Mittwoch, 28. November 2012

Luftbildarchäologie, Bewuchsmerkmale und mehr - Teil 1

Die Vogelperspektive bzw. Luftbildarchäologie, kann beim Auffinden größerer Überbleibseln unserer Vorfahren überaus hilfreich sein. Die Grafik veranschaulicht, was ich damit meine; Gräben und Mauerreste können sich positiv oder negativ auf den Wuchs von Nutzpflanzen auswirken. 
In Gräben sammelt sich im Laufe der Jahrhunderte mit Nährstoffen angereicherter Humus; auch ist die Erde dort feuchter. Pflanzen mögen diese Bedingungen naturgemäß, entwickeln längere Wurzeln und wachsen in diesen Bereichen deshalb besser.
Das Gegenteil ist der Fall, wenn sich beispielsweise unter der Erdoberfläche die Reste von steinernen Bauwerken befinden. Diese behindern die Pflanzen dabei, aus den tieferen Erdschichten Nährstoffe und Wasser aufzunehmen. Daraus resultiert eine unterdurchschnittliche Wuchshöhe und eine Färbung die eher blass ausfällt. 

Bewuchsmerkmale
Bewuchsmerkmale (Grafik: Hiltibold - No rights reserved.)





Nun zum konkreten Anlass für diesen kurzen Ausflug in die Theorie der Luftbildarchäologie: Vor einiger Zeit habe ich in der Gemeinde Dietersdorf (bei Graz), ein wie oben beschriebenes, positives Bewuchsmerkmal entdeckt - siehe das nachfolgende Bild.

Ein positives Bewuchsmerkmal in der Gemeinde Dietersdorf (Foto: Google)



Schön an Google Earth ist ja, dass man Aufnahmen von mehreren Jahren miteinander vergleichen kann. Auf allen zur Verfügung stehenden Fotos, die vom betreffenden Gebiet innerhalb der letzten 10 Jahre gemacht wurden, ist eine auffällige, rechteckige Verfärbung zu erkennen. Jetzt frage ich mich natürlich, was genau das einst gewesen sein könnte? Eventuell ein Graben? Aber von wem angelegt? 
Nachdem ich einige alte Karten durchgegangen bin - die älteste stammt aus dem Jahr 1790 - steht fest, dass sich dort in den letzten 200 Jahren wohl nur großflächige Äcker und Wiesen befanden. Die auffällige Struktur sollte also älter sein - möglicherweise viel älter.
Der Ortsname "Dietersdorf", und vor allem die sich in der unmittelbaren Umgebung massiv häufenden Ortsnamen mit der Endung "ing" (Preding, Fading, Zettling Zwaring), deuten jedenfalls darauf hin, dass in der Gegend große Gruppen von Bajuwaren/Franken siedelten; aber das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt, denn diese nicht sehrt große Struktur kann durchaus weiter zurückreichen, als ins 9./10. Jahrhundert. In dem betreffenden Landstrich lebten ja ursprünglich auch Kelten. Dazu, und zu zwei unerwarteten "Entdeckungen", kommenden Montag mehr.

Hier geht es zu Teil 2

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2 Kommentare

  1. Sieht definitiv spannend aus! Hast du schon Rücksprache mit dem Ortsmuseum oder -archiv gehalten, was die dazu sagen können?

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    1. Beim BDA habe ich diesbezüglich schon vor geraumer Zeit mal nachgefragt; die Struktur war denen völlig unbekannt.
      Ich habe mittlerweile trotzdem eine Vermutung, was das eventuell sein könnte. Der Beitrag dazu ist jedenfalls schon in Arbeit ;)

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