Sonntag, 21. Juli 2019

Krimskrams: Unverschämte Ticket-Preise für Hastings-Reenactment -- Rufschädigend -- Amazon kann kein Deutsch



Unverschämte Ticket-Preise für Hastings-Reenactment

Kürzlich habe ich mich mit einem in Schottland lebenden Kollegen unterhalten. Dabei kamen wir auf das große Hastings- bzw. 1066-Reenactment in Südengland zu sprechen, das auch diesen Oktober wieder stattfindet. Er meinte, das tue er sich als Besucher keinesfalls mehr an, denn die Preisgestaltung sei "eine Unverschämtheit" und die Veranstalter hätten "einen an der Murmel". Ich habe nicht weiter nachgefragt, wurde aber im Nachhinein doch neugierig und informierte mich auf der Homepage des English Heritage. Und siehe da, mein Kollege hatte nicht ganz unrecht.

£19.80 - rund 22 Euro - für ein Erwachsenen-Ticket
£11.90 - rund 13 Euro - für ein Kinder-Ticket
£51.50 - rund 46 Euro - für ein Familien-Ticket

Verglichen damit war sogar das große Völkerschlacht-Reenactment in Leipzig 'günstig', für das nach meinen Informationen 15 Euro (Erwachsene) als Eintrittspreis fällig wurden - wobei das natürlich auch schon sechs Jahre zurückliegt.

Solchen Schlachten-Reenactments stehe ich ja zunehmend ablehnend gegenüber. Nicht aus ethischen Gründen - dann müsste man ja z.B. auch Kriegsfilme oder Ballerspiele verbannen - sondern aus qualitativen: Das Herumgehampel und zaghafte Piksen von - aus historischer Sicht - viel zu wenigen Teilnehmern sieht meiner bescheidenen Meinung nach nicht nur unrealistisch aus, sondern bewegt sich insgesamt auf B-Movie-Niveau und ist regelrecht zum Fremdschämen. Einzig das Lagerleben gibt einen schönen Eindruck hinsichtlich der geschichtlichen Realität, aber dafür Preise wie die oben genannten bezahlen? Na, ich weiß nicht...
Es ist wohl günstiger, gleich als Darsteller in Hastings anzutanzen. Oder müssen auch die womöglich mittlerweile einen Obolus entrichten?

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Rufschädigende Wikipedia

Seit Jahren kritisiere ich die Klapsmühle Wikipedia für die dort anzutreffende schludrige Arbeitsweise, die einer seriösen Enzyklopädie ebenso unwürdig ist wie das bewusste Anonymisieren von Autoren, da dies verborgenem Lobbyismus/Aktivismus Tür und Tor öffnet (siehe etwa dieses aktuelle Beispiel, auf das mich eine Leserin aufmerksam machte).
Und nun muss ich plötzlich mit einem gewissen Unmut feststellen, dass man ausgerechnet mein Blog bei Wikipedia als Quelle verlinkt hat. Das ist ja schon fast rufschädigend 😉.

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Amazon kann kein Deutsch

Dass der Multimilliarden-Konzern Amazon gröbere Probleme mit der deutschen Sprache hat, habe ich im Rahmen des Blogs ja erst kürzlich erwähnt. Hier nun ein weiteres Beispiel dafür.



Es kommt aber noch besser: Dieser Hinweis, dass es sich um einen verifizierten bzw. um einen bei Amazon getätigten kauf Kauf handelt, wurde bei mehreren meiner Rezensionen 'vergessen', obwohl ich die betroffenen Bücher ohne jeden Zweifel direkt bei Amazon erworben habe. Nicht einmal das bekommen diese Genies auf die Reihe. Andererseits, wenn man wie Jeff Bezos der größte Geldsack auf Erden sein möchte, dann muss man eben an allen Ecken und Enden knausern. Das Personal bietet sich hier wohl besonders an. 
Die Sache erinnert mich an Microsoft. Als ich vor Jahren relativ häufig Microsoft-Anwendungen und -Betriebssysteme telefonisch aktivieren lassen musste, wurde ich immer zu einem Callcenter irgendwo im Ausland verbunden - ich glaube es war die Türkei. Die Mitarbeiter dort sprachen zum Teil mit richtig schwerem Akzent, sodass man sie nicht immer leicht verstand und ich oft nachfragen musste, was Zeit und Nerven kostete. Aber Hauptsache auch Microsoft hat ein paar Kröten gespart.

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog: 


Freitag, 19. Juli 2019

📽️ Videos: Wilhelm der Eroberer -- Rekonstruiertes Römerschiff getauft -- Haithabu-Danewerk -- Zwei Legionärshelme aus dem Römerlager von Haltern -- usw.


Da sich das Blog bald in eine längere Sommerpause verabschiedet, gibt es hier vorher noch eine besonders große Ladung an einschlägigen Videos.

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 Wilhelm der Eroberer und die Schlacht von Hastings im Jahr 1066 | Spieldauer 111 Minuten | Arte | Stream & Info
Für diese Doku wurde offensichtlich großzügig auf Filmmaterial vom 1066-Reenactment in Hastings zurückgegriffen - etliche Gesichter kennt man seit Jahren. Immerhin von der Optik her ist das deutlich besser, als auf osteuropäische Billigdarsteller und absurde Theaterkostüme zu setzen - wie z.B. in den Dokus des Herrn Knopp (Stichwort "Die Deutschen").

 Rekonstruiertes Römerschiff getauft | Spieldauer 2 Minuten | SWR/Youtube | Stream & Info
Zitat: "... weil die klimatischen Verhältnissen der römischen Kaiserzeit etwa den heutigen entsprechen."  Hmm, was dieses Faktum wohl implizieren könnte ...

 Ein Jahr UNESCO-Welterbe Haithabu-Danewerk | Spieldauer 4 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

 Archäologen legen Siedlungen in Bad Doberan frei | Spieldauer 3 Minuten | NDR/ARD  | Stream & Info

 Einzigartige Technik & Kunst der Feuervergoldung: Goldschmied Dirk Meyer | Spieldauer 10 Minuten | BR/Youtube | Stream & Info

➽ Archäologen rekonstruieren römischen Garten | Spieldauer 10 Minuten | BR/Youtube | Stream & Info

 Hamburgs Geheimnisse: Der Bischofsturm | 3 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

 Der Kölner Historienmaler Siegfried Glos | 3 Minuten | WDR/ARD | Stream & Info
Zitat: "Er will so genau sein wie möglich, historisch korrekt." So mag ich es, so soll es sein! 😊

Außergewähnlicher Fund: Zwei Legionärshelme aus dem Römerlager von Haltern | 7 Minuten | LWL/Youtube | Stream & Info




 Archäologischer Fund: Keltische Stadt am Staffelberg | Spieldauer 6 Minuten | BR/Youtube | Stream & Info




 Crossdraft kiln | Spieldauer 10 Minuten | Primitive Technology/Youtube | Stream & Info



Strohdachdecken: Die Letzten ihres Standes | Spieldauer 10 Minuten | BR/Youtube | Stream & Info
Bei der von mir so hoch geschätzten Mittelalterbaustelle Campus Galli erweckt man bekanntlich den Eindruck, Dächer mit Stroh zu decken beherrsche heutzutage niemand mehr... 😉


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Donnerstag, 18. Juli 2019

📖 Buch: Der blutige Thron: Anno 486

Unterhaltsame Geschichte, mangelhafte historische Recherche

Mein schreibt das Jahr 483, als ein junger Mann, der später Einar von Skane genannt wird, halb tot an das Ufer des Rheins gespült wird. Mönche finden ihn und sorgen für seien Genesung. Doch Einar hat sein Gedächtnis verloren. Weder weiß er seinen richtigen Namen, noch woher genau er stammt. Immerhin verrät seine Sprache, dass er irgendwo im Norden bzw. Skandinavien geboren wurde. Sein großes Geschick mit dem Schwert deutet wiederum auf eine entsprechende Krieger-Ausbildung hin. Und er ist Heide, der sich, trotz großer Bemühungen seiner Retter, keineswegs zum Christentum bekehren lassen möchte. Schließlich verlässt Einar die Mönche und tritt in den Dienst des gerade erst an die Macht gekommenen Frankenkönigs Chlodwig, der es sich in den Kopf gesetzt hat, auf Kosten seiner Nachbarn ein Großreich zu schaffen. Drei Jahre später ist Einar Teil jenes Heeres, das sich aufmacht, das letzte als "römisch" geltende Gebiet Galliens zu erobern.

Gleich vorweg: Das von Peter Bunt geschriebene Buch hat mich durchaus unterhalten. Ich habe mir deshalb auch schon die Fortsetzung gekauft. Gerne hätte ich daher zumindest vier Sterne vergeben, aber das ließe sich vor allem nicht mit dem Umstand vereinbaren, dass bei der historischen Rahmenhandlung durchgehend kleinere Mängel zu finden sind, die in Summe leider zu einem Punkteabzug führen mussten. Ich möchte das mit ein paar Beispielen untermauern.
  • Der Autor meint offenbar, im römischen Gallien des Syagrius wäre der kurze Gladius noch das Standartschwert gewesen. In Wirklichkeit war dieser aber schon rund 200 (!) Jahre zuvor in der römischen Armee von der langen Spatha abgelöst worden. Überhaupt entspricht Peter Bunts Darstellung der 'römischen' Streitkräfte in Gallien eher der frühen und hohen Kaiserzeit, aber nicht der Realität des späten 5. Jahrhunderts.
  • Der Autor lässt den Protagonisten die Zeitrechnung nach Christi Geburt verwenden. Etwas, das in der Zeit um das Jahr 500 noch völlig unüblich war.
  • Die Haare standen mir regelrecht zu Berge, als von einem "metallbeschlagenen ledernen Wams" die Rede war, wie es angeblich früher römische Legionäre trugen. Hierbei handelt es sich leider um ziemlichen Unsinn. Ist hier vielleicht eine 'lorica squamata' - also ein Schuppenpanzer - gemeint? Dann stellt sich allerdings die Frage, warum dieser nicht gleich bei seinem richtigen Namen genannt wurde. Schließlich war der Schuppenpanzer auch im 5. Jahrhundert neben dem Ketten- und dem Lamellenpanzer immer noch in Gebrauch.
  • Der Autor lässt jemanden etwas mit dem "Schuhabsatz" in den Sand zeichnen. Was freilich in der Realität daran gescheitert wäre, dass Schuhabsätze erst viele Jahrhunderte später in Mode kamen. Im 5. Jahrhundert hingegen bestanden die Sohlen lediglich aus einem flachen Stück Leder.
  • usw.  

All das sind eher unnötige Fehler, die relativ leicht hätten vermieden werden können. Der nicht einschlägig vorgebildete Leser sei deshalb gewarnt: Ein großer Detailreichtum in einem Historischen Roman mag zwar Authentizität suggerieren, ohne diesem Anschein aber in der Realität immer gerecht zu werden. Weniger wäre deshalb oft mehr, sofern man als Autor nicht bereit ist, das Quellenstudium ausreichend intensiv zu betreiben. Dabei gäbe es keinen Mangel an nützlicher Literatur - siehe z.B. die beiden aufwendig illustrierten Bücher "Das fränkische Heer der Merowingerzeit", welche im Zeughaus Verlag erschienen sind (auf den bereits vor einer halben Ewigkeit angekündigten dritten Teil wage ich allerdings nicht mehr zu hoffen).

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Peter Bunt dürfte sich beim Schreiben einige Inspiration von seinem Kollegen Bernard Cornwell geholt haben (dessen Bücher ich sozusagen in- und auswendig kenne). Darauf deuten nicht zuletzt Formulierungen wie "Ziegenschiss" und der auf den christlichen Gott gemünzte Spottbegriff "der angenagelte Jesus" sehr stark hin. Auch Bunts angenehm zügiges Erzähltempo erinnert an Cornwell, allerdings übertreibt er es damit für meinen Geschmack stellenweise, sodass einige Figuren zu flach und einige Szenen unvollständig wirken. In der Fortsetzung bzw. dem zweiten Teil der Reihe ist das spürbar besser.


Dienstag, 16. Juli 2019

🎧 Hörbares: Kaiserin Agrippina -- Trinkfreudige Kelten -- Archäologen entdecken im Irak alten Palast -- usw.


 Kaiserin Agrippina - Mutter, Monster, Mörderin?| Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Augustus - Friedenskaiser und Gewaltherrscher | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Prof. Eckart Köhne und Cornelia Ewigleben - Archäolgen und Museumsdirektoren | Spieldauer 35 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologische Ausgrabungen auf dem dem Woodstock-Acker | Spieldauer 3 Minuten | RBB | Stream & Info
Hoffentlich wird diese weitestgehend sinnfreie Ausgrabung einer durch Film, Fotografie und unzähligen Augenzeugenberichten bestens dokumentierten Anlage privat finanziert. In den USA ist das immerhin wahrscheinlicher als bei vergleichbaren Projekten in Europa. 

 Bislang älteste Funde in Keltenstadt entdeckt | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info Direkter Download

 Trinkfreudige Kelten - Wie sie Wein und Bier genossen | Spieldauer 6 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologen entdecken im Irak alten Palast | Spieldauer 6 Minuten | RBB | Stream & Info | Direkter Download

 Simplizius Simplizissimus - Das Werk des Grimmelshausen | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

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Sonntag, 14. Juli 2019

📖 Buch: Bildung, Schule und Universität im Mittelalter

In "Bildung, Schule und Universität im Mittelalter" gibt der Mediävist Robert Gramsch-Stehfest einen umfassenden Überblick hinsichtlich des Bildungsystems im mittelalterlichen Europa.
Die Ausführungen beginnen jedoch schon mit der Antike, da auf deren Fundamenten das Mittelalter gerade im Bildungsbereich ruhte. Chronologisch arbeitet sich der Autor dann über das Frühmittelalter und Hochmittelalter bis ins Spätmittelalter und die beginnende Renaissance vor. Wobei der Schwerpunkt eher beim Hoch- und Spätmittelalter liegt, da in Sachen Bildung hier die bedeutendsten Entwicklungen stattfanden - wie etwa das Entstehen von Domschulen und besonders die Gründung der ersten Universitäten. Gerade ihr Einfluss auf die Geschichte ist kaum zu überschätzen, denn sie waren die Grundlage für eine europäische Wissensgesellschaft, die sämtliche anderen Kulturräume innerhalb relativ kurzer Zeit weit überflügelte.
Wie der Leser feststellt, verbesserten sich Bildung und Gelehrsamkeit im Verlauf des rund 1000-jährigen Mittelalters nicht in jedem Bereich; so nahm der Aberglaube nicht etwa ab, sondern mitunter sogar zu: z.B. war im Frühmittelalter der biblische Teufel noch als relativ machtlos angesehen worden; Hexen wiederum galten als bloße Spukbilder, die nicht reell sind. Beides änderte sich im Hochmittelalter und führte zur Inquisition im Spätmittelalter sowie den berüchtigten Hexenverfolgungen bis weit in die frühe Neuzeit hinein. Auch nahm die insgesamt ohnehin nicht übermäßig starke Bedeutung von gelehrten Frauen wie Hildegard von Bingen oder Heloisa ab dem 12. Jahrhundert weiter ab, als Klöster ihre herausragende Stellung als zentrale Orte der Bildung an die neu entstandenen Universitäten verloren, in denen Frauen normalerweise nicht studieren durften.
An Beispielen wie diesen wird gut ersichtlich, wie ungemein aspektreich die behandelte Thematik ist.

Der Buchinhalt ist sehr übersichtlich gegliedert; die Texte sind in der Regel allgemein verständlich formuliert, ungewöhnliche Fremdwörter werden meist erläutert bzw. übersetzt.
Immer wieder wurden mittelalterliche Originalquellen ausgiebig zitiert; für den Leser ist diese Praxis meiner Ansicht nach nicht immer im gleichen Maß gewinnbringend. In der Regel lassen sich allzu langatmige Zitate aber problemlos überspringen.
Am Ende eines jeden Kapitels finden sich Lektüreempfehlungen sowie Fragestellungen und Anregungen (interessant für Studenten und Dozenten). Das Buch verfügt außerdem über drei getrennte Register für Orte, Sachen und Personen.

Ernsthaft zu kritisieren habe ich eigentlich nichts, außer vielleicht den Kaufpreis von rund 25 Euro. Dafür hätte man dieser Publikation ruhig ein robustes Hardcover spendieren können.

Ranbemerkung: An einigen Stellen im Buch musste ich schmunzeln und dachte mir, wehe das lesen die 'falschen' Leute. Etwa wenn es heißt, die Kuppel der Aachener Pfalzkapelle wirkt in architektonischer Hinsicht "wie aus der Zeit gefallen". Diese Erkenntnis dürfte ein Heribert Illig sehr zu schätzen wissen 😄.  Wiederum einen Erich von Däniken könnte das angebliche Auftreten von "Wettermachern" interessieren, die, aus dem mythischen Land "Magonia" kommend, mit ihren "fliegenden Schiffen" bzw. fliegende Untertassen am mittelalterlichen Himmel erschienen sein sollen 😉
Immerhin, man sieht an solchen Beispielen, dass selbst die mittelalterliche Geschichte von Schule und Bildung überraschende Einblicke bietet und für gute Unterhaltung sorgen kann! Aber auch ansonsten handelt es sich hier um ein lehrreiches und interessantes Buch.

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Weiterführende Informationen:

Freitag, 12. Juli 2019

📽️ Videos: Hobby-Archäologe findet einzigartige Goldmünze -- Campus Galli -- Ehrenhafter Schatzsucher -- Trainingscamp für Gladiatoren -- usw.



 Hobby-Archäologe findet einzigartige antike Goldmünze | Spieldauer 3 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

➽ Ehrenhafter Schatzsucher | Spieldauer 3 Minuten | BR/ARD | Stream & Info
Ein in dem Video getätigter vager Kommentar lässt mich vermuten, dass man auch in Bayern gerne ein Schatzregal einführen möchte, bei dem Finder und Grundstückseigentümer mit einem Almosen abgespeist werden sollen, anstatt sie dem echten Marktwert eines Fundes entsprechend zu entschädigen ...

 Trainingscamp für Gladiatoren  | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Sieht recht unterhaltsam aus! Könnte mir vorstellen, so etwas auch einmal mitzumachen.

Sonja Fecht - Interview mit Gästeführerin des Campus Galli | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info
Keine Steingebäude nach sieben Jahren Projektlaufzeit, weil man angeblich immer noch den verwendeten mittelalterlichen Mörtel austesten muss... Warum nur, fragt man sich, ging es aber beim Konkurrenz-Projekt Guédelon deutlich schneller? Ganz davon abgesehen, dass schon vor Jahren das Fundament der kleinen Holzkirche des Campus Galli ein Stein-Mörtel-Fundament spendiert bekam. Aber aus unerfindlichen Gründen scheint das für den Test nicht so recht zu zählen, sondern ausschließlich die jüngst errichtete Friedhofsmauer. Wieso das alles so ist, erfährt der geneigte Seher nicht. Informationspolitik à la Campus Galli eben. Und dann wundern diese Damen und Herren sich, wenn man ihre Ehrlichkeit und wissenschaftliche Redlichkeit in Frage zieht. Wobei hier die Schuld nicht primär beim Personal wie dieser Gästeführerin liegt, sondern beim Geschäftsführer und seinen politischen 'Vorgesetzten'. Der Fisch stinkt bekanntlich immer zuerst vom Kopf her.

 Archäologie: Suche nach abgestürtzten US-Bomber-Piloten | Spieldauer 3 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info
Die gezeigten (!) Archäologen wollen quasi anonym bleiben; eine Begründung dafür bleibt aus (ich kann mir auch keine vorstellen). Sachen gibts ...

 Keltisches Kindergrab am Staffelberg entdeckt | Spieldauer 4 Minuten | BR/ARD | Stream & Info

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Mittwoch, 10. Juli 2019

🎧 Hörbares: Haithabu und die Wikinger -- Die Kreuzzüge -- Kunstzerstörung im Namen Gottes -- usw.



 Haithabu - Zuhause bei den Wikingern | Spieldauer 29 Minuten | NDR | Stream & Info | Direkter Download

 Buch über antike Denkerinnen - Philosophie ganz ohne Bart | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 "Bilderstürmer" - Kunstzerstörung im Namen Gottes? | Spieldauer 28 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

➽ Die Geschichte der "Natur": Göttlich, wissenschaftlich, moralisch? | Spieldauer 11 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 18.06.1264: Das irische Parlament tritt erstmals zusammen | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Der Landshuter Martinsturm: Fingerzeig Gottes - 1000 Jahre bayerische Geschichte | Spieldauer 43 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Kreuzzüge - Die Eroberung Jerusalems | Spieldauer 38 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

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Mehr Hörbares


Sonntag, 7. Juli 2019

📖 Hiltibolds aktuelle Leseliste: Der blutige Thron -- Die Merowinger -- Georgica



 Der blutige Thron: Anno 486 | Peter Bunt | Independently published | 2018 | 342 Seiten | Preis: 11,99 Euro | Infos bei Amazon
Diesen historischen Roman, der im Reich der fränkischen Merowinger bzw. am Übergang von der Antike zum Mittelalter spielt, hat mir ein Leser als Alternative zu der zunehmend lahmer werdenden Uhtred-Reihe von Bernard Cornwell empfohlen (der gute Mann weiß leider nicht, wann Zeit ist aufzuhören). Da außerdem die Bewertungen bei Amazon zahlreich und sehr gut sind, habe ich mir das Buch bestellt. Ob zurecht, finde ich gerade heraus; das erste Kapitel ist jedenfalls nicht übel (obschon die beschriebenen historischen Details nicht in jedem Fall meine Zustimmung finden).
Es gibt übrigens bereits einen zweiten Teil (und ein dritter ist in Arbeit) - wobei der linke Spangenhelm auf dem Cover vielen Frühmittelalter- und Wikinger-Reenactors bekannt vorkommen dürfte (hier das Originalbild) 😊. Ich hatte dieses 'Standardmodell' vor Jahren kurzzeitig in meinem Besitz, es dann aber wieder an den Händler zurückgeschickt, da es mir zu klobig und selbst für eine Verwendung als bloße Deko zu wenig authentisch war (außerdem wackelten mehrere Nieten). Mittlerweile gibt es deutlich bessere Helme von der Stange, aber damals sind etliche einschlägige Darsteller mit diesem kostengünstigen Eimer auf dem Kopf herumgelaufen. Siehe z.B. das Hastings-Reenactment 2006 (schaut mir nach FFC aus).

 Die Merowinger (3. Auflage) | Patrick J. Geary | C.H. Beck | 2007 | 252 Seiten | Preis: 12,95 Euro | Infos bei Amazon
Zufällig zum Roman der "Der Blutige Thron" passt dieses Buch sehr gut, weil es sich hierbei um ein insgesamt gelungenes Einführungswerk zu den fränkischen Merowingern und ihrer Zeit handelt (bin mit ca. der Hälfte durch). Wobei es aber nicht an das vergleichbare Buch "Die Welt der Karolinger" von Pierre Riché heranreicht, das zurecht seit vielen Jahren auf kaum einer Literaturliste für Geschichtsstudenten fehlt.

Georgica | Vergil / Otto Schönberger (Übers.) | Reclam | 2018 | 224 Seiten | Preis: 6,80 Euro | Infos bei Amazon
Ich bin eigentlich kein Fan von Vergil. Seine Texte sind mir einfach zu schwülstig und die im Handel erhältlichen Übersetzungen - vor allem die älteren - machen es in der Regel nur noch schlimmer. Die vorliegende Ausgabe der "Georgica" ist in sprachlicher Hinsicht für meinen Geschmack jedoch noch halbwegs erträglich. Vor allem aber ist dieses Werk, das in Hesiods Tradition eines Lehrgedichts steht, als Quelle für die antike Landwirtschaft recht interessant. Sprachlich und inhaltlich um eine große Ecke besser ist freilich Catos schnörkellose Schrift "De Agricultura", ebenfalls bei Reclam in einer guten Übersetzung erhältlich.

Ausführlichere Rezensionen zu den obigen Büchern folgen hier in den kommenden Wochen.

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Samstag, 6. Juli 2019

Krimskrams: Öffentlich-rechtlicher Dummfunk -- Ich bin kein Journalist -- Von Amazon 'beschenkt'

Öffentlich-rechtlicher Dummfunk

Ein Leser berichtete mir, dass man im ZDF behauptet hat, die Aurelianische (Stadt-)Mauer Roms sei vom Philosophenkaiser Marcus Aurelius errichtet worden. Uiuiui, wie außerordentlich peinlich, denn in Wirklichkeit war es Aurelian - einer von Marcus Aurelius' Nachfolgern - der rund 100 Jahre später den Bau initiierte.

Das erinnert mich an eine andere ZDF- oder ARD-Sendung, in der vom Moderator (Hape Kerkeling) erklärt worden ist, Konstantin der Große habe das Christentum zur "Staatsreligion" im Römischen Reich gemacht, obwohl dafür doch Theodosius I. viele Jahrzehnte später verantwortlich war. 

Zigtausende gut bezahlte Mitarbeiter arbeiten für den staatsnahen Rundfunk, aber trotzdem ist man dort nicht fähig, selbst einfache bzw. leicht recherchierbare Sachverhalte korrekt wiederzugeben. Negativbeispiele wie die beiden obigen ließen sich noch etliche nennen - und zwar aus allen möglichen Fachgebieten. So musste z.B. der als 'Universalgelehrter' in der Tradition von Leonardo da Vinci stehende Harald Lesch auf Youtube nach heftiger Kritik ein Video über Thorium-Reaktoren zurückziehen, weil dieses eklatante Fehler enthielt.
Geradezu lachhaft ist es deshalb, wenn der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, neuerdings ein europäisches Gütesiegel für Qualitätsjournalismus fordert. So als ob gerade seine schludrig arbeitende öffentlich-lächerliche Truppe einen Anspruch darauf hätte.

Immerhin alljährlich zur Weihnachtszeit laufen die öffentlich-rechtlichen Erklärbären zur Höchstform auf. Dann wird nämlich gleich in mehreren Radio- und Fernsehsendungen besonders den christlichen Gebührenzahlern aufs Brot geschmiert, dass eines der Fundamente ihres Glaubens - nämlich die Geburtsgeschichte von Jesus Christus - ungefähr so wahr sei wie das Lichtsäbel-Duell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter".
Eine Kritik, die übrigens durchaus zutreffend sein mag, doch warum wird denn zur Abwechslung nicht einmal die Faktizität von anderen Religionen - die auch 'zu Deutschland gehören' - während einer religiösen 'Primetime' kräftig in Zweifel gezogen? Wie kann man einerseits eine jungfräuliche Geburt bemängeln, andererseits aber z.B. 72 Jungfrauen im Paradies für nicht hinterfragenswert im Sinne des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages halten? Hier wird doch nicht etwa mit zweierlei Maß gemessen?

Update: Eine ehemalige freie Mitarbeiterin des NDR hat mich zwischenzeitlich kontaktiert und mir erklärt, dass das alles in Wirklichkeit noch viel schlimmer sei. Für ihre sorgfältige Recherche, die eben Zeit benötigt, habe sie Feedback bekommen wie: "Das ist hier kein Bummelzug" und "Fehler fallen sowieso kaum jemandem auf, nach ein paar Tagen ist außerdem alles schon wieder vergessen". Nach drei Jahren wurde ihr diese qualitätsfeindliche Haltung zu blöd und sie hat sich beruflich umorientiert.

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Ich bin kein Journalist

Jemand hat auf Facebook gemeint, mein Interview mit dem Landesarchäologen Harald Meller wäre nicht ganz objektiv gewesen. Was konkret mit Objektivität gemeint ist, konnte dieser Mensch allerdings nicht erklären. Vermutlich hat er aber Objektivität 1:1 mit Unparteilichkeit gleichgesetzt. Letzteres kann er mit Fug und Recht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlangen; ebenfalls von all den vielen anderen Berufsjournalisten, die Unparteilichkeit ('Objektivität') gerne für sich in Anspruch nehmen (ohne dem je gerecht zu werden, denn bereits bei der Themenauswahl bzw. Themengewichtung geht die Unparteilichkeit flöten).

Ich, ein privater und finanziell unabhängiger Blogger, muss im Gegensatz dazu nicht unparteilich sein. Schon gar nicht habe ich es nötig, Unparteilichkeit zu heucheln. Vielmehr kann ich hier - im Rahmen des rechtlich Möglichen - schreiben, wozu immer ich Lust habe. Gerade darin liegt ein großer und positiver Unterschied zum durchschnittlichen Berufsjournalisten. Der muss sich nämlich an Redaktionsrichtlinien halten; nicht nur an die in seinem Arbeitsvertrag festgeschriebenen, sondern auch an die unausgesprochenen. Vor allem aber muss er zu oft auf die Befindlichkeiten von wichtigen Anzeigenkunden aus Privatwirtschaft sowie Politik Rücksicht nehmen - und das heutzutage mehr denn je, nachdem den meisten Medien die zahlenden Abonnenten in Scharen davonlaufen.

Die Masse der Journalisten ist deshalb aus den genannten Gründen weder unparteilich noch unabhängig. Ich bin zumindest Letzteres.

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Von Amazon 'beschenkt'

Gelegentlich kaufe ich noch bei Amazon ein. Und gelegentlich schicke ich auch bestellte Produkte aufgrund von Mängeln zurück. Nun ist es mir in den vergangenen 12 Monaten schon dreimal passiert, dass Amazon schrieb, ich müsse die beanstandete Ware nicht retournieren, würde den Kaufpreis aber trotzdem zurückbekommen.

Interessant, offenbar will man sich so die Portokosten für Produkte sparen, die ohnehin keinen hohen Wert besitzen. Das erste Mal handelte es sich nämlich um eine Dose mit bereits eingetrocknetem PU-Schaum für 5 Euro, das zweite Mal um eine mir etwas zu langsame SD-Karte für 9 Euro und das dritte Mal um eine Kappe für 14 Euro, deren Farbe und Qualität nicht dem Produktbild entsprach. In zwei der drei Fälle war die 'geschenkte' Ware für mich also durchaus noch verwendbar. Außerdem habe ich mir den lästigen Weg zum Postamt erspart.

Wer sich nun aber einbildet, hier böte sich eine hübsche Gelegenheit, den knuddeligen Gemischtwarenladen von Jeff Bezos gezielt zu übervorteilen, der sei gewarnt: Bei einer zu hohen* Rücksendequote sperrt man Kundenkonten - mitunter ohne Vorwarnung - auf Lebenszeit. Und was 'zu hoch' konkret bedeutet, bleibt bisher das Geheimnis von Amazon. Die Berichte von betroffenen Kunden variieren stark. 

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Weitere interessante Themen: 


Donnerstag, 4. Juli 2019

📽️ Videos: Freilichtlabor Lauresham -- Campus Galli -- Burg Guédelon -- usw.



Das karolingische Freilichtlabor Lauresham | Spieldauer 4 Minuten | SHR/ARD | Stream & Info
Da bekommt der Zuseher wenigstens etwas für sein Geld geboten, im Gegensatz zum ... (siehe unten)

 Campus Galli - eine karolingische Klosterstadt | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info

 Guédelon II. Die Burg-Baustelle | Spieldauer 90 Minuten | ARTE | Stream & Info
Das Original steht im krassen Gegensatz zur dysfunktionalen Kopie in Meßkirch. Wobei man in dieser Doku auch dort kurz vorbeischaut (ab Minute 44).

 High Tech Römer | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Die beiden Deppenleerzeichen im Titel haben die gut bezahlten Qualitätsrundfunker des SWR zu verantworten. 

 Welt der Mittelalter-Märkte | Spieldauer 5 Minuten | SR/ARD | Stream & Info
Zitat: "Alles soll möglichst authentisch sein." 😄

 Sword "Breaker" or Sword "Catcher"? | Spieldauer 7 Minuten | Tod's Workshop/Youtube | Stream & Info
Nicht nur der angedachte praktische Einsatz dieser komplexen Klinge ist interessant, sondern auch die beschriebenen Herstellungsmöglichkeiten.

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