Donnerstag, 20. Januar 2022

🎧 Hörbares: Der Schatz im Bodensee -- Pharao-Mumie beim Röntgen -- Merowingerzeitliches Gräberfeld -- usw.



 Der Schatz im Bodensee - die Einbaumretter | Spieldauer 30 Minuten | SWR | Stream & Info

 Sagenhafter Ort: Vorgeschichtliches Kulthaus Unteruhldingen | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info

 Jemandem "was vom Pferd erzählen" – Woher kommt das? | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info
Von dieser Redensart habe ich noch nie gehört... von Troja freilich schon.

 Über 1300 Jahre alt: Knittlinger Gräberfeld aus der Merowingerzeit wird untersucht | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info

 Amenophis I. - Pharao-Mumie beim Röntgen | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Tiefsee-Expedition Valdivia – Ein Forschungsabenteuer 1898 | Spieldauer 28 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Diskussionsrunde: Archäologie-Star Heinrich Schliemann – Was bleibt vom Troja-Entdecker? | Spieldauer 44 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download


Sonntag, 16. Januar 2022

📽️ Videos: Psychedelische Drogen im Alten Ägypten? -- Galaktische Archäologie mit Sternen -- Unterwasser-Archäologie -- Die mittelalterliche Schlüsselfiedel -- usw.


 What Ancient Egyptians Witnessed on DMT Will Shock You… (They Tried to Tell Us) | Spieldauer 14 Minuten | BR | Stream & Info
Den Verdacht, dass manch religiöse Erscheinung in der Vergangenheit mit ausgiebigem Drogenkonsum einherging, gibt es schon länger. Sogar steinzeitliche Höhlenkunst soll z.T. damit zusammenhängen - siehe etwa Spiralmuster und Mischwesen, die beide beim Konsum psychedelischer Drogen häufig zu sehen sind. In diesem Video wird die These allerdings auf Grundlage persönlicher Erfahrungen noch weiter gesponnen.


 Weird weapons: Shield darts | Spieldauer 16 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Die beiden meinen, diese "shield darts" sieht man öfters in mittelalterlichen Manuskripten abgebildet. Hm, ich habe sie noch nie gesehen, was freilich nichts heißen muss. Interessant ist diese Waffenart auf jeden Fall.


 Very rare Roman wooden figure discovered during HS2 work in Buckinghamshire | Spieldauer 2 Minuten | Youtube | Stream & Info | Direkter Download
Beim "Standard", der Postille für Möchtegernintellektuelle und Bobos, findet sich ein Artikel zu diesem Fund.

 Ein Blick in die steinzeitliche Geschichte Sachsens | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Galaktische Archäologie mit Sternen | Spieldauer 13 Minuten | BR | Stream & Info 
Wieso stellt sich der überhaupt auf eine Bühne, wenn die Tugend-Signalisierer des BR sowieso kein Publikum zulassen? Da könnte man doch gleich in einem normalen Studio drehen. Das Format "Campus Talk" führt sich mit leerem Saal ad absurdum.

 Wie wurde im Mittelalter eine Fehde ausgefochten? | Spieldauer 9 Minuten | ZDF | Stream & Info

 Unterwasser-Archäologie enthüllt Geheimnisse eines Schweizer Sees | Spieldauer 4 Minuten | sswissinfo | Stream & Info

 Marco Ambrosini erklärt die im Spätmittelalter entstandene Schlüsselfiedel | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info
Ein Instrument mit tollem Klang!

Mittwoch, 12. Januar 2022

🎧 Hörbares: Liebe bei den alten Griechen und Römern -- Höfische Liebe im Mittelalter -- Der Archäologe Johann Joachim Winckelmann -- Madame Pompadour -- usw.



 Liebe bei den alten Griechen und Römern | Spieldauer 28 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

  Interview mit Axel Thiel von Kracht, dem Präsidenten der Deutschen Sondengänger-Union | Spieldauer 3 Minuten | HR | Stream & Info

 Der Archäologe Johann Joachim Winckelmann - Für immer schön! | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Höfische Liebe im Mittelalter und die Erfindung der Romantik | Spieldauer 28 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Der griechische Gott Kairos - Oder die Gunst der Stunde | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Madame Pompadour - Marquise und Mätresse | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Edelkurtisanen - Vom Armenviertel ins Himmelbett | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Molière - Meister der Charakterkomödien | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Wann wurde "Christi Geburt" zum Nullpunkt des Kalenders? | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download


Montag, 10. Januar 2022

Krimskrams: Peinlicher Ex-ORF-Chef Wrabetz bleibt sich treu -- Schon wieder eine plagiierende Ministerin?! -- Hallervorden kritisiert Gendern -- E-Mail-Problem -- usw.

Sag zum Abschied peinlich Servus

Wie dürftig es um die Schreibkompetenz des abgesägten ORF-Chefs Alexander Wrabetz bestellt ist, habe ich hier ja schon einmal vor einigen Monaten dargelegt. Und der Mann bleibt sich offenbar treu - das zeigen nämlich zwei relativ aktuelle Tweets, in denen er sozusagen von seinem Langzeit-Bonzen-Posten beim parteiengesteuerten öffentlich-lächerlichen Dummfunk Abschied nimmt.
Quelle: https://twitter.com/antiplag/status/1477267455747801091/photo/1

Der Plagiatsgutachter Stefan Weber kommentiert die Tweets von Wrabetz folgendermaßen:

ORF-CHEF. Ob der Nachfolger Deutsch kann und über eine Leerzeichen-Taste verfügt? Muss mal in seiner Diplomarbeit nachlesen.

Zugegeben, das mit dem Weglassen von Leerzeichen habe auch ich - aber nur nach Satzzeichen - schon gemacht, sofern es sich bei Twitter nicht anders ausging. Allerdings Formulierungen wie 'Beiträge beitragen' und "Ich wünsche ihm seinem Team" habe ich hoffentlich noch nie verwendet 😀. Immerhin gendert dieser Intelligenzriese brav mittels Binnen-I. Ohnehin ist beim ORF billiges 'virtue signalling' weit über jedweder Kompetenz angesiedelt.

Man fragt sich freilich: Wie konnte ausgerechnet so ein sprachlicher Rohrkrepierer - der es nahezu regelmäßig nicht schafft, kurze Tweets ohne grobe Fehler zu verfassen - jahrelang die größte Medienorgel Österreichs führen?
Die Antwort ist ganz einfach: Er konnte es eh nicht. Im ORF versammelt sich nach der Ära Wrabetz mehr denn je die mediale und journalistische Inkompetenz des Landes. Eine Nachrichtenmoderation im vollbenebelten Zustand, ohne dass jemand eingegriffen und den Stecker gezogen hätte, ist dafür nur ein Beispiel von vielen.

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Schon wieder eine plagiierende Ministerin?!

Nachdem Stefan Weber bereits mit einem Plagiatsgutachten die österreichische Arbeitsministerin Aschbacher zu Fall gebracht hat, scheint nun die nächste Spitzenpolitikerin - wieder aus derselben Partei - an der Reihe zu sein. Zwar muss man als Frauenministerin gewiss keine große Kompetenz mitbringen, doch wissenschaftlich sauberes Arbeiten darf vom studierten Inhaber eines Ministerpostens trotzdem erwartet werden. Weber sieht diese Voraussetzung im Fall von Susanne Raab nicht erfüllt - wie er in seinem Blog übersichtlich und anschaulich darlegt. Zitierregeln sollen nicht eingehalten worden sein und auch ansonsten habe die Frau jede Menge "Quatsch" in ihrer Diplomarbeit verzapft. Weber schreibt in seinem Fazit:

"Diplomarbeiten sind keine Gesellenstücke"

Bei diesem Vergleich, der sozusagen die Diplomarbeit hinsichtlich der Qualitätserwartung über das Gesellenstück stellt, muss ich widersprechen. Denn wer als Lehrling bei seinem Gesellenstück auch nur halb so schlampig arbeitet wie heutzutage viele Studenten in ihren Diplomarbeiten, der fällt bei der Gesellenprüfung durch. Garantiert. Auf der anderen Seite drückt man bei groben Unregelmäßigkeiten in Uni-Abschlussarbeiten gerne ein Auge zu. Oder wie im Fall der oben erwähnten Ex-Arbeitsministerin auch schon mal beide.

Hier geht es zu Webers Artikel, über den bereits in diversen österreichischen Medien berichtet wird.

Übrigens: Ein Kommentator unter dem Artikel schrieb:

Wieder eine Frau. Wieder eine Politikerin. Herr Weber, ergibt sich da nicht langsam ein Muster? Koinzidenz oder Kausalität – Stichwort Frauenförderung / Quotenfrauen. Trauen Sie sich, die Dinge gegebenenfalls beim Namen zu nennen?

Exakt diese Frage stelle auch ich mir schon seit einiger Zeit, denn der anscheinend hohe Frauenanteil bei plagiierenden Spitzenpolitikern ist auffällig. Nicht zuletzt mit Blick auf Deutschland: Siehe Giffey, von der Leyen, Schawan, Baerbock,...

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Amerika: Schon vor Kolumbus in Genua bekannt?

"Italienisches Manuskript von 1345 zitiert Seefahrer-Gerüchte vom "Markland" jenseits von Grönland". Zum spannenden Artikel von scinexx.com

Es gibt übrigens noch andere Hinweise darauf, dass Amerika auch lange nach der kurzzeitigen Anwesenheit der Wikinger das Ziel von Seefahrern aus Europa geblieben ist. So schreibt beispielsweise Olivier Le Carrer in dem von mir bereits besprochenen Buch "Die Vermessung der Ozeane"

Dass ebenso effiziente (Kartographie-)Schulen in La Rochelle, im Baskenland und in der Bretagne entstanden, ist der Aktivität der dort ansässigen Seeleute zu verdanken, die sich manchmal als schneller und beständiger erwiesen als die der offiziellen Forschungsreisenden. Als Jaques Cartier aus Saint-Malo 1534 die Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms "entdeckte", waren schon viele andere in dieser Region unterwegs gewesen. Baskische Walfänger (die zu dieser Zeit auch mit dem Pelzhandel begannen) und die Kabeljau-Fischer von der Île de Bréhat hatten schon seit rund 50 Jahren vor Neufundland und an den benachbarten Küsten gejagt. Und das war möglicherweise noch vor der ersten Entdeckungsreise durch Christoph Kolumbus.
In diesem Zusammenhang versteht man, dass die Kartographen, die entlang der gesamten französischen Atlantikküste wirkten, so schnell Karten von bester Qualität produzieren konnten, darunter auch von Gebieten, die eigentlich noch nicht entdeckt worden waren ...


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Dieter Hallervorden kritisiert das Gendern

Nachdem die Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich das Gendern bereits als verlogenen Scheißdreck bezeichnet hat, äußert jetzt in einem Interview mit der Berliner Morgenpost ebenso der bekannte Schauspieler Dieter Hallervorden Kritik an dieser ideologisch motivierten Notzüchtigung der deutschen Sprache durch eine meinungsmächtige Minderheit.

Vor lauter ‚Political Correctness‘ weiß ich schon gar nicht mehr, welchen verbalen Slalom ich durchkurven muss, um alle Fettnäpfchen gekonnt zu umrunden. Was dieses unsägliche Gendern anbelangt: Wie kommt eine politisch motivierte Minderheit dazu, einer Mehrheit vorschreiben zu wollen, wie wir uns in Zukunft auszudrücken haben? Die deutsche Sprache als Kulturgut gehört uns allen. Keiner hat ein Recht, darin herumzupfuschen. Sprache entwickelt sich von allein, aber nicht auf Druck von oben. Gendern ist – wie ein weiser alter Mann wie Joachim Gauck sagte – „betreutes Sprechen“. Ich und viele mit mir brauchen keine Erziehung zu Sensibilität.

Übrigens, laut Focus und anderen Medien bläst aktuell auch der Komiker Jürgen von der Lippe kräftig  in dasselbe Horn.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Die von Hallervorden genannte "politisch motivierte Minderheit" kann nur deshalb Macht entfalten, weil es in unserer Gesellschaft jede Menge Sprach-Konformisten und Mitläufer gibt. Darunter leider auch Wissenschaftler, die ich ansonsten sehr schätze.
Wieder einmal darf ich deshalb an dieser Stelle auf das Konformitätsexperiment nach Asch hinweisen. Entlarvt es doch die Natur des Menschen, was durchaus erkenntnisreich sein kann - gerade hinsichtlich aktueller Probleme, die wesentlich gravierender als das Gendern sind.

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In eigener Sache: E-Mail Problem

Mein E-Mail-Programm auf dem PC nervt mich schon länger. Der Spam-Filter spielt nämlich gelegentlich verrückt und löscht völlig legitime E-Mails (gemeint sind also nicht solche, in denen behauptet wird, man habe mich beim Wich... Onanieren gefilmt und ich solle mich mit Bitcoins freikaufen 😄). 
Dieses Problem hat - wie ich durch einen Leserhinweis bemerkte - aktuell wohl dazu geführt, dass manch E-Mail, die in den drei Wochen vor Weihnachten an mich geschickt wurde, nicht angekommen ist.
Mir tut das für die eventuell betroffenen Absender sehr leid. Ich kann sie nur bitten, mir noch einmal zu schreiben. Das nervige Uralt-E-Mail-Programm wurde mittlerweile von mir ausgetauscht, sodass nun alles reibungslos funktionieren sollte.



Freitag, 7. Januar 2022

📽️ Videos: Tennisplatz Archäologie -- Luxus im antiken Griechenland -- Die Juden im Mittelalter -- Sensationelles antikes Figurenmosaik -- usw.


 Tennisplatz Archäologie im Saarland | Spieldauer 5 Minuten | SR | Stream & Info
Sachen gibts! Erinnert mich übrigens an die bisher beste Verfilmung von "Die drei Musketiere" aus den 1970ern, in der auch eine Tennis-Frühform gespielt wurde.

 A treasure from two ancient shipwrecks was found in Caesaria | Spieldauer 3 Minuten | Youtube | Stream & Info 


 Richard the Lionheart's fancy new Helmet | Spieldauer 18 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Ein echter englischer Ritter (Sir) testet zu Pferde den im späten 12. Jahrhundert aufgekommenen 'Topfhelm'. War mein Namensvetter Richard (Löwenherz) - als ritterliches Idol seiner Zeit - womöglich für dessen Verbreitung mitverantwortlich? 


 Ungelöste Fälle der Archäologie | Spieldauer 43 Minuten | ZDF | Stream & Info 

 "Zeitreise Mittelalter" auf der Würzburger Festung | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 
Wenn ich mir das gleich eingangs so ansehe, komme ich zu der Erkenntnis: Wer tut sich das freiwillig an? Masochisten? Der Leser mag raten, worauf sich das bezieht - oder hier am Ende des Beitrags naschschauen

 Luxus im Mittelalter | Spieldauer 59 Minuten | BR | Stream & Info 

 Luxus im antiken Griechenland | Spieldauer 59 Minuten | BR | Stream & Info 

 Die Juden im Mittelalter - Leben im rheinischen Paradies | Spieldauer 29 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Jericho: Antikes Mosaik erstrahlt in neuem Glanz | Spieldauer 2 Minuten | ARTE | Stream & Info

 Sensationeller antiker Fund aus dem 4. Jahrhundert: Das größte Figurenmosaik der Welt | Spieldauer 2 Minuten | ARTE | Stream & Info 


Freitag, 24. Dezember 2021

🎅 Frohe Weihnachten und tschüss 🎄

Es ist Weihnachten und das österreichische Dreikanzlerjahr neigt sich dem Ende zu. Der seit knapp zwei Jahren allgegenwärtige Affenzirkus wird uns freilich auch 2022 weiter begleiten. Das Blog macht jetzt aber erst mal zwei Wochen Pause. Ich wünsche allen Lesern und 'innen' frohe Weihnachten und einen guten Rutsch! 


Donnerstag, 23. Dezember 2021

🎧 Hörbares: Heinrich Schliemann, umstrittener König der Ausgräber -- Wie Religion entstand -- Ovid, Dichter der Metamorphosen -- Johannes Keppler -- usw.



 Aus Mecklenburg in den Olymp – Heinrich Schliemann, umstrittener König der Ausgräber | Spieldauer je 27 Minuten | MDR | Stream & Info 
Eine sehr empfehlenswerte, zehnteilige Hördokumentation.

 Ovid - Dichter der Metamorphosen | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Licht in dunkler Nacht – Der Orden der Prämonstratenser wurde vor 900 Jahren gegründet | Spieldauer 29 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Entwicklung des Glaubens - Wie Religion entstand | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Kulturgeschichte der europäischen Musik – Von den Anfängen bis zur Gegenwart | Spieldauer 6 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Debatte mit Gott - Was ist der Talmud? | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Andreas Gryphius - Dichter während des 30jährigen Kriegs | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info 

 Johannes Kepler - Die Harmonie der Welten | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download


Dienstag, 21. Dezember 2021

📽️ Videos: Die Schachtgräber von Mykene -- Römischer Münzfund -- Spektakuläre Ausgrabung in Chemnitz -- usw



 Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra: Die Schachtgräber von Mykene | Spieldauer 6 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info
Auf dem Youtubekanal des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle werden seit einigen Tagen jede Menge Videos zur Himmelsscheibe von Nebra und ihrer Zeit veröffentlicht. Ein Blick darauf lohnt sich, auch wenn einem das Getue um die Himmelsscheibe längst zum Halse heraushängt. Das Thema wurde in den Videos nämlich recht weit gefasst - wie das obige Beispiel zeigt.

 "Goldener Anker" - Spektakuläre Ausgrabung in Chemnitz | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Das altägyptische Heliopolis - Stadt der Sonne | Spieldauer 4 Minuten | MDR | Stream & Info

 Sensationsfund: Mittelalterliche Noten im Stadtarchiv Leipzig | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Hintergründe zum Fund mittelalterlicher Noten in Leipzig | Spieldauer 7 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Der gesungene mittelalterliche Sensationsfund aus dem Leipziger Stadtarchiv | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info

 Alte Musik: Die besonderen Herausforderungen beim Interpretieren alter Noten | Spieldauer 5 Minuten | MDR | Stream & Info

 Römischer Münzfund aus Oberhausen jetzt im Zeughaus | Spieldauer 3 Minuten | Augsburg.tv | Stream & Info

 Ende des Dornröschenschlafs: Die Rettung des 500 Jahre alten Vöhlin-Schlösschens  | Spieldauer 9 Minuten | BR | Stream & Info 



Sonntag, 19. Dezember 2021

♀️ Realitätsverzerrung in der Blase: Wie sich das Deutsche Archäologische Institut auf Youtube ein 'Matriarchat' zusammenspintisiert


Manchmal sind es gerade Kleinigkeiten, die mich ärgern; aktuelles Beispiel dafür ist ein Erklär-Trickfilmchen des DEUTSCHEN Archäologischen Instituts (DAI) zur archäologischen bzw. anthropologischen Forschung. Konzeptionell und visuell ist es an sich nicht schlecht gemacht, doch die Verantwortlichen haben sich unverständlicherweise dafür entschieden, es auf Youtube nur in englischer Sprache anzubieten. Diese Vorgehensweise des DAI ist nicht neu. Man muss deshalb kein pedantischer Sprachpurist sein, um zu erkennen, dass hier etwas grundlegend falsch läuft. Es stellt sich dabei die Frage: Warum verhöhnt man den deutschen Zahlesel, der diesen Verein finanzieren darf, dergestalt? 
Ich erinnere an die Kritik des Goethe-Instituts, wonach die Wissenschaftssprache Deutsch sukzessive von deutschen (plus österreichischen und schweizerischen) Wissenschaftlern leichtfertig zu Grabe getragen wird. Und überhaupt: Was ist denn so schwer daran, dieses nicht einmal zweiminütige Video auch in der Muttersprache der eigenen Bürger zu vertonen? Der Aufwand wäre ja geradezu lächerlich gering, also muss davon ausgegangen werden, dass wir es hier entweder mit immenser Faulheit zu tun haben oder mit der kaum steigerbaren Präpotenz einer abgehobenen Akademiker-Clique. Statt "sollen sie doch Kuchen essen" heißt es nun: Sollen sie doch Englisch lernen! 

Es kommt freilich noch etwas ärgerlicher: Schon im Studium feministisch indoktrinierte geschulte DAI-Mitarbeiter wissen selbstverständlich, was sich in ihrer Blase gehört: 'Geschlechtergerechtigkeit' besteht nur, wenn sich der 'Cast' des inkriminierten Erklär-Videos mit großer Mehrheit aus Frauen zusammensetzt. Das hat zwar nichts mit der darin behandelten wissenschaftlichen und menschheitsgeschichtlichen Realität zu tun, aber gerade Archäologen und 'Innen' sind ja für ihre ausgeprägte Imaginationsgabe bekannt. Denken wir nur an die massiv hochgejazzte Pseudo-Wikingerkriegerin aus Birka, mit der sich manch voreiliger Schlauberger so kolossal in die Nesseln gesetzt hat (was weltanschaulich gleichgesinnte Journalisten freilich nicht daran hindert, das irrige Narrativ unverdrossen weiter zu verbreiten). Von daher ist es wohl nur konsequent, dass man sich beim DAI nun sozusagen per 'Bildersprache' gleich ein kultur- und epochenübergreifendes 'Matriarchat' zusammenspintisiert; siehe die drei nachfolgenden Beispiele, die einen guten Überblick zur auffällig einseitigen Geschlechterverteilung im Video geben.

So beginnt das Video: Die Bestattete ist - auf den ersten Blick - als Frau zu identifizieren. | Bildzitat | Quelle: Deutsches Archäologisches Institut | https://youtu.be/q4u5LqDz9bM
Weiter gehts: Die Ausgräber, welche die sterblichen Überreste der Frau wissenschaftlich beackern, sind natürlich ausschließlich Frauen. | Bildzitat | Quelle: Deutsches Archäologisches Institut | https://youtu.be/q4u5LqDz9bM
Mehr oder weniger das Ende des Videos: 15 Personen, die stellvertretend für die gesamte Menschheit und ihre Kulturen stehen. Der Anteil jener, die der durchschnittliche Rezipient als Frauen identifizieren würde, beträgt rund 53 Prozent. Lediglich 20 Prozent sind klar als männlich zu erkennen; weitere 27 Prozent können nicht näher definiert werden (den gesichts- und somit geschlechtslosen Ritter zähle ich bewusst zu dieser Kategorie, siehe nämlich die oben erwähnte 'Wikingerkriegerin'; ich bringe sozusagen die eigenen Maßstäbe der 'Archäofeminist*innen' zur Anwendung 🙄) | Bildzitat | Quelle: Deutsches Archäologisches Institut | https://youtu.be/q4u5LqDz9bM

Wir halten also fest: Das Erklärvideo des DAI weist vom Anfang bis zum Ende einen ganz bewusst herbeigeführten Frauenüberschuss bzw. Männermangel auf. Doch was sind die konkreten Beweggründe dafür gewesen - abseits des Signalisierens feministischer Pseudotugend in der eigenen Bubble? War es die in Feministinnenkreisen anzutreffende Abneigung gegenüber Männern, welche dazu geführt hat, eben diese im Video zu marginalisieren? 
Geschichte wurde und wird nämlich von Männern dominiert, nicht zuletzt weil sie - und das ist psychologisches Grundlagenwissen - im Durchschnitt zu einem relativ extremen  Verhalten neigen; will heißen, sie sind in vielerlei Hinsicht risikofreudiger als Frauen. Die darauf fußende historische Dominanz schmeckt u.a. Archäo-Feministinnen nicht. Mehr noch, sie leiden in gewisser Weise unter Minderwertigkeitskomplexen, weil ihnen nur zu bewusst ist, dass die heutige Gleichberechtigung der Frau ausschließlich vom guten Willen des Mannes abhängt. Ein Blick auf die immer noch zahlreich existierenden voraufgeklärten Kulturkreise - etwa im Vorderen Orient - bezeugt das bestens. Es ist nur der aus verschiedenen Gründen im Westen langsam entstandene freiwillige Machtverzicht des Mannes, der es der Frau hierzulande überhaupt erst ermöglicht hat, außer am Herd noch anderenorts reüssieren zu können. Weil nun aber Feministinnen, im Gegensatz zu normalen Frauen, damit emotional nicht zurecht kommen - sie denken ja, das weibliche Geschlecht wäre dem männlichen quasi in allem ebenbürtig oder überlegen - neigen sie dazu, die Rolle bzw. Bedeutung der Frau maßlos bei jeder sich bietende Gelegenheit zu überhöhen. Sie überkompensieren sozusagen und verbiegen - frei nach der Sprechakttheorie des  Philosophen-Schwätzers Foucault - in ihren schriftlichen und audiovisuellen Ergüssen die Realität, damit diese mit einem selbstgebastelten Idealweltbild konform geht. Das Endergebnis wirkt in der Regel peinlich. Der gegenständliche Trickfilm des DAI ist ein kleines, aber gutes Beispiel dafür. 

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Donnerstag, 16. Dezember 2021

🎧 Hörbares: Roms christliche Katakomben -- Mittelalterliche Musik aus Frankreich und Böhmen -- Konstantin der Große -- usw.



 Roms christliche Katakomben - Ruhestätte eines jungen Glaubens | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Konstantin der Große - Religion als Politik | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Mittelalterliche Musik aus Frankreich und Böhmen | Spieldauer 116 Minuten | BR | Direkter Download
Karl IV., "Kaiser des Böhmischen Reiches" 🙄

 Was Kölner Latrinen erzählen – Forschungen in mittelalterlichen Örtchen | Spieldauer 16 Minuten | BR | Direkter Download

 Uralte Kulturgeschichte: Rauhnächte - Die wilde Jagd der Götter, Geister und Dämonen | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

  Nachts im Römerpark Xanten | Spieldauer 6 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Das antike Olympia digital erkunden - Rekonstruktion im Netz | Spieldauer 4 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Ausstellung in Essen: Adelsgeschichten an Rhein und Ruhr | Spieldauer 10 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Das gewaltige Dunkel - Eine Kulturgeschichte der Nacht | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 ISS-Mission und die Himmelsscheibe von Nebra: Deutsches Kulturgut fürs All | Spieldauer 8 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download



Dienstag, 14. Dezember 2021

📽️ Videos: Neue Erkenntnisse zur Himmelsscheibe von Nebra -- Krieg und Gewalt in der Bronzezeit -- Das Mittelalter auf Papier -- Uralte Mumie entdeckt -- usw.


 AboraTV Talk #2 – Neue Erkenntnisse zur Himmelsscheibe von Nebra | Spieldauer 52 Minuten | Youtube | Stream & Info
An sich halte ich das Thema "Himmelsscheibe" für ziemlich ausgelutscht. Aber: Der Ikonographie-Fachmann Kai Helge Wirth kann in diesem Gespräch mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz durchaus noch manch hochinteressanten Gedanken beisteuern, der sich abseits der offiziösen Interpretationen bewegt.


 'Sword breaker' in action | Spieldauer 10 Minuten | Youtube | Stream & Info 
Die Fortsetzung zu einem Video, in dem man der Frage nachgeht, was von der mysteriösen Renaissance-Waffe 'sword breaker' zu halten ist. Kann sie überhaupt als alltagstauglich bezeichnet werden? Die Zusammenarbeit vom auf historische Waffenreplikate spezialisierten Schmied Tod und dem HEMA-Experten Matt Easton gefällt mir sehr gut. Ich hoffe, die beiden Herrn werden noch mehr Videos dieser Art produzieren.


 Archäologische Ausgrabungen in Chemnitz | Spieldauer 3 Minuten | Youtube | Stream & Info 



 Archäologen in Peru entdecken uralte gefesselte Mumie | Spieldauer 1 Minute | Youtube | Stream & Info

 Hobby-Archäologe findet Bischofssiegel aus dem Mittelalter | Spieldauer 2 Minuten | NDR | Stream & Info 

 Das Mittelalter auf Papier | Spieldauer 5 Minuten | Youtube | Stream & Info

 Wunderbauten der Geschichte: Bollwerke des Mittelalters | Spieldauer 43 Minuten | ZDF | Stream & Info 

 Experimentelle Archäologie: Der Steinzeit auf der Spur 1-3 | Arte | Stream & Info

 Krieg und Gewalt in der Bronzezeit | Spieldauer 9 Minuten | Youtube | Stream & Info | Direkter Download
Ich frage mich, warum man einige Videos der öffentlich-rechtlichen Rundfunker Deutschlands herunterladen kann, aber andere nicht. Ich kann dahinter kein System erkennen.

 Bronzezeit – Die vergessene Epoche | Spieldauer 60 Minuten | Youtube | Stream & Info


Sonntag, 12. Dezember 2021

💧 Die Wasseruhren der antiken Griechen und Römer: Rekonstruktionen, Funktionsweisen und Anwendungsbeispiele ⚙️

Die fortschreitende Zeit mittels einer Uhr zu erfassen, hat eine bereits relativ lange Tradition. Zuvörderst ist die Sonnenuhr zu nennen, die jedoch den großen Nachteil mit sich bringt, dass sie bei bedecktem Himmel und in der Nacht nicht funktioniert. Deshalb entwickelte man daneben auch andere Arten von Uhren. So ist beispielsweise aus Überlieferungen bekannt, dass bereits vor der Zeit um 1500 v. Chr. die Wasserauslaufuhr in Verwendung gewesen sein muss, bei welcher man den in einem Gefäß sinkenden Wasserstand in Bezug zur vergehenden Zeit gesetzt hat. Allerdings wurde damit normalerweise nur die relative Zeit gemessen (z.B.: 2 Stunden sind vergangen), nicht jedoch die absolute (z.B. halb fünf Uhr am Abend). Später verwendeten die Griechen und Römer solche bei ihnen als "Klepsydra" (=Wasserstehler) bezeichneten Uhren besonders gerne, um im Rahmen von Gerichtsprozessen dafür zu sorgen, dass den unterschiedlichen Parteien eine jeweils gleich lange Redezeit zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang erwähnt sie etwa Plinius der Jüngere: 

Sobald ich mich jedoch gesammelt hatte, begann ich meine Rede, wobei der Beifall der Zuhörer ebenso groß war wie meine Aufregung. Ich sprach fast fünf Stunden, denn den zwölf großen Wasseruhren, die ich erhalten hatte, wurden noch vier weitere hinzugefügt. [...]

Plinius, Epistulae II 11.14 | Übers.: Heribert Philips, Marion Giebel, Reclam 1998/2014

Wie dieses Erzählung des Plinius zeigt, hat man dazumal offenbar je nach Bedarf mehrere solcher Wasseruhren 'in Reihe geschalten'. War der Wasservorrat einer Uhr komplett ausgelaufen, wurde einfach die nächste gestartet. 
Anwendung fanden einfache Wasserauslaufuhren wie diese auch im militärischen Bereich, etwa um die Zeiten des Wachegehens zu regeln. Ein ziemlich ungewöhnlicher Verwendungszweck ist uns jedoch von den Karthagern überliefert.

Als die Karthager Sizilien verheerten, fertigten sie, damit das, was sie jeweils benötigten, schnell aus Afrika gebracht würde, zwei Wasseruhren (die den Ablauf der Zeit durch den gleichmäßigen Auslauf von Wasser aus einem Gefäß messen) von gleicher Größe an und beschrieben in jeder von ihnen gleiche Kreise, die auch dieselbe Aufschrift hatten. Am ersten stand, man brauche Schiffe, am zweiten Lastschiffe, am nächsten Gold, dann wieder am nächsten Kriegsmaschinen, dann wieder Proviant, dann wieder Tiere, dann wieder Waffen, dann Fußsoldaten, dann Reiter. So hatten alle Kreise eine bestimmte Aufschrift. Die eine dieser Wasseruhren behielten sie auf Sizilien, die andere schickten sie mit der Anweisung nach Karthago, sobald man sehen würde, dass eine Fackel erhoben werde, aufzumerken, und wenn das zweite Signal gegeben würde, nachzuschauen, bei welchem Kreis dies erfolge, sodann dessen Aufschrift zu lesen und ihnen rasch das zuzuschicken, was so angezeigt würde. Auf diese Weise konnten die Karthager sehr schnell mit allem versorgt werden, was sie für den Krieg benötigten.

Polyainos, Strategika 6.16.2 | Übers.: Kai Brodersen, De Gruyter 2017

Neben solch einfachen Wasseruhren kannte man in der Antike aber auch wesentlich kompliziertere - wie die beiden folgenden schematischen Darstellungen bzw. Rekonstruktionsversuche zeigen. Sie sind auf technische Erfindungen zurückzuführen, für die vor allem der alexandrinische Gelehrte Ktesibios (3. Jh. v. Chr.) verantwortlich gewesen sein soll. Zahnstange und Zahnrad deuten bereits auf jene mechanischen Uhren hin, die dann im ausgehenden Mittelalter entwickelt worden sind (beide Grafiken fußen auf Darstellungen im "Lexikon der Antike" von Johannes Irmscher, Anaconda Verlag, 1990/2010)

Im "Lexikon der Antike" wird die Funktionsweise der obigen Zeigeruhr vom Altphilologen Johannes Irmscher kurz und bündig erläutert: Wasserzulauf hebt im Wasserkasten den Schwimmer, drückt die Zahnstange nach oben, so dass sie ein Rad mit Zeiger vor einem Ziffernblatt in Umlauf setzt, bis das Becken voll ist.

Der Althistoriker Karl Wilhelm Weeber beschreibt das Funktionsprinzip der unten abgebildeten zweiten Wasseruhren folgendermaßen: Durch einen Schwimmer in dem Gefäß, in das das Wasser floss, konnte der jeweilige Wasserspiegel mit einer Skala in Beziehung gesetzt werden, auf der die Stunden als Linien markiert waren. Eine vertikale Unterteilung der Skala nach den einzelnen Monaten bzw. Tierkreiszeichen bezog die je nach Jahreszeit unterschiedlichen Längen der Stunden ein. Änderungen der Skala oder eine Regulierung der Zuflussdüsen erlaubten es, die Wasseruhr an die geographische Lage des Ortes anzupassen. Den nicht unkomplizierten Aufbau des Ktesibios erläutert Vitruv ausführlich.  ("Alltag im Alten Rom: Das Leben in der Stadt", Albatros 2011)


Es folgt abschließend Vitruvs Beschreibung der Wasseruhren des Ktesibios. Ich gebe diese vollständig wieder, da sie für jene, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, eine außerordentlich interessante - wenn auch nicht immer leicht zu verstehende - Quelle darstellt. Wer hätte z.B. gedacht, dass es von großer Bedeutung war, das Endstück des Wasserzulaufs solcher Uhren aus einem Edelstein oder aus Gold zu fertigen?
Ein für das sinnerfassende Lesen wichtiger Hinweis noch vorab: Die Stunden waren - wie bereits oben kurz erwähnt worden ist - in der Antike unterschiedlich lang: abhängig von der Jahreszeit bzw. der sich damit verändernden Zeitspanne zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Absurd kompliziert? Ja, hier allerdings findet man eine gute Erklärung

2. Auch das Verfahren, mittels Wasser Uhrwerke herzustellen, ist von denselben Gelehrten erforscht worden, und zwar zuerst von Ktesibios aus Alexandria, welcher auch den natürlichen Luftdruck und dıe Verwendung desselben entdeckte. Es ist wohl der Mühe wert, dass die Lernbegierigen erfahren, wie diese Entdeckung gemacht wurde. Ktesibios nämlich, in Alexandrien geboren, war der Sohn eines Barbiers; an Talent und großem Fleiß aber vor den übrigen hervorragend, hatte er, wie berichtet wird, an mechanischen Künsten seine Freude. Da er nun in der Barbierstube seines Vaters einen Spiegel so aufhängen wollte, dass. wenn man ihn herabgezogen hatte und man ihn wieder hinaufbringen wollte, dann eine verborgene Schnur das Gewicht des Spiegels wieder aufwärts zog, da brachte er zu dem Zwecke folgende Vorrichtung an.  

3. Er stellte unter einem Deckbalken (der Stube) eine hölzerne Rinne her und setzte in dieselbe Rollen ein; durch die Rinne zog er dann die Schnur bis an die Ecke und stellte dort eine senkrechte Röhrenfügung her, in welche er eine Bleikugel, an die Schnur befestigt, hinabließ. Da nun das Bleigewicht durch sein Hinabsinken in die enge Höhlung der Röhren auf die in derselben enthaltene Luftmasse drückte, drängte sie die durch den Druck verdichtete Luftmasse in raschem Entweichen durch die Mündung in die freie Luft und presste ihr, sobald sie mit der letzteren in Berührung trat, einen hellen Ton aus.

4. Als daher Ktesibios beobachtet hatte, dass aus dem mit der freien Luft in Berührung tretenden ausgepressten Lufthauch Töne entstünden, erbaute er zuerst, auf diese Grundlage fußend, Wasserorgeln, ferner Wasserdruckwerke, die sogenannten Automateninstrumente, und viele Arten von auf Verschönerung des Lebens berechneten Werken, unter welchen er namentlich auch die Herstellung der durch Wasser getriebenen Uhrwerke entwickelt hat.
Zuerst stellte er nämlich eine Mündung her, indem er diese entweder in einem Stück Gold ausarbeitete, oder mit einem durchbohrten Edelstein; denn diese beiden Körper werden weder von dem Hindurchfließen des Wassers angegriffen, noch bildet sich an ihnen Unreinigkeit, welche das Mündungsloch verstopfen könnte.

5. Indem nun das Wasser ganz gleichmäßig durch diese Mündung hindurchfließt,
hebt es ein umgestürztes Becken, das von den Technikern der Kork oder die Scheibe genannt wird, auf welchem ein Stab angebracht ist, der mit gleichen Zähnen besetzt ist, wie die damit in Verbindung stehende Drehscheibe, welche Zähnchen, ineinander eingreifend, eine langsame regelmäßige Drehung und Bewegung verursachen. Andere, damit in der Verbindung stehend und in derselben Weise gezahnte Drehscheiben, die alle durch ein und dieselbe bewegende Kraft getrieben werden, bewirken durch ihre Drehung der verschiedenen Bewegungen, nach welchen Figuren sich bewegen, Kegelsäulen sich drehen, Kügelchen oder Eier fallen, Blasinstrumente ertönen, und andere Nebendinge mehr.

6. Bei diesen Uhrwerken sind die Stunden entweder auf einer Säule oder auf einem Pfeiler verzeichnet und eine von unten heraufsteigende menschliche Figur zeigt den ganzen Tag über mit einem Stäbchen auf diese hin; die Abnahme und Zunahme der Stundenlänge muss durch das Einstecken oder Wegnehmen von Keilen für jeden einzelnen Tag oder Monat erzielt werden. Der Verschluss zur Regulierung des Wassers muss so hergestellt werden: Man lasse zwei Kegel, von welchen der eine massiv, der andere hohl ist, drechseln, und zwar so, dass der erste in den letzteren sich hineinfügt und genau passt und dass die Lockerung oder engere Zusammenfügung durch einen Regulatorstab entweder das Einschließen des Wassers in jene Gefäße lebhafter oder sanfter macht. So werden nach diesen Regeln und mit dieser durch Wasser in Bewegung gesetzten Vorrichtung Uhrwerke für den Winter hergestellt.

7. Wenn aber die Abnahme oder Zunahme der Tageslängen mittels der Hinzufügung und Wegnahme der Keile nicht stimmen will, weil die Keile oft Fehler verursachen, so wird man sich also zu helfen haben. Man schreibe die Stunden unter Zugrundlegung der Analemmen schräg rings um die Säule und verzeichne für jeden Monat eine besondere Zahlenreihe, die Säule aber muss drehbar gemacht werden, so dass sie durch ihre entsprechende Drehung die Zunahme und Abnahme der Stundenlängen in jedem gehörigen Monat zeigt.

8. Man macht aber auch eine andere Art von Winteruhren, welche Anaphorika genannt und nach folgenden Regeln gefertigt werden. Man verteilt die Stunden unter Zugrundlegung der Analemmafigur, indem man an der Außenwand vom Mittelpunkt aus radienförmig Kupferdrähte zieht, um diese aber Kreise spannt, welche die monatlichen Zeiträume begrenzen. Hinter diesem Drahtnetz bringt man eine Scheibe, an, auf welcher das Weltall verzeichnet und dargestellt ist und der Tierkreis und die Verzeichnung der zwölf Sternbilder abgebildet ist. Von dessen Mittelpunkt ausgehend, verzeichne man das Zeitverhältnis eines jeden Sternbildes, das eine größer, das andere kleiner. Auf der Rückseite der Scheibe aber ist in der Mitte das Ende einer drehbaren Welle eingefugt und über diese ist ein weiches Kupferdrahttau gewunden, an dessen einem Ende der sogenannte Kork oder die Hohlscheibe, welche von dem Wasser gehoben wird, befestigt ist, während an dem anderen ein Sandsack hängt, der ganz dasselbe Gewicht hat, wie der sogenannte Kork. 

9. So wird dies Sandgewicht, indem es in demselben Maße, in welchem der Kork vom Wasser gehoben wird, nach abwärts sinkt, die Welle drehen, die Welle aber die Scheibe, deren Drehung bald bewirkt, dass der größere Teil des Tierkreises, bald, dass der kleinere Teil bei seinen Umdrehungen in der gehörigen Zeit die je nach Jahreszeit ungleich langen Stunden bezeichnet. In den einzelnen Sternbildern sind nämlich so viele Löcher, als jeder entsprechende Monat Tage hat, ein in dieselbe eingestecktes Knöpfchen, welches an den Uhren das Bild der Sonne zu tragen pflegt, zeigt die Stundenlängen an, und dieses Knöpfchen, von einem Bohrloch in das andere bis zum Ende eines Monats gesteckt, verfolgt seine Bahn.

10. Wie daher die Sonne, während sie die Sternbilder der Reihe nach durchzieht, die Tage und Stunden verlängert und verkürzt, so gibt an diesen Uhren das Knöpfchen, von einem Loch zum andern täglich in der Linie gegen den Mittelpunkt weiterrückend, indem es in der einen Zeit durch weitere, in der andern durch engere Räume kreist, innerhalb jeden Monats das Abbild der Stunden und Tage. Um aber den Wasserzugang gehörig regulieren zu können, muss man es so machen:

11. Hinter der Uhrwand im Innern lege man den Wasserbehälter an, in welchen das Wasser durch eine Röhre fällt und welcher ganz unten eine Mündung hat. Vor diese aber ist ein bronzener Hohlzylinder zu heften, mit einem Loch versehen, durch welches das Wasser aus dem Behälter in den Zylinder hineinfließt. In diesem aber ist noch ein kleinerer Hohlzylinder eingeschlossen, und zwar in kreisförmigem Falz und entsprechender Falzpfanne gehend, die so ineinander gefugt sind, dass der kleinere Zylinder, wenn man ihn wie einen Hahn in dem größeren Zylinder herumbewegt, sich eng anschließend und doch sanft dreht.

12. Der Rand des größeren Hohlzylinders hat in gleichen Abständen dreihundertfünfundsechzig Punkte verzeichnet; die schließende Scheibe des kleineres dagegen hat an ihrem Kreisrand ein Zünglein festgenietet, dessen Spitze nach den Punkten zeigt; an dem Scheibenrand ist das Mündungsloch sorgfältig hergestellt, weil durch dieses das Wasser zum sogenannten Kork fließt und durch dieses die Speisung der Wasseruhr vollzogen wird. Da aber am Rande des größeren Zylinders die Figuren der Sternbilder des Tierkreises sind, und dieser größere Zylinder unbeweglich ist, so muss er ganz oben das Zeichen des Krebses, von da in senkrechter Linie unterhalb das des Steinbockes zur Rechten für den gegenüberstehenden Beschauer das der Waage, zur Linke das des Widders haben, und es sollen auch die übrigen zwischen den Räumen dieser so verzeichnet sein, wie man sie am Himmel sieht. 

13. Wenn daher die Sonne im Steinbock steht, so wird während das Zünglein der
Scheibe (des inneren Zylinders) auf der Seite des Steinbockes an dem Rand des größeren Zylinders Tag für Tag je einen Punkt berührt, und der starke Druck des abfließenden Wassers senkrecht seine Entladung findet, dieser Druck es rasch durch das Mündungsloch in das das Wasser aufnehmende Gefäß drängen, und weil das letztere in verkürzter Frist gefüllt ist, so wird er die Tages- und Stundenlängen beeinträchtigen und verkürzen. Wenn aber das Zünglein des kleineren Zylinders, Tag für Tag in der Umdrehung weiterrückend, im Raum des Wassermannes eintritt, dann weicht das Mündungsloch von der senkrechten Richtung ab und das Wasser wird gezwungen, von seiner heftigen Strömung abzulassen und seinen Strahl etwas langsamer zu entsenden; und je weniger rasch das Gefäß das Wasser empfängt, desto mehr werden die Stundenlängen wachsen.

14. Steigt dann das Mündungsloch der Scheibe an den Punkten innerhalb der Räume des Wassermanns und der Fische wie auf Stufen aufwärts, so wird es, indem es im Widder den achten Teil berührt, mit gemäßigter Stärke des Wasserstrahls die Stundenlänge der Tag- und Nachtgleiche erzielen. Gelangt dann das Mündungsloch durch die Umdrehung des Zylinders vom Widder durch die Räume des Stieres und der Zwillinge bis zu den höchsten Punkten des ersten Achtels des Krebses dem Scheitel zugehend, so wird die Kraft des Wasserstrahls gemindert, und durch das langsamere Fließen dehnt es die Tageslängen aus und erzielt die Stundenlängen der Sonnenwende im Sternbild des Krebses. Wenn sich dann das Mündungsloch vom Krebs an abwärts neigt und in seiner Drehung durch den Löwen und die Jungfrau bis zu den Punkten des ersten Achtels der Waage vorwärts schreitet, vermindert es stufenweise die Stundenlängen, und so zu den Punkten der Waage gelangend, bringt es wieder die Stunden der Tag- und Nachtgleiche zur Darstellung.

15. Indem sich dann endlich die Mündung durch die Räume des Skorpions und des Bogenschützen noch weiter abwärts bewegt und nach seiner vollen Umdrehung in das erste Achtel des Steinbockes zurückkehrt, wird auch die Raschheit seines Wasserstrahls wieder der Kürze der Stunden in der Zeit der Wintersonnenwende entsprechend hergestellt“.
Die Regeln und Vorrichtungen bei Herstellung von Uhren habe ich nun, um sie für die Anwendung zugänglicher zu machen, so klar, als es mir möglich war, beschrieben: es ist nur noch übrig, über den Maschinenbau und die dafür geltenden Grundsätze zu handeln. Ich will daher von diesen in dem folgenden Buch zu schreiben beginnen, damit dieses Handbuch der Architektur lückenlos zum Abschluss gebracht werde.

Vitruv, Zehn Bücher über Architektur IX 8.2-15 | Übers.: Franz Reber, Marix Verlag 2019

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