Mittwoch, 8. August 2012

Literatur: Pontius Pilatus - Römer, Ritter, Richter



Pontius Pilatus - Ralf-Peter Märtin
Foto: Hiltibold - (C) S. Fischer Verlag GmbH
Aufgrund der wenigen echten Fakten die über Pontius Pilatus bekannt sind, stützt sich der Autor Ralf-Peter Märtin stark auf Indizien, wenn es darum geht, vom Werdegang dieses wohl berühmtesten römischen Statthalters und dessen Beteiligung am Jesus-Prozess zu erzählen. Das Buch ist übrigens kein Roman, es enthält allerdings einige längere "romanhafte" Passagen.

Auch die politische Situation bzw. das gesellschaftliche Umfeld wird beschrieben, in dem Pilatus sein Amt ausübte; und das war, wie man rasch feststellen wird, nicht besonders angenehm. Hier, in Judäa, ein von einer Priesterkaste beherrschtes, frömmelndes Volk, das sich an Ausländern, Säkularen, und den Angehörigen anderer Glaubensrichtungen reibt. Dort, in Rom, ein amtsmüder Kaiser, der seine beinahe allmächtige rechte Hand im Staat, mit der Pilatus berufs- bzw. karrierebeding möglicherweise in engerem Kontakt stand, hatte hinrichten lassen.

Manch einem wird die zur Lückenfüllung herangezogene Dichtung des Autors zu weit gehen. Und zugegebenermaßen gab es zwei bis drei Momente beim Lesen des Buchs, wo ich nicht sofort wusste, lässt er hier nun Fakten sprechen oder eher die Fantasie. In Summe ist der Inhalt des Buchs aber durchaus stimmig bzw. logisch. Quellenkritik wird ebenfalls berücksichtigt und nichts unkommentiert übernommen.

Mein Fazit: Pontius Pilatus - Römer, Ritter, Richter ist ein sehr interessantes und leicht verständlich geschriebenes Buch, für das der Leser keine Vorkenntnisse in Sachen Bibel oder römischer Politik benötigt.

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