Donnerstag, 26. April 2018

Krimskrams: Wieder da! -- Doppelgleisiges Römerfestival in Carnuntum -- Computerspiel-Rezension?

Wieder da!

Mein Handgelenk ist geheilt. Mouse und Tastatur können nun wieder schmerzfrei bedient werden. Deshalb geht es hier nach rund zwei Wochen Funkstille und völliger Blog-Entsagung wieder weiter. Nachträglich noch vielen Dank für die Genesungswünsche im Kommentarbereich und per E-Mail!

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Ungeschickt: Doppelgleisiges Römerfestival in Carnuntum

Keine Rechte vorbehalten - doch um die Nennung der Quelle wird gebeten: Hiltibold.Blogspot.com

Im Juni veranstaltet der schöne Archäologische Park Carnuntum wieder sein alljährliches "Römerfestival". Die Chancen stehen 50:50, dass ich es diesmal schaffe, mir den Spaß anzusehen. In den letzten beiden Jahren hat es ja nie geklappt, trotz Vorsatz. 

Jedenfalls habe ich schon mal einen Blick auf das Programm geworfen und dabei Dinge entdeckt, die mir vom organisatorischen Standpunkt her weniger geschickt erscheinen: Die Living-History-Aktivitäten finden nämlich wieder an zwei nicht gerade nahe nebeneinander liegenden Orten statt - und zwar dem rekonstruierten 'Stadtviertel' Carnuntums (siehe Bild) einerseits und dem ausgebuddelten Amphitheater der vorgelagerten Militäriedlung andererseits.

Warum diese Doppelgleisigkeit? Wahrscheinlich weil hier die zwei Gemeinden, auf deren Gebiet die Ruinen Carnuntums heute liegen, von so einem Großereigniss gemeinsam touristisch profitieren wollen. Aus deren Sicht verständlich, aus meiner hingegen ist das Erzwungene Pendeln mit zusätzlichem Stress verbunden, auf den ich nach einer über zweistündigen Anreise liebend gerne verzichten würde.
Wesentlich blöder finde ich allerdings, dass für mich besonders interessante Hauptattraktionen an diesen beiden Standorten zeitlich parallel stattfinden, wie z.B. "Römische Reiterei" und "Gladiatorenkämpfe". Die Reiterei interessiert mich grundsätzlich sehr, die Gladiatoren wiederum möchte ich sehen, weil ich von meinem Interview mit Marcus Junkelmann noch die Diskussion in den Ohren habe, dass mit einigen Gladiatoren-Truppen nicht übermäßig viel los sein soll - will heißen: allzu theatralisches Herumgezappel, fragwürdige Ausrüstung vom 'Inder' und hinsichtlich der körperlichen Fitness augenscheinliche Untauglichkeit.
Wobei ich sagen muss, Schaukämpfe fand ich sowieso noch fast nie überzeugend. Trotzdem ist nachvollziehbar, warum man dergleichen macht; nämlich um mehr junges Publikum anzulocken, für das Action nun mal spannender ist als Darsteller, die lediglich als Erklärbären in der Gegend herumstehen.

Mal sehen, ob aus meinem Besuch in Carnuntum in diesem Jahr etwas wird. Wenn ja, dann gibts hier einen Bildbericht.

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Computerspiel-Rezension?

Ca. ein bis zweimal pro Jahre bekomme ich die Anfrage, ob ich denn nicht ein Computerspiel mit Geschichtsbezug besprechen möchte. Meistens sind es Marketingagenturen, die hier im Auftrag der Spiele-Publisher tätig sind. In letzter Zeit hat sich das aber seltsamerweise stark gehäuft: Vier Anfragen sind innerhalb von zwei Monaten eingetrudelt. Bin ich da in irgend ein Verzeichnis hineingeraten?
Jedenfalls habe ich an so etwas kein echtes Interesse. Zwei bis dreimal in der Woche Asphalt 8 für jeweils ein paar Minuten zocken, deckt meinen Bedarf an Computerspielen bereits völlig.

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Kommentare:

  1. Die haben in Carnuntum doch ein zweites Amphitheater, direkt neben dem rekonstruierten Stadtviertel. Dort könnte man die Gladiatorenspiele auch veranstalten.

    C3PO

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    1. Jain. Das von dir genannte Amphietheater der Zivilstadt ist für so eine Vorführung nicht ganz so gut geeignet wie das der Militärsiedlung. Zumindest war das bei meinem letzten Besuch noch so. Freilich, man könnte das durchaus ändern, wenn man denn wollte ...

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    2. Da das Amphitheater in Altenburg außerhalb des Siedlungsgebiets liegt, wird sich die direkte Wertschöpfung aus den Besuchern des Amphitheaters wohl eher in Grenzen halten.

      Es liegt einfach an der Infrastruktur. In Altenburg gibts bereits standardmäßig einen Zaun ums Gelände, der die Ticketkontrolle ermöglicht, eine Sandarena und einen Pons für die Gladiatorenkämpfe, eine Besuchertribüne, (die hilft, die Substanz der Ruinen vor vielen tausend Füßen zu schützen), Klos und Duschen für die Darsteller im Haus, ergo wohl auch Kanalanschluss für Gastro und Klowägen, Stromanschluss, und für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer ist es sicher auch einfacher erreichbar als das in Petronell, wo man doch eine ganze Strecke zu Fuß über einen Feldweg muss.

      Die Kämpfe sind ja eh zwei mal am Tag und man kann es sich so richten, dass man sowohl einen der Kämpfe als auch beide jeweils parallel laufenden Programmpunkte auch noch sehen kann. Und zumindest letztes Jahr war der Shuttlebus an sich recht flott.

      Römerfan

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    3. Leider geht es sich bei mir zeitlich nicht aus, auf die zweite Gladiatorenvorführung ein paar Stunden später zu warten. Auch ist es nicht die einzige Überschneidung von für mich interessanten Programmpunkten.
      Aber mal sehen, wie das dann in der Praxis wird.

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  2. Schönes Video, in dem ziviles Amphitheater und die Gladiatorenschule von Carnuntum am Computer rekonstruiert werden.
    https://www.youtube.com/watch?v=aJFH3TCVzTk

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    1. Das wäre ein guter Kandidat für die nächste Gebäude-Rekonstruktion in Carnuntum - ist aber wohl zu teuer :)

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  3. Wow, Carnuntum bietet den Besuchern an einem einzigen Tag wesentlich mehr, als der Campus Galli in einem ganzen Jahr. Da können unsere Klosterbrüder, allen voran Hannes Napierala, mit ihrem infantilen Sommerfest eigentlich nur neidisch werden :-)

    Grüßle,
    Maria

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    1. Der quantitative und qualitative Unterschied ist in der Tat enorm!

      campus-galli.de/event/sommerfest

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