Samstag, 17. November 2018

📖 Bücher: Kleines Lexikon historischer Personen der römischen / der griechischen Antike



Mehr Schmöker, weniger Nachschlagewerk - und ein paar unnötige Fehler

Aus der Basisbibliothek Antike des Verlags J. B. Metzler stammen die beiden Bände Kleines Lexikon historischer Personen der römischen bzw. der griechischen Antike. In den zwischen wenigen Zeilen und bis zu ca. zwei Seiten umfassenden, ohne Abbildungen auskommenden Artikeln geht es u.a. um so illustre Persönlichkeiten wie Jesus von Nazaret, den Mathematiker Eudoxos von Knidos, die beiden Sozial-Revoluzzer Tiberius und Gaius Gracchus, den Plagegeist Mithridates VI. von Pontos sowie Kyros II., den GrĂĽnder des persischen GroĂźreichs.
Trotz des Titels wurde der zeitliche Rahmen relativ GroĂźzĂĽgig gewählt und erstreckt sich z.B. im Fall des Römer-Lexikons eigentlich schon ein wenig ĂĽber die Antike hinaus. Daher findet sich darin auch ein Eintrag zum merowingerzeitlichen Dichter Venatius Fortunatus, der erst um 600 n. Chr. starb. 

Der Verlag spricht hier zwar von "Lexikon", aber die beiden Bücher eignen sich meiner Einschätzung nach vor allem zum Schmökern, denn als praxistaugliche Nachschlagewerk sind sie nicht umfangreich genug. So werden beispielsweise von den hellenistischen Ptolemäer-Herrschern Ägyptens nur die bedeutendsten genannt.

Bedauerlicherweise hat das Lektorat ein wenig geschlafen; z.B. heiĂźt es im Eintrag zu Mucius (2), Publius Scaevola: Konsul 133 v. Chr., unterstĂĽtzte die polit. Reformversuche des Ti. Gracchus [...]. 130 wurde er und starb 115. Was wurde er im Jahr 130 v. Chr.? Hier fehlt ein essenzieller Teil des Satzes! Wobei ich mir freilich zusammenreimen kann, worauf man hier vergessen hat. In besagtem Jahr wurde der Mann nämlich zum Pontifex Maximus gewählt. Wiederum in einem anderen Eintrag hat man das "v. Chr." im einleitenden Satz vergessen, sodass Leser irrtĂĽmlich annehmen könnten, die dazugehörende Zahl und die folgenden beziehen sich auf die Zeit nach Christi Geburt.
Ich kann die Häufigkeit solcher unnötigen Fehler nicht benennen, da ich nicht sämtliche Texte durchgelesen habe, aber die Regel ist dergleichen wohl nicht. Außerdem sind die Artikel selbst inhaltlich durchaus gelungen und allgemein verständlich formuliert. Auf ein Register wurde verzichtet - was mich aber nicht stört.

Im Angesicht der Tatsache, dass die BĂĽcher in einem robusten Hardcover-Einband daherkommen, halte ich den Preis von knapp 17 Euro fĂĽr akzeptabel.

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