Donnerstag, 5. November 2026

👍 Ich habe jetzt einen richtigen Ständer!

Nicht nur Krawall-Youtuber können Clickbait, sondern auch der launige Geschichtsblogger Hiltibold! 😉

Wie schon vor einigen Wochen hier berichtet, besitze ich seit dem Sommer einen 3D-Drucker. Das Gerät ist fantastisch. So unendlich viele nützliche (und überflüssige) Dinge kann man damit herstellen. Die entsprechenden 3D-Modelle lassen sich entweder aus einer der großen Online-Bibliotheken herunterladen, die von Nutzern aus der 'Community' bespielt werden - oder man konstruiert sich das Zeug in einer (kostenlosen) CAD-Software selbst (wer davon keine Ahnung hat, der findet auf Youtube unzählige Videoanleitungen, auch auf Deutsch). Beispielsweise habe ich gestern - einer plötzlichen Eingebung gehorchend - einen bewusst minimalistischen Ständer für einen mittelalterlichen Nasal-Helm in "Fusion" konstruiert und dann natürlich auch gleich ausgedruckt. Zuvor stand der Helm fast 10 Jahre lang auf einer mit Stoff umwickelten Dose für löslichen Cappuccino - es war sogar noch ein bisschen Kaffee drinnen 😄. Wie pflegte mein Opa immer zu sagen: Nichts hält so lange wie ein gutes Provisorium!

Aber damit war nun Schluss. Das Zeichnen ist in ca 30 Minuten erledigt gewesen, der Druck hat hingegen satte 14 Stunden gedauert... - obwohl ich bei der Druckqualität bei weitem nicht aufs Maximum gegangen bin (das Ding wird ja überwiegend vom Helm verdeckt). 702 Gramm Kunststoff (kompostierbares PLA) sind dafür draufgegangen (bei 6 Wandschichten und 15 Prozent Infill - die Kenner wissen, von was ich hier quassle). Und ich sage gleich dazu: Das wäre wohl auch mit deutlich weniger gegangen - aber ich wollte einfach hinsichtlich der Stabilität auf Nummer sicher gehen. Mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden. Der Helm, den ich ausschließlich als Deko fürs Arbeitszimmer verwende, liegt bombenfest auf und durch die in die Breite gehende Basis fällt so schnell nichts um - im Gegensatz zum alten Kaffeedosen-Ständer (der Helm befindet sich auf einer Kommode direkt neben der Tür des Arbeitszimmers - da kann man schon mal versehentlich anstoßen).


Der eine oder andere Leser wird sich beim Betrachten des Endprodukts denken, na gut, da hättest du auch gleich ein Plastikrohr verwenden können. Jain. Denn das Rohr habe ich nicht zuhause vorrätig, sondern hätte es im relativ weit entfernten Baumarkt kaufen und dann bearbeiten müssen (anmalen, zuschneiden). Das kostet mich wesentlich mehr Zeit, als das Konstruieren am PC; und beim Druckvorgang muss ich ja nicht ständig daneben stehen und zusehen. So standfest wie der selbstgemachte Ständer wäre das Rohr außerdem nie gewesen.

Mir ist beim Herstellen dieses Teils überdies der Gedanke gekommen, dass ich da für viele andere meiner historischen Replikate ähnliche Helferlein drucken könnte, um sie besser zu präsentieren. Etwa für Ringe, Fibeln, Messer usw. Wobei ich beim Material dann auf Kunststoff zurückgreifen könnte, dem Holzpulver beigemischt ist. Das macht es in bestimmten Fällen optisch stimmiger; hingegen beim Helmständer war dezentes Schwarz, das weniger hervorsticht, die erste Wahl (so wie ich ja auch bei meinen Kleiderpuppen auf Schwarz setze). Ich denke aber, als nächstes werde ich mich meinen (unechten) Römer-Münzen zuwenden, die zurzeit auf einem Häufchen im Bücherregal liegen. Die haben besseres verdient!





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