Mittwoch, 16. Mai 2018

Krimskrams: Was haben die Himmelsscheibe von Nebra und der Schild des Achilles gemeinsam? -- Neue Lucullus-Biographie -- Abdruck von Rennpferd in Pompeji entdeckt



Was haben die Himmelsscheibe von Nebra und der Schild des Achilles gemeinsam?

In Homers Epos Ilias heißt es über die Bemalung von Achilles' Schild, den der Sage nach der Schmiedegott Hephaistos angefertigt hatte:

Und fünf Schichten hatte der Schild selbst, aber darauf dann machte er viele kunstvolle Bilder mit kundigem Sinne. Auf ihm schuf er die Erde und auf ihm das Meer und den Himmel. Und die Sonne, die unermüdliche, und auch den Vollmond. Auf ihm all die Gestirne, mit denen der Himmel umkränzt ist: Die Plejaden, Hyaden sowie auch die Kraft des Orion. Und die Bärin, die auch mit dem Namen Wagen benannt wird; sie kreist um sich selbst und späht zum Orion hinüber [...].
Homer, Ilias, 18. Gesang, 480-490 (Übers.: Roland Hampe)

Beim Lesen dieser Stelle wurde ich stutzig. Woher kam mir ein guter Teil der beschriebenen Ansammlung von Himmelsobjekten nur so bekannt vor? Dann fiel es mir ein: Von der bronzezeitlichen Himmelsscheibe von Nebra natürlich. Mond, Sonne (vielleicht aber auch Vollmond) und Plejaden (bezeichnenderweise "Siebengestirn" genannt), sind auch darauf mit einiger Wahrscheinlichkeit zu identifizieren. Beim Rest bedarf es freilich viel Phantasie.

Zufall? Gut möglich, denn schließlich handelt es sich um besonders prominente Objekte am Himmel, die in verschiedenen Kulturen völlig unabhängig voneinander eine gewisse religiöse und mythologische Bedeutung erlangt haben können; nicht zu vergessen ihr praktischer Nutzen für die Landwirtschaft, wie beispielsweise schon aus Hesiods Lehrgedicht "Werke und Tage" hervorgeht.
Vielleicht steckt hinter dem parallelen Auftreten dieser speziellen 'Versammlung' auf der Himmelsscheibe und dem Schild des Achilles aber auch mehr. Jedenfalls lohnt es sich, darüber genauer nachzudenken und nach weiteren ähnlichen Beispielen Ausschau zu halten.

Apropos Himmelsscheibe: Dazu werde ich in den kommenden Monaten noch ein Buch von der Archäologin Iris Newton besprechen.

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Neue Lucullus-Biographie


Jemand, der weiß, dass eines meiner Lieblingsthemen die späte Römische Republik ist, hat mich schon im vergangenen Jänner auf eine neue Biographie aufmerksam gemacht, in der es um das Leben und die Feldzüge des Lucius Licinius Lucullus geht. Dieser Mann ist heute vor allem für seine Gelage und Schlemmereien bekannt - siehe das sprichwörtliche "lukullische Mahl"! Das aber ist eine völlig falsche Gewichtung, die Lucullus überhaupt nicht gerecht wird, denn er war vor allem ein hochbegabter Militär, Politiker und Verwalter, der es verdient, in einem Atemzug mit Leuten wie Pompejus und Caesar genannt zu werden. Erst an seinem Lebensabend hat Lucullus damit begonnen, die Früchte seines abenteuerlichen, aber auch gewinnbringenden Lebens in vollen Zügen zu genießen. Den Untergang der Republik zu erleben, war ihm erspart geblieben, da er wenige Jahre zuvor starb.

Weil es das besagte Buch - "Lucullus: The Life and and Campaigns of a Roman Conqueror" - nur in englischer Sprache gibt, habe ich beim zuständigen Verlag in London nachgefragt, ob in absehbarer Zeit auch eine deutsche Veröffentlichung geplant ist. Doch leider, bisher sind die Rechte noch an keinen deutschen Verlag verkauft worden. Man arbeitet aber daran, hieß es. Hoffentlich wird daraus etwas, denn eine aktuelle Biographie über Lucullus in deutscher Sprache zu haben, ist meiner Ansicht nach schon lange überfällig.

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Abdruck von Rennpferd in Pompeji entdeckt

In einem bebilderten Zeitungsbericht wird vom (Gips-)Abdruck eines römischen Rennpferdes berichtet. Das Tier war beim Vesuvausbruch des Jahres 79 n. Chr. in einer Landvilla in der Nähe von Pompeji umgekommen. Die Entdeckung nimmt man nun zum Anlass für weitere Grabungen auf dem betreffenden Areal: Klick mich

Mein Senf dazu: Anstatt neue 'Baustellen' zu eröffnen, sollten die Italiener lieber einmal die Konservierung der bisherigen Ausgrabungen in Pompeji auf die Reihe bekommen. Die dabei seit zig Jahrzehnten an den Tag gelegte Nachlässigkeit geht nämlich auf keine Kuhhaut mehr.
Man darf gespannt sein, ob die neue, aus z.T. 'unkonventionellen' Parteien bestehende Regierung Italiens hier eine Verbesserung herbeiführt. Ich hege da freilich nicht viel Hoffnung und tippe darauf, das weitergewurschtelt wird wie bisher.

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Kommentare:

  1. Den Wagen erkenne ich auf der Himmelsscheibe vermutlich auch. Er beginnt mit dem Stern über den Plejaden, geht weiter mit dem Stern weiter rechts daneben und dann runter zum obersten Stern in der Mondsichel. Dann geht es zum Stern links, dann zum Stern darunter usw.
    Richtig erkannt?

    Flo

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