Montag, 19. Januar 2026

đŸ‘œ Ruhe nicht in Frieden: Erich von DĂ€niken, die geilen Außerirdischen und ich 🛾

Vor wenigen Tagen ist der viel kritisierte, aber auch viel gelesene Schweizer Bestseller-Autor und Privatforscher Erich von DÀniken verstorben. Er wurde 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass ein paar persönliche Gedanken.

Die sogenannte "Mystery"-Sparte hat mich mein Leben lang immer nur am Ă€ußersten Rande interessiert. HĂ€lt doch die klassische Geschichtsforschung ebenfalls sehr viele Spannendes bereit. Ein Umstand, der nicht nur einen Teil meiner Ausbildungsentscheidung beeinflusste, sondern auch meine Hobbies. Wohl deshalb bin ich erst sehr spĂ€t auf Erich von DĂ€niken gestoßen. Zwar habe ich in den frĂŒhen 1990ern etwas von seiner 25teiligen Sendereihe auf "Sat 1" mitbekommen - ihr Titel lautet "Auf den Spuren der All-MĂ€chtigen" - aber das hat wiederum bei mir selbst absolut gar keine Spuren hinterlassen. Vielmehr habe ich damals als HalbwĂŒchsiger gerade begonnen, meine Nase in die vielen Seekriegsromane zu stecken, die aus den Schreibfedern von Alexander Kent, Cecil Scott Forester, Patrick O'Brian und etlichen weiteren Autoren stammten. 

Doch irgendwann, es war so um 2007, kam mir auf dieser damals noch relativ neuen Plattform namens "Youtube" ein in mehrere Schnipsel aufgeteiltes Video unter, in dem Erich von DĂ€niken eine seiner Thesen ausbreitete. Eigentlich wollte ich nur kurz reinschauen, aber als der Schweizer gleich zu Beginn einen alttestamentarischen Text neu auslegte und dabei etwas von "geilen Außerirdischen" erzĂ€hlte, die "Sex mit Menschenfrauen" machen wollten", musste ich natĂŒrlich weiterschauen 😁. Das war fĂŒr mich der Einstieg in das Thema PrĂ€-Astronautik bzw. PalĂ€o-SETI.

DĂ€niken hat die Idee von der PrĂ€-Astronautik zwar nicht selbst erfunden, aber durch seine BĂŒcher - allen voran "Erinnerungen an die Zukunft" - weltweit populĂ€r gemacht. Und im Angesicht der bemerkenswerten Entwicklung, die gerade die seriöse und z.T. staatlich getragene UFO- bzw. UAP-Forschung in den vergangenen Jahren genommen hat, wird die Wahrscheinlichkeit immer grĂ¶ĂŸer, dass der Schweizer richtig lag. Nicht unbedingt im Detail, aber was die Kernaussage der PrĂ€-Astronautik betrifft. NĂ€mlich, dass die Erde bereits in vormoderner Zeit mehrfach Besuch von Außerhalb erhielt; und dass diese Ereignisse möglicherweise Spuren bei unseren einfach gestrickten Vorfahren hinterließen: Kulturell/religiös, technisch und eventuell sogar genetisch (ich selbst weise ja seit etwas mehr als einem Jahr in meiner Rubrik "Was in der alten Zeitung steht" auf als historische UFO/UAP-Sichtungen interpretierbare Himmelserscheinungen hin).

Obwohl mich DĂ€niken nie völlig mit seinen Argumenten ĂŒberzeugt hat, so wĂŒnsche ich mir irgendwie doch, dass er zumindest teilweise richtig lag. Nicht nur der wissenschaftlichen Sensation wegen, sondern auch, weil dann all seine Kritiker aus der Wissenschaft und dem Journalismus ĂŒberaus dumm dastehen wĂŒrden. Sind sie Erich von DĂ€niken doch nur selten auf sachlicher Ebne begegnet, sondern verlegten sich aus intellektueller Faulheit lieber darauf, ihm rein finanzielle BeweggrĂŒnde zu unterstellen; er wĂŒrde ja nicht einmal selbst glauben, was er da so erzĂ€hlt. Belegen konnte man diese Unterstellung freilich nie, was fĂŒr Leute, die sich in der Pose des angeblich so sachlichen Wissenschaftlers gefallen, schlicht und ergreifend peinlich ist.

UnabhĂ€ngig davon, was man von den Theorien des Erich von DĂ€niken hĂ€lt, so ist doch eine Tatsache unbestritten: Er hat die Geschichtswissenschaft bzw. die ArchĂ€ologie fĂŒr viele Millionen Menschen ĂŒberhaupt erst interessant gemacht. Und nicht wenige seiner Leser sind dann irgendwann von der hochspekulativen "Mystery"-Schiene in den argumentativ solideren Bereich ĂŒbergewechselt.

Außerdem ist es DĂ€niken zu verdanken, dass unzĂ€hlige Forscher sich im Laufe der Jahrzehnte genötigt sahen, ihre eigenen Behauptungen besser zu argumentieren und mit harten Fakten zu untermauern. Vielen von ihnen ist das gelungen, vielen aber auch nicht. Und es sind oft besonders die Letzteren, welche unseriös und unwissenschaftlich auf den Schweizer Privatforscher reagierten. Ein Paradebeispiel dafĂŒr habe ich im Rahmen meiner Rezension des Buchs "Fakten und Fiktionen - ArchĂ€ologie vs. Pseudowissenschaft" dargelegt.

Was bleibt abschließend zu sagen? Nun, ein Blogleser hat Erich von DĂ€nikens Ableben wohl am treffendsten kommentiert: "Ich hoffe, dort wo Erich von DĂ€niken jetzt ist, erhĂ€lt er Antworten auf die vielen Fragen, die ihn sein Leben lang umgetrieben haben." 
In der Tat, möge er nicht in Frieden ruhen, sondern jetzt erst recht die Geheimnisse des Universums ergrĂŒnden.

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HINWEIS: Der von mir sehr geschĂ€tzte ExperimentalarchĂ€ologe Dominique Görlitz hat aus gegebenem Anlass ein lĂ€ngeres Interview gegeben, in dem DĂ€nikens Verdienste gewĂŒrdigt werden, aber man durchaus auch ein kritischen Blick auf sein Lebenswerk wirft. Hier geht es zum Youtube-Video.


5 Kommentare:

  1. đŸ‘œđŸ‘‰ https://cropfm.at/frontpage

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    1. Spitz! Danke fĂŒr den Hinweis!

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    2. Das werde ich mich auch direkt anhören.
      Görlitz ist top !!!

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  2. An die notgeilen Aliens erinnere ich mich 😂
    Ich glaube, das hat EvD in einem auf DVD veröffentlichten Vortrag erzÀhlt.
    Muss aber sagen, die Sache mit den Hybridwesen, die aus solchen Mischberbindungen mit menschlichen Frauen entstanden sein sollen, habe ich immer als eine seiner schwÀchsten Theorien betrachtet. Das Henoch-Raumschiff war wesentlich plausibler.
    Gero

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    1. Sozusagen eine "EvD-DVD" ;)

      Die Sache mit dem Bericht des Propheten Henoch fand ich insgesamt auch immer am ĂŒberzeugendsten. DĂ€niken hat wohl nicht zufĂ€llig dieses Beispiel besonders hĂ€ufig bei Interviews und VortrĂ€gen erwĂ€hnt.

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