Montag, 30. Januar 2023

ūüďĖ Buch-Rezension und Interview mit Heinrich Kusch: "Geheime Unterwelt - Auf den Spuren von Jahrtausende alten unterirdischen V√∂lkern"


Vor rund einem Jahr habe ich im Rahmen des Blogs Heinrich und Ingrid Kuschs Bestseller "Geheime Unterwelt" besprochen. Das interessante, aber auch kontroverse Buch, dessen Inhalt z.T. im starken Gegensatz zu etablierten Geschichtsbildern steht, war rasch vergriffen. Doch erst jetzt ist es in einer Neuauflage erschienen. Zur√ľckzuf√ľhren ist diese Verz√∂gerung darauf, dass der viele Jahre mit Heinrich Kusch zusammenarbeitende Verlag Stocker sich geweigert hat, "Geheime Unterwelt" neu aufzulegen. Auf der Verlagswebsite hei√üt es dazu eher kryptisch

Aus Verantwortung gegen√ľber unseren Lesern legen wir strenge Ma√üst√§be an den Inhalt der bei uns ver√∂ffentlichten Werke. Leider haben sich beim Buch „Geheime Unterwelt“ einige fragw√ľrdige oder sogar falsche Angaben gefunden – die allerdings nicht, soweit f√ľr uns √ľberpr√ľfbar, den Kern der Forschungsarbeit der Autoren betreffen. Dennoch haben wir uns entschieden, dieses sehr erfolgreiche und im Internet ausschlie√ülich bestbewertete Buch bis zur Kl√§rung der fraglichen Stellen nicht neu aufzulegen.

Fehler passieren. Ich selbst habe in meiner Rezension von "Geheime Unterwelt" darauf aufmerksam gemacht, dass ein Fresko aus Klosterneuburg von den Autoren - aus meiner Sicht - irrt√ľmlich ins 11. Jahrhundert datiert wurde (siehe S99 / 1. Auflage; S117 / 2. Auflage, wo eine Berichtigung stattgefunden hat, sich gleichzeitig aber leider auch ein Druckfehler einschlich, sodass der Bildtext teilweise 'verschluckt' wurde; in einer - laut Autoren - zurzeit in Druck befindlichen weiteren Auflage, soll das korrigiert worden sein)
Es ist nun ziemlich unbefriedigend, dass nicht auch vom Verlag dergestalt Klartext geredet wird und er sich stattdessen auf diffuse Vorw√ľrfe beschr√§nkt. Freilich, aus einem Interview, das Heinrich Kusch im April 2022 mit dem in Graz beheimateten Podcast CROPfm gef√ľhrt hat, geht (ab Minute 10:35) hervor, dass es sich wohl um drei angeblich falsche Angaben handelt. Trotzdem bleiben hier aus meiner Sicht Fragen offen. Diese - und einige weitere - werde ich Herrn Kusch im Rahmen des folgenden Interviews stellen, welches ich an das Ende einer (leicht fein-getunten) Kopie meiner Rezension der 1. Auflage anf√ľge. Grunds√§tzlich empfehle ich, zuerst die folgende Rezension zu lesen, um sich mit der Theorie vertraut zu machen, die das Ehepaar Kusch in seinem Buch vertritt. Wer aber bereits im Bilde ist, kann sie nat√ľrlich √ľberspringen.
Anmerkung: Die erste und zweite Auflage von „Geheime Unterwelt“ unterscheiden sich meiner Beobachtung nach vor allem hinsichtlich der nun gr√∂√üeren (besser leserlichen) Schrift und der z.T. ebenfalls gr√∂√üeren Abbildungen. Auch hat sich die Auswahl des Bildmaterials punktuell ge√§ndert.

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1. REZENSION

Einleitung

Wer meine Rezensionen kennt, der wei√ü, dass mir nur selten ein Buch ausreichend gut gef√§llt, um daf√ľr klar eine Empfehlung aussprechen zu k√∂nnen. "Geheime Unterwelt" ist nun aber ein bisher einzigartiger Sonderfall. Ich empfehle es trotz gewisser Unzul√§nglichkeiten: 1. Die darin vertreten Theorien sind teilweise noch zu d√ľrftig belegt (die Autoren selbst r√§umen ein, dass sie nicht alle bisherigen Erkenntnisse ver√∂ffentlicht haben und es noch viel zu erforschen und zu √ľberpr√ľfen gibt). 2. Das Vertrauen der Autoren in alte Schriftquellen und Augenzeugenberichte scheint mir oftmals zu gro√ü zu sein. 3. Vereinzelt kommen kleinere Fehler vor, die meiner Ansicht nach unn√∂tig sind und relativ leicht zu vermeiden gewesen w√§ren (wie die Fehldatierung einer Freskenmalerei aus Klosterneuburg ins 11. Jahrhundert, obwohl etwa anhand der dargestellten Personen bzw. deren Kleidung klar ersichtlich ist, dass das Kunstwerk aus dem Sp√§tmittelalter stammen muss). 
Warum ich hier trotzdem 'ein Auge zudr√ľcke'? 1. Weil das Buch mit unz√§hligen naturwissenschaftlich bestens belegten Forschungsergebnissen aufwartet. 2. Weil beim Generieren dieser Forschungsergebnisse nicht nur ein gro√üer finanzieller Aufwand betrieben wurde (getragen u.a. von Hans-Adam II. von Liechtenstein), sondern auch ein erheblicher technischer (zwischen 2008 und 2021 √ľber 50 Geo-Bodenradar-Untersuchungen, mehr als 20 Bohrungen in z.T. √ľber 50 Meter Tiefe, 4 TCN-Datierungsserien usw.). Dar√ľber hinaus waren mehrere Universit√§ten (TU Graz, Montanuniversit√§t Leoben,...) bzw. renommierte Experten aus verschiedener Fachbereiche beteiligt. Die Autoren Heinrich und Ingrid Kusch selbst sind ausgebildete Wissenschaftler mit jahrzehntelanger Berufserfahrung; beispielsweise haben sie weltweit viele Tausend H√∂hlen 'befahren'. Will hei√üen: Es waren hier keine Dilettanten und Hobbyforscher am Werk.

Formulieren wir es am besten so: Die vielen faktenbasierenden Erkenntnisse sind die eine Sache, deren Einfließen in die unorthodoxe These der beiden Autoren eine andere. Ich werde in der folgenden Rezension versuchen, eine in alle Richtungen kritische, aber auch faire Bewertung vorzunehmen.


Ein verbranntes Thema

"Pr√§-Astronautik" - ich glaube, diesen Begriff habe ich im gesamten Buch kein einziges Mal gelesen; falls er doch vorkommt, dann muss er ziemlich versteckt gewesen sein, sodass ich ihn √ľbersehen habe. Und doch l√§uft alles genau auf dieses 'verbrannte' Thema hinaus, das der Schweizer Sachbuchautor und Privatforscher Erich von D√§niken Ende der 1960er-Jahre mit seinem millionenfach verkauften Bestseller "Erinnerungen an die Zukunft" weltweit popul√§r gemacht hat. Im Kern geht es bei der Pr√§-Astronautik um die Frage, ob in der weiter zur√ľckliegenden Vergangenheit bereits intelligente au√üerirdische Lebensformen die Erde besucht und entsprechende Spuren hinterlassen haben - materielle wie auch immaterielle, etwa in Form von religi√∂sen Vorstellungen (da n√§mlich unsere einfach gestrickten Vorfahren die fremden Besucher f√ľr G√∂tter gehalten haben k√∂nnten). Viel Fragw√ľrdiges wurde dazu im Laufe der Zeit publiziert, etwa in der Form, dass religi√∂se Texte maximal schr√§g im Sinne der Pr√§-Astronautik uminterpretiert wurden (was nicht automatisch im Umkehrschluss bedeutet, dass beispielsweise die offizielle Exegese richtig ist).
Es gab und gibt jedoch vereinzelt Forscher, die sich der Thematik durchaus ernsthaft gen√§hert haben. Deren Arbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung - und zwar im Angesicht der Tatsache, dass etwa in den USA seit wenigen Jahren von Politik und Leitmedien (NYT, WaPo),...) das UFO-Ph√§nomen als real anerkannt wird ("UFO" im Sinne von: ein verl√§sslich dokumentiertes unbekanntes Flugobjekt zeigt Eigenschaften, die auf Grundlage der gegenw√§rtigen menschlichen Technik mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht reproduzierbar sind - siehe dazu etwa ein au√üerordentlich interessantes Youtube-Interview des Computerwissenschaftlers und Podcasters Lex Friedman mit dem ehemaligen Milit√§rpiloten David Fravor zum Thema "Tic-Tac-UFO"). Auch innerhalb der Wissenschaft wird das Thema immer √∂fter ohne √ľberzogene Vorbehalte betrachtet. Dies geht beispielsweise aus internen E-Mails der NASA hervor, deren Ver√∂ffentlichung k√ľrzlich im Rahmen des US-Informationsfreiheitsgesetzes erwirkt wurde.

Wie f√ľgt sich nun "Geheime Unterwelt" in die UFO- und Pr√§-Astronautik-Forschung ein? Ist das Buch der gro√üen unseri√∂sen oder der winzigen seri√∂sen Sparte zuzuordnen? Unterm Strich letzterer, trotz der in der Einleitung genannten Kritikpunkte. Freilich, die Theorie, welche die Autoren auf Grundlage mittelalterlicher und fr√ľhneuzeitlicher Texte sowie arch√§ologischer und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt haben ist nichtsdestotrotz starker Tobak! Werfen wir daher einen n√§heren Blick darauf, um zu einer probaten Einsch√§tzung kommen zu k√∂nnen.


Himmelserscheinungen und die mysteri√∂se 12-Apostel-Zeche in Klosterneuburg 
12-Apostel-Zeche in Klosterneuburg
Ein Blick in einen 40 Meter langen Gangabschnitt der 12-Apostel-Zeche in Klosterneuburg. Der urspr√ľnglich bis an die Decke verf√ľllte Gang wurde vom Besitzer in jahrelanger Arbeit m√ľhevoll freigelegt. | Quelle: "Geheime Unterwelt", Seite 172, Abb. 204 | (C) Heinrich und Ingrid Kusch

Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Buchs ist die in vielerlei Hinsicht √§u√üerst bemerkenswerte 12-Apostel-Zeche in Klosterneuburg (Nieder√∂sterreich). Diese unterirdische, in den Felsen gegrabene Anlage erstreckte sich urspr√ľnglich mehrere Hundert Meter unter der Oberfl√§che, wurde jedoch ab dem 16. Jahrhundert mit ungew√∂hnlich gro√üem Aufwand komplett verf√ľllt. Lediglich ein Zehntel jener drei bis f√ľnf Meter unter der Erde liegenden G√§nge haben engagierte Privatpersonen bisher wieder freilegen k√∂nnen. Arch√§ologisch begleitet wurde das Vorhaben zeitweise von Heinrich und Ingrid Kusch. Zu ihren ungew√∂hnlichen Grabungsbefunden sp√§ter mehr.

Interessanterweise war nicht alleine die 12-Apostel-Zeche vor rund 500 Jahren vom systematischen Zusch√ľtten betroffen; unz√§hligen anderen menschgemachten europ√§ischen Gangsystemen erging es vielmehr ebenso. Wie die Autoren ausf√ľhren, war daf√ľr in erster Linie die Katholische Kirche verantwortlich: Die "Zug√§nge zur Erde und somit zur H√∂lle" sollten verschlossen werden, lie√ü etwa schon 1447 der Di√∂zesan- und F√ľrstbischof  Johann III. von Eych laut √ľberlieferter Synodalakten verk√ľnden. M√∂glicherweise war die Idee daf√ľr auf dem Konzil von Basel entstanden, das 1431-1449 tagte. Da jedoch der Anweisung anscheinend nicht in ausreichendem Ma√ü Folge geleistet wurde, kam es rund 100 Jahre sp√§ter auf dem gro√üen Konzil von Trient (1543-1554) zu einer Bekr√§ftigung des Ansinnens. 1550 forderte man wieder, alle Zug√§nge zu den "V√∂lkern der Unterwelt" zu verschlie√üen.
War dies lediglich ein Randaspekt der damals aufkommenden Hexen- und Zauberer-Hysterie? Vielleicht. Bemerkenswerterweise wurden allerdings als Anlass "Himmelserscheinungen" genannt, welche in Verbindung zu omin√∂sen Wesen gestanden haben sollen, die unter der Erde hausten. Die entsprechenden Beschreibungen in den alten Quellen deuten auf Ph√§nomene hin, welche man heute schlicht als UFOs (Unidentifizierte Flugobjekte) bezeichnen w√ľrde und die dazumal von unz√§hligen Menschen beobachtet worden sein sollen. Beispielsweise ist √ľberliefert, dass im J√§nner 1520 √ľber Wien angeblich ein gro√ües stabf√∂rmiges Objekt mit leuchtender Spitze sowie diverse kugelf√∂rmige Flugk√∂rper zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu sehen waren. √Ąhnliches wird auch aus den Jahren 1551 (Schwaben, Lothringen), 1561 (N√ľrnberg) und 1566 (Basel) berichtet - siehe Bild.

Auch wenn es im Buch keine Erw√§hnung findet, so sei an dieser Stelle auf ein weiteres bemerkenswertes Ereignis hingewiesen, das 1680 der Gelehrte Erasmus Francisci beschreibt: 1656 soll √ľber Stralsund ein Objekt aufgetaucht sein, das die Form eines M√§nnerhutes hatte - Stichwort 'Untertasse mit Kuppel'! Sechs in der N√§he befindliche Fischer erkrankten daraufhin, hei√üt es. Heutige Forscher sprechen von Symptomen, die an eine Strahlenkrankheit erinnern. 
Man sieht hieran: Das Klischee-UFO schlechthin, dessen Herkunft gerne Hollywood und der in den sp√§ten 1940ern aufkommenden  Science-Fiction-Begeisterung zugeschrieben wird, ist in Wirklichkeit wesentlich √§lter. Anzumerken ist, dass sogar schon antike Autoren wie Titus Livius dergleichen beschreiben. In seinem umfangreichen Geschichtswerk √ľber Rom - "Ab urbe condita" - z√§hlt er etliche  'Himmelserscheinungen' auf, darunter durch die Luft fliegende Objekte, welche die Form von Rundschilden gehabt haben sollen ("parma" = Scheibe mit Schildbuckel = Untertassen mit Kuppel); die damaligen Menschen interpretierten derlei durch die Bank als g√∂ttliche Vorzeichen bzw. "Prodigien".

Nun ist Papier bekanntlich geduldig. Zurecht muss man hier deshalb vorsichtig sein und darf keinesfalls alles automatisch f√ľr bare M√ľnze nehmen. Selbst der besagte Livius r√§umte ein, dass er den von ihm weitergereichten Berichten √ľber Prodigien nicht vorbehaltslos traut. Doch egal wie man die Glaubw√ľrdigkeit der Schilderungen im Einzelnen bewertet, so wird doch klar, dass das UFO-Ph√§nomen mitnichten erst im mittleren 20. Jahrhundert als Reaktion auf die Popul√§rkultur rund um die aufkommende Raumfahrt und den damaligen Science-Fiction-Hype entstand - wie von notorischen Skeptikern immer noch f√§lschlicherweise verbreitet wird. Heinrich und Ingrid Kusch zitieren hierzu den bekannten Psychiater C. G. Jung, den diese Thematik in seinen sp√§ten Lebensjahren umtrieb: 

"Die Publizit√§t des Ufos hat zwar erst gegen das Ende des Zweiten Weltkrieges eingesetzt, aber das Ph√§nomen war schon vorher bekannt und ist nicht erst in der ersten H√§lfte des XX. Jahrhunderts beobachtet worden, sondern schon in fr√ľheren Jahrhunderten und vielleicht auch schon zur Zeit der Antike gesichtet und beschrieben worden." 
S 68

Es verlangt nun die intellektuelle und wissenschaftliche Redlichkeit, dass im Angesicht der gro√üen Anzahl solcher √úberlieferungen die ernsthafte Frage gestellt wird: Verbirgt sich darin ein wahrer Kern? Umso dr√§ngender ist diese Frage, da wir √§hnliche Beobachtungen auch heute machen und zunehmend verl√§sslich dokumentieren (siehe oben). Die Pr√§-Astronautik-Theorie - bei aller gerechtfertigter Kritik daran - undifferenziert als pseudowissenschaftliche Geldmacherei und Bullshit abzutun ist l√§ngst nicht mehr haltbar. 

Zur√ľck zur 12-Apostel-Zeche. Diese wurde, wie wir jetzt wissen, im 16. Jahrhundert vermutlich aus Angst vor damals vermehrt auftretenden Himmelsph√§nomenen verf√ľllt. Doch wie lange existierte die unterirdische Anlage zu diesem Zeitpunkt schon? Betrachtet man die arch√§ologischen Grabungsergebnisse, dann f√§llt die Antwort darauf bemerkenswert aus!
Das Mauerwerk ist auf den ersten Blick wenig aufregend, scheint es doch 'nur' r√∂mischen Ursprungs zu sein, mit Erg√§nzungen aus dem Mittelalter. Dem ist aber nicht so, denn der √ľberwiegende Teil der Trockenmauern datiert, durch Kohlenstoffanalyse eines im Mauerwerk eingef√ľgten Holzkeiles, in das Neolithikum (6200 Jahre). Unter den r√∂merzeitlichen Einbauten - etwa unter einem Hypocaustum (=Fu√übodenheizung) - findet sich ein mit etlichen spannenden Funden gef√ľllter vorgeschichtlicher Bereich, der zehntausende Jahre weit in die Altsteinzeit zur√ľckreicht! Siehe die nachfolgende Abbildung.
Lochbeile und Gefäße in der12-Apostel-Zeche
Pr√§historische Fundstelle in der 12-Apostel-Zeche, deren Objekte pfeilartig in Richtung Norden ausgerichtet sind. Das Alter wurde mittels C14 auf √ľber 56000 (sic!) Jahren datiert; Grundlage daf√ľr waren f√ľnf H√∂lzer, die aus einem verschlossenen Gef√§√ü (links oben) geborgen wurden. | Quelle: "Geheime Unterwelt", Seite 144,  Abb. 170 | (C) Heinrich und Ingrid Kusch

Der Kenner wird an dieser Stelle sofort einwenden, dass zumindest einige der Objekte in typologischer Hinsicht keinesfalls aus der Altsteinzeit stammen bzw. zehntausende Jahre alt sein k√∂nnen. Trotzdem steht dem gegen√ľber die im Bildtext genannte naturwissenschaftliche Datierung (zu der sich noch weitere, hier nicht extra angef√ľhrte, gesellen). Und das wirft Fragen auf. Etwa: Wurde die H√∂hlenanlage schon vor rund 56000 Jahren aus dem Felsk√∂rper gegraben? Oder zumindest Teile davon, die man viel sp√§ter - vor allem in der R√∂merzeit - im Rahmen einer Sekund√§rnutzung erweitert hatte? Interessanterweise setzen die ins 3./4. Jahrhundert nach Christus datierten r√∂mischen Mauern tats√§chlich auf vorgeschichtlichen Trockenmauern auf. Hinter diesen liegen wiederum megalithische Bl√∂cke, die wohl Teil der urspr√ľnglichen H√∂hlenanlage gewesen sind.

Werfen wir noch einmal einen Blick auf die oben abgebildete Fundstelle. Heinrich und Ingrid Kusch glauben, dass besonders die anthropomorphen Objekte nicht blo√üe Produkte steinzeitmenschlicher Fantasie sind, sondern - vermutlich in abstrahierter Form - tats√§chliche Lebensformen darstellen. N√§mlich jene, die noch in verschiedenen schriftlichen Quellen des Sp√§tmittelalters sowie der Fr√ľhen Neuzeit als Bewohner der Unterwelt beschrieben werden und die √ľber sehr fortgeschrittene technologische Fertigkeiten verf√ľgt haben sollen - wie z.B. den Materie-Transport mittels bestimmter Schallfrequenzen innerhalb von daf√ľr speziell dimensionierten H√∂hlen. Ihr Herkunftsort k√∂nnte - so wird von den Autoren gemutma√üt - au√üerhalb der Erde liegen. Und weiter hei√üt es, dass sie m√∂glicherweise in grauer Vorzeit auf der Erde gestrandet sind; ihre Nachfahren mussten dann, nachdem das gerettete technisches Equipment im Laufe der Jahrhunderte sukzessive den Geist aufgab, eine primitivere Lebensweise annehmen, welche aber immer noch √ľber jener der steinzeitlichen Menschen lag. Diese Menschen h√§tten die Fremden deshalb wie G√∂tter verehrt ... womit wir voll in der Pr√§-Astronautik-Theorie stecken.
Und ja, ich sehe schon, wie der eine oder andere Leser spätestens hier wild die Augen verdreht. Und auch ich tue mir äußerst schwer, solchen Überlegungen beizupflichten. Es kommt aber noch heftiger, wie der folgende Fund zeigt:
12-Apostel-Zeche: Steinplatte mit fliegenden Untertassen / UFOs?
Eine von mehreren, mit Gravuren versehenes Steinplattenfragment aus dem pr√§historischen Horizont der 12-Apostel-Zeche. Die Autoren interpretieren die Darstellungen folgenderma√üen: "... zeigt zwei Flugger√§te in Bewegung, und ein Flugobjekt, das sich in drei Sektoren aufteilt. Rechts davon sind Diagrammfragmente- und ein Inschriftenrest zu sehen."  | Quelle: "Geheime Unterwelt", Seite 206,  Abb. 269 | (C) Heinrich und Ingrid Kusch

Manch einer wird nun einwenden, dass es sich bei dem obigen Objekt bestimmt um eine F√§lschung handelt. Zu bedenken ist, dass einige mit bemerkenswerten Gravuren versehene Steinplatten und Schriftsteine einerseits von den Kuschs selbst im Zuge ihrer professionellen arch√§ologischen Grabungen entdeckt worden sind, andererseits zumindest in ihrer Anwesenheit. Andere Steinplatten wurden wiederum vom Besitzer der 12-Apostel-Zeche w√§hrend seiner langj√§hrigen Freilegungs- und Restaurierungsarbeiten aufgefunden. Ich unterstelle dem Mann nichts, aber ich w√ľrde ihm auch nicht blind vertrauen. Allerdings weisen die Autoren - nach entsprechenden Laboruntersuchungen - auf Indizien hin, welche die Steingravuren in ihren Augen sehr authentisch erscheinen lassen. 


Die ungewöhnlichen Phänomene im steirischen "Streblgang"
Sogenannter "Streblgang" (Oststeiermark), der von den Autoren in die Steinzeit datiert wird. Trotz der stark fortgeschrittenen Verwitterung ist immer noch die gro√üe Sorgfalt zu erkennen, mit der hier einst gearbeitet wurde. Bergwerksstollen aus der R√∂merzeit oder dem Mittelalter weisen eine weitaus gr√∂bere Oberfl√§che, mit unz√§hligen gr√∂√üeren und kleineren Ausbr√ľchen auf. In alten kirchlichen Aufzeichnungen werden solche in den Felsen gegrabene G√§nge als "Steinschratteln" bezeichnet. Teilweise fand in deutlich sp√§terer Zeit eine Sekund√§rnutzung als "Wassergang" statt.  | Quelle: "Tore zur Unterwelt", S 47,  Abb. 32 | (C) Heinrich und Ingrid Kusch

Sp√§testens bei dem im Buch behandelten "Streblgang" muss auch der eine oder andere Skeptiker einr√§umen, dass meine steirischen Landsleute Heinrich und Ingrid Kusch wohl einem Ph√§nomen auf der Spur sind, das sich hinter unserem √ľblichen Denkhorizont befindet. Zu diesem Schluss kann man hier n√§mlich unabh√§ngig davon kommen, ob man nun jedem ihrer arch√§ologischen Befunde trauen oder gar ihrer Theorie von den einst unterirdisch lebenden Wesen extraterrestrischen Ursprungs folgen m√∂chte. Wie schon ganz oben von mir erkl√§rt wurde, macht es unbedingt Sinn, die naturwissenschaftlichen Fakten von der Theorie zu trennen, um nicht voreilig das Kind mit dem Bade auszusch√ľtten. 
Beim besagten "Streblgang" handelt es sich um eine unterirdische, in der Oststeiermark befindliche Anlage, welche von den Kuschs aufgrund von TCN-datierten Trockenmauern als steinzeitlich betrachtet wird (siehe dazu auch das Vorg√§ngerbuch "Tore zur Unterwelt"). Dieser Gang wurde und wird zwischenzeitlich von Spezialisten genauestens unter die Lupe genommen. Nicht nur sind die dabei gewonnenen Messergebnisse hochinteressant, sondern es konnten auch Ph√§nomene von den Beteiligten beobachtet werden, welche die Bezeichnung "extrem ungew√∂hnlich" verdienen. Aus diesem Grund ist es lohnenswert, hier einige der betreffenden Textstellen zu zitieren: 

Unsere wissenschaftlichen Untersuchungen im Streblgang in Puchegg sind bis heute noch nicht abgeschlossen und erfolgen nach ausgesuchten Kriterien seit mehr als sechs Jahren durch viele anerkannte Wissenschaftler. Auffallend sind bei den Resultaten Anomalien, die es eigentlich nicht geben d√ľrfte. So konnten wir in der Winterzeit Dampfwolken beobachten, die Sto√üweise aus der Eingangs√∂ffnung kamen, als ob es eine Wetterf√ľhrung im Gang g√§be. Jedoch ist die Bewetterung des Feldganges nicht m√∂glich, weil er blind ohne Fortsetzung endet und kaum eine Niveaudifferenz aufweist. Das hei√üt, dass die Luft im Gang kaum in Bewegung sein sollte. Aber das ist nicht der Fall, denn periodisch entsteht ein k√ľhler Luftstrom, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Dies konnten f√ľnf Wissenschaftler von verschiedenen √∂sterreichischen Universit√§ten beobachten, die auch keine Antwort auf diese Anomalien hatten. Die besagte Stelle, wo der Luftstrom im Gang entsteht, liegt 72 Meter vom Eingang entfernt im Berginneren und es konnte bei Untersuchungen von einer Messgruppe dort an den W√§nden unter bestimmten Frequenzbeschallungen der verst√§rkte Aufbau eines ringf√∂rmigen elektrischen Magnetfeldes festgestellt werden. Experten der Technischen Universit√§t Graz f√ľhrten zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Langzeitmessungen, wie Radon-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessungen sowie der Gammastrahlung, im Gang durch, bei denen sich in einigen F√§llen die neuen Batterien in den Messger√§ten schlagartig entleerten und versagten, obwohl diese eine Laufzeit von mindestens einem Jahr h√§tten haben sollen. Dies passierte uns auch mit Filmteams, bei denen die frisch geladenen Akkus der Kameras und der Beleuchtung auf einmal ohne ersichtlichen Grund entleert waren. Hat man die Batterien jedoch aus dem Gang wieder ins Freie gebracht, so funktionierten sie nach kurzer Zeit mit voller Ladung wieder einwandfrei.
[...]
Noch mysteri√∂ser war ein Vorfall, der eine der Langzeitmessungen pl√∂tzlich beendete. Es war am 23. Mai 2017, als es am sonnigen Nachmittag um 16:46 Uhr einen heftigen Knall gab, der in der Folge beide Fernsehger√§te im benachbarten Bauernhof unbrauchbar machte, und auch unsere zehn Temperatur-Logger nahmen daraufhin keine Messungen mehr vor. Auf der Speicherkarte der Videokamera, welche im Gang installiert war, um eventuelle Ver√§nderungen zu dokumentieren, waren alle Dateien komplett gel√∂scht und die Karte danach unbrauchbar. Laut der Wetterstation am Masenberg gab es in diesem Zeitraum weder ein Gewitter noch sonstige auffallende Ereignisse. Stellt sich die Frage: Was war der Ausl√∂ser f√ľr dieses Geschehen?
Noch interessanter waren chemische Untersuchungen, bei denen die Schwefeldetektion [...]

S 99-101

Als schwerer Skeptiker mag man nun einwenden, dass ja beispielsweise die Akkus eventuell gar nicht vor√ľbergehend geleert waren, sondern genauso gut die Elektronik der Ger√§te gest√∂rt gewesen sein k√∂nnte, weshalb diese f√§lschlicherweise annahmen, die Akkus seien komplett entladen. Doch letztendlich ist dergleichen 'Jacke wie Hose' bzw. 'ghupft wie gsprungen', da in beiden F√§llen die Ursache f√ľr das extrem ungew√∂hnliche ger√§te√ľbergreifende (!) Fehlverhalten nicht klar benannt werden kann. Will hei√üen: Eine technisch-naturwissenschaftlich plausible Erkl√§rung fehlt. Selbiges gilt f√ľr zig weitere im Buch dokumentierte Anomalien, welche den Autoren Heinrich und Ingrid Kusch im Zuge ihrer wissenschaftlichen T√§tigkeit untergekommen sind. Doch kann ich im Rahmen dieser Buchbesprechung leider nicht einmal ansatzweise alle aufz√§hlen.


Mein Fazit

Es war nicht einfach, diese Rezension zu schreiben. Hauptsächlich deshalb, weil das vorliegende Buch dermaßen mit z.T. ungewöhnlichen Informationen und hervorragenden Abbildungen vollgestopft ist, dass es schwer fällt, eine gute Auswahl zu treffen. Hier nicht näher eingehen konnte ich beispielsweise auf das auffällige Kaufinteresse, welches die Katholische Kirche und andere internationale Player an der 12-Apostel-Zeche entwickelten; sogar mehrere Mordanschläge auf den verkaufsunwilligen Besitzer soll es gegeben haben. Und schließlich wurden auch Heinrich und Ingrid Kusch nach eigenem Bekunden aufgrund ihres Forschungsinteresses bedroht.
Dem einen oder anderen Leser wird das alles zu sehr nach 'R√§uberpistole' klingen. Vor allem aber mit der Theorie von den au√üerirdischen Besuchern, die sich in der irdischen Unterwelt einquartiert hatten, d√ľrfte nicht jeder warm werden. Und ich sage es ganz offen: Mir geht es da mitunter √§hnlich. Aber kann ich zumindest Indizien vorlegen, dass es nicht stimmt? Nein. Im Gegenteil, die unz√§hligen gut dokumentierten Anomalien und naturwissenschaftlichen Analyseergebnisse lassen mich an meinem eigenen Zweifel zweifeln; zumindest was Teilaspekte der Theorie betrifft.
Vom wissenschaftlichen Niveau her d√ľrfte das vorliegende Buch meiner Einsch√§tzung nach weit √ľber allem angesiedelt sein, was zum Themenkomplex der Pr√§-Astronautik bisher publiziert wurde. Kein Wunder, bei dem von Heinrich und Ingrid Kusch betriebenen Forschungsaufwand. "Geheime Unterwelt" ist freilich nicht perfekt - z.B. sind Formulierung vereinzelt missverst√§ndlich bzw. etwas ungeschickt gew√§hlt; auch wenige kleine Fehler haben sich eingeschlichen. Aber unterm Strich gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Der Leser sollte freilich - um es ein drittes und letztes Mal zu betonen - in der Lage sein, die harten Fakten von der 'mutigen' Theorie getrennt zu bewerten. Wer sich allerdings von der Pr√§-Astronautik per se 'getriggert' f√ľhlt, dem sei empfohlen, lieber weiterhin 'allwissenden' TV-Professoren wie Harald Lesch zu lauschen. ūüėČ

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2. INTERVIEW MIT HEINRICH KUSCH

Lieber Herr Kusch, es ist nicht ganz neu, dass ein Verlag seinen Autor trotz langer und vertrauensvoller Zusammenarbeit 'cancelt'. Erfahrungsgem√§√ü ist das sehr oft auf √§u√üeren Druck zur√ľckzuf√ľhren, hinter dem wiederum politische bzw. weltanschauliche Motive stehen. Der Autor Graham Hancock erlebt das gerade nach der Ver√∂ffentlichung seiner sehr erfolgreichen Netflix-Dokureihe "Ancient Apocalypse". Was vermuten Sie, war bei Ihrer Frau und Ihnen der ausschlaggebende Grund? Dass Ihnen der Verlag Stocker vorwirft, das Buch "Geheime Unterwelt" w√ľrde drei Fehlangaben beinhalten, scheinen Sie ja eher als fadenscheinigen Vorwand zu interpretieren. Was sollen diese mutma√ülichen "Fehlangaben" √ľberhaupt konkret sein? Und konnten sie diese beheben?
Es war nicht notwendig diese drei sogenannten Fehler zu beheben, da keinen Grund daf√ľr vorhanden war, denn es gab keine inhaltlichen Fehler!
Der 1. Punkt, den der Verleger kritisierte, waren die drei Freskenmalereien in der Einfahrt (Vorraum) des Hauses am Stadtplatz, wo er dem Besitzer unterstellte, dass er diese selbst anfertigen lie√ü und diese somit nicht aus dem Mittelalter stammen k√∂nnen! Tatsache ist jedoch, dass sie laut Aussage der Restauratoren ihren realen Ursprung im Mittelalter haben und sp√§ter im jeweiligen Zeitgeist restauriert worden sind. Es konnten hier √ľber 40 √úbermalungen festgestellt werden!
Zu Punkt 2: In diesem Fall zweifelte der Verleger daran, dass die ukrainische Stadt Ivano Frankivsk einen Flughafen besitzt. Fakt ist jedoch, dass der vor der Stadt liegende Militär-Flughafen seit dem Jahre 2009 zu einem internationalen Airport mit regem Flugverkehr ausgebaut wurde. In der Folge wurde kritisiert, dass dieser keine Zugverbindung zur Stadt hätte. Auch dies konnte durch alte Webseiten und Satellitenaufnahmen widerlegt werden!
Der 3. Punkt betraf einen Originalbefund von der Universit√§t Kazan in der russischen Republik Tatarstan. Diese Analyse wurde im Jahre 2017 von einem Wissenschaftler ausgestellt und an den Besitzer der 12 Apostelzeche, der den Auftrag zur Bestimmung f√ľr eine Pollenanalyse gegeben hatte, √ľbermittelt. Die Echtheit des Dokumentes wurde vom Verleger „zu Unrecht“ angezweifelt. Dieser Punkt konnte durch den Kriegsbeginn von Russland mit der Ukraine im Jahre 2022 nicht sofort klargestellt werden. Die Echtheit des Befundes wurde aber Monate sp√§ter dann best√§tigt: Das Dokument und die Analyse sind echt!
Schlussendlich gewannen wir den Eindruck, dass der Verleger durch dieses fadenscheinige Hinauszögern kein Interesse mehr an der Neuauflage dieses Bestsellers hatte und massiv unter Druck gesetzt worden war!

Laut Ihrer Theorie ist es sehr wahrscheinlich, dass fremde Wesen von vermutlich extraterrestrischer Herkunft einst in unterirdischen Höhlenanlagen lebten - und es eventuell immer noch tun. Ihnen bisher durchaus wohlwollend gesonnene Menschen haben mir geschrieben, dass Sie sich hier viel zu weit aus dem Fenster gelehnt hätten. Besser wäre es gewesen, die Alien-Theorie von den Ergebnissen der archäologischen Forschung strikt zu trennen, damit die arrivierte Wissenschaft nicht sofort die Ohren verschließt. Was entgegnen Sie dieser Kritik? Wäre es sinnvoll oder möglich gewesen, die Aliens vorerst auszuklammern, bis mehr Beweise vorhanden sind? Sie schreiben ja selbst, dass noch vieles im Dunklen liegt.
Als Wissenschaftler bin ich der Wahrheit verpflichtet und werde nichts anpassen, um gef√§llige Aussagen zu t√§tigen. Es ist nicht notwendig, die beiden angesprochenen Themen zu trennen, weil sie unmittelbar ineinander greifen. Dies hat sich bei unseren Untersuchungen herausgestellt. Es gibt eigentlich keine Zweifel an der Echtheit der Funde, weil die von uns geborgenen Gegenst√§nde in der 12 Apostelzeche unter wissenschaftlichen Kriterien freigelegt und teilweise datiert werden konnten sowie deren Fundumst√§nde und Aussagekraft durchaus solche unbequemen Schl√ľsse zulassen. Jahre lang waren wir √ľber unsere Schlussfolgerungen, was die Fundgruben und die Funde selbst betrafen, in Zweifel. In der Folge konnten wir aber aufgrund der vielen Auswertungen, angefangen von den Metallgegenst√§nden, den alten H√∂lzern, der Schriftzeichen, den Lochbeilen und Keramiken, und vor allem der Existenz der vor √ľber  60000 Jahren k√ľnstlich geschaffenen Hohlr√§ume die √§u√üerst pr√§gnanten Hinweise nicht ignorieren. 

Tut man Ihnen Unrecht, wenn man sagt, dass Sie den alten Schriftquellen und mutmaßlichen Augenzeugenberichten eventuell zu viel Vertrauen schenken? Harte Beweise sind das ja in der Regel nicht, oder?
Diese Schriftdokumente die uns vorliegen sind sehr wohl ernst zu nehmen. Ist als Beispiel die Existenz der 12 Apostelzeche nicht „harter Beweise“ genug f√ľr die Erw√§hnung in einer Abschrift eines Kirchendokuments aus dem 16. Jahrhundert? Die uns vorliegenden weiteren Abschriften von Originaldokumenten wurden uns vertrauensvoll von Personen √ľbergeben, die Zugang zu gewissen f√ľr die √Ėffentlichkeit geschlossenen Kirchen- und Staats-Archiven haben. Bisher haben wir davon nur 5 alte Schriftquellen in unseren B√ľchern publiziert, deren Inhalt mit den darin genannten √Ėrtlichkeiten mittels Feldforschungen von uns best√§tigt werden konnte. Es gibt aber noch eine gro√üe Anzahl weiterer Dokumente, die sich derzeit noch in Auswertung befinden. Spezielle m√ľndliche Aussagen von der b√§uerlichen Bev√∂lkerung wurden ebenso √ľberpr√ľft und stimmen, da sie uns auch die betreffenden Orte zeigen konnten.

Die oben in der Rezension abgebildete Steinplatte, auf der eine mutma√üliche fliegende Untertasse zu sehen ist, wird von ihnen weit zur√ľck in die Vorgeschichte datiert. Das w√§re, sollte es zutreffen, ohne Zweifel spektakul√§r. Den Fund soll allerdings der Eigent√ľmer der 12-Apostel-Zeche (Klosterneuburg) gemacht haben, nicht Sie im Zuge Ihrer professionellen arch√§ologischen Grabungen. K√∂nnen Sie - zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit - ausschlie√üen, dass es sich dabei um eine F√§lschung handelt? Ich muss gestehen, mich pers√∂nlich irritieren daran vor allem die Pfeile, welche offenbar Bewegungsrichtungen versinnbildlichen sollen; eine sehr menschliche und meines Wissens vor allem auch eine relativ moderne Darstellungsform.
Um gleich an Ihren letzten Satz anzuschlie√üen. Abseits von Wikipedia finden wir Pfeildarstellungen seit dem Pal√§olithikum weltweit auf Felsbildern in H√∂hlen wie auch bei Fels√ľberh√§ngen vor. In einigen alten mythologischen √úberlieferungen hat der Pfeil schicksalhaft die Antwort der G√∂tter auf die Fragen der Menschen √ľbernommen. Er ist also ein uraltes richtungsweisendes Symbol.
Zur oben genannten Steinplatte k√∂nnen wir korrigierend anf√ľhren, dass wir sehr wohl bei der Auffindung dieser abgebildeten Platte anwesend waren, also diese keine F√§lschung ist. Wir m√∂chten darauf hinweisen, dass wir selbst in zwei Fundgruben, die von uns arch√§ologisch bearbeitet, also freigelegt wurden, ebenso Steintafeln mit eingravierten Flugger√§ten im Verband mit Begleitfunden, darunter datiertes Holz, geborgen haben. 

Sie arbeiten mit vielen namhaften Fachwissenschaftlern und Instituten zusammen. Sind die 'happy' dar√ľber, dass sie beispielsweise mit ihren naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen quasi einen Beitrag zu Ihrer doch sehr unkonventionellen Theorie leisten? 
Die renommierten Wissenschaftler, die uns wohlwollend unterst√ľtzten, zeigten keine Ber√ľhrungs√§ngste, sondern hatten eher ein gro√ües Interesse an unseren Forschungsprojekten.

Neben der 12-Apostel-Zeche in Nieder√∂sterreich z√§hlt der steirische Streblgang zu einem der Kernpunkte ihrer Forschung. Was tut sich an diesen beiden Orten hinsichtlich Ihrer Forschung? 
Einige Forschungsprojekte sind in Planung und Ausf√ľhrung, darunter auch noch weitere Untersuchungen im Streblgang.

Mir ist aufgefallen, dass in " Geheime Unterwelt" das Thema Lochsteine - zu dem ich mit Ihnen 2016 ein Interview gef√ľhrt habe - keine Rolle mehr spielt. Das hat mich ein wenig gewundert, denn mir schien es so, als ob in Ihren Augen Lochsteine fest mit dem Ph√§nomen der unterirdischen Anlagen in Verbindung stehen.
Das Lochsteinprojekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Jedoch haben wir mittlerweile unsere Forschungsprojekte √ľber mehrere Bundesl√§nder hinweg ausgeweitet, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ich bedanke mich sehr, dass Sie die Zeit gefunden haben, um meine Fragen zu beantworten. Gibt es eventuell abschließend noch etwas, dass Sie uns mitteilen wollen?
Wir w√ľrden jeden wissenschaftlich arbeitenden Menschen empfehlen, sich auch an die nicht vom Mainstream vorgegebenen Themen heranzuwagen, unvoreingenommen  neugierig zu sein, um dadurch zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.


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13 Kommentare:

  1. "Schlussendlich gewannen wir den Eindruck, dass der Verleger durch dieses fadenscheinige Hinauszögern kein Interesse mehr an der Neuauflage dieses Bestsellers hatte und massiv unter Druck gesetzt worden war!"

    Den Eindruck kann man tats√§chlich bekommen, weil die drei vermeintlichen "M√§ngel" sind ein absoluter Fliegenschiss. Selbst dann, wenn sie den Tatsachen entsprochen h√§tten w√§re das so. Kein Verleger, der seine betriebswirtschaftlichen Sinne beisammen hat, cancelt deshalb ein erfolgreiches Buch, das ihm viel Geld in die Kassen sp√ľlt.

    Hier hat sehr wahrscheinlich jemand Druck ausge√ľbt. Aber wer???

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    1. Diese Dinge hätten auf das Theoriegebäude der Kuschs keine Auswirkung gehabt. Das wäre so gewesen, als wenn man aus dem Grazer Dom einen einzelnen Stein entfernt. Deshalb bricht der auch nicht gleich zusammen.
      Ich habe den Eindruck, der Verlagsboss ist von jemandem mit diesen Pseudoargumenten gef√ľttert worden. Vielleicht war das so ein Tastaturkrieger, der sich als Vork√§mpfer der einzigen Wahrheit sieht. Dass der Verlag deshalb gleich einknickt ist erb√§rmlich, von Stocker kaufe ich sicher kein Buch mehr. Die kommen auf meine schwarze Liste f√ľr ihr sch√§biges Verhalten gegen√ľber den Kuschs.
      P. Hösele

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  2. Was ich nicht so ganz verstehe:
    Man will die Zug√§nge zur H√∂lle zusch√ľtten, um sich dadurch vor Himmelsph√§nomenen zu sch√ľtzen? Ist das nicht widersinnig?

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    1. Falls die Himmelsphänomene ihren Ursprung primär im Erdinneren hatten, oder die Menschen zumindest dieser Meinung waren, dann nicht.

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  3. Und was ist, wenn die mit Ritzzeichnungen versehenen Platten der Besitzer der H√∂hle vorher dort vergraben hat? W√§re doch zumindest theoretisch denkbar, oder w√ľrde man das als Arch√§ologe bemerken?

    Ludwig

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  4. Sehr spannend! Dass man als wissenschaftlich interessierter Mensch f√ľr alles offen sein muss, unterschreibe ich zu 100 Prozent.
    Ich finde es aber schade, dass man die Dokumente, von denen Herr Kusch spricht, nicht immer alle umgehend im Internet ver√∂ffentlicht. Weil was ist, wenn den Forschern ein Ungl√ľck geschieht (was Gott verh√ľten m√∂ge)? Dann w√§ren mit ihnen auch die Belege verloren.

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  5. Warum sind diese Höhlen in Klosterneuburg sichtbar aus Steinen aufgemauert, wenn sie in den Felsen gegraben worden sind? War das eine Fleißaufgabe wegen der Optik? Bei den Römern kann ich das verstehen, aber bei den Steinzeitmenschen? Es heißt ja im Buch, die hätten auch schon Einbauten vorgenommen. Kennt man so eine Vorgehensweise von irgend einer anderen steinzeitlichen Felsenhöhle?
    LG,
    Leo

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    1. Auch eine Felsenh√∂hle ist nicht zwingend komplett stabil. Man baut deshalb auch in Stollen immer noch St√ľtzkonstruktionen ein.

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  6. Wenn diese Berichte aus der fr√ľhen Neuzeit nicht lange nach der behaupteten Sichtung und am Ort des Geschehens entstanden sind, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie keine blo√üen Erfindungen sind. Denn die Menschen dort h√§tten schlie√ülich selbst am besten wissen m√ľssen, ob es stimmt. Sie h√§tten einen Bericht, der nur Fantasie ist, sofort in der Luft zerfetzt und den Autor mit Spott √ľbersch√ľttet. Solchen √úberlieferungen kann man deshalb schon eignes Vertrauen schenken.

    Ich hoffe, das nächste Buch mit weiteren Forschungsergebnissen von Dr. Kusch erscheint in nicht allzu ferner Zukunft.

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  7. Ich habe das Buch gelesen. Die archäologischen Befunde, vor allem die C14 Datierungen, glaube ich Kusch schon. Aber diese Erfahrungsberichte z.B von einer alten Dame, die als junges Mädchen von einer unterirdischen Höhle in die andere gebeamt worden sein soll, kann ich nicht ernst nehmen. Es ist sicher richtig, dass diese Dinge dokumentiert werden, aber beweisent tut so etwas nichts.

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  8. ≥≥ Aus Verantwortung gegen√ľber unseren Lesern legen wir strenge Ma√üst√§be an den Inhalt der bei uns ver√∂ffentlichten Werke ≤≤
    Leere Worth√ľlse. Wenn die Ma√üst√§be so streng w√§ren, dann h√§tten die das zumindest teilweise schon beim Lektorat bemerken m√ľssen. Woher haben die au√üerdem im Nachhinein ihre Infos √ľber die Fehler gehabt? Und warum haben sie diesen Quellen mehr als dem Autor getraut, der bei ihnen seit Jahren unter Vertrag ist?
    Heinrich Kusch hat alles richtig bemacht, der Verlag alles falsch.
    Twiffi

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  9. Vielen Dank f√ľr Buchbesprechung und Interview! Super interessant, das Thema!
    Viele Gr√ľ√üe Hagen

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