Mittwoch, 18. Oktober 2017

Der Experimentalarchäologe Marcus Junkelmann antwortet seinen Kritikern



Mein Interview mit dem Experimentalarchäologen Marcus Junkelmann stieß auf reges Interesse und wurde dementsprechend nicht nur häufig aufgerufen, sondern auch fleißig kommentiert. Die meisten Kommentatoren stimmten der im Interview geäußerten Kritik an qualitativ fragwürdigem Reenactment zu. Doch vereinzelt gab es auch Widerspruch, der im Fall eines Nutzers außerdem in persönlichen Unterstellungen mündete. Marcus Junkelmann bat mich nun, seine ausführliche Entgegnung darauf zu veröffentlichen. Dem komme ich selbstverständlich gerne nach (das originale Interview samt Leserkommentaren ist hier zu finden).



Die Gegenkritik, ich würde nicht bemängeln, dass viele der männlichen Darsteller auf Grund zu großen Gewichts, zu hohen Alters, zu bleicher Haut keine Idealbesetzungen für die Rollen von Soldaten oder gar Gladiatoren sind, ist nicht richtig, denn ich habe den physiognomischen Aspekt unabhängig vom Geschlecht („Barttracht) generell als sehr wichtig bezeichnet. Bleichheit, Alter und dergleichen sind da natürlich gleich zu subsumieren. Diesen Schluss ziehen zu können, traue ich meinen Lesern durchaus zu, offensichtlich nicht immer mit Recht. Abgesehen davon, dass sich bei Petronius die Beschreibung einer etwas fragwürdig zusammengesetzten Gladiatorentruppe findet und dass das Borghese-Mosaik stark übergewichtige Arenakämpfer zeigt, manche Forscher sogar davon ausgehen, dies sei regelrecht angestrebt worden (was ich allerdings nicht glaube), war das hier nicht das eigentliche Thema, denn die Frage galt ganz dezidiert den weiblichen Darstellern männlicher Rollen. Ich predige übrigens allen meinen Leuten immer, sie sollten sich rechtzeitig bräunen, aus Gründen der sachlichen Wahrscheinlichkeit wie auch der antiken Ästhetik, doch wird das leider nicht immer befolgt. Es sind das aber immer nur Einzelfälle. Grenzen zu ziehen, ist schwierig, da es sich lediglich um Gradunterschiede handelt. Ob ich mich dagegen im Geschlecht vertue, das ist ein Wesensunterschied. Zudem zeichnen sich gerade die meisten weiblichen Gladiatoren, die ich zu Gesicht bekommen habe, nicht gerade durch „flachbrüstigen durchtrainierten“ Körperbau aus und schon gar nicht durch kämpferisches Können. Ich habe da nur eine Ausnahme erlebt, und diese Kämpferin ist nur intern bei einer Universitätsveranstaltung aufgetreten, ein echtes Naturtalent. 
Und was das Alter anbetrifft, so habe ich in der Tat in meiner Truppe einige wenige Kämpfer, die schon die 50 überschritten haben und auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind, die ich aber, wenn es darauf ankommt (etwa Fernsehen), unbedingt versuche, wieder zu mobilisieren, nicht nur wegen Ihrer langjährigen Erfahrung, sondern auch wegen ihrer kämpferischen Leistungsfähigkeit und ihrer überzeugenden physiognomischen Beschaffenheit, Punkte, in denen sie mindestens 50 % des Jungvolks turmhoch überlegen sind. Der desavouierend gemeinte Hinweis auf meine eigene nicht mehr jugendfrische Physiognomie ist sinnlose Polemik, da ich auf dem fraglichen Photo in Zivil abgebildet bin und da ich schon lange nicht mehr als Kämpfer auftrete. 
Und nun zu den verleumderischen Behauptungen, die laut dem Kommentator „NRW-Loverboy“ dazu geführt haben sollen, dass ich in Xanten nicht mehr eingeladen werde. Weder alkoholisiertes Auftreten, noch unverständliches Schwadronieren, noch unzureichendes Aussehen oder Können meiner Gladiatoren wurden von Seite des APX ins Spiel gebracht, sondern räumliche Sachzwänge. Da der Zuschauer-raum des Xantener Amphitheaters nur zu einem Drittel rekonstruiert worden ist, haben höchstens 4.000 Menschen Platz, Tausende können nur von der Stadtmauer aus von ferne zuschauen. Man wollte daher das Programm raffen, um einen schnelleren Zuschauerdurchlauf zu erreichen. Da man fürchtete, diese rasche Folge von Einsätzen würde meine Männer überfordern, sollten sie abwechselnd mit einer mangelhaft ausgerüsteten Jungvolkgruppe zum Einsatz kommen. Ich lehnte diesen Kompromiss ab, weil er erstens auf eine Verwässerung des Programms und der Informationen hinauslaufen müsste und zweitens, weil ich uns nicht der Verwechslungsgefahr mit der anderen Gruppe aussetzen wollte. Die Veranstalter entschieden sich daraufhin für das Engagement der Nachwuchsgladiatoren, weil ihnen das in ihr Infantilisierungs- und Verhackstückungskonzept passte. Die weiteren Argumente wurden erst später bei Diskussionen mit anderen Gruppen geäußert, die sich erstaunt zeigten, dass ich als Begründer der Veranstaltung nicht mehr dabei war. Dass NRW-Loverboy von dieser Seite kommt, zeigt ja seine Formulierung „wenn er nicht mehr wie bei uns im Park - eingeladen wird“. 
Was die persönlichen Angriffe anbetrifft, so ist es zutreffend, dass ich es aus prinzipiellen Erwägungen ablehne, mir während einer solchen Veranstaltung ein (ganz unhistorisches) Alkoholverbot aufs Auge drücken zu lassen, wie das der Tendenz zum unverhohlenen Prohibitionismus entspräche. Das tue ich ostentativ, wie ich auch – bei anderen Gelegenheiten – dazu übergegangen bin, gelegentlich einen Zigarillo zu paffen, obwohl ich dem Rauchen eigentlich nichts abgewinnen kann, doch ist es mir ein Bedürfnis gegen diese widerlichen Bevormundungs-bestrebungen aufzumucken. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nie mehr trinke, als ich vertragen kann, und dass von alkoholisiert - im Sinne von angetrunken - keine Rede sein kann. Ich hasse diesen Zustand und habe ihn seit meinen frühen Studentenjahren konsequent vermieden. 
Dass ich mit meinem durch Gebrauch von Fachausdrücken (die stets erklärt werden) unverständlichen „Schwadronieren“ das Publikum langweilen und zum Massenexodus veranlassen würde, widerspricht allen meinen Erfahrungen, die ich unter anderem auch bei Hunderten von Schulvorträgen und sehr vielen Fernsehauftritten gewonnen habe. Auch die Kinder gehen immer begeistert mit und wollen sehr viel mehr wissen als die auf Primitivisierung setzenden Verantwortlichen in den Parks wahrhaben wollen. Die Fernsehleute bestätigen mir immer wieder, dass ich eine ausgezeichnete Mischung aus Präzision, Informationsreichtum und Unterhaltsamkeit hinkriege. Mag sein, dass "Loverboys" da überfordert sind, die Zuschauer in ihrer überwältigende Mehrheit jedenfalls nicht. Angesichts der systematischen Nivellierung nach unten ist vielleicht zu befürchten, dass das allmählich „unzeitgemäß“ wird, doch so lange man mich lässt, werde ich dagegensteuern.
Dr. Marcus Junkelmann

23 Kommentare

  1. Macus Junkelmanns oftmals neu aufgelegte Sachbücher belegen bestens, dass er offensichtlich keiner ist, der mit zu vielen Fremdwörtern hantiert und Interessierte vergrault.

    Gero

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  2. Zum Reenactment kann ich nichts sagen, da ich damit nicht vertraut bin. Aber es ist absolut zutreffend, dass man sich diesem heuchlerischen Abstinenzfetisch nicht auf Biegen und Brechen unterordnen sollte. Zwei, drei Gläschen Wein machen niemanden gleich zum verkappten Alkoholiker.

    MfG,
    David Storck

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  3. Man sollte den Mut besitzen, gravierende persönliche Anschuldigungen nicht aus der Anonymität heraus abzusondern, wie es der Loverboy aus NRW gemacht hat.
    Sonst kommt nämlich der Verdacht auf, dass hier irgendwelche Konkurrenzgruppen oder beleidigte Betreiber von zweitklassigen Freilichtmuseen gezielt versuchen, einen für seine Kompetenz weithin bekannten Fachmann zu diskreditieren.

    Gerade die Kritik am Archäologischen Park Xanten teile ich. Ich war früher regelmäßiger Besucher, aber vieles bewegt sich dort seit Jahren nur noch auf museumspädagogischem Mickey-Mouse-Niveau.

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  4. Der Elan junger Gruppen ist ja schön und gut, aber zählt im Vergleich dazu die jahrelang erarbeitete Erfahrung der Älteren wirklich nur mehr so wenig?
    Was treiben da gewisse Veranstalter? Wollen Sie hervorragend informierte und bestens ausgestattete Living-Histoy-Darsteller engagieren oder eine Teenie-Band casten? ;-)
    - Miriam -

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    1. Jetzt wird aus "Museen lassen Fehlgriffe einreißen" schon "schmeißt die Jungen raus, nur die alten und erfahrenen Darsteller können gute Arbeit machen"? Langsam nimmt diese Diskussion echt merkwürdige Züge an. Es gibt jede Menge ganz hervorragender Newcomer Gruppen in der Szene, die in dem Rahmen, den so eine Veranstaltung bringt, gute Arbeit leisten und mehr als ausreichend Wissen mitbringen und dazu vielleicht noch ein bissl was können oder auszuprobieren bereit sind, was die alten nicht können oder wollen.
      Agi

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    2. Rausgeschmissen werden aber in der Realität eher die Alten, nicht die Jungen, wie die Schilderungen von Marcus Junkelmann zeigen.
      Es liegt außerdem in der Natur der Sache, dass sich die Erfahrung mit dem fortschreitenden Alter einstellt. Das heißt nicht, dass Junge ganz grundsätzlich weniger kompetent sind, aber im Schnitt trifft das meiner persönlichen Erfahrung und Einschätzung nach durchwegs zu.
      Ich bin selbst erst 27, stelle aber auch an mir fest, wie sehr sich mein Wissen und meine Fähigkeiten als Darstellerin alleine in den letzten 10 Jahren verbessert haben. Wie das dann erst bei jenen ist, die Lebendige Geschichte seit 30 Jahren betreiben, ist nicht schwer auszumalen. Deshalb sollte man solche Leute wertschätzen, anstatt sie aufs Abstellgleis zu schieben, nur weil sie nicht mehr ins hippe Konzept zu passen scheinen. Eine gute Mischung aus jung und alt wäre optimal.
      - Miriam -

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    3. Einen generellen Trend zum Rausschmiss von älteren Darstellern würde ich nun wirklich nicht prognostizieren und zu "in der Realität" machen wollen auf Basis der Schilderung eines einzelnen Betroffenen. Zumindest auf den Events, die ich kenne und besuche, gibt es diese gesunde Mischung nach wie vor.
      R

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    4. Es stimmt schon, dass die alten Hasen bei traditionsreichen Veranstaltungen zunehmend verdrängt werden. Davon sind nicht nur die "Junkelmänner" betroffen, sondern auch andere. Man muss sich nur einmal etwas genauer umhören, dann bekommt man hinter vorgehaltener Hand einiges zu hören. Z.B dass Gruppe X plötzlich bevorzugt und nur deshalb für gar nicht einmal so wenig Geld engagiert worden ist, weil eines ihrer Mitglieder neuerdings für Museum Z arbeitet. Das ist Nepotismus in Reinkultur.

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  5. Zum Rest kann ich wenig sagen, aber wenn Waffen im Spiel sind, halte ich den Verzicht auf Alkohol nur für professionell. Zumal auf einer Publikumsveranstaltung. Das hat mit historisch nicht das allergeringste zu tun.

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    1. Nicht jeder Reenactor hantiert mit Waffen. Das ist bei den meisten Veranstaltungen nur eine Minderheit. Und selbst die, die Waffen tragen, stehen oft genug lediglich in der Gegend als Erklärbären herum.
      Kein Mensch muss wegen einer solchen Tätigkeit im Sommer auf ein kühles Bier zwischendurch verzichten. Ein Bier macht nämlich nicht besoffen oder gemeingefährlich. So jemand ist deshalb auch um nichts weniger professionell als jemand, der an seinem Kaffee Latte zuzelt.
      Mit Schaukämpfen kann man das einfach nicht über einen Kamm scheren. Es wird jedem verantwortungsvollen Reenactor aus reinem Eigeninteresse klar sein, in welchem körperlichen Zustand er sich dafür zu befinden hat.

      Oliver aus Salzburg

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    2. Andrej Pfeiffer-Perkuhn schreibt äußerst gesinnungstüchtig, Waffen und Alkohol, das würde nicht gehen, sei nicht „professionell“. Er übersieht dabei, daß es hier meinerseits keineswegs um einen Kampfauftritt geht - das mache ich schon lange nicht mehr - sondern als unbewaffneter Kommentator. Außerdem benutzen meine Gladiatoren grundsätzlich nur Holzwaffen, die waffenrechtlich gar keine Waffen sind. Also voll daneben! Übrigens bestreitet P.-P. mit seiner fundamentalistischen Stellungnahme ungezählten Generationen von Schaukämpfern die Professionalität.

      Mit besten Grüßen
      Marcus Junkelmann

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    3. Ich habe als ehemaliger Schaukämpfer und als historischer Fechter und Kampfsportler, (Auch Militär-) Darsteller und jemand, der mehrfach praktische Erfahrung mit ebensolche unter Alkoholeinfluss machen durfte, überhaupt kein Problem damit, Schaukämpfern gleichweg welcher Generation die Professionalität abzusprechen, wenn sie ihre Tätigkeit unter Alkoholeinfluss durchführen.
      Völlig egal, welcher Art der Waffensimulator ist, oder sogar bei Fehlen solcher bzw. waffenlosem Kampf bzw -Demonstration besteht Verletzungsgefahr. Drogen jedweder Art und Sport, sowie Publikumsvorführungen, und insbesondere die Handhabung von Waffen oder Gerätschaften, die diese simulieren, oder dazu geeignet sind, sich oder andere zu verletzen, haben grundsätzlich keine gemeinsame Daseinsberechtigung. Und eine Diskussion darüber überflüssig und auch eigentlich per se nicht professonell.
      Insofern finde ich den Hinweis weder daneben, noch "gesinnungssüchtig", was ich auch ein sehr merkwürdiges Wort finde.

      Die Kritik an Kampfdarstellung sowie der Geschlechterrollen kann ich auch nur bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, und erscheint mir sehr geprägt aus dem Zeitfensterfokus von Herrn Junkelmann.
      In einem spätmittelalterlichem Harnisch dürfte eine Dame nur sehr schwierig erkannt werden, zumal wenn auch noch der Helm geschlossen ist. Insofern ist daran nichts lächerlich, und ich lade Herrn Junkelmann gerne ein, bei einer Veranstaltung mit Darstellungsfokus um 1470 bei auf dem Feld stehenden Frauen in körperbedeckenden Harnisch ohne vorheriges Kennenlernen diese zu identifizieren und zu belegen, warum ihr Mitwirken "lächerlich" ist.

      Gleichwohl bin ich der Meinung, dass Kampfdarstellungen respektvoll und überlegt sein sollten, da ob Hollywoods schon genug mythische Überhöhung und Falschdarstellung vorhanden ist, und ich stimme überein, dass es hier genug Negtivbeispiele gibt. Ich sehe hier allerdings teils weniger die zu niedrige Anzahl denn die fehlende geplante Inzinierung als Problem an, und bin genrell ein Freund von einem Verschieben hin zu möglichst realistischer, und dann auch sicher wenig lustiger Darstellung mit Schauspielelementen. Entsprechende Elemente wie auch die Präsentation realistischer Verletzungen mittels Maskenbildnerei, Kunstblut usw. (nebst Erläuterungen) in einem Feldlazarett z.B. zeigen dahingehend gute Erfahrungen. Allerdings ist das Thema leider immer wieder Gegenstand von Diskussionen und scheitert oft an Bedenken der Organisatoren hinsichtlich möglicher Traumata von jüngeren Besuchern.

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    4. "In einem spätmittelalterlichem Harnisch dürfte eine Dame nur sehr schwierig erkannt werden"

      Vorausgesetzt, sie hält während der gesamten Veranstaltung, also auch im Feldlager, vor dem Publikum ständig das Visier des Helms geschlossen. Was in der Regel allerdings nicht der Fall ist, da völlig unpraktikabel.

      Ich selbst bin auch als weibliche Kriegerin unterwegs, aber im Rahmen von LARP. Das trenne ich strickt von meinen Living-History-Aktivitäten.

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    5. @Julia B: Es gibt einen Unterschied zwischen der Darstellung einer Kriegerin und der Darstellung eines Kriegers durch eine Frau. Und was davon passend ist, kommt auf die Darstellungszeit, das Veranstaltungsumfeld und den Modus bzw die Technik der Vermittlung im konkreten Fall an.

      Agi

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  6. Thomas Offermanns19. Oktober 2017 um 07:38

    Ich bin einer dieser über 50jährigen Gladiatoren von Marcus. Natürlich sind solch "alte Haudegen" in der Antike eher die Ausnahme gewesen. Doch sowohl damals als auch heute profitierten alle von deren Erfahrung, Ruhe und Disziplin. Und solange es mir gelingt auch weiterhin jüngere Kameraden in den Sand zu schicken, werde ich auch in der Arena bleiben.

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    1. Wie sagt Decius Caecilius Metellus in den SPQR Büchern so schön: "Die Kraft der Jugend kann es nicht mit der Erfahrung und Heimtücke der Älteren aufnehmen. "
      :-)

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  7. Mich stört bei dem ganzen Römerrenactment etwas anderes: Dass nämlich die Republik fast überhaupt nicht vorkommt, obwohl es doch gerade auch auf deutschem Boden spannende Funde aus der Zeit Caesars gibt. Die inflationären Darstellungen besonders der frühen und hohen Kaiserzeit finde ich zunehmend öde. Da gibt es fast nichts, was man nicht schon irgendwo mal gesehen hat.

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    1. Mit der Kritik rennst du bei mir offene Türen ein. Auch in (Süd-)Österreich gäbe es aus historischer Sicht eine Grundlage für republikanisches Römer-Living-History - Stichwort "Schlacht bei Noreia".

      Ich selbst spiele schon länger mit dem Gedanken, mir eine solche militärische Ausstattung zuzulegen. Die Recherche ist freilich ungleich schwieriger als im Falle der Kaiserzeit - einfach weil sowohl an primärer wie auch sekundärer Literatur über das Militär der Republik alles andere als ein Überfluss herrscht.

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    2. Und kostengünstig ist eine solche Darstellung auch nicht. Da will vorab alles gut überlegt und recherchiert sein. Leider nimmt sich die Zeit heute kaum noch jemand, seitdem Onlinehändlern billige Massenware anbieten. Aber für die Republik kannst du wahrscheinlich sowieso nicht auf solche Produkte aus Übersee zurückgreifen, selbst wenn du wolltest. Es gibt dazu einfach so gut wie nichts, weil sich bei uns nahezu alle Neorömer in der Kaiserzeit tummeln.

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  8. Egal ob alt oder jung, schlank oder stark übergewichtig, männlich oder weiblich: Die Qualität von dem, was so unter "Living History" vermarktet wird, schwankt sehr.
    Es wäre daher schon sinnvoll, wenn sich Fachleute und Darsteller zusammensetzen würden, um einen Katalog zu erarbeiten, in dem die Kriterien für erstklassige Geschichtsdarstellung erarbeitet werden.
    Niemand müsste sich zu etwas verpflichten, aber Museen könnten anhand dieses Katalogs leichter eine bessere Auswahl treffen. Das wäre zum Vorteil des Publikums und ein Ansporn für die weniger qualitätsorientierte Gruppen.

    Gerhard

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    1. Über einen Qualitätssiegel Prozess spricht man schon seit Jahren, es scheitert halt leider immer an fehlenden "Autoritäten", die epochenübergreifend Ahnung haben, von der Szene respektiert werden und in der wissenschaftlichen Welt Anerkennung erfahren...
      Agi

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  9. Alt vs Jung - das ist ja ganz etwas "Neues"!
    Ich sehe das eher so: Gut vs. Schlecht, unabhängig vom Alter!

    Heiko Kalcher

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  10. D'accord, aber was meint Herr Junkelmann mit dem Schlagwort "Primitivisierung" konkret?
    Nach meiner Beobachtung ist die heutige Museumspädagogik insgesamt deutlich weiter, als noch vor 20 Jahren. So eine Pauschalkritik kann ich deshalb überhaupt nicht nachvollziehen.
    Anna

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