Mittwoch, 5. Februar 2014

Buch: Mathematik, Maße und Gewichte in der Antike

Im von O. A. W. Dilke verfasste Büchlein Mathematik, Maße und Gewichte in der Antike (Reclam) wird der Leser mit der Zahlenwelt der antiken Hochkulturen vertraut gemacht.
Beispielsweise erfährt man hier Interessantes über babylonische Ziffern, die unterschiedlichen Methoden der Zeitmessung und ein von Heron entwickeltes Verfahren, mit dessen Hilfe es möglich ist einen Tunnel von zwei Seiten eines Berges zu graben, so dass sich die beiden Bautrupps genau in der Mitte treffen.
Das vorliegende Werk eignet sich sowohl zum Schmökern wie auch zum Nachschlagen. Sollte etwa beim Lesen eines antiken Textes die Frage auftauchen, wie viele Liter einem sumerischen gur entsprechen (Anm.: 246 Liter), dann genügt ein Blick in das Kapitel mit den Hohlmaßen um eine befriedigende Antwort zu erhalten.
So viel zum Positiven, nun meine Kritik, die auch gleich an das zuletzt erwähnte Beispiel anknüpft: Die unterschiedlichen Umrechnungstabellen sind im gesamten Buch verstreut. Dadurch ist es unvermeidbar, immer wieder danach suchen zu müssen. Ein zentrales Zusammenfassen erscheint mir hier zumindest für jene Leser vorteilhaft, die im Zuge ihrer Arbeit häufig gezwungen sind nachzuschlagen. Außerdem fallen einige der Erläuterungen etwas dürftig aus - selbst für ein 135-seitiges Einführungswerk. 

Fazit: Trotz kleiner Mängel handelt es sich um ein gut leserliches, sehr nützliches und relativ günstiges (€ 4,80) Büchlein, das nicht ohne Grund bereits in der 6. Auflage erschienen ist. Ich vergebe 4 von 5 möglichen Punkten. 

Inhaltsverzeichnis: 

Vorwort
Die Hintergründe
Buchstaben als Zahlzeichen
Mathematiklehre in der griechischen Welt
Messtechnik
Mathematik für Landvermesser und Architekten
Kartographie und das Konzept des Maßstabs
Zeitmessung
Berechnungen in Wirtschaft und Handel
Mathematik zum Zeitvertreib und im Okkultismus
Die Folgen
Abbildungsnachweis
Literatur


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Weiterführende Informationen:

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