➽ Deutschland verliert Grabungsexperten | Spieldauer 6 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
Soso,"GrabungstechnikerINNEN" gibt es also demnĂ€chst ein paar weniger in Deutschland. Total tragisch! Doch wenn hier ein Mangel an archĂ€ologischem Personal behauptet wird, dann ist das eine Halbwahrheit und somit Blödsinn. Warum? Ganz einfach: Es werden in Deutschland mehr als genĂŒgend ArchĂ€ologen ausgebildet; und auch ArchĂ€ologen beherrschen, das sollte man doch meinen, das wissenschaftlich korrekte Ausgraben und das Dokumentieren. Tja, das Problem dabei ist aber ein ganz anderes - und davon erzĂ€hlt dieser Typ im muffigen Talar aufgrund ideologischer Vernageltheit natĂŒrlich nichts: Die Mehrheit der ArchĂ€ologiestudenten sind mittlerweile Frauen. Und - im Gegensatz zu MĂ€nnern - ist Frauen tendenziell die sogenannte "Work-Life-Balance" wichtiger; das ist allgemein bekannt und empirisch durch unzĂ€hlige Untersuchungen belegt. Entsprechend weniger wollen Frauen (im Durchschnitt) der archĂ€ologischen Knochenarbeit (Achtung, doppelter Wortsinn!) als Vollzeitjob ĂŒber viele Jahre hinweg nachgehen. Und ich sauge mir diese Erkenntnisse nicht aus den Fingern, sondern das haben mir mĂ€nnliche und weibliche (!) ArchĂ€ologen im Laufe der Jahre aus ihrem beruflichen Alltag mehrmals verĂ€rgert berichtet. Da heiĂt es dann auch explizit, dass besonders die angehenden ArchĂ€ologinnen heutzutage oft körperlich zu wenig belastbar sind und diese jungen Frauen in Wirklichkeit die archĂ€ologische Feldarbeit als notwendiges Ăbel betrachten, um dann spĂ€ter einen BĂŒrojob im Museum oder sonst wo zu bekommen. Niemanden sollte diese AttitĂŒde im Ăbrigen ĂŒberraschen. Man hat ja auch noch nie davon gehört, dass Feministinnen Quoten fĂŒr Jobs fordern, in denen manuell hart gearbeitet wird. Nein, es geht immer nur darum, sich die Rosinen aus dem Kuchen zu picken. In der ArchĂ€ologie ist das nicht anders (wobei natĂŒrlich auch unter den mĂ€nnlichen ArchĂ€ologen genĂŒgend solche anzutreffen sind, die lieber eine ruhige Kugel in einem Museumsmagazin schieben wollen, anstatt ihre HĂ€nde mit Schmutz zu besudeln - das verschĂ€rft den punktuellen "FachkrĂ€ftemangel" zusĂ€tzlich).Eines noch: Es ist schon köstlich, wie sich der gendernde Hochschul-Heini in diesem Interview zu winden beginnt, als der Moderator insistiert, die Hauptverantwortlichen (=Politiker, Uni-Leitung) fĂŒr das Liquidieren der Grabungstechniker-StudienplĂ€tze in Berlin zu kritisieren. Aber genau solche Individuen wie dieser Herr, die anscheinend einen Gartenschlauch als RĂŒckgrat haben, sind es dann ĂŒblicherweise, die sich moralisch ĂŒber ihre VorgĂ€nger erheben, weil die in den 1930ern und 1940ern nicht bereit waren, als WiderstandskĂ€mpfer ihre Haut zu Markte zu tragen.
➽ Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten? | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info
➽ VerrĂ€terische Pfeilspitzen: ArchĂ€ologie-Spezial (1) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ VerrĂ€terische FuĂspuren | ArchĂ€ologie-Spezial (2) | Spieldauer 28 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ VerrĂ€terische Handys | ArchĂ€ologie-Spezial (3) | Spieldauer 25 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
➽ Florian Huber – Schiffswracks auf dem Meeresgrund | Spieldauer 24 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
➽ Schamanin von Bad DĂŒrrenberg hatte Federn im Grab | Spieldauer 1 Minute | MDR | Stream & Info
Es ist ĂŒbrigens völlig unbewiesen, dass es sich bei der Verstorbenen um eine Schamanin handelt. Das ist lediglich eine Hypothese, mit der Harald Meller und sein Museum in Halle erst seit relativ kurzer Zeit hausieren gehen. Weil es wahrscheinlich die Besucherzahlen steigern soll, aber auch eine feministisch-zeitgeistige Intention ist dahinter nicht auszuschlieĂen. Es ist jedenfalls völlig unwissenschaftlich, diese bloĂe Interpretation wie eine Tatsache hinzustellen.
—————–
ArchĂ€ologe hier. đ
AntwortenLöschenWir machen bei unseren Studierenden, die z.B. bei Lehrgrabungen eingesetzt werden, frĂŒhestmöglich "Belastungstests". Wer die körperliche Arbeit nicht durchsteht oder sich gar drĂŒcken möchte, dem legen wir nahe, rasch das Fach zu wechseln. Ich bin hier konsequent beim Aussieben, sonst kommt es genau zu diesem tatsĂ€chlich existierenden Effekt, den du beschreibst.
Die abnehmende Leistungsbereitschaft gibt es ja tatsĂ€chlich. Ich bin seit 1992 mit dabei und kann mich nur wundern, wenn ich Vergleiche mit heutigen Studierenden anstelle. Viele wissen leider nicht, worauf sie sich einlassen und wollen nur die Studienzeit möglichst angenehm ĂŒber die Runden bringen, um dann in eine fachfremde Branche abzuspringen. Den Professoren an den Unis ist das insgeheim oft egal, denn ihre eigenen Jobs werden primĂ€r durch möglichst viele StudienplĂ€tze gesichert. FĂŒr sie ist es also unerheblich, ob die Graduierten in der ArchĂ€ologie bleiben oder nicht. Inwiefern dieses nicht sehr zielgenaue Ausbildungsystem den Steuerzahlern auf Dauer zumutbar ist, wird man sich aber fragen mĂŒssen.
"Wir machen bei unseren Studierenden, die z.B. bei Lehrgrabungen eingesetzt werden, frĂŒhestmöglich "Belastungstests""
LöschenGute Idee, ich habe dergleichen auch schon von einem anderen ArchÀologen gehört.
"Inwiefern dieses nicht sehr zielgenaue Ausbildungsystem den Steuerzahlern auf Dauer zumutbar ist, wird man sich aber fragen mĂŒssen."
Das ist eigentlich unzumutbar. Noch dazu, weil Studenten nach wie vor tendenziell aus Familien kommen, die ĂŒber ein ĂŒberdurchschnittliches Einkommen verfĂŒgen (ich gehe jede Wette ein, dass in einem Orchideenfach wie der ArchĂ€ologie, solche Personen besonders stark vertreten sind). Die Alleinerziehende, der Mindestpensionist und der ausgebeutete Lieferdienstmitarbeiter dĂŒrfen dann diesem Schnöselnachwuchs mit ihren Steuern eine völlig sinnlose Ausbildung bezahlen.