Das Geheimnis der fliegenden Untertassen
Es ist mittlerweile schon länger her, dass ich hier einen historischen UFO/UAP-Bericht ausgegraben habe - deshalb heute gleich zwei. Dieser erste wurde am 23. März 1950 in den Innsbrucker Nachrichten veröffentlicht (hier geht es zum Original). Eigentlich handelt es sich dabei um die Zusammenfassung mehrere zum Teil dramatischer UFO-Erscheinungen, die rund um den Globus beobachtet worden sein sollen.
Das Geheimnis der „fliegenden Untertassen“. Kaum mehr abzuleugnende Beobachtungstatsachen. Neuartige Kriegsmaschine oder Ausflügler vom Mars? „T.T.“ Innsbruck. Auf unserem Redaktionstisch liegen sieben Meldungen internationaler Nachrichtenagenturen über die Beobachtung von „fliegenden Untertassen“. Sieben Berichte von einem Tag aus Algier, Madrid, Rio de Janeiro, Buenos Aires, Lissabon und Klagenfurt. Haben sich sämtliche Nachrichtendienste verschworen, oder sind plötzlich Hunderte von Menschen in aller Welt auf die gleiche Art und Weise verrückt geworden? Es sind aber nicht nur diese sieben Meldungen, nein, täglich gehen mehrere ähnliche ein, in letzter Zeit häufiger, im großen und ganzen aber schon seit drei Jahren! Ging man anfangs noch über derartige Berichte mit einem lächelnden Kopfschütteln hinweg, so ist dieses Kopfschütteln bei vielen Menschen inzwischen ernster und nachdenklicher geworden. Was läßt sich über die bisher bekannten Beobachtungen dieses seltsamen Phänomens zusammenfassend sagen? Wir wollen an Hand einer umfangreichen Sammlung von Agenturmeldungen und ausländischen Zeitungsberichten versuchen, darauf in knapper Form Antwort zu geben: Die Geschichte der „fliegenden Untertassen“ beginnt eigentlich mit dem 24. Juni 1947, an welchem Tage ein USA-Militärpilot auf einem Uebungsflug über dem Staate Idaho plötzlich neun riesige rotierende Scheiben gewahrte, die mit annähernd 2000 Kilometer Stundengeschwindigkeit an ihm vorüberrasten. Diese Nachricht löste eine wahre Flut von Vermutungen und ähnlichen Berichten aus, von denen allerdings ein Großteil als reine Einbildung abgetan werden konnte. Aber... am 7. Jänner 1948 wurde von mehreren Augenzeugen vom Boden aus in der Nähe des Fort Knox in den USA. wieder ein Flugkörper ähnlicher Art gesichtet. Eine in der Nähe kreisende Jagdfliegerstaffel wurde durch Funkspruch alarmiert, und tatsächlich gelang es drei Flugzeugen, sich der seltsamen Erscheinung zu nähern. In 6000 Meter Höhe mußten zwei weitere Flugzeuge die Verfolgung aufgeben, das letzte, von einem bewährten Kriegsflieger gesteuerte Jagdflugzeug jagte weiter mit Vollgas der blitzenden Scheibe nach. Stunden später fand man die Ueberreste der Maschine am Boden zerschellt auf. Als wahrscheinliche Ursache des Absturzes vermutete man, der Pilot sei im Eifer der Verfolgung zu hoch gestiegen und dann infolge Sauerstoffmangels bewustlos geworden. Wieder ein halbes Jahr später wurde von einem Verkehrsflugzeug aus eine fliegende Scheibe und daneben noch ein langer, zigarrenförmiger Flugkörper gesehen, wobei letzterer in einer Entfernung von knapp hundert Meter an dem entsetzten Piloten vorüberschoß. Um diese Zeit trafen plötzlich auch aus Skandinavien Berichte über die Beobachtung „fliegenden Untertassen“ ein. Da sie meist aus östlicher Richtung kommend über Norwegen und Schweden hinwegflogen, nahm man an, daß es sich um sowjetrussische Versuche mit neuartigen Flugkörpern handle. Dann trat wieder eine Art Ruhepause ein, die „fliegenden Untertassen“ schienen als Phantasiegebilde endgültig vergessen. Jedoch nicht sehr lange. In regelmäßigen Abständen kamen Berichte aus anderen Ländern: Kanada, Bolivien, Ja- pan und schließlich auch Italien. In Italien, von wo erst in den letzten Wochen wieder mehrere Meldungen eintrafen, haben in einigen Fällen Hunderte von Menschen gleichzeitig die geheimnisvollen Flugkörper gesehen. Gerade dieser Tage aber verdichten sich die Berichte in einem Maße, daß es wirklich nicht mehr möglich ist, die reinen Beobachtungstatsachen abzuleugnen. Die Beobachtungen stimmen in ihren wesentlichen Merkmalen völlig überein und wurden gleichzeitig an verschiedenen Orten gemacht. Die charakteristischen Momente sind: Die „fliegenden Untertassen“ tauchen häufiger des Nachts als am Tage in einer ungefähren Höhe von 10.000 Meter auf, gehen dann tiefer und scheinen minutenlang still-zustehen, um dann mit einer Geschwindigkeit von 1000 bis 2000 Kilometer ruckartig hochzusteigen und zu entschwinden. Der Durchmesser der Scheiben beträgt schätzungsweise 15 bis 70 Meter. Immer ist von einer gleichzeitigen Lichterscheinung, ähnlich dem Feuerschweif eines V-Geschosses, die Rede, wobei die Scheiben rasend um die eigene Achse rotieren sollen. Am 17. März traf nun ein Bericht aus Mexico-City ein, der an Deutlichkeit nichts mehr zu wünschen übrig läßt: Einer Gruppe von Jagdfliegern sei es gelungen, eine Flugscheibe zu verfolgen und einzukreisen. Dabei konnten die Piloten sehen, daß es sich um einen metallischen Körper handle, an dessen Oberseite sich eine Art Auspuffrohr, wie bei der „V-1“, befand. Als sich die Flugscheibe eingekreist sah, zog sie zunächst einige Kreise, um dann in die Höhe zu schnellen und mit irrsinniger Geschwindigkeit in die Stratosphäre zu entschwinden. Es soll aber gelungen sein, von ihr zahlreiche Aufnahmen zu machen, und die Flieger sind der Meinung, daß es sich um einen ferngelenkten Flugkörper mit eingebautem Fernsehgerät und Düsenantrieb handle (Anm.: Den Begriff "Fernsehgerät" sollte man hier nicht streng im heutigen Sinn interpretieren.) Eine Reihe photographischer Aufnahmen von Flugscheiben sind auch schon seit längerer Zeit im Besitze des amerikanischen Verteidigungsministeriums, das einen eigenen Untersuchungsausschuß zur Prüfung der geheimnisvollen Flugscheiben seit zwei Jahren eingesetzt hat und damit die eigenen Dementis der Angelegenheit Lügen straft. Es bleibt eigentlich nur noch die Frage offen: Woher kommen die „fliegenden Untertassen“? Sind sie überhaupt irdischen Ursprungs oder stammen sie von anderen Weltkörpern, auf denen denkende, menschenähnliche Wesen leben? Die außerirdische Herkunft der Flugscheiben anzunehmen ist solange kein Anlaß, als nicht ihre irdische eindeutig widerlegt ist. Außerdem sind nach Ansicht führender Fachleute die scheibenförmigen Flugkörper kein geeignetes Fahrzeug zur Durchquerung des Weltraumes. Nachrichten von angeblich abgestürzten Flugscheiben -- man soll hierbei sogar die Leichen von zwergartigen Menschenwesen in ihnen entdeckt haben -- liegen nur vereinzelt vor und wurden in keinem Falle bestätigt. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, anzunehmen, daß nur die Amerikaner oder die Russen als Erbauer der Flugscheiben -- soferne sie, wie gesagt, irdischer Herkunft und keine bloße Vision sind -- in Frage kommen. Daß sie bei der Frage nach dem Woher nicht „Hier!“ rufen, ist ebenso klar. Es wurde auch bereits darauf hingewiesen, daß es doch eigenartig sei, daß aus den Ländern der sowjetischen Einflußsphäre bisher keine einzige Flugscheiben-Meldung gekommen sei aber das kann ja nur eine Folge der Nachrichtenzensur sein. Jede weitere Vermutung ist bis zu einer wirklich eindeutigen Meldung von der Auffindung oder „Festnahme“ einer solchen „fliegenden Untertasse“ oder dem Vorliegen klarer Photographien sinnlos. Unter uns gesagt: Es wäre doch viel schöner, wenn alles nur Bluff und Phantasie und nicht am Ende das neueste Kriegs- und Mordinstrument einer wahnwitzig gewordenen Menschheit wäre! --th-- |
Was der Autor dieser Zeilen beispielsweise nicht wusste: Das UFO-Phänomen nahm seinen Anfang mitnichten erst in der unmittelbaren Nachkriegszeit, denn Scheiben und zigarrenförmige Objekte werden bereits in viel älteren Texten als Himmelserscheinungen überliefert - etwa bei Titus Livius, der vor rund 2000 Jahren schrieb.
Ansonsten ähneln die Beobachtungen, die der Journalist der Innsbrucker Nachrichten hier schildert, sehr dem, was auch heute noch das UFO-Phänomen in vielen Fällen begleitet. Etwa die in der Luft stillstehenden Flugobjekte, die plötzlich mit einem absurden Affenzahn hochsteigen, was - aus heutiger menschlicher Perspektive - technisch eigentlich unmöglich ist. Geschildert wurden solche Vorkommnisse in den vergangenen Jahren unter anderem vom hochrangigen US-Piloten Commander David Fravor in mehreren Interviews (Lex Friedman, Joe Rogan usw.). Im Disney-SciFi-Klassiker "Der Flug des Navigators" (1988) wurde dieses Flug-Charakteristikum ebenfalls aufgegriffen.
Reichsflugcheiben und mehr
Dieser zweite Artikel zum Thema UFO/UAP stammt ebenfalls aus dem Jahr 1950. Veröffentlicht wurde er in den Salzburger Nachrichten am 1. April... Allerdings ist er kein Aprilscherz (hier das Original).
Fliegende Scheiben - WirklichkeitSchon 1942 wurde an Rotations- und Turbofliegern gearbeitet Es läßt sich auf keinen Fall mehr abstreiten, daß die Sache mit den „Fliegenden Untertassen“, die seit geraumer Zeit das öffentliche Interesse mehr und mehr auf sich lenkt, auf ganz handfesten Tatsachen beruht. Den Tageszeitungen der verschiedensten Länder sind Beobachtungsberichte zu entnehmen, die kaum mehr mit dem Hinweis auf Massensuggestion abgetan werden können. So wird unterm 27. März eine durch Augenzeugen belegte Meldung aus Riva gebracht, daß in der nördlichen Gegend des Gardasees in drei verschiedenen Fällen fliegende Scheiben beobachtet wurden, die sich stundenlang, scheinbar ohne Bewegung in der Höhe des Monte Baldo hielten und dann blitzartig verschwanden. Ähnliche Meldungen liegen aus Livorno vor, wo sich die Erscheinung sogar alle zwei Stunden wiederholte. Es wird in italienischen Blättern darauf hingewiesen, daß die erste Konstatierung solcher Flugscheiben in der letzten Zeit in Westösterreich, in der Nähe von Bludenz festgestellt wurde. Weitere Erscheinungen wurden sowohl in Berlin wie in Addis Abeba, aber auch in Argentinien und Columbien beobachtet. Das allgemeine Kopfzerbrechen darüber hat dazu geführt, daß sogar die Meinung auf- tauchte, man habe es mit astronomischen Phänomenen zu tun und man wird vermutlich am kommenden 1. April nicht lang nach den Photographien der Marsleute zu suchen haben, die als Besatzung solcher fliegender Scheiben von findigen Journalen den Lesern vorgelegt werden. Trotzdem scheint dieses bisher etwas fragwürdige Kapitel der Ge- schichte menschlicher Erfindungen aus dem Reiche Jules Vernescher Phantasien in das der Wirklichkeit zu übersiedeln: Die große französi- sche Zeitung ,,Le Monde" veröffentlicht Erklärungen des berühmten italienischen Ingenieur Giuseppe Beluzzo, eines Turbinenspezialisten, der ehemals unter Mussolini Minister war. Der heute 63-Jährige bestätigt in einem Artikel des ,,Giornale d'Italia", daß Flugmaschinen aus Ultra-Leichtmetallen in Scheibenform schon im Jahre 1942 in Italien und Deutschland ausgearbeitet wurden, die imstande waren, je eine Bombe bis zu 5000 Kilo zu tragen (Anm.: Beluzzos Ausführungen sollen angeblich die Grundlage für den späteren Mythos der sogenannten "Reichsflugscheiben" sein). Der bekannte Techniker beschreibt diese Scheiben als Maschinen, die eine Dicke von zirka zwei Metern und einen Durchmesser von zehn Metern haben. Sie tragen zwei große Turbinen, die im gegenläufigen Sinn operieren. Es ist bisher nicht bekannt geworden, welche Staaten die weitere Fortbildung solcher Maschinen übernommen haben, aber die jüngsten Beobachtungen mexikanischer Flieger besitzen insofern einen besonderen Wert, als sie in der Nähe des amerikanischen Staates Neu-Mexiko gemacht wurden, von dem bekannt ist, daß dort ähnliche Versuche mit fliegenden Groß-Projektilen unternommen wurden. Nun zur technischen Angelegenheit. Seit über 50 Jahren ist den Physikern der sogenannte „Magnuseffekt" bekannt, wonach ein rotierender Zylinder in bewegter Luft nach derjenigen Seite abzuweichen pflegt, die im Sinne der Drehrichtung rechtwinklig zum Einfall der Luftbewegung steht. Die Entdeckung dieses Effektes führte zunächst dazu, daß die Geschoßläufe von Gewehren und Kanonen mit einem Drall versehen wurden, um den Projektilen eine überaus rasche Rotationsbewegung zu verleihen, die sie befähigt, während des Durcheilens der Bahn Windbewegungen automatisch zu kompensieren. In späterer Zeit hat der sogenannte Flettnersche Rotor, an den sich manche Leute noch erinnern werden, Aufsehen gemacht. An Stelle eines Segels waren da auf kleinen Booten zwei große rotierende Zylinder montiert, die den Magnuseffekt zur Fortbewegung des Schiffes ausnützten. Viel ist aus der Geschichte nicht geworden, weil man ja auch mit einem gewöhnlichen Segel nicht viel schlechtere Ergebnisse zustande brachte. Heute, da die Technik so weit fortgeschritten ist, rotierenden Massen ungeheure Geschwindigkeiten zu verleihen, ist die Sache schon anders. Man hat es auf diese Weise in der Hand, den Magnuseffekt dazu zu benützen, auf der oberen Seite einer fliegenden Scheibe Luftverdünnungen zu schaffen, die Luftverdichtungen auf der unteren entsprechen und so gegen die Schwerkraft wirken können. Dazu kommt aber noch der bekannte Kreiseleffekt, der bei rascher Rotation der gesamten Scheibe dieser eine beträchtliche Stabilität im Sinne der Waagrechten verleiht, so daß ein Abrutschen unmöglich ist. Schließlich ist ja auch bei modernen Flugmaschinen von der Art des Hubschraubers das Problem der Schaffung eines luftverdichteten Polsters unterhalb der Flugmaschine zu lösen gewesen. Nach gewissen Feststellungen dürften die modernen Flugmaschinen in Scheibenform nicht nur mit großen Turbinen, die zur Erreichung der Tragfähigkeit benützt werden, ausgestattet sein, sondern es sind auch, eine Reihe von kleineren Turbinen kreisförmig angeordnet, die der Flug- scheibe je nach Wunsch eine Beschleunigung in irgend einer beliebigen seitlichen Richtung verleihen können. Auf diese Weise erklärt sich auch die ungeheure Wendigkeit der neuen Maschinen, von der die meisten Beobachtungen zu erzählen wissen. ,,Le Monde" frägt, von welchem Lande wohl die fliegenden Scheiben aufgestiegen sein könnten, die den Himmel von Marokko, Portugal, Italien oder Argentinien unsicher machen. Wenn schon nach den Plänen von 1942 die Reichweite solcher Maschinen mit 5000 Kilometer angegeben war, meint diese Zeitung, so sei es nicht unwahrscheinlich, daß die von heute von einem Kontinent auf den andern mit Leichtigkeit hinüber wechseln könnten. Man braucht sich aber auch nicht wundern, daß solche Maschinen bisher von keinem Aeroplan ,,alten Stils" erwischt werden konnten, wenn man in Rechnung zieht, daß die Bewegung der fliegenden Scheiben, wenn nötig, bis zur Ultraschallgeschwindigkeit gesteigert werden kann. Ob solche Maschinen bemannt oder ferngesteuert sind, geht aus keinem der zur Zeit vorhandenen Kommentare mit Deutlichkeit hervor. Fast möchte man Letztere annehmen, obwohl nichts dagegen spricht, daß menschliche Insassen einer Flugmaschine eine Geschwindigkeit ertragen, die über die des Schalles hinausreicht. Der Geschwindigkeit, mit der sich ein entsprechend geschützter menschlicher Organismus durch den Raum bewegen kann, ist nämlich kaum ein Ziel gesetzt. Ganz anders verhält es sich jedoch mit der Beschleunigung, also der Geschwindigkeitszunahme, mit der solche Riesengeschwindigkeiten erreicht werden. Hier verträgt der Mensch, wie jeder Sturzflieger aus eigener Erfahrung weiß, nur beschränkte Grenzen. Und somit läßt das überaus rasche Verschwinden, das von den Beobachtern ,,Fliegender Scheiben" fast immer gemeldet wurde, wohl den Schluß zu, daß es sich zur Zeit hier noch um unbemannte, entweder automatisch gesteuerte oder ferngelenkte Flugmaschinen handeln dürfte. |
Aus Adalar wird eine Gisela - Geschlechtsumwandlung vor 93 Jahren
Hier der erstaunliche Bericht der Tageszeitung "Vorarlberger Wacht" über den sehr frühen Fall einer 'Geschlechtsumwandlung' aus dem Jahr 1933 (Originaltext). Ort des Geschehens war Budapest. Dieses Beispiel zeigt, dass es sich hierbei um kein ganz neues Phänomen handelt. Solche Menschen hatten es dazumal aber eher schwer und wurden beispielsweise während der Herrschaft des Nationalsozialismus verfolgt. Heute ist man freilich in ein anderes Extrem verfallen und die Staatsgewalt bedrängt zunehmend die Kritiker dieses Themenkomplexes. Offenbar neigen die Herrschenden - quer durch die Zeiten und unabhängig vom politischen System - dazu, die Bevölkerung hinsichtlich ihrer sexuellen Ansichten gleichbügeln zu wollen. Stichwort "Moral". Wobei man diesen Begriff heute gerne durch "Toleranz" ersetzt. Hört sich zwar besser an, läuft aber meistens aufs Gleiche hinaus.
Aus Adelar wird eine Gisela Wien, 27. Juli. (-) Auf der Apponyi-Poliklinik in Budapest wurde auf chirurgischem Wege ein junger Bursche in ein Mädchen verwandelt. Der Name des Patienten wurde zunächst verschwiegen, man erfuhr nur so viel, daß man ihn nach der Operation Gisela benannte. Die Operation dauerte länger als eine Stunde, sie gelang ausgezeichnet. Ueberraschungen sind bei dem heutigen Stande der medizinischen Wissenschaft bei einer solchen Operation nicht mehr zu befürchten. Das junge Mädchen liegt nun in einem Einzelzimmer, bis es vollkommen wiederhergestellt sein wird. Gisela wurde von einem Journalisten aufgesucht, der sie als junges Mädchen mit langem, gewelltem Haar und Gesichtszügen von etwas männlichen Charakter beschreibt. Der Brustkasten macht jedoch den Eindruck eines jungen Mädchens im Pubertätsalter. Die geschlechtliche Umwandlung Gisela war unruhig, nervös und klagte über Schmerzen. Die Klagen machten den Eindruck, als ob sie von einem schwachen weiblichen Wesen ausgingen. Gisela beruhigte sich aber bald und sprach dann mit normaler Stimme, die etwas knabenhaft anmutet, von ihrer Zukunft, vor der sie sich ängstigt, da sie nicht weiß, was aus ihr werden soll. Schließlich gab sie auch ihren früheren Namen preis. Sie hieß Madar Kramer, 18 Jahre alt und stammt aus einer durchaus normalen Familie. Die Aerzte der Klinik erzählten, daß in der ganzen Welt nur zwölf solche Operationen durchgeführt worden seien. Diese Nachricht darf etwa nicht so verstanden werden, als ob es sich um eine wirkliche Umwandlung des Geschlechtes gehandelt hatte. Die Operation wurde an einem jener Menschen vorgenommen, die in den Bereich der sogenannten sexuellen Zwischenstufen gehören. Darunter versteht man nicht nur die seelisch abartigen Männer mit mehr oder weniger start ausgeprägten Merkmalen weiblichen Charakters und Empfindens und die abartigen Frauen mit männlichem Wesen; es gibt auch Zwischenstufen, deren körperlicher Typus nicht klar erkennen läßt, welchem Geschlecht sie zugehören. Operative Korrektur Diese Menschen haben sich aus einer ursprünglich zwiegeschlechtlichen Anlage nur unzureichend in der Richtung auf ein Geschlecht hin entwickelt. Es kommt nun häufig vor, daß dabei auch die äußeren Geschlechtsorgane ein abnormales Aussehen haben, daß etwa ein mannähnliches Geschlechtsorgan entsteht, das bei näherer Untersuchung seinem weiblichen Charakter erkennen läßt. Auch die Keimdrüsen im Körperinnern verraten mitunter eine andere Geschlechtszugehörigkeit, als einem so anormalen Kinde nach der Geburt zugesprochen worden ist. Kommt dazu noch bei herangereiften Menschen dieser Art der Wunsch, seinem Empfinden gemäß dem anderen Geschlecht anzugehören, dann kann ein Irrtum, der von Kindheit auf bestanden hat, nicht nur durch Aenderung der Kleidung und anderen äußeren Geschlechtskennzeichen, sondern in manchen Fällen auch durch eine Korrektur auf operativem Wege vollzogen werden. |
Wie aus dem Artikel hervorgeht, stand die Geschlechtsumwandlung bzw. die Geschlechtsangleichung damals in wissenschaftlicher Hinsicht gerade erst am Beginn. Man darf annehmen, dass viele Interessierte an so einem chirurgischen Eingriff ab 1933 nach Budapest auswichen, nachdem in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft, das sich in diesem Bereich schon einen Namen gemacht hatte, zwangsweise geschlossen wurde. Freilich, der oben beschriebene Fall ist nur teilweise mit dem gleichsetzbar, was mittlerweile in diesem Bereich stattfindet
Eines noch: Der männliche Vorname des Patienten ist in der Überschrift und im Artikel nicht derselbe. Zwei LLMs meinten auf Nachfrage übereinstimmend, dass damals in der Redaktion wahrscheinlich zwei Artikel zusammengestückelt wurden. Im ersten kannte man den Namen noch nicht, im zweiten dann schon. Allerdings vergaß man, nach dem Vereinigen der Texte die Überschrift anzupassen.... Hört sich einleuchtend an. Aber da soll noch einmal jemand behaupten, früher sei der Journalismus besser gewesen als heute!
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