Freitag, 8. Februar 2019

ūüďĖ Buch: Gladiatoren-Kochbuch

Schmackhaft und leistungssteigernd

Gladiator war kein leichter Beruf: Erstens musste man damit rechnen, einen gewaltsamen Tod zu erleiden. Und zweitens bestand der Alltag aus √ľberaus schwei√ütreibendem Training. Hiebei war - wie auch im modernen Spitzensport - eine perfekt abgestimmte Di√§t als Unterst√ľtzungsma√ünahme unverzichtbar. Wie diese konkret aussah, wird im "Gladiatoren-Kochbuch" von Christian Eckert auf 120 Seiten geschildert.

In einem Sachteil berichtet der Autor u.a. von seinen eigenen Erfahrungen, die er im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts der Universität Regensburg machte: Zusammen mit 27 weiteren Studenten trainierte er 40 Tage lang im antiken Amphitheater von Carnuntum (Deutsch-Altenburg, Niederösterreich) wie ein römischer Gladiator. Ein wichtiger Aspekt des Experiments war die gladiatorentypische Ernährungsweise. Diese bestand - wie erläutert wird - nicht zufällig fast ausschließlich aus vegetarischen Gerichten.

Im eigentlichen Kochbuchteil finden sich dann 45 entsprechende Rezepte, die unterteilt wurden in Eintopfgerichte (z.B. Puls aus Gerste und Hartk√§se, Puls aus Dinkel und Bohnen), Brot (z.B. Pfannenbrot, Gef√ľllte Fladen), Gem√ľse und Salate (z.B. Wei√üer Wirsing mit Garnelen, Gurkensalat mit Schafsk√§se), Geriebenes (z.B. Kichererbsenpaste, Wei√ües Moretum), Eier und K√§se (z.B. Eieromelette mit Schafsk√§se und Fr√ľhlingszwiebeln, Zucchini-Puffer)
Alle Rezepte - die nicht den Anspruch erheben, historisch 100prozentig authentisch zu sein - sind recht leicht nachzukochen. Und zwar sowohl hinsichtlich des Aufwandes wie auch hinsichtlich der ben√∂tigten Zutaten. Es handelt sich hierbei n√§mlich um eine sehr bodenst√§ndige und kosteng√ľnstige K√ľche.

Ich habe selbst einige der im Buch enthaltenen Gerichte mehrfach nachgekocht - u.a. den Pfannkuchen mit Pilzen und Maronen sowie den Puls aus Gerste und Hartk√§se. Beides hat mir sehr gut geschmeckt. Und mehr noch: Da ich t√§glich mindestens eineinhalb Stunden Sport betreibe, konnte ich beobachten, dass mir dabei gerade die Puls-Gerichte weniger stark im Magen liegen, als manch modernes Gericht auf z.B. Kartoffelbasis. Will hei√üen, ich habe nach der Hauptmahlzeit keine auff√§lligen Leistungseinbr√ľche in Form von pl√∂tzlicher Schlappheit versp√ľrt, die in der Vergangenheit immer wieder dazu f√ľhrten, dass ich das Training zeitlich nach hinten verschieben musste. Der Autor hat also v√∂llig recht, wenn er schreibt, dass man aus der Di√§t antiker Gladiatoren auch heute noch seinen Nutzen ziehen kann.

Das Buch enth√§lt einige Grafiken und viele gro√üformatige Fotos. Die Gerichte wurden dabei nicht auf modernem, sondern auf historischem Geschirr pr√§sentiert - was sehr gut aussieht. 
Den Kopf sch√ľtteln muss ich allerdings hinsichtlich des Buchtitels. Wozu bittesch√∂n das 'Deppenleerzeichen', das nicht nur auf dem Cover, sondern auch im Vorwort Verwendung findet?  Lieber Autor und lieber Verlagslektor, das kann doch nicht euer Ernst sein?

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Kommentare:

  1. Dass die Gerichte einfach sind, ist auch f√ľr mich ein Hauptkriterium. Ich habe einfach keine Zeit, mich stundenlang an den Herd zu stellen und auf der Such nach ausgefallenen Zutaten durch die Stadt zu gondeln.

    LG
    Erwin

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    1. Geht mir genauso. Mehr als eine halbe Stunde mag ich in die Kocherei nicht investieren.

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  2. Kann es sein, dass du in letzter Zeit unter die Köche gegangen bist?
    ;-)

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