Dienstag, 3. März 2026

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 4.25: Horte - Schatzfunde von der Steinzeit bis zu den Kelten (außerdem: Narzissmus, archäologische Grobmotorik sowie weitere Ärgernisse)


Ja, schon wieder gibt es hier die Besprechung eines Heftes aus der Reihe "Bayerische Archäologie" - obwohl ja die letzte Rezension (Heft 3.25) noch nicht lange her ist. Aber ich hinke hinterher und möchte nach Möglichkeit keine Ausgabe auslassen. Denn "Bayerische Archäologie" ist immer wieder hervorragend geeignet, um auf Unzulänglichkeiten in der Archäologie bzw. der Geschichtswissenschaft hinzuweisen. Zu diesem Zweck habe ich mir wieder ein paar Beispiele herausgepickt.

Zuvor aber noch ein paar Worte bezüglich des Themenschwerpunkts im vorliegenden Heft: Entgegen der Meinung vieler Laien, besitzen Horte bzw. Schätze einen oft nur relativ bescheidenen wissenschaftlichen Mehrwert. 'Mehr Zeug' bedeutet nämlich nicht automatisch 'mehr Erkenntnisgewinn'; zumindest nicht in nennenswertem Ausmaß (auch wenn im Heft eine Frau Carola Doppelname einen anderen Eindruck erwecken möchte). 
Allerdings lassen sich regelrechte Anhäufungen von Artefakten museal oft besser vermarkten als bloße Einzelstücke. So haut beispielsweise ein einzelnes bronzezeitliches Tüllenbeil den 'Otto Normalbesucher' nicht vom Hocker. Bekommt man aber gleich einen ganzen Haufen davon präsentiert, dann beeindruckt das viele Menschen gleich wesentlich mehr. 
Daher sind mMn die deutschen Denkmalbehörden auch so erpicht darauf, die Finder von Horten mittels einschlägigen Gesetzen ("Schatzregal") zu enteignen. Die hehre Wissenschaft wird hierbei wohl meist nur vorgeschobenen (man müsste den Krempel schließlich nicht dauerhaft besitzen, bloß um ihn zu erforschen und zu dokumentiere). Die Beweggründe dürften auf staatlicher Seite also grundsätzlich von eher nieder Natur sein: Nicht zu vernachlässigende Aspekte sind hier auch das Gieren nach medialer Aufmerksamkeit und die bei vielen Archäologen so beliebten Museumsjobs - die viele Funde in staatlichem Besitz garantieren. Denn wirklich graben, also Feldarchäologie betreiben, wollen heutzutage die wenigsten Archäologen auf Dauer: Zu anstrengend, zu dreckig, zu ordinär. Zum Glück hat man sich in Deutschland schon vor rund vier Jahrzehnten den archäologischen Grabungstechniker ausgedacht, der - neben den Myriaden von kostengünstigen studentischen Hiwis - nun das Gros der Knochenarbeit erledigen soll.


Zu Schlaudeutsch

Der Misserfolg der von mir großzügig kritisierten Mittelalterbaustelle "Campus Galli" hat mehrere Ursachen. Eine nicht unwichtiger dürfte aber der hochgestochene Name des Projekts sein, von dem sich wohl nur wenige Menschen emotional angesprochen fühlen. Mit diesem selbstverschuldeten Mangel stehen die Betreiber des Campus Galli allerdings nicht alleine dar. So fand ich im vorliegenden Heft einen Artikel, in dem es um den wirklich interessanten Fund einer kleinen Bronzfigur auf dem Areal des ehemaligen keltischen Oppidums Manching geht; dargestellt ist hier wohl ein keltischen Krieger aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. 

Im selben Artikel werden die zwei beteiligten Grabungsfirmen genannt: Archäologie GmbH und Pro Arch Prospektion. Während der Name der ersten Firma selbsterklärend und somit auch für den Durchschnittsbürger verständlich ist, so handelt es sich beim Namen des zweiten Unternehmens um ein kryptisches Konstrukt, das meiner Erfahrung nach typisch für Pseudoschlauberger und Poser ist (das "Pro" soll wahrscheinlich 'professionell' oder etwas in der Art heißen/signalisieren ˆˆ). Was hier als besonderer Negativpunkt hinzukommt: Klassische Suchmaschinen und selbst LLMs (KIs) priorisieren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den meisten Zusammenhängen den ersten Firmennamen, sobald im Internet jemand nach einem archäologischen Dienstleister sucht. So gesehen ist die wolkig klingende Bezeichnung Pro Arch Prospektion vermutlich auch noch geschäftsschädigend.


Archäologische Grobmotoriker 

In Burgbernheim wurde archäologisch gegraben. In einem urnenfelderzeitlichen bzw. spätbronzezeitlichen Areal stieß man auf eine vollständig erhaltene Sichelgießform aus Amphibolit. Ebenfalls dort entdeckte man die aus Sandstein gefertigte Abdeckplatte für eine weitere Sichelgießform. Doch wurde diese leider stark beschädigt (ca. ein Drittel ist abgebrochen und fehlt). Wie es heißt, geschah dies vermutlich beim Abziehen des Oberbodens mittels Baggerschaufel. 

Aus ganz eigener Anschauung, die ich im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungen gewonnen habe, darf ich versichern, dass solche 'Missgeschicke' ständig vorkommen. Das möge sich der Leser bitte ganz genau merken, für den Fall, wenn sich wieder einmal Archäologen öffentlich über die unsachgemäße Behandlung von Bodenfunden durch Laien beschweren, um daraus die Notwendigkeit für strenge Bodendenkmalschutzgesetze abzuleiten. 

Man verstehe mich nicht falsch: Fälle wie der obige können im Rahmen archäologischer Maßnahmen passieren, ohne dass hier den Verantwortlichen immer zwingend ein Vorwurf gemacht werden kann. Es veranschaulicht allerdings die totale Heuchelei, wenn Archäologen bzw. Bodendenkmalpfleger in der Öffentlichkeit gezielt den Eindruck erwecken, sie würden mit archäologischen Funden/Befunden immer verfahren, als ob es sich um rohe Eier handelt.


Orchideen und Narzissten

In den sogenannten "Mitteilungen" der "Gesellschaft für Archäologie in Bayern" geht es unter anderem um die Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises an das St. Marien-Gymnasium Regensburg. So weit, so unspektakulär. 

Dass die Abordnung - mit einer Ausnahme - nur aus weiblichen Schülern besteht, entspricht freilich so ganz und gar nicht den Diversitäts- und Geschlechtergerechtigkeitspredigten, die auch in Schulen auf der Tagesordnung stehen. Aber überraschen tut mich das bei einem Orchideenfach wie der Archäologie nicht besonders. Es überwiegt dort ja auch im Studium mittlerweile das weibliche Geschlecht (obschon viele ihre akademische Ausbildung gar nicht beenden oder nach dem Abschluss in irgendwelchen völlig fachfremden Bereichen landen; der das sauteure Studium finanzierende Steuerzahler ist hier - wie so oft - der Depp).

Ein Paradebeispiel für den Narzissmus des übersaturierten "Bildungsbürgertums" liefert dann die verantwortliche Pädagogin (Direktorin?) der Schule. Die Frau ist nicht nur die Autorin des Textes, sondern sie erwähnt sich auch selbst darin in der dritten Person - und zwar folgendermaßen: 

"StDin i. K. Dr. Katrin Kunert".

Als jemand, der mit dem deutschen Schulsystem nicht sehr vertraut ist, habe ich keinen Schimmer, was dieses Abkürzungskauderwelsch bedeutet (und mir fehlt auch auch die Lust, diesen Schmarrn nachzurecherchieren). Bemerkenswert ist eine dergestalt antiquierte Selbstdarstellung aber schon, gibt man sich doch gerade im weltanschaulich eher wenig heterogenen Schulbetrieb so gerne progressiv/modern (Frau Doktor gendert dementsprechend artig) und predigt den Egalitarismus in allen möglichen Facetten. Die Behauptung "alle Menschen sind gleich", würde daher wohl auch die gute Frau Kunert mit Begeisterung nachplappern. Dass sie sich selbst jedoch mittels absurd langem Titel-Epos eindeutig als gleicher inszeniert, dürfte ihr völlig entgangen sein; oder es ist ihr in ihrer Eitelkeit komplett wurscht. 


Abschließend

Auf die einzelnen Hortfunde, die im Heft behandelt wurden, bin ich hier nicht eingegangen. Aber die Texte dazu sind unterm Strich durchaus lesenswert.


Donnerstag, 26. Februar 2026

📽️ Videos: Kloster Lorsch, ein Tor zum frühen Mittelalter -- 3.000 neue Pfähle für die Pfahlbauten in Unteruhldingen -- Das Alte Ägypten und seine frühen Eliten -- usw.


 Kloster Lorsch - Tor zum frühen Mittelalter | Spieldauer 45 Minuten | HR | Stream & Info 

 Harald Meller trifft Kristian Kristiansen: European Bronze Age - Ideas and Perspectives | Spieldauer 59 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info



 3.000 neue Pfähle für die Pfahlbauten in Unteruhldingen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Das Alte Ägypten und seine frühen Eliten | Spieldauer 73 Minuten | Youtube | Stream & Info
"Don't mess mit dem Pharao." Die Anglizismen-Kreationen von diesem Burschen sind immer erstklassig. 😁


 Mars Pyramids, Artifacts, UFOs, & Destruction | Spieldauer 169 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Ab 13:59 geht es mit den Mars-Fotos los. Es muss jeder selbst entscheiden, ob das überzeugend ist. Wobei mich das allererste Beispiel noch am ehesten beeindruckt.


Dienstag, 24. Februar 2026

🎧 Hörbares: Umberto Eco -- Code aus der Steinzeit -- Unbekannte Welt im Untergrund -- Schatz aus Bronzezeit -- usw.


 Umberto Eco: Denker zwischen Mittelalter, Medien und Moderne | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologie - Figuren zeigen Code aus der Steinzeit | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info 

 Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Erdlöcher - Unbekannte Welt im Untergrund | Spieldauer 23 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Nach Sensationsfund: Görlitzer Museum präsentiert Schatz aus Bronzezeit | Spieldauer 4 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Ähnlichkeiten mit Schamanin von Bad Dürrenberg: Kopfschmuck in der Börde gefunden | Spieldauer 1 Minuten | MDR | Stream & Info 
Eigentlich unglaublich, wie hier eine bloße Vermutung in den Rang einer Tatsache gehoben wird. Kein Aas weiß nämlich, ob diese Art Kopfputz tatsächlich irgendetwas mit "Schamanen" zu tun hat. Eine absolute Kasperlwissenschaft, die da betrieben wird.

 War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
Aah, der legendäre Tulpenwahn! An den wird man vermutlich auch wieder denken, wenn in absehbarer Zukunft den Finanzmärkten die absurde KI-Blase um die Ohren fliegt...

 Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download


Samstag, 21. Februar 2026

🌲 Der antike römische Baumeister Vitruv und seine merkwürdige Art des Baumfällens 🪓

Vitruv war ein erfahrener römischer Architekt und Baumeister, der im 1. Jahrhundert vor Christus lebte. In seinen späten Lebensjahren erfreute er sich der Gunst des Kaisers Augustus, der ihm eine Pension gewährte. So den Geldsorgen enthoben, war es Vitruv möglich, schriftstellerisch tätig zu werden. In seinem Werk "10 Bücher über Architektur" ("De architectura libri decem") hat er uns eine Unmenge an Details zum antiken Bauwesen überliefert. Darunter befindet sich ein Kapitel zum Thema Bauholz, worüber Vitruv - aus heutiger Sicht - zum Teil Ungewöhnliches zu sagen hat, wie die nachfolgende Textstelle bezeugt. Es geht hier um eine mir bisher völlig unbekannte Art Bäume zu fällen, deren Holz für die spätere Verwendung in Bauwerken vorgesehen ist. Den besonders relevanten Teil habe ich fett markiert. 

1. Das Bauholz muss gefällt werden von Anfang des Herbstes bis zu der Zeit unmittelbar ehe der Favonius (Westwind) zu wehen beginnt. Denn im Frühling werden alle Bäume (gleichsam) schwanger und geben alle ihnen eigentümlichen guten Eigenschaften an das Laub und die jährlich wiederkehrenden Früchte ab. Da sie also durch die not- wendigen Verhältnisse jener Zeiten gehaltlos und aufgebläht sind, werden sie taub und durch ihre poröse Beschaffenheit kraftlos [...].
2. Aus demselben Grunde erholen sich die Bäume, wenn in der Herbstzeit nach der Reife der Früchte das Laub welkt, aus der Erde durch die Wurzeln den Saft in sich aufnehmend, wieder und werden zu ihrer alten Festigkeit hergestellt. Anderseits aber zieht sie die Kraft der Winterluft während der oben beschriebenen Zeit zusammen und festigt sie. Wenn man also aus dem Grunde um die oben angegebene Zeit das Bauholz fällt, so wird es rechtzeitig gefällt sein.
3. Man muss es aber so fällen, dass man in die Dicke des Baumes bis mitten in den Kern einschneide und ihn dann stehen lasse, damit der Saft dadurch tropfenweise heraustrockne. Wenn nun so die unnütze Flüssigkeit, die sich im Innern befindet, durch den Splints abfließt, muss nicht der Saft in demselben absterben und die Eigenschaft des Bauholzes verderben. Dann aber, wenn der Baum trocken ist und nicht mehr tropft, dann soll er vollends gefällt werden, und wird so am besten für den Gebrauch sein.
4. Dass dies sich so verhält, kann man auch an den Baumpflanzungen beobachten; denn wenn die Bäume derselben jeder zu seiner Zeit durch Einbohren bis in das Innerste geschnitten werden, lassen sie die überflüssige und schädliche Flüssigkeit, welche sie in sich haben, durch die Bohrlöcher ausfließen, und so trocknend erlangen sie lange Dauer. Die Feuchtigkeit aber, welche keinen Ausweg aus den Bäumen hat, gerät, sich verdichtend, innerhalb in Fäulnis und macht sie hohl und schadhaft. Wenn also die stehenden und grünen Bäume durch das Austrocknen nicht absterben, so werden sie ohne Zweifel, wenn sie zu Bauholz gefällt werden, nachdem sie auf diese Weise behandelt worden sind, bei Gebäuden bis zu hohem Alter großen Nutzen gewähren können.
Vitruv | 10 Bücher über Architektur, 2. Buch, 9. Kapitel | Übers.: Franz Reber | Marix Verlag | 5. Auflage, 2019

Hier eine Grafik, die ich anhand Vitruvs Beschreibung angefertigt habe. So, oder sehr ähnlich, darf man sich die Sache wohl vorstellen.

Wenn Vitruv diese Art des Baumfällens ausführlich erwähnt, dann müssen wir davon ausgehen, dass es dergleichen tatsächlich zu seiner Zeit gab. Freilich, wie oft in der Antike Bauholz genau so dem Wald entnommen wurde, ist - aus meiner Sicht - sehr schwer zu sagen. Vielleicht verfuhr man aufgrund des Aufwands (=Kosten) eher nur bei höherwertigen Bauten dergestalt? 
Denn besteht hier nicht das Risiko, dass diese Bäume relativ leicht umknicken, wenn der Wind einmal etwas kräftiger bläst oder es stark schneit? Und würden sie dann - beim Umfallen - nicht andere (möglicherweise ebenfalls 'angeschlagene') Bäume umreißen bzw. beschädigen? 
Wie lange dauert es außerdem, bis diese Bäume ausreichend ausgeronnen sind? Ein paar Wochen? Oder gar Monate? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Bäume allzu lange in diesem 'angenagten' Zustand herumstehen lassen kann. Nicht nur wegen den oben erwähnten Gefahren durch die Witterung, sondern weil sich - falls der Herbst/Winter wärmerer ausfällt als üblich - Pilze und andere Schädlinge im angeschlagenen Bereich hätten ausbreiten können. 
Und funktionierte diese Methode eigentlich mit allen Bäumen? Oder gab es Unterschiede - beispielsweise zwischen Laub- und Nadelbäumen? 

Fragen über Fragen, die uns der alte Vitruv leider nicht mehr beantworten kann! Dass freilich Bauholz trocken und nicht frisch sein sollte, gilt in den meisten Fällen damals wie auch heute noch. Nur die Methoden haben sich offenbar geändert, denn wir verwenden zu diesem Zweck meist Trocknungskammern. Wobei es mich nicht wundern würde, wenn in irgend einem abgelegenen Winkel der Welt Vitruvs Vorgehensweise in einer ähnlichen Form nach wie vor genutzt wird. 


Mittwoch, 18. Februar 2026

📽️ Videos: Dominique Görlitz wiederholt seine Kritik an Heinrich Kusch und dem Besitzer der 12-Apostel-Zeche -- Althistoriker Egon Flaig über Fake-History -- Das Spandauer Kreuz -- Das Rätsel der Nuraghen-Türme -- usw.


 ABORA 5: Das waghalsigste Experiment der Experimentalarchäologie? - Jahresrückblick (Teil 2) AboraTV | Spieldauer 67 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Dominique Görlitz wiederholt hier seine Kritik am Höhlenforscher Heinrich Kusch und dem Besitzer der 12-Apostel-Zeche klar und deutlich (ab 38:10). Darf man Dominique Görlitz glauben, dann weichen die beiden Herren auch einer öffentlichen Diskussion aus - nachdem bereits sein großzügiges Datierungs-Angebot für die Funde in der 12-Apostel-Zeche ignoriert worden sein soll (ich habe darüber berichtet). Und offen gesagt: Das macht alles zusammen wirklich keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Sehr spaßig allerdings, dass Görlitz CROPfm - wo er das Thema auch ansprach - als "Radio Kropf" bezeichnet 😂.


 Als Schweden den Ostseeraum beherrschte | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream & Info 

 1000 Jahre unter der Erde: Das Spandauer Kreuz | Spieldauer 13 Minuten | RBB | Stream & Info 

 Sardinien - Das Rätsel der Nuraghen-Türme | Spieldauer 89 Minuten | arte | Stream & Info

 Eine Zeitreise ins Mittelalter mitten in Hof | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 

 Vor dem Abriss gerettet: Die Kirchenburg Mönchsondheim | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info 

 Im Visier der Diebe: Goldschatz oder Kunst – Hauptsache der Materialwert stimmt | Spieldauer 10 Minuten | BR | Stream & Info 
"Kunst" - naja, Schrott wäre der passendere Begriff für einige der Beispiele ...


 Drei Studentinnen wollen katholische Priesterin werden: Warum dürfen sie nicht?  | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
Die veranstalten diese Nummer offenbar aus reinem Aktivismus. Weil sie wissen, dass der öffentlich-schlechtliche Dummfunk und weltanschaulich ähnlich gestrickte Medien ihnen eine Bühne bieten (dass diese Medien das höchstwahrscheinlich nur deshalb machen, weil sie das Christentum - und besonders die Katholische Kirche - nicht leiden können, kratzt die drei Studentinnen offenbar nicht). Rauskommen wird dabei natürlich kaum etwas - außer ein kleiner öffentlicher Zirkus. Ob das aber nicht schon Narzissmus ist? Außerdem: Anders als der Zölibat, der in seiner Zwangsform eine sehr späte Erfindung ist (und daher als fragwürdig gilt), ist das Frauenpriestertum in der Katholischen Kirche mehr oder weniger von Anfang an so gut wie inexistent gewesen. 


➽ Kolonialismus und Sklaverei: Das ist glatte Fake-History – Der Althistoriker Egon Flaig im Gespräch | Spieldauer 81 Minuten | Youtube | Stream & Info 


Montag, 16. Februar 2026

🎧 Hörbares: Die Erfindung des Schuhs -- Die antike Großmacht der Hethiter -- Provenienzforschung fürs Mittelalter -- Älteste Holzwerkzeuge der Menschheit entdeckt -- usw.


 Was wäre der Alltag ohne… Die Erfindung des Schuhs | Spieldauer 22 Minuten | ARD | Stream & Info | Direkter Download
Eines der ersten Dinge, die ich im Rahmen meines Living-History-Hobbys gelernt habe: Die Leute dürften in der Antike und im Frühmittelalter ständig mit feuchten Füßen herumgelaufen sein (und später auch noch). Denn egal wie sehr man das Leder einfettet, die Nässe kriecht trotzdem ziemlich schnell ins Schuhinnere, und zwar im Bereich der Nähte. In vielen Situationen war es früher daher wohl angenehmer, wenn man gleich barfuß herumgelaufen ist. Positiver Nebeneffekt: Man hat die Sohlen nicht so schnell verschlissen; was - verglichen mit heutigen Schuhen - ziemlich rasch passieren konnte. Wir sprechen hier von einigen Wochen, bestenfalls von einigen Monaten (bei Schuhen, die täglich getragen wurden). Kein Wunder, dass "Flickschuster" lange Zeit ein weit verbreiteter Beruf war.

 Ägyptens vergessener Rivale: Die antike Großmacht der Hethiter | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Provenienzforschung fürs Mittelalter | Spieldauer 10 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Das Archäologische Landesmuseum in Rostock: Der neueste (erbärmliche) Stand | Spieldauer 6 Minuten | NDR | Stream & Info

 Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Wissen, Macht, Ordnung - „Metternich“, ein Name steht für Zensur | Spieldauer 23 Minuten | ARD | Stream & Info | Direkter Download
Es ist schon bemerkenswert, wenn der öffentlich-schlechtliche Schundfunk völlig ironiebfereit einerseits die Zensur in vergangenen politischen Systemen anprangert, gleichzeitig aber ein massiver Unterstützer gegenwärtiger politischer Zensur ist - die vor allem im Internet unter immer weiter gefassten politischen Kampfbegriffen wie "Hassrede" und "Desinformation" stattfindet. Heuchler.

 Tübinger Forschende Forscher entdecken älteste Holzwerkzeuge der Menschheit | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info
Übrigens, in der Übersichtsdarstellung zu den einzelnen Audiobeiträgen haben die Dummschwätzenden des SWR in ihrem Gender-Übereifer das Nachfolgende geschrieben - siehe Screenshot 🙄. Apropos 'Genderei': Genau dazu kommt in den kommenden Monaten noch ein eigener Beitrag, in dem ich dieses Thema anhand des höchstwahrscheinlichen (und unerlaubten) Gender-Gebots an einer steirischen Privatschule ausführlich betrachten werde (ursprünglich wollte ich nur die Bausünden am historischen Schulgebäude thematisieren, aber dann ist mir der absonderliche Sprachmüll mit Binnensonderzeichen auf der Schulhomepage untergekommen; das hat bei mir einen bösen Verdacht erzeugt, der sich immer mehr bestätigt und dem ich weiterhin nachgehe). Mit dem Direktor war ich bereits kurz in Kontakt; der Herr war auffällig ausweichend und leicht pampig. Nun warte ich auf die angekündigte Stellungnahme des massiv mit Steuergeld bezuschussten Schulträgers. Der nächste Schritt wird dann sein, die steirische Landesregierung (Landeshauptmann und Bildungslandesrat) zu kontaktieren. Hier ist die politische Konstellation zurzeit recht günstig, um Gehör zu finden. Schauen wir mal, was sich ergibt, wenn man ausdauernd genug in diesem pädagogisch-ideologischen Augiasstall herumstochert...


Samstag, 14. Februar 2026

⚕️ Die medizinischen Anwendungsbereiche von Schlafmohn laut einer antiken Überlieferung - und das absurd inkonsistente Suchtmittelgesetz in Österreich

Schlafmohn

Dieser Tage habe ich nach längerer Zeit wieder einmal meine Nase in Reclams Büchlein "Gesundheit aus dem Garten" gesteckt (hier meine Rezension). Dabei kam mir der Abschnitt über die Anwendung von Schlafmohn zur Behandlung körperlicher Beschwerden unter. Das folgende antike Wissen hinsichtlich dieser uralten Kultur- und Heilpflanze wurde uns vom im 3. Jahrhundert lebenden Autor Quintus Gargilius Martialis überliefert.

19. Schlafmohn (Papaver somniferum L.)
Seine Köpfe und Blätter ergeben gekocht mekonion, ein Medikament, das Krankheiten heilt, die mit mäßiger Kälte behandelt werden müssen (Anm.: siehe Humorallehre, Temperamentenlehre). Sein Saft, gemischt mit Rosenöl, lindert Ohrenschmerzen. Gekocht und mit Rosenöl zerkleinert, eignen sich seine Blätter hervorragend zur Anwendung bei Gelenkerkrankungen. Ein Erwärmen mit Wasser, in dem Schlafmohnköpfe gekocht wurden, ist vorteilhaft für diejenigen, die krankheitsbedingt unter Schlaflosigkeit leiden, und für diejenigen, die wegen Tränenträufelns unter Triefäugigkeit leiden. Sein Samen, mit Essig und Honig zerkleinert, ist bei einer Schwellung nicht wenig hilfreich. Die Rinde der Stängel, zerkleinert, pulverisiert und mit Honig vermischt, wird als ein gutes Pflaster auf schmutzige Wunden aufgelegt. (Anm.: In der Antike verstand man unter dem Begriff "Pflaster" nicht dasselbe wie heutzutage)
Es gibt auch wilden Mohn mit einem kleinen Kopf und einem nicht so hohen Stängel, der wundersam die Luftröhre heilt, wenn die Kehle geschwollen ist. Aus diesem Mohn wird ein Medikament hergestellt, das Ärzte nach Chrysippos als dia kodion (»durch Mohn«) bezeichnen.
Gargilius | Gesundheit aus dem Garten, Seite 61-62 | Hrsg.: Kai Brodersen | Reclam, 2022

Die beschriebenen Anwendungen in der antiken Medizin haben bei mir die Frage aufkommen lassen, ob dergleichen in unserem modernen Gängelungsstaat überhaupt noch erlaubt ist.

Laut Internet ist in Deutschland das Anbauen von Schlafmohn bewilligungspflichtig; nicht so in Österreich, sofern man hier die Pflanzen nicht offensichtlich zur Drogengewinnung züchtet. Also kein Anritzen der Kapseln, da in diesem Fall die Herstellung von Heroin das mögliche Endziel ist. Doch wenn es um andere Aspekte der Anwendung geht, wird es wirr: Äußerlich, in Form einer Salbe, geht noch, da hier die Konzentration von Opiumalkaloiden wie Morphin und Codein bzw. deren Aufnahme durch die Haut vergleichsweise gering ist. Brüht man sich jedoch aus Pflanzenbestandteilen einen Tee (z.B. Mohn-Tee bzw. Poppy Seed Tea) - selbst wenn dabei ebenfalls ein rein medizinischer (!) Zweck wie in den Beschreibungen des Gargilius Martialis vorliegt - dann begibt man sich quasi ins Kriminal, da in diesem Fall die genannten Stoffe in größerer Menge extrahiert bzw. anschließend dem Körper zugeführt werden.

Wer nun meint, dem wohne doch eine gewisse Logik inne, der bedenke das Folgende: Laut Suchtmittelgesetz darf man in österreichischen Wäldern fröhlich halluzinogene Fliegenpilze sammeln, um sich diese dann als Sud oder sonst wie reinzupfeifen, bis - im wahrsten Sinn des Wortes - der Arzt kommt. 
Vergleicht man das mit der wesentlich strengeren Reglementierung der traditionellen Heilpflanze Schlafmohn, dann muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass wir es hier mit einem völlig willkürlichen und inkonsistenten Gesetzesmüll zu tun haben. Welcher Wappler denkt sich so etwas aus? Ein Lobbyist der Medikamentenindustrie? 

Aber gut, ein politisches System, das einerseits Alkoholkonsum nicht nur erlaubt, sondern sogar glorifiziert (launig saufende Politiker sind ja medial allgegenwärtig), Cannabis jedoch seit vielen Jahrzehnten verdammt (laut einer US-amerikanischen Kampagne aus den 1930ern ist dieser eine "Neger-Droge" ˆˆ), misst ja offenbar grundsätzlich ungeniert mit zweierlei Maß und kann daher nicht ernst genommen werden. Jede Wette, dass sich folgerichtig manch Heilpflanzenbegeisterter wenig um die entsprechenden Verbote schert und Schlafmohn auch in jenen Formen anwendet, die ihm der Gängelungsstaat vorenthalten möchte. Wo kein Kläger, da kein Richter.

PS: Hiltibold beschränkt sich ausschließlich aufs gelegentliche Trinken von mit Limo aufgemotztem Bier (Radler) 😄🍺.

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Mittwoch, 11. Februar 2026

📽️ Videos: Harald Meller trifft Kristian Kristiansen -- Expeditionen & Ausblick der ABORA-Forschung von Dominique Görlitz -- Die sexualisierte Gewalt in der Kunst -- Das Straßenmuseum in Germersheim -- usw.


 Harald Meller trifft Kristian Kristiansen | Spieldauer 40 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 
Zitat: Der dänische Archäologe Kristian Kristiansen (geboren 1948) zählt zu den wichtigsten Forschern im Feld der europäischen Bronzezeit. Er studierte Prähistorische Archäologie an den Universitäten von Aarhus und Kopenhagen und war Direktor der „Danish Archaeological Heritage Administration“ (Dänische Bodendenkmalpflegebehörde) sowie Professor an der Universität von Göteborg. Auf sein Bestreben hin wurden die European Association of Archaeologists (EAA) und das European Journal auf Archaeology gegründet.
In dem dreiteiligen Interview sprechen Kristian Kristiansen und Harald Meller über seinen Werdegang, die Entwicklung von Archäologie und Naturwissenschaften sowie den Verlauf der europäischen Bronzezeit. 


 ABORA-Forschung, Expeditionen & Ausblick 2026–2028 | Spieldauer 51 Minuten | Nuov iso Files | Stream & Info
Ich halte sehr viel, von Dominique Görlitz, aber bei seinem Englisch, vor allem der Aussprache, rollte es mir immer die Zehennägel auf 😁.


 Die sexualisierte Gewalt in der Kunst: Proserpina und die Anderen | Spieldauer 53 Minuten | arte | Stream & Info 

 Uralte archäologische Funde in der James-Simon-Galerie ausgestellt | Spieldauer 5 Minuten | RBB | Stream & Info

 Pompeji in Köln: Neue archäologische Funde in der Altstadt | Spieldauer 2 Minuten | WDR | Stream & Info

 Eine Million Euro für Römerstadt Nida | Spieldauer 4 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Tour de Kultur: Das Straßenmuseum in Germersheim | Spieldauer 5 Minuten | arte | Stream & Info 

 An impressive section of Jerusalem‘s Hasmonean period city wall was unearthed in the Tower of David | Spieldauer 3 Minuten | Israel Antiquities Authority Official Channel | Stream & Info
Die Hasmonäer sind übrigens - laut Flavius Josephus - als jene jüdische Herrscherfamilie in die Geschichte eingegangen, die den Idumäern und den Ituräern (zwei nahöstliche Völker) nach verlorenen Kriegen eine Zwangsbeschneidung verordnet haben. Sehr sympathisch ...


Montag, 9. Februar 2026

🎧 Hörbares: Die mittelalterliche Welt der Trobadoure -- Kaiser Marc Aurel -- Archäologen suchen Tagungsort des berühmten Konzils von Nicäa -- Das Fass in der römischen Antike -- Giftpfeile aus der Steinzeit entdeckt -- usw.


 „Farai un vers“ – Die mittelalterliche Welt der Trobadoure | Spieldauer 29 Minuten | DF | Stream & Info 
Interessante Sendung - und schöne Musik in der alten okzitanischen Sprache! Doch leider, alles vorbei und weitestgehend vergessen. Ersetzt durch einen kulturellen Einheitsbrei, der gerade in den Nationalstaaten forciert wurde und mittlerweile auch auf supranationaler Ebene immer noch wird; bis man sämtliche Unterschiede eingerissen hat.

 Kaiser Marc Aurel - Der gelassene Eroberer | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Iznik in der Türkei: Archäologen suchen den Ort, wo das Konzil von Nicäa tagte | Spieldauer 9 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 „Praymobil. Mittelalterliche Kunst in Bewegung“ in einer Ausstellung in Aachen | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info Direkter Download

 Südafrika: Giftpfeile aus der Steinzeit entdeckt | Spieldauer 3 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Forschung zur Steinzeit - Was ein Wolf über das Wollnashorn verrät | Spieldauer 3 Minuten | DF | Stream & Info 

 Soziale Gleichheit in der Frühgeschichte – Wie Siedlungen ohne Hierarchie auskamen | Spieldauer 28 Minuten | SWR | Stream & Info 
Die Ur- und Frühgeschichtsforschung ist schon seit Jahrzehnten schwer von der marxistischen Geschichtsforschung beeinflusst. Das nur als kleiner Hinweis am Rande.

 Brunnen, Brandbomben und Sardinen: Das Fass in der römischen Antike | Spieldauer 9 Minuten | SWR | Stream & Info

 Frösche und Frankenstein - Die Geschichte der Galvanotechnik | Spieldauer 19 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download


Samstag, 7. Februar 2026

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 3.25: Römerzentren Bayerns (Ideologie und Tugend-Posing in archäologischen Museen)

Mit der Rezension von diesem bereits im Frühherbst 2025 erschienen Heft aus der Reihe "Bayerische Archäologie" bin ich arg spät dran,... aber was will man machen!? Wie der Titel bereits klar und deutlich verkündet, geht es thematisch um die "RÖMER ZENTREN BAYERNS". Den Bindestrich hat man sich hier geschenkt. Der Verlag Pustet muss wahrscheinlich sparen ...

Exemplarisch werde ich aus der vorliegenden Zeitschrift einige Beiträge herausgreifen, die mir entweder gut gefallen oder die bei mir schlicht Mordlust hervorrufen (es kann sich fallweise auch irgendwo dazwischen bewegen 😉). 
 

Modernes Museumsmarketing: Narzissmus und Ideologie
 
Die Entwicklung und den Aufbau der römischen Stadt Cambodunum (heute Kempten), beschreiben Maike Sieler und Salvatore Ortisi in einem längeren Beitrag (letzterer Herr ist quasi der italienische 'Austauscharchäologe', der als Ersatz für den nach Italien abgewanderten Gabriel Zuchtriegel nach Deutschland geschickt wurde 😄). 
Der Text ist an sich ok, besonders gefallen haben mir die erhellenden Rekonstruktionsgrafiken wie etwa vom Forum der Stadt. Auch die Fotos von echten Rekonstruktionen römischer Bauten, die man heute im Archäologischen Park Cambodunum bestaunen kann, sind sehr schön. 

Leider findet sich ganz am Ende des Beitrages (S. 19) ein Paradebeispiel für wokes Museums-Marketing: Die personell auffällige Zusammensetzung bzw. demographisch atypische Gewichtung im entsprechenden Foto wurde ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht rein zufällig so gewählt wie sie gewählt wurde: Ein blondes Mädchen und ein Mädchen sowie ein Bub von vielleicht nordafrikanischer bzw. sehr 'südländischer' Herkunft werden beim gemeinsamen Besuch des archäologischen Parks gezeigt. Auch die Geschlechterverteilung ist hier eher kein Zufall. Kaum etwas an dieser Bildkomposition dürfte spontan oder authentisch sein - das legt jedenfalls die jahrelange Beobachtung solcher Inszenierungen im weltanschaulich längst nicht mehr sehr diversen geschichtswissenschaftlich-archäologischen Milieu nahe. Wollte man hier also in der üblichen billig-narzisstischen Weise Tugend signalisieren, um Bonuspunkte in der eigenen sozialen Blase zu sammeln? Oder kommt in diesem Bild gar eine Art umgedrehter Rassismus zum Ausdruck, der einen totalen demographischen Wandel herbeisehnt? So oder so, diese Leute, die oft auf Steuerzahlerkosten an allen Ecken und Enden ihre Politik induzieren, sind schlicht unerträglich. 

Anmerkung: Ich verzichte auf das Posten des gegenständlichen Bildes, weil die darauf abgebildeten Kinder in Ruhe gelassen werden sollen. Sie können nichts dafür, dass sie von Erwachsenen quasi instrumentalisiert werden.
 
 
"Aberglaube"
 
In einem interessanten Beitrag über die römische Stadt Sorviodurum (Straubing) wird am Rande ein (keramisches?) Zauberpüppchen erwähnt bzw. gezeigt. Man hat es in der Antike - vermutlich wie eine Voodoo-Puppe - mit Nadeln durchstochen. Im Inneren befindet sich ein kleiner Hohlraum, in den einst magische Stoffe gesteckt wurden (angeblich). 
Interessanterweise wird das alles vom Autor mit dem Begriff "Aberglaube" punziert. Doch wieso eigentlich? Schließlich handelt es sich dabei um einen in unseren Breiten traditionell christlich geprägten Schmähbegriff. Hingegen für die Menschen dazumal war beispielsweise ein solches Püppchen völlig normal und Teil der alltäglichen Glaubenswelt. 
Ich finde es erstaunlich, dass es immer noch Historiker und Archäologen gibt, die das nicht berücksichtigen; so als ob die Aufklärung nie stattgefunden hat und man Funde/Befunde immer noch durch die Brille des Christentums filtern muss.


Lametta und Hut

In der Heftmitte verschwendet man wieder einmal Platz für die "Mitteilungen" der Gesellschaft für Archäologie in Bayern. Lauter Blabla. Darunter befindet sich ein kurzer Bericht über die Verleihung der sogenannten "Christlein-Medaille" (immerhin fehlt der Bindestrich hier nicht 😆). Ich werde nie vollständig begreifen, warum sich Leute darüber freuen, wenn man sie - einem Weihnachtsbaum nicht unähnlich - mit Lametta behängt. Im gegenständlichen Fall handelt es sich beim Preisträger aber zumindest nicht um einen typischen Establishment-Hansel, der für Wohlverhalten belohnt wird, sondern um einen fleißigen Ehrenamtlichen.
Grinsen musste ich freilich, als ich auf einem Foto - das sich neben dem Text über die Preisverleihung befand - ein weiteres Beispiel aus der Kategorie "lustiger Archäologenhut" entdeckte. 😁


Thomas Fischer

Gute gefallen hat mir das abgedruckte Interview mit dem Archäologen und Römer-Forscher Thomas Fischer, den sicher einige Blogleser kennen werden. Von ihm habe ich bereits mehrere Bücher im Rahmen des Blogs besprochen, z.B. "Die Armee der Caesaren". Mittlerweile gibt es eine weitere dicke Publikation von ihm: "Bayern zur Römerzeit." Vielleicht werde ich auch hier wieder zugreifen. 
Fischer, der mittlerweile im Ruhestand ist, hat außerdem einen Science Fiction-Roman geschrieben und ist Donald-Duck-Fan. Ein Mann mit sehr unterschiedlichen Interessen! 


Da sehe ich schwarz ... (schon wieder!)

Wie im Fall des eingangs erwähnten Archäologischen Parks Cambodunum, so ist man wohl auch im kleinen Römermuseum Bedaium (Seebruck) der Meinung gewesen, die Normalisierung der ethnischen Nicht-Norm sei geboten. Denn anders kann die sehr dunkelhäutige Schaufensterpuppe schwerlich erklärt werden, die Teil eines Dioramas ist, welches im Rahmen einer Sonderausstellung über römische Landwirtschaft präsentiert wird. Wer fühlt sich hier nicht an jene berüchtigte BBC-Cartoon-Dokumentation über das römische Britannien erinnert, die vor nicht allzu langer Zeit für Kopfschütteln sorgte?

Jeder ernstzunehmende Archäologe/Historiker weiß ganz genau: Gebiete, die in Subsahara-Afrika bzw. Schwarzafrika liegen, waren nie Teil des Römischen Reichs. Auch hatte Rom nur marginale Berührungspunkte mit dieser Weltgegend. Der Handel war sehr überschaubar (dann vor allem mit Äthiopiern, Nubiern) und große Kriege, die schwarzafrikanische Gefangene in nennenswertem Ausmaß ins Reich transferiert hätten, gab es praktisch nicht. Dementsprechend findet man in alten römischen Bildquellen Schwarzafrikaner (mitunter pauschal als Aethiopes bezeichnet) nur ganz selten. Sie waren, das bezeugt auch die Archäologie, nie ein alltäglicher Anblick. Ganz besonders nicht in einer nördlich gelegenen Provinz, die sich auf dem Gebiet des heutigen Bayern befand! 

Den handelnden Personen im Römermuseum Bedaium ist dergleichen offenbar wurscht. Dementsprechend kommt hier der dringende Verdacht auf, dass sie keine stringent ernstzunehmende Wissensvermittlung betreiben wollen, sondern den Versuch unternehmen, Museumsbesucher mittels einer bewussten ethnisch-historischen Fehlgewichtung zu indoktrinieren. Oder anders formuliert: Man suggeriert, eine absolute Ausnahme sei dazumal die Regel gewesen. Und das ist gegebenenfalls noch viel schlimmer als das ganz oben beschriebene Werbesujet des Archäologischen Parks Cambodunum. Denn darin lässt man die ideologietriefenden Finger zumindest von den historischen Fakten.

Im Übrigen: Solche Dioramen sehen weniger billig und gruselig aus, wenn man die Köpfe und Hände entweder komplett weglässt oder die 'nackten' Körperteile verdeckt (dann auch gerne durchgehend mit dunklem Stoff, da hier niemand mit Verstand annehmen wird, es handle sich um eine ethnische Darstellung). Das erleichtert es den Betrachtern, sich auf das Wesentliche (die Kleidung und Ausrüstung) zu konzentrieren, anstatt sich von den toten Augen der Schaufensterpuppe ablenken zu lassen (was ansonsten fast zwangsläufig der Fall ist). Wie das kostengünstig mit ein paar Damenstrumpfhosen bewerkstelligt werden kann, habe ich bereits in einem Blogbeitrag gezeigt


Fazit

Ein interessantes Heft, das u.a. offenbart, mit welchen intellektuellen und charakterlichen Unzulänglichkeiten man heutzutage im geschichtswissenschaftlichen Betrieb konfrontiert wird. 

Montag, 2. Februar 2026

📽️ Videos: Römer-Modellbau -- Mittelalterfans und ein unleidlicher Doppelmoralist -- Das antike Hellinikon-Rätsel -- usw.


 Römer-Modellbau | Spieldauer 6 Minuten | BR | Stream & Info 

 Die Geheimnisse des Olymps | Spieldauer 53 Minuten | arte | Stream & Info 

 Mittelalterfans: Lustiges Lagerleben bei Minustemperaturen | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info
Apropos Mittelalter-Szene: Kürzlich hatte ich ein Wortgefecht mit dem Ex-Betreiber eines längst verblichenen österreichischen Mittelalterforums. Der Herr mit Klobrillenbärtchen à la "Stromberg" ist seit einigen Jahren im politischen Aktivismus tätig (er selbst würde sich wohl als 'Journalist' bezeichnen, allerdings klebt er dermaßen eng an einer politischen Partei, dass sein fettes Bias selbst aus dem Erdorbit erkennbar sein dürfte). Nachdem ich ihm unter einem seiner Youtube-Videos sehr sachlich auf mehrere Fehler hingewiesen habe, ist er mir in äußerst unsachlicher Art und Weise an den Karren gefahren. Worauf ich mit noch mehr Fakten - plus ein wenig mildem Sarkasmus - reagiert habe. Daraufhin hat er mich sofort auf seinem Kanal blockiert. Was schon eine gewisse Ironie darstellt, wenn man bedenkt, dass dieses Schneeflöckchen mit Safe-Space-Anspruch doch so überaus gerne "cancel culture" und Zensur beklagt. Der Herr ist sozusagen Doppelmoralist und kritikunfähiger 'Kontrollfreak' in Personalunion. Das war er aber, wenn ich so drüber nachdenke, auch schon in jenen Tagen, als er in seinem Online-Forum noch über Mittelaltermärkte, Stockbrot und die Qualität von Met geschrieben hat. Entsprechend war er zum Ende hin in der Szene ungefähr so beliebt wie ein Drogenfahnder in Woodstock. Der eine oder andere Leser wird vielleicht wissen, wen ich meine. 😃

 Mittelalterliche Reproduktionen vom Schmied Andy Vogel | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info

 Warum steht hier eine Pyramide? Das Hellinikon-Rätsel (Dominique Görlitz in Griechenland) | Spieldauer 20 Minuten | 18 | Stream & Info 



Samstag, 31. Januar 2026

🎧 Hörbares: Die "Blutgräfin" Erzsébet Báthory als Vorbild für Dracula -- Geschichtspolitik in Deutschland -- Wie Antonius das Mönchtum erfand -- Vize-Admiral Horatio Nelson -- Röstverbot und Kaffee-Spitzel -- usw.


 Die "Blutgräfin" Erzsébet Báthory: Serienmörderin und Vorbild für Dracula? | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download
In diesem Beitrag werden einige wichtige Kontextinformationen weggelassen, offensichtlich um Zweifel an ihrer Schuld beim Höher zu induzieren. Wer will, findet hingegen schnell jede Menge erhellende Details zu diesem Fall im Netz.

 Friedrich Pohlmann: Geschichtspolitik in Deutschland. Vom „Historikerstreit“ bis zur Gegenwart | Spieldauer 55 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

 Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Die Welt vor 500 Jahren: So war das Jahr 1525 | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Lässt die USA an Kanadas Grenze scheitern: Sir George Prevost | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Held in Alkohol: Vize-Admiral Horatio Nelson | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download

 Röstverbot und Kaffee-Spitzel: Preußens Prohibitionszeit | Spieldauer 15 Minuten | WDR  | Direkter Download

 Einzug der Schweizergarde: Vom Söldnertrupp zur Vatikan-Legende | Spieldauer 14 Minuten | WDR | Direkter Download

 Rationale Argumente für die Existenz Gottes? | Spieldauer 34 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download