Dienstag, 26. Juni 2018

Krimskrams: Akrotiri - besser als Pompeji?

Ich würde ja normalerweise nicht mit dem Billigflieger abheben, aber in dem folgenden Fall ...
Ryanair ist nämlich nicht nur wesentlich günstiger als die Konkurrenz, sondern man ist mit der irischen Fluglinie von Wien aus auch deutlich schneller auf der griechischen Insel Santorin. Da ich öffentliche Verkehrsmittel (ich zähle dazu auch Linienflugzeuge) grundsätzlich nicht besonders mag (dergleichen ist laut Homer Simpson "nur was für Penner"), bin ich stets bemüht, sie im Fall des Falles so kurz wie möglich zu verwenden. 😊

Quelle: Google 

Was gibts auf Santorin zu sehen? Meer und Strand sind es jedenfalls nicht, die mich dorthin locken (das findet man schließlich anderswo auch), sondern vielmehr würde ich gerne (im Herbst) Akrotiri besuchen, eine faszinierende archäologische Ausgrabungsstätte, wo unter großräumigen Überdachungen Teile einer von Vulkanasche und Schlamm verschütteten bronzezeitlichen Stadt (unbekannten Namens) besichtigt werden können (Stichwort "Minoische Eruption").
Die für Akrotiri gelegentlich verwendete Bezeichnung "Pompeji der Ägäis" ist absolut gerechtfertigt, denn teilweise haben sich bis zu zwei Stockwerke der Gebäude erhalten. Daneben fanden Archäologen auch das dazugehörende Inventar. Sogar organische Materialien haben die Jahrtausende überdauert.

Mir scheint übrigens das Konzept der Konservierung und Präsentation im Fall von Akrotiri wesentlich besser als beim italienischen Pompeji zu sein - siehe die nachfolgenden Bilder!

Akrotiri - das überdachte Ausgrabungsgelände/Museum von oben | Quelle: Google Maps
Akrotiri - Präsentation der Ausgrabung | Urheber: Stegastro001.jpg | Quelle: Wikimedia.org
Akrotiri  - Präsentation der Ausgrabung | Urheber: Olaf Tausch | Lizenz: Creative-Commons-Lizenz 3.0 | Quelle: Wikimedia.org

Kommentare:

  1. Ich war zwischen 1989 und 2012 insgesamt vier Mal in Pompeji (+Herculaneum). Der Verfall alleine in diesem vergleichsweise kurzen Zeitraum ist immens und nicht zu übersehen.

    Leider ist Pompeji konservatorisches Stückwerk, das im Laufe von 200 Jahren entstanden ist. Ein vernünftiges Gesamtkonzept hat man eigentlich bis heute nicht entwickelt. Stattdessen greift man dort ein, wo der Verfall gerade am akutesten ist. Aber kaum ist man damit fertig, bröckelt es schon an einer anderen Stelle.

    Pompeji ist eine Dauerbaustelle, die Unsummen verschlingt, ohne dass der Verfall wirklich gestoppt werden kann. Deshalb ja, das in Akrotiri verfolgte Konzept ist wesentlich besser. Dort hat man nicht mehr ausgegraben, als man adäquat schützen kann. Ich würde mir das auch gerne einmal aus nächster Nähe ansehen.

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    1. Leider wahr, das Herumgepfusche in Pompeji ist nicht leicht mit anzusehen. Von dem für unsinnige Maßnahmen verbratenen Geld (siehe etwa beim Amphitheater) ganz zu schweigen.

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  2. Die Idee, gleich ganze Straßenzüge zu überdachen, finde ich klasse!
    Warum aber hört und sieht man von diesem Grabungsplatz so wenig in den Medien? Das ist doch schade!

    LG
    Britta

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    1. Auf das Museum bin ich auch nur durch Zufall gestoßen, weil es in einem Buch, das ich gerade lese, erwähnt wird. Dort steht außerdem, dass die schöne Überdachung - oder zumindest die Vorgängerkonstruktion - schon mindestens zweimal zusammengekracht ist ;)

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