Sonntag, 2. Februar 2020

Krimskrams: Wikinger hatten "Klimaangst" -- 'Skeptiker'-Saftladen Tübingen? -- Doofe Sondengänger


Wikinger hatten "Klimaangst"

Kein Scherz, hier heißt es, unter Berufung auf diese Arbeit, dass Wikinger unter "Klimaangst" gelitten haben sollen; Grundlage dafür ist ein Runenstein.

Im übersetzten Originaltext des Runensteins (hier) findet sich das Wort "Klima" freilich kein einziges Mal. Wie auch? Die Wikinger wussten schließlich überhaupt nicht was "Klima" ist. Stattdessen ist der Text zeittypisch verklausuliert. Das wiederum öffnet Tür und Tor für die wildesten Interpretationen - siehe dazu auch diesen Artikel.

Selbst wenn der Runenstein-Text u.a. auf große Furcht vor der Natur hindeutet - wozu es einiger geistiger Verrenkungen bedarf - dann sind sogar nach der vorliegenden Interpretation Wetterphänomenen gemeint. Siehe die behauptete Angst vor einem ebenso kalten Winter wie jenem im Jahr davor. Zwei kalte Winter hintereinander sind nun aber kein Klima! Klima umfasst das Wetter in Zeiträumen von mindestens 30 Jahren!
Das einzige Interessante hieran ist, dass die ebenfalls postulierten Himmelsphänomene (sehr ausgeprägte Nordlichter) auf solare Einflüsse hindeuten. Sollten diese angehalten haben, dann hatte das nicht nur kurzfristig Auswirkungen aufs Wetter, sondern auch langfristig aufs Klima. Aber Interpretationen in diese Richtung gibt der Runenstein eben seriöserweise nicht her. Jeder kann das selbst überprüfen (siehe den Link mit der Übersetzung oben).

—————–

'Skeptiker'-Saftladen Tübingen?

Noch ein Artikel von der gleichen Website, auf die bereits oben verlinkt wurde (danke für den Hinweis): Hier geht es nun um ein vermeintliches Standardwerk über sogenannte 'Verschwörungstheorien', dessen Autor - Michael Butter - darin offenbar wissenschaftlich nicht besonders seriös argumentiert hat.

In ihrer Review problematisieren die beiden Autoren „eine Reihe eklatanter Schwächen“ des Buches, deren gravierendste sie in Butters „äußerst enger Definition von Verschwörungstheorien“ (ebd.) sehen. Laut dieser sei „es ein wesentliches Merkmal verschwörungstheoretischer Deutungen, dass sie immer falsch sind“. Durch diese enge Definition riskiere Butter aber, dass dadurch auch denjenigen Teilen verschwörungstheoretischer Spekulationen keine Beachtung geschenkt werde, „denen nicht pauschal der Wahrheitsgehalt abgesprochen werden kann, da sie etwa zumindest zum Teil auf akzeptiertes Wissen rekurrieren oder sogar tatsächlich Belege für die vermutete Verschwörung liefern können“.

Butters bevorzugte Definition offenbare letztlich auch eine Tautologie (also Aussagen, die immer wahr sind, unabhängig davon, welchen Wahrheitswert die Bestandteile dieser Aussagen aufweisen): „Da Verschwörungstheorien immer falsch seien, habe sich auch ‚noch nie eine Verschwörungstheorie im Nachhinein als wahr herausgestellt’. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass keiner einzigen jemals aufgedeckten realen Verschwörung eine Verschwörungstheorie vorausgegangen ist.“


Nun interessieren mich persönlich diese vor allem im Internet so gerne diskutierten 'Verschwörungstheorien' zu bekannten historischen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit nicht besonders - z.B. 911, das JFK-Attentat und ähnliches. Ich möchte auch nichts bewerten, mit dem ich mich nicht ausreichend auseinandergesetzt habe. Man muss schließlich nicht zu allem eine Meinung haben.
Folgendes ist trotzdem interessant: Der in dem Artikel auf Grundlage einer fundiert wirkenden Expertise wohl nicht zu unrecht kritisierte Michael Butter hat seine akademische Heimat an der Uni Tübingen. Dort tätig war ursprünglich auch der Archäologe Stephan Baumann, der das Buch "Fakten und Fiktionen - Archäologie vs. Pseudowissenschaft" herausgegeben hat. Ich habe es vor ziemlich genau einem Jahr besprochen bzw. speziell den darin von Baumann selbst zu verantwortenden Text in meiner unnachahmlich liebenswürdigen Weise kritisiert. Und das aus gutem Grund, denn Baumann legte bei seinem Angriff auf "Pseudoarchäologen" doppelte Maßstäbe an und argumentierte z.T. außerordentlich unwissenschaftlich, ja geradezu kindisch. Damit ähnelt sein Vorgehen offensichtlich jenem, für das Michael Butter nun Kritik einstecken muss. Verwundern darf das freilich nicht, denn dergleichen ist typisch für sogenannte 'Skeptiker'. Die Bücher von Butter und Baumann werden wohl kaum zufällig aus dieser Ecke immer wieder wärmstens empfohlen

Überhaupt scheint sich an der Uni Tübingen in bestimmten Bereichen ein akademischer Saftladen etabliert zu haben, wo sich, unter Hintanstellung wissenschaftlicher Standards, blindwütige Aktivisten betätigen. Das belegt noch einmal Baumanns Buch, in welchem Stephan Blum, ebenfalls 'Wissenschaftler' aus Tübingen, dem Geoarchäologen Eberhard Zangger ans Bein pinkelt. Der Betroffene hat daraufhin bei Amazon eine Gegenkritik veröffentlicht (siehe unten), die Blum als das entlarvt, was er ist: Ein dogmatisch agierender Kompetenz-Simulant, welcher allem Anschein nach die Fähigkeit entwickelt hat, einerseits zwar nicht formell zu lügen, aber andererseits dennoch Unwahres zu verbreiten, indem das Wichtigste einfach weggelassen wird. Meiner Beobachtung nach ist das ebenfalls ein typisches Verhalten wie es im Dunstkreis sogenannter 'Skeptiker' üblich ist.

Fakten und Fiktionen“ – der Name ist Programm: „Archäologie vs. Pseudowissenschaft“, unterstreicht der Untertitel des Buches. Als Verfasser der Beiträge treten folglich Archäologen an. Sie zeigen auf, „wie unwissenschaftliches Vorgehen auch in der akademischen Forschung Einzug gehalten hat“, so der Herausgeber in seiner Einleitung.

Hier geht es nun um den Beitrag über Atlantis von Stephan W. E. Blum, der sich auf fünfzehn großformartigen Buchseiten mit der deutschen Übersetzung meines vor 27 Jahren erschienenen Buches „The Flood from Heaven“ befasst. Bemerkenswerterweise behandelt Blum dezidiert nicht die eigentliche These, wonach Platons Atlantis-Bericht Parallelen mit der Erinnerung an den Trojanischen Krieg aufweist. Diese Hypothese war 1993 im Oxford Journal of Archaeology, also allen wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werdend, publiziert worden. Auch in der Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich (1995) und zuletzt in der internationalen Fachzeitschrift Olba (2015) wurde das Thema „Fundpotenzial in der Ebene von Troja“ behandelt und durchlief dabei jedes Mal mehrere wissenschaftliche Peer Reviews. Kein Wort darüber findet sich bei Blum. Dabei hätten diese späteren Publikationen praktisch alle Argumente entkräftet, die er ins Feld führt. Blum erwähnt zwar zum Beispiel die umfangreichen sedimentologischen Untersuchungen zwischen 1977 und 2005 in der alluvialen Schwemmlandebene unterhalb von Hisarlık. Er sagt aber nicht, dass diese den zuständigen Geoarchäologen Ilhan Kayan zur Einsicht brachten, dass dort in der Ebene archäologische Ausgrabungen vielversprechend wären (siehe Studia Troica 7, u. a. Seite 506; erschienen ebenfalls bei Philipp von Zabern). Blum schreibt auch, dass sich in der Ebene „keinerlei Hinweise auf die von Zangger prognostizierten Hafenbecken“ fänden – 36 Seiten umfasst unser Olba-Artikel von 2015 in dem Serdal Mutlu und ich die hydraulische Funktion der heute noch sichtbaren künstlichen Kanäle in der Umgebung von Troja rekonstruieren. Wir profitierten dabei von den Erfahrungen, die ich bei der Untersuchung der Wasserbaumassnahmen in Mykene, Tiryns und Pylos gewonnen hatte.

Vor beinahe vierzig Jahren begann ich mich auf die Untersuchung archäologischer Landschaften zu spezialisieren. Entsprechende mehrjährige Projekte konnte ich im Auftrag von Instituten und Ausgräbern aus vielen Ländern an spätbronzezeitlichen Palastanlagen wie Iolkos, Tiryns, Asine, Mykene und Pylos durchführen und publizieren. Von dieser wissenschaftlich fundierten Sachkenntnis, von meinen fünf Büchern zum Ende der Bronzezeit erfährt der Leser nichts. Stephan Blum selbst ist Spezialist für die Keramik der Frühen und Mittleren Bronzezeit. Mir käme es niemals in den Sinn, mir herauszunehmen, mehr von bronzezeitlicher Keramik zu verstehen als ein Experte wie er. Warum behält sich Blum – mit dem Unterton süffisanter Arroganz – vor, deutlich mehr von Landschaftsrekonstruktionen zu verstehen als ein erfahrener Geoarchäologe? „So wie beispielsweise Architekten im Bauwesen die Deutungshoheit über Statik besitzen, so sollte die Interpretation von archäologischen Hinterlassenschaften ebenfalls den entsprechend ausgebildeten Fachleuten überlassen werden“, sagt der Herausgeber von „Fakten und Fiktionen“. Wer hat nun mehr Glaubwürdigkeit für Landschaftsrekonstruktionen: ein erfahrener Geoarchäologe oder ein Keramikspezialist?

Der Kreis der Kritiker einer alternativen Interpretation von Platons Atlantis-Bericht scheint geografisch eng begrenzt zu sein: Der Radius beschränkt sich im Wesentlichen auf die Doktoranden des verstorbenen Troja-Ausgräbers Manfred Korfmann (zu denen auch Blum zählt). Im Rahmen ihrer nun 27 Jahre andauernden Kampagne gegen meine Troja-Rekonstruktion mussten sie wiederholt dem gesunden Menschenverstand widersprechen, zum Beispiel wenn es darum geht, 149 Jahre nach Beginn der Grabungen auf Hisarlık auch einmal ein paar hundert Meter neben dem Burghügel zu graben – was für die Ausgräber nicht in Frage kommt. Sie mussten auch die Richtlinien für wissenschaftliches Arbeiten (siehe oben erwähnte Versäumnisse) außer Acht lassen, und es kam sogar vor, dass sie gegen geltende Gesetze verstießen.

Schließlich hatte ich mich nicht an die ungeschriebene Regel gehalten, wonach einem Ausgräber ein lebenslanges Interpretationsmonopol für „seine“ Fundstätte zusteht. Als ich Korfmann damals eine Zusammenarbeit vorschlug, ging er nicht darauf ein, obwohl er meine Idee für durchaus „faszinierend“ hielt. Seine Zurückhaltung lag dabei nicht in der Brisanz des Themas begründet, vielmehr wollte er aus diplomatischen Erwägungen die geoarchäologischen Untersuchungen nicht hinterfragen, für die er die Verantwortung bereits an Ilhan Kayan übergeben hatte. Bald stellte sich heraus, dass dies zu einfach gedacht war – wie so manches auch an diesem Buch.

Leute wie Blum, Baumann und Butter sind symptomatisch für den Zustand des heutigen Wissenschaftsbetriebs, in dem sich zunehmend dogmatische Heuchler mit doppelten Maßstäben tummeln.

—————–

Doofe Sondengänger 

Ich schaue gelegentlich in Sondengänger-Foren rein - hauptsächlich weil ich an den Fotos von Funden aus bestimmten Zeitabschnitten unserer Geschichte interessiert bin. Das Veröffentlichen solcher Fotos scheint, wie ich mir schon längere Zeit denke, aber nicht immer eine gute Idee zu sein...

"In einer bayerischen Sondelgruppe wurde vor wenigen Tagen dazu aufgerufen Fotos von der eigenen Vitrine zu machen und dann in die Facebook-Gruppe zu posten. Viele Gruppenmitglieder sind diesem Aufruf gefolgt. Einem Gruppenmitglied aus Baden-Württemberg wurde das nun zum Verhängnis. Er bekam Besuch von den Archäologen, die unterstützt durch Ermittlungsbeamte die gesamte Sammlung, die Detektoren und sogar das Grabungswerkzeug konfiszierten. Auch das Smartphone und der Computer wurden für weitere forensische Analysen mitgenommen."

Wuahaha 😃
In diesem Forum - aus dem auch obiges Zitat stammt - ist man jetzt ganz aus dem Häuschen.

Und hier heißt es zusätzlich:

"Es kann nur jedem geraten werden auf das leichtfertige Posten von Fundvitrinen bei Facebook zu verzichten. Die Archäologen werden dann von Neid übermannt und versuchen den Funden mit allen Mitteln habhaft zu werden. Insbesondere wenn es sich, wie im aktuellen Fall, auch um Goldmünzen handelt."

Mich erinnert das an die Teilnehmer illegaler Autorennen, die sich gegenseitig filmen und den Krempel dann zu Youtube oder einem Poser-Portal wie Instagram hochladen; die Polizei muss dann nur noch die Autokennzeichen notieren. Auch in solchen Fällen setzt ja der Wunsch nach Anerkennung und Aufmerksamkeit offenbar den gesunden Menschenverstand außer Kraft.



Kommentare:

  1. Meine Verschwörungstheorie: Das Internet hat man erfunden, damit sich Selbstdarsteller zum Deppen machen und Gesetzesbrecher wie dieser Sondler sich außerdem selbst überführen ;-)

    Die Staatsanwaltschaft sollte aber auch nicht zu früh frohlocken, weil sie muss erst einmal nachweisen, dass die Funde in BW gemacht worden sind und nicht zB im angrenzenden Bayern, wo die Gesetze weniger streng sind.

    Gero

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du bist ein Optimist. So viel Vertrauen in die Verlässlichkeit des Rechtsstaates habe ich nicht. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Behörden in Baden-Württemberg von solchen "Detailfragen" wie dem Nachweisen des Fundortes nicht bremsen lassen. Rechtsbeugung bzw. absichtliche Falschauskünfte der Behörden gehören nach meiner Kenntnis scheinbar zum guten Ton, sobald es um Sondengeher geht Schau mal hier
      https://dsu-online.de/ehrenmitglied
      und hier
      https://dsu-online.de/category/aktuelles

      Löschen
    2. Der im ersten Link geschilderte Fall ist so richtig übel. Das muss ich auch als Nicht-Sondler-Freund einräumen. Das Amt hat sich korrekt zu verhalten, was hier ganz sicher nicht der Fall war.
      So geht das nicht, das untergräbt jede Zusammenarbeit zwischen Staat und ehrlichen Sondlern.

      Löschen
    3. Ich würde die Verantwortlichen wegen Amtsmissbrauchs anzeigen. Flo

      Löschen
  2. In Kenntnis des Buchs von Dr. Zangger kann ich seinen Ärger voll und ganz nachvollziehen. Blums Unterstellung sind eine absolute Frechheit und zeugen von totaler Unkenntnis. Der Herr sollte seine Hausaufgaben machen.
    RR

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mein Vater hat von 1968 bis 1974 in Tübingen studiert. Er erzählt, dass dort viel gekifft worden ist. Vielleicht hat sich das seit damals nicht geändert? Es könnte jedenfalls die Ergüsse einiger der Tübinger Professoren erklären.
      ;-)

      Sterzi

      Löschen
  3. "Skeptiker"... also Sachen gibt es. Aber gut, einige Leute filmen sich dabei, wie sie Geschirrspüler-Tabs in den Mund nehmen. Andere laufen nackt durchs Fußballstadion. Und wieder andere werden Skeptiker. Jedem sei sein persönlicher Dachschaden gegönnt. Flo

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe mich mit diesen Skeptikern mal rumgeschlagen und denen nachgewiesen, dass sie Gläubige sind und keine Skeptiker. Skeptiker haben nämlich immer Zweifel, gerade bei angeblich festbetonierten Fakten. Da wurde dann behauptet, bestimmte Forschungen seien vollständig überflüssig, es sei bereits alles erforscht und die Ergebnisse unumstößlich! Heute würde man auch nicht mehr alles immer wieder hinterfragen, dieses Vorgehen sei keine Wissenschaft...man habe bereits vor einiger Zeit beschlossen, so etwas nicht mehr zuzulassen!
    Die haben keine Ahnung von Wissenschaft, aber diese Nichtahnung wird heftig verteidigt. Reinstes Dunning-Kruger-Syndrom, aggressiv vorgetragen. Etwa das Niveau von Klatschbasen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Skeptiker" hört sich nach philosophischer Schule an, ist aber nur stinknormaler Narzissmus in Kombination mit intellektueller Selbstüberschätzung.

      Karl0

      Löschen
  5. Wenn jetzt schon die Wikinger unter Klimaangst gelitten haben sollen, dann wird es wohl nicht lange dauern, bis ähnliche intelligente Meldungen in die Welt gesetzt werden. Z.B. könnte es mit Verweis auf Graffitis in Pompeji heißen, dass bereits die Alten Römer unter Hasspostings litten :-)

    LG,
    Erwin

    AntwortenLöschen
  6. Als Definition der Verschwörungstheorie taugt durchaus eine Analogie zum Anfangsverdacht gem. § 152 Abs. 2 StPO (D): „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren Straftat“.
    Verurteilt werden kann dann (theoretisch) nur, wenn keine vernüftigen Zweifel entgegenstehen ("richterliche Überzeugung").

    Die Verschwörungstheoretiker verwechseln leider in der Regel den (nicht selten begründeten) Anfangsverdacht mit der richterlichen Überzeugung. Da muss schon mal ein ganz ganz stark vermutetes "cui bono" als "Beweis" herhalten.

    Die "Skeptiker" dürften sich aber genauso um eine griffige Definition herumdrücken, da so die Begriffe "Verschwörungstheorie, -theoretiker" nicht mehr als absch(l)ießendes "Totschlagsargument" taugen.

    *

    Die Klimaangst der Wikinger ist m.E.n. tatsächlich weit hergeholt.
    Die Wetterangst* der europäischen Bauern nördlich der Alpen dürfte dagegen kaum zu untertreiben gewesen sein. Nach ein paar harten Wintern in Folge war die panische Furcht vor einem nächstenen, der vllt. noch einem schlechten Sommer folgen würde, wohl förmlich greifbar.
    Ob das aber beim Runenstein von Rök der Fall ist... ...da enthalte ich mich jeder unqualifizierten Spekulation.
    (*Meine Großmutter stammte aus einer alten Bauernfamilie. Bei jedem Gewitter überprüfte sie den Inhalt des Notkoffers und hielt ihn griffbereit. Das Ende der Welt wie "wir" sie kennen war noch vor 100-150 Jahren keine 10 Jahre, sondern einen Blitzschlag entfernt.)

    Gruß, irgendwer

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Notkoffer"

      Ein interessanter Punkt, davon hatte ich bisher keine Kenntnis. Ich war vielmehr der Meinung, dabei handelt es sich um ein modernes Phänomen aus der stark us-amerikanisch beeinflussten Prepper-Szene - Stichwort Bug Out Bag" bzw. Fluchtrucksack.

      Löschen
    2. Von der Großmutter meiner Frau wurde es ähnlich erzählt. (Bauersfrau... aber am anderen Ende von Süddeutschland)
      Ich hatte angenommen, das sei in der Welt vor Hausratversicherung & Co allgemein üblich gewesen. Bei den Bauern war es sicher auch wichtiger, wenn es brannte, das Vieh zu retten. Und fleißig zu beten, wenn man ein Käuzchen hat rufen hören, in den Raunächten keine Bettwäsche zu waschen, kurz, alles zu tun, um lebend über das Jahr zu kommen...
      Gruß, irgendwer

      Löschen
    3. https://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/Pers-Notfallvorsorge/Dokumentensicherung/Dokumentensicherung.html

      Ist uralt, ich erinnere mich daran, vor einigen Jahrzehnten dies auf der Rückseite des AVON (Amtliches Verzeichnis der OrtsNetzkennzahlen) gelesen zu haben. Ah, gefunden: https://de.wikipedia.org/wiki/Amtliches_Verzeichnis_der_Ortsnetzkennzahlen

      Löschen