Freitag, 22. Mai 2020

­čôľ Buch: Das R├Âmische Kastell Biriciana

"Biriciana" (Wei├čenburg in Bayern) wird auf der sp├Ątantiken Stra├čenkarte "Tabula Peutingeriana" ein unweit des r├Ątischen Limes gelegenes, r├Âmisches Kastell genannt. Dessen ├ťberreste erforscht man seit dem 19. Jahrhundert eingehend.
Neben einem kurzen Einblick in die Forschungsgeschichte und die historischen Hintergr├╝nde, die zum Bau des Limes und seiner Kastelle f├╝hrten, erf├Ąhrt der Leser in dem vorliegenden 88-seitigen B├╝chlein vor allem N├Ąheres ├╝ber Biriciana selbst. So wird auf die Baugeschichte eingegangen und erl├Ąutert, wie das um 100 n. Chr. vor allem aus Holz und Erde errichtete Kastell ca. 50 Jahre sp├Ąter vergr├Â├čert und teilweise in Stein neu errichtet wurde. Gesondert betrachtet werden dabei Befestigungswerk und der jeweilige Verwendungszweck der einzelnen Bauten.
Ebenfalls eingegangen wird auf die im Kastell stationierten Soldaten: Um welche Einheit(en) handelte es sich? Wie sah der Soldatenalltag aus?
Schlie├člich wird auch ein Blick auf die zivile Siedlung geworfen, die sich im Laufe der Zeit um den milit├Ąrischen Standort entwickelt hat. Interessant ist der sogenannte vicus von Biriciana nicht zuletzt deshalb, weil dort eine der gr├Â├čten Thermenanlagen S├╝ddeutschlands von den R├Âmern betrieben wurde.
Im Anhang des Buchs findet sich dann noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis.

Sehr gut gefallen hat mir, dass der Buchinhalt ├╝bersichtlich strukturiert ist und der Autor Simon Sulk rasch zum Punkt kommt. Dar├╝berhinaus sind viele Fotos und Grafiken enthalten - besonders die 3D-Rekonstruktionen der r├Âmischen Bauten sind sehr gelungen und erleichtern es dem Leser, sich gedanklich in die R├Âmerzeit zur├╝ckzuversetzen.
Weniger gut fand ich, dass einige Landkarten zu klein abgebildet worden sind, um noch von ernsthaftem Nutzen sein zu k├Ânnen. Um die einzelnen Ortsnamen zu identifizieren, braucht es hier schon fast ein Rasterelektronenmikroskop...
M├Ąngel hat das B├╝chlein dar├╝berhinaus keine, allerdings musste ich beim Lesen der drei Vorworte (ein Overkill) die Augen verdrehen, denn darin ist von "B├╝rgerinnen und B├╝rgern" sowie von "Mitb├╝rgerinnen und Mitb├╝rgern" die Rede. Was f├╝r ein Unsinn, denn schlie├člich hei├čt es doch auch "Staatsb├╝rgerschaft" und nicht 'Staatsb├╝rger- und Staatsb├╝rgerinnenschaft'. Haben die Schreiber noch nie etwas vom generischen Maskulinum geh├Ârt? ­čÖä

Hinweis: "Das R├Âmische Kastell Biriciana" ist Teil einer Reihe, die im Verlag Friedrich Pustet unter der Bezeichnung "Arch├Ąologie in Bayern" erscheint. Daraus besprochen habe ich bereits "Regensburg zur R├Âmerzeit" und "Die Kelten in Bayern".

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1 Kommentar:

  1. Mein Onkel hat damals an der Rekonstruktion des Kastelltors, das auf dem Cover zu sehen ist, mitgearbeitet :-)
    Marcus

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