Sonntag, 23. Februar 2020

📖 Buch-Empfehlung: Die Kelten in Bayern - Archäologie und Geschichte

Keltoi, Keltai, Celtae, Galatei und Galli werden sie in den antiken Überlieferungen genannt. Gemeint sind damit die Kelten, eine europäische Sprach- und Kulturgemeinschaft, die sich im ersten Jahrtausend vor Christus über große Teile Europas erstreckte und sogar bis auf das Gebiet der heutigen Türkei vorstieß. Berühmt sind sie nicht nur für Ihren Mut im Kampf und ihr handwerkliches Geschick mit dem Werkstoff Eisen, sondern auch für ihre Furcht, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Letzteres behaupten zumindest antike griechische Historiker, die auf die Kelten tendenziell weniger gut zu sprechen waren. Ein Römer wiederum - nämlich der Universalgelehrte Plinius d.Ä. - wies auf die Bedeutung von Misteln für die Kelten in Gallien hin. Dergleichen dürfte dem Asterix-Kenner ziemlich bekannt vorkommen 😉

Geographisches Kern- bzw. Entstehungsgebiet der keltischen Kultur - die Bezeichnung "Volk" ist in diesem Zusammenhang umstritten - war Mitteleuropa. Dort liegt heute unter anderem Bayern, das entsprechend reich an keltischen Hinterlassenschaften ist. Mehr noch, der Name Bayern soll sich, laut einer Theorie, sogar vom keltischen Stamm der Boier ableiten - so wie übrigens auch das an Bayern grenzende Böhmen, wo diese Boier ursprünglich lebten.

Im Buch "Die Kelten in Bayern - Archäologie und Geschichte" wird auf über 400 Seiten ein gut strukturierter und außerordentlich umfangreicher Überblick zum keltischen Bayern gegeben - wobei man immer wieder auch einen kleinen Blick über die Grenzen wirft, da das Kelten-Phänomen oft besser im gesamteuropäischen Zusammenhang verstanden werden kann. So leiten sich etwa die Beizeichnungen "Hallstattzeit" und "La-Tène-Zeit" - die für die beiden großen Abschnitte der keltischen Kultur stehen - von bedeutenden archäologischen Fundorten in Österreich bzw. der Schweiz ab.

In der Einleitung des Buchs wird in allgemein verständlicher Sprache Grundlagenwissen vermittelt und der Versuch unternommen, auf Basis des aktuellen Forschungsstandes zentrale Fragen zu beantworten: Woher kamen die Kelten? Wann entstand ihre Sprache? Wo lebten sie? Was sind die wichtigsten antiken Quellen, in denen sie genannt werden? Wie verlief die Forschungsgeschichte zu den Kelten? Usw.

Da die schriftliche Überlieferung hinsichtlich der Kelten bestenfalls als sehr lückenhaft bezeichnet werden kann, ist die Wissenschaft vor allem auf archäologische Erkenntnisse angewiesen. Genau diese stehen anhand einer Vielzahl von Beispielen im Zentrum des Buchs. Was lassen etwa ergrabene Zangen und Hämmer für Rückschlüsse auf die keltische Metallverarbeitung zu? Und welche Auskunft geben verschiedene Tierknochen in Abfallgruben über die Ernährungsgewohnheiten der damaligen Menschen?
Sozusagen 'nebenbei' erfährt der Leser hier auch manch Interessantes über die Methoden der modernen Archäologie. 

Die Bebilderung des Buchs ist außerordentlich reichhaltig. Entsprechend findet man verschiedenste Formen von Karten, Tabellen, LIDAR-Scans, Übersichtsgrafiken zu Helmtypen, Zeichnungen von keltischen Schwerten, Lanzenspitzen, einem Pfeilköcher, Werkzeugen, Wohnhäusern, Wehranlagen, Backöfen, Kleidung sowie Fotos von Schmuck, einer bronzenen Geldbörse samt Inhalt usw. Das alles ist sehr nützlich für ein tieferes Verständnis der keltischen Kultur bzw. des keltischen Alltagslebens. Mehr noch, der Leser wir hier in die Lage versetzt, sich bildhaft vorzustellen wie der menschliche Lebensraum damals aussah. Ein wenig bemängeln muss ich hier nur, dass ein paar der Abbildungen deutlich zu klein geraten sind, um noch ernsthaft von Nutzen zu sein. Diese hätte man gleich ganz weglassen können.
Im Anhang des Buchs findet sich noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie ein Orts- und Namenregister.

Fazit: Ohne jeden Zweifel eine wirklich gelungene Informationsquelle bzw. ein sehr gutes Nachschlagewerk, das nicht nur für Einsteiger in das Thema geeignet ist, sondern auch für Personen mit Vorwissen noch Neues parat hält. Lob für den Autor und den Verlag von mir, ich kann mir vorstellen, dass hier einiges an Zeit und Energie aufgewendet wurde. Der Kaufpreis von knapp 40 Euro ist im Angesicht des Gebotenen eigentlich relativ günstig.

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Weiterführende Informationen

Weitere interessante Themen:

Samstag, 22. Februar 2020

🎧 Hörbares: Farbenfrohe Antike -- Gewalt in der Bibel -- Mumien in Europa -- Heilige Knochen -- usw.



 Ausstellung "Bunte Götter" in Frankfurt - Farbenfrohe Antike | Spieldauer 9 Minuten | DF/ARD | Direkter Download

 Zons am Rhein: Reise ins Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Ian Morris: "Beute, Ernte, Öl. Wie Energiequellen Gesellschaften formen" - Mit dem Pflug kam das Patriarchat | Spieldauer 6 Minuten | DF/ARD| Stream & Info | Direkter Download

 Reliquien - Heilige Knochen | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

➽ Mumien in Europa - Unerhörte Zeitzeugen im Labor | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Damnatio Memoriae - Die Auslöschung des Andenkens | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Gewalt in der Bibel | Spieldauer 11 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

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Mittwoch, 19. Februar 2020

📽️ Videos: Der Dialektsprecher als Bildungsdepp -- Ägyptische Priesterstadt Heliopolis -- Bunte Antike -- usw.



 Warum Dialekt so wichtig ist | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD |  Stream & Info
Ich schließe mich der Aussage in diesem Video an: Es ist ein Unding, Dialektsprecher quasi als Bildungsdeppen abzustempeln. Dergleichen kommt meistens von Leuten, die selber kein ordentliches Hochdeutsch beherrschen. Apropos "Hochdeutsch": Mir fällt auf, dass Schauspieler früher wesentlich besser Hochdeutsch als heute sprachen - siehe besonders die Filme in der Zeit zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sie damals so deutlich sprechen mussten (man denke nur an das rollende "R"), um gerade in den Anfangstagen des Tonfilms und auch des Radios trotz schlechter Technik vernünftig verstanden zu werden. Auch der sogenannte 'Führer' hat abseits öffentlicher Veranstaltungen ganz anders geredet als vor großem Publikum - siehe dieses einzigartige Tondokument einer geheimen bzw. nicht offiziellen Aufnahme.
Aber um zu dem Dialekt-Video zurückzukommen. Einige der darin genannten baden-württembergischen Dialektwörter gibt es auch hier, in meinem Teil der Steiermark - z.B. "Krott/Grott" für ein schlimmes Kind (wobei mir ein Leser gesagt hat, dass dieses Wort für ein Kind in seinem Teil von Baden-Württemberg nicht negativ konnotiert ist). Diese Dialekt-Parallelen wundern mich gar nicht so sehr, erfolgte die bajuwarische Besiedelung Österreichs doch keinesfalls nur durch Bajuwaren, sondern vielmehr waren daran auch alamannische und fränkische Familien beteiligt. Demzufolge gibt es hier nicht nur zig Ortsnamen mit der Endung "ing", sondern auch ein paar mit "ingen"; besonders letztere verbinde ich typischerweise mit dem alamannischen Baden-Württemberg, wo sie massenhaft vorkommen.

 Das historische Trier | Spieldauer 14 Minuten | BR |  Stream & Info

 Karten, Kunst und Küste | Spieldauer 14 Minuten | BR | Stream & Info

 Die Geheimnisse Kleopatras | Spieldauer 14 Minuten | BR |  Stream & Info

 Tod on Tinder (Zunder selbstgemacht) | Spieldauer 7 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ähnliches wie in diesem Video habe auch ich schon einmal gemacht, allerdings unter Zuhilfenahme eines kleinen Bumentopfs, der mit Lehm versiegelt wurde. Eine alte, nicht zu große Konservendose funktioniert auch.


 Bützow: Soll antisemitisches Relief in mittelalterlicher Kirche bleiben? | Spieldauer 3 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Der Sendungstitel ist eigentlich Clickbait. Ja, das Relief bleibt. Man muss trotzdem aufpassen, dass nicht eine neu aufgelegte Bilderstürmerei einreißt - wie ich hier ja erst kürzlich angemerkt habe

 Ausstellung in Leipzig: Geheimnisse der altägyptischen Priesterstadt Heliopolis | Spieldauer 4 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info

 Vornehme Blässe und knackiger Bauch? - Griechische und römische Statuen waren knallbunt | Spieldauer 6 Minuten | HR/ARD | Stream & Info

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Sonntag, 16. Februar 2020

📖 Buch: Die Weltkarten der alten Seefahrer - Beweise für eine Hochkultur in vorgeschichtlicher Zeit (?)

Charles H. Hapgood (1904-1982) war ein us-amerikanischer Professor für Geschichte, der die Hypothese von einer sehr frühen Hochkultur vertrat, welche bereits globale Seefahrt und eine vergleichsweise fortgeschrittene Kartographie betrieb. Nach ihrem Untergang vor ca. 5000 - 10000 Jahren, sollen Bruchstücke des kartographischen Wissens erhalten geblieben und von nachfolgenden Kulturen übernommen worden sein. Indizien dafür sind laut Hapgood Karten aus dem Mittelalter und vor allem der Renaissance, auf denen sich Informationen finden, die darauf hindeuten würden, dass sehr alte Quellen als Vorlagen herangezogen und mit dem damals aktuellen, aber minderwertigen Wissen vermengt wurden; etwa die Darstellung einer zumindest an der Küste noch eisfreien Antarktis - ein Zustand, der zuletzt während des Thermischen Maximums des Holozäns anzutreffen war - also vor mehreren Jahrtausenden. Besonders die Karten des Oronce Finé (1531) und Piri Reis (1513) dienen hier als Kronzeugen (mehr dazu weiter unten). Darüber hinaus betrachtet der Autor aber auch die Portolankarte des Angelino Dulcert, die Weltkarte des Nicolo de Caveri, die Reinel-Karte des Indischen Ozeans, die Karte des Hadji Ahmed und einige mehr.

Ohne jeden Zweifel erhält der Leser im vorliegenden Buch einen interessanten Einblick in die Kartographie der weiter zurückliegenden Vergangenheit; auch wenn "Die Weltkarten der alten Seefahrer" ("Maps of the Ancient Sea Kings") im Original bereits 1966 erschien und somit den Wissensstand von vor 54 Jahren wiedergibt. Dementsprechend ist etwa der Marmorglobus von Gotha, mit seiner erstaunlichen Antarktis-Darstellung, noch nicht berücksichtigt. Darüberhinaus räumt der Autor ein:

Ich kann nicht behaupten, dass die Beweise so stichhaltig sind, dass sie jeden überzeugen werden, sondern gebe offen zu, dass sie Zweifel zulassen und auf unterschiedliche Weise interpretiert werden können. Dennoch zögere ich nicht, hier meine Interpretation darzulegen.

Nun mag man Hapgood eventuell vorwerfen können, er habe sich mit dem Fazit seiner Forschung zu weit aus dem Fenster gelehnt. Jedoch gewiss nicht muss er sich sagen lassen, dass er sein Thema nicht gründlich genug studiert hat. In seiner mehrjährigen, von Studenten tatkräftig unterstützten Forschungstätigkeit, stand er mit etlichen Experten in Kontakt, die seine Annahmen zu einzelnen historischen Karten immer wieder bestätigten. Die entsprechende, durchaus interessante Korrespondenz wurde im vorliegenden Buch in Form von Exkursen veröffentlicht. So teilt etwa Lorenzo W. Burroughs - Captain der US Air Force und Chef der Kartographie-Abteilung der 8th Reconnaissance Technical Sqdn - Charles H. Hapgood in einem Schreiben folgendes mit:

[...] 

b. Wie Colonel Harold Z. Ohlmeyer in seinem Brief (von 6. Juli 1960) an Sie feststellt, scheint im südlichen Teil der Karte von Piri Reis tatsächlich die Prinzessin-Martha-Küste des Königin-Maud-Lands in der Antarktis dargestellt zu sein. Die Übereinstimmung der Piri-Reis-Karte mit dem seismischen Profil dieses Gebiets, das von der norwegisch-britisch-schwedischen Expedition von 1949 angefertigt und durch Ihre Lösung des Netzes bestätigt wurde, lässt keinerlei Zweifel an der Schlussfolgerung zu, dass die ursprünglichen Quellenkarten angefertigt worden sein müssen, bevor die gegenwärtige antarktische Eiskappe die Küsten des Königin-Maud-Landes überzog.

c. Diese Genauigkeit der kartographischen Merkmale auf der Karte von Oronteus Fineaus [sic] (1531) legt unseres Erachtens den Schluss nahe, dass auch sie zweifellos auf genaue Quellenkarten der Antarktis basieren muss, in diesem Fall jedoch des gesamten Kontinents. Eine sorgfältige Untersuchung ergab, dass die ursprünglichen Quellenkarten zu einer Zeit angefertigt worden sein müssen, als die Landmassen und Binnengewässer des Kontinents noch relativ eisfrei waren. Diese Schlussfolgerung wird durch einen Vergleich der Karte von Oronteus Finaeus [sic] mit den Ergebnissen der subglazialen Topographie unterstützt, die im internationalen Geophysikalischen Jahr [1957-1958] vorgenommen wurden. [...]

d. Wir sind der Überzeugung, dass die von Ihnen und Ihren Mitarbeitern gewonnenen Ergebnisse Gültigkeit haben und dass diese äußerst bedeutsamen Fragen zur Geologie und zur alten Geschichte  aufwerfen, die in jedem Fall weitere Erforschungen erforderlich machen. 

[...]

Der Grund, warum der Autor Schreiben wie das obige vollständig öffentlich zugänglich gemacht hat, dürfte einfach zu erklären sein. Er wollte dem Vorwurf vorbeugen, sich seine Hypothese von den vorgeschichtlichen Hochseefahrern und Kartografen - ohne Rücksprache mit Fachleuten - aus den Fingern gesogen zu haben. Dass diese Befürchtung nicht ungerechtfertigt war, bestätigt John K. Wright, Präsident der American Geographical Society, im Vorwort des Buchs:

Der Geograf und Geologe William Morris Davis schrieb einmal über "Den Nutzen provokanter geologischer Hypothesen". Seiner Meinung nach wecken solche Hypothesen das Interesse, sie reizen zum Widerspruch und stoßen damit Gärungsprozesse an, die für den Fortschritt der Geologie nützlich sind. Ich bin mir sicher, Mister Hapgood wird mir beipflichten, dass sein Buch eine Unmenge an provokanten kartografischen und historischen Hypothesen enthält, die Wuchern wie Weinreben am Äquator. Seine Hypothesen werden bei den historisch orientierten konservativen Kartografen und den kartografisch orientierten Historikern gewiss Empörung auslösen. Doch während konservativ Gesinnte wie wilde Stiere auf rote Tücher reagieren werden, werden Forscher mit radikalen bilderstürmerischen Neigungen wie Bienen vom süßen Klee angelockt werden, und die Liberalen dazwischen von einem stimulierenden Gefühl der Verwunderung erfüllt sein. [...]

Die Erörterungen Hapgoods sind an sich leicht verständlich geschrieben, problematisch wird es aber bei den mathematischen Aspekten seiner Hypothese. Diese sind z.T. keine leicht verdauliche Kost. Auch ich habe deshalb mehr als eine der entsprechenden Stellen im Buch nur überflogen. Und doch ist manch nützliche Information über die Arbeitsweisen der alten Kartographen bei mir hängengeblieben. Das Thema findet übrigens im Anhang des Buchs noch einmal gesondert Beachtung - was interessant für jene ist, die sich richtig in das Thema reinhängen wollen.

Zur vorliegenden deutschen Ausgabe: Die zahlreichen schwarz-weißen Graphiken und Bilder sind überwiegend in einer akzeptablen Qualität dargestellt, in einigen Fällen aber leider auch sehr schlecht. Gleichzeitig ist den Lesern ohnehin zu raten, sich die vom Autor behandelten Karten im Internet in hoher Auflösung anzusehen. In fast allen Fällen findet man das entsprechendes Material sehr schnell. Beim Lesen hatte ich daher immer mein Tablet griffbereit in der Nähe liegen.


Fazit: Hat Charles Hapgood mit seiner Hypothese von einer frühen Hochkultur, die schon vor vielen Jahrtausenden global Seefahrt und Kartographie betrieb, nun recht? Ich weiß es nicht. Manche der im Buch genannten Beispiele und Argumente wirken plausibel, andere hingegen erzeugen bei mir einen gegenteiligen Eindruck. Hinzu kommt, dass es für eine wirklich seriöse Beurteilung zwingend erforderlich ist, den nicht unkomplizierten mathematischen Aspekt der Hypothese (sphärische Trigonometrie) voll zu verstehen. Spätestens hier muss ich aber passen. Die dafür nötige Zeit habe ich schlicht und ergreifend nicht (der Leser kann getrost davon ausgehen, dass auch die meisten von Hapgoods Kritikern nicht die entsprechende Zeit investiert haben - was wesentlich fragwürdiger ist).
Für meine Bewertung des Buchs ist die Richtigkeit der Hypothese Hapgoods freilich ohnehin nicht von zentraler Bedeutung. Viel wichtiger erscheint mir, dass der Autor hier einen aspektreichen und interessanten Einblick in die Anfänge der Kartographie, ihre Methoden und Irrungen gibt. Ob er teilweise auch selber geirrt hat, mögen jene beurteilen, die mit der Thematik vertrauter sind als ich.
Was ich jedoch mit einiger Sicherheit sagen kann: Hapgood war kein Pseudowissenschaftler oder schmieriger Scharlatan, der nonkonforme Thesen aufgestellt hat, bloß um damit am Buchmarkt Geld zu verdienen. Bezeugt wird dies u.a. durch seine enge, gut dokumentierte Zusammenarbeit mit vielen renommierten Wissenschaftlern. Das Vorwort zu seinem Vorgängerbuch stammt sogar von niemand Geringerem als Albert Einstein.

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Weiterführende Informationen:


Freitag, 14. Februar 2020

🎧 Hörbares: Der Esel als uralter Kulturträger -- Vom Vielgötterglaube zu dem einen Gott -- Archäologische Funde im Rheinland -- Aristoteles -- usw.


 Der belastete Esel: Ein uralter Kulturträger | Spieldauer 56 Minuten | SRF | Stream & Info
Ich fahre immer wieder an einer Koppel mit Eseln vorbei, bleibe dann meist stehen und schaue ihnen dabei zu wie sie mit ihren großen Ohren lustig wackeln. Ich mag diese Tiere 😊

 Ausstellung in Frankfurt - Antike in Rosa, Hellblau und Türkis | Spieldauer 5 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologische Funde im Rheinland | Spieldauer 8 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Liselotte von der Pfalz - Ungeschminktes aus Versailles | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Naturreligionen - Altes Wissen neu entdeckt | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Friedrich der Große - der erste Diener seines Staates | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Monotheismus - Vom Vielgötterglaube zu dem einen Gott | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Aristoteles - Wegweiser der Philosophie | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

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Dienstag, 11. Februar 2020

📽️ Videos: Archäologe oder "Raubologe"? -- Rekonstruktion einer Armbrust -- Glockengießen wie vor 3000 Jahren -- usw.



 Die Münze: "Archäologe oder Raubologe"? | Spieldauer 2 Minuten | Youtube/DSU | Stream & Info
Ein befreundeter Archäologe außer Dienst hat mich mit dem Hinweis "die treiben manch deutschen Kollegen in den Wahnsinn ;-)", auf den Youtube-Kanal der DSU bzw. der 'Deutschen Sondengänger Union'  (ohne Bindestrich ^^) aufmerksam gemacht, wo unter anderem Ratschläge zum rechtskonformen Metallsuchen in Deutschland gegeben werden. Diese Vereinigung von Sondengängern klagt auch gerne - und scheinbar häufig mit Erfolg - gegen Denkmalämter und Archäologen, die sich mutmaßlich rechtswidrig verhalten. Nachzulesen auf der DSU-Homepage. Auch im folgenden Kurz-Video geht es um einen solchen (hypothetischen) Fall. Schmunzeln musste ich bei dem darin verwendeten Begriff "Raubologe". Warum aber auch nicht? Hat doch die Gegenseite mit der sprachlichen Brunnenvergiftung begonnen, indem sie seit Jahrzehnten bewusst juristisch inkorrekte Begriffe bzw. Dysphemismen wie etwa "Raubgräber" verwendet. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es bekanntlich auch wieder heraus. 

 Die Bombe | Spieldauer 2 Minuten | Youtube/DSU | Stream & Info
Ein weiteres Video der Deutschen Sondengänger Union, in dem die Absurdität der Gesetzeslage sowie die Dummheit und schiere Bösartigkeit von Behördenvertretern dargelegt wird. Ich habe selbst schon mehrfach von ähnlichen Fällen gelesen. Es handelt sich hierbei deshalb wohl um ein größeres Problem.

➽ "Kulturgutschutzgesetz" | Spieldauer 2 Minuten | Youtube/DSU | Stream & Info
Die in den Video beschriebene Performance eines Amtsarchäologen, der wiederholt Rechtsbruch beging, ist nicht nur unsagbar peinlich, sondern rückt den gesamten Denkmalschutz in ein schiefes Licht. Solche Leute gehören auch wissenschafts- und rechtshygienischen Gründen von ihren Posten entfernt. Sie untergraben mit ihrem Verhalten das Vertrauen in den Rechtsstaat. Wie kann man von Bürgern erwarten, dass sie sich an Gesetze halten, wenn der Staat solche Personen beschäftigt? Hinsichtlich der Gesetzesbefolgungspsychologie ist das verheerend.

 Glockengießen wie vor 3000 Jahren | Spieldauer 6 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info 

 Gribshunden crossbow reproduction | Spieldauer 13 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein schönes Beispiel dafür, wie es mitunter um die Verlässlichkeit/Authentizität auch von Museums-Rekonstruktionen bestellt ist... 

 Die Bärengöttin. Warum Artemis nach Norden weist | Spieldauer 20 Minuten | Youtube | Stream & Info
Zuerst wird die entsprechende Sage erzählt, dann werden die interessanten historischen Hintergründe erläutert.

 Archäologen machen spektakulären Fund in Bremen-Mahndorf | Spieldauer 2 Minuten | RB | Stream & Info

 Burgen dürfen endlich grau sein!  | Spieldauer 15 Minuten | Youtube | Stream & Info
Der "Held der Steine" - dessen Youtubekanal ich als LEGO-Freund schon längere Zeit folge - stellte kürzlich jenes Burgenmodell vor, das ich als Kind zu Weihnachten (1985 oder 1986) geschenkt bekommen habe. Genau dieses Geschenk mache ich maßgeblich dafür verantwortlich, dass ich mich schon früh fürs Mittelalter zu interessieren begann 😊


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Montag, 10. Februar 2020

😃 Das dissonante Gezwitscher eines Archäotrolls



Ich mache auf Twitter ja kaum etwas. Für mich ist das primär ein Linkverteiler, der aufgrund seiner knapp bemessenen Zeichenbegrenzung nicht gut für einen direkten Meinungsaustausch taugt; Sprücheklopferei ausgenommen - was aber Zeitverschwendung ist. Trotzdem wurde ich genau damit kürzlich konfrontiert: Ein Archäologe und selbstzertifizierter 'Skeptiker', wollte mir anhand einer meiner Buchbesprechungen mittels Suggestivfragen unterjubeln, ich würde Erich von Dänikens phantasievoller Prä-Astronautik-These anhängen; und damit es auch möglichst viele Leute mitbekommen, hat er seine Wortspenden sogleich mit dem von ihm auf Twitter etablierten Onanierzirkel geteilt.

In der Realität geht der insinuierte Vorwurf natürlich weder mit dem Inhalt der Buchbesprechung noch mit dem Inhalt des Buchs selbst konform. Kein Däniken und keine Prä-Astronautik sind darin zu finden; das hat sich der Heini vielmehr zu 100 Prozent aus seinem verlängerten Rücken gezogen. Offensichtlich um mich in die Deppen-Ecke zu stellen, gleich neben die Flacherdler. In einem Aufwasch wurde auch der als Experimentalarchäologe seit Jahren außerordentlich engagiert arbeitende Buchautor dergestalt angepatzt.

Dieses dissonante Gezwitscher habe ich deshalb in einer höflichen Entgegnung als das bezeichnet, was es offensichtlich ist: Nämlich Getrolle. Gleichzeitig bot ich aber an, das Buch an geeigneter Stelle - nämlich im Kommentarbereich unter meiner Rezension - in qualifizierter Form zu diskutieren. Kurz darauf wurde ich blockiert. 😄
Was mich nicht nur amüsiert hat, sondern auch dazu veranlasste, dem Herrn eine kurze E-Mail zu schreiben. Daraus entspann sich folgende Korrespondenz, die ich dem Leser nicht vorenthalten möchte. 

Guten Tag, 

zuerst trollen Sie mich in Serie und in z.T. klar diffamierender Absicht mittels Suggestivfragen auf Twitter. 

Dann, wenn ich Ihr Verhalten nicht devot hinnehme, sondern Ihre Methoden beim Namen nenne und Ihnen die Möglichkeit einräume, in geeignetem Rahmen zu diskutieren, blockieren Sie mich bzw. laufen weg? 

Sie sind mir ja ein Schlingel! 
Oder besser gesagt: Sie sind mir ja ein typischer ‘Skeptiker’! 

Mit amüsierten Grüßen

Guten Tag,

nachdem Sie mich schon in der Vergangenheit meinten in Ihrem Blog zu diskreditieren (bis heute nicht gelöscht - trotz Stellungnahme meinerseits) zudem sich indirekt nochmal zum Jahreswechsel über meine "politisierenden" Äußerungen auszulassen (und da fühlte ich MICH mal zur Abwechslung angegriffen) war ich so frei, mal umgekehrt meine Meinung zu den von Ihnen besprochenen Büchern zu äußern, die ich äußerst fragwürdig finde. Da es Sie offenbar stört, habe ich die Tweets gelöscht. Sehen Sie es als Friedensangebot.

"Weggeblockt" hatte ich Sie schon zuvor, da mir diese zunehmend unwissenschaftlichen Posts auf den Geist gehen, nicht weil ich eine Diskussion scheue. Ich verspüre nur keinerlei Lust dazu.

Übrigens finde ich es schon eher "Stalking", wenn Sie sich noch die Mühe machen, meine E-Mail-Adresse rauszusuchen um mir diese Zeilen zu schreiben. Aber jeder wie er mag.

Das soll es auch schon gewesen sein. 
Schönen Tag noch. 

Sie haben da auf Twitter keine ernsthafte Meinungsäußerung getätigt, sondern ausschließlich mittels Schlagwörtern getrollt und insinuiert. 

Auf der anderen Seite habe ich in dem von Ihnen offensichtlich nicht sehr geschätzten Blogbeitrag aus grauer Vorzeit ausführlich dargelegt, warum ich Ihre damaligen Aussagen für Unsinn halte. Sie mögen sich an meinen zugespitzten Formulierungen stören, doch meine Kritik verfügte im Gegensatz zu Ihrem seichten Getwitter immerhin über Substanz. 

Darüber hinaus kommen Sie mir hier schon wieder mit Wischiwaschi-Unterstellungen wie “zunehmend unwissenschaftlichen Posts” an, ohne dafür einen qualitativen Nachweis zu erbringen. Ausgerechnet Sie wollen mir nun Unwissenschaftlichkeit unterstellen? Müssen Sie über Ihre Doppelstandards nicht selber lachen? Ich auf jeden Fall!

Sei’s drum: Seit 15:45 wird jetzt zurückblockiert. Damit ich ihnen ganz sicher nicht mehr über den Weg laufe. Ich nehme an, das ist ganz in Ihrem Sinne :)

Abschließend noch ein Tipp: Wenn es Ihnen ein Anliegen ist, keine E-Mails zu erhalten, dann ziehen Sie es doch in Erwägung, die entsprechende Adresse nicht auf Ihrer Webseite zu veröffentlichen. 

Beste Grüße, leben Sie wohl und weiterhin viel Spaß auf Twitter!

Dann ist ja gut. Schönes Leben noch.

😃

Er habe "keinerlei Lust" inhaltlich zu diskutieren, lässt er mich mit arrogantem Unterton wissen. Fürs Trollen kann dieser Buzzword-Twitterant aber offensichtlich ausreichend Zeit erübrigen. Ach herrje, was für ein intellektuelles Armutszeugnis.

Er gibt sich darüber hinaus angesäuert, weil ich einen Uralt-Blogbeitrag nicht gelöscht habe, in dem er dafür kritisiert wurde, dass er (aus weltanschaulichen Gründen) historische Halbwahrheiten verbreitet. Offensichtlich hat er kein Vertrauen in die Überzeugungskraft seiner Entgegnung, die er damals selbstverständlich im Kommentarbereich veröffentlichen durfte. Was mich, in Kenntnis des semi-intelligenten Textes, freilich nicht überrascht.
Thematisch passt das übrigens alles hervorragend zu meiner Kritik an der "Berner Erklärung". Es verwundert schließlich nicht, dass mein Archäotroll ein Fan dieses - aus wissenschaftshygienischer Sicht - überaus ungustiösen Aufrufs zur Politisierung der Archäologie ist. Wohl nur verkappte Politaktivisten können sich für dergleichen erwärmen. Mit dem von Max Weber formuliertem Postulat der Werturteilsfreiheit der Wissenschaft hat dieser Krempel jedenfalls nichts mehr zu tun. Vielmehr unterliegt der Wissenschaftsbegriff hier dem Opportunitätsprinzip und einer angemaßten Deutungshoheit.

Wenn der Herr 'großzügig' sein auf mich abgefeuertes Twitter-Getrolle wieder entfernt, dann tut er sich damit vor allem selbst einen Gefallen. Nach meiner Reaktion wird ihm nämlich klar geworden sein, dass er die gegenständliche Buchrezension lieber hätte lesen sollen, anstatt sofort rein affektiv auf den Buchtitel zu reagieren.

Kurios ist auch seine Behauptung, er hätte mich schon früher auf Twitter "weggeblockt" (nachdem er mir dort einige Zeit gefolgt ist). Dass er meine aktuellen Tweets zu Blogartikeln trotzdem sehen und sogar in Serie (unqualifiziert) kommentieren konnte, führt diese Behauptung ad absurdum. Später ist er mir sogar mit einem Zweitaccount auf den Pelz gerückt. Aber ausgerechnet dieser unter einem hypertrophen Mitteilungszwang leidende Mensch will mir wegen einer popeligen E-Mail mit Begriffen wie "Stalking" daherkommen? Alle Speichen hat der sicher nicht am Rad.

Abschließend noch eine zusätzliche Bemerkung zu diesem Archäotroll, der nämlich kein unbeschriebenes Blatt ist: Auf seiner Website ließ er vor einiger Zeit Sympathie für Selbstjustiz und körperliche Gewalt gegen Andersdenkende erkennen - und zwar über den vermeintlich subtilen Umweg eines unlustigen Memes, welches im Kontext einer damals laufenden Internet-Polit-Kampagne stand (an der sich auch andere politisch extremistische oder zumindest hirnlos agierende Archäologen beteiligten).
Nachdem ihn eine Archäologin und geschätzte Leserin dieses Blogs kritisch darauf angesprochen hatte, verschwand das inkriminierte Bildchen von seiner Website urplötzlich wieder. Hier wird nun endgültig ein Muster erkennbar: Der Mann ist zwar nicht völlig merkbefreit, schreibt aber, bevor er denkt.
Es will mir bezeichnend für den Zustand des Bildungssystems erscheinen, dass so ein Mensch überhaupt zum Universitäts- bzw. Archäologiestudium zugelassen wird. Taugt er doch mit seiner Spitzkelle höchstens zum Spargelstechen. 

Sonntag, 9. Februar 2020

🎧 Hörbares: 'Dracula' Vlad Tepes -- Robin Hood -- Der 'Knigge' der deutschen Ritter -- Die Täuferbewegung -- usw



 Vlad Tepes - Der Mann, der Dracula war | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Robin Hood - Die Legende vom edlen Räuber | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Aristoteles - Wegweiser der Philosophie | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 "Der Welsche Gast" - Der Knigge der deutschen Ritter | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Ilisu-Staudamm zerstört antike Kulturgüter | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Köln im Spätmittelalter: Der große Schied | Spieldauer 10 Minuten | xxx | Stream & Info | Direkter Download

 Notre Dame de Paris: Nabel Frankreichs mit Hang zum Absoluten | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Die Täuferbewegung: Vorbilder der Toleranz | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Unscheinbares Sternbild bei Sirius - Fabelhaftes dunkles Einhorn | Spieldauer 2 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

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Donnerstag, 6. Februar 2020

📽️ Videos: Denkmalschützerischer Amoklauf in Mutters (Tirol) -- Im Kielwasser Thor Heyerdahls -- Archäologin als Rampensau -- Erdstallforschung -- Die Porta Nigra -- usw.



 Denkmalschützerischer Amoklauf in Mutters (Tirol) | Spieldauer 4 Minuten | Hiltibold/Youtube | Stream & Info
Ich bin kein Freund des österreichischen Bundesdenkmalamtes (BDA). Zu viele dumme Entscheidungen wurden von dieser Truppe in der Vergangenheit getroffen. Doch das soll mich nicht davon abhalten, sie (vorläufig) auch einmal für ihr Eingreifen zu loben - obschon der aktuelle Anlass alles andere als positiv ist und ein bezeichnendes Licht auf die außerordentliche Borniertheit österreichischer Lokalpolitiker wirft, die ein wunderschönes altes Gebäude im historischen Ortskern von Mutters (Tirol) als Schandfleck bezeichnen, es für viel Steuergeld ankaufen und dann abreißen wollen, anstatt eine Restaurierung vorzunehmen. Die lieb klingende Aussage des verantwortlichen Bürgermeisters, man wolle an der entsprechenden Stelle eine Wiese mit Obstbäumen anlegen - also nicht etwa moderne Wohnkuben oder ähnliche architektonische Scheußlichkeiten errichten - wirkt überdies nicht glaubhaft. In fünfzehn oder zwanzig Jahren würde man das bis dahin im Wert gestiegene Grundstück in bester Lage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnbringend an einen Immobilieninvestor verhökern oder es selbst zubetonieren.
Durch zig Einzelentscheidungen (=Salamitaktik) wie der hier dargelegten, wird nach und nach historische Bausubstanz in großem Ausmaß vernichtet. Im Ergebnis ist das nichts anderes als ein denkmalschützerischer Amoklauf. Wie es besser geht, können sich diese 'Gebirgsdolme' (😉) an einem Beispiel in Deutschland ansehen.


 Im Kielwasser Thor Heyerdahls - Der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz im Gespräch mit Katrin Huß | Spieldauer 79 Minuten | Youtube |  Stream & Info
Hier muss man nicht viel dazu sagen: Dieser Gast ist Garant für ein interessantes Gespräch. Auch der auf einer dreisten Lüge basierende 'Cheops-Skandal' und seine bis heute nachhallenden Auswirkungen auf Dominique Görlitz werden dabei angesprochen.

 Sabine Hornung - Archäologin als Rampensau | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Direkter Download
Sicher, es ist gut gemeint, aber ... um Gottes willen, der Bühnenauftritt der Frau ist doch ziemlich grenzwertig 😄

 Der Kaptorga Pferdetalk - Gebisse, Reitweisen und historische Reitkunst. | Spieldauer 63 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein Thema, von dem ich herzlich wenig weiß. Bis auf Junkelmanns "Die Reiter Roms" habe ich nichts gelesen, was sich speziell damit beschäftigt. Immerhin, Xenophons "Über die Reitkunst" habe ich auch noch im Bücherregal stehen, vielleicht sollte ich es mir mal vornehmen ...

 Forschungstaucher: Bei Auftrag - Abenteuer! | Spieldauer 60 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

 Archäologischer Sensationsfund: "Udo" - der erste Fußgänger | Spieldauer 1 Minute | SWR/ARD | Stream & Info Direkter Download

 Erdstallforschung in Stamsried | Spieldauer 9 Minuten | BR/ARD | Stream & Info
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Mittwoch, 5. Februar 2020

📖 Buch: Krieg um Troja

Außerhomerische Quelle zum Troja-Mythos

Homers Werke 'Ilias' und 'Odyssee' sind nicht die einzigen Quellen zum berühmten antiken Mythos rund um die Belagerung und Zerstörung der kleinasiatischen Stadt Troja. Im Gegenteil: Besonders im Mittelalter und der frühen Neuzeit griff man gerne auf Alternativen wie die Troja-Romane der beiden Autoren Diktys Cretensis und Dares Phrygius zurück.
Diktys soll Augenzeuge des Trojanischen Krieges gewesen sein. Sein 'Bericht' wurde - so lautet zumindest die Überlieferung - in einem Grab zur Zeit Kaiser Neros entdeckt, wo er auf Lindenbast geschrieben in einem Zinnkästchen die Jahrhunderte überdauert hatte. Die Forschung geht allerdings davon aus, dass der Autor erst in der römischen Kaiserzeit lebte.
Dares wiederum war angeblich ebenfalls Zeitgenosse des Krieges und soll dementsprechend seine Troja-Erzählung noch vor Homer verfasst haben. Doch auch er, meint zumindest die moderne Forschung, habe eher zur Zeit der römischen Cäsaren gelebt.

Hinsichtlich der Herangehensweise unterscheidet sich Homer von Diktys und Dares vor allem dadurch, dass die beiden Letzteren den Einfluss der Götter auf das Kriegsgeschehen massiv zurückschrauben. Vor allem Dares versucht den Trojanischen Krieg, der bei ihm ein rein menschlicher ist, zu rationalisieren. Interessanterweise gab es ja schon in der Antike kritische Stimmen, welche die Mitwirkung von Göttern am Trojanischen Krieg als 'Fantasy' kritisierten. Die Behauptung, der antike Mensch hätte die Erzählungen von Homer für bare Münze genommen, triff in seiner Pauschalität daher sicher nicht zu. Möglicherweise sind die Werke von Diktys und Dares sogar eine Reaktion auf diese Kritik. Um Tatsachenberichte handelt es sich hierbei freilich trotzdem nicht.

Die vorliegende Ausgabe ist in einem modernen, angenehm zu lesenden Deutsch geschrieben und stammt vom fleißigen Übersetzer Kai Brodersen (siehe hier mein Interview mit ihm). Der Text ist zweisprachig; hauptsächlich lateinisch-deutsch, in kleinerem Umfang auch griechisch-deutsch, da einige Textfragmente nur auf Griechisch überliefert sind.
Das Buch enthält ein Register mit wichtigen Namen, ein umfangreiches Literaturverzeichnis (mir wäre ein umfangreiches Register lieber gewesen) aber keine Fuß- bzw. Endnoten mit Anmerkungen, wie man es von den meisten Reclam-Übersetzungen her kennt. Der Kaufpreis beträgt nicht ganz günstige 60 Euro.

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