Donnerstag, 29. August 2013

Berserkir und Ulfhednir


Auf dem Gelände der ehemaligen Wikingersiedlung Haithabu (Schleswig-Holstein) fanden Archäologen im Jahre 1979 Teile einer über 1000 Jahre alten Tiermaske aus Filz - siehe obiges Foto.
Aufgrund des Abstandes der beiden Sehschlitze (6 cm) geht man davon aus, dass sie für einen Erwachsenen angefertigt wurde. Der Sinn und Zweck solch einer im Altnordischen als grimma bezeichneten Maske (siehe auch das Wort Grimasse), kann im Einzelfall nur schwer bestimmt werden. Allerdings war sie wohl häufig Teil einer Tierverkleidung, die man etwa bei religiösen Waffentänzen anlegte.
"Haariger" Kleidung wurde eine beschützende und stärkende Wirkung zugeschrieben, möglicherweise in Anlehnung an die Gefolgsleute Odins - die sogenannten berserkir und ulfhednir - deren aus Bären- bzw. Wolfshäuten gefertigte Kleidung sie angeblich unverwundbar machte.
Im Zuge der Chrisitanisierung kam der "Maskenbrauch" in Skandinavien weitestgehend aus der Mode, da diese Kostümierung nun als dämonisch angesehen wurden. Interessanterweise hat andererseits der bestimmt nicht weniger dämonisch anmutende Krampus-Brauch in Österreich durchaus überlebt. Letztendlich sogar mit Unterstützung der Kirche, die dem rabiaten Begleiter des Hl. Nikolaus wohl einen gewissen erzieherischen Wert beimaß ;)

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    2 Kommentare

    1. Diese "Maske" hat sich auch gut als Wetterschutz bewährt. Hier eine Aufnahme aus dem Wikinger Museum Haithabu: http://www.flickr.com/photos/kai-erik/8991619662/in/set-72157634012416347

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      1. Diese "Maske" hat sich auch gut als Wetterschutz bewährt.

        Das kann ich mir gut vorstellen. Filz ist in der Hinsicht das nahezu perfekte Material.
        Und besten Dank für das Foto; ich bin so frei und werde es im Beitrag nachträglich einbauen.

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