Donnerstag, 8. Dezember 2016

Krimskrams: Post für den "Top-Rezensenten" ^^ -- Cheops-Skandal: Interpol-Haftbefehl aufgehoben -- Realsatire Campus Galli

Post für den "Top-Rezensenten" ^^

Wieder einmal das Thema Amazon-Rezensionen: Folgende merkwürdige Information erhielt ich nämlich in der Vorwoche:

Hinweis für Top Rezensenten: Änderung in Rezensionsrichtlinien für Nicht-verifizierte Käufe 
Guten Tag,

als fleißiger Rezensent von Produkten auf Amazon möchten wir natürlich, dass Sie einer der Ersten sind die über die Änderung in unseren Richtlinien für Rezensionen informiert werden.  [...]  

Kunden können nun nur noch eine begrenzte Anzahl an Rezensionen pro Woche einstellen, die als nicht von Amazon verifizierte Käufe gelten. Die Zählung wird wird jede Woche von Sonntag 24:00 Uhr GMT bis Samstag 23:59 Uhr GMT kalkuliert. Ihre Fähigkeit Rezensionen einzustellen die als von Amazon verifizierter Kauf gelten wird hiermit nicht beeinträchtigt. Diese Richtlinie gilt nicht für Vine Rezensionen oder Rezensionen zu digitalen Inhalten, physichen Büchern, Musik oder Videos. 

[...]  

1. Ich wusste gar nicht, dass ich ein sogenannter "Top-Rezensent" bin. Dann erinnerte ich mich aber daran, dass es bei Amazon irgendwo tatsächlich eine Rangliste gibt und schaute einmal nach, wo ich da genau stehe: Wie sich herausstellte auf Platz 2270. Ist das wirklich schon "top"? Und was habe ich davon, außer ein erhabenes Gefühl? ;)
(Wichtige Anmerkung: Nachdem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, bewertete ich ein Buch mit "nur" drei Sternen und wurde umgehend auf Platz 2401 zurückgeworfen. Was sagt uns das wohl darüber aus, welche Rezensionen Amazon von seinen Kunden erwartet...?)

2. Was bitteschön will Amazon denn bezüglich Rezensionen für nicht verifizierte Käufe "kalkulieren"? Ich bespreche bestenfalls ein Buch alle zwei bis drei Wochen (lediglich zurzeit sind es mehr, da ich übers Jahr zu viel habe liegen gelassen habe). Aber in der Tat, dabei handelt es sich mittlerweile häufiger um Bücher, die ich nicht bei Amazon gekauft habe. Vor allem deshalb, weil ich neuerdings die Möglichkeit habe, mir Bücher unkompliziert bei einem Buchladen mitzunehmen.

3. Diese neuen Regeln scheinen mit einer Meldung in Zusammenhang zu stehen, wonach man bei Amazon den Rezensionsbereich ein wenig umkrempeln und vor Fake-Rezensionen schützen möchte. Was zwar ein schöner Vorsatz ist, doch gerade über Rezensenten, die in der Amazon-Rangliste weit vorne stehen, habe ich nun bei meiner Recherche gelesen, dass es sich hierbei mitunter um keine realen Einzelpersonen handeln könne, da von ihnen z.T. mehrere Produkte pro Tag rezensiert werden. Siehe etwa diesen interessanten Artikel über "Das geheime Leben der Top-Rezensentin".
Ebenfalls lesenswert ist dieser Artikel über einen Ex-Rezensenten, der das Rezensionssystem von Amazon für unmoralisch hält. Man beachte beispielsweise den Kritikpunkt, dass über die Bewertungsmöglichkeit von Rezensionen Druck auf den Rezensenten ausgeübt werden könne. Allzu kritische Rezensionen würden nämlich gerne auf diesem Weg abgestraft, was wiederum das Ranking in der Rezensenten-Liste negativ beeinflusst. Und bei jenen, die ganz vorne in dieser Liste stehen, geht es nicht mehr nur ums Prestige, sondern auch ums Geld, weil sie mit kostenlosen Testprodukten quasi zugeschüttet werden.
Ob aber jene, die da negative Rezensionen abstrafen, wirklich immer bloß einfache Kunden sind? Ist es nicht genauso gut möglich, dass dahinter Verlagsangestellte und Autoren stecken? Denen ist laut Amazon zwar untersagt, für die eigenen Produkte Rezensionen zu verfassen, doch Rezensionen anderer Leute zu bewerten ist durchaus gestattet. 

Es bleibt das Gefühl, dass das Rezensionssystem von Amazon schwer manipulationsanfällig ist. Und nicht unwahrscheinlich erscheint mir mittlerweile, dass Amazon gezielt subtile Mechanismen eingebaut hat, die Käufer zu möglichst positiven Rezensionen drängen sollen. Siehe meine jüngste persönliche Erfahrung mit einer Drei-Sterne-Bewertung, die sofort zu einer Zurückstufung führte. Wobei mir diese Zurückstufung offen gestanden herzlich egal ist.

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Cheops-Skandal: Interpol-Haftbefehl aufgehoben

Der Experimentalarchäologe Dominique Görliz  (Abora) und seine beiden Kollegen können vermelden, dass mittlerweile auch der Interpol-Haftbefehl gegen sie aufgehoben wurde. Die substanzlose Rabulistik einiger Medien bleibt somit rückblickend ein weiteres Beispiel für unappetitlichen Journalismus: Klick mich

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Der Campus Galli, eine Realsatire in der Endlosschleife

Der Zuschussbedarf für die Mittelalterbaustelle Campus Galli explodiert - trotz steigender Besucherzahlen! Selbst das Haus- und Hof-Medium Schwäbische Zeitung kann diese Tatsache nicht mehr unter den Teppich kehren, nachdem es wegen den Mehrkosten im Gemeinderat der Stadt Meßkirch jüngst gekracht hatte und der Geschäftsführer Hannes Napierala für seine Salamitaktik kritisiert wurde. Weitereführende Links und Informationen dazu finden sich im Campus-Galli-Forum dieses Blogs (ganz nach unten scrollen): Klick mich 

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1 Kommentar

  1. Bei der Cheops-Geschichte waren auch deutsche Ägyptologen beteiligt, die in Deutschland Anzeige erstattet haben, obwohl sie überhaupt keine vollständigen Kenntnisse von der Faktelnage besaßen. Nachdem in Ägypten selbst das Urteil kassiert worden ist, frage ich mich, ob die Gledstrafe, zu der Görlitz in Deutschland verurteilt wurde, auch aufgehoben wird. Weil jetzt ist ja offensichtlich, dass die Vorwürfe erstunken und erlogen waren.

    Gero

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