Freitag, 11. Juli 2014

Krimskrams am Freitag: Selbstgemachte Schutzumschläge für Reclam-Bücher


Letzte Woche machte ich mir hier so meine Gedanken, wie man die für Verschmutzung doch recht anfälligen Büchlein von Reclam am besten schützen könnte. Da sich online keine passenden Schutzumschläge für dieses Format fanden, folgte ich dem Ratschlag meiner Leser und begann damit selbst etwas passendes anzufertigen. Ursprünglich wollte ich ja Klarsichthüllen als "Rohmaterial" verarbeiten, entdeckte dann aber im Keller einen ganzen Packen unbeschrifteter Overheadfolien, die ich mir vor einigen Jahren für die Englisch-Matura anschaffen musste; mein Lehrer traute Powerpoint und dem Beamer nämlich nicht und riet dazu, vorsichtshalber auch einige Folien vorzubereiten. Dieser "Beschreibstoff" ist nun, wie sich herausstellte, nahezu perfekt für meine Zwecke geeignet: Die innen liegende Seite ist rau und findet deshalb auf dem ebenfalls rauen Papier des Einbandes guten Halt. Außen ist die Folie glatt und sehr hart, so dass sie auch längerfristig gegenüber Kratzern relativ unempfindlich sein dürfte.
Das Zurechtschneiden mit dem Bastel-Skalpell kann freilich nur als "fummelig" bezeichnet werden und dauert pro Stück satte 20 Minuten, denn jeder Umschlag muss individuell an die Dicke des jeweiligen Buchs angepasst werden (absolute Millimeterarbeit!). Das Endprodukt sieht bei sorgfältiger Vorgehensweise allerdings aus, als ob man es im Laden gekauft hätte. Überdies greift sich das Buch mit dieser Hülle deutlich wertiger an! Ich bin sehr zufrieden damit, frage mich allerdings, warum ein solcher Schutz nicht grundsätzlich Bestandteil der empfindlichen Reclam-Bücher ist. Die Kosten im Rahmen einer Serienfertigung würden nur wenige Cent pro Stück betragen - und das bei einem unübersehbaren Mehrwert. Aber Geiz ist ja bekanntlich geil...

4 Kommentare

  1. Gute Arbeit! Und imho sinnvolles Recycling - die Folien waren ja schon da und so musstest du nix Neues kaufen :)

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    1. Glücklicherweise war ich einfach nur zu faul, irgendwohin zu fahren um mir Klarsichthüllen zu kaufen, so dass ich lieber erst mal unsere Rumpelkammer nach einer Alternative durchstöbert habe :)

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  2. Das sieht wirklich interessant aus, könnte mir vorstellen auch andere kleinformatige Bücher und Hefte so zu schützen. Für größere Formate wäre ja vermutlich eine A4-Folie zu klein.
    Wie hast du übrigens diese formstabilen und scharfen Kanten hinbekommen? Einfach gefalzt oder auch mit einem Messer angerissen?

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    1. Ich habe die Folie geknickt und dann mit der stumpfen Seite einer Schere den Falz "glattgestrichen", so dass eine scharfe Kannte entsteht. Das von mir verwendete Material lässt im Nachhinein auch noch kleine Korrekturen zu, wenn man die Kannte um den einen oder anderen Millimeter verschieben möchte (ist immer wieder mal nötig).
      Anreißen bringt, wie ich festgestellt habe, keinen Vorteil, im Gegenteil, eine spurenlose Korrektur ist dann nicht mehr möglich.

      DIN-A4-Folien sind für diese Reclam-Bücher perfekt, da sie bereits die richtige Länge haben. Lediglich die Breite/Höhe muss hier zugeschnitten werden, denn leider variiert diese von Buch zu Buch um bis zu 1,5 Millimeter.

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