Sonntag, 21. Juli 2019

Krimskrams: Unverschämte Ticket-Preise für Hastings-Reenactment -- Rufschädigend -- Amazon kann kein Deutsch



Unverschämte Ticket-Preise für Hastings-Reenactment

Kürzlich habe ich mich mit einem in Schottland lebenden Kollegen unterhalten. Dabei kamen wir auf das große Hastings- bzw. 1066-Reenactment in Südengland zu sprechen, das auch diesen Oktober wieder stattfindet. Er meinte, das tue er sich als Besucher keinesfalls mehr an, denn die Preisgestaltung sei "eine Unverschämtheit" und die Veranstalter hätten "einen an der Murmel". Ich habe nicht weiter nachgefragt, wurde aber im Nachhinein doch neugierig und informierte mich auf der Homepage des English Heritage. Und siehe da, mein Kollege hatte nicht ganz unrecht.

£19.80 - rund 22 Euro - für ein Erwachsenen-Ticket
£11.90 - rund 13 Euro - für ein Kinder-Ticket
£51.50 - rund 46 Euro - für ein Familien-Ticket

Verglichen damit war sogar das große Völkerschlacht-Reenactment in Leipzig 'günstig', für das nach meinen Informationen 15 Euro (Erwachsene) als Eintrittspreis fällig wurden - wobei das natürlich auch schon sechs Jahre zurückliegt.

Solchen Schlachten-Reenactments stehe ich ja zunehmend ablehnend gegenüber. Nicht aus ethischen Gründen - dann müsste man ja z.B. auch Kriegsfilme oder Ballerspiele verbannen - sondern aus qualitativen: Das Herumgehampel und zaghafte Piksen von - aus historischer Sicht - viel zu wenigen Teilnehmern sieht meiner bescheidenen Meinung nach nicht nur unrealistisch aus, sondern bewegt sich insgesamt auf B-Movie-Niveau und ist regelrecht zum Fremdschämen. Einzig das Lagerleben gibt einen schönen Eindruck hinsichtlich der geschichtlichen Realität, aber dafür Preise wie die oben genannten bezahlen? Na, ich weiß nicht...
Es ist wohl günstiger, gleich als Darsteller in Hastings anzutanzen. Oder müssen auch die womöglich mittlerweile einen Obolus entrichten?

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Rufschädigende Wikipedia

Seit Jahren kritisiere ich die Klapsmühle Wikipedia für die dort anzutreffende schludrige Arbeitsweise, die einer seriösen Enzyklopädie ebenso unwürdig ist wie das bewusste Anonymisieren von Autoren, da dies verborgenem Lobbyismus/Aktivismus Tür und Tor öffnet (siehe etwa dieses aktuelle Beispiel, auf das mich eine Leserin aufmerksam machte).
Und nun muss ich plötzlich mit einem gewissen Unmut feststellen, dass man ausgerechnet mein Blog bei Wikipedia als Quelle verlinkt hat. Das ist ja schon fast rufschädigend 😉.

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Amazon kann kein Deutsch

Dass der Multimilliarden-Konzern Amazon gröbere Probleme mit der deutschen Sprache hat, habe ich im Rahmen des Blogs ja erst kürzlich erwähnt. Hier nun ein weiteres Beispiel dafür.



Es kommt aber noch besser: Dieser Hinweis, dass es sich um einen verifizierten bzw. um einen bei Amazon getätigten kauf Kauf handelt, wurde bei mehreren meiner Rezensionen 'vergessen', obwohl ich die betroffenen Bücher ohne jeden Zweifel direkt bei Amazon erworben habe. Nicht einmal das bekommen diese Genies auf die Reihe. Andererseits, wenn man wie Jeff Bezos der größte Geldsack auf Erden sein möchte, dann muss man eben an allen Ecken und Enden knausern. Das Personal bietet sich hier wohl besonders an. 
Die Sache erinnert mich an Microsoft. Als ich vor Jahren relativ häufig Microsoft-Anwendungen und -Betriebssysteme telefonisch aktivieren lassen musste, wurde ich immer zu einem Callcenter irgendwo im Ausland verbunden - ich glaube es war die Türkei. Die Mitarbeiter dort sprachen zum Teil mit richtig schwerem Akzent, sodass man sie nicht immer leicht verstand und ich oft nachfragen musste, was Zeit und Nerven kostete. Aber Hauptsache auch Microsoft hat ein paar Kröten gespart.

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Kommentare:

  1. Ein Pappenstiel sind die Eintrittspreise leider nicht. Das ist auch schon kritisiert worden, aber ohne Folgen. Das English Heritage behauptet halbherzig, mit niedrigeren Eintrittsgeldern ließe sich nicht kostendeckend arbeiten. Was ich bei mehreren 10 000 Besuchern für nicht glaubwürdig halte. Außer vielleicht, die Organisation ist schlecht.
    Ich erinnere mich nämlich an eine Diskussion, bei der Mitglieder der großen Living-History-Gesellschaft "Regia Anglorum" Hastings wegen gravierenden Mängeln bei der Organisation boykottieren wollten. Weiß aber nicht, ob das dann auch umgesetzt worden ist.

    Grüße,
    Markus

    (in meiner Jugend mehrmals Mitwirkender in Hastings)

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    1. Zumindest 2017 wurde wohl nicht im großen Stil boykottiert. Auf dem Bild rechts außen ist ein Mitglied von Regia Anglorum zu sehen.

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    2. Als ich 2006 mit dem FFC nach Hastings gefahren bin, wurden alle Fahrtkosten incl. Fähre vom Veranstalter bezahlt. Da viele Darsteller nicht aus GB kommen, läppert sich das ganz ordentlich. Weiß nicht, ob das heute noch so ist.
      Grundsätzlich sind in GB die Eintrittspreise recht hoch.
      Gruß, Fränkin

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    3. Römerstadt Carnuntum bei Wien: Günstige €12 für erwachsene Besucher beim Fest der Spätantike am 17. und 18. August

      www.carnuntum.at/de/fest-der-spaetantike-2019/fest-der-spaetantike-2019

      Soweit mir bekannt ist, machen die in Carnuntum auftretenden Gruppen das nicht gratis, die Kosten dafür müssen also auch eingepreist werden. Es würde mich deshalb wirklich interessieren, wie die Engländer auf ihre 22 Euro kommen.

      Gero

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    4. War das 2006 nicht eine Art Sonderveranstaltung wegen dem runden Jubiläum der Schlacht? Vielleicht hat man deshalb großzügig die Kosten übernommen?
      Es wäre auf jeden Fall interessant zu erfahren, ob man das immer noch so macht.

      °Guinevere°

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  2. Irgendwas machen diese auffällig gewordenen Vielschreiber von Wikipedia falsch, wenn sie sich in letzter Zeit so leicht enttarnen lassen :-)

    Gero

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  3. Dieser Rechtschreibfehler besteht seit einiger Zeit. Mir ist er schon am Jahresanfang aufgefallen.
    Wie kann das so lange unkorrigiert bleiben bzw. niemandem bei Amazon auffallen?
    LG,
    Martina

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  4. Wikipedia ist wie die großen Presseagenturen eine Art zentraler Informationshub. Wer es schafft, dort das Narrativ zu bestimmen, manipuliert zigtausende Medien und damit letztendlich große Teile der Bevölkerung. Es zahlt sich deshalb aus, Geld in 24/7-Schreiberlinge bzw. Schreiber-Kollektive, die sich hinter einem einzigen Nutzernamen verbergen, zu investieren.

    Karl0

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  5. Aber Richard, ist es nicht eine Ehre, neben Psiram und dem Relotius-Spiegel Teil des erlauchten Kreises der "reputablen" Wikipediaquellen zu sein?
    ;-)

    LG,
    Erwin

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  6. Das Konzept, die Autoren eines Online-Nachschlagewerks wie der Wikipedia zu anonymisieren, halte ich auch für nicht seriös.

    Bei der ganzen Diskussion darf man auch die Rolle der Wikimedia Foundation nicht übersehen, die im Hintergrund Wikipedia verwaltet. Besonders der deutsche Ableger versucht bei Missbräuchen der deutschsprachigen Wikipedia durch Autoren sich ständig aus der juristischen Verantwortung zu ziehen und unternimmt auch keine ernsthaften Maßnahmen, um Einflussnahmen von Konzernen oder Lobbyorganisationen auf die Wikipediainhalte zu unterbinden. Entweder besteht bei der Wikimedia Foundation kein Unrechtsbewustsein oder hinter dieser Untätigkeit steckt böswillige Absicht. Auf die zweite Möglichkeit deutet hin, dass Wikimedia-Angestellte auch als Autoren bei Wikipedia aktiv sind, obwohl man dies, wenn es juristisch gepasst hat, in der Vergangenheit in Abrede gestellt hat. Diese Wikimedia-Angestellten nehmen zum Teil massiven Einfluss auf gesellschaftlich Relevante Inhalte der Wikipedia. Sie sind nicht unparteiisch, sondern eindeutig in vielen Fragen Partei. Es scheint daher in deren Interesse zu sein, am Ist-Zustand nichts zu ändern. Im Dunklen ist gut munkeln.

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