Donnerstag, 24. März 2016

Krimskrams: Wikipedia-Bettelei -- Eifersüchtige Barbaren -- Uhtred und Herodot im Anmarsch




Wikipedia-Bettelei erreich neues Penetranz-Level

Anscheinend herrscht bei Wikipedia die Meinung vor, je großflächiger und penetranter man Spendenaufrufe einblendet, umso eher würden die Besucher der Seite ihr Beutelchen zücken. Freilich, bei mir hat es nur dazu geführt, dass ich nach ein paar Tagen das inkriminierte Banner mittels Adblocker dauerhaft entfernt habe. Ich spende nichts mehr für einen Verein ...
- ... in dem Geld für fragwürdige Projekte verpulvert wird
- ... in dem unappetitliche Freunderlwirtschaft betrieben wird
- ... in dem man es nach eineinhalb Jahrzehnten, zig Ankündigungen und mehreren Anläufen noch immer nicht geschafft hat, fürs Bearbeiten von Artikeln eine benutzerfreundliche Oberfläche zu implementieren, die nach dem üblichen Prinzip WYSIWYG funktioniert.

Herr Jimmy Wales sollte zuförderst den IT-Adel in Silicon Valley anschnorren. Suckerbööörg und Konsorten wissen ohnehin nicht so recht, wohin sie ihre Milliarden stecken sollen. Mit einer Großspende an Wikipedia, die für mehrere Jahre den Betrieb sichert, könnten sie sich zumindest eine gute Presse kaufen.

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Eifersüchtige Barbaren

In Plutarchs Biographie des Athener Staatsmannes Themistokles heißt es:
Gemeinhin sind die Barbarenvölker auf ihre Frauen maßlos eifersüchtig, und die Perser tun es darin allen noch zuvor. Nicht nur ihre Ehefrauen, nein, auch die Sklavinnen und Kebsweiber werden streng bewacht und kein fremdes Auge darf sie sehen. Sie leben eingeschlossen in ihren Gemächern, und wenn sie reisen müssen, fahren sie in Wagen, die auf allen Seiten mit Tüchern dicht verhängt sind.
Hm, woran erinnert mich das nur... ach ja, das wars.
(Manche Dinge ändern sich offensichtlich auch in zweieinhalbtausend Jahren kaum.)

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Band 9 der Uhtred-Reihe und Buch 7 von Herodots Historien sind im Anmarsch

Beinahe hätte ich übersehen, dass am 21. Mai der 9. Band von Bernard Cornwells beliebter Uhtred-Reihe in deutscher Sprache veröffentlicht wird. Der Titel lautet Die dunklen Krieger (nähere Infos bei Amazon).
Ob der Autor hier wieder einmal seiner Vorliebe frönt, Bösewichte in schwarze Kleidung zu stecken? Lassen wir uns überraschen!

Ebenfalls im Mai soll endlich das 7. Buch von Reclams Historien-Übersetzung des antiken Autors Herodot erscheinen (nähere Infos bei Amazon). Der Werbetext dafür lautet:
Durch den Kino-Blockbuster '300' auch heute noch in aller Munde: Die Schlacht bei den Thermopylen. Die wichtigste Quelle dazu ist das 7. Buch der 'Historien' Herodots. Für das Studium der Alten Geschichte, zumal der Perserkriege, ist es essentiell.
Tja, mein lieber Reclam Verlag, da bist du aber arg spät dran. Der Hype um den 'Wohnblockbrecher' 300, mit dem du hättest Kasse machen können, ist nämlich schon lange wieder vorbei (Gott sei Dank, denn wer will  schon jeden Fasching bierbäuchige 'Spartaner' sehen?).
Seit der letzten Jahrtausendwende werkelt deine Übersetzerin nun schon an Herodots Historien herum, schafft es aber nicht nicht einmal annähernd im Schnitt zumindest eines der insgesamt 9 Bücher pro Jahr fertigzustellen.
Es ist schon richtig, Herodots Historien sind "essentiell"  - aber nur in vollständig publizierter Form! Also Gas geben!

3 Kommentare

  1. Viele Übersetzer bei Reclam üben meines Wissens ihre Tätigkeit leider nicht haptberuflich (Vollzeit) aus, sondern erledigen das quasi zwischendurch, z.B. neben einem Lehrauftrag an einer Universität. Das Ergebnis sind solche halbfertigen Veröffentlichungen, deren Nutzen nur sehr eingeschränkt ist.

    Wikipedia bekommt von mir auch kein Geld. Das scheitert alleine schon an dem Umstand, dass nur mit Paypal und Kreditkarte gespendet werden kann. Beides verwende ich aus Sicherheitsbedenken nicht. Hinzu kommt bei Paypal noch, dass sie sich schon mehrfach vor den Karren der US-Regierung haben spannen lassen, z.B. als man Wikileaks die Spendenkonten einfror.

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    1. Letztendlich schadet man sich mit dieser stückchenweisen und extrem langatmigen Veröffentlichung selbst, da für viele potentielle Kunden nur ein vollständig übersetztes Werk einen echten Kaufanreiz bietet.

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    2. Eigentlich wäre es erstaunlich, wenn ein renommierter Verlag wie Reclam nicht in der Lage sein sollte, so eine überschaubare Übersetzungsarbeit in kürzeren Zeiträumen zu stemmen. Geschickt ist es auf jeden Fall nicht!
      Gero

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