Mittwoch, 21. November 2018

🎧 Hörbares: Lawrence von Arabien -- Ägypitsche Katzenmumien -- Magnet-Angler -- usw.



Wer war Lawrence von Arabien - Held oder Verräter? | Spieldauer 28 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Interview mit dem Archäologen Harald Meller | Spieldauer 29 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Fund von Katzenmumien in Ägypten: Dr. Olivia Zorn, Ägyptologin | Spieldauer 6 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Das neue Pergamon-Panorama von Yadegar Asisi | Spieldauer 4 Minuten | RBB/ARD | Stream & Info

 Das dunkle Mittelalter - Die Ausstellung "Europa in Bewegung" in Bonn | Spieldauer 8 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Europäischer Kulturaustausch im Mittelalter - eine Ausstellung in Bonn | Spieldauer 5 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Hobby-Schatzsuche: Was treibt ein Magnet-Angler? | Spieldauer 4 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Ein ziemlich riskantes Hobby, wenn man bedenkt, wie viel Kriegsgerät am Ende des 2. Weltkriegs vor allem in Gewässer gekippt wurde. Auch im Fischteich unseres Nachbarn haben - laut Erzählungen von Augenzeugen - die Überreste einer Kompanie von Wehrmachtssoldaten in den letzten Kriegswochen bei Nacht und Nebel mancherlei Waffen entsorgt, bevor sie sich mit selbst ausgestellten (!) Urlaubsscheinen zu ihren Familien oder Freunden begaben. Später wurde im Zuge eines Hausbaus über der betreffenden Stelle des Teichs einfach ein flacher Erdhügel aufgeschüttet; ob man dabei jedoch wirklich alle gefährlichen Überbleibsel zudecken konnte ist ungewiss ...
Notiz am Rande: Die sich klugerweise 'abseilenden' Wehrmachtsangehörigen wurden bei ihrer Aktion von einem Offizier der Waffen-SS gestört. Dem kamen die Urlaubsscheine verdächtig vor und er machte deshalb wohl ein ziemliches Theater. Woraufhin der befehlshabende Wehrmachtsoffizier - ein Hauptmann, der im Zivilberuf Botaniker war -gedroht haben soll, den SS-Offizier an die Wand stellen zu lassen, wenn er nicht sofort Ruhe gibt und verschwindet. Was dieser dann auch tat. Es ging in jenen Tagen wohl alles ziemlich drunter und drüber ...

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Montag, 19. November 2018

📖 Buch: Vespasian - Das Tor zur Macht

Blutige Unterhaltung

"Das Tor zur Macht" ist Robert Fabbris zweiter Roman über den Aufstieg des späteren römischen Kaisers Titus Flavius Vespasianus. Die Handlung schließt - trotz eines zeitlichen Abstandes von ein paar Jahren - relativ nahtlos an den ersten Teil an.
Aus Karrieregründen hatten sich Vespasian und sein Bruder Sabinus in die Machenschaften der römischen Eliten verstricken lassen und werden nun immer tiefer in einen Sumpf aus Intrigen, Gier, Mord und Rachedurst hineingezogen. Waren sie anfangs noch weitestgehend anonyme Akteure im Hintergrund, so rücken sie nun mit ihren Aktivitäten immer stärker ins Blickfeld der Mächtigen. Dabei geraten sie diesmal nicht nur mit Piraten und äußerst gefährlichen Geten aneinender, sondern auch mit gedungenen Mördern, die auf ihre Familie angesetzt wurden. Schlussendlich kommt außerdem der im ersten Roman begonnene Handlungsbogen mit dem machthungrigen Prätorianer-Präfekten Seianus zum Abschluss.

Die rund um den Aufsteiger Vespasian erdachte Geschichte wirkt recht stimmig, die Sprache der handelnden Personen ist oft unterhaltsam derb und der Autor verzettelte sich nicht in irgendwelchen Nebensächlichkeiten. Fabbri hat hier gar nicht erst versucht, Literatur für Hochdenker zu kreieren sondern will wohl vor allem leichte Unterhaltung bieten. Mir gefällt das, denn mit Autoren, die z.B. über mehrere Seiten hinweg vom Bodenbelag bis zu den Topfpflanzen jedes Detail eines Raumes beschreiben, bevor sie überhaupt nur daran denken, endlich die Handlung voranzubringen, kann ich herzlich wenig anfangen.

Ein sicher nicht unwichtiges Qulitätskriterium für einen historischen Roman ist das halbwegs korrekte Darstellen des geschichtlichen Rahmens, in dem die erzählte Story spielt. Im Großen und Ganzen hat hier Fabbri seine Hausaufgaben gemacht und die wichtigsten überlieferten Quellen - wie z.B. Suetons Kaiserbiographien - studiert. Dieser Schluss ergibt sich aus vielen Details  - etwa wenn der jugendliche und (noch) nicht wahnsinnige Caligula sich vorzeitig mit Kopfschmerzen von einem Festmahl zurückzieht. Das mag ziemlich trivial erscheinen, allerdings litt der spätere Kaiser tatsächlich an chronischen Kopfschmerzen und einige moderne Historiker führen seine zunehmende Grausamkeit sogar auf ein verstärktes Auftreten dieses Leidens zurück. Auch die Charakterisierung von Kaiser Tiberius als Lustmolch und Perversling geht mit biographischen Quellen der Antike konform (ist aber in der modernen Geschichtsforschung nicht ganz unumstritten).
Trotz Fabbris Blick in die Überlieferungen finden sich wie schon im ersten Roman auch diesmal ein paar Patzer. Z.B. wenn es an einer Stelle heißt: "Seianus hat mir kurz zuvor einen Sitz im Senat vereitelt, um einen seiner Männer ins Amt zu hieven. Zum Trost gab er mir das Kommando über die Vierte Scythica". Der Fehler liegt hier darin, dass es in jener Zeit Senatoren vorbehalten war, (als Legat) eine Legion wie die 4. Scythica  zu kommandieren - es sei denn, der Stationierungsort lag in der Provinz Ägypten, was hier aber nicht der Fall ist. An sich sind solche vereinzelt auftretenden Kleinigkeiten ja verheizbar. Wenn dann aber bei einer Beschreibung von Rom ausgerechnet die Caracalla-Thermen erwähnt werden, welche, wie alleine schon der Name verdeutlicht, erst von einem wesentlich später lebenden Kaiser errichtet wurden, dann ist mir das doch zu viel der Schludrigkeit und führt entsprechend in meiner Bewertung zu Punkteabzügen.

Ein für mich unterhaltsamer Aspekt der Vespasian-Bücher ist der Umstand, dass man darin etlichen historischen Persönlichkeiten begegnet, bevor diese voll ins Licht der Geschichte getreten sind. Dazu zählt nicht nur der Protagonist selbst, sondern auch der oben schon erwähnte Caligula und die beiden (Ex-)Sklaven Pallas und Narcissus (die später unter Kaiser Claudius zu großem Einfluss gelangen sollten). Fabbri hat sich hier einige durchaus plausible und interessante Geschichten ausgedacht, um die mehr oder weniger großen Löcher in den frühen Abschnitten der Lebensläufe all dieser Personen zu füllen.

Fazit: "Vespasian - Das Tor zur Macht" ist keine Welt-, sondern Unterhaltungsliteratur und in gewisser Weise das Äquivalent zu einem modernen Action-Kracher im Kino. Wer mit genau dieser Erwartung an das Buch herangeht, dürfte trotz kleinerer Mängel Gefallen daran finden.

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🔊Hinweis: Wie schon beim ersten Teil der Reihe, so gibt es auch diesmal wieder vom auf historische Romane spezialisierten Freiburger Verlag "Audiobuch" eine Hörbuch-Fassung. Und zwar - was meiner Ansicht nach sehr wichtig ist - eine ungekürzte! Auch die beiden kommenden Vespasian-Romane, die auf Deutsch im Januar und Februar 2019 erscheinen, werden parallel zu Rowohlts Taschenbuchausgaben als Hörbücher erhältlich sein.

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Weiterführende Informationen:



Samstag, 17. November 2018

📖 Bücher: Kleines Lexikon historischer Personen der römischen / der griechischen Antike



Mehr Schmöker, weniger Nachschlagewerk - und ein paar unnötige Fehler

Aus der Basisbibliothek Antike des Verlags J. B. Metzler stammen die beiden Bände Kleines Lexikon historischer Personen der römischen bzw. der griechischen Antike. In den zwischen wenigen Zeilen und bis zu ca. zwei Seiten umfassenden, ohne Abbildungen auskommenden Artikeln geht es u.a. um so illustre Persönlichkeiten wie Jesus von Nazaret, den Mathematiker Eudoxos von Knidos, die beiden Sozial-Revoluzzer Tiberius und Gaius Gracchus, den Plagegeist Mithridates VI. von Pontos sowie Kyros II., den Gründer des persischen Großreichs.
Trotz des Titels wurde der zeitliche Rahmen relativ Großzügig gewählt und erstreckt sich z.B. im Fall des Römer-Lexikons eigentlich schon ein wenig über die Antike hinaus. Daher findet sich darin auch ein Eintrag zum merowingerzeitlichen Dichter Venatius Fortunatus, der erst um 600 n. Chr. starb. 

Der Verlag spricht hier zwar von "Lexikon", aber die beiden Bücher eignen sich meiner Einschätzung nach vor allem zum Schmökern, denn als praxistaugliche Nachschlagewerk sind sie nicht umfangreich genug. So werden beispielsweise von den hellenistischen Ptolemäer-Herrschern Ägyptens nur die bedeutendsten genannt.

Bedauerlicherweise hat das Lektorat ein wenig geschlafen; z.B. heißt es im Eintrag zu Mucius (2), Publius Scaevola: Konsul 133 v. Chr., unterstützte die polit. Reformversuche des Ti. Gracchus [...]. 130 wurde er und starb 115. Was wurde er im Jahr 130 v. Chr.? Hier fehlt ein essenzieller Teil des Satzes! Wobei ich mir freilich zusammenreimen kann, worauf man hier vergessen hat. In besagtem Jahr wurde der Mann nämlich zum Pontifex Maximus gewählt. Wiederum in einem anderen Eintrag hat man das "v. Chr." im einleitenden Satz vergessen, sodass Leser irrtümlich annehmen könnten, die dazugehörende Zahl und die folgenden beziehen sich auf die Zeit nach Christi Geburt.
Ich kann die Häufigkeit solcher unnötigen Fehler nicht benennen, da ich nicht sämtliche Texte durchgelesen habe, aber die Regel ist dergleichen wohl nicht. Außerdem sind die Artikel selbst inhaltlich durchaus gelungen und allgemein verständlich formuliert. Auf ein Register wurde verzichtet - was mich aber nicht stört.

Im Angesicht der Tatsache, dass die Bücher in einem robusten Hardcover-Einband daherkommen, halte ich den Preis von knapp 17 Euro für akzeptabel.

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Weitere interessante Themen:


Freitag, 16. November 2018

📽️ Videos: Burgbau Friesach -- Stoppt Hügelgrab Aldi-Zentrallager? -- Riskante Schatzsuche im Rhein -- usw.


 Mittelalterlicher Burgbau Friesach 2018 | Spieldauer 8 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein erhellendes Video mit Kommentar von einem Tischler und Restaurator, dem ich auf Youtube schon lange folge. Was dem Mann hier weniger auffällt, sind die historischen / didaktischen Mängel bei der Umsetzung - vom "Führungszwang" abgesehen. Wer mag, kann die Friesacher Burgbaustelle mit der Klosterbaustelle "Campus Galli" in Baden-Württemberg vergleichen und sich überlegen, welches Projekt besser/schlechter ist. Immerhin behumpst man die Öffentlichkeit in Friesach nicht mit größenwahnsinnigen und völlig unrealistische Ankündigungen, sondern bäckt hinsichtlich des Endziels vergleichsweise kleine Brötchen.


 Stoppt Hügelgrab Aldi-Zentrallager? | Spieldauer 5 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info
Der staatliche Denkmalschutz ist nach meinem Dafürhalten eine ähnliche Augenauswischerei wie die sogenannte Repräsentative Demokratie. Und gemeinsam führen sie zu dem im Videobeitrag geschilderten Problem.

 Sondengehen: Riskante Schatzsuche im Rhein | Spieldauer 5 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologische Überraschungsfunde im Bonner Münster | Spieldauer 3 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info

 Seltsamer Fund in Ägypten: Mumifizierte Katzen und Skarabäen gefunden | Spieldauer 4 Minuten | Youtube | Stream & Info
Interessante Uralt-Funde, aber die Präsentation für Journalisten wirkt wie eine schräge Show. Freilich, das hat dort Tradition. Achtung, die deutschen Untertitel zum Video muss man eventuell manuell aktivieren.



Auf den Spuren der Hildegard von Bingen | Spieldauer 45 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info
Hildegard von Bingen wird heute gerne zu einer Art Proto-Feministin verklärt. Dabei hätte die gute Hildegard manch heutige Feministin garantiert sofort bei der Inquisition gemeldet - wenn es diese zu ihren Lebzeiten schon gegeben hätte 😊

 Mittelalterliches Mahl in der Cadolzburg auf Grundlage des ältesten deutschen Kochbuchs | Spieldauer 5 Minuten | BR/ARD | Stream & Info

 Das Erbe der Ritter von Vellberg | Spieldauer 5 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info
Auch nicht schlecht, da wurden die restaurierten Türme einer alten Stadtmauer als Wohnungen verkauft. Schaut gemütlich aus!
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Mehr Videos


Dienstag, 13. November 2018

📖 Buch: Asiens Unterwelt - Das Jahrtausende alte Erbe unterirdischer Kultstätten

Im Sachbildband "Asiens Unterwelt" dokumentieren die Höhlenforscher Heinrich und Ingrid Kusch ihre jahrzehntelange Forschungstätigkeit auf dem asiatischen Kontinent, wo ausgedehnte Höhlen selbst heute noch große religiöse und kultische Bedeutung besitzen. Da einige dieser Anlagen längst in Vergessenheit geraten sind oder vor Fremden geheimgehalten werden, mussten die Eheleute Kusch mitunter erst das Vertrauen von einheimischen Wissenden gewinnen, um zu den Objekten ihres Forschungsinteresses zu gelangen.

Im Buch werden unzählige Beispiele für die Ausgestaltung kultischer und religiöser Höhlen gezeigt. Diese reichen von einfachen, aber kurios anmutenden Malereien im seltenen "Röntgenstil" (ich will gar nicht wissen, wie Erich von Däniken das interpretiert 😉) bis hin zu aufwendigen Steinmetzarbeiten, die jenen der europäischen Gotik in Sachen Kunstfertigkeit und Aufwand in nichts nachstehen.

Wie Heinrich und Ingrid Kusch schreiben, sind in manch Höhle auch ungewöhnliche Spuren zu erkennen, die auf bis dato unerklärliche Bearbeitungstechniken hinweisen. Als Beispiel dafür wird eine Anlage in der chinesischen Provinz Zhejiang genannt. Die dort aus dem Felsen geschlagenen, eventeuel schon Jahrtausende alten Hallen sollen Höhen von bis zu 99 m (!) erreichen und besitzen an der Decke eine Oberfläche aus merkwürdig anmutenden meterlangen Rillen / Hohlkehlen - siehe die beiden nachfolgenden Bilder.

Unterirdische Anlage in der chinesischen Provinz Zhejiang. Dass es sich dabei ursprünglich um einen Steinbruch für oberirdische Bauwerke gehandelt hat ist wohl unwahrscheinlich, weil das hier vorkommende Gestein anfällig für Verwitterung ist. Als Depots eigneten sich die Räume ebenfalls nicht, da sie zu feucht und auch viel zu groß/hoch sind. Welchen Zweck erfüllten diese beeindruckenden, teilweise touristisch erschlossenen Anlagen aber dann?
Aus "Asiens Unterwelt", Verlag V.F. Sammler, 2018 |  (c): www.mysteries-magazin.com
Detailaufnahme der auf dem vorangegangenen Foto abgebildeten unterirdischen Halle. Links handelt es sich um Werkzeug-spuren an der Säule, rechts um die besonders auffälligen Werkzeugspuren an der Decke, die geradezu maschinell wirken.
Aus "Asiens Unterwelt", Verlag V.F. Sammler, 2018 |  (c): www.mysteries-magazin.com

Höhlenforschung kann zu seltsamen Erfahrungen führen. So geht beispielsweise - wie wissenschaftliche Versuche ergaben - das Zeitgefühl unter Tage rasch verloren. Auf diesen Umstand sind möglicherweise jene alten Sagen zurückzuführen, in denen es heißt, Menschen seien beim Erkunden einer Höhle eingeschlafen und nach dem Aufwachen in eine Welt zurückgekehrt, die viele Jahre in der Zukunft lag; die Zeit wäre demnach in der Höhle langsamer als in der Außenwelt vergangen.
Solchen Erzählungen und Mythen, die sich um unterirdische Anlagen ranken, dürften in der NS-Zeit dafür mitverantwortlich gewesen sein, dass im Rahmen der Forschungsgemeinschaft "Deutsches Ahnenerbe" Höhlenforscher sowie Archäologen u.a. nach Asien entsandt wurden. Die Buchautoren berichten davon, dass sie noch mit einem Grazer Höhlenkundler sprachen, der in den 1940er-Jahren von der SS regelrecht aus dem Bett geholt und nach Wien gebracht wurde, um dort persönlich mit Adolf Hitler zu konferieren. 

Neben dem Sagenhaften und scheinbar Übersinnlichen gibt es jedoch auch richtig Handfestes, mit dem Höhlenforscher konfrontiert werden können. So berichten die Autoren davon, wie sie beim Betreten eines alten, schwer zugänglichen buddhistischen Höhlentempels plötzlich von tausenden indischen Riesenbienen attackiert wurden, welche die Größe europäischer Hornissen (!) erreichen. Noch nach über einem Kilometer Entfernung wollten die erzürnten Honigsammler nicht von ihren flüchtenden Opfern ablassen. Erlebnisse wie dieses könnten auch aus einem Indiana-Jones-Film stammen!

So weit, so gut. Ein wenig zu kritisieren habe ich, dass Texte und Bilder mitunter nicht ganz geschickt aufeinander abgestimmt wurden. Hier hätte sich der fürs Layout Zuständige ein bisschen mehr anstrengen können. Auch die eine oder andere zusätzliche Quellenangabe / tiefergehende Ausführung hätte ich mir manchmal gewünscht. 

Fazit: In "Asiens Unterwelt" wird ein schöner Einblick in die Welt der unterirdischen Kultstätten des asiatischen Kontinents gegeben. Die von den Autoren dokumentierte Vielfalt ist beeindruckend und hat mich überrascht. Der Kaufpreis beträgt rund 30 Euro.

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Weitere interessante Themen:


Sonntag, 11. November 2018

🎧Hörbares: Kleine Furzologie -- Die Spanische Inquisition -- Johannes Keppler und die Hexe -- usw.



 "Und tönen wie Gewitter" - Eine kleine Furzologie | Spieldauer 24 Minuten | MDR | Stream & Info
Also die hier zu Gehör gebrachten Reime haben schon was 😄

 Die Spanische Inquisition | Spieldauer 34 Minuten | DF | Direkter Download

 Der gregorianische Choral und die frühe Mehrstimmigkeit | Spieldauer 109 Minuten | DF |  Stream & Info

 Der Astronom und die Hexe: Johannes Kepler im Kampf gegen den Aberglauben | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info Direkter Download

 Reclam-Museum Leipzig - Den Bildungshunger stillen | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
In meiner Bibliothek haben sich ja mittlerweile auch etliche Bücher von Reclam angesammelt. Aber diese ca 150 Stück können mit den über 10 000 des neuen Reclam-Museums freilich nicht mithalten!

 Vatikan: Die Werkstätten der Päpste | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Aufstieg und Fall der Dinosaurier: Ein Dinosaurier-Buch für Erwachsene | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

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Freitag, 9. November 2018

Krimskrams: Rechteckige Hügelgräber nahe Graz? -- Mitarbeiter des Campus Galli schreib sich in Rage -- Campus Galli verfehlt Prognosen für 2018 meilenweit

Rechteckige Hügelgräber?

Südwestlich von Graz entdeckte ich mithilfe eines Laser-Scans (LIDAR) - bei dem die Vegetation weitestgehend ausgeblendet wird - folgende rechteckigen Strukturen auf einem bewaldeten Hügel:



Zuerst dachte ich, dort wurden vielleicht Baumstämme gestapelt, aber jemand der regelmäßig durch diesen Wald läuft und dem das ebenfalls schon aufgefallen ist, meinte, dass dem nicht so ist (ich habe zur Zeit nicht die Möglichkeit, mir den Platz persönlich anzusehen).

In der näheren Umgebung gibt es an allen Ecken und Enden kreisrunde Hügelgräber - viele davon aus der Römer- und Eisenzeit. Könnten das oben auch Hügelgräber sein? Auffällig ist die exakte, von Gräbern her bekannte Ost-West-Ausrichtung (oder West-Ost-Ausrichtung - je nachdem wie man es betrachten mag). Die Abmessungen der Strukturen sind freilich ziemlich groß und betragen bis zu 19 mal 11 m.

Östlich dieser Ansammlung befindet sich eine Fläche - heute ebenfalls weitestgehend bewaldet - die mir ein bisschen wie ein mittelalterlicher Wölbacker aussieht. 

Was das auf dem obigen Bild wohl für Strukturen sind? Vielleicht etwas ganz Unspektakuläres? Oder doch mehr? Ich bin wieder einmal am Rätseln!

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Mitarbeiter des Campus Galli schreib sich in Rage

Dass meine spitze Kritik am Campus Galli nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt ist wenig überraschend. Die Mittelalterbaustelle hat schließlich auch ihre Anhänger, die von der Großartigkeit des Projekts zutiefst überzeugt sind. Wenn mich diese Leute anschreiben - was selten aber doch vorkommt - dann sieht das mitunter aus wie im Fall der folgenden, auszugsweise zitierten und von mir anonymisierten E-Mail, deren Absender ein für den Campus Galli tätiger Handwerker ist. Der schwäbelnde Betreff lautete: Ihr saudomms Gschwätz. Und weiter:

Hallo Hiltibold, ich habe von Ihnen und Ihren „Aktivitäten“ gelegentlich gehört und habe heute zum ersten Mal im Internet etwas von Ihnen gelesen. Leider.

Viel Feind, viel Ehr! 😃

Wer immer Sie sind, es ist unsäglich, wie Sie über das Projekt „Campus Galli“ herziehen! Und das alles, liege ich richtig, unter dem Pseudonym „Hiltibold“!!! Verdammt, nennen Sie Ihren richtigen Namen [...].

Hier liegt der schäumende Mann ganz schön falsch. Denn in Wirklichkeit ist mein richtiger Name kinderleicht zu finden. Freilich, wenn man zu doof ist, auf den entsprechenden Menüpunkt des Blogs zu klicken ...

Sie sind Österreicher, das ist im Grunde keine Schande, aber dass Sie sich um die Steuern in Deutschland sorgen, finde ich völlig daneben. Der Campus Galli geht Sie doch einen Sch . . . . an [...].

Pfffh, als ob man Vorgänge in Deutschland nicht auch aus dem Ausland kommentieren dürfte. Das geschieht doch umgekehrt auch ständig. Wie haben es außerdem einige Leser dieses Blogs sinngemäß so schön formuliert: Es ist traurig, dass sich jemand aus Österreich kritisch mit dem Campus Galli auseinandersetzen muss, weil die Medien in Deutschland ihrer Kontrollfunktion nicht ordentlich nachkommen.

Glauben Sie denn, dass Ihre römischen und mittelalterlichen Kenntnisse ausreichen, um die Römerzeit und das Mittelalter wirklich authentisch bis ins letzte Detail heute darzustellen? Vieles weiß man doch gar nicht, oder nicht so genau, aber es geht Ihnen, wie ich vermute, offenbar nur ums Kritisieren. 

Dieser von der Campus-Galli-Chefetage wohl schwer fehlinformierte Mitarbeiter versteht leider nicht, um was es mir geht. Denn natürlich wurde hier nie kritisiert, dass der Campus Galli in historischer Hinsicht nicht zu 100 % authentisch ist - dergleichen wäre ein unerreichbares Ziel. Hingegen ist zu bemängeln, dass man sich nicht einmal am derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand konsequent orientiert, weitestgehend ambitionslos ist (siehe z.B. das alljährliche "Sommerfest"), simple Museumspädagogik als Experimentelle Archäologie bewirbt, unrealistische Versprechungen macht und nachweislich Personal mit fragwürdiger Qualifikation beschäftigt, das den Besuchern die tollsten Geschichten auftischt.

Im Übrigen haben sich die Besucherzahlen im Campus Galli super entwickelt und es werden von Jahr zu Jahr mehr. 

Sechs Jahre in Folge massive finanzielle Verluste und kein Ende in Sicht. Aber dieser Campus-Galli-Mitarbeiter redet von einer super Entwicklung ...

Die wenigen Motzer, ich kenne außer Ihnen nur einen, kann man vernachlässigen. Da möchte ich einfach sagen: was juckt es die Eiche, wenn sich eine Wildsau daran reibt? Halten Sie einfach ihr saublödes Maul und kümmern Sie sich doch um ihren eigenen Dreck! 

Die angeblich so "wenigen Motzer" scheinen den guten Mann freilich ganz schön in seelische Unruhe zu versetzen. Mit seiner ein bisschen zu aggressiven Wortspende tut er dem ohnehin schon angeschlagenen Ruf des Campus Galli jedenfalls keinen Gefallen. Kritischen Besuchern der sogenannten "Klosterstadt" sei deshalb geraten: Betreten der Baustelle auf eigene Gefahr! 😉 😄

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Campus Galli verfehlt Prognosen für 2018 meilenweit

Laut einem der inoffiziellen Verlautbarungsorgane des Campus Galli - der Tageszeitung Südkurier - wurde die Besucherprognose für das Jahr 2018 meilenweit verfehlt. Statt 95.000 fanden nur 83.000 Menschen den Weg zur Mittelalterbaustelle in Meßkirch - viel zu wenige, um nicht auch weiterhin massive Verluste mit dem Projekt einzufahren (wir erinnern uns: der Geschäftsführer meinte in einem auf "stimme.de" veröffenltichten Interview, dass man vermutlich nicht einmal ab 120.000 Besuchern aus den Roten Zahlen herauskommen würde, weil steigende Kosten die Gewinne allesamt auffressen).

Da das Ausreden-Repertoire des Campus Galli nahezu unerschöpflich ist, hat man für die 2018er-Fehlprognose sofort eine Erklärung parat: Das Wetter! Die Leute wären einfach lieber baden gegangen. Übermäßig glaubwürdig ist das nicht, denn der Sommer 2017 war laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wärmer als der diesjährige. Damals wurde seitens des Campus Galli das Wetter freilich noch für günstig befunden. Dieses Jahr war es dann lediglich trockener - aber gerade das hätte den Meßkircher Hobby-Mönchen eher geholfen. Besonders im September und Oktober - also nach dem Ende der Badesaison. Denn schließlich besuchen Menschen Freilichtmuseen lieber bei trockenem Wetter, aber nicht wenn es regnet.
Doch wie auch immer, bei so einer Besucherentwicklung darf der politisch besachwaltete Bürger wohl bis zum Sankt-Nimmerleinstag den Zahlesel für die Möchtegern-Klosterstadt in der baden-württembergischen Pampa spielen.

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    Donnerstag, 8. November 2018

    📅 Kunstkalender: Römische Fresken (2019)

    Dieser Kalender von "Weingarten" ist bereits der zweite mit dem Thema "Römische Fresken", der zwecks Raumverschönerung an eine Wand meines Arbeitszimmers gehängt wird.
    Auf insgesamt zwölf Blättern sind hier ebenso viele Wandmalereien bzw. Fresken dargestellt, die überwiegend in den Vesuv-Städten wie Pompeji, Boscoreale usw. von Archäologen entdeckt wurden. Darunter sind so bekannte Motive wie das neben abgebildete Paar, bei dem es sich um einen gewissen Terentius Neo und seine Frau handeln dürfte. Auch darf auf einem anderen Kalenderblatt natürlich ein Ausschnitt des beeindruckenden Freskos der berühmten Mysterienvilla nicht fehlen.
    Wegen des großen Formats von 49 x 68 cm - das ist größer als A2 - kann man z.T. sogar die einzelnen Pinselstriche der antiken Maler unterscheiden.

    Auf einem eigenen Blatt des Kalenders findet sich eine Übersicht zu den verschiedenen Motiven, in der u.a. Bezeichnung, Fundort und Datierung genannt werden. 
    Monate und Tage wurden dezent am unteren Bildrand platziert, wo sie nicht stören bzw. kaum zu erkennen sind. Die Kalenderfunktion stellt daher wohl eher eine Art Alibi dar, denn so einen Kunstkalender hängt man sich vor allem wegen den schönen Motiven an die Wand. Der Kaufpreis beträgt 39 Euro.


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    Weiterführende Informationen:

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    Mittwoch, 7. November 2018

    Römer-Schmied dringend gesucht!

    Eventuell kann mir jemand der Leser weiterhelfen: Ich suche dringend nach einem guten Schmied, der mir bis Jahresende ein einfaches römisches Gebrauchsmesser mit geschwungener Klinge, hölzernen (aufgenieteten) Griffschalen und halbkreisförmigem Ring am Griffende anfertigen kann (genauere Spezifikationen inkl. Zeichnungen würden gegebenenfalls folgen). Das Messer wird u.a. für Fotos - die im Rahmen eines Buch-Projekts gemacht werden - benötigt.

    Der Handwerker meines Vertrauens ist leider sechs Monate ausgebucht, ich brauche das Messer aber spätestens bis Jahresende. Ein anderer Schmied, bei dem ich ebenfalls angefragt habe, rührt sich erst gar nicht (so ein unprofessionelles Verhalten ist bei Living-History-Zulieferern leider nicht selten).

    Der Schmied würde im Buch gut ersichtlich unter dem Foto als Quelle des Messers genannt werden. Außerdem würde ich es hier im Blog besprechen. Beides wäre kostenlose Werbung.

    Mögliche Hinweise bitte per E-Mail an mich [ hiltibold (at)  gmail . com ] senden oder in den Kommentarbereich reinschreiben. Wer mag, kann mich auch per Twitter oder Facebook kontaktieren.

    Update: Hat sich erledigt, ich habe zwischenzeitlich jemanden gefunden. Danke für die Hinweise, die mich erreicht haben.


    Montag, 5. November 2018

    📽️ Videos: Archäologe vs. Amtsarchäologie -- Rätsel Neandertaler -- Luft-Archäologie -- usw.


     Archäologe vs. Amtsarchäologie - Spektakulärer Flugzeugfund in Unkel? | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 
    Der Archäologe Oliver Kessler läuft an einem Fluss entlang und findet etwas, das er für ein Flugzeugwarck aus dem 2. Weltkrieg sowie die sterblichen Überreste der Besatzung hält. Er dokumentiert den Fund und nimmt Teile der Objekte mit, um sie vor Metallsuchern und Militaria-Sammlern zu retten. Die staatlichen 'Büttel' in Gestalt der Amtsarchäologen reagieren pikiert darauf, reiten den Amtsschimmel und kaprizieren sich auf die Einhaltung von Formalien. Man beachte in dem Video besonders den stinkstiefeligen Pseudo-Schlauberger vom Amt, der meint, der Finder könne als Nicht-Anthropologe menschliche Knochen ja gar nicht von tierischen unterscheiden. Was für ein pauschalisierender Mega-Stuss. Natürlich gibt es auch unter Archäologen solche, die dazu in der Lage sind; viel hängt dabei auch vom Erhaltungszustand ab.
    Aber so etwas kommt wohl zwangsweise dabei heraus, wenn man die Archäologie größtenteils verstaatlicht und in die Hände von Bürokraten legt. Die opfern gerne mal einen Fund/Befund, wenn nicht alles 'seine Ordnung' hat.

    ➽ Rätsel Neandertaler - Warum starben sie aus? | Spieldauer 58 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

    ➽ Luft-Archäologie | Spieldauer 4 Minuten | WDR | Stream & Info

    ➽ Minimalinvasive Archäologie | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

    ➽ Deutsche und europäische Geschichte des Mittelalters: In Magdeburg öffnet das "Dommuseum Ottonianum" | Spieldauer 5 Minuten | MDR | Stream & Info

     Museums-Highlight in Magdeburg vor der Eröffnung | Spieldauer 5 Minuten | MDR | Stream & Info

     Zeitreise ins Mittelalter mit Autorin Sabine Ebert | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info
    Wohl nichts für Cornwell-geeichte Leser 😄

     Handwerkskunst! Wie man ein Buch bindet | Spieldauer 45 Minuten | SWR| Stream & Info
    Dieses interessante Video hatte ich vor geraumer Zeit schon einmal verlinkt, aber ich glaube, dabei handelte es sich um eine kürzere Variante.

    Wiederaufbau von Palmyra | Spieldauer 5 Minuten | WDR | Stream & Info

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