Montag, 26. Februar 2018

Hörbares: Kritik am Spiel "Kingdom Come: Deliverance" -- Die Seidenstraße -- usw.



 "Kingdom Come: Deliverance" - "weißes" Mittelalter im Computerspiel-Blockbuster? | Spieldauer 6 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Auch wenn es sich schon zwei Leser gewünscht haben, aber von mir gibts keinen ausführlichen Kommentar zu dieser Diskussion, die von ein paar Zeigefinger-Wedlern in den Dinosauriermedien gerade hochgejazzt wird. Nicht einmal ignorieren, lautet meine Devise. Die können in ihrer ideologisch aufgeladenen Klapsmühle gerne rotieren, bis sie schwarz, pardon, bis sie maximalpigmentiert werden 😊.
Im Übrigen: Computerspiele interessieren mich einfach nicht. Deshalb richte ich meine kritischen Augen im Rahmen dieses Blogs lieber auf verlogene Freilichtmuseen, schwer unhistorisches Living History und ganz selten auch mal auf schlampig gemachte Geschichtsdokus oder lausige Historienfilme. Zu letzerem kommt hier in den nächsten Wochen übrigens ein Beitrag - Stichwort "Tut - Der größte Nonsens Pharao aller Zeiten".
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Kommentare:

  1. Was an dem Spiel "Kingdom Come: Deliverance" bemerkenswert ist, ist die Art und Weise, wie das Produkt beworben wurde. In nahezu jedem größeren Youtubechannel, der sich mit dem Thema Mittelalter, bzw. mittelalterlicher Kriegsführung und HEMA auseinandersetzt, wird das Spiel behandelt - beinah zeitgleich.Lloyd von "Lindybeige" ist bisher eine der wenigen Ausnahmen, die das Spiel nicht bewerben.
    Ich habe gemischte Gefühle bei der ganzen Sache. Einerseits freut es mich zwar, dass die Gruppe der geschichtlich Interessierten groß genug zu sein scheint, dass sie als Zielgruppe für die Spieleentwicklung relevant wird, andererseits stoßen mich derlei Werbekampagnen ab.



    Noch zum Radiobeitrag:

    Dieser beißt sich ja vor allem an zwei Themen fest: Der Rolle der Frau im MA, sowie dem Rassismusvorwurf, der gegenüber den Spieleentwicklern erhoben wurde, tauche doch im gesamten Spiel kein Vertreter der "People of Colour" auf. Interessant ist, wie sich hier der Fokus der Debatte verschiebt, und zwar doppelt. Zum Einen von "historisch korrekt" zu "politisch korrekt", zum anderen von "ad res" zu "ad personam", wenn es um den Leaddesigner geht.

    Auch wenn es recht intensive Handelsbeziehungen zwischen lateinischem Westeuropa und der islamischen Welt gab und es vielen Leuten bewusst gewesen sein dürfte, dass nicht nur Menschen heller Haut existierten (man denke hier nur an die Darstellung des Mohrs auf Wappen, in der Kunst oder bei Dreikönigsspielen), so dürfte es doch als recht unwahrscheinlich gelten, dass es z.B. einen Nordafrikaner im 15./16. Jh. nach Böhmen verschlug (oder einen Araber nach Großbritannien. Selbst wenn er von Morgan Freeman gespielt wird).
    Das Thema Frauen im MA wurde hier im Blog ja schon reichlichst behandelt. Das schenke ich mir.

    Mich nerven solche Debatten sehr. Geschichtsschreibung wurde zwar seit jeher politisch instrumentalisiert (Aeneis, irgendwer?) aber momentan scheint das Ganze eine neue Qualität zu erreichen.

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  2. Zu wenige People of color in einem Spiel, dessen Handlung im mittelalterlichen Tschechien angesiedelt ist??? Muahahaha!

    Ich gebe dir vollkommen recht, Hilti, dieses unqualifizierte Ideologiegequatsche kann man getrost beim einen Ohr rein, und beim anderen wieder raus gehen lassen.

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  3. Hallo! Mein Großvater stammt aus Tschechien (Pilsen). Den ersten Farbigen, den er in seinem ganzen Leben gesehen hat, war bei seiner Gefangennahme im Krieg durch die Amerikaner. Das war vor über 70 Jahren (für ihn war das ein eindrückliches Erlebnis, von dem er immer wieder erzählt hat). Aber vor 600 Jahren sollen in Tschechien am platten Land Farbige herumgelaufen bzw. unübersehbar in Erscheinung getreten sein? Wo wären die denn alle hergekommen?
    An dem Spiel kann man alles mögliche kritisieren, wenn es darum geht, die historische Akkuratesse zu bewerten. Aber das, was man sich in diesem Radiobeitrag herausgepickt hat, mieft 10 Kilometer gegen den Wind nach Political Correctness.
    - Matthias Menzel -

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  4. Auch in dieser Sendung geht es um das Game "Kindome come". https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/d5f9460f-e623-426d-952c-6db296c4e3b1_73472b73-21d2-4d2c-8b41-94416175f998.mp3

    Sie haben sogar einen Geschichtsstudenten zur Unterstützung ihrer Kampagne gegen den Publisher von "Kingdom come" aufgeboten.
    https://lepetitcapo.wordpress.com/2018/01/13/das-authentischste-historienspiel-aller-zeiten-die-gewaltige-schraeglage-von-kingdom-come-deliverance/

    Der stellt alle möglichen Behauptungen auf, wenn es darum geht, den angeblichen Mangel an Schwarzen in dem Game zu kritisieren, belegt aber nichts durch harte Fakten.

    Großartig ist, dass er auf die massive Kritik unter seinem Blogartikel, auf den sich die Mainstream-Medien berufen, antwortet, dass es eigentlich keine Belege für Schwarze im Böhmen des frühen 15. Jahrhunderts gibt, aber ausschließen könne man das halt auch nicht.

    Wahnsinn, das ist nicht die Argumentation eines angehenden Wissenschaftlers, sondern die eines GroMis, der z.B. seinen Wikinger-Steckstuhl rechtfertigen möchte :-)
    Und ausgerechnet auf diesen unseriösen Kasper berufen sich die Medien. Was sagt das eigentlich über deren Qualität aus?!

    Heuchlerisch wie sie sind, maulen die öffentlich-rechtlichen Medien darüber, dass Kingdome Come ja grundsätzlich nicht so authentisch wie versprochen ist. Ja, aber wie viel ahistorischen Schwachsinn schütten dieselben Kritiker in ihren um viel Geld produzierten Geschichtsdokumentationen ständig über der Bevölkerung aus? Den Schund aus ihrem eigenen Stall kritisieren sie nie.

    Grüße aus Aachen,
    J. Seibert

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