Freitag, 27. Juli 2012

Die Phosphatmethode: Was uns Kuhmist sagen kann.

Phosphate-Pfostenhaus
Phosphatkonzentration bei einem Pfostenhaus (Grafik: Hiltibold)
Hohe Phosphatkonzentrationen im Erdboden werden z.B. verursacht durch menschliche oder tierische Fäkalien sowie organische Küchenabfälle. Man kann dies alles auch noch nach sehr langer Zeit durch Messungen feststellen. 
(Vorausgesetzt, der Boden wurde nicht durch die moderne Landwirtschaft massiv gedüngt, also mit Unmengen an zusätzlichen Phosphaten angereichert.)

Wie so ein Messergebnis ungefähr aussehen kann, zeigt die Grafik: Von einem frühmittelalterlichen Haus sind nur noch Erdverfärbungen, welche durch die einstigen Holzpfosten verursacht wurden, zu sehen. Zur wichtigen Frage wie das Gebäude genutzt wurde, gibt uns erst die Messung des Phosphatgehalts Auskunft. Und wie man sieht ist dieser rechts deutlich höher als links. Das lässt den Schluss zu, dass in der rechten Hälfte Tiere gehalten wurden, deren Fäkalien noch indirekt nachweisbar sind.
Außerdem sieht man in der Mitte des einstigen Gebäudes eine von oben nach unten verlaufende, nur einmal unterbrochene, auffällig phosphatarme Zone. Dort dürfte sich eine dünne Wand befunden haben, die den Stall vom Wohnbereich trennte. Die dazugehörigen kleinen Pfostenlöcher sind nicht mehr nachweisbar. Weiters sind Eingänge bzw. Türöffnungen an den dort auftretenden höheren Phosphatkonzentrationen zu erkennen.

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