Vor ziemlich genau neun Jahren, habe ich hier im Blog die deutsche Übersetzung des antiken Werks Taktiken / Taktika besprochen. Das bei Marix (Verlagshaus Römerweg) erschienene Buch hat damals um die 15 Euro gekostet (ich persönlich habe gar nichts dafür bezahlt, weil es ein Rezensionsexemplar gewesen ist).
Zufälligerweise bin ich dann kürzlich bei Amazon über dieses mittlerweile vergriffene Buch gestolpert und konnte meinen Augen nicht trauen. Gebraucht kostet das Ding dort 104,30 Euro! Das Siebenfache!
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| Quelle: Amazon.com |
Hmm, dachte ich mir, ist das ein preislicher Ausreißer? Also ging ich auf die Website ZVAB.com (Zentralverzeichnis antiquarischer Bücher) und siehe da, auch dort ist es nur unwesentlich günstiger zu haben, nämlich für 94,90 Euro - plus den hohen Versandkosten von 9 Euro (vielleicht ist das sogar der selbe Verkäufer, ich habe es nicht nachgeprüft).
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| Quelle: zvab.com |
Dieses Phänomen, dass gerade Übersetzungen von eher weniger bekannten antiken Texten im Antiquariat preislich enorm steigen können, ist mir freilich schon lange bekannt. Ich habe damit auch schon selbst den einen oder anderen Euro verdient. Wenn ich allerdings geahnt hätte, was in diesem konkreten Fall für Gewinnmargen vorhanden sind, dann hätte ich in den letzten Jahren statt in ein paar "Philharmonikern" lieber in einen Karton voll mit Exemplaren dieses Buchs investiert 😉.
Wobei solche Spekulationen nicht ohne Risiko sind. Entscheidet sich beispielsweise der Verlag plötzlich, eine Neuauflage herauszubringen, dann schaut man in die Röhre. Mehr noch, man könnte kräftige Verluste machen, vor allem wenn es eine sogenannte verbesserte Neuauflage ist, die dann von vielen Käufern bevorzugt wird. Also sollte man nicht zu gierig sein und lieber versuchen, das Ding für weniger Gewinn etwas rascher zu verkaufen.
Im konkreten Fall gibt es auf der Verlagsseite tatsächlich die Möglichkeit, das Buch für vergleichsweise moderate 20 Euro "vorzubestellen". Das heißt, eine Neuauflage ist geplant. Irgendwann werden hier die Preise im Antiquariat also tatsächlich einbrechen. Allerdings ist dieser spezielle Verlag nicht bekannt dafür, Ankündigungen besonders schnell umzusetzen, wie ich feststellen musste, nachdem es etliche Jahre gedauert hat, Gregor von Tours' "Zehn Bücher Geschichten" (ein selten blöder Titel) zu veröffentlichen.
Da fällt mir ein, dass ich dieses extrem bedeutsame Quelle des Frühmittelalters eigentlich schon längst hier im Blog besprechen wollte...
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Bei so etwas eröffnen sich für Verlagsmitarbeiter mit Insiderinformationen und Zugang zu Restbeständen gute Gelegenheiten zum Geldmachen.
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