Donnerstag, 19. September 2019

📽️ Videos: Germanischer Bohlenweg -- "Das Klima war nie stabil" -- Der Münzschatz von Göttingen -- usw.



 Germanischer Bohlenweg: Das Fenster in die Vergangenheit | Spieldauer 4 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

 Der Münzschatz von Göttingen | Spieldauer 4 Minuten | NDR | Stream & Info

 Antike Münzen: Spektakulärer Trickdiebstahl in Frankfurt | Spieldauer 1 Minuten | BR | Stream & Info

 Einhornhöhle: Steinzeitliche Ausgrabungsstätte öffnet die Tore | Spieldauer 3 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info

 "Das Klima war nie stabil" - Zeittakt von Eiszeiten - Was steht uns bevor? | Spieldauer 49 Minuten | Universität Konstanz/Youtube | Stream & Info
Kein Video über die Menschheitsgeschichte, sondern einmal eines über die Klimageschichte: Der kurzweilige, unaufgeregte und sachliche Vortrag von Prof. Jörn Thiede (Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) ist diesbezüglich sehr erhellend und bestätigt meine persönliche Sichtweise, wonach sich die Dramatik des derzeitigen Klimawandels im Kontext vergangener Klimaereignisse stark relativiert. So weiß man laut Thiede neuerdings, dass die Übergänge zwischen Kalt- und Warmzeiten in den letzten Jahrmillionen viel schneller (nämlich z.T. innerhalb von wenigen Jahren!) vonstatten gingen, als lange Zeit angenommen wurde ("Lehrbücher müssen umgeschrieben werden"). Womit ein angeblich zentrales Alleinstellungsmerkmal der derzeitigen Erderwärmung widerlegt worden ist; insgesamt wird das gegenwärtige Klima daher als "noch nicht sehr dramatisch" beschrieben. Und weiter: "Ein stabiles Klima - wie es heute von den Politikern gefordert wird - hat nie existiert." In diesem Zusammenhang widerlegt Thiede angebliche Indizien für eine Klima-Apokalypse, wie sie von den Massenmedien gerne propagiert werden. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass die ansteigenden Konzentration sogenannter Treibhausgase den Temperaturen nachfolgt, nicht umgekehrt; deshalb, so Thiede, gibt es bezüglich des tatsächlichen menschlichen Einflusses auf das Klima auch noch wissenschaftlichen Diskussionsbedarf. Meine Rede. Wer Begriffe wie "settled science" auch nur in den Mund nimmt, hat mit seriöser Wissenschaft nicht viel am Hut, sondern ist ein Ideologe. Würde jeder so denken, dann würde die Menschheit heute noch auf den Bäumen sitzen.
In den ersten drei Minuten des Videos wird der Vortragende übrigens vorgestellt - das kann man überspringen. Oder man sieht es sich an und staunt darüber, was der Mann in seinem Wissenschaftler-Leben schon alles geleistet hat. Dies bedeutet freilich auch, dass seine fachliche Meinung Gewicht hat und schwerlich vom Tisch gewischt werden kann (das erwähne ich deshalb, weil ja gerade die Warner vor dem angeblich nahen Weltuntergang besonders gerne mit Autortätsargumenten aufwarten).


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Dienstag, 17. September 2019

🎧 Hörbares: Wie kam es zum Aufstieg des Christentums? -- Schliemann gräbt in Mykene -- Priester und Schamanen in der Steinzeit -- usw.



 Diskussionsrunde: Wie kam es zum Aufstieg des Christentums? | Spieldauer 44 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
An sich eine interessante Expertenrunde, aber gleich eingangs plappert man schon wieder diesen hier bereits mehrfach kritisierten Topfen daher, wonach das Christentum unter Konstantin dem Großen zur "Staatsreligion avancierte". Zu dieser Fehlleistung des SWR fällt mir der folgende ironische Satz ein, den ich vor einigen Jahren gelesen habe: Natürlich vertraue ich Journalisten, allerdings nicht dort, wo ich mich selber auskenne. ^^

 Forscher untersuchen Handschriften aus dem Mittelalter | Spieldauer 9 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Dorenburg im Mittelalter | Spieldauer 14 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 26.8.1346: Bei der Schlacht von Crecy werden die Ritter geschlagen | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 7.8.1876: Der Archäologe Heinrich Schliemann gräbt in Mykene | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 "Magie in der Vorzeit": Priester und Schamanen gab es schon in der Steinzeit | Spieldauer 4 Minuten | xx | Stream & Info | Direkter Download
Das aktuell erschienene Buch zu diesem Thema habe ich mir gerade erst zugelegt und werde es wohl noch vor Weihnachten besprechen. 

 Interview mit dem Prähistoriker Hermann Parzinger | Spieldauer 32 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

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Sonntag, 15. September 2019

📚 Hiltibolds aktuelle Leseliste: Die Bilderwelt von Lascaux -- Ironie im Mittelalter -- Hereward der Geächtete -- Nomoi -- Rhetorica ad Herennium



Die Bilderwelt von Lascaux | Iris Newton | Palm Verlag / Elsengold Verlag | 2015 | 160 Seiten | Preis: 19,95 Euro | Infos bei Amazon
Die steinzeitlichen Höhlen von Lascaux in Frankreich sind aufgrund ihrer Malereien weltberühmt. Um Entstehung, Entdeckung, Bedeutung und mehr geht es in diesem schön bebilderten Buch von Iris Newton. Es ist übrigens bereits mein zweiter Sachbildband von dieser Autorin; ebenfalls von ihr stammt ein sehr gelungenes Buch über die Himmelsscheibe von Nebra.

Ironie im Mittelalter | Gerd Althoff u.a. | WBG Academic | 2010 | 240 Seiten | Preis: 39,90 Euro | Infos bei Amazon
Ironie in mittelalterlichen Texten zu erkennen ist durchaus interessant, da auf diesem Weg manch Kritik an der damaligen Gesellschaft und Religion sichtbar wird, die wir heute im Rahmen unserer modernen Vorstellungen vom Mittelalter z.T. kaum für möglich halten würden. In diesem Buch, das mir freundlicherweise ein Leser geschickt hat, finden sich viele schöne Beispiele dazu.

Hereward der Geächtete | James Wilde | Bastei-Lübbe | 2018 | 464 Seiten | Preis: 10 Euro | Infos bei Amazon
Der erste Teil einer Romanreihe über jene vermutlich historische Figur, die im Mittelalter als Vorlage für die Robin-Hood-Legende gedient haben dürfte (siehe meinen ausführlichen Blogeitrag zu diesem Thema). Die Handlung ist zur Zeit der Eroberung Englands durch die französischen Normannen angesiedelt. Stichwort "1066".   

 Nomoi | Platon | Reclam | 2019 | 732 Seiten | Preis: 24 Euro | Infos bei Amazon
Die "Nomoi" (Gesetze) sind eine Schrift Platons, in der in Dialogform die bestmöglichen Gesetze und sonstigen Maßnahmen für eine zu gründende Koloniestadt auf Kreta diskutiert werden. Der Leser erfährt hier vor allem einiges über Recht, Ordnung und Verfassung im klassischen Griechenland. Wobei ich die Wissensvermittlung über den Umweg eines Dialogs ein bisschen umständlich finde. Das hat mich schon bei Ciceros "Über den Staat" nicht gerade vom Hocker gehauen, ist aber letztendlich Geschmackssache. Der sprachliche Stil der neu erschienen Übersetzung an sich ist immerhin nicht anstrengend, sondern wird durchaus heutigen Ansprüchen gerecht.

 Rhetorica ad Herennium | Unbekannter Autor | Reclam | 2019 | 425 Seiten | Preis: 14,80 Euro | Infos bei Amazon
Ein antikes Rhetorik-Lehrbuch (deutsche Neuerscheinung), das auch für den Menschen der Gegenwart nützliche Ratschläge bereithält. Mich allerdings interessieren vor allem jene Informationen, die hier  hinsichtlich des Alltagslebens im antiken Rom enthalten sind; schließlich nennt der unbekannte Autor etliche konkrete Beispiele, bei denen die Kunst der Rede hilfreich sein konnte - darunter z.B. recht detailliert beschriebene Gerichtsfälle.

Ausführlichere Rezensionen zu den obigen Büchern folgen hier in den kommenden Wochen.

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Freitag, 13. September 2019

📖 Buch: Eine kurze Geschichte der Trunkenheit


Der Suff als kulturelles Erbe

Wer ist der Urheber des Suffs? Wohl nicht der noch relativ junge Homo sapiens, denn vor der Küste Panamas haben Forscher sogenannte Mantelbrüllaffen dabei beobachtet, wie sie sich gezielt mit den alkoholhaltigen heruntergefallenen Früchten der Astrocaryum-Palme den Bauch vollschlugen und davon dermaßen betrunken wurden, dass einige der Tiere sogar von den Bäumen fielen und sich weh taten.
Der Mensch ist - verglichen mit der Tierwelt - ein eher unerfahrener Trinker; spätestens in der frühen Jungsteinzeit dürfte er damit begonnen haben. Beispielsweise wurden in China 9000 Jahre alte Rückstände von Weinsäure entdeckt. Und auf dem Areal des vorgeschichtlichen Kultplatzes von Göbekli Tepe (Türkei) entdeckten Archäologen eine ca 12000 Jahre alte Wanne aus Stein mit möglichen Resten von Bier darin - vielleicht ein Vorläufer des Kübelsaufens à la Ballermann? 😉

Über diese und weitere Forschungsergebnisse sowie Anekdoten berichtet Mark Forsyth in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Trunkenheit - Der Homo alcoholicus von der Steinzeit bis heute". Dabei beleuchtet er neben der Vorgeschichte auch etliche andere spannende Epochen, Völker und Schauplätze: Dazu zählen z.B. Griechen, Römer, Wikinger und das spätbarocke England mit seiner berüchtigten Gin-Epidemie (in dem Zusammenhang berühmt geworden ist übrigens ein Bild von William Hogarth, das den bezeichnenden Titel "Gin Lane" trägt und den übermäßigen Gin-Konsum seiner Landsleute bitterböse karikiert.)

Der Autor wendet sich eindeutig an ein möglichst breites Publikum; will heißen, er steigt nie allzu tief in die Materie ein und verwendet einen lockeren Schreibstil. Wobei mir dieser an einigen Stellen dann doch zu locker war und ich den Eindruck hatte, Mark Forsyth wollte angestrengt lustig sein. Formulierungen wie "Scheiße", "auf die "Kacke hauen" und "Mikroben pissen quasi Bier" sind hier nur ein paar Beispiele (wobei die Frage ist, inwieweit auch der deutsche Übersetzer hier seinen Beitrag geleistet hat).
Nichtsdestotrotz handelt es sich insgesamt um ein lehrreiches und kurzweiliges Buch. Der Kaufpreis beträgt 20 Euro.

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Weiterführende Informationen:

Weitere interessante Themen: 


Dienstag, 10. September 2019

📽️ Videos: Peinliches Video der Uni Innsbruck -- Was Römer und Ötzi an den Füßen trugen -- Die Gesellschaft der Spätantike -- usw.



 Frühmittelalterliche Waffen in Tirol gefunden: Ein peinliches Video der Uni Innsbruck | Spieldauer 5 Minuten | Uni Innsbruck/Youtube | Stream & Info
Man hat mich bezüglich meines Beitrages zum "akademischen Schrott" auf das nachfolgende Video der Uni Innsbruck aufmerksam gemacht. Aus dem Off tönt es darin: "Reenactment, also die möglichst authentische (sic!) Nachstellung der Geschichte, ist ein Teil der archäologischen Forschungsarbeit von Florian Messner." Soso, und warum tänzeln dann der besagte Herr und ein Kollege ausgerechnet mit Ausstattungen umeinander herum, die z.T. allerlausigstes Mittelaltermarkt-Niveau aufweisen? Man beachte z.B. den sicher nicht merowingerzeitlichen Dreieckschild.
Von der erbärmlichen Ausrüstung abgesehen ist "Reenactment" (Living History) keine archäologische Forschungsmethode, wie in dem Video behauptet wird, sondern ein pädagogisches bzw. geschichtsdidaktisches Werkzeug zur Wissensvermittlung. Peinlich, wenn eine Universität nicht zwischen Reenactment und Experimenteller Archäologie unterscheiden kann. Die Tiroler Uni kann sich mit dieser Performance getrost zupfen.



Was Römer und Ötzi an den Füßen trugen: Wandern für die Wissenschaft | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info
Besser als der obige Schmarrn der Uni Innsburck! Obwohl solche Praxistets natürlich auch nichts wahnsinnig Neues sind (man denke etwa nur an Marcus Junkelmanns Alpenmarsch!)... Immerhin weiß ich jetzt, dass es ein "Schuhkompetenzzentrum" gibt 😃

 Original Vs Reproduction - Which is better? | Spieldauer 14 Minuten | Youtube | Stream & Info
Ein sehr gutes Video über den Mangel an Perfektion bei historischen Waffen. Ich schärfe den von mir beauftragten Schmieden aus gutem Grund immer ein, sie sollen die Klinge, die Gürtelschnalle usw. nur ja nicht auf Hochglanz polieren bzw. allzu perfekt machen. Denn so hat man im Mittelalter oder in der Antike nicht gearbeitet bzw. so konnte man mit den damaligen Möglichkeiten in der Regel nicht arbeiten. Schriftliche Überlieferungen, in denen von spiegelblanken Klingen die Rede ist, darf man nicht wortwörtlich nehmen - schließlich waren selbst richtige Spiegel im Mittelalter vergleichsweise 'stumpf'.
Aus Authentizitätsgründen mag ich modern gefertigte Schwertklingen überhaupt nicht, da diese aus einem Blech mittels Laser (oder Plasma) hochpräzise geschnitten, dann gefräst und schließlich am Bandschleifer bearbeitet werden. Die Gefügeveränderung im Stahl wird rein über langes Glühen in flüssigem Salz oder mit einer ähnlichen Methode herbeiführt (nicht durch Verdichten mittels Hammerschlägen). Das Endprodukt wirkt optisch bei weitem zu perfekt. Hier geht die Authentizität flöten. Der bekannte Schwerthersteller 'Albion' und seine Produkte sind ein gutes Beispiel dafür. 



 Römische Geschichte III: Die Gesellschaft der Spätantike | Spieldauer 17 Minuten | Uni Hamburg | Stream & Info
Trocken, aber interessant, da hier gut herausgearbeitet wird, wie stark sich Rom bereits in der Antike in Richtung Mittelalter bewegte - z.B. abzulesen an der Entwicklung einer Quasi-Leibeigenschaft. Auf der Seite der Uni Hamburg befinden sich unter dem Menüpunkt Podcasts noch viele weitere interessante Videos - darunter eines über die Mykenische Kultur.

➽ Archäologiische Grabungen in der Schneckgasse | Spieldauer 2 Minuten | Archäologie St. Pölten | Stream & Info
Im niederösterreichischen St. Pölten wird viel gebaut - und damit einhergehend auch viel archäologisch gegraben. Dabei gelangen Befunde/Funde aus allen nur möglichen Epochen ans Tageslicht - darunter etwa römische.

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Sonntag, 8. September 2019

🎧 Hörbares: Cäsar -- Napoleon -- Pompeji (Deutschlandfunk mit Mundgeruch) -- usw.



 Cäsar - Konsul, Krieger und Diktator | Spieldauer 32 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Ausbruch des Vesuvs - Pompeji wird unter Lava begraben | Spieldauer 33 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Was für ein unsinniger Sendungstitel, den der Deutschlandfunk hier ausgewählt hat. Kein einziger Lavastrom hat Pompeji nämlich je erreicht. Die antike Stadt wurde vielmehr von Asche, einigen Felsbrocken, Bimsstein und Lapilli/Pyroklasten verschüttet (das sind zwar überwiegend Produkte erkalteter Lava, aber unter Lava verstehen 99 Prozent der Rezipienten etwas völlig anderes - auch die Forschung unterscheidet hier sprachlich entsprechend). Wieder einmal ein Beispiel dafür, mit welcher Gedankenlosigkeit manch einer von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkern seine Arbeit erledigt. Nicht einmal den Namen der auf Santorin (Thera) gelegenen Ausgrabungsstätte Akrotiri hat man richtig genannt, stattdessen war von "Akroti" die Rede 🙄. Diese Art Unsinn wäre mir an sich keine explizite Kritik wert (wir alle machen Fehler), wenn nicht ausgerechnet die gut bezahlten Nasen des staatsnahen Fernsehens und Radios ständig mit dem Finger auf andere Leute zeigen und "Fake News!" plärren würden. Es verhält sich mit der journalistischen Schludrigkeit offensichtlich wie mit dem Mundgeruch: Den eigenen bemerkt man nicht.
Hier noch drei informative Beiträge, die ich zum an sich ja sehr spannenden Thema Pompeji geschrieben habe: 1, 2, 3

 Napoleon Bonaparte - Der Emporkömmling | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Geschichte der Satzzeichen - Punkt, Punkt, Komma, Strich | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Der Beginn des Sklavenhandels in Nordamerika - Jamestown | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Frauen in den Hindureligionen - Ein Dasein voller Widersprüche | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Der Vertrag von Tordesillas - Die Aufteilung der Welt | Spieldauer 35 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

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Freitag, 6. September 2019

Krimskrams: Akademischer Schrott -- Kommentar zur Mittelaltermarkt-Schwemme -- usw.

Akademischer Schrott

Ich muss aus gegebenem Anlass das universitäre Bildungssystem kritisieren: Der Autor, Militärhistoriker, Reenactor und Experimentalarchäologe Markus Junkelmann hat dazu vor zwei Jahren in seinem Interview mit mir folgendes gemeint:

Das angeblich steigende Bildungsniveau halte ich in der Tat vornehmlich für eine Verdrängung der Qualität durch Quantität, wie das ja von vielen Bildungspolitikern unverblümt eingefordert wird. Was wir mit dem akademischen Schrott anfangen sollen, der da in wachsender Menge produziert wird, ist mir schleierhaft.

Vor wenigen Tagen habe ich dann mit einem Geoarchäologen korrespondiert, der eine ähnliche Meinung vertritt. Er erklärte mir, die abnehmende Kompetenz von Akademikern zeige sich u.a. im Rahmen von Wissenschaftskonferenzen, wo mittlerweile "die Präsentationen durch die Bank kaum schlechter sein könnten".

Wie wahr. Doch schon im Mittelalter gab es offenbar jede Menge "akademischen Schrott". Kürzlich stieß ich auf einen Text, den der Chronist Nikolaus von Bibra im 13./14. Jahrhundert schrieb. Unter anderem heißt es darin:

Eine neue Sache steht noch aus: Es gibt dort (in Erfurt) wohl tausende Studenten. Von diesen sind etliche Betrüger und moralisch völlig verkommen, die nur Würfel spielen, Betrug und List studieren (...). Andere könnten gute Fortschritte machen, wenn sie nur ihre Trägheit überwinden wollten. Aber weil sie weder Arbeit noch Mühe ertragen können, sind sie bisweilen dumm wie ein Ochse. (Occultus Erfordensis, ed. Mundhenk, Vers 1571, S. 239ff.)

Interessant! Aber wird hier bloß ein Klischee wiedergegeben (die oft übermütigen, gerne bechernden Studenten genossen dazumal in der Bevölkerung keinen besonders guten Ruf) oder haben wir es mit den Ursprüngen einer langen, auf Tatsachen beruhenden Tradition zu tun? Vergleichen wir Bibras Aussagen doch einmal spaßeshalber mit unserer Gegenwart:

  • Es gibt dort wohl tausende StudentenVon diesen sind etliche Betrüger und moralisch völlig verkommen: Dies ist nachweislich auch heute noch so; abzulesen an der Tatsache, dass wie blöde plagiiert wird ("Jede dritte Arbeit abgekupfert?""Charité entzieht neun Medizinern den Doktortitel"). Massenhaft wird dabei auf Ghostwriter zurückgegriffen, um sich durchs Studium zu mogeln.
  • Betrug und List studieren: Siehe z.B. die Genderwissenschaft. Mehr Pseudowissenschaftlichkeit geht kaum ("Forschertrio blamiert Bereiche der Fachwelt mit Fake-Artikeln", "Das totalitäre System der Gender-Dogmatiker"). Trotzdem drückt man diesen, dem Kreationismus nicht unähnlichen Schmarrn überall rein, mittlerweile sogar in Technische Universitäten ("Reingewürgt: Alle 53 Gender Studies Professuren an deutschen Universitäten"). Das geht finanziell zulasten ernsthafter Forschung. Die aufstrebende chinesische Konkurrenz schüttelt den Kopf und freut sich - Stichwort 'baizuo'. Aporpos Gender-Sülze: Von unerwarteter Seite wird dem damit in enger Verbindung stehenden Sprachmüll neuerdings eine Absage erteilt: "Barrierefreie Kommunikation im Netz: Linke will aufs Gendern verzichten". Vordergründig führt man hier die Barrierefreiheit für Behinderte als Grund an. In Wirklichkeit wird es aber meiner Meinung nach so sein, dass auch Personen mit bescheidenem Bildungshintergrund bzw. Menschen nicht deutscher Muttersprache gröbere Probleme mit Gendersternchen, Binnen-I und ähnlichem Bogus haben. Das sind genau jene Zielgruppen, bei denen die genannte Partei wohl gerne punkten möchte. Was wiederum schwerer funktioniert, wenn die ohnehin nicht einfache deutsche Sprache zusätzlich verkompliziert wird. 
  • Aber weil sie weder Arbeit noch Mühe ertragen können, sind sie bisweilen dumm wie ein Ochse: Ohne ein pauschales Geisteswissenschaften-Bashing betreiben zu wollen, könnte man etwas überspitzt durchaus sagen, dass überdurchschnittlich viele Unfähige und Faule heute in die Geisteswissenschaften gehen, seitdem gerade dort immer weniger verlangt wird. Fun fact dazu: Im Mittelalter war es gewissermaßen umgekehrt. Damals besaßen die Geisteswissenschaften ein höheres Prestige als die Naturwissenschaften, welche - wie etwa die Medizin - in akademischen Kreisen als schnöder Broterwerb verachtet wurden ...

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"Ein bunter Haufen in behämmerten Kostümen": Kommentar zur sommerlichen Mittelaltermarkt-Schwemme

Ein Leser hat mich auf diesen launigen Kommentar zur Mittelaltermarkt-Schwemme aufmerksam gemacht. Dem Inhalt kann ich mich nur anschließen!

Wer sich wie ich gelegentlich mal bei Facebook durch bevorstehende Veranstaltungen blättert, der wird im Jahr 2019 auf eine Unmenge von Mittelaltermärkten treffen. In so ziemlich jedem Flecken, der nach dem Nachnamen der Einwohner benannt ist oder vor dem Namen des Bachlaufs das Suffix „Klein“ trägt, gibt es irgendeine „Feyerei“ oder „Gaukeley“ oder sonst irgendeinen bunten Markt, der ungefähr die Zeitspanne von 50 vor Christus bis 1700 nach Christus umfasst. Einträchtig hocken da römische Legionäre der „XYZ. Appendix“ neben Wikingern aus Sachsen-Anhalt, Kreuzritter zelten entspannt neben dem einsamen Mongolendarsteller mit dem Pferdeschwanz, und aus dem Zelt der Elben klingen Seemannslieder auf CD, über die sich die daneben campierenden Landsknechte von „Geyers schwarzem Haufen“ beschweren.

Es lieget sozusagen die früh verblühte und bebrillte Studienrätin „im Gwand“ einer mittelalterlichen Kauffrau neben dem übertätowierten Gerüstbauer im Hexer-Kostüm, es sprechet, meiner Treu, der Finanzbeamte im Harnisch und Mittleren Dienst mit dem Versicherungsvertreter in predigender Mönchskutte. Ein bunter Haufen verkleideter Leute in behämmerten Kostümen aus fernöstlicher Kostümfertigung, die sich für drei bis vier Tage in eine andere Welt träumen. Weil der gemeine Leibeigene des Mittelalters immer sein Trinkhorn, seinen Dolch und seinen „Beutel mit Dukaten“ am Gürtel trug.

Zum vollständigen Text

Apropos Mittelaltermarkt: Auch die Mittelalterbaustelle Campus Galli veranstaltete kürzlich einen solchen. Und zwar - wie schon in den vergangenen Jahren - einen auf allertiefstem Niveau. Das bezeugen entsprechende Fotos (die zwischenzeitlich allerdings vor Nicht-Abonnenten des schwäbischen Käseblattes verborgen wurden).

Die Verantwortlichen des staatlich alimentierten Campus Galli, der sich wohl aus PR-Gründen gerne mit dem Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit schmückt, vertreten die Meinung, Qualität würde die Besucher eines solchen Fests abschrecken - wie mir aus erster Hand sinngemäß mitgeteilt worden ist. Dass es sich bei dieser Ansicht (Schutzbehauptung) um völligen Unsinn handelt, bezeugen die erfolgreichen Sommer-Veranstaltungen anderer Freilichtmuseen: Siehe etwa hier, hier und hier. Man muss eben nur ernsthaft wollen, dann funktioniert es auch! Jedoch entsteht hinsichtlich des Campus Galli der Eindruck, dass die Kontakte in Living-History- bzw. Reenactment-Kreise selbst nach rund acht Jahren Projektlaufzeit erstaunlich dürftig sind. Oder täusche ich mich und es wurde mittlerweile der ernsthafte Versuch unternommen, mit Frühmittelalter-Leuten Kontakt aufzunehmen? 

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Leser fragt, Hiltibold antwortet

Ein langjähriger Leser hat mich gefragt, ob ich denn schon - wie vor der Sommerpause angekündigt - mein Arbeitszimmer aufgepeppt habe. Ja, habe ich. Z.B. verströmt mein Schreibtisch bei der passend eingestellten Lichtfarbe des montierten RGB-LED-Streifens neuerdings den Charme einer Table-Dance-Bar 😉
Ich habe - aus Urlaubslangeweile - das Ding sogar bei Amazon rezensiert (das nur für jene, die wider Erwarten Interesse an meiner Meinung dazu haben).

Ein wenig stört mich, dass die LEDs an der Holzwand punktförmig reflektiert werden. Auf der verputzten Wand rechts wird das Licht hingegen schön gestreut.

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Mittwoch, 4. September 2019

📖 Buch: List und Verrat - Anno 490

Unterhaltsam und nicht immer politisch korrekt

Der aus Skandinavien stammende Krieger Einar ist vor dem Zorn und der Rachsucht des Frankenkönigs Chlodwig in die Bretagne geflüchtet, um sich dort mit seiner Kriegsbeute und der Frau eines im Kampf getöteten Freundes ein neues Leben aufzubauen. Urplötzlich wird Einar aber von seiner Vergangenheit eingeholt, die ihn ins wohlhabende Königreich der Burgunder führt, von wo aus er einen Schatztransport ausgerechnet in Chlodwigs Herrschaftsgebiet eskortieren soll. Doch Verrat ist im Spiel und alles kommt anders als geplant. Jetzt ist es Einar, der auf Rache aus ist.

"List und Verrat" ist die Fortsetzung von "Der Blutige Thron" (ein dritter Teil ist in Arbeit). Die Handlung schließt mehr oder weniger nahtlos an an den ersten Teil an und erstreckt sich über rund drei Jahre (490-493).
Vom Schreibstil her hat sich der Autor, Peter Bunt,  meiner Ansicht nach verbessert. Stellen, die überhastet wirken, gibt es hier eigentlich nicht. Trotzdem ist das Erzähltempo des 404-seitigen Buchs angenehm zügig.
Auch die Anzahl an unauthentischen Einsprengseln - die sich ja leider in den meisten Historischen Romanen finden - ist hier geringer als im 1. Teil. Völlig vermieden konnten sie aber offensichtlich nicht werden. Z.B. wird an einer Stelle der Begriff Tunika mit Toga verwechselt (der Autor kennt den Unterschied zweifellos) und statt "Solidi" für die Mehrzahl einer antiken Goldmünze mit der Bezeichnung "Solidus" zu verwenden, bleibt man fälschlicherweise bei der Einzahl. Eher kleines Kino ist es auch, wenn sich der Protagonist das Schwert plötzlich auf den Rücken schnallt - ein Fehler, der freilich auch schon dem wesentlich bekannteren Autor Bernard Cornwell unterlaufen ist.
Ziemlich überflüssig - da für die Story nicht von Bedeutung - sind kleinere eingeflochtene Fantasy-Elemente am Schluss. Dergleichen hat in einem Historischen Roman nichts verloren. Aber so übel wie etwa in Robert Fabbris fünftem Vespasian-Roman ("Das Blut des Bruders") ist es hier bei weitem nicht.

Die erzählte Geschichte ist nicht ohne Humor. Etwa wenn der Held vor seiner mit einem Schürhaken bewaffneten Ehefrau flüchtet, nachdem er ihr erzählt hat, er müsse, um Rache an einem Feind nehmen zu können, mit dessen bildschöner Tochter ins Bett springen. Auch die Sprache der handelnden Personen ist gewohnt derb, wohl um 'Authentizität' zu signalisieren. Und mitunter hatte der Autor sogar den Mut, politisch ziemlich unkorrekte, aber unterhaltsame Dialoge zu formulieren; so stellt jemand im Angesicht eines mutmaßlich homosexuellen Feindes die Frage: "Noch einer von denen, die ihren Arsch nicht nur zum Reiten und Furzen verwenden?" 😂

Fazit: Insgesamt ein kurzweiliges Buch, das in einer Epoche des Umbruchs angesiedelt ist, die mindestens genauso interessant ist wie die in Romanen und im Fernsehen seit einigen Jahren überstrapazierte Wikingerzeit.

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Montag, 2. September 2019

🎧 Hörbares: Pornokratie im Vatikan -- Hypathia -- Mythos Jungfrau -- Campus Galli -- usw.



Vatikan - Pornokratie im 10. Jahrhundert | Spieldauer 34 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Hypathia - Eine außergewöhnliche Philosophin der Antike | Spieldauer 22 Minuten | RB | Stream & Info | Direkter Download

 Mythos Jungfrau - Eine Kulturgeschichte der weiblichen Keuschheit | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Geschichte der Sahara - Seen im Sand | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Wieso, weshalb, warum? - Das Zeitalter der Aufklärung | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Ludwig der Bayer - Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Niederbayern-Straubing-Holland - Ein Herzogtum im Mittelalter | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Campus Galli | Spieldauer 23 Minuten | Der Einsiedler | Stream & Info | Direkter Download
Ein Podcast über die Mittelalterbaustelle Campus Galli. Einige der Informationen darin entsprechen nicht den Tatsachen. Wobei hier das Problem weniger beim Podcast-Macher liegt, sondern vielmehr beim Campus Galli, wo all dieser tatsachenwidrige Unsinn seit Jahren gestreut wird. Beispielsweise: Zu den angeblich ausschließlich verwendeten "Baumethoden des Mittelalters" zählt sicher nicht die Verwendung von Stahlarmierungen und der Einsatz von Baggern.

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Samstag, 31. August 2019

📽️ Videos: Graham Hancocks kontroverse Kataklysmen-These -- Der Mond in der Vorgeschichte -- Burgenforschung am Mittelrhein -- Campus Galli -- usw.



Joe Rogan Experience #1284: Graham Hancock | Spieldauer 165 Minuten | PowerfulJRE/Youtube | Stream & Info


Joe Rogan ist weltweit der mit Abstand populärste Podcaster, bei dem sich interessante, kontroverse und prominente Persönlichkeiten die Klinke in die Hand geben: Von Elon Musk (Tesla, SpaceX) über  Mel Gibson (Schauspieler), ➽ Bernie Sanders (Politiker) bis hin zu  ihm 😄. 
In der obigen Sendung spricht Rogan mit dem britischen Journalisten und Bestsellerautor Graham Hancock, der auf Grundlage von Forschungsergebnissen der arrivierten Wissenschaft die These entwickelt hat, dass es bereits in der späten Mittelsteinzeit / frühen Jungsteinzeit eine relativ fortschrittliche Kultur gegeben haben soll, die durch eine globale Super-Katastrophe im jüngeren Dryas ausgelöscht wurde. Die wenigen Überlebenden hätten unter anderem ihr Wissen an die Erbauer der berühmten Kultanlage von Göbekli Tepe (Türkei) weitergegeben, deren größter Teil immer noch unerforscht unter er Erde verborgen liegt.
Hancock - bei dem es sich nicht um einen zweiten Däniken handelt (er verwirft z.B. die Präastronautik) - ist überhaupt der Meinung, dass in der weiter zurückliegenden Vergangenheit viele tiefgreifende Veränderungen auf der Erde durch Kataklysmen hervorgerufen wurden; also durch globale Katastrophen wie Meteoriteneinschläge, die u.a. zu radikalen Klimaveränderungen führten. Zumindest wen es um das Aussterben der Dinosaurier geht ist eine solche Annahme - nach anfänglich heftiger Kritik - längst im Mainstream angekommen. Dass die Mehrheit der modernen Forschung sich trotzdem immer noch gegen ähnliche Szenarien in anderen Zeitabschnitten reflexartig sperrt und stattdessen lieber auf graduelle Veränderungen (über lange Zeiträume hinweg) setzt, wie etwa den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt (dies soll einer der Hauptgründe für das Aussterben des Mammuts sein), führt Hancock auf folgendes zurück: Als die Wissenschaften der Geologie und Archäologie im 19. Jahrhundert erstmals Gestalt annahmen, wollten sich viele der damaligen Akteure bewusste von der lange Zeit dominierenden Religion bzw. den von Gott initiierten Super-Katastrophen wie der Sintflut scharf abgrenzen. Diese Einstellung würde nun - unterbewusst - bis in unsere Gegenwart die Forschung beeinflussen und für Denkschranken verantwortlich sein. Z.B. auch hinsichtlich der Klimageschichte bzw. der jüngsten Klimaentwicklung, für die der Mensch - nicht externe Faktoren wie die Sonne - die Hauptursache sein soll. 
In ein ähnliches Horn wie Hancock bläst der sympathische Bostoner Uni-Professor Robert Schoch in seinem Gespräch mit Joe Rogan. Nur dass der von ihm postulierte Kataklysmus nicht zwanglsäufig auf einem Meteoriteneinschlag beruht, sondern seinen Ursprung in einem gewaltigen koronalen Massenauswurf der Sonne vor ungefähr 11700 Jahren hat, welcher angeblich u.a. von grönländischen Eisbohrkernen bestätigt wird. Diese Strahlenkanonade könnte zu einer regelrechten Hölle auf Erden geführt haben, bei der sich zigtausende Blitze innerhalb kürzester Zeit entluden. Nicht nur wäre es zu enormen Niederschlägen gekommenen (=Fluten), sondern auch gewaltige Gebiete hätten in Brand gesetzt werden können. Darüberhinaus ist es denkbar, dass die radioaktive Strahlung (kosmische Strahlung) in bestimmten Breiten für einen begrenzten Zeitraum stark anstieg. Für unzählige Menschen und größere Tiere, denen es nicht möglich war, unter die Erde zu flüchten, hätte das innerhalb weniger Tage den Tod bedeutet. Eventuell war - laut Schoch - eine solche Katastrophe die Ursache für viele der weltweit anzutreffenden künstlichen Höhlensysteme der Vorzeit, in die Archäologen aus Einfallslosigkeit vorschnell ausschließlich kultische und religiöse Zwecke hineininterpretiert haben, obwohl es ursprünglich 'Rückzugsorte' der damaligen Menschen gewesen sein könnten, die sich vor einer Wiederholung der beschriebenen Katastrophe solaren Ursprungs - oder vor Meteoriteneinschlägen - fürchteten (ich erinnere in dem Zusammenhang an die Angst der Kelten, ihnen könnte der Himmel auf den Kopf fallen). Und eine solche Wiederholung ist möglicherweise wirklich eingetreten, ähnlich einem Nachbeben. Apropos Beben: Aufgrund des von koronalen Massenauswürfen immens beeinträchtigten planetaren Magnetfelds könnte es auch zu schweren Erdbeben gekommen sein, heißt es (tatsächlich steht die Sonne in der Forschung schon länger im Verdacht, diese Fähigkeit zu besitzen). 
Die meisten Archäologen und Historiker sind von Schochts und Hancocks Kataklysmen, die eine Art steinzeitliche 'Hochkultur' vom Antlitz der Erde verschwinden ließen, wenig begeistert. Nachdem ich mir aber die Argumente der beiden Herren genau angehört habe, muss ich einräumen, dass diese teilweise durchaus Hand und Fuß haben, zumindest aber zum Nachdenken anregen. Außerdem kommen in den Interviews viele aktuelle und hochinteressante Forschungsergebnisse aus der 'offiziellen' Archäologie und Geologie zur Sprache. Beispielsweise wird neuerdings eine erste menschliche Besiedlung Nordamerikas schon für 130000 (!) Jahre vor unserer Zeit nahegelegt - was zehn mal so lange wäre wie bisher angenommen wurde.
In einem anderen  Rogan-Podcast diskutiert Hancock seine Thesen z.T. recht scharf mit sogenannten "Skeptikern" (Verteidigern der herrschenden Lehre). Bedauerlicherweise gibt es solche intelligenten Diskussionen im deutschen Sprachraum meiner Beobachtung nach nicht. 
Und wem all das noch nicht abgefahren genug ist, der sehe und höre sich Rogans vor einigen Wochen geführtes Interview mit dem Physiker  Bob Lazar an 😊  (über Lazar gibt es derzeit auch eine  Doku auf Netflixdie meiner Meinung nach allerdings mit filmischen Spielereien zu überladen und weniger informativ ist als das Interview).

 How A Man Shall Be Armed: 11th Century | Spieldauer 4 Minuten | Royal Armouries/Youtube | Stream & Info
Ein Youtube-Kanal mit einigen weiteren interessanten Videos.

 Vorgeschichte: Der Mensch entdeckt den Mond | Spieldauer 15 Minuten | ARD/BR | Stream & Info

 Aktueller Stand des Campus Galli  | Spieldauer 2 Minuten | Regio TV | Stream & Info

 Mittelalter-Juwel: Handwerker haben in Dinkelsbühl keine Langeweile | Spieldauer 7 Minuten | ARD/BR | Stream & Info

 Schloss Philippsburg - Burgenforschung am Mittelrhein | Spieldauer 5 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info

➽ Das Projekt "Silk Road Fashion" des DAI | Spieldauer 3 Minuten | DAI/Youtube | Stream & Info

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