Montag, 2. Dezember 2019

­čôľ Buch: R├Âmische Naschkatzen - Praktische Anleitung f├╝r die altr├Âmische K├╝che

Ein Aufruf zu mehr Ehrgeiz

Marcus Junkelmann ist seit vielen Jahrzehnten als Experimentalarch├Ąologe aktiv. Bekannt wurde er einem breiteren Publikum zum ersten Mal im Jahr 1985 mit einem Marsch ├╝ber die Alpen in r├Âmischer Milit├Ąrausr├╝stung.
Teilaspekt von Junkelmanns experimentalarch├Ąologischer T├Ątigkeit ist die antike r├Âmische K├╝che. Seine pers├Ânlichen Erfahrungen damit hat er im vorliegenden Buch anhand von 60 Rezepten festgehalten. Die vorgestellten Gerichte stellen eine recht gute Mischung aus einfach bis anspruchsvoll dar. Letzteres betrifft vor allem die Zutaten. Genau hier ruft der Autor dann auch zu etwas mehr Ehrgeiz und Authentizit├Ąt auf, denn viele K├Âche, die heute antike Gerichte nachkochen, w├╝rden es sich zu einfach machen (ich f├╝hle mich angesprochen ­čśä).

Die Rezepte stammen ├╝berwiegend aus dem Kochbuch des Apicius ("De re coquinaria"), allerdings wurden auch einige von anderen Autoren ber├╝cksichtigt - wie z.B. dem ├Ąlteren Cato ("De agri cultura"). In den Beschreibungen enthalten ist jeweils der ins Deutsche ├╝bersetzte Originaltext inkl. genauer Quellenangabe, Anmerkungen/praktische Tipps und nat├╝rlich die Zutatenliste. Wobei darauf verzichtet wurde, sich bei den Gew├╝rzen auf genaue Mengen festzulegen; stattdessen, so hei├čt es, m├Âge der Leser hier selbst ein wenig - seinem pers├Ânlichen Geschmack entsprechend - experimentieren. Eine gute Idee, wie ich aus Erfahrung wei├č.
Weniger gut sind die Abbildungen, da sie - f├╝r mein Empfinden - deutlich zu klein geraten sind. Das ist schade, denn die Gerichte wurden vom Autor mit Replikaten von antikem Geschirr sch├Ân in Szene gesetzt. Viele Leser w├Ąren sicher bereit gewesen, f├╝r ein etwas gro├čz├╝gigeres Buchformat ein paar Euro mehr auf den Tisch zu legen. Auch die Schriftgr├Â├če h├Ątte davon profitiert, die n├Ąmlich ebenfalls etwas klein ist. Und weil ich gerade ein bisschen beim Kritisieren bin: Rechtschreibfehler wie "Gef├Ąssen" (statt Gef├Ą├čen) sollte ein Verlagslektor eigentlich nicht ├╝bersehen.

Neben den Rezepten enth├Ąlt das Buch eine rund zwanzigseitige, sehr gelungene Einleitung, in welcher der Leser mit den Besonderheiten der antiken r├Âmischen K├╝che, ihren historischen Hintergr├╝nden, ihren Kontinuit├Ąten zur modernen italienischen K├╝che und ihren Fallstricken vertraut gemacht wird.

Fazit: Unterm Strich ein ├╝bersichtlich gestaltetes, informatives und n├╝tzliches Kochbuch, das vor allem auf jene Hobbyk├Âche abzielt, die danach trachten, der Antike geschmacklich m├Âglichst nahe zu kommen. Der Kaufpreis betr├Ągt 12 Euro.

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