Freitag, 6. Januar 2023

📖 Zeitschrift Bayerische ArchĂ€ologie - Heft 4.22: Burgen der Bronzezeit ... und das hirnlose bayerische Schatzregal

In der aktuellen Ausgabe der Heftreihe "Bayerische ArchĂ€ologie" liegt der Themenschwerpunkt auf Burgen der Bronzezeit. Ein, aus meiner Sicht, ĂŒberaus  interessantes Forschungsfeld. Vieles von dem, was wir oft als typisch eisenzeitlich/keltisch betrachten, entwickelte sich nĂ€mlich bereits damals. Aber auch Parallelen zu Festungen im Mittelmeerraum zur Zeit des mythischen Trojanischen Kriegs sind feststellbar (siehe etwa Mykene).
Neben diesem Schwerpunkt werden im vorliegenden Heft noch andere Themen wie der Fund eines frĂŒhmittelalterlichen Klappstuhls sowie das neue bayerische Schatzregal behandelt.
Nachfolgend fasse ich einige dieser Texte zusammen und gebe punktuell meinen Senf dazu ab.


Die erstaunliche Festungsanlage auf dem StÀtteberg

Auf den StĂ€tteberg bei Oberhausen befinden sich die Überreste einer großflĂ€chigen bronzezeitlichen Festungsanlage; der drittgrĂ¶ĂŸten bisher entdeckten vorgeschichtlichen Festungsanlage auf bayerischem Boden. Zu ihrer BlĂŒtezeit im 14. Jahrhundert vor Christus betrug ihre FlĂ€che rund 90 Hektar. Die Anlage besaß an ihrem westlichen Ende sogar eine 5,5 Hektar große  Oberburg ("Akropolis"), die von einer fast 1 Kilometer langen Pfostenschlitzmauer umgeben war. Diese bestand aus bis zu 1,50 x 1 Meter großen Kalksteinbrocken und massiven Holzbalken, die der Stabilisierung und dem Tragen einer hölzernen (möglicherweise ĂŒberdachten) Plattform (Wehrgang) dienten (siehe das Cover-Bild oben). Die entdeckten Überreste der Mauer sind rund 3,30 Meter breit und teilweise noch bis auf eine Höhe von 1,80 Meter erhalten. Die Forscher sehen hier Parallelen zu Ă€hnlichen Bauten im damaligen Mittelmeerrau - Stichwort "zyklopische" Mauern. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Errichtung niemals ohne ein ausgeklĂŒgeltes System aus Hebeln und Rampen hĂ€tte errichtet werden können; sogar FlaschenzĂŒge, die eigentlich erst ab der Römerzeit belegt sein sollen (ich bin mir da nicht so sicher), werden als Möglichkeit in Betracht gezogen. NatĂŒrlich muss ich hier sofort an das Ratespielchen denken, das Ägyptologen hinsichtlich der Errichtung der großen Ă€gyptischen Pyramiden schon seit langer, langer Zeit betreiben; ohne dabei je auf einen grĂŒnen Zweig gekommen zu sein. Der Materialaufwand fĂŒr die Mauer, welche die Oberburg umfasste, ist auch nicht gerade klein gewesen. Berechnet wurden dafĂŒr anhand der archĂ€ologischen Grabungsergebnisse folgende Mengen: 2688 Kubikmeter Lehm, 2002 Kubikmeter grĂ¶ĂŸere Steine, 3489 Kubikmeter kleinere Steine, 744 Kubikmeter Holz (ca. 1130 Eichen). Und - wie gesagt - haben wir es hier nur mit der Mauer der Oberburg zu tun. Das benötigte Baumaterial fĂŒr die wesentlich lĂ€ngere Umwallung der Unterburg ist hier nicht inkludiert. Zwar ist diese Konstruktion einfacher gehalten, aber der Aufwand war insgesamt auch hier immens. Zurecht gehen die Forscher deshalb davon aus, dass eine ausgeklĂŒgelte Organisation vonnöten war, um das Vorhaben zu realisieren. Die Möglichkeiten bronzezeitlicher Gesellschaften nördlich der Alpen sollte man daher nicht unterschĂ€tzen!

Große Mengen Brandlehm lassen den klaren Schluss zu, dass die Anlage auf dem StĂ€tteberg schließlich durch ein gewaltiges Feuer vernichtet wurde. Mit anschließender Schleifung der Mauern. Insgesamt deutet dies stark auf AktivitĂ€ten durch einen Feind hin. Der Zeitpunkt liegt irgendwann zwischen dem 13. und 12. Jahrhundert vor Christus, als interessanterweise auch rund ums Mittelmeer unzĂ€hlige Festungen und StĂ€dte unter oft ungeklĂ€rten UmstĂ€nden zerstört wurden. Zufall? 
Fakt ist jedenfalls, dass zwischen diesen Mittelmeerkulturen und den Herren der bronzezeitlichen Burgen im Alpenraum enge Handelskontakte bestanden. Hat hier eventuell der Zusammenbruch besagter Mittelmeerkulturen auch einige von deren Handelspartnern im Norden irgendwie mit in den Abgrund gerissen? Zuerst wirtschaftlich und in weiterer Folge auch militÀrisch?
Einige Forscher glauben aufgrund archĂ€ologischer Befunde jedenfalls, dass es AnhĂ€nger der aufkommenden Urnenfelderkultur gewesen sein könnten, welche die (vielleicht militĂ€risch geschwĂ€chten) Bewohner des StĂ€ttebergs aus religiösen GrĂŒnden angriffen und ihre Siedlung komplett vernichteten. Das dĂŒrfte all jene ĂŒberraschen, die eine solche Handlungsweis gerne exklusiv den AnhĂ€ngern der wesentlich spĂ€ter entstandenen monotheistischen Religionen ankreiden.


Ein 1400 Jahre alter Klappstuhl als Herrschaftssymbol?

Im MittelfrĂ€nkischen Endsee haben ArchĂ€ologen einen eisernen Klappstuhl/Faltstuhl aus der Zeit um 600 n. Chr. entdeckt. Ein sehr seltener Fund. 
Heutzutage steht ein Klappstuhl normalerweise ja nicht gerade fĂŒr einen gehobene Lebensstil. Vielmehr findet er vor allem als Camping- oder Gartenmöbel Verwendung. Im FrĂŒhmittelalter soll das jedoch anders gewesen sein, glaubt man den ArchĂ€ologen und ihrer Deutungsweise. Dazumal waren aus Metall gefertigte KlappstĂŒhle ein Zeichen fĂŒr Macht und ein Amt, heißt es. Dabei beruft man sich auf auf den Kurulischen Stuhl, ein Attribut, das hohe römische Magistrate kennzeichnete (anders als im Heft geschrieben, gab es KlappstĂŒhle, wie etwa Vasenmalereien bezeugen, allerdings auch schon bei den Alten Griechen und Etruskern; von letzteren dĂŒrften die Römer abgekupfert haben). Diese römischen KlappstĂŒhle bzw. ihr Verwendungszweck sollen Vorlage fĂŒr die frĂŒhmittelalterlichen Exemplare gewesen sein. 

Vielleicht ist das so. Dagegen spricht meiner Meinung nach aber, dass sich die wenigen bisher in Europa ausgegrabenen Exemplare ĂŒberwiegend in FrauengrĂ€bern  befanden. Da man nun freilich aufgrund sĂ€mtlicher anderer Forschungserkenntnisse nicht davon ausgehen kann, dass die damalige Gesellschaft matriarchale ZĂŒge trug, muss man sich von der Vorstellung, diese Frauen seien AmtstrĂ€ger gewesen, wohl rasch wieder verabschieden (auch wenn das Feministische ArchĂ€olog*innen wurmen dĂŒrfte). Ein Zeichen fĂŒr Wohlstand und hĂ€usliche AutoritĂ€t können die StĂŒhle aber allemal gewesen sein. Und selbst wenn sie auch besonders gerne von (mĂ€nnlichen) AutoritĂ€tspersonen im Kontext eines Amtes (z.B. Richter) verwendet worden sind, so ist es sehr gut möglich, dass sie spĂ€ter als ErbstĂŒcke in den FrauengrĂ€bern landeten. Man kennt das auch von anderen GegenstĂ€nden. Zu viel sollte man beim derzeitigen Kenntnisstand jedenfalls nicht hineininterpretieren. 


Do legst di nieda: Politiker drĂŒcken Bayern ein Schatzregal aufs Auge!

Beim sogenannten Schatzregal handelt es sich nicht um ein MöbelstĂŒck, in dem man seine SchĂ€tze verwahren kann. Vielmehr haben wir es hier mit dem altertĂŒmlichen Begriff fĂŒr ein Vorrecht zu tun, das sich die Obrigkeit eines Staates in ihrer Machtvollkommenheit aneignet. FrĂŒher tat dies der König, heute sind es die Vertreter der Parteienkleptokratie, welche sich alle paar Jahre bei sogenannten "Wahlen" einen politischen Blankoscheck geben lassen und die leicht widerlegbare Behauptung aufstellen, sie wĂŒrden grundsĂ€tzlich im Interesse der Bevölkerung handeln (als Ösi darf ich mir diese Kritik noch erlauben, in Deutschland mĂŒsste ich hingegen bei der aktuellen Gesetzeslage wohl schon mit Ermittlungen wegen "Delegitimierung des Staates und seiner Institutionen" rechnen...). 

Nun soll also Bayern - laut einem Gesetzesentwurf - als letztes deutsches Bundesland ein Schatzregal erhalten. Treibende Kraft dahinter war die SPD (was kaum ein Zufall ist, denn erfahrungsgemĂ€ĂŸ sind sehr viele ArchĂ€ologen in dieser politischen Ecke mit tendenziell paternalistischem StaatsverstĂ€ndnis zu verorten; das hat erstens damit zu tun, dass die berufliche Existenz der meisten AusgrĂ€ber sehr stark von staatlichem Handeln abhĂ€ngig ist, und zweitens fĂŒhrt auch ihr relativ langer Aufenthalt im weltanschaulich gleichgebĂŒrsteten Bildungssystem zu einer einschlĂ€gigen Indoktrinierung). Wiederum die regierende CSU ist nun, nachdem sie lange Zeit entsprechende Eingriffe ins Eigentumsrecht kategorisch abgelehnt hat, eingeknickt. 
Die Vertreter der staatsnahen und staatlichen ArchĂ€ologie - sowie deren Groupies - vergießen darob regelrechte Ströme an FreudentrĂ€nen. Lange Zeit hat man schließlich entsprechend bei Parteipolitikern antichambriert und lobbyiert. Die Bevölkerung, die es direkt betrifft, wurde hingegen weitestgehend im Dunklen gelassen und nicht einmal ĂŒber eine ausfĂŒhrliche öffentliche Diskussion in den Entscheidungsfindungsprozess eingebunden. Wohl wissend natĂŒrlich, dass ein auf Enteignung abzielendes Gesetzespaket bei vielen Menschen weniger gut ankommen wird. Genau darum geht es hier aber: Finder von archĂ€ologischen Objekten - und das sind wahrlich nicht nur die gerne vorgeschobenen SondengĂ€nger/"RaubgrĂ€ber" - sollen in gewisser Weise vollautomatisch enteignet werden; bisher war es so, dass den Fund bzw. den daraus generierten finanzielle Ertrag Finder und GrundstĂŒckseigentĂŒmer zu gleichen Teilen erhielten. Zwar verspricht man im neuen Gesetz - orientiert am sogenannten "Verkehrswert" - den besagten Findern und GrundstĂŒckseigentĂŒmern  einen finanziellen "Ausgleich", aber ob das wirklich ein voller ist oder bloß ein gönnerhaft erteiltes Bettel wie in anderen BundeslĂ€ndern, geht fĂŒr mich aus dem veröffentlichten Gesetzestext nicht klar hervor. Ohnehin wird eine allfĂ€llige EntschĂ€digung nur dann schlagend, wenn der Fund einen Wert von 1000 Euro ĂŒbersteigt. Da dies jedoch - der allgemeinen Erfahrung nach - nur selten der Fall ist, darf man hier getrost von vorsĂ€tzlicher TĂ€uschung der unbedarften BĂŒrger sprechen. Will nĂ€mlich heißen, die enteigneten Finder und GrundstĂŒckseigentĂŒmer werden sehr oft leer ausgehen. Außerdem zeigt der Skandal rund um den römischen Bronze-Pferdekopf von Waldgirmes, dass den vom Staat bestellten Gutachtern in Deutschland ohnehin nicht ĂŒber den Weg zu trauen ist (lĂ€cherliche 48.000 Euro wollte das Land Hessen ursprĂŒnglich dem GrundstĂŒckseigentĂŒmer bezahlen, 821.000 (!!!) musste es dann nach einem rund 10jĂ€hrigen Rechtsstreit ĂŒberweisen - was freilich immer noch deutlich unter dem eigentlichen Wert liegen dĂŒrfte, den der gegnerische Gutachter mit ĂŒber eineinhalb Millionen Euro bezifferte). Getrost kann man daher mutmaßen, dass auch in Bayern die ganz wenigen Finder von mehr oder weniger wertvollen Objekten nach Strich und Faden ĂŒbervorteilt werden. Dagegen juristisch durch alle möglichen Instanzen vorzugehen, werden sich viele Betroffene schlicht nicht leisten können; und genau damit rechnen natĂŒrlich die fĂŒr das Schatzregal verantwortlichen Politiker und ihre archĂ€ologischen Souffleusen. Hinzu kommt, dass Finder und GrundstĂŒckseigentĂŒmer fĂŒr die Restaurierungskosten aufkommen sollen, was an Dreistigkeit schwerlich zu ĂŒberbieten ist. Schließlich ist es der Staat, der spĂ€ter die Funde oft genug ĂŒber seine Museen in Form von Ausstellungen und Bildrechten monetarisiert. Auch steht zu Bezweifeln, dass Finder/GrundstĂŒckseigentĂŒmer ein Mitspracherecht bei Art und Umfang der Restauration haben; oder hinsichtlich der Frage, wer die Arbeiten durchfĂŒhrt. Das heißt, es besteht keine Möglichkeit, auf die Kosten Einfluss zu nehmen. Man muss schlicht jede Rechnung bezahlen, die einem der Staat hinknallt.
 
Dreimal dĂŒrfen nun jene, die ihres logischen Denkvermögens noch nicht völlig verlustig gingen, raten, ob das Damoklesschwert des Schatzregals und der Enteignung dazu fĂŒhren wird, dass archĂ€ologische Funde hĂ€ufiger oder weniger hĂ€ufig gemeldet werden ... 🙄. Vergleichende Untersuchungen, wie sie etwa der ArchĂ€ologie-Professor Reimund Karl publiziert hat, lassen jedenfalls sehr stark letztere Entwicklung befĂŒrchten. Und illegale AktivitĂ€ten mit Metallsonden wird man damit auch nicht verhindern können - wie andere BundeslĂ€nder bestens belegen.

Die Erfinder dieses Schatzregals sind offensichtlich bornierte Etatisten, die glauben, in der Bodendenkmalpflege wĂ€re grober Undank ein geeignetes Mittel zur HerrschaftsausĂŒbung. Der wissenschaftliche Schaden, der hier im Laufe der Jahre durch abnehmende Fundmeldungen bzw. steigende Fundunterschlagungen akkumuliert werden wird, kann meiner Meinung nach gar nicht groß genug eingeschĂ€tzt werden. 
Da passt es ĂŒbrigens gut ins Bild, dass derselben unheiligen Allianz aus merkbefreiten Pseudo-DenkmalschĂŒtzern und strohdummen Parteipolitikern in einem weiteren Artikel des vorliegenden Hefts glaubhaft attestiert wird, zum x-ten Mal fĂŒr die Zerstörung wertvoller historischer Bausubstanz maßgeblich mitverantwortlich zu sein. In Kronach lĂ€sst man nĂ€mlich das letzte FlĂ¶ĂŸerhaus - welches ca. 1820 errichtet wurde - vor aller Augen vergammeln. Engagierten BĂŒrgern, die es retten wollten, warf man KnĂŒppel zwischen die Beine. Was fĂŒr unertrĂ€gliche Wappler hier z.T. im Hintergrund aktiv waren, sprengt das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen. Beizeiten möge bitte das Karma ein paar krĂ€ftige Arschtritte verteilen!

—————–

WeiterfĂŒhrende Informationen:


18 Kommentare:

  1. Also echter Ansporn, einen Fund zu melden, ist das Gesetz schon alleine deshalb nicht, weil der Finder im Vorhinein ja meistens nicht weiß, ob sein Fund in den entschĂ€digungspflichtigen Bereich fĂ€llt oder nicht. Viele werden deshalb vorsichtig sein und es lieber fĂŒr sich behalten.
    Die Frage, ob wirklich voll entschĂ€digt wird, wĂŒrde mich auch brennend interessieren. Du hast recht, dass das nicht klar ist. Wer fĂŒhrt außerdem die Bewertung durch? Ein staatlich Bediensteter? Dann ist von vornherein klar, dass der lieber zu Gunsten des Staates entscheidet.

    Gero

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt schon, es werden die Beamten aber strikt bestreiten, dass sie ein Artefakt nicht neutral finanziell bewerten wĂŒrden.
      T.T.

      Löschen
    2. Alleine der Anschein der Befangenheit muss vermieden werden. In England wird deshalb im Rahmen des Treasure Acts das Taxieren von wirklich unabhÀngigen Gutachtern vorgenommen.

      Löschen
  2. Quasi ein "Schasregal". ;-)
    GrĂŒĂŸe aus Niederösterreich

    AntwortenLöschen
  3. Man darf hier auch nicht die hÀufige Diskrepanz zwischen finanziellem und wissenschaftlichem Wert eines Objekts vergessen. Etwas kann finanziell wertvoll, aber wissenschaftlich wertlos sein - oder umgekehrt.
    In einigen Bundeslndern wird meines Wissens deshalb nach aufgrund des Wissenschaftlichen Werts beschlagnahmt.

    Rigo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, z.T. ist das zutreffend. Wobei die Behörden finanziell wertvolle Funde - wie MĂŒnzen - sehr gerne auch zu wissenschaftlich wertvollen Funden erklĂ€ren, um sie einziehen zu können. Dass das aber nicht zulĂ€ssig ist, wurde in Deutschland mittlerweile gerichtlich bestĂ€tigt.

      Löschen
  4. Das Thema der bronzezeitlichen Burgen macht das Heft fĂŒr mich zur klaren Kaufempfehlung.

    Die Tollense-Schlacht ist ja - quasi mir zuliebe - schon um 800 Jahre vordatiert worden. Auch meine These vom (erfolgreichen) RaubĂŒberfall auf eine Handelskarawane bzw. einen Hochsicherheitstransport* ist nun mittlerweile Stand der Forschung.
    (*Das MĂ€dchen von Egdvet[???], eine aufwĂ€ndig bestattete 16-JĂ€hrige, wurde ja im ÖRR als eine Art allein reisende Rucksacktouristin dargestellt... Haha.)

    Meine These aber, die Krise um 1.200 vor Chr. sei eine FOLGE der Tollenseschlacht und der damit verbundenen Unterbrechung "globaler" Lieferketten - schwer bewaffnete Karawanen mit dem Gegenwert der am Mittelmeer benötigten Metalle konnte sicher nicht jeder sofort aufstellen - wird dagegen zu meinen Lebzeiten wohl kein Mainstream mehr werden...
    [*TrÀnchen wein'*]
    Also versuche ich sie privat fĂŒr mich zu verifizieren. Hoffentlich werden meine TrĂ€nchen nicht mehr... ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach du warst das?! :)

      Meine These aber, die Krise um 1.200 vor Chr. sei eine FOLGE der Tollenseschlacht und der damit verbundenen Unterbrechung "globaler" Lieferketten ...
      Das ist sozusagen die rĂ€umliche 180-Grad-Drehung meiner ins Blaue getĂ€tigten Überlegung oben. :)
      Aber warum nicht!? Wer weiß schon, was damals sonst noch fĂŒr Schlachten im Norden tobten? Schon möglich, dass das stĂ€rkere Auswirkungen in den SĂŒden entfaltet hat. Es hĂ€ngt wohl sehr davon ab wie stark der Anteil der importierten Bronze bzw. ihrer Legierungsmetalle aus Mittel und Nordeuropa z.B. im mykenischen Griechenland war. Ich habe dahingehend freilich keine Ahnung.

      Löschen
    2. Es hies ja, dass Bronze damals knapp geworden sein soll (bzw. Lieferungen ausblieben). Da sehe ich zunĂ€chst keinen Zusammenhang mit den Ernteeinbußen durch die KlimaabkĂŒhlung.

      Wenn nun aber ein paar Not leidende Sippenchefs auf die geniale Idee verfallen wĂ€ren, ihre fehlenden EinkĂŒnfte mittels der durch Metallhandel reich gewordenen Nachbarn zu substituieren...

      Dominique Görlitz ist sicher anderweitig beschÀftigt. Aber wenn du ihn irgendwann mal interviewen solltest, erwÀhne doch bitte, dass in deinem Blog irgendwer absurde Thesen zum Zusammenbruch des spÀtbronzezeitlichen Metallhandels verbreitet - ob er dazu etwas sagen könne.
      Denn wenn sich jemand mit bronzezeitlichen Warenströmen auskennt, dann sicher Herr Görlitz.

      Löschen
    3. Görlitz könnte dazu sicher einiges an Wissen beisteuern. Wenn sein nĂ€chstes großes Abora-Reiseprojekt startet, werde ich ihn vorher um ein Interview bitten. Kann aber noch dauern.

      Löschen
  5. PS: Ich wĂŒnsche ein gutes neues Jahr!

    AntwortenLöschen
  6. Als leidgeplagte Restauratorin habe ich mein Vertrauen in den deutschen Denkmalschutz schon vor langer Zeit verloren. Der ist total korrumpiert, weil von politischen Interessen beeinflusst. Was geschĂŒtzt wird und was nicht, wird nach Gutsherrenart entschieden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das entspricht leider auch meiner Wahrnehmung.

      Löschen
    2. Denkmalpfleger oder einfach nur genuine Idioten und korrupte Parteisoldaten, die sich von Immobilienfinanzierern sponsern lassen?
      S.Linde

      Löschen
  7. Dass sich ausgerechnet die SPD fĂŒr den Schutz von KulturgĂŒtern ins Zeug legt, finde ich verwunderlich. Weil es war doch die SPD-Politikerin Aydan Özoguz, die erklĂ€rt hat, dass es abseits der Sprache keine deutsche Kultur gibt. Die Frau wurde fĂŒr diesen Kulturnihilismus von ihrer Partei nie zur Ordnung gerufen, weshalb davon auszugehen ist, dass die SPD insgesamt diese Meinung vertritt.
    GrĂŒĂŸe
    Butros

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die SPD ist gemeinsam mit den GrĂŒnen auch vorne mit dabei, wenn es darum geht, den Denkmalschutz punktuell zugunsten irgendwelcher Solar- und Windradverschandelungen auszuhebeln. In diesem bayerischen Gesetzespaket ist genau das enthalten. Doppelte MaßstĂ€be!
      Gero

      Löschen
  8. In Österreich gibt es auch noch jede Menge bronzezeitliche Wallanlagen, die eigentlich viel nĂ€her untersucht werden mĂŒssten. Ich vermute dahinter z.T. Ă€hnliche Bauwerke wie das vom StĂ€tteberg. Zusammengefallen und ĂŒberwuchert sehen diese Mauern eben oft aus wie einfache ErdwĂ€lle . Sie sind es aber oft nicht!

    AntwortenLöschen

Kommentare werden entweder automatisch oder von mir manuell freigeschalten - abhÀngig von der gerade herrschenden Spam-Situation und wie es um meine Zeit bestellt ist.