Dienstag, 28. Januar 2014

Wie die Römer Schafe kreuzten


Der im römischen Spanien geborene "Landwirtschaftsautor" Columella beschreibt im siebten Buch seines Werks De re rustica die Kreuzung verschiedener Unterarten von Schafen. Am Ende dieses mehrjährigen Prozesses standen Tiere, deren Wolle nicht nur weich war, sondern auch eine schöne Farbe besaß (was auch immer unter letzerem konkret zu verstehen ist).
Wie ich in einem anderen Beitrag bereits schrieb, war es in der Antike zum Teil üblich, Schafe mit besonders hochwertigem Vlies unter Zuhilfenahme von Felldecken zu schützen. Der Onkel Columellas nahm eines schönen Tages solch ein Tier und kreuzte es mit einem Widder/Schafsbock, der aus der Wildnis des nordafrikanischen Mauretaniens importiert worden war. Besagten Widder und einige weitere Artgenossen hatte er zufällig in Gades (Cádiz) entdeckt, wo die Tiere eigentlich für die Arena bzw. venationes (Tierhetze) bestimmt gewesen wären.
Den genauen Vorgang der Kreuzung zeigt die obige Grafik (zum Vergrößern bitte drauf klicken). Vorlage dafür war mir nicht nur Columellas Werk, sondern vor allem eine ähnliche Abbildung in dem Buch "Die Macht der Toga - Dresscode im römischen Weltreich". Da dort bei den verwendeten Zitaten und einer Quellenangabe leider Fehler enthalten waren, musste ich diverse Anpassungen vornehmen (die hoffentlich alle richtig sind). Nicht, dass mich meine Lateinkenntnisse quasi zum Lektor qualifizieren (eher im Gegenteil), aber in den im Netz verfügbaren Kopien des Originaltextes - siehe etwa hier - werden einige Wörter bzw. Passagen nun einmal anders geschrieben. So heißt es da beispielsweise "tenuioris velleris arietes", und nicht "tenuioris velieris orieters". 
Doch sei es drum, interessant ist es allemal, wie experimentierfreudig und geschickt man bereits in der Antike vorging, um das optimale Haus- bzw. Nutztier zu züchten.

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Weiterführende Literatur:

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