
➽ Mächtige Frauen der Frühbronzezeit | Spieldauer 9 Minuten | Landesmuseum für Vorgeschichte Halle | Stream & Info
Wenn man aufgrund reichhaltiger Grabbeigaben oder Hortfunde zwingend auf die Macht einer Frau schließt, dann veranschaulicht das die intellektuelle Abgesandeltheit von Teilen der archäologische Wissenschaft. Hier ein Vergleich, um die Problematik besser verstehen zu können: Die Ehefrau des gegenwärtigen US-Präsidenten hat Geld wie Heu, kann sich mit teuren Klunkern behängen und von Goldlöffeln essen. Hat sie deshalb aber politische Macht? Wird sie dadurch gar zur Herrscherin der USA? Man stelle sich nun einmal vor, in 3000 Jahren würden Archäologen genau solche Schlüsse ziehen, bloß weil sie mit den Gebeinen dieser Frau irgendwelche Wertgegenstände in Verbindung bringen können. ^^
➽ Homers Epos: Popkultur der Antike | Spieldauer 16 Minuten | arte | Stream & Info
➽ Mittelalterliche Funde in Nürnberg | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info
Natürlich, wieder mal eine archäologische "Sensation", wenn auch nur eine kleine. Ebenfalls sensationell ist die leitende Archäologin mit ihrer schlecht sitzenden Kopfbedeckung à la Bolschewiki-Anführer 😄.
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Gibt's diese abendlichen Laberrunden mit Tralalala-Themen also immer noch im deutschen Fernsehen... Ich schaue ja seit ca 12 Jahren kein lineares Fernsehen mehr, aber anscheinend hat sich nicht viel in diesem Zeitraum verändert. Selbst die Moderatoren sind immer noch die selben. Nur älter schauen sie mittlerweile aus. Viel älter...
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Hallo,
AntwortenLöschenich lesen deinen Blog schon viele Jahre und möchte einmal danke sagen. Du bringst Archäologie und Geschichte gut rüber. Ich bin nicht vom Fach und schätze vor allem immer die Linksammlungen.
In diesem Post ist mir eine Sache bei deinem Kommentar zu den mächtigen Frauen aufgefallen: Du zweifelst die Aussage an, dass man von Reichtum auf politische Macht schließen könne. Allerdings habe ich in dem Video nichts von "politischer Macht" gehört. Der Mann hat lediglich gesagt, dass man bei den Funden von einer reichen Frau ausgehen kann. Der Machtbegriff steht für mich für die Fähigkeit, dass man seinen Willen durchsetzen kann. Insofern kann ich auch mächtig sein, ohne zwingend politischen Einfluss haben zu müssen (was auch immer politischer Einfluss in der Bronzezeit bedeuten mag, da kenne ich mich nicht aus). Dafür bietet auch Melania T. einige prominente Beispiele.
Beste Grüße,
Sascha Zimmermann
Hallo Sascha,
Löschenbei Meller und Co gehe ich persönlich davon aus, dass sie in einem Kontext wie diesem (siehe auch der sicher nicht zufällig gewählte Video-Titel) immer auch politische Macht meinen. Denn es ist in der Ur- und Frühgeschichtsforschung seit Jahren der Trend festzustellen, Frauen - über die im Video zu sehende Schiene des materiellen Reichtums - als politische Machtfaktoren zu etablieren.
Hinzu kommt, dass nicht bekannt ist ob bzw. in welchem Ausmaß es sich bei Beigaben und Hortfunden überhaupt um den persönlichen Besitz von Frauen gehandelt hat. Das Zeug könnte - ganz oder teilweise - auch dem Ehemann gehört haben. Daher: Selbst wenn man Mellers Aussage rein so interpretieren würde, dass die Verfügungsgewalt über Besitz bereits "Macht" ist, so bleibt das hier trotzdem Herumraterei. Wird aber dergleichen ständig von 'Experten' wiederholt und von den Massenmedien unkritisch an die Bevölkerung durchgereicht, dann verfestigt sich ein Bild, das nicht auf beweisbaren Tatsachen beruht, sondern vor allem auf dem Autoritätsfehlschluss und dem "mere exposure effect".
Viele Grüße
Und danke fürs Lob!
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