihnen noch deutlich ab.




Für das Entdecken der obigen Strukturen habe ich insgesamt  nur ca. 30 Minuten benötigt. Am ehesten kann man auf bewaldeten Hügeln fündig werden, die in der Nähe von nicht allzu engen, fruchtbaren Tälern liegen. Dort wird nämlich schon seit Jahrtausenden Landwirtschaft betrieben. Während viele historische Hinterlassenschaften in den Tälern jedoch meist längst zerstört wurden - z.B durch beständiges Pflügen und sonstige Siedlungstätigkeiten - blieben die Hügel verhältnismäßig unberührt.

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Freitag, 8. Februar 2019

📖 Buch: Gladiatoren-Kochbuch

Schmackhaft und leistungssteigernd

Gladiator war kein leichter Beruf: Erstens musste man damit rechnen, einen gewaltsamen Tod zu erleiden. Und zweitens bestand der Alltag aus überaus schweißtreibendem Training. Hiebei war - wie auch im modernen Spitzensport - eine perfekt abgestimmte Diät als Unterstützungsmaßnahme unverzichtbar. Wie diese konkret aussah, wird im "Gladiatoren-Kochbuch" von Christian Eckert auf 120 Seiten geschildert.

In einem Sachteil berichtet der Autor u.a. von seinen eigenen Erfahrungen, die er im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts der Universität Regensburg machte: Zusammen mit 27 weiteren Studenten trainierte er 40 Tage lang im antiken Amphitheater von Carnuntum (Deutsch-Altenburg, Niederösterreich) wie ein römischer Gladiator. Ein wichtiger Aspekt des Experiments war die gladiatorentypische Ernährungsweise. Diese bestand - wie erläutert wird - nicht zufällig fast ausschließlich aus vegetarischen Gerichten.

Im eigentlichen Kochbuchteil finden sich dann 45 entsprechende Rezepte, die unterteilt wurden in Eintopfgerichte (z.B. Puls aus Gerste und Hartkäse, Puls aus Dinkel und Bohnen), Brot (z.B. Pfannenbrot, Gefüllte Fladen), Gemüse und Salate (z.B. Weißer Wirsing mit Garnelen, Gurkensalat mit Schafskäse), Geriebenes (z.B. Kichererbsenpaste, Weißes Moretum), Eier und Käse (z.B. Eieromelette mit Schafskäse und Frühlingszwiebeln, Zucchini-Puffer)
Alle Rezepte - die nicht den Anspruch erheben, historisch 100prozentig authentisch zu sein - sind recht leicht nachzukochen. Und zwar sowohl hinsichtlich des Aufwandes wie auch hinsichtlich der benötigten Zutaten. Es handelt sich hierbei nämlich um eine sehr bodenständige und kostengünstige Küche.

Ich habe selbst einige der im Buch enthaltenen Gerichte mehrfach nachgekocht - u.a. den Pfannkuchen mit Pilzen und Maronen sowie den Puls aus Gerste und Hartkäse. Beides hat mir sehr gut geschmeckt. Und mehr noch: Da ich täglich mindestens eineinhalb Stunden Sport betreibe, konnte ich beobachten, dass mir dabei gerade die Puls-Gerichte weniger stark im Magen liegen, als manch modernes Gericht auf z.B. Kartoffelbasis. Will heißen, ich habe nach der Hauptmahlzeit keine auffälligen Leistungseinbrüche in Form von plötzlicher Schlappheit verspürt, die in der Vergangenheit immer wieder dazu führten, dass ich das Training zeitlich nach hinten verschieben musste. Der Autor hat also völlig recht, wenn er schreibt, dass man aus der Diät antiker Gladiatoren auch heute noch seinen Nutzen ziehen kann.

Das Buch enthält einige Grafiken und viele großformatige Fotos. Die Gerichte wurden dabei nicht auf modernem, sondern auf historischem Geschirr präsentiert - was sehr gut aussieht. 
Den Kopf schütteln muss ich allerdings hinsichtlich des Buchtitels. Wozu bitteschön das 'Deppenleerzeichen', das nicht nur auf dem Cover, sondern auch im Vorwort Verwendung findet?  Lieber Autor und lieber Verlagslektor, das kann doch nicht euer Ernst sein?

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Weiterführende Informationen:

Weitere interessante Themen:


Mittwoch, 6. Februar 2019

📽️ Videos: Funktioniert die Eberkopf-Formation? -- Der Bollock Dagger -- Feministische Archäologie -- usw.



 The Tip of the Boar's Snout | Spieldauer 2 Minuten | Youtube | Stream & Info
Vor einer halben Ewigkeit habe ich einen Text zur legendären Eberkopf-Formation geschrieben und darin erläutert, warum diese meiner Meinung nach nicht funktionieren kann, wenn sie spitz zuläuft - siehe hier.
In dem folgenden Video wurde diese spitze bzw. keilförmige Formation nun in der Praxis ausprobiert - mit einem etwas anderen Ergebnis, als ich vermutet hätte. Zwar ist der Mann an der Spitze in der Realität wohl tatsächlich dem Tod geweiht, aber das Durchbrechen der feindlichen Linie gelingt. Zumindest wenn diese nicht allzu tief ist ...



 Evolution of the Bollock Dagger | Spieldauer 18 Minuten | Youtube | Stream & Info
Der Schmied Tod gibt hier auf seinem Youtubekanal eine schöne Übersicht hinsichtlich der Entwicklung des sehr eigentümlich aussehenden Nierendolchs - im Englischen "Bollock Dagger" genannt.


➽ Feministische Archäologie und Androzentrismus - neue theoretische Ansätze in der Archäologie | Spieldauer 5 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein Video über Feminismus in der Archäologie. Ich hatte von diesem Kanal ja schon einmal ein ähnliches Video verlinkt. Dieses überbietet in Sachen Unfug das erste freilich noch um einige Größenordnungen. Denn der aufmerksame Seher bemerkt sofort, dass hier wieder einmal Kausalitäten insinuiert werden, die in Wirklichkeit allerhöchstens Korrelationen sind. Unter anderem bejammert man, dass Frauen in der Archäologie "weniger Drittmittelanträge stellen". So als ob die keinen eigenen Willen hätten, das selbst zu entscheiden, sondern unter der Fuchtel eines archäologischen Patriarchats stehen würden. Eine geradezu beleidigende Unterstellung gegenüber Archäologinnen, die aus ganz individuellen Gründen entschieden haben, auf Drittmittel zu verzichten. Und vermutlich handelt es sich hierbei auch um den hinterfotzigen Versuch, Drittmittel für nur mittelmäßige weibliche Wissenschaftler per Quote zu legitimieren. Unter der missbräuchlichen Verwendung des Begriffs 'Chancengleichheit' soll hier übelste Gleichmacherei betrieben werden, bei der man auf Grundlage des Geschlechts (=Sexismus) wieder einmal Freikarten verteilt. Wer behauptet, dass so etwas der Wissenschaft gut täte, ist selbst Profiteur oder in seinem eigenen Ideologiewahn bereits völlig abgesoffen.

 "Die meisten Wissenschaftler sind leider Opportunisten" - Die grüne Vergangenheit der Sahara | Spieldauer 47 Minuten | Youtube | Stream & Info
Stefan Kröpelin ist ein mehrfach ausgezeichneter Geologe und kritischer Klimaforscher, der seit Jahrzehnten unter oft abenteuerlichen Bedingungen die lebensfeindlichsten Regionen der an sich schon lebensfeindlichen Sahara erforscht. Darum geht es dann auch in diesem lockeren und interessanten Vortrag, in dem unter anderem die berühmten 'Schwimmer-Felsbilder' und andere prähistorische Hinterlassenschaften zur Sprache kommen. Außerdem wird auf Forschungsergebnisse hingewiesen, die das Konzept von einem lange Zeit stabilen Klima im Holozän - das erst der Mensch in jüngerer Vergangenheit nachhaltig beeinflusst haben soll - infrage stellen. (Danke für den Hinweis)


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Dienstag, 5. Februar 2019

⚠️ Wichtiger Hinweis

Google schließt demnächst sein nie in die Gänge gekommenes soziales Netzwerk Google Plus. Das bedeutet, wer dem Blog nur darüber folgt, wird nichts mehr zu sehen bekommen.
Leider wird es aber auch folgende Konsequenzen haben, über die mich Google heute informiert hat.
Google+ Comments: Support for Google+ comments will be turned down, and all blogs using Google+ comments will be reverted back to using Blogger comments. Unfortunately, comments posted as Google+ comments cannot be migrated to Blogger and will no longer appear on your blog. 
Das bedeutet: Kommentare, die hier im Blog über ein Google-Plus-Konto gemacht wurden, verschwinden vollständig - und das sind doch einige. Klarerweise verschwinden auch die Antworten bzw. ganze Diskussionsfäden, die mit solchen Kommentaren in Zusammenhang stehen. Ärgerlich, aber was will man machen.


Sonntag, 3. Februar 2019

🎧 Hörbares: Werbung in der Antike -- Die antike griechische Kolonisation -- Die Promis der Urzeit --usw.



 Werbung in der Antike - Prof. Peter Kruschwitz im Gespräch | Spieldauer 12 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Dazu habe auch ich schon einiges geschrieben - siehe hier und hier

 "Babel" - Der Mann, der Babylon ausgrub | Spieldauer 9 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Die ambivalente Kulturgeschichte des Schweins | Spieldauer 22 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Spaziergang entlang des Römerkanals in der Eifel | Spieldauer 2 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Der Interviewte - Klaus Grewe - sitzt pro forma im Beirat der Mittelalterbaustelle Campus Galli. Was nicht für ihn spricht. Für ihn spricht allerdings ein interessantes Buch über römische Aquädukte, das ich im Rahmen des Blogs schon besprochen habe. Und auf diesem Buch wiederum beruht zu guten Teilen mein illustrierter Beitrag über die Bauformen römischer Überlandwasserleitungen.

 Paestum - Wo Goethe griechische Tempel guckte | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

➽ Die antike griechische Kolonisation - Auf zu neuen Ufern | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Promis der Urzeit - Leben und Sterben der Dinosaurier | Spieldauer 19 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Fossilien - Stumme Zeitzeugen | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

(OFF-Topic) Mars-Mission - Die Erforschung des Roten Planeten | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

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Mehr Hörbares


Freitag, 1. Februar 2019

🔪 Mein römisches Küchenmesser mit gekrümmter Klinge

Weil mir im Vorjahr mehrere Leser geschrieben haben, ich solle doch wieder einmal meine Living-History-Ausrüstungsgegenstände vorstellen, die ich mir so im Laufe der Zeit zulege, möchte ich diesem Wunsch nun in unregelmäßigen Abständen nachkommen.
Beginnen wir mit einem Messerchen, das ich - neben etlichen anderen Gegenständen - aktuell vor allem für ein Buchprojekt benötige, an dem ich als 'Requisiteur' mitarbeite.

Das Messer entspricht Funden aus der römischen Kaiserzeit, wie sie z.B. in ähnlicher Form auf dem Magdalensberg (Kärnten) gemacht wurden. Es ist insgesamt rund 17 cm lang (Klinge 11 cm, Griff inkl. Ring 6 cm). Die Klinge besteht aus einem (unlegierten) C60-Stahl, wie er recht gerne für Replikate historischer Werkzeuge und Waffen verwendet wird. Der Griff ist aus Olivenholz - also aus einem mediterranen Holz. Alternativ sind natürlich auch einheimische Laubhölzer denkbar, wobei mir jemand gesagt hat, dass er z.B. von Zwetschge abrät, weil dieses Holz beim Nieten der Griffschalen "kritisch" sei. Mit Zwetschge habe ich bei meinem ottonisch-frühmittelalterlichen Messer tatsächlich schlechte Erfahrungen gemacht, da dessen Griff kurz nach der Lieferung lange Risse bildete (der ausführende Schmied hat damals den Griff ohne Mehrkosten für mich gegen einen aus Eiche ausgetauscht). Vielleicht mehr noch als Holz waren Horn und Knochen ('Bein') bei den Römern beliebte Rohstoffe, die für Messergriffe verwendet wurden. Ein entsprechendes Messer aus meinem 'Fundus' möchte ich hier ebenfalls irgendwann vorstellen.

Das vorliegende Messer ist ein sogenanntes Griffzungenmesser. Das heißt, der Griff wurde - anders als bei meinem frühmittelalterlichen Griffangelmesser - nicht in einem Stück auf eine erhitzte schmale Griffangel aufgesteckt und mit Birkenpech verklebt, sondern er besteht aus zwei Schalen, die man auf eine breit ausgeschmiedete Griffzunge genietet hat (sowohl Griffzungen- wie auch Griffangelmesser sind für die römische Kaiserzeit belegt).
Der Ring, der wohl zum Aufhängen des Messers diente, ist bei einigen archäologischen Funden nicht komplett geschlossenen.

In der Fachliteratur werden Messer wie das hier vorgestellte als typische Küchen- bzw. Gemüsemesser interpretiert. Eine sehr gute, reich bebilderte Online-Quelle dazu ist die Internetseite antike-tischkultur.de

 Angefertigt hat das Messer für mich der Schmied Ulrich Bantes, auf dessen Website cultellus.de sich eine Übersicht zu seinem sehr umfangreichen Angebot findet (z.T. mit Preisen).


Römisches Küchenmesser mit geschwungener Klinge | zum Foto in hoher Auflösung
Keine Rechte vorbehalten, doch um die Nennung der Quelle wird gebeten: HILTIBOLD.Blogspot.com

Vernietete Griffschalen aus Olivenholz | zum Foto in hoher Auflösung
Keine Rechte vorbehalten, doch um die Nennung der Quelle wird gebeten: HILTIBOLD.Blogspot.com

Der Griff des Messerchens ist recht klein. Es dürfte deshalb meiner Ansicht nach oft so gehalten worden sein, wie ich es hier zeige. | zum Foto in hoher Auflösung | Keine Rechte vorbehalten, doch um die Nennung der Quelle wird gebeten: HILTIBOLD.Blogspot.com

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Mittwoch, 30. Januar 2019

📖 Buch: An der Wiege Europas - Irische Buchkultur des Frühmittelalters

Im Buch "An der Wiege Europas" schildern verschiedene Autoren die Aktivitäten gelehrsamer irischer Mönche auf dem frühmittelalterlichen europäischen Kontinent. Im Zentrum der Betrachtungen steht dabei das auf irische Wurzeln zurückgehende Bodenseekloster St. Gallen. Dort fanden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder irische Mönche - die sich z.B. wegen den unablässigen Wikingerüberfällen in ihrer Heimat auf Wanderschaft begeben hatten - Unterschlupf. Das Verhältnis dieser Zugereisten zu den Einheimischen war zwar in intellektueller Hinsicht recht fruchtbar, aber nicht immer harmonisch.

Das gut 100seitige Buch ist relativ reichhaltig mit frühmittelalterlichen Handschriften bebildert. Gestört hat mich dabei, dass die Bilder völlig unnötigerweise an den inneren Rand der jeweiligen Seite gerückt wurden - also dorthin, wo die Seiten zusammenstoßen. Deshalb ist nicht immer jedes Detail erkennbar, es sei denn, man drückt das Buch mit Gewalt flach, was aber dem Einband sicher nicht gut tut.

Neben Erläuterungen zum Kernthema findet sich auch die eine oder andere Information, mit der man nicht rechnen würde. So z.B., dass in der Vita des irischen Mönchs Columban die älteste Beschreibung des Ungeheuers von Loch Ness zu finden ist.

Fazit: Das Buch gibt einen nicht uninteressanten Einblick in die Umtriebe irischer Mönche im frühmittelalterlichen Kontinentaleuropa, allerdings waren mir hier die Autoren ein bisschen zu sehr auf das Kloster St. Gallen fixiert. Aus dem Titel geht dieser Umstand nicht hervor.

Anmerkung: Das Kloster von St. Gallen liegt in der Schweiz. Ebenfalls in der Schweiz befindet sich der verantwortliche Verlag. Dementsprechend kam die eigentümliche Schweizer SS-Schreibung zur Anwendung. Dass aber das scharfe S durchaus seine Berechtigung hat, fiel mir beim Lesen dieses Buchs besonders an einer Stelle auf. Da lautete nämlich die Überschrift: "Mönchtum und Busse". Aha, dachte ich mir, hier geht es um die Bedeutung des Klosters St. Gallen für den Tourismus. Doch das war ein Irrtum, denn gemeint war die "Buße" 😄

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Weiterführende Informationen:
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