Mittwoch, 20. Oktober 2021

📖 Buch-Empfehlung: Altamira - Entstehung, Entdeckung, Bedeutung



Die Höhle von Altamira zĂ€hlt heute zu den herausragendsten StĂ€tten vorgeschichtlicher Bildkunst. Und das obwohl der Entdecker dieser Malereien lange Zeit von arroganten 'Experten' als Naivling, ja mitunter sogar als FĂ€lscher verunglimpft wurde. Die ArchĂ€ologin Iris Newton - von der bereits die beiden sehr gut gelungenen Publikationen ĂŒber "Die Bilderwelt von Lascaux" sowie "Die Welt der Himmelsscheibe [von Nebra]" stammen - hat sich nun in ihrem aktuellen Buch den aspektreichen Themenkomplex rund um Altamira vorgenommen. "Altamira. Entstehung - Entdeckung - Bedeutung" ist ĂŒbersichtlich in vier Teile gegliedert. Meine nachfolgende Rezension baut direkt darauf auf.


1. Altamira in Raum und Zeit

Im ersten Hauptkapitel beschreibt die Autorin geographische, ethnographische und klimatische Besonderheiten des nordspanischen Fundortes Altamira. Dabei betrachtet sie einerseits die heutige Situation, andererseits aber vor allem jene Gemengelage wie sie sich zur Zeit der Entstehung der Malereien im JungpalĂ€olithikum (=jĂŒngere Altsteinzeit) prĂ€sentierte; wĂ€hrend ein Teil noch in einer klimatischen Kaltphase entstand, wurden die prĂ€chtigsten Kunstwerke zur Zeit einer vorĂŒbergehenden ErwĂ€rmung geschaffen, als die Lebensbedingungen fĂŒr den Menschen weniger hart waren (und er eventuell etwas mehr Muße fand).

An dieser Stelle eine kleine, aber wichtige Anmerkung meinerseits: Besagte Warmphase hatte keineswegs die damalige Eiszeit beendet. Vielmehr dauert diese, was kaum jemandem bewusst ist, bis heute an - abzulesen an den vereisten Polregionen, die mit ihrer Ă€ußerst lebensfeindlichen Umgebung im erdgeschichtlichen Kontext weder einen Normal- noch ein Optimalzustand darstellen (selbiges gilt im Übrigen fĂŒr die vergletscherten Alpen). Jedoch durchlaufen wir momentan, Ă€hnlich wie zur Zeit der kĂŒnstlerischen Hochphase in Altamira, ein sogenanntes Interglazial - das heißt es findet eine vorĂŒbergehende ErwĂ€rmung innerhalb der besagten Eiszeit statt. Es wird darauf jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder ein Glazial - also eine verschĂ€rfte Kaltzeit innerhalb der Eiszeit - folgen. Die Frage ist hier nicht ob, sondern wann. Als Folge daraus werden erhebliche Teile der Nordhalbkugel vergletschern. 

Die Ă€ltesten der Höhlenkunstwerke von Altamira sind mindestens rund 35 000 Jahre alt und entstanden bald nach der Besiedlung der Gegend durch den Homo Sapiens (=moderner Mensch). Ob dieser aber tatsĂ€chlich von Anfang an der Urheber war - oder die damals ebenfalls noch vor Ort ansĂ€ssigen RestbestĂ€nde der Neandertaler - ist ungewiss. Klarer ist die Sache hingegen bei den Hauptwerken der Höhle, die zeitlich dem MagdalĂ©nien (letzter Abschnitt des JungpalĂ€olithikums) zugeschrieben werden, welches in Spanien zwischen 22 000 und 11 000 vor heute datiert wird. Damals, also wĂ€hrend des oben bereits erwĂ€hnten Interglazials, wurde das Land lĂ€ngst von den sogenannten Cro-Magnon-Menschen beherrscht (eine Bezeichnung fĂŒr den in Eurasien lebenden Homo Sapiens jener Tage, der keine eigene Menschenart darstellte).

Sehr anschaulich wird von Iris Newton auf Grundlage archĂ€ologischer Befunde beschrieben wie einst die als JĂ€ger und Sammler umherziehenden Bewohner Nordspaniens gelebt haben dĂŒrften: Beispielsweise scheinen sie ĂŒblicherweise in großen runden Fellzelten gehaust zu haben, aber nicht - wie es gelegentlich immer noch dargestellt wird - in jenen dunklen, feuchten Höhlen, in denen auch ihre Malereien zu finden sind; lichte HöhleneingĂ€nge bzw. FelsĂŒberhĂ€nge sind allerdings phasenweise als WohnstĂ€tte bzw. Lagerplatz genutzt worden. 
FĂŒr mich war ĂŒberraschend, dass die JĂ€ger und Sammler jener Zeit nicht stĂ€ndig gemeinsam auf Achse waren, sondern Teile einer Gruppe/Sippe in einem festen Basislager zurĂŒckblieben. Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate spĂ€ter vereinigte man sich wieder mit den Umherziehenden, die beispielsweise einer Tierherde gefolgt waren. Die Wissenschaft bezeichnet diese soziale Organisationsform als Fission-Fusion-Gesellschaft. DiesbezĂŒglich kam mir ĂŒbrigens in den Sinn, ob nicht vielleicht auch die erstaunlichen Anlagen von Göbekli Tepe (TĂŒrkei) solche Basislager von JĂ€gern und Sammlern waren - und nicht ausschließlich eine religiöse Aufgabe erfĂŒllten - wie oft vermutet wird? 


2. Von unglaublichen Entdeckungen und unglÀubigen Forschern

Die Höhle von Altamira wurde 1868 von Modesto Cubillas bzw. dessen Hund (wieder-)entdeckt. Modesto war PĂ€chter des studierten Rechtsanwalts und wohlhabenden Gutsherrn Marcelino Sanz de Sautuola. Dieser begann sich in jenen Jahren zunehmend fĂŒr die Steinzeit zu begeistern und so fasste er eines Tages den Entschluss, die auf seinem Besitz befindliche Höhle von Altamira genauer in Augenschein zu nehmen. Verbunden war damit die Hoffnung, eventuell auf steinzeitliche Kleinkunst wie Knochenschnitzereien zu stoßen. Bei einem dieser Besuche im Jahr 1879 begleitete ihn seine Tochter Maria; sie war es dann auch, der die besonders beeindruckenden steinzeitlichen GemĂ€lde auf der Höhlendecke zum ersten Mal auffielen.

Nachdem Sautuola mit dieser bemerkenswerten Entdeckung an die Öffentlichkeit gegangen war, wurde er bald von den meisten der damaligen KoryphĂ€en der noch jungen Steinzeitforschung verlacht und schließlich sogar der FĂ€lscherei bezichtigt. Da man bisher noch keine dermaßen qualitativ hochwertigen Malereien aus der Steinzeit gesehen hatte und die Farben bzw. Pigmente wie frisch aufgetragen wirkten, wollte man nicht daran glauben, dass hier 'primitive' Steinzeitmenschen die Urheber gewesen sind. Bezeichnenderweise weigerten sich die meisten der Kritiker, die Malereien persönlich in Augenschein zu nehmen, obwohl sie ausdrĂŒcklich dazu eingeladen wurden! Auch spielte wohl bei der ablehnenden Haltung insgeheim Nationalstolz eine gewisse Rolle, denn viele der anerkanntesten Fachleute stammten damals aus Frankreich; ihnen ging es eventuell gegen den Strich, dass ausgerechnet im benachbarten Spanien eine dermaßen bahnbrechende Entdeckung gemacht wurde. Und schlussendlich war Sautuola Laie, was ihn in den Augen dieser dĂŒnkelhaften Expertenclique per se suspekt bzw. unglaubwĂŒrdige machte. Erst einige Jahre nach seinem Tod sollte er rehabilitiert werden. Der grĂ¶ĂŸte von Sautuolas Kritiker sah sich sogar zu einer öffentlichen Entschuldigung genötigt.

Das damalige Verhalten vieler Forscher darf getrost als schandhaft und schĂ€big bezeichnet werden. Jedoch war es kein Einzelfall - wie etwa die ablehnende Haltung gegenĂŒber den Funden von Neandertalerknochen im 19. Jahrhundert zeigt: Dabei handle es sich nicht um die Überreste einer neuen Menschenart, sondern um die eines russischen Kosaken aus den spĂ€ten napoleonische Kriegen. Die Unterschiede zum Homo Sapiens seien bloß auf Rachitis zurĂŒckzufĂŒhren, hieß es. 
In Wirklichkeit fußte die harsche Ablehnung aber nicht etwa auf harten wissenschaftlichen Fakten, sondern auf ideologisch bedingter Borniertheit (siehe auch hier): Christlich geprĂ€gte Forscher hatten wegen WidersprĂŒchen zur biblischen Schöpfungsgeschichte ein Problem mit der offenbar auch auf den Menschen anwendbaren Evolutionslehre Darwins, wĂ€hrend sozialistische Wissenschaftler, die sich eher der 'Gleichmacherei' verschrieben hatten, besonders das darwinsche Prinzip "Survival of the fittest" ablehnten (Notiz am Rande: Aus Ă€hnlichen ideologischen GrĂŒnden werden seit ĂŒber 20 Jahren der genetischen Intelligenzforschung immer grĂ¶ĂŸere KnĂŒppel zwischen die Beine geworfen - fördert sie doch politisch höchst unkorrekte, aber empirisch bestens belegte Fakten zutage, die geeignet sind, manch chronisches Dauerproblem unserer Welt besser zu erklĂ€ren, als das gemeinhin propagierte Soziogerede).

Es ist sicher sinnvoll, sich die oben geschilderten FĂ€lle sowie die zahlreichen Ă€hnlich gelagerten Tiefpunkte der Wissenschaftsgeschichte zu vergegenwĂ€rtigen, wenn etwa wieder einmal ein Twitterant oder Parteipolitiker mit Schaum vor dem Mund ultimativ "Trust the experts!" und "Follow the science" von Andersmeinenden einfordert. 

Immerhin gibt es heute Methoden, die in vielen FĂ€llen objektiv einen behaupteten Sachverhalt verifizieren oder falsifizieren können. So etwa die bei den Altamira-Höhlen ursprĂŒnglich schwer umstrittene, aber umso wichtigere Frage der Datierung. Wie die Autorin erlĂ€utert, stehen hierfĂŒr der modernen ArchĂ€ologie vor allem zwei sehr wirkungsvolle Instrumente zur VerfĂŒgung: Einerseits die C14-Methode fĂŒr das Datieren organischer Funde (z.B. Farbpigmente aus Holzkohle), andererseits die Uran-Thorium-Methode, mit der die durch einsickerndes Wasser entstehenden Sinterschichten, die sich auf bzw. unter den Malereien befinden, zeitlich bestimmt werden können (nĂŒtzlich vor allem dann, wenn Höhlenmalereien nur aus nicht-organischen bzw. mineralischen Pigmenten bestehen).


3. Die Höhlenmalereien von Altamira

Im dritten Hauptkapitel widmet sich Iris Newton den bildlichen Darstellungen im Detail und beleuchtet dabei die unterschiedlichsten, damit im Zusammenhang stehenden Gesichtspunkte - z.B.: Welche Abmessungen hat das Höhlensystem von Altamira? In welche Funktionsbereiche teilt es sich und was unterscheidet diese? Wie ist die OberflĂ€chenbeschaffenheit der Höhle und inwiefern kam diese den SteinzeitkĂŒnstlern bei ihrer Arbeit entgegen (bemerkenswert ist z.B., dass Felsbuckel gezielt dazu verwendete wurden, Tierdarstellungen eine dritte Dimension zu geben)? Welche Tierarten sind am hĂ€ufigsten? Was waren die möglichen GrĂŒnde fĂŒr das Bevorzugen bestimmter Tierarten bei der Motivwahl? Was wurde - neben Tieren - noch auf die HöhlenwĂ€nde gemalt (interessanterweise wieder einmal ein Mischwesen, also ein Mensch mit Tierkopf - etwas das meiner Ansicht nach auf den Einsatz psychedelischer Drogen hindeuten könnte, da solche Gestalten gerne in entsprechenden DrogenrĂ€uschen erscheinen; die Autorin hat selbst in ihrem VorgĂ€ngerbuch ĂŒber die Höhle von Lascaux in eine Ă€hnliche Richtung spekuliert)? Welche Pigmente kamen fĂŒr die Malereien zum Einsatz, deren Leuchtkraft und scheinbare Frische einst viele Experten glauben ließ, es handle sich um eine moderne FĂ€lschung? Welcher Zweck wurde mit den Malereien verfolgt? Handelt es sich um "Jagdmagie", mit der man das JagdglĂŒck beeinflussen wollte? Oder haben wir es mit einem "Fruchtbarkeitszauber" zu tun, der auf eine Erhaltung des Wildbestandes abzielte? Wobei an dieser Stelle unbedingt auf den nicht von ungefĂ€hr kommenden selbstironischen ArchĂ€ologen-Spruch hingewiesen sei: Was man nicht erklĂ€ren kann, sieht man gern als kultisch an. 😄

Befremdlich, ja geradezu beschĂ€mend ist, dass ĂŒber 140 Jahren nach ihrer Entdeckung immer noch keine vollstĂ€ndige Katalogisierung aller bildlichen Darstellungen der Höhle vorgenommen und publiziert wurde. Auch der Höhlenboden dieses außerordentlich bedeutenden Fundplatzes wurde archĂ€ologisch nur mĂ€ĂŸig beackert. Mehr noch, als man Ausschachtungsarbeiten vornahmt, um den Besuchern ein besseres Erlebnis bieten zu können, wurden selbst die davon betroffenen Schichten nicht ordentlich wissenschaftlich untersucht und dokumentiert (aber wehe ein Metallsucher grĂ€bt auf einem Acker ein Loch um 10 Zentimeter tiefer als erlaubt, dann schreit die ArchĂ€ologie sofort Zetermordio, wegen der potentiellen Zerstörung von Befunden...).

Große Bedeutung hat die Experimentellen ArchĂ€ologie bei der Erforschung von Höhlenmalereien. Iris Newton berichtet etwa vom Erschaffen eines an den Altamira-Fundplatz angelehnten Wisent-GemĂ€ldes in einer anderen, von Steinzeitmenschen ungenutzten Höhle. Dabei stellte man z.B. fest, dass mit schwarzen Pigmenten rote Pigmente nicht ĂŒbermalt werden konnten, woraus von den Forschern die Reihenfolge jener Arbeitsschritte abgeleitet werden konnte, mit der die KĂŒnstler der Steinzeit einst zu Werke gegangen sind. Selbst die Beleuchtung musste bei dem Höhlenmalexperiment so authentisch wie möglich sein, weshalb fĂŒr die Steinzeit typische Talglichter verwendet wurden.


4. Altamira heute - Zwischen Konservierung und Vermarktung

Der Eingang des Höhlensystems von Altamira wurde noch in der Steinzeit verschĂŒttet und mehr oder weniger hermetisch verschlossen. Dieser Umstand fĂŒhrte zu einer ausgezeichneten Konservierung der Malereien und war mit ein Grund fĂŒr deren frisches Erscheinungsbild, als sie im spĂ€ten 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Dann jedoch setzte ein immer stĂ€rker werdender Besucherstrom ein, der alleine im Jahr 1973 auf bereits unfassbare 177 000 Menschen angeschwollen war. Einerseits kondensierte deren Atemluft an den HöhlenwĂ€nden und begann die Farben auszuwaschen bzw. verblassen zu lassen. Andererseits verband sich das ebenfalls in der ausgeatmeten Luft vorhandene Kohlendioxid (CO2) mit besagter Feuchtigkeit zu KohlensĂ€ure (H2CO3), welche den Malereien ebenfalls zusetzte. DarĂŒber hinaus wurden von den Besuchern Bakterien, Schimmelpilzen und sonstigen Mikroorganismen in die Höhle eingebracht, die in dem nun erheblich feuchteren Klima zu wuchern begannen. Nicht minder ein Problem war, dass sich der Abstand der Höhle zur OberflĂ€che aufgrund von Kalksteinabbau dramatisch verringert hatte: Waren es ursprĂŒnglich neun Meter, so sind es mittlerweile stellenweise nur noch eineinhalb. Durch das wegen Sprengungen rissig gewordene Gestein sickerte Wasser ein, das aufgrund der oberirdisch betriebenen Landwirtschaft aggressive Bestandteile enthielt.
1979 wurde die Höhle deshalb zum ersten Mal gesperrt und Maßnahmen zu ihrer Erhaltung ergriffen - etwa eine drastische Reduktion der Besucherzahl auf maximal 11300 pro Jahr. Als man feststellte, dass die Zerstörung trotzdem munter voranschritt, veranlasste man 2002 eine erneute Sperrung. Seit 2015 dĂŒrfen  - nach Auslosung - nur noch 5 Personen pro Woche die Höhle besuchen (plus FĂŒhrer). Als kleinen Ersatz fĂŒr alle anderen Interessierten gibt es vor Ort im Besucherzentrum einen Nachbau von Teilen der Höhle. Auch in Deutschland findet man einen Ă€hnlichen Nachbau. Freilich, ob es sich lohnt, dafĂŒr eine weite Anreise auf sich zu nehmen? Ich muss das fĂŒr mich mit einem klaren Nein beantworten. Ich war ja schon als SchĂŒler sauer geworden, als man mir eine Kopie der Venus von Willendorf vorgesetzt hat ...

Die oben geschilderten Schwierigkeiten - die ich hier nur auszugsweise wiedergegeben habe - sind keine Ausnahme. Etwa in der französischen Höhle von Lascaux war man damit in Ă€hnlicher Form  konfrontiert. Gleichzeitig ist es bemerkenswert, was sich die Fachleute in Spanien und Frankreich im Laufe der Jahre so alles haben einfallen lassen, um die Zerstörung der wertvollen Steinzeitkunstwerke zu stoppen. Immer wieder wurden dabei böse Fehler begangen, welche die Autorin eindrĂŒcklich beschreibt. Es ist im Übrigen typisch fĂŒr dieses Buch, das selbst ein auf den ersten Blick langweiliges Thema wie die Konservierung der Malereien in interessanter und kurzweiliger Weise vermittelt werden konnte.


Fazit:

An sich bin ich kein dezidierter Steinzeit-Fan, aber BĂŒcher wie "Altamira - Entstehung, Entdeckung, Bedeutung" schaffen es dann doch, mein Interesse an dieser uns so fremd erscheinenden Epoche zu wecken.
Vor allem liegt das an der Autorin Iris Newton, die hier mitnichten nur die Höhlenkunsterwerke beschreibt, sondern darĂŒber hinaus in einem Ă€ußerst angenehmen Schreibstil ein facettenreiches Bild von den LebensumstĂ€nden jener Menschen zeichnet, die sie einst erschufen. Auch die zum Teil unrĂŒhmliche, aber gerade deshalb umso spannendere Entdeckungs- bzw. Forschungsgeschichte wurde erfreulicherweise berĂŒcksichtigt; verdeutlicht sie doch in eindrĂŒcklicher Weise, auf welche Irrwege blinde AutoritĂ€ts- und ExpertenglĂ€ubigkeit fĂŒhren können. Abgerundet wird der Buchinhalt von vielen großformatigen Fotos und schönen Rekonstruktionsgrafiken, welche die Zeit der SteinzeitkĂŒnstler wiederauferstehen lassen. Der Verlag hat sich hierbei sichtlich MĂŒhe gegeben. Von mir gibt es deshalb unterm Strich eine klare Kaufempfehlung.

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Tipp:




6 Kommentare:

  1. Das Steinzeitthema habe auch ich lange Zeit beiseite geschoben gehabt und erst vor ein paar Jahren bemerkt, dass es recht interessant sein kann. Wie es der Zufall will vor allem wegen Will Lords VorfĂŒhrvideos :-) Der hat ĂŒbrigens auch auf seiner Facebookseite viele Videos, die nicht auf Youtube veröffentlicht sind. Liebe GrĂŒĂŸe und danke fĂŒr die schöne Rezension!

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    1. Das stimmt, auf Facebook hat er auch jede Menge tolle Videos. Dankeschön fĂŒr den Hinweis und fĂŒrs Lob!

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  2. Die Menschheit sollte froh sein, dass es gerade ein wenig wĂ€rmer wird. Dadurch steigt zB die ErdbegrĂŒnung seit Jahrzehnten deutlich an, sogar in der Sahara! Die Vorteile ĂŒberwiegen die Nachteile meiner Meinung nach bei Weitem.

    Das Himmelsscheibenbuch von Iris Newton habe auch ich. GefÀllt mir besser als Harald Mellers weit ausgreifende Fabuliererei.

    Gero

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  3. "Was man nicht erklÀren kann, sieht man gern als kultisch an."
    Wie wahr! Ich glaube, man hat Angst weniger als Experte zu gelten, wenn man einfach sagt: Ich weiß es nicht. Mehr Mut zur LĂŒcke wĂ€re in der ArchĂ€ologie als qualitĂ€tssichernde Maßnahme aus meiner Sicht aber absolut wĂŒnschenswert.

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  4. Servus Richard, gefÀllt mir sehr gut, diese detaillierte Rezension. Das Buch ist schon bestellt :-)
    Als "Vorgeschichtler" wĂŒrde ich mich sehr freuen, wenn du zukĂŒnftig noch öfter diesen Zeitabschnitt in deinen Rezensionen berĂŒcksichtigst. Aber ich will dich nicht dazu drĂ€ngen, es ist natĂŒrlich ganz deine Entscheidung.
    Alles Gute
    Matthias

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    1. Ich berĂŒcksichtige das sehr gerne, bin dabei aber immer auch auf Tipps angewiesen, weil mir schlicht und ergreifend der Überblick fehlt. Wer also eine potentiell interessante Buch-Neuerscheinung aus dem Bereich kennt, der mache mich bitte darauf aufmerksam!

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