➽ Dominique Görlitz: Das Eisen der Pharaonen und der Vorwurf methodischer MĂ€ngel sowie GeheimniskrĂ€merei | Spieldauer 192 Minuten | CROPfm | Stream & Info | Direkter Download
Eigentlich sollte es um die umstrittene Verwendung von Eisenwerkzeugen im frĂŒhen Ăgypten gehen. Allerdings entwickelte sich die Sendung dann immer mehr in eine andere Richtung und der ExpermientalarchĂ€ologe Dominique Görlitz lieĂ dabei die eine oder andere Kritik-Bombe platzen; besonders hinsichtlich der archĂ€ologischen Untersuchungen in der 12-Apostel-Zeche, an der auch der Grazer Höhlenforscher und Urgeschichtler Heinrich Kusch beteiligt ist (siehe mein Text dazu). So heiĂt es etwa, dass man sich weigern wĂŒrde, einige der Funde von den weltbesten Experten mit maximaler PrĂ€zision datieren zu lassen, obwohl Dominique Görlitz fĂŒr die Kosten aufkommen wĂŒrde. Und dass auĂerdem in Osteuropa Betriebe existieren, die Reproduktionen keramischer Objekte der VinÄa-Kultur - wie sie in der 12-Apostel-Zeche archĂ€ologisch entdeckt wurden - auf Bestellung produzieren können. Görlitz betont, dass er nichts Konkretes wie gezieltes FĂ€lschen unterstellt, aber ihm die Gemengelage seltsam vorkommt; im besten Fall wĂŒrde der Besitzer der 12-Apostel-Zeche durch seine Weigerung der Weltöffentlichkeit eine Sensation vorenthalten. Auch Tarek, der Interviewer des GesprĂ€chs, merkte an, dass er bei seinem Besuch in der 12-Apostel-Zeche auf Ungereimtheiten stieĂ.SchlieĂlich zweifelt Dominique Görlitz auch die von Heinrich Kusch verwendete TCN-Methode an, die dieser genutzt hat, um in verschiedenen ZusammenhĂ€ngen SteinoberflĂ€chen zu datieren; da wĂŒrde es bessere Möglichkeiten geben, sagt Görlitz. Kusch hat andererseits gemeinsam mit einem Fachmann bereits im Jahr 2023 eine Arbeit veröffentlicht, in der die TCN-Methode und ihre Anwendung sehr konkret erlĂ€utert wird; ich habe darĂŒber berichtet).Kurz gesagt, diese interessante Sendung sollte man sich unbedingt anhören. Die Kritik findet man vor allem in der zweiten HĂ€lfte.
➽ Die Kulturgeschichte der Frisur – Eine haarige Angelegenheit | Spieldauer 21 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ 68000 Jahre alt: Ălteste bekannte Höhlenmalerei in Indonesien entdeckt | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info
➽ Die Geschichte der Steuern - Zugemauerte Fenster und gestutzte BĂ€rte | Spieldauer 19 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ Die Vandalen - Woher kommt ihr schlechter Ruf? | Spieldauer 24 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ Kitschige Sternbilder-Geschichte: Die antike Seifenoper am Abendhimmel | Spieldauer 3 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
➽ Owen Rees: „Eine unerzĂ€hlte Geschichte der Antike“ | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
➽ EntfĂŒhrte Bilder: Die Geschichte des Artnappings | Spieldauer 47 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
➽ „Shalom am Rhein“ – Birgit Heide ĂŒber 1000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download
—————–
Könnte theoretisch nicht der Kusch getĂ€uscht worden sein? Der EigentĂŒmer der Zeche hĂ€tte ja einiges selber vergraben können, bevor Kusch und sein archĂ€ologisches Team angerĂŒckt sind, oder?
AntwortenLöschenTom
Die Frage hat mir schon einmal jemand gestellt. Und ja, es ist prinzipiell denkbar, dass hier Objekte zwecks TÀuschung rezent vergraben wurden, ohne dass man das spÀter als ArchÀologe in der vorhandenen Stratigraphie feststellen kann. Aber wir wissen im konkreten Fall zu wenig, um eine gute EinschÀtzung vornehmen zu können.
LöschenHabs mir angehört, war eine spannende Sendung.
AntwortenLöschenDie Sache mit der Zwolf Apostelzeche..... schon eigenartig. Das ist ein Thema, bei dem man unbedingt nachbohren mĂŒsste.
Ja, vielleicht kommt Herr Kusch wieder einmal zu CROPfm in die Sendung. Dann könnte man ihn gezielt danach fragen. Der Besitzer der 12-Apostel-Zeche dĂŒrfte allerdings weniger gesprĂ€chig sein, anderenfalls hĂ€tte er sich Dominique Görlitz gegenĂŒber nicht taub gestellt. Was im Ăbrigen nicht nur ein Indiz sein kann, dass hier möglicherweise etwas mit den Funden nicht stimmt, sondern vor allem auch auf schlechte Manieren hindeutet, denn ein freundliches "nein, danke" wĂ€re bei einem so groĂzĂŒgigen Angebot das Mindeste gewesen.
LöschenDie Historikerin scheint mir noch sehr wohlwollend zu sein, wenn sie die von Kusch prĂ€sentierten Texte als "Abschriften des 18. und 19. Jahrhunderts" bezeichnet. Das tut ja auch Kusch selbst in seinem Vortrag vor Kurzem (https://hiltibold.blogspot.com/2026/01/videos-ein-museum-ohne-seinen.html). TatsĂ€chlich werden die von Kusch (wie immer ohne Quellenangaben) als Texte aus dem 16. Jahrhundert angefĂŒhrten AuszĂŒge schwerlich vor dem 20. Jahrhundert entstanden sein. "Abschriften" mĂŒssten bis auf Varianten der Schreibweise den usprĂŒnglichen Wortlaut annĂ€hernd wiedergeben. Auch kann man diese Fiktionen schlecht als FĂ€lschungen bezeichnen, da sie so gut wie gar nicht realistischen Texten jener Zeit nachempfunden sind.
AntwortenLöschenNicht alle Dokumente, die Heinrich Kusch in seinen drei BĂŒchern ĂŒber ErdstĂ€lle und 12-Apostel-Zeche verwendet, sind Abschriften. AuĂerdem kann auch eine Abschrift bereits Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Der Umstand, dass es sich um eine Abschrift/Kopie handelt, macht den Inhalt ja nicht per se unglaubwĂŒrdig. Wie authentisch Kuschs Textquellen sind, wird man aber von Einzelfall zu Einzelfall gesondert und durchaus kritisch beurteilen mĂŒssen.
LöschenHallo!
AntwortenLöschenGut, dass der Görlitz das offen ausspricht. Ich habe mir letztens den hier geposteten Vortrag von Kusch angesehen. Mein lieber Mann, das war ja wohl wirklich extrem spekulativ, was darin gesagt worden ist! Kusch forscht jetzt schon so lange, aber am Ende bleibt vor allem nur seine persönliche Interpretation der Funde als "auĂerirdisch" ĂŒbrig. Kann man machen, aber ohne harten Beleg fehlt dann einfach doch die GlaubwĂŒrdigkeit. Und dass er keinen Einfluss auf den 12 Apostel Besitzer hat, einen Keramikfund zur Untersuchung an Görlitz auuzhĂ€ndigen? Wie glaubwĂŒrdig ist das?
Ich schlieĂe mich dem Vorposter an: Hier muss man unbedingt dranbleiben und nachhaken. Ich mag das GefĂŒhl nicht, eventuell verarscht zu werden. Solche potentiell unseriösen VorgĂ€nge schaden indirekt seriösen Forschern wie Görlitz, weil es dann wieder heiĂt, seht her, was fĂŒr Clowns, Dilettanten und Mogler da auĂerhalb des Mainstreams herumfuhrwerken. Und man schert wieder mal alle ĂŒber einen Kamm.
GrĂŒĂe aus Fukuoka/Japan