Dienstag, 21. Juli 2026

Weil mir "Living History" zu fad wurde: Mein neues Durchlichtmikroskop und mehr - Teil 1

Die Sommerpause hat ein paar Tage länger gedauert, als angekündigt. Zuerst flog mir hier nämlich im letzten Moment (wieder einmal) die Hauselektrik um die Ohren und dann ist auch noch der PC, auf dem ich die Fotos für diesen Beitrag gespeichert habe, auf der Betriebssystemebene abgeraucht (das kommt davon, wenn man in die Fenster KraftMuschel ("Windows PowerShell") Befehle reinklopft, die man nicht völlig durchschaut). Zwar hatte ich ein Backup von der Daten- und sogar der Betriebssystem-Partition, aber das befand sich physisch alles gerade an einem anderen Ort...

Eigentlich wollte ich den Beitrag über mein neues Durchlichtmikroskop schon vor längerer Zeit machen - nämlich vor über einem Monat. Aber auch hier nur Probleme: Die Kamera, die ich mir dafür zusätzlich kaufen wollte, konnte nämlich nicht geliefert werden. Also habe ich nach einem Ersatz gesucht - weil ich bin, was die technischen Spezifikationen betrifft, hier sehr pingelig. Dieser Ersatz wird nun aber, wie ich gestern erfahren habe, auch erst in zwei bis drei Wochen da sein, also habe ich mich dazu entschlossen, nicht mehr zu warten und den Beitrag einfach aufzuteilen. In diesem werfe ich ausschließlich einen Blick auf das Mikroskop (inkl. thematischer Schlenker), das nächste Mal dann betrachte ich das Kamerasystem und die (hoffentlich) schönen Aufnahmen, die man damit machen kann.

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Warum ein Mikroskop?

Ich habe ein neues Hobby gesucht, weil offen gestanden werden mir meine alten langsam aber sicher zu eintönig. Beispielsweise als Frühmittelalter-Heini oder Römer rumzuhüpfen ist zwar gelegentlich ganz lustig, besonders der pädagogische Aspekt dabei, aber ausfüllen tut mich das nicht mehr. Auch das Lesen von dazu passender Literatur haut mich immer weniger vom Hocker. Man kauft sich nämlich ein Buch, nur um dann festzustellen, dass einem gefühlte 95 Prozent des Inhalts irgendwie schon bekannt sind. Das mündet schlussendlich in reine Zeitverschwendung. Aus dem Grund gibt es hier auch kaum noch Buchbesprechungen (ein weiterer Grund: ich bin im Laufe der Jahre mit mehreren Verlagen wie De Gruyter zusammengekracht - von denen würde ich selbst gegen Bezahlung keine Bücher mehr rezensieren).

Statt nur einem einzigen neuen Hobby sind es letztendlich sogar drei geworden: Die Mikroskopie, die Drohnenfliegerei und der 3D-Druck inkl. dem 3D-Scannen. All das kann relevant für das Blog und seinen Themenschwerpunkt sein. Denn 3D-Drucke (vor allem von Resin/Kunstharz-Druckern) taugen hervorragend als Positivformen, um archäologische Funde, die z.T. als hochauflösende 3D-Scans online abrufbar sind, mit den historisch korrekten Werkstoffen nachzugießen (so weit bin ich zwar noch lange nicht, aber das ist eines meiner Endziele); auch kann ich selbst 3D-Scans vornehmen (ich habe beispielsweise vor, so meine Mittelalterklamotten hier auf dem Blog zu präsentieren). Die Drohnenfliegerei wiederum ermöglicht es, ein wenig Luftbildarchäologie zu betreiben. Heute soll es aber nur um das Mikroskop gehen, genauer gesagt um eines von zweien, denn um wirklich alle Bereiche abdecken zu können, braucht man ein Durchlichtmikroskop, wie es hier besprochen wird, und ein Auflichtmikroskop/Stereomikroskop. Ersteres verwendet man für durchsichtige bzw. lichtdurchlässige Proben (Dünnschnitte von Pflanzen, Pollen, bestimmte Insekten, Dünnschliffe von Mineralien usw.), das zweite für lichtundurchlässige (Münzen, Samen, Keramik, Mineralien, Textilien usw.). Das Auflichtmikroskop habe ich zwar auch schon, aber dieses werde ich in einem komplett eigenen Beitrag besprechen. Ich muss mich damit noch vertraut machen, obwohl ich eigentlich mit einem ähnlichen Gerät vor über 15 Jahren beruflich schon gearbeitet habe. Das war damals im Qualitätsmanagement eines Industriebetriebes und meine Aufgabe als ISO-zertifizierter Heini war es, Produktionsfehler in elektronischen Bauteilen zu analysieren, zu dokumentieren und mir dann Verbesserungsideen für den Produktionsablauf ausdenken. Ach, war das ein "Spaß"...


Vorsicht, nicht veräppeln lassen (auch nicht von Elon Musk)!

Ich wollte nicht zu viel Geld für das Mikroskop ausgeben, aber auch keinen Schrott kaufen. Nachdem ich über Wochen hinweg immer wieder auf Amazon nach solchen Mikroskopen gesucht und Rezensionen gelesen habe, scheint der Algorithmus darauf angesprungen zu sein und plötzlich hatte ich das hier von mir vorgestellte Gerät, welches als eines von zwei Modellen in der Endauswahl war, in meiner privaten Liste von "Vine"-Rezensionsexemplaren. Ich bin nämlich unverhofft vor ca einem Jahr zu diesem Programm eingeladen worden - wohl weil ich meine unzähligen Buchrezensionen, die ich lange Jahre fürs Blog geschrieben habe, immer auch zu Amazon hochlud (als ich die Vine-Einladung sah, dachte ich mir zuerst "was ist denn das für ein Scheiß" und wollte das entsprechende Popup-Fenster schon wegklicken 😄).

"Vine" also... Mein Tipp: Die entsprechend gekennzeichneten Rezensionen von Vine-Mitgliedern sollte man mit Vorsicht genießen. Einige sind mittlerweile nämlich von KIs geschrieben, weil manch Rezensent offensichtlich keinen Bock drauf hat, selber etwas zu texten (das gilt freilich noch mehr für Nicht-Vine-Rezensionen, hinter denen bezahlte Akteure stehen). Solche Leute wollen einfach nur Produkte abgreifen (auch wenn gefühlte 99 Prozent der zigtausenden zur Verfügung gestellten Rezensionsexemplare nur Nippes sind). Erkennbar sind diese Fake-Rezensionen häufig an der Verwendung des auf Tastaturen nicht verfügbaren echten Gedankenstrichs (Doppelgeviertstrich, engl.: em-dash) und an typischem Marketingvokabular wie "beeindruckend"; immer wieder wird hier lediglich der Produktinformationstext paraphrasiert und gelegentlich mit einem erfundenen Anwendungsszenario aufgehübscht. Freilich, man könnte einem LLM bzw. Large Language Model ("KI") durchaus befehlen, das Zeug glaubwürdiger zu schreiben. Aber selbst dafür sind diese Leute zu faul oder zu deppert. Da werde ich dann ausnahmsweise zur Meldemuschi und melde solche Rezensionen über das entsprechende Knöpfchen. Obs aber viel bringt, tja... Amazon betont jedenfalls, dass sie gegen Fake-Rezensionen konsequent vorgehen. Die Vine-Regeln sind ja eigentlich auch in vielerlei Hinsicht recht streng.
Übrigens, man kann LLMs durchaus auch in ethischer Weise für Rezensionen verwenden. Nämlich indem man sie fragt, welche Punkte bei einem bestimmten Produkt angesprochen werden sollten, damit die Rezension maximal viel Nutzen für Interessierte bringt. Haarsträubend ist allerdings, dass einem dann Chatbots wie Gemini, ChatGPT, Grok usw. am Ende der Antwort fast immer auch das Angebot unterbreiten, ob sie nicht gleich eine komplette Rezension - also eine erfundene - schreiben sollen. Wo ist denn da das eingebaute Ethikmodul dieser ressourcenverschwendenden Müllsoftware?! 
Ich kanns wirklich kaum erwarten, dass den verantwortlichen Watschengsichtern die KI-Blase um die Ohren fliegt. Dann werden - nebenbei gesagt - auch RAM und SSDs wieder erschwinglich. Das aktuell sich entfaltende Desaster von Elon Musks SpaceX-Börsengang ist diesbezüglich bereits einer von mehreren Vorboten. SpaceX ist nämlich, anders als man beim Namen vermuten könnte, vor allem eine "KI"-Firma, da der 'süd-afroamerikanische' Dampfplauderer "xAI" und die Social-Media-Plattform "X" vor dem Börsengang mit der einst reinen Raketen- und Internet-Satellitenfirma "SpaceX" verschmolzen hat; dieses eher windige Vorgehen ermöglichte es Musk, jene großkopferten Privatanleger, die ihm vor ein paar Jahren beim Kauf von Twitter finanziell mit Milliardenbeträgen unterstützten, nun auf Kosten von medial aufgeputschten, naiven Kleinanlegern in den ersten Tagen des Börsengangs auszuzahlen - denn Twitter/X und xAI machten und machen ausschließlich riesige Verluste, ohne Licht am Ende des Tunnels (also wie bei meiner Lieblingsmittelalterbaustelle Campus Galli, nur um Universen größer). Doch ich schweife ab - zurück zum Mikroskop!


Das Gerät

Mein Modell trägt den Namen SW380T und ist bereits seit ein paar Jahren auf dem Markt. Es scheint recht weit verbreitet zu sein. Der Hersteller ist "Swift", eine Firma aus China. Allerdings lassen auch bekanntere Marken wie Olympus längst vieles dort fertigen. Dementsprechend ist das kein Ausschlusskriterium. 
Ich bin auf dieses Mikroskop auch deshalb gekommen, weil es u.a. der österreichische (aber englischsprachige) Youtuber Microbehunter in einem Video in nachvollziehbarer Weise recht positiv besprochen hat (siehe ganz unten). Das Gerät hat mich dann auch tatsächlich nicht enttäuscht. Was man damit alles beobachten kann, ist wirklich erstaunlich. Selbst Bakterien sieht man herumwuseln. Es handelt sich hier also um kein Kinderspielzeug mehr.

Das "T" in der Modellbezeichnung steht für "Trinokular". Das heißt, man kann in das dritte "Loch", also hinter den beiden Okular-Öffnungen für die Augen, ein Kamerasystem mit sogenanntem C-Mount einstecken. An sich ginge das auch bei einem der beiden vorderen Okularöffnungen, aber die Lösung mit der dritten Öffnung hinten ist aus verschiedenen Gründen eleganter bzw. praktischer. 
So ein Kamerasystem ermöglicht es, Fotos aber auch Video zu machen. Etwas bessere Systeme (Kostenpunkt wenige hundert Euro) schaffen bei Full HD (1080p) 60 Frames/s. Bei einer Auflösung von 2K und 4K sind es meistens noch um die 30. Das ist nicht schlecht! Hier kann man schöne Video davon machen, wie etwa in Pflanzen diverse "Wanderbewegungen" von für mich noch nicht definierbaren Elementen stattfinden. Und das ist grundsätzlich so ein Ding: Man lernt hier durchs Nachrecherchieren unglaublich viel dazu, denn schließlich möchte man wissen, was da auf dem gläsernen Objektträger zu sehen ist. Ich persönlich fand Biologie bisher immer etwas langweilig, aber mit dem Mikroskop und seiner praktischen Anwendungsmöglichkeiten sieht die Sache völlig anders aus. Nicht umsonst heißt es: Probieren geht über studieren! 
Eine Freundin, die Gärtnerin und Biologin ist, erforscht - auch mithilfe eines ähnlichen Mikroskops wie meinem - seit einigen Jahren Burgruinen bzw. Burgstellen und Wüstungen. Dabei hat sie schon manch interessante Entdeckung gemacht, denn die alten Nutzpflanzen, die die Menschen dort anbauten, verschwinden nicht zwangsläufig komplett von der Bildfläche, nur weil die Bewohner den Ort verlassen haben. 

Anhand der nachfolgenden Bilder ein paar Bemerkungen zu den Bestandteilen meines  Durchlichtmikroskops.  Diese ähneln sich - unabhängig vom Hersteller - nämlich sehr. Und um Fragen vorzubeugen: Ich stelle das Gerät zurzeit noch in der Retro-Gaming-Ecke meines Arbeitszimmers auf, wenn ich es benutze (ein 'dedizierter Tisch' dafür kommt aber noch); daher die entsprechende Deko und das nicht mehr ganz taufrische Windows XP. Und nein, natürlich hänge ich die Kiste mit einem ungepatchten Uralt-Betriebssystem nicht ans Internet 😉. Obwohl man mit dem Gerät (das Innere besteht aus Hardware von 2008/2009 plus neue SATA-SSD und neuem Netzteil) eigentlich nicht nur alte Spiele spielen, sondern auch noch super arbeiten könnte. Stattdessen ärgert man und heutzutage mit Windows 11 und dem Copilot-Müll...

Der Rahmen des Swift-Durchlicht-Mikroskops ist aus Metallguss hergestellt und hat ein ganz ordentliches Gewicht. Der Aufsatz mit den beiden Okularträgern kann um 180 Grad gedreht werden (Winkel-Grad, nicht Celsius 😉). Alles ist sehr gut verarbeitet.

Hier sieht man sehr schön, wie das Licht von unten jene Stelle beleuchtet, auf die man später den gläsernen Objektträger legt - daher die Bezeichnung "Durchlichtmikroskop" (von oben wird bei dieser Art Mikroskop hingegen nichts beleuchtet). Die tatsächliche Vergrößerung erreicht man aus einer Kombination: Sowohl die Okulare (die Dinger, bei denen man reinschaut) haben einen bestimmten Vergrößerungsfaktor wie auch die Objektive, die hier zu sehen sind; drei verschiedene werden mitgeliefert, wobei jenes mit der größten Vergrößerung ein Öl-Okular ist. Ich hatte von so etwas noch nichts gehört, aber es ist offenbar recht weit verbreitet. Man tropft hier Öl auf den Objektträger bzw. das Deckglas drauf (nicht zwischen die Glasplatten mit der Probe) und fährt den Objekttisch (der schwarze Teil mit der aufgedruckten Skala) so weit ran, bis die Linse des Objektivs ins Öl eintaucht. Weil mir das aber zu viel Sauerei ist (man muss später ja alles reinigen) habe ich bisher darauf verzichtet, das auszuprobieren. Nebenbei erwähnt, so stellt man ganz grundsätzlich das Bild bei einem solchen Mikroskop scharf. Will heißen, man bewegt den Objekttisch mit dem großen seitlichen Drehknopf (doppelt vorhanden) an eines der drei Objektive im Revolvermagazin ran.

Hier steckt man die beiden Okulare rein. Für Brillenträger bzw. Menschen mit einer Sehschwäche, die nicht bei beiden Augen gleich stark ausgeprägt ist, gibt es die Möglichkeit, die Okulare mittels Drehrädchen unabhängig voneinander anzupassen. Auch ist der Abstand der Okulare zueinander einstellbar.

Die dritte Öffnung (hier verschlossen) des Trinokular-Durchlicht-Mikroskops. In sie steckt man ein entsprechendes Kamerasystem ein, das die Video- oder Fotodaten entweder über USB oder über HDMI an einen Computer/Bildschirm sendet. Mit HDMI oder USB-C ist eine Übertragung direkt an einen Monitor möglich, mit USB-A benötigt man einen Computer plus Software. Hier ist nun folgendes zu beachten: Kameras mit HDMI- und/oder USB-C-Anschluss bieten meiner Beobachtung nach üblicherweise die Möglichkeit, dass man mittels Knöpfchen und eingelegter SD-Karte direkt aufzeichnet. Hingegen bei billigeren (teilweise aber auch überteuerten) und wesentlich selteneren Kamerasystemen mit USB-A braucht man - wie schon gesagt, einen Computer und Software dazu. Ich rate von so etwas ab. Auch ist es wohl laut Erfahrungsberichten so, dass nicht jede Mikroskopkamera mit jedem Mikroskop gleich gut zurecht kommt. Manche Kameras lassen sich nie perfekt scharf stellen. In so einem Fall heißt es dann eben andere Modelle zu probieren. Daher ist es äußerst sinnvoll, sich die Kamera von einer Quelle zu besorgen, bei der das Retournieren einfach geht - z.B. Amazon, aber auch nur dann, wenn Amazon direkt als Verkäufer auftritt oder der Amazon-Marketplace-Händler den Versand und die Rückgabe über Amazon abwickelt.

Die zum Mikroskop-Zubehör gehörenden vier Okulare. Der Vergrößerungsfaktor ist hier aufgedruckt. Dieser multipliziert sich bei der Anwendung mit dem Vergrößerungsfaktor der Okulare. Ebenfalls dabei ist ein C-Mount-Adapter für Mikroskopkameras. Manche Kamera-Modelle bringen diesen bereits selbst mit, andere nicht. Und zu guter Letzt das blaue Plättchen: Es handelt sich hierbei um einen Filter, mit dem unter bestimmten Umständen der Kontrast erhöht werden kann.

Wichtiges Zubehör, das leider beim Lieferumfang der wenigsten Mikroskope dabei ist. Der eigentliche Objektträger ist die große Glasplatte. Daneben sieht man hier auch eine Packung Deckgläser, die kleiner und dünner sind. Zwischen diesen beiden Gläsern wird die Probe fixiert - oft mit Hilfe eines Wassertropfens; dafür sind die beiden Pipetten. Der Nutzen der Pinzetten dürfte bei diesem Vorgang klar sein. Und die Rasierklingen verwende ich, um besonders feine Dünnschnitte hinzubekommen. Das geht damit besser als mit meinen Skalpellen, die ich bereits vorher zu Bastelzwecken besaß. Kosten tut das abgebildete Zeug nicht viel, aber gerade bei den Gläsern hätte ich etwas weniger knausern sollen. Die Objektträger sind nämlich an den Kanten nicht sehr abgeschrägt und die Ecken besitzen keine Abrundung. Das alles erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass man sich beim Herumhantieren verletzt, sondern auch die Bruchwahrscheinlichkeit steigt. Die Pipetten schreien freilich auch nicht "Qualität". Sie waren allerdings bei den Gläsern dabei. Wahrscheinlich werde ich irgendwann Ersatz besorgen. Zurzeit reicht es mir aber aus.

Ein Zubehörteil, das selten erwähnt wird, jedoch meiner Erfahrung nach äußerst nützlich ist. Mit so einem kleinen Handgebläse lässt sich das Mikroskop nämlich viel leichter und schneller von Staub reinigen, als mit jenen kleinen Blasebälgen, die immer noch von vielen Leuten verwendet werden. Auch ansonsten ist so ein Gebläse sehr praktisch - etwa beim Entstauben des Computers, der mobilen Klimaanlage oder anderer Geräten.

So, das war der erste Teil. Der zweite folgt dann in einem gewissen zeitlichen Respektsabstand, sobald ich das Kamerasystem habe und damit gute Aufnahmen machen konnte.


Sonntag, 14. Juni 2026

🍹 Sommerliche Blogpause bis 15. Juli (es geht nicht anders) 🌴


Ich hab es versucht. Ich habe es wirklich versucht. Aber zeitlich geht bei mir momentan gar nichts. Jetzt ist kürzlich wieder ein "Riesending" dazwischengekommen. Und bevor ich hier weiterhin nur noch sporadisch und unzuverlässig etwas poste, verlege ich lieber die mehrwöchige Sommerpause vor, die normalerweise jedes Jahr von Ende Juli bis Ende August eingeplant ist. Das bedeutet konkret, ich bin ab dem 15. Juli wieder da. Und zwar mit dem angekündigten Beitrag über mein Mikroskop (in dem ich dann auch ein paar kritische Worte zu Amazons Rezensionssystem sagen werde).

Ich hoffe auf das Verständnis der Leser und wünsche allen schon mal einen schönen Sommer! 🍹



Montag, 8. Juni 2026

🎧 Hörbares: llegale Sondengänger plündern Kulturgüter -- Langes Interview mit Gabriel Zuchtriegel -- Römermuseum Pachten -- usw.


Illegale Sondengänger plündern Kulturgüter in BW | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info 
Surprise, surprise! Hat also das Schaffen von Schatzregalen nichts Positives bewirkt? Mehr noch, hat man mit diesem Enteignungsparagraphen womöglich für überproportional viele Menschen jeden Anreiz zerstört, Funde zu melden, anstatt sie am Schwarzmarkt zu verhökern? Polit- und "Experten"-Deppen! PS: Beim oben abgebildeten Schloss Pöls habe ich vor nicht allzu langer Zeit auch einen Sondengänger gesehen ^^

 GuMo-Mobil: Beim Römermuseum Pachten | Spieldauer 7 Minuten | SR | Stream & Info 

 Tübinger Archäologen entdecken 220.000 Jahre alten Steinbruch | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 Gast im Studio: Gabriel Zuchtriegel | Spieldauer 78 Minuten | SWR | Stream & Info 
In letzter Zeit ist der Mann ein auffällig gefragter Interviewpartner in Deutschland. Habe ich da etwas verpasst?!

 26.02.364: Valentinian I. wird römischer Kaiser | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Erstmals für Besucher geöffnet: Mittelalterlicher "Metzgerturm" wird zum Kunstraum | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info 


Samstag, 30. Mai 2026

📽️ Videos: Die Totenlade von Helmsdorf -- Archäologische Schätze in der Großregion -- Die Gladiatorenschule in Trier -- Die Neuinszenierung der Bronzezeit -- usw.


 Die Totenlade von Helmsdorf  | Spieldauer 7 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Die Neuinszenierung der Bronzezeit | Spieldauer 8 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Archäologische Schätze in der Großregion | Spieldauer 28 Minuten | SR | Stream & Info

 Betreten verboten: Warum vier von sechs Welterbe Höhlen derzeit geschlossen sind | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Die Gladiatorenschule in Trier | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 
Die Medien immer mit ihrer Angewohnheit, den Interviewpartner vor dem eigentlich Gespräch beim Gehen zu filmen. Das sieht - so wie hier - fast immer unnatürlich und dämlich aus. Der arme Mensch vor der Kamera weiß ja offenbar nicht wie er dabei dreinblicken soll; man merkt ihm regelrecht an, dass ihm das unangenehm ist; alles wirkt daran unnatürlich und gestellt. "Cringe", täten die Amis das nennen. Ich kann mich aber an einen gerne bergesteigenden österreichischen Politiker erinnern, der erklärt hat, dass er genau solche Mätzchen nicht mitmacht. Der Reporter soll seine Fragen stellen, aber nicht versuchen, Filmkunst zu fabrizieren.

 Der schiefste Turm der Welt steht in Rheinland-Pfalz | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info 


Dienstag, 26. Mai 2026

🎧 Hörbares: Das Judentum und der Monotheismus -- Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition -- Der tote Papst vor Gericht -- KI entziffert Keilschrift -- usw.


 1000 vor Christus: Das Judentum und der Monotheismus | Spieldauer 42 Minuten | DF | Stream & Info
"Die Überlieferung sagt..." Und dann rattert die gleich zu Beginn der Sendung da etwas aus dem Alten Testament runter, als ob es eine Tatsache ist... Wer außerdem die archäologischen Befunde ernsthaft betrachtet (z.B. kleine Götzenbilder), der wird feststellen, dass der Monotheismus auch lange nach dem behaupteten Lebenszeitraum von David nicht sehr konsequent eingehalten wurde. Wobei Monotheismus ja eh keine Tugend ist, auch wenn in unserer christlichen geprägten Kultur das ständig mitschwingt.

 Mehr als Folter: Die Motive hinter der päpstlichen Inquisition | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Der tote Papst Formosus vor Gericht | Spieldauer 16 Minuten | WDR | Direkter Download
Ein absoluter Klassiker aus der Welt des Schwachsinns! Wer freilich glaubt, das war einmal und ist nicht mehr, werfe einen Blick nach Weißrussland, wo man erst kürzlich einen Prozess gegen den bereits 1978 verblichenen SS-Angehörigen Hans Eugen Siegling führte. Herr Lukaschenko, der laut eigener Aussage lieber Diktator ist, anstatt schwul zu sein, hat ein Faible für solche schrulligen, (innen)politisch verwertbaren Schauprozesse. Anderenfalls würde er dergleichen den Historikern zur Aufarbeitung überlassen.

 Krimkrieg 1853-1856: Mehr als 500.000 Tote für eine "Heilige Mission" | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Spracherkennung: Künstliche Intelligenz entziffert Keilschrift | Spieldauer 26 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologie und KI – Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologie-Parks Pompeji | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Losverfahren und ihre uralte Geschichte | Spieldauer 48 Minuten | DF | Stream & Info

 Newton und der Apfel: Die Legende vom Geistesblitz | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download


Sonntag, 24. Mai 2026

Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 1.26: Schlachtfeldarchäologie (außerdem: steuergeldfinanziertes Archäo-Fressen in Erding, böse Metalldetektoren und mehr)


Und weiter geht es mit einer neuen Ausgabe der Zeitschrift "Bayerische Archäologie". Schwerpunkt ist diesmal das durchaus interessante Thema "Schlachtfeld-Archäologie" (und weil das Verzichten auf den Bindestrich im Heft-Titel zu einer stark veränderten Bedeutung geführt hätte, hat man diesmal nicht aus rein optischen Gründen absichtlich auf die deutsche Rechtschreibung gesch...pfiffen ^^). 

Natürlich enthält das Heft auch Beiträge zu anderen Themen. Entsprechend werde ich eine Auswahl treffen, um nicht zuletzt einen kritischen Blick auf den staatlichen bzw. staatsnahen Archäologiebetrieb und seine Akteure zu werfen. Schauen wir also, was mich diesmal - passend zum Blog-Motto - so alles aufregt 😉.



Rätselhaft wie die Sibylle von Cumae, Völlerei und eine geriatrische Ausflugsgesellschaft

Die "Gesellschaft für Archäologie in Bayern" (GfA) hat in wissenschaftlicher Hinsicht zweifellos ihre Verdienste. Ich finde diesen Verein bzw. einige seiner großkopferten Akteuer aber trotzdem in mancherlei Hinsicht skurril bis suspekt - wie ich schon mehrfach in den Rezensionen dieser Heftreihe anhand von Beispielen dargelegt habe. Etwa der wohl narzisstische Hang dieser Truppe und seines Dunstkreises, sich inflationär gegenseitig irgendwelche Ehrungen umzuhängen, ist in meinen Augen befremdlich. Nun hatte sich die GfA - unter anderem zu diesem Zweck - bei einer in Erding abgehaltene Jahrestagung versammelt, wo, wie es heißt, ein "archäologieaffiner" Ortskaiser regiert. Und weiter berichtet man:

Zuletzt lud Oberbürgermeister Gotz zum Empfang der Stadt ins Museum Erding, wo er in einer bewegenden Ansprache einerseits den Wert von Archäologie und Geschichte hervorhob und andererseits dazu aufrief, mit demokratisch gewählten Amtsträgern achtsam umzugehen, da man sonst womöglich irgendwann keine mehr finden werde.

Was redet der da? Was soll das heißen? Dass ihm der berüchtigte 188er-Paragraph nicht ausreicht und man seinesgleichen komplett in verbale Zuckerwatte einwickeln soll? Oder will dieser Herr auf etwas ganz anderes hinaus, das sich nur dem intimen Kenner der Politikszene Bayerns/Deutschlands erschließt?
Im Übrigen, nur direkte Demokratie ist echte Demokratie im Sinne einer Volksherrschaft, wie sie der Begriff 'Demokratie' bedeutet (von historischen Feinheiten abgesehen). 'Repräsentative Demokratie' ist hingegen ein astreines Oxymoron - sprachlich wie auch in der politischen Praxis. Man benötigt freilich ein Minimum an intellektueller Redlichkeit, um das zu konstatieren; was Parteipolitiker weitestgehend ausschließt. Die sägen nicht den Ast ab, auf dem sie sitzen. Der Adel hat seine Herrschaft ja auch nicht freiwillig abgegeben.

Auf die geistige Erbauung folgte umgehend die körperliche Stärkung an einem reichhaltigen und vielfältigen Büfett der Stadt.

Ah, der indigene Zahlesel darf hier demnach für die opulente Fresserei eines auswärtigen Privatvereins löhnen, dessen saturierte Funktionäre überproportional im geschützten staatlichen Bereich arbeiten oder gearbeitet haben. Wirklich sehr sympathisch, dieses ungenierte Schnorrertum auf Steuerzahlerkosten. Besonders in Zeiten des rapiden wirtschaftlichen Niedergangs und Wohlstandsverlusts breiter Teile der Bevölkerung. Es bleibt hier nur noch die Frage: Erstreckt sich die Großzügigkeit der Gemeinde Erding auf alle lokalen Vereine? Werden diesen ebenfalls fette Buffets bezahlt? Falls nicht, dann sollte man diesem Oberdemokraten von einem Bürgermeister vielleicht die Frage stellen, wie "demokratisch" es eigentlich ist, wenn das cornu copia (Füllhorn) der Gemeinde tendenziell nur über jenen Vereinen ausgeschüttet wird, deren Vereinszweck er persönlich geil findet.

Zum Schluss noch eine Beobachtung: Die GfA berichtet auch von einem mehrtägigen Ausflug, der gut 20 ihrer Mitglieder nach Baden-Württemberg führte. Unter anderem zu meiner Lieblingsmittelalterbaustelle Campus Knalli Galli. Die Reisegruppe posiert dabei vor einer der dortigen Gebäuderekonstruktionen. Als ich mir die Leute so ansah, dachte ich mir: Sind die aber alt! Da würde ja selbst ich mit meinen Mitte Vierzig jung im Vergleich dazu aussehen. 
Falls diese Reisegruppe ungefähr das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder repräsentiert, dann sollte man sich dringend überlegen, ob hier nicht Handlungsbedarf besteht. Denn wenn die Vereinsarbeit primär bei Personen Anklang findet, die in der Nacht vermutlich dreimal aufstehen müssen, um einmal zu pieseln, dann läuft hier grundlegend etwas falsch. 


Die befahrene Kühlgrube, in der Mäuseschädel und Holzreste eine Party feiern

Für mich eigentlich ganz interessant ist ein Text, in dem es um die Erforschung einer Grube im Keller der Burg Hiltpoltstein geht (Namensgeber war angeblich ein Hiltebold 😀). Man vermutet, dass diese nicht sehr große Grube - sie ist lediglich 2,25 Meter tief - für die Kühlung von Lebensmitteln vom Spätmittelalter bis in die späte Neuzeit verwendet wurde. Temperaturmessungen ergaben, dass es am tiefsten Punkt der Grube um fast 4 Grad kühler war als am Boden des Kellergewölbes. 
Ob es sich aber auszahlt, dafür eine Grube in den Sandstein zu schlagen? Oder haben hier die Forscher etwas übersehen? Wurde das Ding vielleicht im Winter dicht mit Eis vollgepackt, um dieses bis in den Sommer hinein verwenden zu können? Da ein doppelter Boden aus Holz vorhanden war, durch den Schmelzwasser hätte abrinnen können, würde mich das nicht wundern (mehr von mir zum Thema der historischen Lebensmittelkühlung hier).

So weit, so gut. Doch bei gewissen Formulierungen im Text habe ich mit den Augen heftig zu rollen begonnen. So konnte ich mich noch nie mit dem in der Archäologie gebräuchlichen Begriff "Vergesellschaftung" (von Funden) anfreunden. Wenn etwa in diesem Loch Mäuseschädel, Holzreste und Keramikscherben "vergesellschaftet" sind, dann hört sich das für mich an, als ob die zusammen eine Party feiern. In Gesellschaft befinden sich für mich nur Lebewesen; zuvörderst Menschen, aber auch Tiere.

Besonders ulkig wurde es aber, als es hieß, Besucher der Burg können die freigelegte Grube "befahren". Und ja, ich weiß natürlich, dass dieser Begriff in der Höhlenforschung üblich ist. Aber bei einem nur 2,25 Meter tiefen Loch hört sich das irgendwie lächerlich an. Wäre es so schlimm, wenn man einfch nur "hinuntersteigen" sagen würde? Oder hört sich das nicht schlaudeutsch genug an?


Der Herr Doktor

In Wolkertshofen ist man im Rahmen von Bauarbeiten auf das steinerne Fundament eines römerzeitlichen Grabhügels gestoßen, der in dieser Form auf dem Gebiet der einstigen Provinz Raetia  selten vorkommt - heißt es. Gewundert habe ich mich aber vielmehr über den komplizierten Namen der zuständigen Grabungsfirma: "Archäologiebüro Dr. Woidich GmbH." Wie kommt man, bitteschön, auf so etwas? Wieso hat "Archäologiebüro GmbH" nicht ausgereicht? Das ist doch eingängig und knackig? Wozu auch noch den Dr. Woidich dranhängen? Um mit dem akademischen Grad Kompetenz zu signalisieren? So wie hier 😄? Oder hat einfach das Ego dieses Herrn Woidich es nötig gehabt, dass er mit seinem Doktor im Firmennamen aufscheint? 
Mit dieser Verkomplizierung verringert man jedenfalls nur wieder einmal die Auffindbarkeit mittels Suchmaschine. Ich habe über ein anderes Beispiel ja erst in der Rezension der vorherigen Ausgabe von "Bayerische Archäologie" berichtet. Davon abgesehen, sieht die Website aus, als ob sie von einem Programmier-Laien bzw. ihm selber erstellt wurde - und zwar in grauer Vorzeit. Hoffentlich ist er wenigstens als Archäologe besser...


Böser Metalldetektor

In einem Beitrag, der unter anderem schlachtfeldarchäologische Untersuchungen in Oberfranken zum Thema hat, heißt es:

Eines der Beispiele ist der Reisberg bei Scheßlitz in Oberfranken, der vor allem durch zahlreiche Hinterlassenschaften aus der späten Kaiserzeit bekannt geworden ist. Bei den dortigen Fundauf- sammlungen und Prospektionen konnten aber auf den Hängen unterhalb der Wallreste auch etliche Bronzepfeilspitzen entdeckt werden. Sie lassen auf eine militärische Auseinandersetzung um die Höhensiedlung während der Urnenfelderzeit schließen. Dennoch lässt sich daraus kein vollständiges Bild gewinnen, denn die Fläche innerhalb der Umwehrung wurde bei der Prospektion mit dem Metalldetektor zum Schutz des Denkmals bewusst ausgespart.

Inwieweit schütz der Verzicht auf Metalldetektoren ein Bodendenkmal? Das ist doch erst mal eine nicht-invasive Methode, mit der man die Verteilung von Metallobjekten im Gelände dokumentieren kann; das Graben ist ja nicht die zwingende Folge daraus. Und wenn doch, dann kann das selektiv und vergleichsweise behutsam erfolgen; so kann dies etwa nur dort durchgeführt werden, wo sich eine ungewöhnlich starke Häufung von Metallfunden abzeichnet (z.B. Hortfund). Auch ist es möglich, sich unter bestimmten Umständen auf den sowieso gestörten Mutterboden zu beschränken. Der (gute) Detektor zeigt die ungefähre Tiefe an, in der ein Metallobjekt liegt.  

Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass die Nichtverwendung von Metalldetektoren - möglicherweise aus ideologischen Gründen (und ja, das gibts in der Archäologie tatsächlich!) - ziemlich blödsinnig auf mich wirkt. Hier auf potentiell wertvolle Informationen zu verzichten, widerspricht dem ureigendsten Gedanken der Wissenschaft: WISSEN SCHAFFEN! Die Verantwortlichen sehen sich stattdessen mehr als Konservatoren. 
Eine üble Unsitte, die da in der Archäologie seit einiger Zeit zunehmend am Einreissen ist und auch bei manch Ausgräber auf wenig Begeisterung trifft; ich habe über die wahrscheinlichen Hintergründe u.a. in meinem Beitrag über die äußerst fragwürdige Erschließung der berühmten Anlage von Göbekli Tepe (Türkei) geschrieben.



Mittwoch, 20. Mai 2026

Wieder mal ein Aussetzer, weil ....

Das Bespielen des Blogs ist bei mir momentan ziemlich schwierig, daher wieder einmal ein langer Aussetzer. Ich beschäftige mich nämlich seit einigen Wochen intensiv mit 3D-Druck, Drohnenfotografie und Mikroskopie - alles ziemlich neue Themenfelder für mich, die in Summe sehr zeitaufwendig sind. 

Die Mikroskopie und der Drohnenfotografie werden aber gegen Ende des Jahres - wenn ich damit gut vertraut bin - auch Inhalte für das Blog liefern, da ich sowohl Bodendenkmäler aus der Luft fotografieren möchte (Stichwort "Bewuchsmerkmale") wie auch archäologische Lesefunde und weitere thematisch relevante Objekte unter dem Mikroskop mittels Kamerasystem abbilden werde; oder besser geagt: unter DEN MirkoskopEN, weil mit einem kommt man nicht aus. Es wird sowohl ein Durchlichtmikroskop benötigt (für lichtdurchlässige Textilfasern, Pollen usw.) wie auch ein Auflicht- bzw. Stereomikroskop (für lichtundurchlässige Keramik, Münzen usw.). 

Bevor ich aber ausführlich etwas über all das schreibe, was ich mit den Geräten sehe, werde ich die Geräte selbst im Blog vorstellen; ich habe diese erst nach längeren Recherchen gekauft, um das Optimum für meine Bedürfnisse herauszuholen; und zwar ohne dabei finanziell auzurinnen. Ich denke, auch für den einen oder anderen Leser könnte das interessant werden. Los geht es in gut zwei Wochen mit der Vorstellung meines Durchlichtmikroskops. Die regulären Blogbeiträge starten aber schon früher wieder, nämlich in den nächsten Tagen.


Donnerstag, 7. Mai 2026

📽️ Videos: Blödsinn über die Völkerwanderung -- Das gestohlene Keltengold von Manching -- Zu Gast beim Verein Legio Gemina XIIII -- Merowinger Mühle wird nachgebaut -- usw.


 Geschichte schreiben: Römer gegen "Barbaren", Konstruktion einer Legende | Spieldauer 16 Minuten | arte | Stream & Info 
Was für ein halbgarer Nonsens! Da geht mir schon in der Einleitung der sprichwörtliche Feitl im Hosensack auf! Aber es ist ein Lehrstück in Sachen moderner Geschichtsklitterung, wie die Völkerwanderungszeit anhand von nicht prägenden bzw. zweitrangigen Aspekten (z.B. keine homogenen Volksgruppen) weichgespült werden soll. Aus Korrelationen sowie Scheinkorrelationen bastelt man sich völlig frei irgendwelche Kausalitäten. Und man errichtet Strohmannargumente, nur um die dann selber umhauen zu können (so behauptet praktisch kein Aas mehr, dass man den Untergang des Römischen Reichs an ganz wenigen Zeitpunkten festmachen kann - selbst in uralten Hollywoodschinken wie "Der Untergang des Römischen Reichs" (1964) wurde das schon differenziert argumentiert. In Wirklichkeit handelte es sich bei der Völkerwanderung der Spätantike um eine sich schmerzhaft über Jahrhunderte hinziehende Katastrophe, die für Abermillionen von Menschen unermessliches Leid brachte. Die entsprechenden Belege findet man beispielsweise in Zeitdokumenten wie der Vita Sancti Severini und vor allem in den archäologischen Befunden, die vor Brandhorizonten nur so überquellen. Übrigens, bei 14:20 verrät der Schwätzer mit Doktorhut dann die Beweggründe, warum er und "arte" versuchen, das historische Tatsachensubstrat zu zerreden. Und diese Beweggründe sind natürlich genau die, die ich schon seit Jahren im Subtext der Argumentation solcher Leute zehn Meilen gegen den Wind erkenne. Da geht es nämlich nicht um empirische Wissenschaft, sondern um das Instrumentalisieren der Geschichtsforschung im Dienste einer ganz aktuellen Weltanschauung, die gerade im Hochschuldunstkreis seit mindestens den frühen 1990ern massiv dominierend ist.

 Archäologische Praxis: Neuer „uralter“ Käse | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info 
Das ist doch nicht neu. Die können hier wieder einmal experimentelle Archäologie nicht von Museumspädagogik unterscheiden. Aber das kennt man ja auch von woanders her - siehe etwa der Campus Knalli in Messkirch ^^.

 Splitternde Lanzen - Ritter und Gaukler beim Mittelalter-Spektakel | Spieldauer 2 Minuten | ARD | Stream & Info
Stilechte Gewänder - um Gottes Willen! 😄

 Der Canossa-Gang | Spieldauer 19 Minuten | ORF | Stream & Info 

 MOMA-Reporter: Auf Zeitreise ins alte Rom | Spieldauer 5 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Gerd Schollian hat Römisches Freilichtmuseum gegründet | Spieldauer 12 Minuten | SWR | Stream & Info

 Nach Raub von Manching: Suche nach der goldenen Nadel im Heuhaufen | Spieldauer 1 Minute | BR | Stream & Info
Jetzt dackeln diese Kasperln immer noch den keltischen Regenbogenschüsselchen hinterher, als ob es das Nibelungengold ist, das Hagen irgendwo versteckt hat. Und wozu eigentlich diese öffentliche Inszenierung der Suche? Wieso macht der Staat das? Um zu signalisieren, dass er nicht völlig dämlich ist, nachdem er aufgrund mieser Sicherheitsvorkehrungen überhaupt erst die Basis für den Diebstahl geschaffen hat? Und zum Drüberstreuen ist die öffentlich-schlechtliche Journaille wieder einmal zu deppert, einen schweren Diebstahl von "Raub" zu unterscheiden... Diese mit Seuergeld finanzierten Kompetenzattrappen bringen mich irgendwann noch in die Klapsmühle.

 Für die alten Römer: Zu Gast beim Verein Legio Gemina XIIII | Spieldauer 5 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Dasing: Merowinger Mühle wird nachgebaut | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 
Diese Mühle ist mir im Laufe der Jahre schon in zig Publikationen untergekommen - z.B. in Ludwig Wamsers "Karfunkelstein und Seide". Übermäßig authentisch ist der im Video gezeigte Nachbau aber nicht, wenn ich mir den verwendeten Akkuschrauber so ansehe...

 Das größte Römerschiff Deutschlands wird 20 Jahre alt | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info 


Sonntag, 3. Mai 2026

🎧 Hörbares: Wie Papier überlebt -- Die Scheiterhaufen von Bamberg -- Aethelred "the Unready" und der Mythos eines schwachen Königs -- Homer schreibt Ilias und Odyssee -- Die Piratin Mary Read -- Die Störtebeker-Legende -- usw.


 Spuren alter Schätze: Wie Papier überlebt | Spieldauer 23 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Hexenverfolgung - Die Angst vor bösen Mächten in Zeiten des Umbruchs | Spieldauer 23 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Hexenverfolgung - Die Scheiterhaufen von Bamberg | Spieldauer 23 Minuten | ARD | Stream & Info

 "Gottes Freund, aller Welt Feind": Die Störtebeker-Legende | Spieldauer 14 Minuten | WDR  Direkter Download

 Martin Luther verteidigt seine Thesen: "Ich kann nicht anders" | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
Meine Meinung von Martin Luther ist keine besonders gute. Der Mann war ein Heuchler, vor allem aber der nützlicher Idiot von Teilen des damaligen Establishments (Landesfürsten, Hochadel), das sich den immensen Landbesitz der Katholischen Kirche unter den Nagel reißen wollte (das ganze Gepränge der Renaissance-Potentaten war nicht billig). Luther lieferte für diese niederen Beweggründe die theologisch-moralische Rechtfertigung. Wenn man so will, dann war er der Prototyp des politisch instrumentalisierten "Experten", der gerade in unserer Gegenwart - schlimmer denn je - sein Unwesen treibt und für seine willfährigen Dienste entsprechenden Lohn empfängt. Denn arm ist Dr. Martin Luther wahrlich nicht gestorben, so wie auch heutige Professoren nicht am Hungertuch nagen müssen. Wenn man sich dann auch noch aktuell ansieht, was aus der von Luther quasi begründeten Evangelischen Kirche in Deutschland geworden ist - nämlich eine politische Vorfeldorganisation - dann schließt sich der Kreis.

 Aethelred "the Unready": Mythos eines schwachen Königs | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Meilensteine der Weltliteratur: Homer schreibt Ilias und Odyssee | Spieldauer 15 Minuten | WDR |Direkter Download

 Vom Mittelalter zur Renaissance: Petrarca auf dem Mont Ventoux | Spieldauer 16 Minuten | WDR | Direkter Download 

 Die Piratin Mary Read: Seemannsgarn oder wahres Abenteuer? | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download


Freitag, 1. Mai 2026

📽️ Videos: Lebendige Geschichte und das Lübecker Mittelalter -- Römisches Massengrab -- Steuergeldvernichtung mit archäologischen Sinnlos-Ausgrabungen -- Der Soundtrack von Indiana Jones -- usw.


 Lebendige Geschichte: Eintauchen ins Lübecker Mittelalter | Spieldauer 4 Minuten | ARD | Stream & Info
Ich frage mich: Wie historisch authentisch sind die Rekonstruktionen dort? 

 John Williams: Indiana Jones (Auditorium von Radio France) | Spieldauer 14 Minuten | arte | Stream & Info
Wenn man etwas genauer aufpasst, dann hört man bei dem Stück auch "Star Wars" raus, für dessen Soundtrack ebenfalls John Williams zur ungefähr gleichen Zeit zuständig war.

 Römisches Massengrab: Sonderausstellung: „Freund oder Feind“ in Weißenburg | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info

 Leipzig: Archäologen sichern Spuren von NS-Zwangsarbeiterlager | Spieldauer 2 Minuten | ARD | Stream & Info
Wieder einmal die von mir nicht sehr geschätzte Archäologie der Moderne  - also Steuergeldvernichtung par excellence, da hier sehr knappe Ressourcen in die Erforschung eines vergleichsweise sehr gut dokumentierten Abschnitts der Menschheitsgeschichte geballert werden, während die weiter zurückliegende, viel schlechter erforschte Vergangenheit im Boden bis zur totalen Zerstörung vergammelt. Aber zumindest gendern die Ausgräber hier artig und reden von "Zwangsarbeitenden"... Genau diesen soll, wie es heißt, mit dieser Ausgrabung "eine letzte Ehre erwiesen werden." Nein, um diese armen Schweine geht es den heutigen Veranstaltern von solchen wissenschaftlich überflüssigen Luxus-Grabungen primär sicher nicht, sondern die denken vielmehr an ihre eigene "Ehre", die das beschäftigen mit der NS-Zeit ihnen einbringt. Narzissten.

 Mittelalterliche Lobdeburg wieder zugänglich | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info

 Archäologie: Seltene Bronzekessel in Schaalby geborgen | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream & Info 
Was bei solchen Berichten selten erwähnt wird, sind die Kosten. So ist etwa die hier vorgenommene "Blockbergung" wesentlich kostspieliger, als das Freilegen in situ (vor Ort). Es ist immer einer Abwägungssache zwischen dem erhofften wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und den finanziellen Mitteln. Nicht immer wird die richtige Entscheidung getroffen. Dann verliert man entweder bedeutende Befunde oder man hat Steuergeld beim Fenster rausgeworfen. In beiden Szenarien wird die Fehlleistung gerne unter den Teppich gekehrt. Da könnte ich einiges zu schreiben, wie man teilweise in Deutschland sagen würde 😁 (obwohl ich mich über solche grammatikalischen Skurrilitäten nicht allzu sehr amüsieren sollte, gibt es doch auch hier in der Steiermark diverse Merkwürdigkeiten: beispielsweise sagt man - vor allem auf dem Land - mitunter nicht "das Moped", sondern "die Moped"...^^). 

 Naachtun - Verborgene Stadt der Mayas | Spieldauer 98 Minuten | arte | Stream & Info | Direkter Download

 Zu Besuch im Neuen Museum Berlin | Spieldauer 29 Minuten | ARD | Stream & Info 


Montag, 27. April 2026

🎧 Hörbares: "Das berühmte Musketier" -- Die Kultur der Bandkeramiker -- Die heutige Sicht auf Gottesbeweise -- Die Suche nach dem Petrusgrab -- Extremwetter der Bronzezeit -- usw.


 Musketier d'Artagnan: Rätsel um Skelettfund in Maastricht | Spieldauer 3 Minuten | WDR | Stream & Info 
"Das berühmte Musketier." 😂

 Das frühe Christentum - Die Suche nach dem Petrusgrab | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Das frühe Christentum - Es begann mit einer kleinen Sekte | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info

 Die Prähistorikerin Andrea Zeeb-Lanz über die Kultur der Bandkeramiker | Spieldauer 10 Minuten | SWR | Stream & Info

 Heute Stadt, morgen Ruine: Diese Städte gingen spektakulär unter | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Sebastian Ostritsch: Die heutige Sicht auf Gottesbeweise | Spieldauer 56 Minuten | WDR | Stream & Info

 Extremwetter der Bronzezeit: Orakelknochen liefern Rückschlüsse auf Klimawandel | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Ein Leben für die Römer: Gerd Schollian verabschiedet sich | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Peter J. Brenner - Kunst und Politik – Heinrich Heine und die Literatur des Vormärz | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info 

 Gerd Ganteför - Leben und Sterben im Universum, die Physik der Zeit | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Freitag, 24. April 2026

📽️ Videos: Mächtige Frauen der Frühbronzezeit (?!?) -- Haben Menschen sich schon immer berauscht? -- Mittelalterliche Funde in Nürnberg -- usw.


 Mächtige Frauen der Frühbronzezeit | Spieldauer 9 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 
Wenn man aufgrund reichhaltiger Grabbeigaben oder Hortfunde zwingend auf die Macht einer Frau schließt, dann veranschaulicht das die intellektuelle Abgesandeltheit von Teilen der archäologische Wissenschaft. Hier ein Vergleich, um die Problematik besser verstehen zu können: Die Ehefrau des gegenwärtigen US-Präsidenten hat Geld wie Heu, kann sich mit teuren Klunkern behängen und von Goldlöffeln essen. Hat sie deshalb aber politische Macht? Wird sie dadurch gar zur Herrscherin der USA? Man stelle sich nun einmal vor, in 3000 Jahren würden Archäologen genau solche Schlüsse ziehen, bloß weil sie mit den Gebeinen dieser Frau irgendwelche Wertgegenstände in Verbindung bringen können. ^^

➽ Homers Epos: Popkultur der Antike | Spieldauer 16 Minuten | arte | Stream & Info 

 Mittelalterliche Funde in Nürnberg | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info 
Natürlich, wieder mal eine archäologische "Sensation", wenn auch nur eine kleine. Ebenfalls sensationell ist die leitende Archäologin mit ihrer schlecht sitzenden Kopfbedeckung à la Bolschewiki-Anführer 😄. 

 Sensationsfund in der Eifel: Erster Dinosaurier in Rheinland-Pfalz nachgewiesen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 So wird in Trier die Porta Nigra saniert | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info

 Tonnenschwere Ecclesia-Figur wurde in Worms sicher herabgelassen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Grabstätten mitten in Wuppertal unter Baustelle gefunden | Spieldauer 2 Minuten | WDR | Stream & Info 

 Untersuchungen nach Brand auf der Runneburg | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Haben Menschen sich schon immer berauscht? | Spieldauer 24 Minuten | arte | Stream & Info 

 Unterwasser-Archäologe Dr. Florian Huber | Spieldauer 21 Minuten | NDR | Stream & Info
Gibt's diese abendlichen Laberrunden mit Tralalala-Themen also immer noch im deutschen Fernsehen... Ich schaue ja seit ca 12 Jahren kein lineares Fernsehen mehr, aber anscheinend hat sich nicht viel in diesem Zeitraum verändert. Selbst die Moderatoren sind immer noch die selben. Nur älter schauen sie mittlerweile aus. Viel älter...