Posts mit dem Label In eigener Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label In eigener Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 14. Juni 2026

🍹 Sommerliche Blogpause bis 15. Juli (es geht nicht anders) 🌴


Ich hab es versucht. Ich habe es wirklich versucht. Aber zeitlich geht bei mir momentan gar nichts. Jetzt ist kürzlich wieder ein "Riesending" dazwischengekommen. Und bevor ich hier weiterhin nur noch sporadisch und unzuverlässig etwas poste, verlege ich lieber die mehrwöchige Sommerpause vor, die normalerweise jedes Jahr von Ende Juli bis Ende August eingeplant ist. Das bedeutet konkret, ich bin ab dem 15. Juli wieder da. Und zwar mit dem angekündigten Beitrag über mein Mikroskop (in dem ich dann auch ein paar kritische Worte zu Amazons Rezensionssystem sagen werde).

Ich hoffe auf das Verständnis der Leser und wünsche allen schon mal einen schönen Sommer! 🍹



Donnerstag, 9. April 2026

🔥 Ich sei zu politisch... bei meiner Kritik an der Archäologie


Kürzlich hat mir jemand geschrieben, dass ich zu politisch in meiner Kritik am archäologischen Betrieb sei; es wäre besser, wenn ich ausschließlich auf die Methodik- und Logikfehler hinweisen würde, anstatt auch mögliche Motive zu hinterfragen. Denn Letzteres könnte dazu führen, dass einige Leser abgeschreckt werden. 
Nun, das habe ich in ähnlicher Form vor einigen Jahren schon einmal so zu hören bekommen. Das Problem dabei ist: Wenn die andere Seite politisch wird - bzw. aus politisch-weltanschaulichen Gründen heraus agiert - wie kann ich da in meiner Reaktion völlig unpolitisch erscheinen? Selbst meine Aufforderung, Wissenschaft muss rein dem objektiven Erkenntnisgewinn verpflichtet sein, und nicht einer Ideologie, wirkt ja auf allzu viele Leute bereits 'verdächtig'. 

Nehmen wir als Beispiel die sogenannte "feministische Archäologie", die ja wirklich eine nahezu astreine Ideologieveranstaltung ist - siehe: Merowinger-KriegerinnenWikinger-Kriegerinuswusf. All das ist nichts anderes als der Versuch des gezielten Umdeutens archäologischer Befunde, um in der Vergangenheit Material für heutige politische Zielsetzungen zu 'finden'; fundamentale Regeln der archäologisch-historischen Wissenschaft werden dabei oft ignoriert oder ihrerseits einer unseriösen Neudefinition unterzogen. Aus Korrelationen/Scheinkorrelationen/Koinzidenzen werden - ohne es beweisen zu können - Kausalitäten. Was nicht passt, wird passend gemacht. 
Wobei, ganz erschöpft sich der Zweck der feministischen Archäologie nicht alleine in solchen pseudowissenschaftlichen Purzelbäumen. Nein, die ganze Nummer dient auch dem Schaffen von Netzwerken. Oder anders formuliert: Über nepotistische Strukturen wollen sich Akademikerinnen gegenseitig fette Posten in der Archäologie zuschanzen. Feministische Archäologinnen offenbaren dieses Ziel in ihren Statements sogar selbst, aber natürlich verklausuliert bzw. beschönigend. Formulierungen wie "zusammenhalten" und "sich gegenseitig bei Bewerbungen unterstützen" sind mir da aus Vorträgen und Texten in (un)guter Erinnerung.

Anderes Beispiel: Das Römisch-Germanische Zentralmuseum - das jetzt anders genannt werden will - fühlte sich bemüßigt, den Twitter- bzw. X-Account des eigenen Fördervereins/Freundeskreises zu verteidigen, nachdem dieser einen Aufruf zur quasi rassistischen Diskriminierung bei der Vergabe von Museumsjobs 'retweetet' hat. Alleine das gibt schon beredt Auskunft über den mentalen Zustand der Verantwortungsträger dieses Museums. 
Wer aber immer noch Zweifel hegt, dass es sich auch hierbei um einen durchpolitisierten Ideologieverein handelt, den möchte ich darauf hinweisen, dass das Museum sowie sein Freundeskreis X/Twitter vor rund einem Jahr verließen und sich schnurstracks zur weltanschaulichen 'Kreiswichs'-Plattform Bluesky vertschüsst haben, wo man nun - auf Steuerzahlerkosten - in der Social-Media-Bedeutungslosigkeit vor sich hin vegetiert. Das Museum würde diese Flucht wohl 'Haltung' nennen, aber das ist nur ein Euphemismus für 'Gesinnung' und 'virtue signalling'. Jeder, der sich mit dieser Materie beschäftigt, weiß genau, dass die Abkehr diverser Museen und Organisationen von Twitter/X indirekt ein klares Statement für eine nicht sehr pluralistische Auslegung des Begriffs 'Meinungsfreiheit' ist.
Ohnehin muss man sich die Frage stellen, ob es ein juristisch relevantes 'Verprassen' von Steuergeld ist, wenn sich eine staatliche Einrichtung bewusst nicht auf jene großen Social-Media-Plattformen begibt, die die meisten Menschen erreichen, sondern stattdessen auf vergleichsweise winzige wie Bluesky, bloß weil diese den Verantwortlichen weltanschaulich besser zu Gesicht stehen. Die Social-Media-Beauftragten einer solchen staatlichen Einrichtung verursachen schließlich in beiden Fällen die gleichen Kosten - jedoch bei sehr unterschiedlicher Breitenwirkung.

Die brachiale politisch-weltanschauliche Schlagseite archäologischer Akteure beschädigt nicht nur die Reputation der Archäologie als Wissenschaft, sondern sollte längst auch ihre Finanzierung durch die Öffentliche Hand in Frage stellen. Weitere Beispiele sind hierfür die "Berner Erklärung", mäßig schlaue Bücher aus dem Umfeld vermeintlich seriöser Universitäten und sprachliche Anbiederungen an einen Zeitgeist. Ich könnte die Liste noch lange so fortsetzen.

Nicht jedem Archäologen gefällt all das. Ich habe selbst mit einigen zusammengearbeitet, die sich sogar sehr über das öffentliche Tugend-Geschleime, das sensationsheischend-pseudowissenschaftliche Thesenspinnen und das ständige Vertauschen von Kausalität und Korrelation ärgern. Sie sagen mir aber auch, dass man sich in eine Karrieresackgasse begibt, wenn man aus der Reihe tanzt. 
Was nicht überraschend ist, denn nur die wenigsten Menschen sind im tiefsten Inneren ihres Herzens echte Demokraten, die Meinungsfreiheit konsequent zu schätzen wissen (und dazu zählen durchaus auch erhebliche Teile jener Kräfte, die - weil ihr politisches Lager institutionell seit einigen Jahrzehnten am kürzeren Ast sitzt - zwar öffentlich lauthals mehr Meinungsfreiheit fordern, aber andererseits diese selber gerne mit Füßen treten; siehe etwa dieser Heini). Daher werden in der staatlichen bzw. staatsnahen Wissenschaft zuvörderst gleichmeinende Personen kooptiert. Aber natürlich hat man auch in der von Drittmitteln dominierten Sparte nach jemandes Pfeife zu tanzen, um beruflich weiterzukommen. Wer zahlt, schafft an - sagt ein altes Sprichwort.

All das zu kritisieren, sollte nicht fragwürdig sein. Und ich werde es auch weiterhin in der mir passend erscheinenden Form machen. 


Sonntag, 1. September 2024

Urlaubserlebnisse ...

Stimmungsmäßig bereite ich mich bereits auf die bevorstehende Weihnachtszeit vor 😃 (ich kanns wirklich kaum erwarten, dass dieser Sommer (bzw. El Niño und die solare Hyperaktivität) endlich vorbei ist. Das waren mir diesmal definitiv zu viele heiße Sonnentage, auch wenn in unserem Garten dadurch das Gemüse wie Unkraut gewuchert ist - besonders die Tomaten).

Die Sommerpause des Blogs ist zu Ende. Es waren interessante fünf Wochen. Z..B. habe ich dem Vortrag eines ehemaligen Archäologen gelauscht, der über seine wilden Abenteuer im Ägypten der 1970er-Jahre berichtet hat, als dort Krieg mit Israel herrschte und sich sein überwiegend ausländisches Grabungsteam für mehrere Tage in einer unterirdischen Höhlenanlage aus der Zeit des Pharaos Sethos I. verstecken musste, wo man dann zufällig auf Funde gestoßen ist, die seither von der ägyptischen Altertümerverwaltung aus politischen Gründen unter Verschluss gehalten werden...
Nun ist der Mann, der über all das berichtet hat, hörbar aus jenem Teil Deutschlands gekommen, in dem man dialektbedingt gerne aus dem CH ein SCH macht. Eh schon wissen: "Schemie",  "Arschäologe" oder "Scheopspyramide"; übrigens, ich erinnere mich an jemanden auf Youtube, der sich diesbezüglich sogar noch gesteigert hat und von der "Dscheopspyramide" sprach 😆. Dermaßen weit ging unser Redner zwar nicht, allerdings meinte er an einer Stelle des Vortrags, dass er auch schon auf der griechischen Insel "Schalkis" (Chalkis) gewesen sei. Worauf ich mich an meine Begleitung gewendet und sie leise gefragt habe, ob wohl "auf Schalkis" diese eine Fußballmannschaft ihr Heimstadion hat. 😁
Meine Begleitung hat das leider nicht verstanden, weil sie noch weniger Ahnung von Fußball hat als ich. Aber ein Herr einen Sitz weiter hat es mitbekommen, begriffen und hörbar darüber gelacht. Was ihm sofort stirnrunzelnde Blicke von Leuten aus dem Publikum und vom Podium einbrachte.
Das hat mich an meine Zeit in einer katholischen Privatschule erinnert. Schon damals konnte ich nie meinen Mund halten und habe so mehr als einmal Schulkollegen mit ins "Verderben" gerissen. Was bedeutete, dass man zur Strafe die Schulordnung abschreiben musste. Wenn man dabei Glück hatte, war es nur die kleine, hingegen wenn es blöd lief, bekam man die große vorgelegt - und das hat dann schon mal locker zwei Stunden der Freizeit aufgefressen.
Aber das war es meistens wert. Einen aufgelegten Elfer muss man einfach verwerten. Mit großem Vergnügen erinnere ich mich z.B. heute noch daran, wie die Klasse im Musikunterricht gefragt wurde, was das besondere Charakteristikum einer Oper ist. Woraufhin ich zur Erheiterung meiner Mitschüler gemeint habe, dass man fast nichts vom Gesungenen versteht. Hui, hat die Lehrerin mich daraufhin giftig angeschaut, dabei habe ich doch absolut recht gehabt. 😄

Es folgt nun stärkerer Tobak: In der Sommerpause hat mich die E-Mail eines Gymnasiallehrers aus Stuttgart erreich. Der hat sich vor allem wegen meiner Rezension des letzten Hefts von Bayerische Archäologie aufgepudelt. Ich hätte nicht begriffen, worum es bei der Archäologie der Moderne geht, und überhaupt hätte ich ja von gar nichts eine Ahnung (er freilich auch nicht, weil wer allen Ernstes im archäologischen Kontext etwas von einer "Kohlendioxid-Datierung" schreibt - statt Radiokohlenstoffdatierung -, der ist offenbar zu oft mit seinen Schülern bekifft auf einer "Fridays for Future"-Demo herumgehüpft). 
Dann hat der Heini sich auch noch kryptisch über mein mutmaßliches Wahlverhalten geäußert, weil er natürlich vorhersehbar wie der Pawlowsche Hund auf meine Kritik am archäologischen Steuergeldverbrennen reagieren musste. Seiner Meinung nach ginge es etwa beim (sauteuren) Rumbuddeln auf einem ehemaligen KZ-Gelände (wo dann bloß ein paar Zahnpastatuben, einige alte  Knöpfe sowie wissenschaftlich ähnlich wertloser Nippes zutage gefördert wurden!) um eine historische Verantwortung und das sogenannte "christlich-jüdische Erbe". 
Klar, dass er das KZ-Beispiel bringen musste, und nicht etwa die von mir ebenfalls kritisierte Nonsens-Erforschung der Abfallgrube einer Hippie-Kommune. Auschwitz ist halt immer noch der stärkste Knüppel im Arsenal schlicht formatierter Gemüter. Und doch ist es nur Blabla. Besonders wenn ich diesen abgenudelten Verklammerungsbegriff vom "christlich-jüdischen Erbe" lese, ist bei mir sofort der Ofen aus. Das Hochpumpen des Judentums hinsichtlich seiner historischen Bedeutung für die europäische Kultur ist nach meinem Dafürhalten nämlich nichts anderes als heuchlerischer Philosemitismus bzw. allerbilligste Tugendsignalisiererei. Man könnte es auch als ein fadenscheiniges Distanzierungsritual bezeichnen, nachdem ja die eigenen Vorfahren mit den Juden über viele Jahrhunderte hinweg wenig liebenswürdig umgesprungen sind; ganz besonders nicht in den 1930er- und 1940er-Jahren. Die Missetaten unserer Altvorderen rechtfertigen freilich weder Geschichtsklitterung noch das Betrachten des Judentums durch eine rosarote Brille. Die Geschichte zeigt, dass Juden, wenn sie einmal am längeren Hebel saßen, nicht immer total harmlos und lieb gewesen sind; entsprechend werden z.B. im Alten Testament ethnische Säuberungen und Völkermorde abgefeiert (diesbezüglich muss man nur die Falotten fragen, die derzeit in der israelischen Regierung sitzen, Stichwort "Amalekiter"/"Amalek"). Die griechisch-römische Kultur hat uns letztendlich wesentlich stärker geprägt als diese Wüstenreligion (Schrift, Recht, Kunst, Sprache, Wissenschaft). Demzufolge  müsste man aus deutlich besseren Gründen heraus von einer "griechisch-römisch-christlichen Kultur" sprechen. 
Und wenn es dann immer heißt, das Christentum mit seinen angeblich so wirkmächtigen moralischen bzw. ethischen Prinzipien basiere doch aber auf dem Judentum, dann ist das auch wieder nur eine halbe Wahrheit (mit der man bekanntlich am besten lügen kann). Sicher, das Christentum ist eine Abspaltung des Judentums. Doch erstens grenzt sich das Christentum in einigen zentralen Punkten klar vom Judentum ab bzw. verwirft jüdische Paradigmen (das Alte Testament in die Bibel aufzunehmen war bei frühen Christen nicht zufällig umstritten). Zweitens ist manch moralische Richtschnur, die man aufgrund einer maßlosen Selbstüberschätzung gerne dem Christentum/Judentum als originär zuschreibt, in Wirklichkeit auch schon in etlichen der später christianisierten Kulturen vorgekommen (dass man etwa nicht töten/morden oder lügen sollte ist üblicherweise 'common sense', wie der Japanese sagen würde). Und drittens ist das Judentum selbst ja nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern beruht seinerseits auf wesentlich älteren Kulturen - wie etwa jener des Alten Ägyptens (die bedeutende Bibelfigur Mose hat nicht zufällig einen Namen verpasst bekommen, der denen mehrerer Pharaonen ähnelt). Man könnte deshalb bei den Autoren des Alten Testaments geradezu von Religionsplagiatoren sprechen, die sich überall bedient haben, ohne die Quellen zu nennen (die christlichen Autoren der Evangelien waren freilich nicht besser). Aber hört man heutige Juden deshalb ständig von einem ägyptisch-jüdischen oder einem altorientalisch-jüdischen Erbe schwadronieren? Nein. Wenn man von ein paar Historikerzirkeln absieht, wollen Juden von ihren religiösen Vorgängern und Ideenlieferanten rein gar nichts wissen. Das würde ja die eigene Einzigartigkeit schmälern, die man sich seit rund 3000 Jahren einredet.
Davon abgesehen sind die europäischen Diaspora-Juden heute sowieso fast durch die Bank säkular. Die rennen genauso ungerne in irgendeine Synagoge wie der typische Taufschein-Christ in eine Kirche. Und selbst hinsichtlich ihrer äußeren Erscheinung haben die europäischen Juden nach 2000 Jahren mit ihren Vorfahren aus dem Nahen Osten in etwa so viel Ähnlichkeit wie Ricarda Lang mit einer Bohnenstange. Ich würde sogar sagen, dass viele der hiesigen Juden genetisch enger mit Arminius dem Cherusker verwandt sind, als es der gescheiterte Landschaftsmaler aus Braunau am Inn war (Ausnahmen wie Paolo Pinkel bestätigen die Regel).
Fakt ist außerdem, dass die Masse der echten bzw. der gläubigen Juden Jesus schlicht für einen Gauner halten; bestenfalls ist er in ihren Augen ein missinterpretierter Prediger (was ich sogar unterschreiben würde) und bei seinen Anhängern - den Christen - handelt es sich um fehlgeleitete Volltrotteln. Es gibt im Netz eine Fülle an Videomaterial, in dem man diese Dinge beispielsweise aus den Mündern von israelischen Rabbinern hören kann (ihre hiesigen Kollegen trauen sich dergleichen natürlich nicht öffentlich zu sagen). Auch reichweitenstarke Medienpersönlichkeiten wie der jüdisch-amerikanische Ben Shapiro fallen wiederholt mit abfällig-spöttischen Bemerkungen über Jesus auf. Diese Leute sprechen klar aus oder deuten zumindest an, was sich wohl fast alle gläubigen Juden über die christliche Religion denken. 
Im Angesicht von all dem sollten jene, die wie dieser Stuttgarter Lehrer so betont das Judentum abbusseln, einen Satz von Erich Kästner beherzigen: "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken." 

Und zum Schluss: Überraschenderweise wurde ich schon kurz nach dem Urlaubsbeginn Zeuge einer archäologischen Ausgrabung, zu der ich hinsichtlich des Grabungsortes auch einen persönlichen Bezug habe. Ich habe vom Grabungsplatz Fotos gemacht und mit einem Archäologen vor Ort gesprochen. Der Beitrag dazu wird demnächst veröffentlicht.


Dienstag, 23. Juli 2024

🍹 Das Blog vertschüsst sich in die Sommerpause! 🌴


Das Blog und der Blogger machen 5 Wochen lang Sommerpause. Ich werde die Zeit unter anderem dafür nutzen, endlich Hiragana und Katakana ordentlich zu lernen - die beiden einfacheren der drei japanischen Schriftsysteme (es handelt sich um Silbenschriften). Kanji - das für die japanische Sprache angepasste chinesische System mit seinen tausenden Zeichen - spare ich mir für später auf. Und ja, die Japaner verwenden tatsächlich drei Schriftsysteme parallel für ihre Sprache (nicht selten in einem Satz wild durcheinandergewürfelt). Andererseits: Wir lernen in gewisser Weise sogar vier verschiedene Schriften: Druckschrift (groß und klein) sowie Schreibschrift (groß und klein). Und bis in die 1940er-Jahre hinein gabs sogar noch die - aus meiner Sicht - absolut ätzende Frakturschrift. Die heute übrigens in der Populärkultur als typische Nazi-Schrift gilt, obwohl sie ausgerechnet von den Nationalsozialisten (mehr oder weniger) verboten wurde (es war eben nicht alles schlecht, unterm Hitler 😁). 

Ich freue mich ja als absoluter Nicht-Fan des Sommers jetzt schon auf den Herbst. Das Grazer Becken ist nämlich an Schwüle kaum zu übertreffen (ohne Klimaanlage, die das Haus auf knapp über den Gefrierpunkt runterkühlt, hätte ich hier schon längst Seppuku gemacht). Immerhin, einen Vorteil hat dieses Lokalklima: Aufgrund eher schwacher Winde pflastern uns die Politdeppen hier nicht die Landschaft mit Windturbinen voll. Was ja auch etwas wert ist, wenn ich mir anschaue wie etwa die Gegend rund um Wien mittlerweile verschandelt worden ist. 

Ich wünsche den Lesern einen angenehmen Restsommer mit einem hoffentlich windradfreiem Ausblick. Am 01. September geht es dann hier mit dem Blog wieder weiter. Sayonara!


Mittwoch, 7. Oktober 2020

Der allerletzte Sch... marren!

Die von mir hier seit über acht Jahren verwendete Blogger-Plattform hat die Benutzeroberfläche, über die man die Blogbeiträge erstellt, total umgekrempelt. Die Betonung dabei liegt auf Krempel, denn genau das ist das Endergebnis (selbst auf meinem Haupt-Rechner mit einem i9 und 16GB DDR4-RAM gibt es beim Editieren größerer Seiten wie "Hörbares" massive lags). Es ist gut möglich, dass hier in den kommenden Wochen bei veröffentlichten Blogbeiträgen Merkwürdigkeiten bzw. Fehlfunktionen auftreten, weil mich die neue Oberfläche mit ihrer z.T. eingeschränkten Funktionalität sehr verwirrt (im Community-Forum von "Blogger" bzw. "Blogspot" sind gerade etliche Nutzer aus demselben Grund ziemlich verärgert). 
Wem etwas in der Richtung auffällt, der schreibe das bitte in den Kommentarbereich rein. Ich versuche dann das Problem zu beheben.

PS: Mit 'Fehlern' ist nicht meine mitunter originelle Interpunktion gemeint. 😃


Freitag, 31. Juli 2020

🌞 Hiltibold has left the building! 🌴

Ich brause nun - wie jedes Jahr um diese Zeit - mit Vollgas in die Sommerpause. Endlich werde ich dazu kommen, einige interessante Bücher zu lesen, die ich teilweise schon viele Monate lang im Regal stehen habe:
Außerdem werde ich eine umfangreiche und für die Blogleser hoffentlich unterhaltsame Besprechung der im Vorjahr veröffentlichten Kino-Doku über die Mittelalterbaustelle Campus Galli schreiben 😊. Besagte Doku kann übrigens mittlerweile von Amazon-Prime-Mitgliedern kostenlos angesehen werden (gut, dass ich so lange gewartet habe...).

Anfang September geht es dann hier wieder weiter. Bis dahin wünsche ich allen einen erholsamen, vollentspannten Rest-Sommer!




Donnerstag, 9. Juli 2020

Krimskrams: Beleidigte Leserwürste -- Die Uni als abgesandelte Titelmühle -- Museale Schlampereien -- usw


Beleidigte Leserwürste

Sobald hier über ein Reizthema geschrieben wird (siehe etwa die diskriminierende Twitterei des Komisch-Germanischen Zentralmuseums), steigt die durchschnittliche Zugriffszahl des Blogs für mehrere Tage um ca 25 Prozent an. Das ist erfreulich - nicht zuletzt weil ich weiß, dass ich hier wieder einmal genau die richtigen Leute geärgert habe. 😄
Andererseits befindet sich unter den Angesäuerten auch der eine oder andere Leser, der mir eigentlich bisher gewogen war, es jedoch nicht akzeptieren kann, wenn unter mittlerweile über 1700 Blogbeiträgen mal einer vorkommt, der nicht mit seinen Überzeugungen kompatibel ist; so jemand verabschiedet sich dann schon mal auf Nimmerwiedersehen. Meiner Ansicht nach ist das zwar ein ziemlich unreifes Verhalten, aber Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten.

Freilich, nicht jeder verschwindet geräuschlos. Vielmehr verfällt manch beleidigte Leserwurst ins Gegenteil und verlegt sich aufs Motzen um des Motzens willen. Zwar kommt das sehr selten vor, aber ein wenig nervig kann es trotzdem werden. Z.B. als da kürzlich jemand gemeint hat, ich würde ja nicht nur auf auf Videos und Podcasts verlinken, die sich thematisch um Antike und Mittelalter drehen; das wiederum widerspräche meiner Blogbezeichnung "Wanderer zwischen Antike und Mittelalter". Ja und? Ist das ernsthaft kritikwürdig? 🙄
Eventuell weil ich mit zunehmendem Alter die Geduld rascher verliere, lege ich keinen rechten Wert mehr darauf, mich so jemandem gegenüber 'konziliant' zu zeigen. Wobei ich besonders übellaunig und kratzbürstig werde, wenn bloß mit Schlagworten kritisiert wird, ohne eine Beweisführung auch nur zu versuchen. Das erfüllt klar den Tatbestand des Trollens. Dergleichen kann man ja gerne in einer der Social-Media-Klapsmühlen mit scharfer Zeichenbegrenzung machen, aber bitte nicht hier.

—————–

Die "Blockchain-Queen" und die Uni als abgesandelte Titelmühle 

Die FAZ berichtet über einen eindrücklichen Fall von mutmaßlicher Dissertationsbehumpserei.

Doktortitel der Berliner „Blockchain Queen“ widerrufen

Vor zwei Jahren ließ die „Zeit“ über 25 Frauen abstimmen, die „unsere Wirtschaft revolutionieren“. Darunter war auch die in den Medien gelegentlich als „Blockchain Queen“ bezeichnete Shermin Voshmgir als Gründerin des „Blockchain-Hubs“ zu finden. Das, so erklärte die Zeitung, sei ein Informations-Hub und Thinktank in Berlin, der die weltweite Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. „Auch als Direktorin des Instituts für Kyptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien möchte sie ihr Wissen weitergeben. Außerdem unterstützt sie Start-ups mit dem Schwerpunkt Blockchain“, hieß es damals.

Nun hat die Wissenschaftsplattform „VroniPlag Wiki“ ihre Doktorarbeit „Assessing the Impact of XML/EDI with Real Option Valuation“ analysiert und nach eigenen Angaben auf 90 Prozent der Textseiten Plagiate gefunden. Das ist ein sehr hoher Wert, der sich in Dimensionen eines Karl-Theodor zu Guttenberg bewegt. 


Wieder einmal muss ich an die Worte des Militärhistorikers Marcus Junkelmann denken, der in seinem Interveiw mit mir sagte: "Was wir mit dem akademischen Schrott anfangen sollen, der da in wachsender Menge produziert wird, ist mir schleierhaft."

Wen wundert diese Entwicklung? Qualitätskriterien werden doch schon im Bereich der grundlegenden Schulbildung zurückgebaut, mit dem ideologischen Fernziel, die sogenannte Akademikerquote auf Teufel komm raus zu steigern.
Apropos "Quote: Seit einiger Zeit sind Geschlecht und Hautfarbe erstaunlicherweise wieder Kriterien für die Aufnahme an Universitäten und berufliche Anstellungen. Man nennt diese oft staatlich verordneten Diskriminierungsprogramme dann euphemistisch "Förderungen". Jedoch ein Wissenschaftsbetrieb, der auf Verlangen radikaler Ideologen keine farbenblinde Meritokratie mehr sein darf - die, nebenbei bemerkt, eine der größten Errungenschaften der modernen westlichen Welt darstellt - kann langfristig nur zum Scheitern verurteilt sein. Beispiele wie das obige sind Indikatoren für einen moralischen und wissenschaftlichen Verfall. Unsere Universitäten sind längst zu Titelmühlen für Personen mit Minderwertigkeitskomplexen verkommen. Wichtig ist heutzutage offenbar vor allem der Schein, nicht mehr das Sein.

Übrigens: Die ertappte "Blockchain-Queen" hat zwischenzeitlich auf die Vorwürfe geantwortet: Jene ihr massenhaft nachgewiesenen Stellen mit 'Plagiaten' seien keine Absicht gewesen. Sie habe anno dazumal als Doktorandin halt leider nicht so recht gewusst wie man wissenschaftlich korrekt zitiert ("Habe ich vielleicht schlampig gearbeitet? Ja"). Kurios, als ob Unwissenheit und vor allem Schlamperei den Fall wesentlich besser machen bzw. vor Strafe schützen würden.
Sie mutmaßt außerdem, dass jene Menschen, die Ihre Doktorarbeit abgeklopft haben, eventuell von finsteren Motiven getrieben sind ("War das jemand, der frauenfeindlich ist? War das jemand, der ausländerfeindlich ist? [...]). Spätestens hier ist schallendes Gelächter angebracht. Wirft man doch gerade der betreffenden Website VroniPlag schon seit Jahren vor, es würden dort vor allem die Arbeiten von 'Konservativen' untersucht werden - dass also VroniPlag von deren politischen Gegnern betrieben wird (und die sind nicht gerade für ihre Frauen- und Ausländerfeindlichkeit bekannt). Ganz davon abgesehen: Die vermutete Motivation der Plagiatsjäger ändert nichts an etwaigen Verfehlungen der Frau. Anscheinend möchte sie nicht nur ihre Kritiker in ein schiefes Licht rücken, um deren Glaubwürdigkeit zu untergraben, sondern es soll vor allem auch verhindert werden, dass weitere Medien den Fall aufgreifen. Denn welcher Journalist hat schon das Verlangen, sich an die Seite von bösen Ausländer- und Frauenfeinden zu stellen? Alleine die in den Raum gestellte Möglichkeit reicht oft schon aus, um die Finger von so einer Story zu lassen. Hinzu kommt, dass es sich hierbei möglicherweise auch um eine Art moralischen Erpressungsversuch in Richtung ihres Arbeitgebers - der WU Wien - handelt. Der hat die "Blockchain-Queen" nämlich konsequenterweise schon vor Monaten "dienstfrei gestellt".

You can't make this up - würden die Amis sagen.

—————–

Museale und ähnliche Schlampereien

Eine bedeutende Kaiserurkunde* aus dem frühen Mittelalter galt im Stadt- und Stiftsarchiv von Aschaffenburg als verschollen, ist nun aber - schwuppdiwupp - plötzlich wieder da! Klick mich

Hierbei handelt es sich um ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr Museen und Archive längst den Überblick über ihre stetig anwachsenden Bestände verloren haben (sofern sie ihn überhaupt je hatten). Objekte verschwinden oder tauchen Jahrzehnte später aus dem Nichts wieder auf. Dieser schlampige Umgang mit öffentlichem Eigentum ist schon eine Frechheit.

Wenn man freilich - wie es manch wissenschaftlicher Mitarbeiter tut - ständig auf Twitter herumlungert, um dort rauf und runter zu politisieren, dann kann es natürlich leicht vorkommen, dass der eigentliche Job vernachlässigt wird. Genau diese Leute sind es in der Regel auch, die gegen den privaten Antikenhandel wettern und sich empört gegen Reform-Ideen wie das 'Entsammeln' verwehren, obschon sie selbst immer und immer wieder Inkompetenz zur Schau stellen, wenn es um die Bewahrung unserer materiellen Geschichte geht.

* Ob die wiederentdeckte Urkunde in Aschaffenburg überhaupt echt ist, ist eine ganz andere Frage. Denn gerade kaiserliche und königliche Urkunden wurden im Mittelalter massenhaft gefälscht. Das im deutschen Sprachraum vielleicht bekannteste Beispiel ist das Privilegium maius.

—————–

Der unzeitgemäße Rechtevorbehalt des DAI

Archäologische 3D-Modelle zum Anschauen gibt es im Online-Archiv Arachne : Klick mich

Einfach auf die gewünschte Modell-Bezeichnung draufklicken, dann öffnet sich eine weitere Seite, auf der man links noch "3D-Modell-Viewer" auswählen muss und es geht los.

Doch was muss ich da lesen? "License: Alle Rechte vorbehalten"?! Erst mal mutet diese Mischung aus Englisch und Deutsch eigenartig an; warum konnte man sich bei dem Hinweis nicht für eine Sprache entscheiden?
Nicht bloß eigenartig, sondern eigentlich schon ein wenig ärgerlich ist aber, dass das Deutsche Archäologische Institut als Kostgänger des Steuerzahlers die Modelle nicht komplett frei zugänglich macht, sodass Interessierte sie z.B. auf dem eigenen 3D-Drucker ausdrucken oder auf andere Art und Weise nutzen könnten. Auf meine Nachfrage "Das ist sehr schön. Sind die Dateien der Modelle gemeinfrei/kostenlos herunterladbar?" erhielt ich die Antwort: "Urheber, Lizenzen und Nutzungsrechte sind jeweils individuell geregelt und in der Beschreibung der einzelnen Modelle ausgewiesen."
Na toll. Diese individuelle Regelung sieht in der Realität so aus, dass nahezu überall der obige Lizenz-Hinweis steht. Download-Link konnte ich nirgendwo entdecken; meine diesbezügliche Nachfrage blieb unbeantwortet.

Ich erinnere an dieser Stelle an den Fall des Ägyptischen Museums Berlin und den 3D-Scan der berühmten Nofretete Büste, der wegen eines ähnlichen Verhaltens der staatsnahen Rechteinhaber sogar bei der Justiz gelandet ist.
Es mag sein, dass die Rechtesituation bei den Modellen in der Arachne-Bibliothek etwas komplizierter ist, aber wenn das DAI nur wollte, dann könnte es bestimmt eine Lösung finden. Der jetzige Zustand minimiert hingegen den Nutzen für die Allgemeinheit und ist nicht zeitgemäß. Wobei das Problem ja nicht auf das DAI beschränkt ist. Die Unsitte, dass staatliche und staatsnahe Institutionen Unmengen an Datenmaterial nicht herausrücken wollen - für das der Steuerzahler bereits gelöhnt hat - ist immer noch weit verbreitet. Hinzu kommt, dass der Krempel sich oft genug nicht einmal von den Rechteinhabern in einem nennenswerten Ausmaß finanziell verwerten lässt. Es ist demnach wohl oft pure Borniertheit, wenn man den Zugang für die Öffentlichkeit einschränkt.

Neulich habe ich den Weiten des Internets einen Kommentar gelesen, in dem es hieß, Gemeinfreiheit und ähnliche Konzepte riechen nach "Sozialismus" und "free stuff for all". Diese Aussage ist freilich aufgrund ihrer Pauschalisierung kompletter Blödsinn, weil die Allgemeinheit, wie schon oben gesagt, die Inhalte oft ganz oder zumindest teilweise finanziert hat. Entsprechend sollte sie auch ein Nutzungsrecht eingeräumt bekommen. Wer das als nicht-staatlicher Urheber vermeiden möchte, der hat die Möglichkeit, sich rein privat zu finanzieren - das sei besonders der Archäologie ins Stammbuch geschrieben, die ständig über zu geringe Mittel raunzt.

—————–

Kostenloses, gut illustriertes Römer-Buch

Auf Academia.edu findet man ein interessantes, gut illustriertes Römer-Buch. Der Titel lautet: "Ad arma!: Römisches Militär des 1. Jahrhunderts n. Chr. In Augusta Raurica"

Ich hatte vor Jahren schon einmal darauf hingewiesen, irgendwann war aber Link unbrauchbar geworden. Das ist hier nun eine andere, erfreulicherweise funktionierende Quelle (danke für den Hinweis).

—————–

Weitere interessante Themen: 


Sonntag, 19. April 2020

Das Blog pausiert

Das Blog pausiert für einige Tage. In dieser Zeit kann es auch zu längeren Verzögerungen beim Freischalten von Kommentaren kommen. Voraussichtlich am 03. Mai geht es dann wieder weiter. Bis dahin!


Samstag, 4. August 2018

🌴 Alle Postings stehen still ...



... weil mein fauler Arm es will.

Ich machen Sommerpause. Voraussichtlich in vier Wochen, also Anfang September, geht es hier wieder weiter. Bis dahin wünsche ich allen Lesern und 'Innen' einen schönen Rest-Sommer! 😎


Freitag, 15. Juni 2018

Krimskrams: Post von einer Archäologiestudentin -- "Dramatischer" archäologischer Fund in Pompeji gemacht -- Kommentar-Problem

Post von einer Archäologiestudentin

Eine Archäologiestudentin schrieb mich in der Vorwoche ganz nett an und hat mich gefragt, ob sie Grafiken aus diesem Blog für ihre Bachelorarbeit verwenden darf (um folgendes gehts). Natürlich darf sie das, schrieb ich ihr zurück, aber ich bin kein Archäologe, das sollte sie bedenken, wenn sie da mein Zeug einbaut. Daraufhin hat sie mir geantwortet, das mache nichts, weil einer ihrer Professoren hat ihr den Link zum betreffenden Blogbeitrag gegeben, und deshalb liegt das doch in dessen Verantwortung. Ja dann 😁

—————–

"Dramatischer" archäologischer Fund in Pompeji gemacht

"Dramatischer" als der Fund, über den die Zeitung "Der Standard" berichtet, dürften freilich die letzten Augenblicke des Betroffenen gewesen sein, der vor seinem plötzlichen Ableben wohl nicht einmal mehr genügend Zeit hatte, Kopfschmerzen zu verspüren. Pietätloserweise erinnern mich die durchaus bemerkenswerten Artikel-Bilder an Zeichentrickfilme wie Roadrunner ...

—————–

Kommentar-Problem

Aus unerfindlichen Gründen bekomme ich keine E-Mail-Benachrichtigung mehr, wenn jemand im Blog einen Kommentar abgibt. Das heißt, wenn das System so eingestellt ist, dass neue Kommentare erst von mir manuell freigeschalten werden müssen (das ist meistens, aber nicht immer so), dann bleiben diese so lange unveröffentlicht, bis ich aus eigenem Antrieb in die Blogsoftware einen kontrollierenden Blick geworfen habe. Weil ich das aber oft nur einmal pro Tag mache (manchmal auch gar nicht), wird es wohl in nächster Zukunft immer wieder zu etwas längeren Verzögerungen beim Freischalten kommen.

—————–


Donnerstag, 24. Mai 2018

Krimskrams: Keine Tierplagen in der Antike? -- Alte Computer-Schätze

Tierplagen in der Antike

Vor einiger Zeit habe ich in einer Tageszeitung einen Leserbrief entdeckt, in dem eine Biologin auf die bekannte Kaninchenplage in Australien Bezug nahm. So etwas sei leider für unsere Zeit typisch, meinte sie, denn der Mensch greife heute viel stärker in den Lebensraum der Tiere ein als z.B. in der Antike. Damals habe es solche invasiven Arten noch nicht gegeben, da man sich 'nur' aufs Ausrotten von Tierarten beschränkte. Mehr als Heuschrenkenplagen sind dazumal deshalb angeblich nicht vorgekommen.

Von wegen! Natürlich gab es schon früh in der Menschheitsgeschichte allerhand Tierplagen - nicht zuletzt solche, in denen ebenfalls Kaninchen bzw. Hasen die Hauptrolle spielten. Der ältere Plinius und Strabon berichten beispielsweise über eine Kaninchenplage auf den Balearen. Ein einziges eingeführtes Paar Kaninchen soll dafür verantwortlich gewesen sein. Das gilt auch für eine Hasenplage auf der ägäischen Insel Leros; die in der neuen Umgebung sich sich explosionsartig vermehrenden Hasen sollen alles weggefressen haben, weshalb eine Hungersnot ausbrach. Die Tiere mussten, so schreibt Hyginus Mythographus, allesamt ausgerottet werden. Als Erinnerung und Mahnung daran, wie hier eine kleine Ursache große Auswirkungen hatte, wurde der Hase als Sternbild an den Himmel versetzt, heißt es dann noch. Letzteres mag eine Erfindung sein (obschon es das besagte Sternbild gibt). Die Erzählung wird aber wohl mit der Hasenplage einen wahren Kern haben.

Man sieht also, dass selbstverschuldete Tierplagen schon den Menschen der Antike ein bekanntes Phänomen waren.
—————–

Alte Computer-Schätze

Das ist jetzt einmal komplett Off-Topic: Ich interessiere mich ein wenig für alte Computer - aber auch das ist ja eigentlich längst Geschichte 😉. Wobei mein Hauptaugenmerk auf PCs zwischen 1986 und 1996 liegt. Grund: Es waren Geräte aus dieser Zeitspanne, mit denen ich als Kind die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt habe. Zu Legenden wie dem Commodore C64, dem Amiga 500 usw. habe ich hingegen keine emotionale Beziehung; diese Maschinen waren vor meiner Zeit en vogue - und als ich dann 1992 meinen ersten (gebrauchten) Computer von meinen Eltern bekommen habe (einen 286er PC aus dem Jahr 1986), ging es schon mit so ziemlich allem bergab, was nicht aus der IBM-kompatiblen Microsoft-x86-Ecke gekommen ist. Mitte der 1990er waren die meisten dieser Hersteller dann alle mehr oder weniger am Abnippeln: Commodore bzw. Amiga, Atari, Tandy und wie sie sonst noch geheißen haben. Selbst Apple kam damals gewaltig ins Trudeln und hat wohl nur deshalb überlebt, weil Bill Gates über einen Aktienkauf Geld zuschoss. Rückblickend wird ihm das wahrscheinlich leid tun. Mir auf jeden Fall, da Apple böse Unsitten wie z.B. brachial zensierte App-Stores in der Branche etabliert hat (usw.). Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Jemand, der weiß, dass ich etwas für alte PCs übrig habe, hat mir neulich ein Foto von einem Laden in Graz geschickt (siehe oben), in dessen Auslage etliche PC-Antiquitäten stehen. Einige der Preise dafür sind lustigerweise in Euro und in Schilling angegeben. So kostet beispielsweise der Mittlere 386er-IBM-Rechner aus dem Jahr 1989 satte 7897 Euro (108 600 Schilling). "Ja bist du deppert", war mein erster Gedanke. Und in der Tat ist das jenseits von Gut und Böse. Such man nämlich im Internet nach diesem als "portabel" bezeichneten Modell (*lol*) , dann findet man es schon für deutlich weniger Penunze.
Besonders überteuert scheint mir der Rechner links hinten zu sein: Ein 286er von IBM aus dem Jahr 1985: 8507 Euro! Das ist die Kiste nach meinem Dafürhalten niemals wert. Oder sind das gar keine heutigen Verkaufspreise, sondern die ursprünglichen Originalpreise? Könnte sein. Jedenfalls wurden sehr ähnliche Maschinen, die noch dazu neuwertig sind (da sie Jahrzehnte originalverpackt dutzend- oder gar hundertfach in einem Lager standen), kürzlich für lediglich ein paar Hundert Dollar pro Stück verhökert - siehe nachfolgendes Video, dessen Macher geradezu erotische Gefühle für einen dieser Computer entwickelt hat 😁


Montag, 16. April 2018

Das Blog muss pausieren



Das Blog muss leider pausieren. Vor allem weil mein rechtes Handgelenk etwas lädiert ist, nachdem ich einen Sandsack zu stark und zu lange 'verprügelt' habe 😊

In ein bis zwei Wochen geht es hier wohl wieder weiter.  Bis dahin!


Dienstag, 16. Januar 2018

Das Blog macht Pause



Bis in zwei Wochen! 😊


Donnerstag, 2. November 2017

Krimskrams: Vorankündigung für Buchverlosung zur Adventszeit

Hier der kurze Hinweis, dass ich kommenden Advent wieder mit den Erlösen, die aus den ins Blog eingebundenen Amazon-Partnerlinks generiert werden, eine Buchverlosung finanziere. Besagte Partnerlinks finden sich übrigens immer am Ende aller meiner Buchbesprechungen. 

Selbst wenn das jeweilige Buch nicht nach dem Klicken auf so einen Link bei Amazon bestellt wird, aber eine andere Ware, dann erhalte ich stattdessen für eben diese "andere Ware" eine Mini-Gutschrift. Es ist deshalb willkommen, wenn möglichst viele Leser über die Partner-Links einkaufen, damit in den Topf für die Verlosung im kommenden Monat noch Geld fließt - letztendlich kommt das ja auch all jenen selbst zugute, die an der Verlosung teilnehmen wollen 😉.  

Zurzeit stehen rund 90 Euro auf dem Konto. Eventuell wäre mehr zusammengekommen, wenn ich die Links auffälliger gestaltet hätte, aber ich will hier andererseits den Lesern auch nicht mit allzu nerviger Werbung auf den Keks gehen. Es ist halt eine Abwägungssache...

Insgesamt sollen mindestens drei Bücher verlost werden - und zwar Sachbücher. Eines habe ich bereits ausgewählt: "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike".  
Sofern noch genügend Gutschriften zusammenkommen, könnte außerdem dieses hervorragende Buch angeschafft werden. Dafür müssten die Partnerlinks allerdings wirklich kräftig genutzt werden 😉

Vorschläge für weitere Bücher sind durchaus willkommen - egal ob hier im Kommentarbereich oder per E-Mail.


Samstag, 2. September 2017

Zurück aus dem Urlaub

Hiltibold ist zurück aus dem Urlaub. Ab morgen startet das Blog mit neuem Elan in den kommenden Herbst!

Geplant ist demnächst unter anderem ein Interview mit dem Althistoriker Kai Brodersen, der einen Einblick in das Übersetzen antiker Bücher geben wird. Außerdem werde ich mit einem bekannten Experimentalarchäologen über Qualitätsmängel beim Römer-Living-History und bei einschlägigen Freilichtmuseen sprechen.


Samstag, 29. Juli 2017

Hiltibold verabschiedet sich in den Urlaub



Das Blog pausiert für vier Wochen. Ich werde die Zeit für alles mögliche nutzen: Zum einen ist etwas in ottonischer Ausstaffierung geplant, zum anderen möchte ich endlich den Retro-Spiele-PC ausgiebig ausprobieren, den ich mir kürzlich aus ca 15 Jahre alter Hardware zusammengebaut habe. Return to Castle Wolfenstein, diverse Teile von Command & Conquer, Star Trek Voyager Elite Force und ein paar weitere Klassiker liegen schon bereit. Zuerst wird allerdings verreist.

Voraussichtlich am 03. September geht es hier wieder weiter. Bis dahin wünsche ich allen Lesern noch einen angenehmen Sommer!

—————–

PS: Kommentare sind auch während meiner Pause willkommen - das Freischalten kann mitunter aber mehrere Tage dauern, da ich nur selten Online sein werde. Selbiges gilt für das Beantworten von E-Mails.


Freitag, 21. April 2017

Das Blog macht Pause

In den nächsten beiden Wochen muss das Blog leider pausieren. Voraussichtlich am 6. Mai geht es hier wieder weiter. Bis dahin!


Mittwoch, 15. Februar 2017

Krimskrams: Blog-Beiträge vertonen? -- Hastings-Reenactment -- Market for lemons / Fake News -- usw.

Blog-Beiträge vertonen?

Aus dem "Urlaub" war bereits nach zwei Tagen ein Krankenstand geworden: Grippaler Infekt, nichts ging mehr.
Während ich deshalb tagelang im Bett lag und die Maserung der Holzdecke bewunderte, kam mir wieder einmal der alte Gedanke in den Sinn, ob ich nicht einige meiner längeren Blogbeiträge vertonen sollte? Bevor ich allerdings ein ordentliches Mikrofon bestelle und mich damit in den Wandschrank setze, um in dieser von Kleidung gedämpften Umgebung eine halbwegs semiprofessionelle Aufnahme hinzubekommen, erscheint es sinnvoll, erst einmal das Handy zu zücken und dort einen Blog-Text raufzusprechen - zu Testzwecken. Gedacht, getan. Das Ergebnis war freilich furchtbar. Nein, ich rede nicht von der Tonqualität, von der habe ich mir sowieso nichts erwartet. Vielmehr war meine Sprechweise das Problem. Ich hatte versucht, die einzelnen Wörter besonders deutlich auszusprechen, also z.B. die Enden nicht zu verschleifen. Das gelang zwar, doch hörte sich das Ergebnis so ähnlich an, als ob ich für die Deutsche Wochenschau über den Kriegsverlauf berichte ^^
Bevor ich also wider versuche Blogbeiträge zu vertonen, werde ich ein wenig Sprachtraining absolvieren, damit sich das für den Hörer halbwegs gut anhört. Mal sehen, ob ich bis zum Sommer diesbezüglich etwas zusammenbekomme. Ich werde mich jedenfalls bemühen.

—————–

Hastings-Reenactment: Verwunderung eines Lesers

Mit mehrmonatiger Verzögerung meinte ein Leser, er habe sich gewundert, dass ich mich im Herbst in einem Blogbeitrag über das Hastings-Reenactment lustig gemacht habe. Schließlich sei ich doch selbst Living-History-Darsteller.
Na ja, gezielt lustig gemacht habe ich mich über diese Veranstaltung nicht, aber Schlachten-Reenactment hat aus meiner Sicht fast immer etwas Lustiges, schwer Unrealistisches und manchmal auch Peinliches an sich. Daher bevorzuge ich sowohl als Besucher wie auch als Darsteller das Lagerleben, welches nicht nur gemütlicher, sondern auch lehrreicher ist. Andererseits ist mir natürlich schon klar, dass besonders nachgestellte Schlachten Besucher anlocken. Von daher hat das auch seine Berechtigung.

—————–

Market for lemons / Fake News

Eine Leserin meinte, in einer von mir verlinkten Radiosendung würde "leider ein ganz schöner Blödsinn verzapft" werden. Nachdem ich die kritisierte Stelle angehört habe, musste ich der Einschätzung zustimmen. Es wird nämlich seitens eines 'Experten' behauptet, der berühmte Abenteurer, Forschungsreisende und Experimentalarchäologe Thor Heyerdahl hätte mit seiner Atlantikfahrt im Nachbau eines altertümlichen ägyptischen Bootes zu beweisen versucht, der weiße Mann sei schon vor den Konquistadores als Kulturbringer in Erscheinung getreten und habe so die Grundlage für die Hochkulturen dunkelhäutiger indigener Völker wie den Inkas usw. gelegt. Das aber sei ja quasi rassistisch.

Zweifellos, wer solche unverschämten Unterstellungen absondert, der ist nicht ganz richtig im Kopf bzw. leidet unter ideologiebedingter Verdummung. Schließlich wollte Heyerdahl mit seinem ägyptischen (!) Schilfboot die Möglichkeit eines Kultur- und Wissenstransfers zwischen Ägypten und Südamerika aufzeigen. Die Ägypter wiederum waren aber nicht hellhäutig, ja sie waren nicht einmal Europäer!
Den Sendungsmachern hätte dieser offensichtliche Widerspruch zum in den Raum gestellten Rassismusvorwurf/Eurozentrismus eigentlich auffallen sollen, es sei denn, sie sind geistig bereits ähnlich degeneriert wie der interviewte 'Experte'. Was ich annehme, denn Alt-Medien und Geisteswissenschaften haben zunehmend eines gemeinsam: Sie sind das, was man in der Ökonomie einen 'market for lemons' nennt; eine Abraumhalde für diejenigen, deren Qualifikation nicht dazu reicht, einen guten Job auszuüben. Solche Leute sind nicht imstande, Fehler in der Aussagelogik zu erkennen. 
Aber, liebe Leser, haltet euch einmal vor Augen, dass es ausgerechnet solche Pflaumen sind, die sich ständig als Diskusrslinienrichter und Erklärer der Welt aufspielen. Einfach nur beängstigend!

—————–

Unverhofftes bei Amazon

Da suche ich bei Amazon nach Isopropylalkohol - um damit Leiterplatten sowie ICs zu reinigen - und was bekomme ich vorgeschlagen? Das hier. (Pfui Teufel!)
Was für schräge Algorithmen laufen denn da bitteschön im Hintergrund? 😃

—————–

Weitere interessante Themen auf diesem Blog:


Dienstag, 31. Januar 2017

Das Blog pausiert



Hiltibold wandert in den Urlaub - das Blog muss daher pausieren. Am 12. Februar geht es hier wieder weiter. Bis dahin!


Donnerstag, 19. Januar 2017

Krimskrams: Die Uni als Tollhaus -- Das Blog hat eine neue Rubrik

Die Uni als Tollhaus

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) ist ein bekannter Tummelplatz für Extremisten, Wirrköpfe und sonstige Aktivisten-Spinner, die der Allgemeinheit aufgrund mangelnder Arbeitsauslastung ständig mit ihrem quasireligiösen Missionierungseifer sowie einem unappetitlichen Belauer- und Denunziantenwesen auf den Wecker gehen. Nun scheint ein Teil dieser sogenannten Studentenvertreter völlig jedes Maß verloren zu haben; Zitat aus einem Zeitungsartikel
Für ordentlichen Spott sorgen jetzt die jüngsten Wildwüchse der sprachlichen Sittenwächter unter studentischen Uni-Vertretern. Mit einem "Gender Watch Protokoll" werden künftig Verstöße gegen die rot-grünen Gender-Ideologien bei Sitzungen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) Salzburg minuziös dokumentiert.
Auszug gefällig? Einträge gibt es etwa wenn ein Student die "Augen verdreht", "nicht geschlechtergerecht spricht", eine "sexistische Wortmeldung" macht [...]".
Wen erinnert diese Wortkontrolliererei nicht an Orwells Roman 1984? Der dort beschriebene "Neusprech" war zu dem Zweck geschaffen worden, den Wortschatz der Menschen gezielt einzuschränken und zu verändern. Die Überlegung dahinter war (und ist): Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert auch die Gedanken.

Glücklich können sich jene schätzen, die ihr Studium bereits hinter sich haben oder zumindest ein Fernstudium absolvieren. Der leibhaftige Besuch eines dieser universitären Erziehungsheime, wo zunehmend jedes Wort auf seine Konformität geprüft wird, ist nämlich kaum noch jemandem zuzumuten. Längst ist in den meisten Unis der Damm, der den Wahnsinn von der Normalität trennt, gebrochen.

—————–

Eine neue Rubrik ...

... befindet sich in der Navigationsleiste des Blogs - und sie heißt Interviews. Ich denke, diese Bezeichnung ist selbsterklärend 😏

Ich möchte auch 2017 wieder mehrere Interviews mit geschichtlichem bzw. archäologischem Bezug führen. Wenn jemand interessante Vorschläge hat, dann bitte nur her damit! Meine E-Mail Adresse lautet nach wie vor: h i l t i b o l d  [ a t ] b l o g s p o t . c o m

—————–

Weitere interessante Themen auf diesem Blog: