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Samstag, 25. Juli 2026

📽️ Videos: Das Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg -- Der Schlachtplatz von Schiepzig -- Paolo Pinkel und der öffentlich-schlechtliche Universalgelehrte Lesch -- usw.


 Das Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg | Spieldauer 9 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info



 Das Kriegergrab von Wennungen  | Spieldauer 7 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Der Schlachtplatz von Schiepzig | Spieldauer 8 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info  | Stream & Info 



 Die blaue Perle von Esperstedt  | Spieldauer 8 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info



Ins Mittelalter abtauchen in Bietigheim-Bissingen an der Enz | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info

 Angst vor dem Wissen: Michel Friedman und Harald Lesch im Gespräch | Spieldauer 84 Minuten | BAdW | Stream & Info 
Paolo Pinkel und der Universalgelehrte vom öffentlich-schlechtlichen Schundfunk oszillieren in diesem Wolkenkuckucksheim-Gespräch zwischen kaum verhohlener Eitelkeit und totaler Merkbefreitheit. Wer unter zu niedrigem Blutdruck leidet, dem wird hier geholfen. Ich musste freilich nach 20 Minuten abschalten, weil die akute Gefahr bestand, dass mir dieses pseudoschlaue Gesabbel zu viele meiner Gehirnzellen abtötet. Und die Bayerische Akademie der (Un-)Wissenschaft, die diesen beiden Typen eine Echokammer zur Verfügung gestellt hat, wo sie nicht mit anderen Meinungen konfrontiert werden, darf man nun getrost auf intellektuelles Ramsch-Niveau abstufen. Denn solche Pseudodiskussionen von Gleichmeinenden, bei denen es offensichtlich nur um eine Art autosuggestive Bestätigung der eigenen Meinung geht, braucht kein Aas.  

Mittwoch, 22. Juli 2026

🎧 Hörbares: Römische Schiffe ziehen um -- Archäologen entdecken mittelalterliche Fußspuren -- Wie der Mittelalter-Rock entstand -- Die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien -- Geschichtspolitik in Deutschland -- usw.


 Römische Schiffe rücken im Museum: Aufwendiger Umzug in Mainz | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Seltener Fund: Archäologen entdecken mittelalterliche Fußspuren auf Burg Rheinfels | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 Archäologen sind römischem Leben in der Bodenseeregion auf der Spur | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Klassengesellschaft: Schon bei den Skythen blieb die Elite unter sich | Spieldauer 4 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Teil 1: Schalmei Stromgitarre – Wie der Mittelalter-Rock entstand | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Teil 2: Schalmei Stromgitarre - Mittelalter-Rock aus Ostdeutschland | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Teil 3: Schalmei Stromgitarre - Mittelalter-Rock in den Charts | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Die Welt in ihren Händen. Die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien. | Spieldauer 57 Minuten | SWR | Stream & Info

 Mannheim: Archäologen finden Objekte aus der frühen Eisenzeit | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info 

 Nicholas Conard: Tübinger Erforscher der Eiszeitkunst | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info 

Friedrich Pohlmann – Geschichtspolitik in Deutschland. Vom „Historikerstreit“ bis zur Gegenwart | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Audimax: Helmut Berschin – „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“ | Spieldauer 55 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info


Montag, 27. April 2026

🎧 Hörbares: "Das berühmte Musketier" -- Die Kultur der Bandkeramiker -- Die heutige Sicht auf Gottesbeweise -- Die Suche nach dem Petrusgrab -- Extremwetter der Bronzezeit -- usw.


 Musketier d'Artagnan: Rätsel um Skelettfund in Maastricht | Spieldauer 3 Minuten | WDR | Stream & Info 
"Das berühmte Musketier." 😂

 Das frühe Christentum - Die Suche nach dem Petrusgrab | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Das frühe Christentum - Es begann mit einer kleinen Sekte | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info

 Die Prähistorikerin Andrea Zeeb-Lanz über die Kultur der Bandkeramiker | Spieldauer 10 Minuten | SWR | Stream & Info

 Heute Stadt, morgen Ruine: Diese Städte gingen spektakulär unter | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Sebastian Ostritsch: Die heutige Sicht auf Gottesbeweise | Spieldauer 56 Minuten | WDR | Stream & Info

 Extremwetter der Bronzezeit: Orakelknochen liefern Rückschlüsse auf Klimawandel | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Ein Leben für die Römer: Gerd Schollian verabschiedet sich | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Peter J. Brenner - Kunst und Politik – Heinrich Heine und die Literatur des Vormärz | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info 

 Gerd Ganteför - Leben und Sterben im Universum, die Physik der Zeit | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Sonntag, 19. April 2026

🤔 Ähnlichkeit der steinzeitlichen Anlage von Göbekli Tepe und dem bronzezeitlichen Ovaltempel von Chafadschi

Ich bin an sich kein großer Anhänger von spektakulären Alternativ-Szenarien historischer Ereignisse; jedoch bleibe ich dem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, sofern nach meiner Einschätzung Hand und Fuß vorhanden sind. Im Fall der Forschungsarbeit des Biogeografen und Experimentalarchäologen Dominique Görlitz ("ABORA)" ist das eindeutig der Fall. In gleich mehreren seiner aktuellen Videos (ich habe diese hier im Blog verlinkt), ging es um die Menschen der sogenannten Negade-Kultur, die angeblich als eingewanderte Wissensbringer im prädynastischen Ägypten auftraten; deren Spuren jedoch - laut Dominique Görlitz - bis in die Karibik zu finden sind; etwa in Form von sehr auffälligen Schiffsdarstellungen. Da im letzten der Görlitz-Videos dazu aufgerufen wurde, bei der Suche nach Negade-Hinweisen zu helfen, habe ich ein paar meiner archäologischen und kunstgeschichtlichen Bestimmungsbücher hervorgeholt und diese durchgeblättert. Dabei stieß ich tatsächlich auf mögliche Beispiele, aber nebenbei kam mir noch etwas völlig anderes unter; und zwar der Grundriss des Ovaltempels von Chafadschi (Irak) aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, der mich an die mindestens 6000 Jahre ältere und wesentlich berühmtere Anlage von Göbekli Tepe (Türkei) erinnert (zum Vergrößern auf das Bild klicken).


Absolut denkbar dass die Ähnlichkeit mehr oder weniger Zufall ist. Oder handelt es sich beim Ovaltempel von Chafadschi möglicherweise um die Fortsetzung einer konkreten architektonisch-religiösen Praxis, die sich von der Steinzeit bis mindestens in die frühe Bronzezeit erhalten hat, zumindest aber diffus nachhallte? Mir kam dazu nämlich auch das hier besprochene Buch "Warum der Teufel nach Schwefel riecht (Die vulkanische Heimat der Hölle)" in den Sinn. Darin geht es ebenfalls um uralte religiöse Kontinuitäten in ungefähr dieser Weltgegend.

Ich bin kein Ur- und Frühgeschichtler, sondern mein Fokus liegt auf der Antike. Es ist mir daher zwar möglich, die architektonischen Elemente eines griechischen/römischen Tempels im Schlaf herunterzurattern, jedoch habe ich von Tuten und Blasen so gut wie keine Ahnung, wenn es um dermaßen alte Anlagen wie Göbekli Tepe und Chafadschi geht; eine kompetente Einordnung ist mir also nicht möglich. Ich habe das Ding daher durch mehrere LLMs gejagt. Allerdings ohne durchschlagende Ergebnisse. Den Pseudo-KIs ist nicht viel mehr dazu eingefallen, als ich bereits selbst gemutmaßt habe. Hier exemplarisch, was Googles Gemini ausgespuckt hat: 

Die ovale Form: Die auffälligste Ähnlichkeit ist die Nutzung von konzentrischen Kreisen bzw. Ovalen. In Göbekli Tepe bilden Steinmauern und T-Pfeiler geschlossene Kreisanlagen, während Chafadschi zwei massive ovale Umfassungsmauern nutzt, um den heiligen Bezirk vom weltlichen Stadtgebiet zu trennen. 
* Abgrenzung des Heiligen: Beide Orte folgen dem Prinzip eines "Temenos" – eines abgesonderten Bereichs. Der Zugang war jeweils stark kontrolliert und diente vermutlich rituellen Zwecken, um das Profane vom Sakralen zu isolieren. (Anm.: Ich halte die schmalen und zum Teil 'nutzlos' wirkenden Außengänge für mindesten genauso auffällige Gemeinsamkeiten.)
* Zentrum mit Fokus: In den Anlagen von Göbekli Tepe stehen im Zentrum zwei besonders große Pfeiler. Im Ovaltempel von Chafadschi bildet der eigentliche Hochtempel auf seiner Terrasse den zentralen Bezugspunkt.

Es gibt im fruchtbaren Halbmond Fundstellen wie Tell Maghzaliyah oder Nemrik 9, die zeitlich und räumlich zwischen beiden liegen und bereits kreisförmige Steinbauten zeigen. Diese könnten als „Brückenglieder“ interpretiert werden, die zeigen, dass das Wissen um die sakrale Wirkung ovaler Räume nie ganz verloren ging. (Anm.: So weit würde ich hier nicht gehen; lediglich oval zu bauen, und dann nicht einmal in kultisch-religiösem Kontext, ist mir zu wenig.)
Wir können eine Verbindung nicht beweisen, aber wir können sie aufgrund der phänomenalen Ähnlichkeit der Grundrisse auch nicht ausschließen.
Hältst du es für wahrscheinlicher, dass es eine bewusste Tradition von Bauherren-Gilden gab, oder siehst du darin eher eine Art kollektives Gedächtnis für heilige Formen?

Diese geschwätzigen LLMs. Ständig wollen sie den Nutzer dazu verleiten, den Tratsch zu verlängern 😄. Dabei sollten die Unternehmen dahinter eigentlich froh sein, wenn nicht zu viele Tokens verbraten werden - ist doch das KI-Geschäft für die meisten der großen Player ein absurd großes Verlustgeschäft, das uns allen in absehbarer Zeit wohl um die Ohren fliegen wird, wenn die Blase platzt.

Aber abschließend noch einmal zurück zum eigentlichen Thema. Google Gemini schreibt "Wir können eine Verbindung nicht beweisen, aber wir können sie aufgrund der phänomenalen Ähnlichkeit der Grundrisse auch nicht ausschließen."
Genau so ist es: In der Archäologie ist der Logik-Fehlschluss vom "argumentum ad ignorantiam" (das Schließen von Nichtwissen auf Nichtexistenz) eine bekannte Falle, in die allerdings viele Archäologen und Historiker irgendwann im Laufe ihrer Karriere hineinpurzeln; aufgrund geistiger Unbeweglichkeit / ideologischer Vernageltheit oder schlicht aus niederen Beweggründen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Thema nicht schreiben. Ich wollte hier nur einen Gedanken in den Raum werfen, werde mir aber - davon ausgehend - das alles noch genauer ansehen; auch anhand weiterer archäologischer Beispiele. Falls sich daraus etwas Brauchbares ergibt, wird hier im Blog darüber berichtet.


Mittwoch, 15. April 2026

📽️ Videos: Die wahren Gründer des alten Ägyptens und das Rätsel der Negade-Kultur -- Das Rätsel der Schamanin -- Galaktische Archäologie mit Sternen -- usw.


 Dominique Görlitz: Die wahren Gründer des alten Ägyptens - Das Rätsel der Negade-Kultur – Teil 1 (Abora TV) | Spieldauer 51 Minuten | Youtube | Stream & Info



➽ Die wahren Gründer des alten Ägyptens - Das Rätsel der Negade-Kultur – Teil 2 (Abora TV) | Spieldauer 58 Minuten | Youtube | Stream & Info 



 Zu Besuch im Neuen Museum Berlin | Spieldauer 29 Minuten | alpha | Stream & Info 

 Archeozoologe Hans-Christian Küchelmann: Experte für Knochen | Spieldauer 4 Minuten | Radio Bremen | Stream & Info 
Toller Ohrschmuck ...

 Cold Case Steinzeit - Das Rätsel der Schamanin | Spieldauer 47 Minuten | ORF | Stream & Info
Eine Schamanin? Sie wissen genau, dass man das nicht belegen kann. Aber sie behaupten es trotzdem, obwohl alleine der Begriff schon ein Problem darstellt, da hier etwas aus der heutigen Zeit auf die sehr weit zurückliegende Vergangenheit übertragen wird. Die Gründe für all das dürften vielfältig sein. Einerseits ist es die übliche sensationsheischende Marktschreierei vor allem jener Wissenschaftler, denen der primäre Zugang zu den Fundobjekten und dem Drumherum gewährt wird (Meller und Freunde). Andererseits darf man heutzutage auch nicht weltanschauliche Gründe ausschließen. Hat doch die sogenannte feministische Archäologie mittlerweile fast überall ihre Finger drinnen und pumpt am liebsten evidenzbefreit die weibliche Rolle in der Vergangenheit hoch.

 Steinzeit-Funde aus der Sahara in der Vulkaneifel | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info

 Dominique Görlitz: Sensationelle OSL-Datierung der Pyramiden von Teneriffa | Spieldauer 63 Minuten | Hanger18b | Stream & Info 


Donnerstag, 5. März 2026

🎧 Hörbares: Falscher Neandertaler von Ochtendung -- Steinzeitliche Schriftzeichen? -- Als Mann verkleidet in den Türkenkrieg -- So kam die Nofretete vom Nil an die Spree -- Geschichte des Schießpulvers -- usw.


 Falscher Neandertaler von Ochtendung: DNA-Analyse bestätigt neuzeitliche Herkunft | Spieldauer 1 Minuten | SWR | Stream & Info 
Wieso lässt in Deutschland ein Innenministerium vermeintliche Neandertaler-Schädelfragmente untersuchen? Haben die nichts Besseres zu tun? Gibt es dafür keine passendere Stelle? Und dann auch noch ein Disziplinarverfahren gegen den Finder/verantwortlichen Archäologen...

 Steinzeitliche Schriftzeichen? - Forscher untersuchen Steinzeitskulpturen der Schwäbischen Alb und finden Erstaunliches | Spieldauer 1 Minuten | SWR | Stream & Info

 Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info 

 Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info 
Man merkt beim Durchstöbern der Mediatheken, dass der Weltfrauentag näher rückt. Offenbar reicht da wie bei den Regenbogen-Narzissten auch kein einzelner Tag mehr aus, um sich selber öffentlich geil zu finden 🙄

 Der große Knall - Geschichte des Schießpulvers | 21 | Stream & Info | Direkter Download

 Kulturgüter schützen: Mainz bereitet sich auf Notfälle vor | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 2.000 Jahre alte Eisenbarren aus Speyer gefunden | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 Audimax: Michael Esfeld –Das Sklaverei-Dilemma und die Sokrates-Haltung | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Dienstag, 3. März 2026

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 4.25: Horte - Schatzfunde von der Steinzeit bis zu den Kelten (außerdem: Narzissmus, archäologische Grobmotorik sowie weitere Ärgernisse)


Ja, schon wieder gibt es hier die Besprechung eines Heftes aus der Reihe "Bayerische Archäologie" - obwohl ja die letzte Rezension (Heft 3.25) noch nicht lange her ist. Aber ich hinke hinterher und möchte nach Möglichkeit keine Ausgabe auslassen. Denn "Bayerische Archäologie" ist immer wieder hervorragend geeignet, um auf Unzulänglichkeiten in der Archäologie bzw. der Geschichtswissenschaft hinzuweisen. Zu diesem Zweck habe ich mir wieder ein paar Beispiele herausgepickt.

Zuvor aber noch ein paar Worte bezüglich des Themenschwerpunkts im vorliegenden Heft: Entgegen der Meinung vieler Laien, besitzen Horte bzw. Schätze einen oft nur relativ bescheidenen wissenschaftlichen Mehrwert. 'Mehr Zeug' bedeutet nämlich nicht automatisch 'mehr Erkenntnisgewinn'; zumindest nicht in nennenswertem Ausmaß (auch wenn im Heft eine Frau Carola Doppelname einen anderen Eindruck erwecken möchte). 
Allerdings lassen sich regelrechte Anhäufungen von Artefakten museal oft besser vermarkten als bloße Einzelstücke. So haut beispielsweise ein einzelnes bronzezeitliches Tüllenbeil den 'Otto Normalbesucher' nicht vom Hocker. Bekommt man aber gleich einen ganzen Haufen davon präsentiert, dann beeindruckt das viele Menschen gleich wesentlich mehr. 
Daher sind mMn die deutschen Denkmalbehörden auch so erpicht darauf, die Finder von Horten mittels einschlägigen Gesetzen ("Schatzregal") zu enteignen. Die hehre Wissenschaft wird hierbei wohl meist nur vorgeschobenen (man müsste den Krempel schließlich nicht dauerhaft besitzen, bloß um ihn zu erforschen und zu dokumentiere). Die Beweggründe dürften auf staatlicher Seite also grundsätzlich von eher nieder Natur sein: Nicht zu vernachlässigende Aspekte sind hier auch das Gieren nach medialer Aufmerksamkeit und die bei vielen Archäologen so beliebten Museumsjobs - die viele Funde in staatlichem Besitz garantieren. Denn wirklich graben, also Feldarchäologie betreiben, wollen heutzutage die wenigsten Archäologen auf Dauer: Zu anstrengend, zu dreckig, zu ordinär. Zum Glück hat man sich in Deutschland schon vor rund vier Jahrzehnten den archäologischen Grabungstechniker ausgedacht, der - neben den Myriaden von kostengünstigen studentischen Hiwis - nun das Gros der Knochenarbeit erledigen soll.


Zu Schlaudeutsch

Der Misserfolg der von mir großzügig kritisierten Mittelalterbaustelle "Campus Galli" hat mehrere Ursachen. Eine nicht unwichtiger dürfte aber der hochgestochene Name des Projekts sein, von dem sich wohl nur wenige Menschen emotional angesprochen fühlen. Mit diesem selbstverschuldeten Mangel stehen die Betreiber des Campus Galli allerdings nicht alleine dar. So fand ich im vorliegenden Heft einen Artikel, in dem es um den wirklich interessanten Fund einer kleinen Bronzfigur auf dem Areal des ehemaligen keltischen Oppidums Manching geht; dargestellt ist hier wohl ein keltischer Krieger aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. 

Im selben Artikel werden die zwei beteiligten Grabungsfirmen genannt: Archäologie GmbH und Pro Arch Prospektion. Während der Name der ersten Firma selbsterklärend und somit auch für den Durchschnittsbürger verständlich ist, so handelt es sich beim Namen des zweiten Unternehmens um ein kryptisches Konstrukt, das meiner Erfahrung nach typisch für Pseudoschlauberger und Poser ist (das "Pro" soll wahrscheinlich 'professionell' oder etwas in der Art heißen/signalisieren ˆˆ). Was hier als besonderer Negativpunkt hinzukommt: Klassische Suchmaschinen und selbst LLMs (KIs) priorisieren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den meisten Zusammenhängen den ersten Firmennamen, sobald im Internet jemand nach einem archäologischen Dienstleister sucht. So gesehen ist die wolkig klingende Bezeichnung Pro Arch Prospektion vermutlich auch noch geschäftsschädigend.


Archäologische Grobmotoriker 

In Burgbernheim wurde archäologisch gegraben. In einem urnenfelderzeitlichen bzw. spätbronzezeitlichen Areal stieß man auf eine vollständig erhaltene Sichelgießform aus Amphibolit. Ebenfalls dort entdeckte man die aus Sandstein gefertigte Abdeckplatte für eine weitere Sichelgießform. Doch wurde diese leider stark beschädigt (ca. ein Drittel ist abgebrochen und fehlt). Wie es heißt, geschah dies vermutlich beim Abziehen des Oberbodens mittels Baggerschaufel. 

Aus ganz eigener Anschauung, die ich im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungen gewonnen habe, darf ich versichern, dass solche 'Missgeschicke' ständig vorkommen. Das möge sich der Leser bitte ganz genau merken, für den Fall, wenn sich wieder einmal Archäologen öffentlich über die unsachgemäße Behandlung von Bodenfunden durch Laien beschweren, um daraus die Notwendigkeit für strenge Bodendenkmalschutzgesetze abzuleiten. 

Man verstehe mich nicht falsch: Fälle wie der obige können im Rahmen archäologischer Maßnahmen passieren, ohne dass hier den Verantwortlichen immer zwingend ein Vorwurf gemacht werden kann. Es veranschaulicht allerdings die totale Heuchelei, wenn Archäologen bzw. Bodendenkmalpfleger in der Öffentlichkeit gezielt den Eindruck erwecken, sie würden mit archäologischen Funden/Befunden immer verfahren, als ob es sich um rohe Eier handelt.


Orchideen und Narzissten

In den sogenannten "Mitteilungen" der "Gesellschaft für Archäologie in Bayern" geht es unter anderem um die Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises an das St. Marien-Gymnasium Regensburg. So weit, so unspektakulär. 

Dass die Abordnung - mit einer Ausnahme - nur aus weiblichen Schülern besteht, entspricht freilich so ganz und gar nicht den Diversitäts- und Geschlechtergerechtigkeitspredigten, die auch in Schulen auf der Tagesordnung stehen. Aber überraschen tut mich das bei einem Orchideenfach wie der Archäologie nicht besonders. Es überwiegt dort ja auch im Studium mittlerweile das weibliche Geschlecht (obschon viele ihre akademische Ausbildung gar nicht beenden oder nach dem Abschluss in irgendwelchen völlig fachfremden Bereichen landen; der das sauteure Studium finanzierende Steuerzahler ist hier - wie so oft - der Depp).

Ein Paradebeispiel für den Narzissmus des übersaturierten "Bildungsbürgertums" liefert dann die verantwortliche Pädagogin (Direktorin?) der Schule. Die Frau ist nicht nur die Autorin des Textes, sondern sie erwähnt sich auch selbst darin in der dritten Person - und zwar folgendermaßen: 

"StDin i. K. Dr. Katrin Kunert".

Als jemand, der mit dem deutschen Schulsystem nicht sehr vertraut ist, habe ich keinen Schimmer, was dieses Abkürzungskauderwelsch bedeutet (und mir fehlt auch auch die Lust, diesen Schmarrn nachzurecherchieren). Bemerkenswert ist eine dergestalt antiquierte Selbstdarstellung aber schon, gibt man sich doch gerade im weltanschaulich eher wenig heterogenen Schulbetrieb so gerne progressiv/modern (Frau Doktor gendert dementsprechend artig) und predigt den Egalitarismus in allen möglichen Facetten. Die Behauptung "alle Menschen sind gleich", würde daher wohl auch die gute Frau Kunert mit Begeisterung nachplappern. Dass sie sich selbst jedoch mittels absurd langem Titel-Epos eindeutig als gleicher inszeniert, dürfte ihr völlig entgangen sein; oder es ist ihr in ihrer Eitelkeit komplett wurscht. 


Abschließend

Auf die einzelnen Hortfunde, die im Heft betrachtet werden, bin ich hier nicht eingegangen. Aber die Texte dazu sind unterm Strich durchaus lesenswert.


Samstag, 24. Januar 2026

🎧 Hörbares: Dominique Görlitz kritisiert Heinrich Kusch und den Besitzer der 12-Apostel-Zeche -- Älteste bekannte Höhlenmalerei entdeckt -- Die Geschichte des Artnappings -- Der schlechte Ruf der Vandalen -- usw.


 Dominique Görlitz: Das Eisen der Pharaonen und der Vorwurf methodischer Mängel sowie Geheimniskrämerei | Spieldauer 192 Minuten | CROPfm | Stream & Info | Direkter Download
Eigentlich sollte es um die umstrittene Verwendung von Eisenwerkzeugen im frühen Ägypten gehen. Allerdings entwickelte sich die Sendung dann immer mehr in eine andere Richtung und der Expermientalarchäologe Dominique Görlitz ließ dabei die eine oder andere Kritik-Bombe platzen; besonders hinsichtlich der archäologischen Untersuchungen in der 12-Apostel-Zeche, an der auch der Grazer Höhlenforscher und Urgeschichtler Heinrich Kusch beteiligt ist (siehe mein Text dazu). So heißt es etwa, dass man sich weigern würde, einige der Funde von den weltbesten Experten mit maximaler Präzision datieren zu lassen, obwohl Dominique Görlitz für die Kosten aufkommen würde. Und dass außerdem in Osteuropa Betriebe existieren, die Reproduktionen keramischer Objekte der Vinča-Kultur - wie sie in der 12-Apostel-Zeche archäologisch entdeckt wurden - auf Bestellung produzieren können. Görlitz betont, dass er nichts Konkretes wie gezieltes Fälschen unterstellt, aber ihm die Gemengelage seltsam vorkommt; im besten Fall würde der Besitzer der 12-Apostel-Zeche durch seine Weigerung der Weltöffentlichkeit eine Sensation vorenthalten.  Auch Tarek, der Interviewer des Gesprächs, merkte an, dass er bei seinem Besuch in der 12-Apostel-Zeche auf Ungereimtheiten stieß.
Schließlich zweifelt Dominique Görlitz auch die von Heinrich Kusch verwendete TCN-Methode an, die dieser genutzt hat, um in verschiedenen Zusammenhängen Steinoberflächen zu datieren; da würde es bessere Möglichkeiten geben, sagt Görlitz. Kusch hat andererseits gemeinsam mit einem Fachmann bereits im Jahr 2023 eine Arbeit veröffentlicht, in der die TCN-Methode und ihre Anwendung sehr konkret erläutert wird; ich habe darüber berichtet). 
Kurz gesagt, diese interessante Sendung sollte man sich unbedingt anhören. Die Kritik findet man vor allem in der zweiten Hälfte.

 Die Kulturgeschichte der Frisur – Eine haarige Angelegenheit | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 68000 Jahre alt: Älteste bekannte Höhlenmalerei in Indonesien entdeckt | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info

 Die Geschichte der Steuern - Zugemauerte Fenster und gestutzte Bärte | Spieldauer 19 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Die Vandalen - Woher kommt ihr schlechter Ruf? | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Kitschige Sternbilder-Geschichte: Die antike Seifenoper am Abendhimmel | Spieldauer 3 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Owen Rees: „Eine unerzählte Geschichte der Antike“ | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Entführte Bilder: Die Geschichte des Artnappings | Spieldauer 47 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 „Shalom am Rhein“ – Birgit Heide über 1000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download


Samstag, 17. Januar 2026

🎧 Hörbares: Deutschland verliert Grabungsexperten (Heuchelei-Alarm!) -- Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten -- Verräterische Pfeilspitzen -- Schiffswracks auf dem Meeresgrund -- usw.


 Deutschland verliert Grabungsexperten | Spieldauer 6 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
Soso,"GrabungstechnikerINNEN" gibt es also demnächst ein paar weniger in Deutschland. Total tragisch! Doch wenn hier ein Mangel an archäologischem Personal behauptet wird, dann ist das eine Halbwahrheit und somit Blödsinn. Warum? Ganz einfach: Es werden in Deutschland mehr als genügend Archäologen ausgebildet; und auch Archäologen beherrschen, das sollte man doch meinen, das wissenschaftlich korrekte Ausgraben und das Dokumentieren. Tja, das Problem dabei ist aber ein ganz anderes - und davon erzählt dieser Typ im muffigen Talar aufgrund ideologischer Vernageltheit natürlich nichts: Die Mehrheit der Archäologiestudenten sind mittlerweile Frauen. Und - im Gegensatz zu Männern - ist Frauen  tendenziell die sogenannte "Work-Life-Balance" wichtiger; das ist allgemein bekannt und empirisch durch unzählige Untersuchungen belegt. Entsprechend weniger wollen Frauen (im Durchschnitt) der archäologischen Knochenarbeit (Achtung, doppelter Wortsinn!) als Vollzeitjob über viele Jahre hinweg nachgehen. Und ich sauge mir diese Erkenntnisse nicht aus den Fingern, sondern das haben mir männliche und weibliche (!) Archäologen im Laufe der Jahre aus ihrem beruflichen Alltag mehrmals verärgert berichtet. Da heißt es dann auch explizit, dass besonders die angehenden Archäologinnen heutzutage oft körperlich zu wenig belastbar sind und diese jungen Frauen in Wirklichkeit die archäologische Feldarbeit als notwendiges Übel betrachten, um dann später einen Bürojob im Museum oder sonst wo zu bekommen. Niemanden sollte diese Attitüde im Übrigen überraschen. Man hat ja auch noch nie davon gehört, dass Feministinnen Quoten für Jobs fordern, in denen manuell hart gearbeitet wird. Nein, es geht immer nur darum, sich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. In der Archäologie ist das nicht anders (wobei natürlich auch unter den männlichen Archäologen genügend solche anzutreffen sind, die lieber eine ruhige Kugel in einem Museumsmagazin schieben wollen, anstatt ihre Hände mit Schmutz zu besudeln - das verschärft den punktuellen "Fachkräftemangel" zusätzlich). Überhaupt wurde ja der Beruf des archäologischen Grabungstechnikers u.a. deshalb erfunden, weil sich viele Archäologen mittlerweile zu vornehm sind, noch selbst täglich Erdarbeiten durchzuführen. Mir selbst wurde vor Jahren von einem langhaarigen Studentenvertreter und einer Professorin für Klassische Archäologie, die so grell geschminkt war wie eine römische Matrone, explizit verheißen, dass ich mit einem Master in Archäologie innerhalb weniger Jahre als Grabungsleiter über einer Schaar von Hiwis präsidieren könne (zum Glück hab ich mich dann anders entschieden!). 
Eines noch: Es ist schon köstlich, wie sich der gendernde Hochschul-Heini in diesem Interview zu winden beginnt, als der Moderator insistiert, die Hauptverantwortlichen (=Politiker, Uni-Leitung) für das Liquidieren der Grabungstechniker-Studienplätze in Berlin zu kritisieren. Aber genau solche Individuen wie dieser Herr, die anscheinend einen Gartenschlauch als Rückgrat haben, sind es dann üblicherweise, die sich moralisch über ihre Vorgänger erheben, weil die in den 1930ern und 1940ern nicht bereit waren, als Widerstandskämpfer ihre Haut zu Markte zu tragen.

 Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten? | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Verräterische Pfeilspitzen:  Archäologie-Spezial (1) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Verräterische Fußspuren | Archäologie-Spezial (2) | Spieldauer 28 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Verräterische Handys | Archäologie-Spezial (3) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Florian Huber – Schiffswracks auf dem Meeresgrund | Spieldauer 24 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

 Schamanin von Bad Dürrenberg hatte Federn im Grab | Spieldauer 1 Minute | MDR | Stream & Info 
Es ist übrigens völlig unbewiesen, dass es sich bei der Verstorbenen um eine Schamanin handelt. Das ist lediglich eine Hypothese, mit der Harald Meller und sein Museum in Halle erst seit relativ kurzer Zeit hausieren gehen. Weil es wahrscheinlich die Besucherzahlen steigern soll, aber auch eine feministisch-zeitgeistige Intention ist dahinter nicht auszuschließen. Es ist jedenfalls völlig unwissenschaftlich, diese bloße Interpretation wie eine Tatsache hinzustellen. 

Freitag, 7. November 2025

🎧 Hörbares: Der deutsch-ägyptische Nofretete-Zirkus und seine Betreiber -- Der Mord am Kölner Erzbischof Engelbert I. schrieb Geschichte -- Schmähplastik im Dom zu Brandenburg -- usw.


 Gerecht oder getrickst? Historiker Conrad über Nofretete und die Fundteilung | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
"Nazirecht"?  Was ist das eigentlich für ein intellektuell insuffizienter Heini, der in diesem Beitrag des Deutschlandfunks gleich am Beginn zu Wort kommt? Die bei einer archäologischen Grabung entdeckte Nofretete-Büste wurde doch zwei Jahrzehnte vor der nationalsozialistischen Machtergreifung - nach dem damals in Ägypten geltenden Recht - völlig legal nach Deutschland überführt! Diesen Vorgang rückwirkend auf eine Stufe mit den viel späteren Zwangsarisierungen in der Hitler-Diktatur zu stellen, als man Menschen mit quasi vorgehaltener Pistole ihr Privatvermögen abgepresst hat, ist so offensichtlich blödsinnig, dass mir hierfür die Bezeichnung "Bullshit" schon fast als zu milde erscheint. Freilich, wenn einer als "Kolonialismusforscher" an einer Uni seine Brötchen verdient, dann ist von Vornherein klar, wohin die ideologische Reise geht. Wiederum die andere Luftpumpe sabbelt davon, die entsprechenden Gesetze am Anfang des 20. Jahrhunderts seien nach heutigen Maßstäben nicht legitim. Das heißt, der altrömische Rechtsgrundsatz "pacta sunt servanda" (Verträge müssen eingehalten werden) wird einfach negiert. Absolut köstlich! Wenn es nämlich einreißen würde, dass man alte Verträge einfach nach Lust und Laune für ungültig erklären kann, sobald sie ein paar ideologietrunkenen Pseudoschlaubergern heutzutage als unmoralisch erscheinen (was außerdem eine völlig subjektive Einordnung ist), dann produziert man eine dermaßen großflächige Rechtsunsicherheit, dass diese nur im totalen Chaos enden kann; zuerst für archäologische Museen, dann auch in anderen Bereichen. Davon abgesehen: Gerade in Ägypten wurden die Altertümer über Jahrhunderte hinweg von der eigenen Bevölkerung in einem gewaltigen Ausmaß zerstört - so hat man etwa Marmorstatuen verbrannt, um Kalk für das Düngen der Felder zu produzieren. Wir können heute froh sein, dass europäische Sammler zumindest einige Objekte gerettet haben; völlig wurscht ist es hierbei, ob man dazumal von Altruismus oder Sammelwut getrieben war. Und: Es wurden in Ägypten noch bis in die frühen 1980er-Jahre (!) archäologische Funde - teils durchaus bedeutende - ins Ausland verscherbelt! Die Einnahmen daraus haben die klammen Staatskasse Ägyptens gefüllt. Es handelte sich dabei um eine ganz gezielte Finanzierungsstrategie. Heute will man von diesen Tatsachen natürlich nichts mehr wissen. Weder in Ägypten, noch in den Elfenbeintürmen sogenannter Kolonialismusforscher.

 Grand Egyptian Museum eröffnet: Wolfgang David, Archäologisches Museum Frankfurt | Spieldauer 4 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Vor 17.000 Jahren: Lascaux und der Steinzeit-Blick an den Himmel | Spieldauer 3 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Anthropologie: Monumentalbau in Mexiko ohne herrschende Eliten | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Der Mord am Kölner Erzbischof Engelbert I. schrieb Geschichte | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Schmähplastik im Dom zu Brandenburg: eine besonders alte und perfide „Judensau“ | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Man beachte die Formulierungen "viele  fordern" und "andere wollen". Diese sprachliche Gegenüberstellung ist manipulativ und daher eine Form der Lüge. Denn was bedeutet im vorliegenden Kontext "viele" konkret? Man mache doch eine repräsentative Umfrage, um herauszufinden, wer jemals von diesen sogenannten "Judensäuen" etwas gehört hat. Das Ergebnis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sein: So gut wie kein Aas. Von daher kann "viele fordern" [ein uraltes Baudenkmal zu demolieren] schwerlich zutreffen. Allerdings eignet sich das Thema natürlich hervorragend, um seine Tugend in einer sozialen Blase zu signalisieren...

  Peter J. Brenner: Friedrich Nietzsche, der Philosoph des Verhängnisses | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download


Donnerstag, 30. Oktober 2025

🎧 Hörbares: Wie lebte es sich zur Zeit des Römischen Friedens? -- Päpstin Johanna, Legende oder Skandal? -- Megalithische Besiedlung per Seeweg -- Die Geschichte der Todesstrafe -- Kräftige Werkzeugmacher -- usw.


Pax Romana: Wie lebte es sich zur Zeit des Römischen Friedens? | Spieldauer 19 Minuten | WDR | Direkter Download

 Päpstin Johanna: Legende oder Skandal? | Spieldauer 14 Minuten | WDR |  Direkter Download
Legende oder Skandal? Nein, schlicht und ergreifend Blödsinn. Weil aber der moderne Feminismus immer nach historischen Idolen sucht, exhumiert man die imaginäre Frau besonders in der Vorweihnachtszeit alle Jahre wieder. Quasi eine Form der Leichenschändung ^^

 Dom Pérignon: Der Mönch und der Champagner-Mythos | Spieldauer 16 Minuten | WDR |  Direkter Download

 Kulinarische Zeitreisen – Kochvideos mit Rezepten aus dem Mittelalter | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Die lange Geschichte der Todesstrafe: Kreuzigen, steinigen, enthaupten, erschießen, erhängen, vergiften | Spieldauer 45 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Kräftige Werkzeugmacher: Erste fossile Hand von Paranthropus boisei entdeckt | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Ausgrabung in Schweden: Megalithische Besiedlung per Seeweg | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologisches Trümmerland Gaza. Wolfgang Zwickel im Gespräch | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info Direkter Download

 Aquavit als Hausmittel: Anna, die patente Kurfürstin | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Direkter Download


Samstag, 11. Oktober 2025

🎧 Hörbares: Christentum ohne Christenheit -- Neandertaler und Denisova-Mensch -- Doggerland, das steinzeitliche Atlantis der Nordsee -- Mythos Musen -- Plagiatsjäger Stefan Weber im ausführlichen Interview

 Norbert Bolz: Christentum ohne Christenheit  | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download
Ein interessantes Thema. Zitat: Der Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz liest aus seinem Buch „Christentum ohne Christenheit“  vor. [...] Seine These lautet: Ohne Jesus zu kennen oder sich für sein Leben zu interessieren, hat Paulus das Christentum erfunden. Das ist ihm mit dem größten rhetorischen Coup der Weltgeschichte gelungen. Den Verdacht, dass Paulus hinter dem Christentum steckt, habe auch ich. Und es stellt sich mir hierbei die Frage, inwieweit auch die vier Evangelien-Autoren bzw. deren Quellen davon bereits beeinflusst waren. Will heißen: War bei ihnen die Überlieferung vom Wirken Jesu bereits teilweise im Sinn des Paulus zurechtgebogen? ^^
 
 Wie wir Menschen wurden – Der Neandertaler  | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Wie wir Menschen wurden – Der Denisova-Mensch | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Wie wir Menschen wurden – Das Kochen und das Gehirn  | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Mythos Musen - Töchter der Erinnerung  | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Steinzeitliches Doggerland - Das Atlantis der Nordsee  | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Alexander Meschnig: Deutsche Mythen – Der Dolchstoß 1918  | Spieldauer 55 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

 Leo von Klenze - Der Mann, der Münchens Bild prägte | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Persönlich: Stefan Weber, der Plagiatejäger  | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download


Donnerstag, 18. September 2025

🎧 Hörbares: Der doppelte Mythos "Hermannsschlacht" -- (Lächerliche) Kritik an OpenAI Challenge im Amazonas -- Overkill im Neolithikum -- Tattoo-Kunst auf Mumie -- usw.

 
 Friedrich Pohlmann: Der doppelte Mythos "Hermannsschlacht" | Spieldauer 55 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download
 
 Michael Esfeld: Selbstbestimmung, die Grundlage unserer Zivilisation  | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Das Alte Rom - Caesar! | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Hobbyarchäologie – Kritik an OpenAI Challenge im Amazonas Regenwald | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Was für ein Gesabbel, was für ein Stuss. Anstatt sich über diese Unterstützung im Rahmen eines Citizen-Science-Projektes zu freuen, ergeht sich ein brasilianischer Archäologenverband in Futterneid, Borniertheit und Wissenschaftsfeindlichkeit. Freilich, an dieser Sorte charakterlicher und intellektueller Bankrotteure gibt es auch unter der hiesigen Archäologenschaft keinen Mangel (besonders unter den staatlichen/staatsnahen). Dabei geht es hier doch vor allem um nichtinvasive (zerstörungsfreie) Forschung, die schlussendlich in einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit ausgebildeten Archäologen vor Ort münden soll! Man ist sich aber seitens der Kritiker nicht zu blöd dafür, selbst irgendwelche "indigenen Völker" als zusätzlichen Verhinderungsgrund vorzuschieben. Das erinnert mich frappant an das verlogene Sabotieren von Großbauprojekten, indem man auf dem vorgesehenen Baugrund irgend ein unter Artenschutz stehendes Tier hervorzaubert. Und dann auch noch als Draufgabe wurde in dieser Sendung eine absolut nervtötende männliche Stimme fürs Zitieren verwendet. Der Sprecher legt die Tonalität zusätzlich noch zum Nachteil der Betreiber des KI-Projekts an. *würgh*
 
 Jungsteinzeit: Landwirtschaft nicht per se Treiber sozialer Ungleichheit | Spieldauer 6 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
Na gibt es ja nicht! Ist also der pauschalisierende Unsinn, den vor allem die marxistische Geschichtsforschung in die Welt gesetzt hat, doch nicht der Weisheit letzter Schluss? Wer hätte das gedacht? (jeder, der logisch denken kann; jeder, der keine selektive Quellenauswahl vornimmt; jeder, der ethnologische Vergleiche objektiv einordnen kann; und jeder, der Korrelationen nicht mit Kausalitäten verwechselt)
 
 Tattoo-Kunst auf 2.000 Jahre alter Mumie in Sibirien entdeck | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Overkill im Neolithikum: Archäologen rekonstruieren Folter und Gewalt im Elsass | Spieldauer 4 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Frühmenschen auf Sulawesi: Steinwerkzeuge belegen Besiedelung vor 1 Mio Jahren | Spieldauer 4 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Archäologische Entdeckungen und das Metrofahren in Thessaloniki | Spieldauer 12 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Queerer Opernstar, gefürchtete Fechtkämpferin: Julie D'Aubigny | Spieldauer 15 Minuten | WDR |Direkter Download
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