Donnerstag, 21. Mai 2015

Krimskrams: Palmyra um jeden Preis verteidigen? -- Die Alpengletscher zur Zeit Hannibals


Palmyra um jeden Preis verteidigen?

Es ist ein Trauerspiel, was derzeit mit den Baudenkmälern der antiken Ruinenstadt Palmyra geschieht. Viel schlimmer als die Zerstörung von Sachgütern ist freilich der Tod all jener Menschen, die den ausufernden Gefechten Tag für Tag zum Opfer fallen. Doch manch Kommentator sieht dieses Dilemma weniger differenziert. So tönte es etwa neulich aus den Radiolautsprechern: "Die Kulturschätze von Palmyra müssen um jeden Preis verteidigt werden!"
Um JEDEN Preis? Tatsächlich? Man sollte also eventuell hunderte Menschen durch den Fleischwolf drehen, nur um totes Gestein zu schützen?
Nun, wer das von seinem Schreibtisch aus fordert, könnte doch mit gutem Beispiel vorangehen und sich nach dem altbekannten Motto "Germans to the front" in den Kampf stürzen. Auf die Verwendung eines G36 sollte bei dieser überseeischen Wehrsportübung freilich verzichtet werden, denn in der Sommerhitze Syriens würde man damit auf 100 Meter Entfernung vermutlich nicht einmal einen afrikanischen Elefanten treffen; geschweige denn Männer, die den Leitfaden ihrer Religion bedauerlicherweise buchstabengetreu befolgen.
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Abschmelzen der Alpengletscher

Ob die Alpenüberquerung Hannibals wirklich eine absolute Ausnahmeleistung war, wie gerne von der Geschichtsschreibung dargestellt wird, ist im Angesicht neuerer Forschungsergebnisse zumindest ein wenig fraglich. Die Gletscher der Alpen endeten im 3. Jh. v. Chr. nämlich 300 Meter über dem heutigen Niveau: Klick mich
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Flightradar24.com

Der tiefere Sinn der Seite flightradar24.com hat sich mir persönlich noch nicht ganz erschlossen, aber zumindest für kurze Zeit war es recht lustig herauszufinden, welche Flugzeuge, in welcher Höhe und mit welcher Geschwindigkeit gerade über meinem Kopf kreisen :)

Update: Den Spaß gibt es selbstverständlich auch für Schiffe: marinetraffic.com
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Das Angeber-Latein der Woche 

Infantes perhibent et stultos dicere verum.
Man sagt, dass Kinder und Narren die Wahrheit sprechen.

3 Kommentare

  1. Tja, auch wenn Klimaforscher das lange nicht wahrhaben wollten: für Schweizer Archäologen ist es keine Neuigkeit, dass die Alpen nicht immer der gestrigen Postkartenidylle entsprachen. Denn wenn sich im Mittelland Temperatur und Seespiegel ändern, ist doch klar, dass es in den Bergen nicht anders laufen kann, und archäologische Funde an früher eisbedeckten Pässen, die das belegen, gibt es schon länger. Aber solche "Einzelfunde" waren für die lieben Klimatologen eben nicht aussagekräftig genug.

    Aber eben weil solche Funde belegen, dass es immer mal wieder anders war als heute, habe ich auch noch nie verstanden, weshalb Gletscher per se etwas schützenswertes sein sollen. Klar ist es nicht toll, wenn der Mensch in der Atmosphäre herumpfuscht. Aber das Klima ist erstens ziemlich komplex und zweitens naturgemäss immer in Veränderung. Da wäre es sinnvoller, das Geld für die durch den Wandel notwendigen Anpassungen auszugeben statt für immer neue Konferenzen, auf denen man Panik schürt und illusorischen CO2-Grenzwerten nachträumt...

    LG, Julia

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    1. Die Pasterze, der größte Gletscher Österreichs (8km lang) leitet seinen Namen vom slawischen Wort für Viehweide ab. Dass dieses Gebiet im Laufe der letzten Jahrtausende genau das war, ist sehr gut belegt. Auch ich wundere mich daher, warum das derzeitige Abschmelzen der Gletscher zu einem einmaligen, katastrophales Ereignis hochstilisiert wird.
      Der größte Witz an der ganzen Entwicklung ist aber, dass man zwar den Rückgang der Eismassen in den Alpen als schlecht für den Tourismus kritisiert, gleichzeitig aber nun in den Bergen zwecks angeblicher Schonung des Klimas abgrundtief hässliche Windparks errichtet.
      Offensichtlich handelt es sich hierbei um Trick 17 mit Selbstüberlistung.

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  2. Aktuell kann man für diese Kulturdenmähler wohl nur das nötigste tun. Sie ausreichend abfotografieren und dokumentieren, was ja bei den meisten eh glücklicherweise schon vor einiger Zeit passiert ist. Ich würde noch dazusagen wollen, dass Generationen und Völker kommen und gehen, unsere Kultururgüter aber bleiben bestehen und definieren uns. Es ist daher durchaus als traurig zu bezeichnen, mit wie wenig Aufmerksamkeit ihre Zerstörung bedacht wird.

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