Donnerstag, 15. Dezember 2016

Krimskrams: Hiltibolds Buchcover-Alternativen -- Palmyra: Zu früh gefreut

Hiltibolds Buchcover-Alternativen

Ein gutes Buch verdient auch ein ordentliches Cover. Außerdem verkauft sich ein hübsch verpacktes Produkt besser. Bei der hier kürzlich besprochenen Publikation Der Aufstieg Roms scheint der Verlag jedoch nicht dieser Meinung gewesen zu sein. Vielmehr sieht das Endprodukt so aus, als ob der zuständige Grafiker gerade auf Urlaub war und deshalb die Sekretärin des Verlegers Hand anlegen musste. Bereits über die Hintergrundfarbe ließe sich trefflich streiten (erinnert mich an Baby-Erbrochenes). Was dieses Cover jedoch wirklich schlecht macht ist das Layout der Beschriftung - da stimmt wirklich gar nichts: Schriftart, Farben, Ausrichtung, Größe ...
Dieser mittleren Katastrophe möchte ich meinen eigenen Entwurf auf der rechten Seite gegenüberstellen, in den bescheidene 20 Minuten Arbeitszeit investiert wurden. Eigenlob stinkt zwar, aber ich stelle trotzdem die Behauptung auf, dieses Cover funktioniert - obwohl ich mich vom Original bewusst nicht allzu weit entfernt habe - deutlich besser als Blickfang im Buchladen oder bei Amazon. 


Was bei obigem Beispiel zwar nicht zum Tragen kommt, sehr wohl aber bei etlichen anderen Covern, ist der Umstand, dass die Beschriftung, ohne weitere Maßnahmen zu setzen (z.B. Schlagschatten), einfach auf einen unruhigen Hintergrund mit verschiedensten Farbverläufen geknallt wird. Das senkt die Lesbarkeit massiv. Selbst als Laie sollte man die Problematik mehr oder weniger intuitiv erkennen. Trotzdem wird immer wieder geschludert - siehe z.B. das nachfolgende Beispiel links, bei dem das unglücklich gestaltete Cover qualitativ überhaupt nicht dem Inhalt des äußerst empfehlenswerten Buchs entspricht (eine Rezension erfolgt hier im Laufe der nächsten Monate).



Meine beiden Vorschläge zeigen, wie die Leserlichkeit des Covertextes mit einfachsten Mitteln gesteigert werden kann: Rechts oben wurde er mit einer leicht transparenten weißen Fläche hinterlegt; zusätzlich verfügt der rote eingefärbte Titel über einen dunklen Schlagschatten, der den Kontrast noch ein Stückchen mehr verbessert.
Das andere von mir erstellte Cover stellt wohl die optimalste Alternative zum missglückten Original dar: Großer heller Text auf dunklem Hintergrund.

Bei einem Buchcover ist klarerweise auch die Wahl der richtigen Schriftarten von herausragender Bedeutung. Für Bücher mit einer in der Antike angesiedelten Thematik eignet sich besonders die Schriftart Trajan - die von mir bei allen hier gezeigten Beispielen verwendet wurde. Sie kommt übrigens auf Filmplakaten überdurchschnittlich häufig zum Einsatz ...

Fazit: Es ist schade, dass Verlage bei der 'Verpackung' ihrer Bücher mitunter nur wenig Wert auf eine halbwegs ansprechende Optik legen. Dabei bedarf es nicht einmal eines geschulten Auges, um die gröbsten Mängel sofort zu erkennen. Auch ist das Entwerfen eines brauchbaren Covers keine Hexerei. Voraussetzungen sind lediglich ein halbwegs ausgeprägtes ästhetisches Empfindungsvermögen und vergleichsweise triviale Softwarekenntnisse, die in einigen Stunden erlernbar sind.

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Zu früh gefreut: "Palmyra wieder von IS erobert"...

... lautete eine Schlagzeile in den vergangenen Tagen. Unerhört, was die sich erlauben; waren doch unsere Denkmalschützer längst dabei, den Wiederaufbau mit europäischem Steuergeld zu planen ^^ So tönte etwa im Juni der Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin:
"Das Wichtigste ist jetzt, dass wir mit allen Parteien, die zum Schutz des syrischen Kulturerbes beitragen können, an einem Tisch sitzen und nach Lösungen suchen. Und das Nahziel muss sein, einen Aktionsplan zu erarbeiten,  der dann auch für die nächsten Jahre konkrete Projektziele vorgibt."
Schon vor Monaten habe ich darauf hingewiesen, dass es in Syrien noch längere Zeit rundgehen wird; weshalb es auch völlig blödsinnig ist, von einem baldigen Wiederaufbau Palmyras zu träumen. Aber Geld, das man nicht selbst erwirtschaften musste, lässt sich eben leicht verplanen. Glück im Unglück: Der IS schlug zu, bevor übereifrige Weltkulturerbe-Bewahrer Steuergeld in das vorerst sinnlose Unterfangen buttern konnten..

3 Kommentare

  1. Mein Eindruck ist, dass sich Verlage bei den Buchdeckeln von Werken aus der Belletristik deutlich mehr anstrengen.

    Liebe Grüße
    Britta

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    1. Ja, wobei aber beispielsweise bei Historischen Romanen das Cover oft sehr wenig mit dem Inhalt zu tun hat. Da wird dann für ein Buch, dessen Handlung im Mittelalter angesiedelt ist, der Ausschnitt aus einem Porträt verwendet, das aus der Renaissance stammt.

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  2. Ui, das sieht ja wirklich schlimm aus ! Hoffentlich haben das keine professionellen Grafiker verbrochen, sonst müssten dies sich ins Winkerl stellen und schämen ....
    Ich kann mir gut vorstellen, dass hier einfach Leute des Verlages eingespannt wurden, die ein bisschen Bildbearbeitung können, anstatt den Auftrag an einen externen Profi zu vergeben.

    .: Guenièvre :.

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