Samstag, 2. Oktober 2021

đŸ“œ️ Videos: Deckt der "Bananenverein" ÖAWI akademischen "Beschiss"? -- Goldschatz und 3.000 Jahre alte Siedlung -- Germanen im SĂŒdwesten -- usw.



 Deckt der "Bananenverein" ÖAWI akademischen "Beschiss"? | Spieldauer 9 Minuten | Puls4 | Stream & Info
Da in diesem Blog ja immer wieder auch ein Blick auf die moralischen AbgrĂŒnde des Wissenschaftsbetriebs geworfen werden soll, hier ein aktuelles Beispiel: Der von der Politik installierte Alibi- und "Bananenverein" Ă–AWI ("Österreichische Agentur fĂŒr wissenschaftliche IntegritĂ€t" 😂) erteilt einer geschassten Spitzenpolitikerin fĂŒr ihren akademischen "Beschiss" die Absolution. Der Aufdecker und Plagiatsgutachter Stefan Weber ist in seinem Interview mit Puls 4 hörbar 'not amused' darĂŒber und teilt krĂ€ftig aus (hier außerdem eine schriftliche Stellungnahme auf seiner Website sowie ein leider nur noch im Google-Cache vorhandener Medienbericht, der die HintergrĂŒnde beleuchtet). Überraschen tut mich diese Entwicklung freilich nicht. Warum? Ganz einfach: Uni-Arbeiten von Parteipolitikern werden aus nachvollziehbaren GrĂŒnden besonders gerne auf Plagiate ĂŒberprĂŒft. Dementsprechend dĂŒrfte die Motivation genau solcher Parteipolitiker betrĂ€chtlich gewesen sein, die ÖAWI direkt oder indirekt mit Gutachtern zu betanken, die hinsichtlich des zunehmenden Plagiatsunwesens fĂŒr eine Laissez-faire-Haltung eintreten. Letztendlich bleibt also wieder einmal nur die Erkenntnis, dass das Hochschulsystem, mit seinen massiven politischen AbhĂ€ngigkeiten bzw. Verflechtungen, immer stĂ€rker zu einer TitelmĂŒhle fĂŒr Poser und Kompetenz-Attrappen verkommt. Mit ihren Bullshit-Graden erhalten die Absolventen Zugang zu 'Jobs' in der Politik, der Politik-Beratung und im qualitativ lĂ€ngst schwer abgesandelten Journalismus. Lauter Branchen, in denen man tendenziell nicht viel können muss, die aber mit massig Steuergeld geflutet werden, das ehrlich arbeitende Menschen erwirtschaftet haben. Der Begriff 'parasitĂ€r' liegt einem hier auf der Zunge. Diese Situation dĂŒrfte bei der zunehmenden Deindustrialisierung Westeuropas freilich nicht besser werden. Im Gegenteil, aufgrund abnehmender Stellenangebote im Bereich der manuellen Arbeit wird man immer mehr unbegabte Menschen in UniversitĂ€ten bzw. LaberfĂ€cher drĂŒcken (MINT-FĂ€cher ĂŒberfordern ja viele) und als Folge daraus fĂŒr sie staatlich finanzierte Versorgungsposten schaffen mĂŒssen. Anders kann die Politik die Misere, in die sie die Gesellschaft hineinmanövriert hat, mittelfristig nicht ĂŒbertĂŒnchen. Irgendwann wird der ganze Krempel freilich mit Getöse zusammenbrechen. Jene Parteipolitiker, welche - in ihrer insgeheimen Verachtung fĂŒr manuelle Arbeit - die Dienstleistungsgesellschaft samt Massen-Akademisierung gepredigt haben, werden dann hoffentlich mit nassen Fetzen davongejagt. 
 
 ArchĂ€ologie in Österreich: Goldschatz und 3.000 Jahre alte Siedlung | Spieldauer 1 Minuten | ORF | Stream & Info

 Germanen im SĂŒdwesten - Woran glaubten sie? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info
In dieser Reihe findet man zur Abwechslung relativ brauchbare Living-History- bzw. Reenactment-Elemente.

 Germanen im SĂŒdwesten - Woher kamen sie? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Germanen im SĂŒdwesten - Wie siedelten sie? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info 

 Germanen im SĂŒdwesten - Wie kĂ€mpften und wie jagten sie? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info

 Germanen im SĂŒdwesten - Wie stylten sie sich? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info

 Germanen im SĂŒdwesten - Wie ernĂ€hrten sie sich? | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

 Canon Rock | Spieldauer 6 Minuten | Youtube | Stream & Info
Der rund 300 Jahre alte Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel ist von Namen her vielen kein Begriff. Das wunderschöne StĂŒck bzw. Thema wurde allerdings im Laufe der Jahre zigfach widerverwendet, teils in stark abgewandelter Form. Ich selbst spiele es immer wieder mit der Trompete (wenn auch nicht so gut wie er). Hier nun eine fetzige E-Gitarren-Version, die zurecht ĂŒber 116 Millionen Aufrufe hat. Freilich, das Erscheinungsbild der Gitarristin wird zur PopularitĂ€t auch etwas beigetragen haben. Ich selbst habe ja vor allem deshalb auf das Video geklickt - bin halt auch nur ein Mann! 😄


12 Kommentare:

  1. Wenn ich das richtig sehe, dann hat diese "ÖAWI" jeden oder zumindest so gut wie jeden Plagiatsfall, den ihr Gutachter wie Weber vorgelegt haben, abgebĂŒgelt. Immer mit dem Argument, es könne bei den Plagiaten kein Vorsatz festgestellt werden. Das ist purer Hohn, wenn jemand seitenweise fremdtexte in seine Arbeit eingebunden hat ohne die Originalquelle zu nennen.

    Wenn ich heute als Schlosser bei einer LehrabschlussprĂŒfung WerkstĂŒcke vorlege, die nicht den Maßtoleranzen entsprechen, dann kann ich mich ja auch nicht damit rausreden, dass ich nicht absichtlich schlampig gearbeitet habe, sondern falle selbstverstĂ€ndlich durch!

    Es schaut so aus, als ob "die da oben" es sich richten können und nach anderen MaßstĂ€ben als der Rest beurteilt wird.

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    1. Meine Lebenserfahrung sagt mir: Das sieht nicht nur so aus, sondern trifft oft tatsÀchlich zu.

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    2. Die ÖAWI zieht mit diesem geheimen Pimperlgutachten den Wissenschaftsstandort Österreich in den Schmutz und mach das Land in der Wissenschaftlercommunity vollkommen lĂ€cherlich. WĂ€re der lange Lulatsch im Bildungsministerium, der ja selbst viele Jahre lang Uni-Prof war, etwas wert, dann wĂŒrde er lĂ€ngst in diesen Sauhaufen reinfahren. Aber er ist ja leider Teil dieses ganzen Systems.

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  2. Die Canon-Variante von Wynton ist meine liebste, aber auch die mit der E-Gitarre ist ĂŒberraschend gut!
    Zum Herrn Stefan Weber und den Plagiaten: Er scheitert irgendwie daran, das Problem allgemein verstĂ€ndlich zu vermitteln. Den meisten Leuten ist es deshalb wurscht, wenn die Politikerkaste sich Titel kauft oder erschummelt. Wer weiß denn zB schon, was "Sprachdadaismus" ist? Ich habe zwar ein Studium (Geologie) abgeschlossen, und zwar auf ehrliche Weise, aber selbst ich habe mit dem Begriff nichts anfangen können.

    Schönes Wochenende!

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    1. Ja, phasenweise klingen die AusfĂŒhrungen eine Spur zu hochgestochen (musste "Dadaismus" auch googeln), aber unterm Strich sind sie eigentlich schon allgemein verstĂ€ndlich.

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    2. Dadaismus ;-)
      https://www.youtube.com/watch?v=xqTBlft8gQA

      LG,
      Erwin

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  3. Wenn die ehemalige Arbeitsministerin nicht absichtlich massenhaft plagiiert hat, dann kann sie es nur aus Unwissenheit getan haben, weil sie keine Ahnung vom zitieren hatte. Aber gilt nicht der Rechtsgrundsatz: Unwissenheit schĂŒtzt vor Strafe nicht? Tim

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  4. GrĂŒĂŸ dich, Hiltibold. Wir sind ja, wie du weißt, nicht immer einer Meinung, besonders was deine Haltung zum Denkmalschutz betrifft, aber in diesem Fall muss ich dir zu 100% zustimmen.
    Ein kleinformatiges Schundblatt hat den nimmermĂŒden Gutachter Weber kĂŒrzlich als "umstritten" bezeichnet. Dass besagtes Schundblatt zig Millionen von der Regierung zugeschanzt bekommt, aus deren Kreis auch die Plagiatorin stammt, hat die Begriffswahl sicher ĂŒberhaupt nicht beeinflusst.
    ;-)

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  5. Ich bin als Fan von Barockmusik eigentlich sehr kritisch, was Neuinterpretationen betrifft, weil das fast nie so richtig funktioniert, aber das ist schon saugut!
    C3PO

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  6. Hier noch der Link zum Original, das von Laura gecovert wurde: JerryC Canon Rock https://www.youtube.com/watch?v=by8oyJztzwo
    Ich finde Jerrys Version ja noch eine Spur dynamischer...

    GrĂŒĂŸe
    Ulrich

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    1. Danke fĂŒr den Link. Ich bin mir fast sicher, dass ich diese Version schon vor vielen Jahren einmal gehört habe. Das Video ist, wie ich sehe, seit 2006 auf Youtube, also selbst schon fast so etwas wie "Alte Musik" :)

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