Freitag, 21. Juni 2019

­čôŻ️ Videos: Das Felsenheiligtum von Yaz─▒l─▒kaya und das Verst├Ąndnis der Hethiter f├╝r Astronomie



Einige Leser werden sich bestimmt noch an mein Interview mit dem Geoarch├Ąologen Eberhard Zangger erinnern - Stichwort "Intrigenstadtl Troja-Forschung". Zangger forscht seit vielen Jahren zur sp├Ątbronzezeitlichen Geschichte des ├Âstlichen Mittelmeerraums, mit Schwerpunkten auf dem etwas mysteri├Âsen Volk der Luwier sowie den legend├Ąren Hethitern, die der Forschung ebenfalls noch manch R├Ątsel aufgeben. Dazu z├Ąhlt beispielsweise Yaz─▒l─▒kaya in der T├╝rkei. Diesem weitr├Ąumigen Felsenheiligtum widmete sich Eberhard Zangger gemeinsam mit der Astronomin Rita Gautschy seit einiger Zeit und stellte k├╝rzlich die daraus hervorgegangenen Forschungsergebnisse vor. Darin offenbart sich ein durchaus erstaunliches Verst├Ąndnis der Hethiter f├╝r astronomische Vorg├Ąnge. So soll es f├╝r sie beispielsweise von gro├čer Bedeutung gewesen sein, Mondfinsternisse vorherzusagen, da sie glaubten, diese k├Ânnten sich negativ auf ihren Herrscher auswirken. 

Das erste der beiden folgenden Videos gibt hinsichtlich der Anlage von Yaz─▒l─▒kaya - die als Lunisolarkalender interpretiert wird - einen sch├Ânen visuellen ├ťberblick und f├╝hrt in das Thema ein. Das zweite Video ist ein vertiefender Vortrag, in dem Eberhard Zangger gleich eingangs erkl├Ąrt, dass er f├╝r seine Forschungsergebnisse Zustimmung von Astronophysikern bzw. renommierten astronomischen Fachzeitschriften erh├Ąlt, aber weniger von Arch├Ąologen. Was, wie ich finde, die Sache umso spannender macht; wobei noch erw├Ąhnt sei, dass der offizi├Âsen Arch├Ąologie des bronzezeitlichen Mittelmeerraums ja eine gewisse Borniertheit nachgesagt wird.

Hittite Yazilikaya - A Lunisolar Calendar | Spieldauer 3 Minuten | Youtube/Luwian Studies | Stream & Info


 Vortrag von Eberhard Zangger: The Sun, the Moon, and the Stars as seen by Hittites and Luwians | Spieldauer 60 Minuten | Youtube/Luwian Studies | Stream & Info


—————–


Kommentare:

  1. Dass sich Wissenschaftler "affektiv" gegen andere Wissenschaftler sperren, wenn die in ihrem Fachgebiet wildern, ist leider nicht neu.
    QX

    AntwortenL├Âschen
  2. Ich m├╝sste l├╝gen, wenn ich behaupten w├╝rde, dass ich bei den Ausf├╝hrungen zu 100 Prozent mitkomme, aber sehr interessant ist das schon und man stellt sich die Frage, wie viele solcher alten Anlagen es noch gibt, deren Funktionen die Forscher lange Zeit fehlgedeutet oder ├╝bersehen haben? Als Arch├Ąologe fehlt einem schlie├člich das tiefergehende astronomische Wissen. Mehr interdisziplin├Ąre Forschung kann deshalb nicht schaden.

    AntwortenL├Âschen
  3. Solche Kultorte und astronomischen Beobachtungspl├Ątze im Nahen Osten waren oft schon lange vor ihrer Versch├Ânerung und ihrem Ausbau in der Bronze- und Eisenzeit in Verwendung. Viele reichen bis in die Jung- oder sogar Mittelsteinzeit zur├╝ck.
    Deshalb ist es gut m├Âglich, dass auch im geschilderten Fall die Hethiter auf bereits Vorhandenem aufbauten.

    AntwortenL├Âschen