Dass Personen, die in der Werbebranche arbeiten, tendenziell einen eher 'verstrahlten' Verstand haben, bezeugen sie regelmäßig mit ihren nervtötend-verlogenen Elaboraten. Doch auf die Idee, mit radioaktiver Strahlung für ein Thermalbad zu werben, muss man erst einmal kommen!
In dieser Anzeige aus dem Jahr 1909 dürfte mit "radioaktiv" vor allem das heute eher berüchtigte Radon gemeint sein. Nicht nur das "Kaiser Franz Josef-Bad", sondern auch andere Thermalbäder haben gerne damit geworben. Das Verhältnis zur Radioaktivität war dazumal eben noch sehr entspannt...
Wundern braucht es uns freilich nicht, dass im Thermalwasser - wie übrigens auch im Mineralwasser - oft mehr radioaktive Nuklide enthalten sind als im Grundwasser. Durchdringt es doch in großen Tiefen verschiedenste Gesteinsschichten, von denen manche Radon, Uran usw. enthalten können.
Übrigens, der erwähnte Kurort Markt Tüffer (Laško) liegt in der Untersteiermark bzw. im heutigen Slowenien. Das Themalbad gibt es dort immer noch, allerdings ist die Ortschaft mittlerweile weniger für ihr 'strahlendes' Heilbad bekannt, sondern eher für eine ganze Reihe an 1945 angelegten Massengräbern (Beispiel). In diesen befinden sich u.a. die sterblichen Überreste von tausenden ermordeten kroatischen Kriegsgefangenen und von Mitgliedern der deutschen Minderheit.
Fliegende Untertassen über Kärnten
Was soll man von solchen historischen Zeitungsmeldungen wie der nachfolgenden halten? Nun, entgegen einer langläufigen Meinung war der Journalismus früher nicht wesentlich besser als heute. Die schreibende Zunft war einfach schon immer zu großen Teilen inkompetent, recherchefaul, sensationsheischend und auf irgend eine Weise ideologisch verblödet.
Das heißt freilich nicht, dass grundsätzlich alles falsch ist, was da geschrieben wurde und wird. Deshalb überlegen wir uns im Anschluss an diese Meldung, was hier für ein echtes UFO/UAP spricht und was an einer solchen Interpretation eher Zweifel aufkommen lässt (wer mag, darf gerne im Kommentarbereich seine eigene Einschätzung abgeben).
Kontra: "Die Weltpresse" (eine Nummer kleiner gings wohl nicht 😄) brachte die obige Meldung am 15. Mai 1954. Dieses Jahr scheint unter UFO-Interessierten allgemein bekannt für seine unzähligen globalen Sichtungen zu sein (ich habe darüber berichtet). Hier handelt es sich aber auch immer noch um jenen Zeitraum nach dem legendären Roswell-Zwischenfall (1947), in dem das Interesse am Themenkomplex UFOs und Weltraum explosionsartig anstieg - abzulesen auch an der plötzlich großen Popularität von Science Fiction. Dass deshalb Menschen damals solche Sichtungen von Himmelsobjekten oder Lichterscheinungen oft vorschnell als UFOs interpretierten, will mir naheliegend erscheinen.
Pro: 1. Gleich mehrere Augenzeugen; das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Wichtigtuer gelogen hat, um in die Medien zu kommen. 2. Drohnen waren damals noch nicht omnipräsent - obwohl es sie durchaus schon gab und sogar im 2. Weltkrieg eingesetzt wurden (siehe etwa das hochinteressante US-amerikanische Modell "Interstate TDR"; auch die bekanntere deutsche "V1" könnte man in diese Kategorie einordnen). Überhaupt war in den 1950ern der Himmel - verglichen mit heute - viel weniger von menschgemachten Objekten bevölkert. 3. Die in der Zeitung abgedruckte Beschreibung passt zu nichts, was man als typisches Flugzeug oder als ein anderes bekanntes Fluggerät interpretieren könnte. Vor allem die Lautlosigkeit und die hohe Geschwindigkeit würden sich z.B. bei einem Flugzeug (so wie wir es kennen) widersprechen; außer es ist sehr weit entfernt, allerdings hätten die Augenzeugen dann kaum so viele Details ausmachen können.
Der woke Adolf und das Gendern
Es sieht ganz danach aus, als ob schon Nationalsozialisten ein Problem mit dem generischen Maskulinum hatten. Denn unmittelbar nach der Abstimmung über den "Anschluss" Österreichs frohlockten Sie in der Klagenfurter Zeitung folgendermaßen:
"Volksgenossen und -genossinnen" - ganz schön woke! Freilich, die sogenannten "Nazis" waren eben doch Sozialisten* (also Etatisten), wenn auch von der nationalen Sparte, anstatt von der heute noch existierenden internationalen. Von daher will mir diese Kontinuität hinsichtlich der sprachlichen Gepflogenheiten durchaus passend erscheinen. 😉
Freilich, ob den heutigen Gender-Sprechern bekannt ist, in wessen Tradition sie eigentlich stehen? 😆
* Hinweis: Pseudoschlaue Historiker, die den NationalSOZIALISTEN nachträglich das Sozialist-Sein absprechen wollen, operieren üblicherweise mit Stohmannargumenten, doppelten Maßstäben, selektiver Quellenauswahl, verlogenen Formalien und einer bewussten Verengung der Begriffsdefinition von "Sozialismus", der an der pluralistischen politischen Praxis vorbeigeht.
Doch dieses Fass mache ich hier und heute nicht auch noch auf. Bleiben wir lieber lustig!
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