Donnerstag, 22. Juni 2017

Krimskrams: Bücher, Bücher, Bücher! -- Prinzipienreiterei -- Fund in den Logfiles



Bücher, Bücher, Bücher!

Ich möchte an dieser Stelle auf meine Buchrubrik hinweisen, in der alle Rezensionen aufgelistet sind; vergangene sowie zukünftige (d.h. die bis Jahresende geplanten): Klick mich

Wie man sieht: Da kommt einiges! Was bis zu einem gewissen Grad daran liegt, dass ich vermehrt Angebote für Rezensionsexemplare erhalte. Außerdem habe auch ich damit begonnen, selten aber doch nach diesem oder jenem Buch zu fragen.

Freilich, ich schreibe hier sicher nicht lauter 5-Sterne-Lobhudeleien, um mir die Verlage auf Teufel komm raus gewogen zu stimmen. Die meisten Fach- und Sachbücher die von mir besprochen werden bekommen zwar immer noch recht gute vier Sterne, aber das war auch schon so, bevor Rezensionsexemplare für mich auf dem Radar erschienen sind. Der Grund: Viel falsch machen kann man bei dieser Art Literatur nicht, außerdem achte ich im Vorhinein darauf, was ich lese.
Es gibt, das lehrt langjährige Erfahrung, Verlage wie Theiss oder Friedrich Pustet - und Autoren wie den Althistoriker Karl-Wilhelm Weeber - die für Qualität stehen. Deshalb sind in solchen Fällen böse Überraschungen kaum denkbar. 
Selbst ein Verlag wie Marix (Verlagshaus Römerweg) - der mir früher mit seinen Reprints von Uraltübersetzungen antiker Texte eher weniger gut aufgefallen ist (z.B. Herodots Historien) - hat sich mittlerweile zu einem echten Geheimtipps entwickelt, nachdem dort Fachleute wie der Althistoriker Kai Brodersen moderne, gut leserliche Neuübersetzungen erstellen, die man sonst nirgendwo zu bezahlbaren Preisen erhält (Klick mich).

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Prinzipienreiterei

Der Online-Standard berichtet von einer spanischen Galleone, die 1708 vor der Küste Kolumbiens in einem Gefecht auf den Meeresgrund befördert wurde. Was freilich keine Absicht der gegnerischen Royal Navy gewesen sein dürfte, denn an Bord befanden sich laut Allwissender Müllhalde 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden (das hätte eine saftige Prise abgegeben). Der heutige Wert: Mehrere Milliarden (!) Euro. Dass sich die Regierung Kolumbiens über diesen gewaltigen Schatz vor der eigenen Haustür freut, dürfte wenig überraschend sein. Nach der Bergung des Schiffs soll dieses konserviert und ein  Teil des Schatzes veräußert werden.
Eine vernünftige Lösung, oder? Nicht in jedermanns Augen, denn aus den Reihen der Archäologen ist Nörgelei zu vernehmen. Einer Art Messie-Syndrom frönend, wird ernsthaft die Forderung erhoben, dass nichts von diesem geradezu absurd großen Edelmetall- und Edelsteinhaufen verkauft werden dürfe.

Breaking apart unity of the galleon and her cargo, dissolving essential parts of this heritage for market value, as the 2013 Colombian Law allows, damages its historical value and the benefit for Colombian people. The scientific community, universities and academic centers worldwide, and billions of people -especially the Latin American- who celebrate this culture in our countries, are watching very close what happens in Colombia these days. 

Faszinierend - oder besser gesagt anmaßend - wie hier ein kleines Grüppchen behauptet, im Namen von Milliarden (!) Menschen zu sprechen, ohne je von diesen in irgend einer Form legitimiert worden zu sein.
Jede Wette, dass die Mehrheit der Bevölkerung Kolumbiens für einen teilweisen Verkauf des Schatzes ist. Und für die Wissenschaft macht es, nachdem alles ordentlich dokumentiert wurde, ohnehin keinen Unterschied, ob in den Schaufenstervitrinen des geplanten Museums - in dem das Schiff ausgestellt werden soll - hunderte, tausende oder zehntausende Münzen gleicher Prägung liegen; für Kisten voller Rohedelsteine gilt das noch viel mehr.

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Fund in den Logfiles dieses Blogs:
http://webfilter.schule.local:4290/denied.rhtml?DENIEDURL==http%3a%2f%2fhiltibold%2eblogspot%2ecom%2f2013%2f04%2fhaare%2dfarben%2dim%2dantiken%2drom%2ehtml::IP==10.31.241.228::USER==-::CATEGORIES==::GBYPASS==8D61068920F6BFB04372DCC9BDE34ED21498030001::REASON==%5bDOMAINBAN%5d%20Verbotene%20Dom%c3%a4ne%3a%20blogspot%2ecom 
Da versucht man irgendwo von schulischer Seite die Domain Blogspot.com zu blockieren, also die größte Blogplattform der Welt. Spinnen die ein bisschen? 

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8 Kommentare

  1. Kai Brodersen scheint in letzter Zeit ziemlich viel zu übersetzen, nicht nur für Marix, sondern auch für Reclam und Tusculum. Da kommen jährlich mehrere solcher Bücher von ihm raus. Ich frage mich, ob das wirklich hundertprozentige Neuübersetzungen sind oder ob er da vor allem schon etwas ältere deutsche Übersetzungen in ein modernes Deutsch bringt und Übersetzungsfehler ausbessert.

    LG,
    Erwin

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    1. Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Zum Teil wird nämlich bei solchen Übersetzungen angegeben, wenn sie auf älteren aufbauen.
      Andererseits: Wozu das Rad komplett neu erfinden? Solange das Endergebnis passt - also man die verwendete Sprache aktualisiert hat und Fehler eliminiert wurden - kann man gerne Übersetzungen aus dem 18./ 19. Jh. als Ausgangsbasis verwenden.

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  2. Hallo Hiltibold,
    wie ist das eigentlich, wenn einem ein Verlag so ein Buch anbietet und schickt; muss man es dann rezensieren oder kann mans auch bleiben lassen?
    C3PO

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    1. Verpflichtung besteht da keine, wenns nicht explizit ausgemacht wurde. So einen Fall hatte ich bisher aber ohnehin noch nie. Außerdem nehme ich nur Angebote für Bücher an, die mich tatsächlich interessieren (habe schon mehrere abgelehnt). Deshalb stellt sich zumindest für mich die von dir angesprochene Frage eigentlich überhaupt nicht.

      Ich kenne aber mindestens eine große Verlagsgruppe, bei der gibt es einen eigens eingerichteten Kommunikationskanal, über den Leute, die ein kostenlos erhaltenes Buch nicht besprechen wollen, Kontakt aufnehmen können. So etwas ist natürlich sehr bedenklich, denn hier geht es wohl vor allem darum, dass Empfänger von Rezensionsexemplaren lieber gar nicht rezensieren sollen, bevor ihre Rezension negativ ausfällt. Gleichzeitig bleibt ihnen der Verlag gewogen und sie erhalten weiterhin kostenlose Rezensionsexemplare.

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  3. Auf eine aktuelle deutschsprachige Übersetzung von Polyainos' Strategika hätte ich nicht zu hoffen gewagt!
    Als ich aber gerade bei Amazon gesehen habe, dass dafür 70 Euro verlangt werden, ist mir ganz anders geworden... Aber da muss ich wohl in den sauren Apfel beißen. ;-)

    Robert

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    1. Ja, der Preis ist eigentlich zu hoch. Bei dem Verlag allerdings üblich.

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  4. Falls die Kids, die hier von der Schule aus auf diesen Blog zugreifen wollen, das hier lesen:
    Googelt mal nach Proxys, das dürfte euer Problem lösen :).
    Meine Schule hat zu meiner Zeit (also 2001-2009) den (inzwischen von xobor aufgekauften) Forenhoster "sideboard" wegen "Gambling" und das "Hp*-Freundeforum" wegen "Porn" gesperrt gehabt. Was ich ziemlich bescheuert fand und mir sogar die Mühe machte, mit meiner Schüler-ID unterzeichnete Beschwerdemails an die Webmaster zu schreiben. Die konnten aber die Kennung nicht zuordnen (die war scheinbar nur schulintern gespeichert? Gut für mich, wie ich im Nachhinein feststellte) und wollten in der Antwortmail meinen Realnamen wissen (vermutlich, um mir das Schul-Internet zu sperren, weil ich auf soo furchtbaren Seiten unterwegs bin, wie es scheint :P). Ich habe damals nämlich von einer GMX-Wegwerfadresse gemailt.
    Ich habe nie darauf geantwortet - aber die Fünftklässler, die neben mir saßen und ein von einer grünen Bierfirma (Becks? Keine Ahnung, ich trinke kein Bier und habe keine Ahnung, wer von denen ein grünes Logo hat) gesponsortes "Strip-Frozen-Bubble" im Browser spielten, gaben mir den Tipp mit dem Proxyserver.

    *HP steht hier für "Harry Potter", keine Ahnung, woran die Sperrleutchen gedacht haben.

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    1. Wenn der Admin Ahnung hat, verhindert er auch die Verwendung von alternativen Proxy-Servern u.ä. Da aber die meisten Schul-Admins überforderte Lehrer sind, die weniger Ahnung von der Materie haben als manch ihrer Schüler, dürfte das in vielen Fällen trotzdem funktionieren ;)

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