Samstag, 24. Oktober 2020

🎧 Hörbares: Massiver Vandalenakt im Pergamonmuseum -- Karl V. -- Asterix und der goldene Hinkelstein -- usw.


 Massiver Vandalenakt im Pergamonmuseum | Spieldauer 9 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Die berichtenden Journalisten haben keinen Schimmer, wer hinter diesem bösartigen Vandalenakt steckt, bei dem rund 70 Kunstwerke mittels öliger FlĂŒssigkeit beschĂ€digt wurden. Das geben sie selber zu, spekuliert wird trotzdem fleißig: Christen, Corona-Leugner und Verschwörungtheoretiker könnten es gewesen sein, die sich ĂŒbers Internet abgesprochen haben (ist das nicht auch bereits eine sogenannte Verschwörungstheorie?🙄). Oder vielleicht war es ja auch nur ein verĂ€rgerter Museumsmitarbeiter, heißt es dann noch. Durchaus interessant ist, wer hier nicht öffentlich verdĂ€chtigt wird: NĂ€mlich jene auch in Berlin zahlreich vertretene Personengruppe, die etwa den Buddha-Statuen in Afghanistan, dem Inventar archĂ€ologischer Museen im Irak, den Bauten im syrischen Palmyra und manch Heiligenstatue in Europas christlichen Kirchen unter Berufung auf ein Bilderverbot zuleibe gerĂŒckt ist ...
Von der Frage abgesehen, ob die TĂ€ter nun religiöse oder sĂ€kulare Spinner waren ist es freilich offenkundig, dass das Sicherheitskonzept des Pergamonmuseums ein absolutes Armutszeugnis darstellt. Angeblich gibt es nicht einmal Videoaufnahmen vom TĂ€ter oder den TĂ€tern, trotz einer sozusagen quer durch das Museum gezogenen Spur der VerwĂŒstung. Wie kann das sein? Weshalb filmen dort keine Überwachungskameras? Warum gibt es keine patrouillierenden Sicherheitsleute in den AusstellungsrĂ€umen, die rasch eingreifen hĂ€tten können? Das Berliner Pergamonmuseum ist doch bitteschön kein drittklassiges Heimatmuseum in Hintertupfingen!
Dieselben fĂŒr die AusstellungsstĂŒcke verantwortlichen Museumsmenschen stehen freilich immer in der ersten Reihe, wenn es um die Forderung geht, den privaten Antikenhandel abzuwĂŒrgen, denn wertvolle archĂ€ologische Objekte wĂ€ren nur bei Museen in guten HĂ€nden. Dass mittlerweile zig Beispiele diese treuherzige Behauptung widerlegen (einige werden in der Sendung genannt, es gibt aber wesentlich mehr), kratzt diese Damen und Herren offensichtlich nicht die Bohne. 
Getrost kann ĂŒbrigens davon ausgegangen werden, dass die fĂŒrs Pergamonmuseum ZustĂ€ndigen nach diesem Vorfall nicht ihrer Anstellung verlustig gehen werden - wie sie es verdienen wĂŒrden. Denn genau so ist es auch in Ă€hnlichen FĂ€llen fast immer gewesen. Als ob es sich um höhere Gewalt handeln wĂŒrde, und nicht etwa zu guten Teilen auf die Inkompetenz staatlich besoldeter Doktoren zurĂŒckzufĂŒhren ist, die sich den lieben langen Tag in ihrer eigenen Erhabenheit sonnen, anstatt ihren Job mit der gebotenen Sorgfalt zu verrichten. 
UPDATE: Nun gibt es eine saftige Dienstaufsichtsbeschwerde. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, ausreichend ist er freilich nicht!

 Eine Kulturgeschichte des Lichts - Au Revoir, Tristesse! | Spieldauer 29 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

 "SchUM am Rhein" in Worms: Zeitreise in die BlĂŒtezeit der jĂŒdischen Gemeinden | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 Ein Quantensprung fĂŒr die Wissenschaft: Das neue ArchĂ€ologische Zentrum in Mainz | Spieldauer 4 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

 23. 10. 1520: Karl V. zum röm.-dt. König gekrönt | Spieldauer 15 Minuten | xx | Stream & Info | Direkter Download

 Asterix-Ausgrabung: "Der goldene Hinkelstein" | Spieldauer 5 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

—————–


6 Kommentare:

  1. Nur im Staatsdienst kannst du es dir leisten, so eine Scheiße zu bauen ohne echte persönliche Konsequenzen befĂŒrchten zu mĂŒssen. In einem privatwirtschaftlichen Unternehmen hĂ€tte man die Verantwortlichen sofort hochkant gefeuert.

    AntwortenLöschen
  2. Wie sie in der Radiosendung ganz richtig kritisieren: Einerseits Geld fĂŒr protzige Ausstellungen rausballern, aber dann keine Kohle mehr fĂŒr ausreichende Sicherheitsmaßnahmen ĂŒbrig haben. Diese Leute sind nicht inkompetent, dass sind in meinen Augen fahrlĂ€ssige Volltrottel.

    Hiltibold, du warst schon mehrfach im ArchĂ€ologiemuseum Schloss Eggenberg, was hĂ€ltst du von den Sicherheitsmaßnahmen dort? Eine ehemalige Mitarbeiterin hat mir gegenĂŒber nĂ€mlich einmal angedeutet, dort wĂŒrde nicht alles gut durchdacht sein. Habe damals leider nicht nachgefragt. Hast du eine Idee? Ich möchte das natĂŒrlich nicht wissen, um dort etwas mitgehen zu lassen ;-)

    RR

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann natĂŒrlich nicht sagen, was deine Bekannte gemeint hat. Allerdings könnte ein Dieb - unter Umgehung des Haupteingangs - relativ leicht ĂŒber die Stiege zum Planetengarten flĂŒchten. Der Gedanke ist mir erst bei meinem letzten Besuch gekommen, als ich mich ĂŒber die offene TĂŒr am Ende der Stiege gewundert habe. Vom Planetengarten aus sind es nur noch ein paar Meter bis zur Schlossmauer; dahinter könnte jemand mit einem Fluchtwagen warten.
      Nur, ich wĂŒsste nicht, was es sich im ArchĂ€ologiemuseum Schloss Eggenberg zu stehlen lohnt, denn die wirklich wertvollen StĂŒcke lassen sich nicht am freien Markt verkaufen, da sie zu bekannt sind. Freilich, es gibt auch AuftragsdiebstĂ€hle von fanatischen Sammlern ...

      Löschen
    2. Zumindest im Eggenberger MĂŒnzkabinett gibt es Kameras, Wachleute und nur einen Ausgang.
      Karin

      Löschen
  3. Und schon der nÀchste Vandalismusvorfall auf der Berliner Museumsinsel:
    https://www.berliner-zeitung.de/news/erneut-vandalismus-auf-der-berliner-museumsinsel-li.113689?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1603540577
    Die geschnappten TÀter sind "jÀhrige" Jugendliche.

    Zitat:
    „Es ist jetzt nicht mehr zu leugnen: Die Kultur wird angegriffen“, sagte Parzinger der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen jetzt nicht nur verstĂ€rkten Schutz fĂŒr unsere SchĂ€tze, wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darĂŒber, wie wir unsere kulturellen Werte verteidigen“, forderte der StiftungsprĂ€sident.
    Zitat Ende

    AntwortenLöschen
  4. Berlin ist bekanntermaßen "arm aber sexy", wenn man einem ehemaligen BĂŒrgermeister der Stadt glauben darf. Entsprechend sieht dann auch die Museumslandschaft aus.

    AntwortenLöschen

Kommentare werden entweder automatisch oder von mir manuell freigeschalten - abhÀngig von der gerade herrschenden Spam-Situation und wie es um meine Zeit bestellt ist.