Donnerstag, 11. Oktober 2018

Krimskrams: Wenn sich Bücher häuten -- Leserbeirat = Jubelperser? -- Betriebssystem-Wechsel

Wenn sich Bücher häuten ...

Ich gehe mit meinen Büchern sehr pfleglich um. Umso ärgerlicher ist es für mich, wenn so ein Buch sich ohne mein Zutun von selbst aufzulösen beginnt. Über die abgehende Goldschrift auf den Cornwell-Romanen von Rowohlt, die auf minimale Mengen Handschweiß reagiert, als handle es sich um Salzsäure, habe ich ja schon berichtet.
Deutlich langsamer, aber nichtsdestoweniger drastisch vollzog sich ein ähnlicher Vorgang bei dem unten abgebildeten Buch. Hier löste sich die Hochglanzlaminierung des Schutzumschlages freilich nicht schon beim Lesen auf, sondern erst in den folgenden drei Jahren - und zwar unbeobachtet im Bücherregal.



Ich bin an sich sehr dafür, Buchcover optisch ansprechend zu gestalten, aber wenn die 'Veredelung' ein Ablaufdatum besitzt, dann sollte man sich lieber auf Bewährtes beschränken und verlässlichere Materialien verwenden.

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Leserbeirat = Jubelperser?

Den Zeitungen kommen die Leser abhanden. Das bloß aufs böse Internet zu schieben, ist nicht nur unwahr, es bringt auch nichts. Deshalb sucht man nach Auswegen. Freilich, nicht nach den richtigen, sondern eher nach den vermeintlich einfachsten. Bei der Kleinen Zeitung, die vor allem die Bundesländer Steiermark und Kärnten 'bespielt', kam man auf die Idee, einen Leserbeirat ins Leben zu rufen, der die Zeitungsmacher "mit Verbesserungsvorschlägen unterstützen" soll. Für diesen Beirat wurden aus 500 Bewerbungen insgesamt 50 Personen ausgewählt. Die genauen Kriterien für diese Auswahl sind mir unbekannt, allerdings dürfte Quotendenken eine gewisse Rolle gespielt haben, denn auf dem 'Klassenfoto' des Beirates sind rund 50 Prozent Frauen zu sehen. Und das obwohl laut einschlägigen Statistiken wesentlich mehr Männer als Frauen Tageszeitungen (online wie auch offline) lesen. Daraus folgt, dass in diesem Beirat weder der Durchschnittsleser im korrekten Verhältnis vertreten sein dürfte, noch dass unbedingt die kritischsten Geister zum Zuge kamen - das Geschlecht war wichtiger. In einem aktuellen Bericht über ein Treffen des Leserbeirates sind von diesem dann auch fast nur Lobeshymnen zu hören, die nicht selten ins Peinliche abgleiten. So wird ein Teilnehmer wie folgt zitiert: "Es war mir eine große Ehre, mitzuwirken, die Ressorts und Redakteure kennenzulernen." 

Glaubt man ernsthaft, es wäre möglich, mit solchen Jubelpersern eine Zeitung fit für die nächsten Jahre zu machen? Wären da nicht Menschen besser geeignet, die einem nicht Honig um den Bart schmieren und erzählen, wie geil man doch (trotz Leserschwund) ist?

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Ich mag nicht mehr: Betriebssystem-Wechsel

Ich möchte auf meinem Schreibtisch-PC, mit dem ich auch überwiegend die Beiträge für dieses Blog schreibe, noch diesen Herbst einen Wechsel von Windows hin zu Linux vollziehen. Bisher hat mich davon hauptsächlich abgehalten, dass von mir regelmäßig verwendete Programme wie z.B. Pro/ENGINEER (Creo Parametric) und Altium Designer nicht nativ unter Linux laufen (und mit Wine oder ähnlichen Zusatzprogrammen/Virtualisierungslösungen herumfummeln mag ich nicht).
Da sich aber diverse Umstände für mich zwischenzeitlich geändert haben, fällt der Software-Grund weg. Es bleibt eigentlich nur meine Bequemlichkeit als Hinderungsgrund, die ich jetzt aber überwinden werde - nicht zuletzt wegen den zweifellos implementierten Hintertürchen und zunehmend ausgebauten Datensammelfunktionen  in Windows und ähnlichen Produkten (siehe auch MacOS). Hinzu kommt, dass die Firma Microsoft Windows neuerdings als "Dienst" bezeichnet. Und Dienste können einfach gesperrt werden - z.B. Wikileaks weiß davon seit der Geschichte mit Paypal ein Lied zu singen.

Welche Linux-Distribution ich wählen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Zurzeit stehen Debian, Mint und Fedora in der engeren Auswahl - Ubuntu ist bereits ausgeschieden. Mal sehen, was meine weiteren Praxistests ergeben.

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Kommentare:

  1. Das sieht ja richtig übel aus.
    Man verfährt aber leider auch bei Verlagen und Druckereien längst nach dem Motto: Billig, billiger, am billigsten. Wichtig ist vor allem, dass so ein Buch im Laden gut aussieht. Was danach passiert, ist das Problem des Käufers.

    Wünsche ein schönes Wochenende,
    Der Wanderschmied

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  2. Mein Bruder verwendet Linux. Habe es auch mal vor ein paar Jahren auf dem Notebook getestet, bin damit aber nicht zurechtgekommen und nach ein paar Wochen wieder zurück zu Windoof gewechselt :-)

    Liebe Grüße,
    Britta

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    1. Diese Erfahrung habe ich auch vor Jahren gemacht. Aber Linux ist zwischenzeitlich wesentlich benutzbarer geworden ;)

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  3. Kann Linux Mint aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Fühlt sich ähnlich an wie Windos, hat guten community-Support und ist allgemein recht vielseitig. Ich will nicht behaupten, dass man aus anderen Distributionen nicht mehr herauskitzeln könnte, aber dafür muss man Profi sein und das bin ich nicht.

    Grüße
    Ulrich

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    1. Mint sieht tatsächlich gut aus. Nicht nur optisch, sondern auch von der Bedienbarkeit und Hardware-Kompatibilität.

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