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Samstag, 30. Mai 2026

📽️ Videos: Die Totenlade von Helmsdorf -- Archäologische Schätze in der Großregion -- Die Gladiatorenschule in Trier -- Die Neuinszenierung der Bronzezeit -- usw.


 Die Totenlade von Helmsdorf  | Spieldauer 7 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Die Neuinszenierung der Bronzezeit | Spieldauer 8 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 



 Archäologische Schätze in der Großregion | Spieldauer 28 Minuten | SR | Stream & Info

 Betreten verboten: Warum vier von sechs Welterbe Höhlen derzeit geschlossen sind | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Die Gladiatorenschule in Trier | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info 
Die Medien immer mit ihrer Angewohnheit, den Interviewpartner vor dem eigentlich Gespräch beim Gehen zu filmen. Das sieht - so wie hier - fast immer unnatürlich und dämlich aus. Der arme Mensch vor der Kamera weiß ja offenbar nicht wie er dabei dreinblicken soll; man merkt ihm regelrecht an, dass ihm das unangenehm ist; alles wirkt daran unnatürlich und gestellt. "Cringe", täten die Amis das nennen. Ich kann mich aber an einen gerne bergesteigenden österreichischen Politiker erinnern, der erklärt hat, dass er genau solche Mätzchen nicht mitmacht. Der Reporter soll seine Fragen stellen, aber nicht versuchen, Filmkunst zu fabrizieren.

 Der schiefste Turm der Welt steht in Rheinland-Pfalz | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info 


Sonntag, 24. Mai 2026

Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 1.26: Schlachtfeldarchäologie (außerdem: steuergeldfinanziertes Archäo-Fressen in Erding, böse Metalldetektoren und mehr)


Und weiter geht es mit einer neuen Ausgabe der Zeitschrift "Bayerische Archäologie". Schwerpunkt ist diesmal das durchaus interessante Thema "Schlachtfeld-Archäologie" (und weil das Verzichten auf den Bindestrich im Heft-Titel zu einer stark veränderten Bedeutung geführt hätte, hat man diesmal nicht aus rein optischen Gründen absichtlich auf die deutsche Rechtschreibung gesch...pfiffen ^^). 

Natürlich enthält das Heft auch Beiträge zu anderen Themen. Entsprechend werde ich eine Auswahl treffen, um nicht zuletzt einen kritischen Blick auf den staatlichen bzw. staatsnahen Archäologiebetrieb und seine Akteure zu werfen. Schauen wir also, was mich diesmal - passend zum Blog-Motto - so alles aufregt 😉.



Rätselhaft wie die Sibylle von Cumae, Völlerei und eine geriatrische Ausflugsgesellschaft

Die "Gesellschaft für Archäologie in Bayern" (GfA) hat in wissenschaftlicher Hinsicht zweifellos ihre Verdienste. Ich finde diesen Verein bzw. einige seiner großkopferten Akteuer aber trotzdem in mancherlei Hinsicht skurril bis suspekt - wie ich schon mehrfach in den Rezensionen dieser Heftreihe anhand von Beispielen dargelegt habe. Etwa der wohl narzisstische Hang dieser Truppe und seines Dunstkreises, sich inflationär gegenseitig irgendwelche Ehrungen umzuhängen, ist in meinen Augen befremdlich. Nun hatte sich die GfA - unter anderem zu diesem Zweck - bei einer in Erding abgehaltene Jahrestagung versammelt, wo, wie es heißt, ein "archäologieaffiner" Ortskaiser regiert. Und weiter berichtet man:

Zuletzt lud Oberbürgermeister Gotz zum Empfang der Stadt ins Museum Erding, wo er in einer bewegenden Ansprache einerseits den Wert von Archäologie und Geschichte hervorhob und andererseits dazu aufrief, mit demokratisch gewählten Amtsträgern achtsam umzugehen, da man sonst womöglich irgendwann keine mehr finden werde.

Was redet der da? Was soll das heißen? Dass ihm der berüchtigte 188er-Paragraph nicht ausreicht und man seinesgleichen komplett in verbale Zuckerwatte einwickeln soll? Oder will dieser Herr auf etwas ganz anderes hinaus, das sich nur dem intimen Kenner der Politikszene Bayerns/Deutschlands erschließt?
Im Übrigen, nur direkte Demokratie ist echte Demokratie im Sinne einer Volksherrschaft, wie sie der Begriff 'Demokratie' bedeutet (von historischen Feinheiten abgesehen). 'Repräsentative Demokratie' ist hingegen ein astreines Oxymoron - sprachlich wie auch in der politischen Praxis. Man benötigt freilich ein Minimum an intellektueller Redlichkeit, um das zu konstatieren; was Parteipolitiker weitestgehend ausschließt. Die sägen nicht den Ast ab, auf dem sie sitzen. Der Adel hat seine Herrschaft ja auch nicht freiwillig abgegeben.

Auf die geistige Erbauung folgte umgehend die körperliche Stärkung an einem reichhaltigen und vielfältigen Büfett der Stadt.

Ah, der indigene Zahlesel darf hier demnach für die opulente Fresserei eines auswärtigen Privatvereins löhnen, dessen saturierte Funktionäre überproportional im geschützten staatlichen Bereich arbeiten oder gearbeitet haben. Wirklich sehr sympathisch, dieses ungenierte Schnorrertum auf Steuerzahlerkosten. Besonders in Zeiten des rapiden wirtschaftlichen Niedergangs und Wohlstandsverlusts breiter Teile der Bevölkerung. Es bleibt hier nur noch die Frage: Erstreckt sich die Großzügigkeit der Gemeinde Erding auf alle lokalen Vereine? Werden diesen ebenfalls fette Buffets bezahlt? Falls nicht, dann sollte man diesem Oberdemokraten von einem Bürgermeister vielleicht die Frage stellen, wie "demokratisch" es eigentlich ist, wenn das cornu copia (Füllhorn) der Gemeinde tendenziell nur über jenen Vereinen ausgeschüttet wird, deren Vereinszweck er persönlich geil findet.

Zum Schluss noch eine Beobachtung: Die GfA berichtet auch von einem mehrtägigen Ausflug, der gut 20 ihrer Mitglieder nach Baden-Württemberg führte. Unter anderem zu meiner Lieblingsmittelalterbaustelle Campus Knalli Galli. Die Reisegruppe posiert dabei vor einer der dortigen Gebäuderekonstruktionen. Als ich mir die Leute so ansah, dachte ich mir: Sind die aber alt! Da würde ja selbst ich mit meinen Mitte Vierzig jung im Vergleich dazu aussehen. 
Falls diese Reisegruppe ungefähr das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder repräsentiert, dann sollte man sich dringend überlegen, ob hier nicht Handlungsbedarf besteht. Denn wenn die Vereinsarbeit primär bei Personen Anklang findet, die in der Nacht vermutlich dreimal aufstehen müssen, um einmal zu pieseln, dann läuft hier grundlegend etwas falsch. 


Die befahrene Kühlgrube, in der Mäuseschädel und Holzreste eine Party feiern

Für mich eigentlich ganz interessant ist ein Text, in dem es um die Erforschung einer Grube im Keller der Burg Hiltpoltstein geht (Namensgeber war angeblich ein Hiltebold 😀). Man vermutet, dass diese nicht sehr große Grube - sie ist lediglich 2,25 Meter tief - für die Kühlung von Lebensmitteln vom Spätmittelalter bis in die späte Neuzeit verwendet wurde. Temperaturmessungen ergaben, dass es am tiefsten Punkt der Grube um fast 4 Grad kühler war als am Boden des Kellergewölbes. 
Ob es sich aber auszahlt, dafür eine Grube in den Sandstein zu schlagen? Oder haben hier die Forscher etwas übersehen? Wurde das Ding vielleicht im Winter dicht mit Eis vollgepackt, um dieses bis in den Sommer hinein verwenden zu können? Da ein doppelter Boden aus Holz vorhanden war, durch den Schmelzwasser hätte abrinnen können, würde mich das nicht wundern (mehr von mir zum Thema der historischen Lebensmittelkühlung hier).

So weit, so gut. Doch bei gewissen Formulierungen im Text habe ich mit den Augen heftig zu rollen begonnen. So konnte ich mich noch nie mit dem in der Archäologie gebräuchlichen Begriff "Vergesellschaftung" (von Funden) anfreunden. Wenn etwa in diesem Loch Mäuseschädel, Holzreste und Keramikscherben "vergesellschaftet" sind, dann hört sich das für mich an, als ob die zusammen eine Party feiern. In Gesellschaft befinden sich für mich nur Lebewesen; zuvörderst Menschen, aber auch Tiere.

Besonders ulkig wurde es aber, als es hieß, Besucher der Burg können die freigelegte Grube "befahren". Und ja, ich weiß natürlich, dass dieser Begriff in der Höhlenforschung üblich ist. Aber bei einem nur 2,25 Meter tiefen Loch hört sich das irgendwie lächerlich an. Wäre es so schlimm, wenn man einfch nur "hinuntersteigen" sagen würde? Oder hört sich das nicht schlaudeutsch genug an?


Der Herr Doktor

In Wolkertshofen ist man im Rahmen von Bauarbeiten auf das steinerne Fundament eines römerzeitlichen Grabhügels gestoßen, der in dieser Form auf dem Gebiet der einstigen Provinz Raetia  selten vorkommt - heißt es. Gewundert habe ich mich aber vielmehr über den komplizierten Namen der zuständigen Grabungsfirma: "Archäologiebüro Dr. Woidich GmbH." Wie kommt man, bitteschön, auf so etwas? Wieso hat "Archäologiebüro GmbH" nicht ausgereicht? Das ist doch eingängig und knackig? Wozu auch noch den Dr. Woidich dranhängen? Um mit dem akademischen Grad Kompetenz zu signalisieren? So wie hier 😄? Oder hat einfach das Ego dieses Herrn Woidich es nötig gehabt, dass er mit seinem Doktor im Firmennamen aufscheint? 
Mit dieser Verkomplizierung verringert man jedenfalls nur wieder einmal die Auffindbarkeit mittels Suchmaschine. Ich habe über ein anderes Beispiel ja erst in der Rezension der vorherigen Ausgabe von "Bayerische Archäologie" berichtet. Davon abgesehen, sieht die Website aus, als ob sie von einem Programmier-Laien bzw. ihm selber erstellt wurde - und zwar in grauer Vorzeit. Hoffentlich ist er wenigstens als Archäologe besser...


Böser Metalldetektor

In einem Beitrag, der unter anderem schlachtfeldarchäologische Untersuchungen in Oberfranken zum Thema hat, heißt es:

Eines der Beispiele ist der Reisberg bei Scheßlitz in Oberfranken, der vor allem durch zahlreiche Hinterlassenschaften aus der späten Kaiserzeit bekannt geworden ist. Bei den dortigen Fundauf- sammlungen und Prospektionen konnten aber auf den Hängen unterhalb der Wallreste auch etliche Bronzepfeilspitzen entdeckt werden. Sie lassen auf eine militärische Auseinandersetzung um die Höhensiedlung während der Urnenfelderzeit schließen. Dennoch lässt sich daraus kein vollständiges Bild gewinnen, denn die Fläche innerhalb der Umwehrung wurde bei der Prospektion mit dem Metalldetektor zum Schutz des Denkmals bewusst ausgespart.

Inwieweit schütz der Verzicht auf Metalldetektoren ein Bodendenkmal? Das ist doch erst mal eine nicht-invasive Methode, mit der man die Verteilung von Metallobjekten im Gelände dokumentieren kann; das Graben ist ja nicht die zwingende Folge daraus. Und wenn doch, dann kann das selektiv und vergleichsweise behutsam erfolgen; so kann dies etwa nur dort durchgeführt werden, wo sich eine ungewöhnlich starke Häufung von Metallfunden abzeichnet (z.B. Hortfund). Auch ist es möglich, sich unter bestimmten Umständen auf den sowieso gestörten Mutterboden zu beschränken. Der (gute) Detektor zeigt die ungefähre Tiefe an, in der ein Metallobjekt liegt.  

Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass die Nichtverwendung von Metalldetektoren - möglicherweise aus ideologischen Gründen (und ja, das gibts in der Archäologie tatsächlich!) - ziemlich blödsinnig auf mich wirkt. Hier auf potentiell wertvolle Informationen zu verzichten, widerspricht dem ureigendsten Gedanken der Wissenschaft: WISSEN SCHAFFEN! Die Verantwortlichen sehen sich stattdessen mehr als Konservatoren. 
Eine üble Unsitte, die da in der Archäologie seit einiger Zeit zunehmend am Einreissen ist und auch bei manch Ausgräber auf wenig Begeisterung trifft; ich habe über die wahrscheinlichen Hintergründe u.a. in meinem Beitrag über die äußerst fragwürdige Erschließung der berühmten Anlage von Göbekli Tepe (Türkei) geschrieben.



Donnerstag, 7. Mai 2026

📽️ Videos: Blödsinn über die Völkerwanderung -- Das gestohlene Keltengold von Manching -- Zu Gast beim Verein Legio Gemina XIIII -- Merowinger Mühle wird nachgebaut -- usw.


 Geschichte schreiben: Römer gegen "Barbaren", Konstruktion einer Legende | Spieldauer 16 Minuten | arte | Stream & Info 
Was für ein halbgarer Nonsens! Da geht mir schon in der Einleitung der sprichwörtliche Feitl im Hosensack auf! Aber es ist ein Lehrstück in Sachen moderner Geschichtsklitterung, wie die Völkerwanderungszeit anhand von nicht prägenden bzw. zweitrangigen Aspekten (z.B. keine homogenen Volksgruppen) weichgespült werden soll. Aus Korrelationen sowie Scheinkorrelationen bastelt man sich völlig frei irgendwelche Kausalitäten. Und man errichtet Strohmannargumente, nur um die dann selber umhauen zu können (so behauptet praktisch kein Aas mehr, dass man den Untergang des Römischen Reichs an ganz wenigen Zeitpunkten festmachen kann - selbst in uralten Hollywoodschinken wie "Der Untergang des Römischen Reichs" (1964) wurde das schon differenziert argumentiert. In Wirklichkeit handelte es sich bei der Völkerwanderung der Spätantike um eine sich schmerzhaft über Jahrhunderte hinziehende Katastrophe, die für Abermillionen von Menschen unermessliches Leid brachte. Die entsprechenden Belege findet man beispielsweise in Zeitdokumenten wie der Vita Sancti Severini und vor allem in den archäologischen Befunden, die vor Brandhorizonten nur so überquellen. Übrigens, bei 14:20 verrät der Schwätzer mit Doktorhut dann die Beweggründe, warum er und "arte" versuchen, das historische Tatsachensubstrat zu zerreden. Und diese Beweggründe sind natürlich genau die, die ich schon seit Jahren im Subtext der Argumentation solcher Leute zehn Meilen gegen den Wind erkenne. Da geht es nämlich nicht um empirische Wissenschaft, sondern um das Instrumentalisieren der Geschichtsforschung im Dienste einer ganz aktuellen Weltanschauung, die gerade im Hochschuldunstkreis seit mindestens den frühen 1990ern massiv dominierend ist.

 Archäologische Praxis: Neuer „uralter“ Käse | Spieldauer 4 Minuten | BR | Stream & Info 
Das ist doch nicht neu. Die können hier wieder einmal experimentelle Archäologie nicht von Museumspädagogik unterscheiden. Aber das kennt man ja auch von woanders her - siehe etwa der Campus Knalli in Messkirch ^^.

 Splitternde Lanzen - Ritter und Gaukler beim Mittelalter-Spektakel | Spieldauer 2 Minuten | ARD | Stream & Info
Stilechte Gewänder - um Gottes Willen! 😄

 Der Canossa-Gang | Spieldauer 19 Minuten | ORF | Stream & Info 

 MOMA-Reporter: Auf Zeitreise ins alte Rom | Spieldauer 5 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Gerd Schollian hat Römisches Freilichtmuseum gegründet | Spieldauer 12 Minuten | SWR | Stream & Info

 Nach Raub von Manching: Suche nach der goldenen Nadel im Heuhaufen | Spieldauer 1 Minute | BR | Stream & Info
Jetzt dackeln diese Kasperln immer noch den keltischen Regenbogenschüsselchen hinterher, als ob es das Nibelungengold ist, das Hagen irgendwo versteckt hat. Und wozu eigentlich diese öffentliche Inszenierung der Suche? Wieso macht der Staat das? Um zu signalisieren, dass er nicht völlig dämlich ist, nachdem er aufgrund mieser Sicherheitsvorkehrungen überhaupt erst die Basis für den Diebstahl geschaffen hat? Und zum Drüberstreuen ist die öffentlich-schlechtliche Journaille wieder einmal zu deppert, einen schweren Diebstahl von "Raub" zu unterscheiden... Diese mit Seuergeld finanzierten Kompetenzattrappen bringen mich irgendwann noch in die Klapsmühle.

 Für die alten Römer: Zu Gast beim Verein Legio Gemina XIIII | Spieldauer 5 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Dasing: Merowinger Mühle wird nachgebaut | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info 
Diese Mühle ist mir im Laufe der Jahre schon in zig Publikationen untergekommen - z.B. in Ludwig Wamsers "Karfunkelstein und Seide". Übermäßig authentisch ist der im Video gezeigte Nachbau aber nicht, wenn ich mir den verwendeten Akkuschrauber so ansehe...

 Das größte Römerschiff Deutschlands wird 20 Jahre alt | Spieldauer 3 Minuten | SWR | Stream & Info 


Freitag, 1. Mai 2026

📽️ Videos: Lebendige Geschichte und das Lübecker Mittelalter -- Römisches Massengrab -- Steuergeldvernichtung mit archäologischen Sinnlos-Ausgrabungen -- Der Soundtrack von Indiana Jones -- usw.


 Lebendige Geschichte: Eintauchen ins Lübecker Mittelalter | Spieldauer 4 Minuten | ARD | Stream & Info
Ich frage mich: Wie historisch authentisch sind die Rekonstruktionen dort? 

 John Williams: Indiana Jones (Auditorium von Radio France) | Spieldauer 14 Minuten | arte | Stream & Info
Wenn man etwas genauer aufpasst, dann hört man bei dem Stück auch "Star Wars" raus, für dessen Soundtrack ebenfalls John Williams zur ungefähr gleichen Zeit zuständig war.

 Römisches Massengrab: Sonderausstellung: „Freund oder Feind“ in Weißenburg | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info

 Leipzig: Archäologen sichern Spuren von NS-Zwangsarbeiterlager | Spieldauer 2 Minuten | ARD | Stream & Info
Wieder einmal die von mir nicht sehr geschätzte Archäologie der Moderne  - also Steuergeldvernichtung par excellence, da hier sehr knappe Ressourcen in die Erforschung eines vergleichsweise sehr gut dokumentierten Abschnitts der Menschheitsgeschichte geballert werden, während die weiter zurückliegende, viel schlechter erforschte Vergangenheit im Boden bis zur totalen Zerstörung vergammelt. Aber zumindest gendern die Ausgräber hier artig und reden von "Zwangsarbeitenden"... Genau diesen soll, wie es heißt, mit dieser Ausgrabung "eine letzte Ehre erwiesen werden." Nein, um diese armen Schweine geht es den heutigen Veranstaltern von solchen wissenschaftlich überflüssigen Luxus-Grabungen primär sicher nicht, sondern die denken vielmehr an ihre eigene "Ehre", die das beschäftigen mit der NS-Zeit ihnen einbringt. Narzissten.

 Mittelalterliche Lobdeburg wieder zugänglich | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info

 Archäologie: Seltene Bronzekessel in Schaalby geborgen | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream & Info 
Was bei solchen Berichten selten erwähnt wird, sind die Kosten. So ist etwa die hier vorgenommene "Blockbergung" wesentlich kostspieliger, als das Freilegen in situ (vor Ort). Es ist immer einer Abwägungssache zwischen dem erhofften wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und den finanziellen Mitteln. Nicht immer wird die richtige Entscheidung getroffen. Dann verliert man entweder bedeutende Befunde oder man hat Steuergeld beim Fenster rausgeworfen. In beiden Szenarien wird die Fehlleistung gerne unter den Teppich gekehrt. Da könnte ich einiges zu schreiben, wie man teilweise in Deutschland sagen würde 😁 (obwohl ich mich über solche grammatikalischen Skurrilitäten nicht allzu sehr amüsieren sollte, gibt es doch auch hier in der Steiermark diverse Merkwürdigkeiten: beispielsweise sagt man - vor allem auf dem Land - mitunter nicht "das Moped", sondern "die Moped"...^^). 

 Naachtun - Verborgene Stadt der Mayas | Spieldauer 98 Minuten | arte | Stream & Info | Direkter Download

 Zu Besuch im Neuen Museum Berlin | Spieldauer 29 Minuten | ARD | Stream & Info 


Montag, 27. April 2026

🎧 Hörbares: "Das berühmte Musketier" -- Die Kultur der Bandkeramiker -- Die heutige Sicht auf Gottesbeweise -- Die Suche nach dem Petrusgrab -- Extremwetter der Bronzezeit -- usw.


 Musketier d'Artagnan: Rätsel um Skelettfund in Maastricht | Spieldauer 3 Minuten | WDR | Stream & Info 
"Das berühmte Musketier." 😂

 Das frühe Christentum - Die Suche nach dem Petrusgrab | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info 

 Das frühe Christentum - Es begann mit einer kleinen Sekte | Spieldauer 24 Minuten | ARD | Stream & Info

 Die Prähistorikerin Andrea Zeeb-Lanz über die Kultur der Bandkeramiker | Spieldauer 10 Minuten | SWR | Stream & Info

 Heute Stadt, morgen Ruine: Diese Städte gingen spektakulär unter | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Sebastian Ostritsch: Die heutige Sicht auf Gottesbeweise | Spieldauer 56 Minuten | WDR | Stream & Info

 Extremwetter der Bronzezeit: Orakelknochen liefern Rückschlüsse auf Klimawandel | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Ein Leben für die Römer: Gerd Schollian verabschiedet sich | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Peter J. Brenner - Kunst und Politik – Heinrich Heine und die Literatur des Vormärz | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info 

 Gerd Ganteför - Leben und Sterben im Universum, die Physik der Zeit | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Freitag, 24. April 2026

📽️ Videos: Mächtige Frauen der Frühbronzezeit (?!?) -- Haben Menschen sich schon immer berauscht? -- Mittelalterliche Funde in Nürnberg -- usw.


 Mächtige Frauen der Frühbronzezeit | Spieldauer 9 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info 
Wenn man aufgrund reichhaltiger Grabbeigaben oder Hortfunde zwingend auf die Macht einer Frau schließt, dann veranschaulicht das die intellektuelle Abgesandeltheit von Teilen der archäologische Wissenschaft. Hier ein Vergleich, um die Problematik besser verstehen zu können: Die Ehefrau des gegenwärtigen US-Präsidenten hat Geld wie Heu, kann sich mit teuren Klunkern behängen und von Goldlöffeln essen. Hat sie deshalb aber politische Macht? Wird sie dadurch gar zur Herrscherin der USA? Man stelle sich nun einmal vor, in 3000 Jahren würden Archäologen genau solche Schlüsse ziehen, bloß weil sie mit den Gebeinen dieser Frau irgendwelche Wertgegenstände in Verbindung bringen können. ^^

➽ Homers Epos: Popkultur der Antike | Spieldauer 16 Minuten | arte | Stream & Info 

 Mittelalterliche Funde in Nürnberg | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info 
Natürlich, wieder mal eine archäologische "Sensation", wenn auch nur eine kleine. Ebenfalls sensationell ist die leitende Archäologin mit ihrer schlecht sitzenden Kopfbedeckung à la Bolschewiki-Anführer 😄. 

 Sensationsfund in der Eifel: Erster Dinosaurier in Rheinland-Pfalz nachgewiesen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 So wird in Trier die Porta Nigra saniert | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info

 Tonnenschwere Ecclesia-Figur wurde in Worms sicher herabgelassen | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Grabstätten mitten in Wuppertal unter Baustelle gefunden | Spieldauer 2 Minuten | WDR | Stream & Info 

 Untersuchungen nach Brand auf der Runneburg | Spieldauer 2 Minuten | MDR | Stream & Info 

 Haben Menschen sich schon immer berauscht? | Spieldauer 24 Minuten | arte | Stream & Info 

 Unterwasser-Archäologe Dr. Florian Huber | Spieldauer 21 Minuten | NDR | Stream & Info
Gibt's diese abendlichen Laberrunden mit Tralalala-Themen also immer noch im deutschen Fernsehen... Ich schaue ja seit ca 12 Jahren kein lineares Fernsehen mehr, aber anscheinend hat sich nicht viel in diesem Zeitraum verändert. Selbst die Moderatoren sind immer noch die selben. Nur älter schauen sie mittlerweile aus. Viel älter...

Mittwoch, 22. April 2026

🎧 Hörbares: Warum die Wikinger anders waren -- Archäologie in der Krise -- Archäologischer Rekordfund in Ägypten -- Der Krieg im Nahen Osten und die Archäologie -- Gabriel Zuchtriegel stellt Pompeji neu auf -- usw.


 Nur wilde Barbaren? Warum die Wikinger anders waren | Spieldauer 14 Minuten | BR | Stream & Info 

 Archäologie in der Krise – Warum das Update aus der Antike bedroht ist | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info 
"Welche Wissenschaften brauchen wir." Tja, wie ich schon seit Jahren immer sage: Archäologie ist eine Wissenschaft, die sich nur reiche Gesellschaften leisten können - denn wirklich wichtig ist sie nicht; von Ausnahmen abgesehen, befriedigt sie vor allem die Interessen ihrer Betreiber - und zwar nicht nur in intellektueller, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Nun ist es so, dass der Westen immer ärmer gemacht wird. Man spricht hier auch von einem kontrollierten bzw. gemanagten Niedergang. Grund sind politische Entscheidungen, die sehr viele Archäologen aufgrund ihrer nicht besonders diversen Weltanschauung durchaus geil finden; zuvörderst geht es um Politik, die die Energie immer teurer macht. Von daher schaffen sich die Ausgräber indirekt quasi selber ab. 

 Uni-Fach Klassische Archäologie: Berlin wackelt, wie ist die Lage in München? | Spieldauer 10 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
Noch mehr Herumjammern. Und offen gestanden gönne ich Ihnen das Ungemach (siehe oben), obschon es auch meine persönlichen Interessen negativ berührt. Allerdings muss ich damit ja keine Kohle verdienen 😑

 Wie Menschen mit geritzten Zeichen ihren Welt ordneten | Spieldauer 8 Minuten | DF | Stream & Info 

 Rekordfund in Ägypten – Zehntausende Notizzettel aus Ton | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Fünf Jahre im Amt: Direktor Gabriel Zuchtriegel stellt Pompeji neu auf  | Spieldauer 9 Minuten | DF | Stream & Info 
Er hat sozusagen für ZUCHT und Ordnung in Pompeji gesorgt 😉.

 Der Krieg im Nahen Osten und die Archäologie – Adelheid Otto (LMU) im Gespräch | Spieldauer 9 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Nach der Katastrophe: So retten deutsche Einsatzteams bedrohte Kulturgüter | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info
Ich kann mich noch an die bis zum Erbrechen woke Werbung erinnern, die das DAI für diese "Kulturgutretter" vor zwei Jahren produziert hat.

 Francis Bacon – Vater der modernen Wissenschaft | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info


Sonntag, 19. April 2026

🤔 Ähnlichkeit der steinzeitlichen Anlage von Göbekli Tepe und dem bronzezeitlichen Ovaltempel von Chafadschi

Ich bin an sich kein großer Anhänger von spektakulären Alternativ-Szenarien historischer Ereignisse; jedoch bleibe ich dem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, sofern nach meiner Einschätzung Hand und Fuß vorhanden sind. Im Fall der Forschungsarbeit des Biogeografen und Experimentalarchäologen Dominique Görlitz ("ABORA)" ist das eindeutig der Fall. In gleich mehreren seiner aktuellen Videos (ich habe diese hier im Blog verlinkt), ging es um die Menschen der sogenannten Negade-Kultur, die angeblich als eingewanderte Wissensbringer im prädynastischen Ägypten auftraten; deren Spuren jedoch - laut Dominique Görlitz - bis in die Karibik zu finden sind; etwa in Form von sehr auffälligen Schiffsdarstellungen. Da im letzten der Görlitz-Videos dazu aufgerufen wurde, bei der Suche nach Negade-Hinweisen zu helfen, habe ich ein paar meiner archäologischen und kunstgeschichtlichen Bestimmungsbücher hervorgeholt und diese durchgeblättert. Dabei stieß ich tatsächlich auf mögliche Beispiele, aber nebenbei kam mir noch etwas völlig anderes unter; und zwar der Grundriss des Ovaltempels von Chafadschi (Irak) aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, der mich an die mindestens 6000 Jahre ältere und wesentlich berühmtere Anlage von Göbekli Tepe (Türkei) erinnert (zum Vergrößern auf das Bild klicken).


Absolut denkbar dass die Ähnlichkeit mehr oder weniger Zufall ist. Oder handelt es sich beim Ovaltempel von Chafadschi möglicherweise um die Fortsetzung einer konkreten architektonisch-religiösen Praxis, die sich von der Steinzeit bis mindestens in die frühe Bronzezeit erhalten hat, zumindest aber diffus nachhallte? Mir kam dazu nämlich auch das hier besprochene Buch "Warum der Teufel nach Schwefel riecht (Die vulkanische Heimat der Hölle)" in den Sinn. Darin geht es ebenfalls um uralte religiöse Kontinuitäten in ungefähr dieser Weltgegend.

Ich bin kein Ur- und Frühgeschichtler, sondern mein Fokus liegt auf der Antike. Es ist mir daher zwar möglich, die architektonischen Elemente eines griechischen/römischen Tempels im Schlaf herunterzurattern, jedoch habe ich von Tuten und Blasen so gut wie keine Ahnung, wenn es um dermaßen alte Anlagen wie Göbekli Tepe und Chafadschi geht; eine kompetente Einordnung ist mir also nicht möglich. Ich habe das Ding daher durch mehrere LLMs gejagt. Allerdings ohne durchschlagende Ergebnisse. Den Pseudo-KIs ist nicht viel mehr dazu eingefallen, als ich bereits selbst gemutmaßt habe. Hier exemplarisch, was Googles Gemini ausgespuckt hat: 

Die ovale Form: Die auffälligste Ähnlichkeit ist die Nutzung von konzentrischen Kreisen bzw. Ovalen. In Göbekli Tepe bilden Steinmauern und T-Pfeiler geschlossene Kreisanlagen, während Chafadschi zwei massive ovale Umfassungsmauern nutzt, um den heiligen Bezirk vom weltlichen Stadtgebiet zu trennen. 
* Abgrenzung des Heiligen: Beide Orte folgen dem Prinzip eines "Temenos" – eines abgesonderten Bereichs. Der Zugang war jeweils stark kontrolliert und diente vermutlich rituellen Zwecken, um das Profane vom Sakralen zu isolieren. (Anm.: Ich halte die schmalen und zum Teil 'nutzlos' wirkenden Außengänge für mindesten genauso auffällige Gemeinsamkeiten.)
* Zentrum mit Fokus: In den Anlagen von Göbekli Tepe stehen im Zentrum zwei besonders große Pfeiler. Im Ovaltempel von Chafadschi bildet der eigentliche Hochtempel auf seiner Terrasse den zentralen Bezugspunkt.

Es gibt im fruchtbaren Halbmond Fundstellen wie Tell Maghzaliyah oder Nemrik 9, die zeitlich und räumlich zwischen beiden liegen und bereits kreisförmige Steinbauten zeigen. Diese könnten als „Brückenglieder“ interpretiert werden, die zeigen, dass das Wissen um die sakrale Wirkung ovaler Räume nie ganz verloren ging. (Anm.: So weit würde ich hier nicht gehen; lediglich oval zu bauen, und dann nicht einmal in kultisch-religiösem Kontext, ist mir zu wenig.)
Wir können eine Verbindung nicht beweisen, aber wir können sie aufgrund der phänomenalen Ähnlichkeit der Grundrisse auch nicht ausschließen.
Hältst du es für wahrscheinlicher, dass es eine bewusste Tradition von Bauherren-Gilden gab, oder siehst du darin eher eine Art kollektives Gedächtnis für heilige Formen?

Diese geschwätzigen LLMs. Ständig wollen sie den Nutzer dazu verleiten, den Tratsch zu verlängern 😄. Dabei sollten die Unternehmen dahinter eigentlich froh sein, wenn nicht zu viele Tokens verbraten werden - ist doch das KI-Geschäft für die meisten der großen Player ein absurd großes Verlustgeschäft, das uns allen in absehbarer Zeit wohl um die Ohren fliegen wird, wenn die Blase platzt.

Aber abschließend noch einmal zurück zum eigentlichen Thema. Google Gemini schreibt "Wir können eine Verbindung nicht beweisen, aber wir können sie aufgrund der phänomenalen Ähnlichkeit der Grundrisse auch nicht ausschließen."
Genau so ist es: In der Archäologie ist der Logik-Fehlschluss vom "argumentum ad ignorantiam" (das Schließen von Nichtwissen auf Nichtexistenz) eine bekannte Falle, in die allerdings viele Archäologen und Historiker irgendwann im Laufe ihrer Karriere hineinpurzeln; aufgrund geistiger Unbeweglichkeit / ideologischer Vernageltheit oder schlicht aus niederen Beweggründen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Thema nicht schreiben. Ich wollte hier nur einen Gedanken in den Raum werfen, werde mir aber - davon ausgehend - das alles noch genauer ansehen; auch anhand weiterer archäologischer Beispiele. Falls sich daraus etwas Brauchbares ergibt, wird hier im Blog darüber berichtet.


Mittwoch, 15. April 2026

📽️ Videos: Die wahren Gründer des alten Ägyptens und das Rätsel der Negade-Kultur -- Das Rätsel der Schamanin -- Galaktische Archäologie mit Sternen -- usw.


 Dominique Görlitz: Die wahren Gründer des alten Ägyptens - Das Rätsel der Negade-Kultur – Teil 1 (Abora TV) | Spieldauer 51 Minuten | Youtube | Stream & Info



➽ Die wahren Gründer des alten Ägyptens - Das Rätsel der Negade-Kultur – Teil 2 (Abora TV) | Spieldauer 58 Minuten | Youtube | Stream & Info 



 Zu Besuch im Neuen Museum Berlin | Spieldauer 29 Minuten | alpha | Stream & Info 

 Archeozoologe Hans-Christian Küchelmann: Experte für Knochen | Spieldauer 4 Minuten | Radio Bremen | Stream & Info 
Toller Ohrschmuck ...

 Cold Case Steinzeit - Das Rätsel der Schamanin | Spieldauer 47 Minuten | ORF | Stream & Info
Eine Schamanin? Sie wissen genau, dass man das nicht belegen kann. Aber sie behaupten es trotzdem, obwohl alleine der Begriff schon ein Problem darstellt, da hier etwas aus der heutigen Zeit auf die sehr weit zurückliegende Vergangenheit übertragen wird. Die Gründe für all das dürften vielfältig sein. Einerseits ist es die übliche sensationsheischende Marktschreierei vor allem jener Wissenschaftler, denen der primäre Zugang zu den Fundobjekten und dem Drumherum gewährt wird (Meller und Freunde). Andererseits darf man heutzutage auch nicht weltanschauliche Gründe ausschließen. Hat doch die sogenannte feministische Archäologie mittlerweile fast überall ihre Finger drinnen und pumpt am liebsten evidenzbefreit die weibliche Rolle in der Vergangenheit hoch.

 Steinzeit-Funde aus der Sahara in der Vulkaneifel | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info

 Dominique Görlitz: Sensationelle OSL-Datierung der Pyramiden von Teneriffa | Spieldauer 63 Minuten | Hanger18b | Stream & Info 


Sonntag, 29. März 2026

📽️ Videos: Restaurierung alter Häuser -- Workshop für das Schlämmen von archäologischen Bodenproben -- Rätsel um Kaiser Ottos Grab gelöst? -- usw.


 Restaurierung alter Häuser | Spieldauer 12 Minuten | BR | Stream & Info

 Schlämmen von Bodenproben. Ein Workshop der LW-AfW & dem Labor für Archäobotanik der Uni Köln. | Spieldauer 23 Minuten | LWL-Archäologie für Westfalen | Stream & Info 
Das habe auch ich schon gemacht. Man fühlt sich dabei wie ein Kind, das mit Dreck spielen darf  😀.


 Outlaws in the woods | Spieldauer 24 Minuten | Modern History TV | Stream & Info


 Archäologische Arbeiten in Kutenholz bei Stade | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream & Info 

 Berliner Archäologin mit Sensation | Spieldauer 3 Minuten | RBB | Stream & Info 

 Archäologische Staatssammlung | Spieldauer 29 Minuten | 3Sat | Stream & Info 

 Rätsel um Kaiser Ottos Grab gelöst? | Spieldauer 3 Minuten | MDR | Stream & Info 
Genau die Zeit, in der ich mit meiner Frühmittelalterausstattung unterwegs bin... Auf die angekündigte Rekonstruktion von Ottos Gesicht bin ich jedenfalls schon gespannt. Bei so einem Unterfangen ist ja per se viel Herumraterei im Spiel (educated guessing, täten die Englischsprecher das beschönigend nennen). Obwohl so eine Rekonstruktion schon auch viel Spaß bereiten kann. So erinnere ich mich noch gut daran, wie man vor etlichen Jahren das mögliche Aussehen des Jesus von Nazareth versucht hat zu visualisieren. Huiuiui, sind damals einige Christen übellaunig geworden, als ihnen plötzlich ein nahöstlicher Menschentyp entgegengeblickte. Was allerdings grundsätzlich völlig korrekt war. Unser Jesusbild ist ja vor allem von der europäischen Gotik geprägt. Mit der Realität hat das jedoch nichts zu tun. Hinzu kommt, dass wir hierzulande von optisch bis zur Unkenntlichkeit europäisierten Juden umgeben sind. Auch das trägt dazu bei, dass der Jude Jesus vor unserem geistigen Auge eher nicht historisch korrekt erscheint. Fun fact am Rande: Die sogenannten 'Palästinenser' liegen genetisch im Durchschnitt näher an den levantinischen 'Orignaljuden' des Altertums als die modernen Juden. Der geneigte Leser mag daraus die ihm passend erscheinenden Schlüsse ziehen. 

 Gräber-Suche in Wuppertal: ein Knochenjob | Spieldauer 3 Minuten | WDR | Stream & Info 


Freitag, 13. März 2026

🎧 Hörbares: Das wahre Leben im Mittelalter -- Der Lombardenbund -- Wie archäologische Funde gesichert werden -- Alte Musik -- Pompeji -- usw.


 Burgenromantik: Das wahre Leben im Mittelalter | Spieldauer 23 Minuten | BR| Stream & Info | Direkter Download

 1226: Lombardenbund und Autonomie gegen Reichsrecht | Spieldauer 45 Minuten | DF | Stream & Info 

 Wie Menschen mit geritzten Zeichen ihren Welt ordneten | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 Cold Case - Wie archäologische Funde gesichert werden | Spieldauer 26 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Pompeji - Das Leben vor der Katastrophe | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Spuren alter Schätze: Wie Papier überlebt | Spieldauer 23 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Spuren alter Schätze: Der Kampf um einen nackten Super-Promi | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

 Berliner „Freitagsakademie“ live vom vom Festival „Spandau macht Alte Musik“ | Spieldauer 120 Minuten | DF | Stream & Info


Samstag, 7. März 2026

📽️ Videos: Die stille Revolution der Achäologie -- So behandelten die Römer ihre Pferde -- Antike Kleider überleben durch Salz 3000 Jahre -- usw.


 Die stille Revolution der Achäologie 2025 - Jahresrückblick mit dem Experimentalarchäologen Dominique Görlitz (Teil 3) (AboraTV) | Spieldauer 28 Minuten | Abora TV | Stream & Info 



 Mystische Entdeckung: Archäologische Entdeckung auf den Bruchhauser Steinen im Sauerland | Spieldauer 6 Minuten | LWL-Archäologie für Westfalen | Stream & Info 



 Ausgrabungen in Stuttgart zeigen: So behandelten die Römer ihre Pferde | Spieldauer 2 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Limes-Tour: Auf den Spuren der Römer | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info

 Die Farben der Antike | Spieldauer 90 Minuten | Arte | Stream & Info 

 Antike Kleider überleben durch Salz 3000 Jahre | Spieldauer 5 Minuten | ORF | Stream & Info
Bei 3000 BP befinden wir uns aber noch nicht in der Antike. Freilich, der ORF kann ja auch Renaissance und Mittelalter nicht auseinanderhalten, wie er schon zigfach gezeigt hat. Von daher... Die im Video vorkommende Karin Grömer allerdings weiß wovon sie redet. Ihre Publikationen sind - gerade für Leute im Living-History-Bereich - äußerst nützlich.

 Damasia, das Atlantis Bayerns: Legende oder Wirklichkeit? | Spieldauer 7 Minuten | BR | Stream & Info 

 Gräber-Suche in Wuppertal: ein Knochenjob | Spieldauer 3 Minuten | WDR | Stream & Info 


Donnerstag, 5. März 2026

🎧 Hörbares: Falscher Neandertaler von Ochtendung -- Steinzeitliche Schriftzeichen? -- Als Mann verkleidet in den Türkenkrieg -- So kam die Nofretete vom Nil an die Spree -- Geschichte des Schießpulvers -- usw.


 Falscher Neandertaler von Ochtendung: DNA-Analyse bestätigt neuzeitliche Herkunft | Spieldauer 1 Minuten | SWR | Stream & Info 
Wieso lässt in Deutschland ein Innenministerium vermeintliche Neandertaler-Schädelfragmente untersuchen? Haben die nichts Besseres zu tun? Gibt es dafür keine passendere Stelle? Und dann auch noch ein Disziplinarverfahren gegen den Finder/verantwortlichen Archäologen...

 Steinzeitliche Schriftzeichen? - Forscher untersuchen Steinzeitskulpturen der Schwäbischen Alb und finden Erstaunliches | Spieldauer 1 Minuten | SWR | Stream & Info

 Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info 

 Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info 
Man merkt beim Durchstöbern der Mediatheken, dass der Weltfrauentag näher rückt. Offenbar reicht da wie bei den Regenbogen-Narzissten auch kein einzelner Tag mehr aus, um sich selber öffentlich geil zu finden 🙄

 Der große Knall - Geschichte des Schießpulvers | 21 | Stream & Info | Direkter Download

 Kulturgüter schützen: Mainz bereitet sich auf Notfälle vor | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 2.000 Jahre alte Eisenbarren aus Speyer gefunden | Spieldauer 1 Minute | SWR | Stream & Info

 Audimax: Michael Esfeld –Das Sklaverei-Dilemma und die Sokrates-Haltung | Spieldauer 56 Minuten | Kontrafunk | Stream & Info | Direkter Download

Dienstag, 3. März 2026

📖 Zeitschrift Bayerische Archäologie - Heft 4.25: Horte - Schatzfunde von der Steinzeit bis zu den Kelten (außerdem: Narzissmus, archäologische Grobmotorik sowie weitere Ärgernisse)


Ja, schon wieder gibt es hier die Besprechung eines Heftes aus der Reihe "Bayerische Archäologie" - obwohl ja die letzte Rezension (Heft 3.25) noch nicht lange her ist. Aber ich hinke hinterher und möchte nach Möglichkeit keine Ausgabe auslassen. Denn "Bayerische Archäologie" ist immer wieder hervorragend geeignet, um auf Unzulänglichkeiten in der Archäologie bzw. der Geschichtswissenschaft hinzuweisen. Zu diesem Zweck habe ich mir wieder ein paar Beispiele herausgepickt.

Zuvor aber noch ein paar Worte bezüglich des Themenschwerpunkts im vorliegenden Heft: Entgegen der Meinung vieler Laien, besitzen Horte bzw. Schätze einen oft nur relativ bescheidenen wissenschaftlichen Mehrwert. 'Mehr Zeug' bedeutet nämlich nicht automatisch 'mehr Erkenntnisgewinn'; zumindest nicht in nennenswertem Ausmaß (auch wenn im Heft eine Frau Carola Doppelname einen anderen Eindruck erwecken möchte). 
Allerdings lassen sich regelrechte Anhäufungen von Artefakten museal oft besser vermarkten als bloße Einzelstücke. So haut beispielsweise ein einzelnes bronzezeitliches Tüllenbeil den 'Otto Normalbesucher' nicht vom Hocker. Bekommt man aber gleich einen ganzen Haufen davon präsentiert, dann beeindruckt das viele Menschen gleich wesentlich mehr. 
Daher sind mMn die deutschen Denkmalbehörden auch so erpicht darauf, die Finder von Horten mittels einschlägigen Gesetzen ("Schatzregal") zu enteignen. Die hehre Wissenschaft wird hierbei wohl meist nur vorgeschobenen (man müsste den Krempel schließlich nicht dauerhaft besitzen, bloß um ihn zu erforschen und zu dokumentiere). Die Beweggründe dürften auf staatlicher Seite also grundsätzlich von eher nieder Natur sein: Nicht zu vernachlässigende Aspekte sind hier auch das Gieren nach medialer Aufmerksamkeit und die bei vielen Archäologen so beliebten Museumsjobs - die viele Funde in staatlichem Besitz garantieren. Denn wirklich graben, also Feldarchäologie betreiben, wollen heutzutage die wenigsten Archäologen auf Dauer: Zu anstrengend, zu dreckig, zu ordinär. Zum Glück hat man sich in Deutschland schon vor rund vier Jahrzehnten den archäologischen Grabungstechniker ausgedacht, der - neben den Myriaden von kostengünstigen studentischen Hiwis - nun das Gros der Knochenarbeit erledigen soll.


Zu Schlaudeutsch

Der Misserfolg der von mir großzügig kritisierten Mittelalterbaustelle "Campus Galli" hat mehrere Ursachen. Eine nicht unwichtiger dürfte aber der hochgestochene Name des Projekts sein, von dem sich wohl nur wenige Menschen emotional angesprochen fühlen. Mit diesem selbstverschuldeten Mangel stehen die Betreiber des Campus Galli allerdings nicht alleine dar. So fand ich im vorliegenden Heft einen Artikel, in dem es um den wirklich interessanten Fund einer kleinen Bronzfigur auf dem Areal des ehemaligen keltischen Oppidums Manching geht; dargestellt ist hier wohl ein keltischer Krieger aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. 

Im selben Artikel werden die zwei beteiligten Grabungsfirmen genannt: Archäologie GmbH und Pro Arch Prospektion. Während der Name der ersten Firma selbsterklärend und somit auch für den Durchschnittsbürger verständlich ist, so handelt es sich beim Namen des zweiten Unternehmens um ein kryptisches Konstrukt, das meiner Erfahrung nach typisch für Pseudoschlauberger und Poser ist (das "Pro" soll wahrscheinlich 'professionell' oder etwas in der Art heißen/signalisieren ˆˆ). Was hier als besonderer Negativpunkt hinzukommt: Klassische Suchmaschinen und selbst LLMs (KIs) priorisieren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den meisten Zusammenhängen den ersten Firmennamen, sobald im Internet jemand nach einem archäologischen Dienstleister sucht. So gesehen ist die wolkig klingende Bezeichnung Pro Arch Prospektion vermutlich auch noch geschäftsschädigend.


Archäologische Grobmotoriker 

In Burgbernheim wurde archäologisch gegraben. In einem urnenfelderzeitlichen bzw. spätbronzezeitlichen Areal stieß man auf eine vollständig erhaltene Sichelgießform aus Amphibolit. Ebenfalls dort entdeckte man die aus Sandstein gefertigte Abdeckplatte für eine weitere Sichelgießform. Doch wurde diese leider stark beschädigt (ca. ein Drittel ist abgebrochen und fehlt). Wie es heißt, geschah dies vermutlich beim Abziehen des Oberbodens mittels Baggerschaufel. 

Aus ganz eigener Anschauung, die ich im Rahmen mehrerer archäologischer Grabungen gewonnen habe, darf ich versichern, dass solche 'Missgeschicke' ständig vorkommen. Das möge sich der Leser bitte ganz genau merken, für den Fall, wenn sich wieder einmal Archäologen öffentlich über die unsachgemäße Behandlung von Bodenfunden durch Laien beschweren, um daraus die Notwendigkeit für strenge Bodendenkmalschutzgesetze abzuleiten. 

Man verstehe mich nicht falsch: Fälle wie der obige können im Rahmen archäologischer Maßnahmen passieren, ohne dass hier den Verantwortlichen immer zwingend ein Vorwurf gemacht werden kann. Es veranschaulicht allerdings die totale Heuchelei, wenn Archäologen bzw. Bodendenkmalpfleger in der Öffentlichkeit gezielt den Eindruck erwecken, sie würden mit archäologischen Funden/Befunden immer verfahren, als ob es sich um rohe Eier handelt.


Orchideen und Narzissten

In den sogenannten "Mitteilungen" der "Gesellschaft für Archäologie in Bayern" geht es unter anderem um die Verleihung des Bayerischen Archäologiepreises an das St. Marien-Gymnasium Regensburg. So weit, so unspektakulär. 

Dass die Abordnung - mit einer Ausnahme - nur aus weiblichen Schülern besteht, entspricht freilich so ganz und gar nicht den Diversitäts- und Geschlechtergerechtigkeitspredigten, die auch in Schulen auf der Tagesordnung stehen. Aber überraschen tut mich das bei einem Orchideenfach wie der Archäologie nicht besonders. Es überwiegt dort ja auch im Studium mittlerweile das weibliche Geschlecht (obschon viele ihre akademische Ausbildung gar nicht beenden oder nach dem Abschluss in irgendwelchen völlig fachfremden Bereichen landen; der das sauteure Studium finanzierende Steuerzahler ist hier - wie so oft - der Depp).

Ein Paradebeispiel für den Narzissmus des übersaturierten "Bildungsbürgertums" liefert dann die verantwortliche Pädagogin (Direktorin?) der Schule. Die Frau ist nicht nur die Autorin des Textes, sondern sie erwähnt sich auch selbst darin in der dritten Person - und zwar folgendermaßen: 

"StDin i. K. Dr. Katrin Kunert".

Als jemand, der mit dem deutschen Schulsystem nicht sehr vertraut ist, habe ich keinen Schimmer, was dieses Abkürzungskauderwelsch bedeutet (und mir fehlt auch auch die Lust, diesen Schmarrn nachzurecherchieren). Bemerkenswert ist eine dergestalt antiquierte Selbstdarstellung aber schon, gibt man sich doch gerade im weltanschaulich eher wenig heterogenen Schulbetrieb so gerne progressiv/modern (Frau Doktor gendert dementsprechend artig) und predigt den Egalitarismus in allen möglichen Facetten. Die Behauptung "alle Menschen sind gleich", würde daher wohl auch die gute Frau Kunert mit Begeisterung nachplappern. Dass sie sich selbst jedoch mittels absurd langem Titel-Epos eindeutig als gleicher inszeniert, dürfte ihr völlig entgangen sein; oder es ist ihr in ihrer Eitelkeit komplett wurscht. 


Abschließend

Auf die einzelnen Hortfunde, die im Heft betrachtet werden, bin ich hier nicht eingegangen. Aber die Texte dazu sind unterm Strich durchaus lesenswert.