Freitag, 12. Dezember 2014

Der Campus Galli und seine Mittelalterversteher - Ein Fass ohne Boden

Auch im kommenden Jahr wird der Steuerzahler für den hochdefizitären Campus Galli kräftig zur Kasse gebeten, berichtet die Schwäbische Zeitung. Mindestens 300.000 Euro sollen 2015 in das didaktisch und wissenschaftlich äußerst schlecht umgesetzte Mittelalter-Bauprojekt gesteckt werden.
Zusätzlich übernimmt man seitens der Stadt Meßkirch die Bürgschaft für einen Bankkredit in der Höhe von 100.000 Euro, welcher in die Anschaffung einer neuen Küche investiert werden soll. Der derzeitige Gastronomiebetrieb der sogenannten "Klosterstadt" darf hingegen aufgrund mangelhafter Hygiene nicht weiter betrieben werden.
Weiters wurde bekannt, dass die Stadt 2014 nicht 265.000 Euro für den Campus Galli zur Verfügung stellte, wie Politiker noch im vergangenen Sommer treuherzig versicherten, sondern stolze 351.000 Euro.

Am 04. November 2014 hieß es in der Schwäbischen Zeitung, Bert M. Geurten - der nur mäßig kompetente Initiator der gesamten Misere -  rechne für die vierte Saison (2016) "sicher" mit 100.000 Besuchern bzw. schwarzen Zahlen. Davon will man jedoch nur einen Monat später nichts mehr wissen. Vielmehr spricht Hannes Napierala, seines Zeichens Geschäftsführer des Campus Galli, plötzlich davon, dass erst 2018 die wichtige Grenze von 100.000 Besuchern erreichbar sei (Anmerkung: Solch ambitionierte Besucherzahlen schafft nicht einmal die in der Nähe liegende, deutlich renommiertere Heuneburg).
Selbst wenn Herrn Napieralas äußerst optimistische Prognose zutreffen sollte, so läge man damit doch satte zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan, der Grundlage für die Bezuschussung des Projekts durch die Öffentliche Hand war.

Weiters wird behauptet, mit rund 36.000 Besuchern im Jahr 2014 habe man das Planziel sogar leicht übertroffen. Dies ist jedoch eine Halbwahrheit, da die Verantwortlichen verschweigen, dass zu Saisonbeginn nicht die in den Raum gestellte Zahl von 30.000 Besuchern angepeilt worden war, sondern 44.000. Offensichtlich spekuliert man hier auf die Vergesslichkeit und Merkbefreitheit des modernen Medienkonsumenten.

Überhaupt scheint man es mit Zahlen nicht sonderlich genau zu nehmen. So hieße es beispielsweise noch vor wenigen Wochen, den Campus Galli hätten im Jahr 2014 exakt 36.582 bzw. rund 37.000 Menschen besucht. Daraus wurden dieser Tage dann plötzlich 900 Personen weniger, nämlich 35.682.
Nicht, dass eine solche Differenz das Kraut noch fett machen würde, sie veranschaulicht jedoch zum wiederholten Male, wie schludrig oder kreativ die "Entscheider" der Klosterstadt mit ihrem Zahlenmaterial umgehen.


Es folgt eine mir freundlicherweise zur Verfügung gestellte Auflistung jener öffentlichen Mittel, die laut frei zugänglicher Quellen bisher in den Campus Galli flossen (nicht enthalten sind Sachleistungen,wie etwa Bauholz aus Staatsforsten):


1 Der  Kredit  wurde  ausgeschöpft,  aber  bisher  offenbar  nicht  getilgt;  der  Vereinsvorstand  forderte  in  einem Interview von Landrätin Stefanie Bürkle den Verzicht auf die Rückzahlung des Darlehens. [4] 
2 Geplant: 70.000 €. [5] 
3 Geplant: 65.000 €. [5] 



Quellen:
[1] LEADER AKTIONSGRUPPE OBERSCHWABEN: LEADER steht fest zur Klosterstadt. 10.10.2011
Überprüfungsdatum 2013-05-15
[3] LANDKREIS SIGMARINGEN: Sitzungsbericht KT 1107011
Überprüfungsdatum 2014-12-11


Zu den ausufernden Kosten des Campus Galli passt eine aktuelle Meldung, wonach die Verschuldung der Stadt Meßkirch immer unkalkulierbarere Ausmaße annimmt. Demzufolge ist es auch wenig verwunderlich, dass der Stadtrat nicht mehr geschlossen hinter dem Projekt steht; bei der jüngsten Abstimmung über weitere Zuschüsse gab es eine Enthaltung und eine Gegenstimme.
Darüber hinaus übte nun eine Gemeinderätin sogar öffentliche Kritik an der Finanzierung durch die Kommune.

Update: Einige offizielle Zahlen zur diesjährigen Saison und dem, was da angeblich noch kommen soll.

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Verwandte Blog-Beiträge:
18. November 2013: Geurtens Mund, tut Nonsens kund
12. Dez. 2014: Der Campus Galli und seine Mittelalterversteher - Ein Fass ohne Boden
26. Jänner 2015: Gastbeitrag von Hannes Napierala: Zum Selbstverständnis des Projekts Campus Galli (TIPP)
30. Jänner 2015: Campus Galli: Nachbetrachtungen und neuer Unsinn von einem alten Bekannten
23. März 2015: Des Klosters neue Kleider - außen hui, innen pfui
12. Oktober 2015: Das potemkinsche Dorf Campus Galli - Ein kritischer Jahresrückblick
25. Oktober 2015: Weltsensation - Campus Galli rekonstruiert mittelalterlichen Traktor!

Externe Beiträge und Artikel:

Karfunkel: Causa Galli - Was ist los am Bodensee? - Offlinw
Aachener Zeitung: Dunkle Wolken über der Klosterstadt - Klick mich
Bund der Steuerzahler: Kommt die Kloster-Katastrophe? - OFFLINE
Zollern-Alb-Kurier: Meßkirch muss nachschießen - OFFLINE
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs):  Die Akte Campus Galli - Klick mich
Agis kritischer Bildbericht vom Campus Galli: Klick mich
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs): Spiegel Geschichte und der Campus Galli - Klick mich
Mittelalter-Stadt "Campus Galli" - Weniger Besucher, mehr Kritik: Klick mich

62 Kommentare

  1. Das Taktieren dieser Leute ist doch ein schlechter Scherz.
    Die ändern ihre Vorhersagen beinahe wöchentlich und schieben die Gewinnzonne stückchenweise immer weiter in die Zukunft.
    Wer soll das alles noch ernst nehmen?
    So ein mittelalterlich angehauchtes Phantasialand bekommt das Geld hinterhergeworfen, während wir Archäologen mit unseren Förderansuchen von Pontius zu Pilatus pilgern dürfen und dann trotzdem oft durch die Finger schauen. Gerecht ist das nicht :-(
    Euer Timo

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    1. Die ändern ihre Vorhersagen beinahe wöchentlich und schieben die Gewinnzonne stückchenweise immer weiter in die Zukunft.

      Sozusagen eine Salamitaktik.
      Aber bis zu den nächsten Wahlen regiert das Prinzip Hoffnung ;)

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    2. Na ja, die Arbeit wird ja auch immer weiter in die Zukunft verschoben. Eigentlich sollte ja Ende dieser Saison die Holzkirche fertig sein oder zumindest der "Rohbau", was immer das ist (vermutlich das fertige Gerüst). Von der für diese Saison geplanten Scheune hat man nichts gehört.

      Wenn der CG höhere Besucherzahlen will, müssen sie auch jedes Jahr einiges mehr bieten. Da muß es schon ein Gebäude mehr pro Saison sein. Und es muß eine ordentliche Projektplanung her mit einer Zeitschiene mit festen Terminen, bis wann welcher Schritt fertig sein muß. 40 Jahre schön und gut, aber selbst die Stadt Meßkirch wird nicht die nächsten 40 Jahre lang jährlich Hunderttausende zuschießen, in der Hoffnung, sie kriegen irgendwann mal eine richtige Touristenattraktion.

      Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nächste. Am Wochenende hält da alle paar Stunden ein Bus. Sorry, aber das reicht nicht. Da braucht man einen Shuttlebus zum nächsten Bahnhof, wenigstens zu den Öffnungs-, Schluß- und Festwochenenden. Inzwischen sollte ja eine entsprechende Statistik vorliegen.

      Und natürlich die fachliche Seite, da hapert es ja massiv. Der karolingische Mörtel und die nach einem Manuskript rekonstruierte Maurerkelle sowie die Blasebälge sind die einzigen echten Rekos. Und noch nicht mal die sind in der Fachpresse oder zumindest in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift dokumentiert.

      - Exilwikingerin -

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    3. Das Personal des Campus Galli ist in dieser frühen Phase zu breit aufgestelltes - soll heißen, zu viele Textilhandwerkerinnen/Frauenberufe und zu wenige Bauhandwerker/Männerberufe.
      Außerdem fehlt es an professionellen Handwerkern. Manager auf Erlebnisurlaub sind hierfür kein adäquater Ersatz.

      Die Architektin soll die Planung übrigens in ihrer Freizeit machen. Wobei mir im Moment aber nicht bekannt ist, ob sie überhaupt noch für den Campus Galli arbeitet, denn die für sie angefertigte Tunika trug unlängst ein junger Gaukler.

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    4. Sommer- und Herbstfest des Campus Galli waren wirklich allertiefstes Niveau, obwohl die "Mittelalterversteher" Geurten, Napierala und Zwick sicher der Meinung sind, dass ein wenig vorgeführtes Handwerk über Feuerspucker und Gaukler in Fantasykostümierung hinwegtäuscht. Die verstehen leider nicht, dass dieses Mischmasch ein Riesenproblem darstellt, weil die Gäste dann nicht mehr zwischen zwischen historisch korrekt und völligem Blödsinnn unterscheiden können. Der Bildungs- und Informationswert so einer Veranstaltung sinkt damit gewaltig.
      Napierala sollte es ja eigentlich besser wissen. Aber als Naturwissenschaftler mit exotischer Fachrichtung und einer Familie zu hause muss der Arme natürlich froh sein, dass er überhaupt beim Campus Galli einen Job gefunden hat und wird schon alleine deshalb die Füße stillhalten. Den Campus Galli kann man damit meiner Ansicht nach auch in Belangen der Authentizität endgültig auf Ramschniveau herunterstufen.

      Grüßle,
      Maria

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    5. Maria, ich stimme dir grundsätzlich zu, aber die Ausrede, ich war jung und brauchte das Geld, sollte bei einem ethisch handelnden Wissenschaftler nicht gelten. Ich weiß, dass das Wunschdenken ist und an der Realität vorbei geht, aber allzu leicht darf man es so jemandem trotzdem nicht machen.
      Eigentlich ist Napierala noch viel schlimmer als Geurten. Weil Geurten ist einfach nur ein unwissender, dickfelliger Ignorant, der um jeden Preis seine Vision verwirklicht sehen möchte. Hannes Napierla auf der anderen Seite müsste aufgrund seiner Ausbildung ganz genau wissen, dass das didaktische Konzept des Campus Galli sehr mängelbehaftet und geradezu bildungsschädlich ist. Seine Aufgabe wäre es deshalb, dass er konzeptionelle Änderungen durchführt oder zumindest nachdrücklich einfordert. Davon ist aber bisher nichts bekannt, sondern nur kosmetische Maßnahmen. Wenig verwunderlich ist es daher, dass den Campus Galli in der Fachwelt bisher niemand ernst nimmt. Da muss man nur einmal mit Mitgliedern der EXAR sprechen. Wenn die "Campus Galli" hören, schmunzeln sie nur oder schütteln den Kopf.
      QX

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    6. Es wäre ja auch mal daran zu denken, die MitarbeiterINNEN die Männerarbeit mitmachen zu lassen. Dann tragen eben 3 Frauen statt 2 Männer irgendeinen Balken, oder sie gehen 3mal statt 2mal mit der Holzmolle Lehm holen. Mit einer Axt umgehen kann frau auch lernen, und Mörtel anmischen dürfte ebenfalls für Frauen zu bewältigen sein. Lange Tuniken kann man mit dem Gürtel hochschoppen, oder die Frauen tragen eben kurze (Männer-)Tuniken, das wäre immer noch authentischer als brettchenwebend oder nadelbindend im Wald zu hocken*. Schwuppdiwupp hätte man so die Anzahl der Mitarbeiter erhöht ... aber dann muß erst mal genügend Arbeit da sein, also muß das geplant werden, so sind wir wieder bei dem Punkt mangelnde Planung.
      * Ich betreibe selber die genannten Handwerke, diese Bemerkung ist also nicht herabwertend zu sehen. Nadelbinden dürfte allerdings wie Spinnen eher in den Bereich "Freizeittätigkeit" gefallen sein, also etwas, was man nebenbei macht, wenn man abends noch etwas beisammensitzt.

      - Exilwikingerin -

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    7. Hi!
      Soweit ich mich dunkel erinnere, hat sich der Campus Galli sogar bei einer Veranstaltung von Experimentalarchäologen präsentiert. Zu einer Zusammenarbeit oder einem fruchtbaren Informationsaustausch kam es dann aber leider nicht.

      Hannes Naierala wurde übrigens nicht als wissenschaftlicher Leiter angestellt, sondern als Geschäftsführer, das sollte man nicht vergessen. Für eine seriöse Umsetzung ist der Wissenschaftsbeirat mit Cornel Dora, Ernst Tremp und den restlichen Mitgliedern hauptverantwortlich. Dieser Personenkreis sollte der eigentliche Adressat für inhaltliche Kritik an dem Projekt sein ;-)
      MfG,
      Camillus

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    8. die angesprochene tagung war wahrscheinlich die der exarc 2012. aber eigenartig, da wird behauptet, der st. galler klosterplan ist 890 entstanden. das ist mir neu ....
      https://www.facebook.com/permalink.php?id=151785991534972&story_fbid=515662181777271
      chris

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    9. @ Camillus
      Du hast den hochbegabten hauseigenen Historiker Herr -R- aus Aachen vergessen.
      Für welche Leistungen er bezahlt wird kann wohl auch keiner verstehen !!!
      LG
      Ein CG Konzept Nichtmehrversteher !!

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    10. @ .... Nichtmehrversteher:
      Es hat zweifellos seine Gründe, warum der gute Mann vor seinem Engagement beim Campus Galli viele Jahre lang keine Anstellung als Historiker fand.

      @ Chris:
      Autsch, gleich um gut 60 Jahre daneben. Hoffentlich nur ein Tippfehler ;)

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  2. Wenn Hannes Napierala ernsthaft so von seinen ambitionierten Prognosen überzeugt ist, wie er tut, dann soll er sein Ehrenwort drauf gebenm, dass es nicht wieder anders kommt. Macht er das nicht, dann ist klar, dass man es auch hier wieder mit der gleichen Kaffeesatzleserei zu tun hat, mit der schon Bert Geurten die Öffentlichkeit von Anbeginn an narrt.
    Wollte Napierala nicht einen Gastbeitrag schreiben in dem er auf die Kritik eingeht?
    QX

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    1. Wollte Napierala nicht einen Gastbeitrag schreiben in dem er auf die Kritik eingeht?

      Ja, so hieß es.

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    2. warum wurde nichts daraus? chris

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    3. Die Gründe kenne ich nicht. Wiewohl mir noch im November mitgeteilt wurde, der Text sei so gut wie in Arbeit.
      Ich möchte es mir allerdings nicht zur Gewohnheit machen, jemandem hinterherzulaufen. Herr Napierala wird als erwachsener Mensch selbst am besten wissen, ob bzw. wann er etwas zu sagen hat.

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    4. napierala hatte seine chance. mit dem herbstfest, das in seinen verantwortungsbereich fiel, hat er gezeigt, wessen geistes kind auch er ist. außerdem ist es schon interessant, dass man die übergangs-holzkirche allem Anschein nach mit einem steinboden versehen will (dritter absatz):
      http://www.campus-galli.de/de/Die-Baustelle/page25702.aspx
      das ungetüm von einem pseudokarolingischen betonfundament war vielleicht noch nicht anachronistisch genug. chris

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    5. Tja, wenn die Herren Napierala und Reuter, die ja eine wissenschaftliche Ausbildung genossen haben wollen, wenigstens die den Baumaßnahmen zugrundeliegenden Quellen öffentlich frei zugänglich machen würden, dann wäre außenstehenden Beobachtern und Interessierten zweifellos sehr geholfen.
      Seit Andreas Sturm dem Projekt den Rücken gekehrt hat, werden auf dem Internetportal des Campus Galli allerdings keine wissenschaftliche Rechercheergebnisse mehr veröffentlicht. Nicht einmal die Quellen werden genannt. Zumindest letzteres ist für ein seriöses Projekt, das sich ständig mit der Welt der Wissenschaft in Verbindung bringen möchte, aber eigentlich Pflicht.

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  3. dazu kommen ja auch noch die Gelder aus den Eintritten, bei guten 37000 Leuten a sagen wir mit Gruppenpreis und Schülereintritten mal vorsichtig 5 EUR... sind 185000 EUR, die sie dieses jahr selbst aufgebracht haben.

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  4. Deren ständiges Jammern über die Lohnkosten in aller Öffentlichkeit ist eine Unverschämtheit. Das Projekt wurde schließlich als Jobmotor für die Region angepriesen. Sollen die Angestellten jetzt vielleicht kostenlos arbeiten?!
    Dabei finanziert doch ohnehin schon die Arbeitsargentur etliche der Löhne. Auch diese versteckten Kosten trägt somit der Steuerzahler!

    Grüßle,
    Maria

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    1. "Agentur", obwohl es trotzdem "arg" ist, was die treiben ;)

      Grüßle,
      Maria

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  5. Ja nun, der Geurten lebt nicht schlecht dabei. Vor einiger Zeit wurde hier im Blog geschrieben, dass er - der Geurten - wohl einige Probleme habe. Das hiesige Narrenblättle wurde als Beleg und Quelle angegeben. Nun, viele Einwohner des Donautals wissen, dass er "sehr gesellig" ist...

    Ein Bürger

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    1. Ich kenne den Blogkommentar und habe auch eine Kopie des besagten Narrenblatt-Artikels. Aber wie das mit "Narrenblättern" nun einmal so ist, wird natürlich gerne mehr oder weniger stark überzeichnet.
      Und Geselligkeit ist ja an sich nicht problematisch - ein allzu lockeres Mundwerk, das einem das Blaue vom Himmel verspricht, allerdings schon ;)

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    2. Das ist genau das Problem, mit dem geselligen Bert Geurten: Er schmeißt sich an einen ran und quatscht dich dann, ohne Luft zu holen, voll. Am Schluss stimmt man ihm alleine deshalb zu, damit man seine Ruhe hat. Alles selbst schon beobachtet!
      Bei aller Abneigung muss man ihm daher zugute halten, dass er ein Verkaufstalent ist. Für mehr reicht es dann aber leider nicht aus, wie der Campus Galli zeigt. Anderenfalls hätte man ihm auch nicht den Napierala als Geschäftsführer aufgezwungen.

      Grüßle,
      Maria

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  6. Servus Hiltibold,

    danke für die sachliche Zusammenfassung und das Aufzeigen der Widersprüchlichkeiten. Dabei wird einem so richtig klar, mit welchen Summen diese Ortspolitiker "zocken".
    .
    Mir tun die kleinen Angestellten des CG aber irgendwie trotzdem leid. Es ist nicht angenehm, wenn man für ein Unternehmen arbeitet, über dem beständig der Pleitegeier kreist. Und ob man als Wollspinnerin, Besenbinder oder Ochsentreiber in seinem weiteren beruflichen Werdegang viel erreichen kann, erscheint ja auch sehr zweifelhaft. Mit solchen Einträgen im Lebenslauf, erntet man wahrschinlich nur verwunderte Blicke....

    Was ich auch nicht verstehe: Wieso will man erst jetzt einen Sponsor suchen, wie in einem der verlinkten Zeitungsartikel steht? Wieso war das nicht von Anfang an Teil des Finanzierungsmodels? Oder gab es diesen Plan und wurde man bisher nur nicht fündig?

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    1. Größere Sponsoren wünscht man sich schon länger, nur will sich bisher offenbar niemand darauf einlassen. Die Suche nach einem entsprechenden Wohltäter ist die Aufgabe des Initiators Geurten, der, nachdem er etliche Aufgabenbereiche an den neue geschaffenen Geschäftsführer abgeben musste, eigentlich genug Zeit dafür haben sollte.
      Im Sommer träumte er jedenfalls noch von einem sechsstelligen Betrag, den eine Schweizer Firma bis zum Jahresende beisteuern könnte. Seitdem herrscht diesbezüglich jedoch Funkstille.
      http://www.suedkurier.de/region/linzgau-zollern-alb/messkirch/Ein-Jahr-Campus-Galli-Bert-M-Geurten-zieht-im-Interview-Bilanz;art372566,7042896

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    2. Gut, dass diese Zusammenstellung einmal gemacht wurde! Ich befürchte allerdings, dass dies bei weitem nicht alle Zuwendungen sind, die getätigt wurden. Allein die Tatsache, dass bisher (fast) alle Beschlüsse über die jeweiligen Zuschüsse seitens der Stadt Meßkirch in sog. Klausurtagungen entsprechend abgestimmt und schließlich in nichtöffentlichen Sitzungen des Gemeinderats abgesegnet wurden, lässt nichts anderes, als diesen Schluss zu. Dem Bürgermeister Zwick wäre ohnehin am liebsten, die Öffentlichkeit ließe sich - gerade was die finanziellen Dinge anbelangt - außen vor halten lassen. Dies hat er ja bereits gegenüber der örtlichen Presse indirekt so formuliert. Solche Vorgehensweise ist eigentlich nur von Nöten, wenn wichtige Dinge eben nicht publik werden sollen. Es ist also davon auszugehen, dass die hier genannten Zahlen nur diejenigen sind, die sich nun wirklich nicht mehr verheimlichen lassen.
      Ein Missverständnis hinsichtlich der Verantwortung über die großzügige Verteilung der Steuergelder scheint im sog. "Geniewinkel" auch vorzuherrschen. Die Gemeinderatsmitglieder gehen offensichtlich davon aus, dass die Hauptverantwortung beim Bürgermeister liegen würde wenn es schief geht. Nicht anders ist es zu erklären, dass Gemeinderäte, die sich selbst Unternehmer nennen, solchen "Beschlüssen" zustimmen können - allein unter dem Gesichtspunkt einer Wirtschaftlichkeitsberechnung. Dass die Verantwortung bei den Ratsmitgliedern liegt, kann ein jeder in der Gemeindeordnung nachlesen. Alle - auch der Bürgermeister - tragen jedoch die Verantwortung, Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Wer hier welchen Anteil zu tragen hat, müsste gegebenenfalls in einer Untersuchung festgestellt werden.

      Ottavan

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  7. Ist vielleicht einem der Diskutanten bekannt, ob der neue Geschäftsführer für eine substanzielle Verbesserung des Museumsbetriebes gesorgt hat? Denn irgendwie habe ich den Eindruck, dass mit den beiden letzten Veranstaltungen, die sich doch sehr auf dem Niveau von Mittelaltermärkten bewegt haben, sogar alles noch einen Tick schlimmer geworden ist. Vika

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    1. Die beiden letzten Veranstaltungen kommen einer Kirmes näher, als an das Mittelalter. Aber die fehlende Authentizität von CG ist ja hinlänglich bekannt. Das Spektakulum in Stetten a.k.M. beispielsweise ist qualitativ mindestens ebenbürtig und bietet dem Besucher eindeutig mehr. Dazu ist es kostenlos!
      Die Verbindung des nicht authentischen CG mit einem Weihnachtsmarkt finde ich persönlich absolut deplatziert.

      Ein Meßkircher Bürger

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  8. Hiltibold, heute ist ein Leserbrief zum CG in der Schwäbischen Zeitung. Darin wird auf deine Internetseite verwiesen. Jetzt rennen sie dir die "Bude ein". LG Waltraud

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    1. "Jetzt rennen sie dir die Bude ein"

      Aller drei Leser der Schwäbischen Zeitung? ;)

      Aber vielen Dank für den Hinweis, es haben gestern tatsächlich mehr Leute dieses Blog aufgerufen, als normalerweise üblich.

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    2. Leider finde ich den Leserbrief nicht online, dafür aber das:
      http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Eigenbetriebe-machen-hohe-Schulden-_arid,10139153_toid,494.html
      Soso, die Stadt muß also kräftig Schulden machen. Ob da noch viel für CG übrig bleibt?
      Gruß, Fränkin

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    3. Ich habe schon eine Kopie des Leserbriefs zugeschickt bekommen ;) Darin wird auch auf den Punkt hingewiesen, dass es zwischenzeitlich seitens der Verantwortlichen hieß, ab ca 61.000 schreibe der Campus Galli schwarze Zahlen. Na ja, das war, bevor man sich neben dem Vereinsvorsitzenden Geurten einen Geschäftsführer und einen Finanzberater zugelegt hat. Wer hat, der hat.
      Die Adresse des Blogs wurde übriges in dem Leserbrief ziemlich falsch geschrieben (hiltipold.de), aber einige Leute scheinen trotzdem über die Google-Suche hierhergefunden zu haben.

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  9. Es wurde schon oft davon gesprochen, Sponsoren ins Boot zu holen. Auch die ALNO AG Pfullendorf war im Gespräch. Aber wen wundert es , dass sich kein Unternehmen darauf einlässt?

    Wieviel Geld ist jetzt schon reingeflossen, und auf dem Gelände steht ein armseliges Holzgerüst auf einem viel zu wuchtigen und unauthentischem Betonfundament, darum ein paar Holzbuden die teilweise schon stark mitgenommen aussehen von der Witterung.


    Die Arbeiter tragen unattraktive Kleidung, die sicher nicht dazu beiträgt, dass ich mich als Besucher so fühle , ins Mittelalter "reingbeamt" worden zu sein, um es mal mit Geurtens Worten zu formulieren.

    Mit der leckeren "Klosterwurst" ist jetzt erstmal auch Schluss, weil die Gastronomie aus verschiedenen Gründen dichtgemacht wurde.

    Ein Großteil der Leute, die auf CG arbeiten, bekommt seinen "Lohn" von der Arbeitsagentur, und man sieht ihnen ihre Motivation, Touristen zu beglücken, förmlich an. All dies sind Eindrücke, die ich bei einem Besuch im Herbst selbst gewonnen habe. Von daher sollte sich Bürgermeister Zwick auch mal von seinem gebetsmühlen-artigen Aussagen , Kritik käme immer nur von Leuten, die noch nicht dort waren, verabschieden.

    Ich kenne genügend Leute die sagen: Einmal und nie wieder! Oder sie sagen: Ich komme in zehn Jahren wieder, da sehe ich vielleicht mal etwas für mein Geld. Aber wie soll sich CG so lange über Wasser halten?

    Und dieses Risiko sollen Unternehmen auf sich nehmen ??? In hundert Jahren nicht.

    LG
    Cassandra

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    1. Sehr richtig, Cassandra, den Eindruck hatte ich eben auch. Ein tolles Produkt sieht anders aus, selbst wenn ich als A-Papst meine Ansprüche mal ganz weit hinten anstelle.

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    2. Ich kann von meinem Besuch beim Campus Galli vollauf bestätigen, dass das Personal nicht auf den Gast zugeht. Manchen von ihnen muss man die Infos richtig herauskitzeln. Wenigstens waren sie nicht unfreundlich, nur zu introvertiert und schüchtern. Wahrscheinlich ist es ratsam, man bucht eine Führung, die aber extra kostet..... Viele Hütten sehen leider wirklich schon jetzt heruntergekommen aus und sind mit Planen abgedeckt, damit es nicht hineinregnet. Zäune waren auch umgestürzt. Ist das experimentelle Archäologie? Und wie wird das erst in 40 Jahren aussehen, wenn das Kloster fertig sein soll? Ist die Hälfte dann schon wieder verfallen? Außerdem lag rostiges Werkzeug mitten auf dem Weg herum. Handwerker, dem es gehört, habe ich keinen gesehen. Auf der Wiese ist ein nicht angeleinter Hund umhergelaufen, das fand ich nicht gut, weil auch kleine Kinder in der Nähe waren. Das sollte man vielleicht strenger kontrollieren. Die Schenke erschien mir auf den ersten Blick nicht unhygienischer als jeder x-beliebigen Dönerstand, aber ich weiß natürlich nicht genau, was im Hintergrund so abläuft...... Außerdem hat eine der weiblichen Angestellten über ihrer mittelalterlichen Kleidung einen modernen Schal getragen, was seltsam aussah. Ich werde den Campus Galli nicht mehr so schnell besuchen, 9 Euro Eintritt pro Person und eine umständliche Anfahrt sind für mich auf jeden Fall zu viel Aufwand. Dafür bekomme ich anderswo viel mehr Qualität geboten. Beim Keltenfest auf der Heuneburg z.B, das auch diesmal wieder toll war! https://www.flickr.com/photos/reinhard-rapp/sets/72157646142646101/
      Ich finde es schade, dass man beim Campus Galli nichts Vergleichbares hat und stattdessen eine Art Kirmes veranstaltet, wie hier jemand ganz richtig geschrieben hat. Ja ja, sie haben vielleicht nicht das Geld, um alles wirklich authentisch auf der Baustelle umzusetzen, aber warum kann man nicht wenigstens ein schönes Fest mit guten Geschichtsgruppen veranstalten, wie auf der Heuneburg? Was könnte der Hinderungsgrund sein? Ernst gemeinte Frage, ich verstehe es nämlich wirklich nicht.
      LG, G. Storch

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    3. Der Spiritus Rector der Klosterstadt Bert M. Geurten hat in der Presse mehrfach klargestellt, dass er mit Living-History-Gruppen nichts zu tun haben will.

      Z.B. hier im Interview mit der ZEIT 32/2013:
      "Hinter dieser Begeisterung [für das Mittelalter] steckt eine große Portion Eskapismus, auch Angst vor der Globalisierung. Das will ich aber nicht bedienen. Ich lege keinen großen Wert auf die Mittelalterfreaks, die am liebsten hier übernachten wollen. Die Leute sollen eintauchen in eine andere Epoche, aber am Abend wieder ins 21. Jahrhundert zurückkehren."

      URL: http://www.zeit.de/2013/32/messkirch-klosterstadt-bau-mittelalter/komplettansicht

      Der Campus Galli WILL also gar keine guten Geschichtsgruppen, weil sie dem Big Boss nicht stark genug in der Gegenwart verankert erscheinen - sagt ausgerechnet einer, der ohne eigenes Kapital den Klosterplan von St. Gallen in natura bauen will...

      Gruß, so ein "Mittelalterfreak"

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  10. Hiltibold, schonmal drüber nachgedacht, dass dein Blog-Name von der Zeitung absichtlich falsch abgedruckt wurde? Mich würde langsam gar nichts mehr wundern ...

    Cassandra

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    1. Zugegeben, diese Möglichkeit ist nicht völlig auszuschließen...

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    2. Nein, die Internet - Adresse wurde so vom Verfasser des Leserbriefs genannt. Er ging davon aus, dass die Interessierten über GOOGLE hierher finden. Wie ist denn die korrekte Schreibweise?

      Ein Bürger

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    3. hiltibold.blogspot.com

      Wobei auch hiltibold.blogspot.de oder ".ch" oder ".co.at" funktioniert.
      Wenn du aus Deutschland zugreifst und .com am Schluss eingibst, wird beim Laden der Seite normalerweise automatisch ein .de draus gemacht.

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    4. Es ist ja ein Wunder, dass unsere Hofberichterstatter den Leserbrief überhaupt abgedruckt haben. Leider lesen die Schwäbische Zeitung in Meßkirch aber nur relativ wenige Menschen. Doch besser als nichts ist es allemal.

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    5. Hallo!
      Der Leserbrief wurde auch im Südkurier vom 16. Dezember veröffentlicht.

      Ein Meßkircher Bürger

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  11. Nur noch am Rande: Die Einteilung in Männer(Handwerks-)- und Frauen(Textilberufe) gab es im Mittelalter so nicht. Jeder Frau und jedem Mann stand nahezu jeder Beruf offen, solange er / sie körperlich und gesitig in der Lage war, darin erfolgreich zu arbeiten. Es gibt unzählige in den Steuerlisten dokumentierte Bau- und Bauhilfsarbeiterinnen, es gab weibliche Schreiner und Glaser usw. Meist Töchter oder Ehefrauen des Meisters, die in dem hausväterlichen Beruf ausgebildet wurden. Dass ihnen der Meistergrad nicht in allen Gewerken offen stand, ist eine andere Geschichte. Dazu gab es viele ebenfalls in den Listen dokumentierte Weber, Spinner, Tuchscherer und Schneider. Sogar Seiden- und Perlensticker sind in geringer Anzahl verzeichnet, die einem Meister unterstanden, welcher männlichen oder weiblichen Geschlechts sein konnte, unterstanden. Ob es sich dabei ausschließlich um Vorfahren von Ross Anthony und Jorge Gonzales gehandelt hat, bezweifle ich aber ;)

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    1. Jo, richtig, aber das Problem beim Campus Galli ist, dass die Frauen, die dort abseits des Textilhandwerks arbeiten, z.T. Männerkleidung tragen, wie ich mit meinen eigenen Augen bezeugen kann. Frauen war im Mittelalter aber gross modo das Tragen von Männerkleidung nicht gestattet.
      Die Frauen des Mittelalters drangen übrigens nur dort nachweislich in männliche Domänen ein, wo die Arbeit keinen großen Kraftaufwand erforderte. Am Bau wird man sie sicher nur selten angetroffen haben. Das ist bis heute noch so. Ich kenne keine Feministin, die eine Quote für Frauen im Baugewerbe einfordert, sondern immer bloß für die Chefetage ;-)
      QX

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    2. Zitat: "Nur noch am Rande: Die Einteilung in Männer(Handwerks-)- und Frauen(Textilberufe) gab es im Mittelalter so nicht. Jeder Frau und jedem Mann stand nahezu jeder Beruf offen, solange er / sie körperlich und gesitig [sic] in der Lage war, darin erfolgreich zu arbeiten. Es gibt unzählige in den Steuerlisten dokumentierte Bau- und Bauhilfsarbeiterinnen, es gab weibliche Schreiner und Glaser usw. Meist Töchter oder Ehefrauen des Meisters, die in dem hausväterlichen Beruf ausgebildet wurden."

      Vorsicht! Das "Mittelalter" umfasst einen Zeitraum von rund einem Jahrtausend und die Lebensverhältnisse und -normen waren in diesem langen Zeitraum keinesfalls statisch. Wie bereits an anderer Kommentar anmerkte, darf man/frau daher nicht den Fehler machen, Verhältnisse der spätmittelalterlichen Städte auf das fränkische Reich des 9. Jahrhunderts zu übertragen, nur weil es zufällig unter demselben Epochen-Begriff einsortiert wird.

      Tatsächlich ist eine geschlechterspezifische Arbeitsteilung in den normativen Quellen des frühen Mittelalters sehr deutlich nachweisbar. Für den Campus Galli als karolingisches Kloster besonders interessant ist in diesem Zusammenhang eine Passage aus der Admonitio generalis Karls des Großen von 789:

      "Wir haben entsprechend dem, was Gott der Herr (in der hl. Schrift) als rechtens erkannt hat, festgestellt, daß die 'unfreien/knechtischen Werke' (opera servilia) nicht am Tag des Herrn ausgeführt werden sollen wie dies mein Vater in den Beschlüssen seiner Kirchenversammlungen bestimmt hat, daß nämlich die Männer nichts 'Ländliches' (ruralis) tun sollen und weder den Weinberg bestellen noch in den Feldern pflügen oder ernten oder Gras mähen oder Zäune aufstellen oder in den Wäldern roden oder Bäume schlagen oder in Steinbrüchen sich mühen sollen. (Weiter sollen sie) keine Häuser errichten, nicht im Garten arbeiten, zum Gerichthalten zusammenkommen, zu Markte oder zum Jagen gehen. [...] Ebenso sollen die Frauen Webarbeiten (opera textilia) am Tag des Herrn unterlassen keine Stoff schneiden, zusammennähen oder besticken; keine Wolle zupfen (spinnen). Sie sollen keinen Flachs schlagen oder außer Haus (in publico) Wäsche waschen, keine Schafe scheren." (Zitiert nach Kuchenbuch)

      Häuser errichten ist nach Meinung Karls also Männerarbeit und die weiblichen Hörigen arbeiten eher im Textilbereich - welches fränkische (Männer!-)Kloster würde dieser von Gott selbst festgesetzten und dem König/Kaiser bekräftigen Ordnung zuwiderhandeln?

      Fortsetzung folgt...

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    3. Fortsetzung

      Es wird hier wie andernorts also eine Unterscheidung getroffen in männer- (opus virile) und frauenspezifische (opus feminile) Arbeitsbereiche - speziell im Bereich der Tätigkeiten von unfreien Knechten. Und genau dieser Gesellschaftsschicht entstammen übrigens im Gegensatz zum Spätmittelalter auch die meisten frühmittelalterlichen Handwerker und Bauleute, die ein Kloster errichten würden. Zwar gab es auch schon im FMA freie und umherwandernde Handwerker und Werkmeister, doch vorwiegend handelt es sich bei den Bauleuten um unfreie Knechte oder dienstverpflichtete Bauern des Klosters selbst oder sie sind von anderen Klöstern "geliehen".

      Genau aus diesem Grund habe ich zu meiner Zeit festgesetzt, dass die Mitarbeiter Kleidung entsprechend dem "sozialen Geschlecht" der verrichteten Tätigkeiten tragen (sollen). Deshalb steckt die Steinmetzin des Campus Galli in Männerkleidern - es ist schlicht in den zeitgenössischen Augen eine Männertätigkeit und genau das sollte abgebildet werden.

      Freilich habe ich diese Entscheidung mit dem Hintergedanken gefällt, dass solch ein Vorgehen auf Seiten des Publikums Stauen oder gar Widerspruch auslösen würde. Aus pädagogischer Sicht ein idealer Punkt, an dem man als Museumspädagoge einhaken könnte, um mit dem Publikum über den Wandel von Geschlechterrollen und Rollenverständnis von Damals zu Heute zu reden.

      Nur setzt dieses Vorgehen auch voraus, dass der Campus Galli über entsprechend geschultes Personal verfügen würde, dass dann im Betrieb auch die entsprechende museumspädagogische Vermittlungsarbeit zu leisten vermag. Ich hatte eine entsprechende Ausbildung auch fest eingeplant. Nach meinem Weggang scheint das aber nicht weiter verfolgt worden sein, sonst hätten die Kommentatoren, die vor Ort waren, sich hier nicht so verwirrt gezeigt über die Frauen in Männerkleidern.

      Literatur:

      Arnold, K. 1987: Mentalität und Erziehung – Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Geschlechtersphären als Gegenstand der Sozialisation im Mittelalter. In: F. Graus (Hrsg.), Mentalitäten im Mittelalter. Methodische und inhaltliche Probleme. Sigmaringen: Thorbecke, 257–288.

      Kuchenbuch, L. 1991: Opus feminile – das Geschlechterverhältnis im Spiegel von Frauenarbeiten im früheren Mittelalter. In: H.-W. Goetz (Hrsg.), Weibliche Lebensgestaltung im frühen Mittelalter. Köln: Böhlau, 139–175.

      Roth, H. 1986: Kunst und Handwerk im frühen Mittelalter. Archäologische Zeugnisse von Childerich I. bis zu Karl dem Großen. Stuttgart: Theiss.

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  12. Es kam auch darauf an, was in einer Stadt die wichtigsten Exportgüter waren. Wenn Textilien eine beliebte Handelsware waren, dann arbeiteten halt mehr Leute in der Textilbranche. Bauarbeiter wanderten auch schon mal mit der gesamten Familie von einer Baustelle zur anderen, und dann arbeiteten vermutlich alle mit, evtl. mit entsprechenden Spezialisierungen. Es ging schließlich um das Familieneinkommen. Was die körperliche Leistungsfähigkeit angeht, so ist etwa Wäscherin ein sehr anstrengender Beruf (bitte mal ein schweres Leinenlaken ins Wasser tauchen und auswringen ... sehr schön ... und jetzt bitte 8 - 10 Stunden lang wiederholen).
    Irgendwann gab es mal in der Karfunkel (ja ja ich weiß) einen Artikel, welche Berufe für Frauen im Mittelalter belegt waren. Von der Ärztin über die Glockengießerin bis zur Scharfrichterin kam da so ziemlich alles vor.
    Natürlich kann die mangelnde geschlechtsspezifische Einteilung der Berufe auch Besuchern im CG vermitteln, aber zuerst müssen es die MitarbeiterInnen lernen, internalisieren und dann auch machen. Einige der Damen auf den Fotos kann ich mir schlecht bei körperlich anstrengenden Arbeiten vorstellen.

    - Exilwikingerin -

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    1. Man sollte aber auch aus der Ausnahme keine Regel machen. Eine urkundlich nachgewiesene Schmiedin beweist ja nur, dass es diese eine Schmiedin zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort gab, nicht mehr und nicht weniger. Wenn man dann auch noch Fein- mit Grobschmied gleichgesetzt, ist der Irrtum perfekt, wie ich in einem PM-Artikel über Wikingerhandwerk einmal erlebt habe.
      Und ein nasses Leinen auszuwringen ist ja nicht der Gipfel dessen, was an anstrengender Arbeit möglich ist. Ich habe selbst schon beim Bund über 100 kg schwere Balken (zusammen mit einem Kameraden) auf den Schultern über mehrere Dutzend Meter getragen. Das ging verdammt an die Substanz, obwohl ich von kräftiger Statur bin und regelmäßig Sport betreibe. Das schafft eine durchschnittliche Frau nicht - schon gar nicht ein ganzes Beruflsleben lang. Warum sollte daher ein Arbeitgeber eine Frau einstellen, die deutlich weniger leistungsfähig oder vielseitig einsetzbar ist als ihre männlichen Kollegen? Was ist das für ein Zimmermann, der die von ihm zugerichteten Balken nicht auch selbst aufs Dach hieven kann?
      Es gab aber sicher Arbeiten auf einer Baustelle, die auch von Frauen ausgeübt werden konnten, z.B. das Drehen von Seilen, obwohl mir da im Moment auch keine Belege bekannt sind, die darauf hindeuten, dass dies häufig vorkam.

      "Einige der Damen auf den Fotos kann ich mir schlecht bei körperlich anstrengenden Arbeiten vorstellen"

      Höchstens beim Stemmen eines Schokoriegels :-)
      QX

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    2. Bitte keine Scherze über die Figur von Campus-Galli-Mitarbeiterinnen, sonst beschwert man sich bei mir wieder darüber und verlangt eine Löschung der entsprechenden Kommentare ;)

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    3. Eigentlich eine Frechheit, von dir das Löschen von Kommentaren einzufordern, die nur eine Tatsache feststellen, wenn auch mit scherzhaftem Unterton.
      Natürlich muss man als Mitarbeiter eines Freilichtmuseums keinen Schönheitswettbewerb gewinnen können, aber wenn da gleich vier extrem schwergewichtige Damen bei der Verarbeitung von Wolle zusammensitzen, dann sticht das dem Besucher einfach ins Auge, und zwar tendenziell negativ. Ich frage mich aber sowieso, nach welchen Kriterien man das Personal ausgewählt hat. Die können ja selbst im zweiten Jahr noch nicht vernünftig weben oder spinnen, wie Fotos der handwerklichen Erzeugnisse gezeigt haben. Hauptsache, die Arbeitsagentur kommt für den Lohn dieser Langzeitarbeitslosen auf. Echte Qualifikationen waren da ganz offensichtlich Nebensache. Kein Wunder, dass auf dieser Baustelle nichts weitergeht.

      Grüßle,
      Maria

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  13. Vorsicht bitte, die städtischen Berufe gehören ins Spätmittelalter ;-) Es gibt eine Verordnung aus der Karolingerzeit, in der (bäuerliche) Tätigkeiten in solche für Männer und solche für Frauen aufgeteilt werden. Und zwar nicht nach Körperkraft, sondern nach Zuständigkeiten - also die Frauen sind eher für Haus und Hof und Kleinvieh zuständig, während die Männer auf dem Acker und mit Großvieh zu tun hatten. Was nicht heißt, daß Frauen aufs Haus reduziert wurden ;-)
    Zum Thema Körperkraft empfehle ich, mal Bilder von z.B. indischen Straßenbaustellen anzuschauen. Da schleppen zierliche Frauen im Sari Körbe voller Steine auf dem Kopf, und frühere bäuerliche Tätigkeiten waren auch nicht "ohne".
    Männerkleider wurden tatsächlich nicht von Frauen getragen, die schoppten das Kleid einfach auf Wadenlänge hoch.
    Spinnen war keine "Freizeittätigkeit", sondern essentiell und wurde überall praktiziert, auf dem Weg zum Feld, zum Markt, usw. Gibt sogar schöne Bilder davon, leider "nur" aus dem SMA.
    Grüße, Fränkin

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    1. also die Frauen sind eher für Haus und Hof und Kleinvieh zuständig, während die Männer auf dem Acker und mit Großvieh zu tun hatten.

      Diese Arbeitsteilung wird sehr schön im Stundenbuch des Herzogs von Berry wiedergegeben. Auf einer Darstellung sieht man auch das geraffte Kleid - meine Großmutter (93) hat das bei der Heuernte übrigens noch gleich gemacht.

      http://de.m.wikipedia.org/wiki/Très_Riches_Heures

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    2. Ja, das meinte ich mit Freizeittätigkeit. Vielleicht sollte man eher so was wie "Leerlauftätigkeit" sagen? Also weniger als Beruf, sondern wenn man nix anderes mit den Händen zu tun hatte. So wie Schäfer bis ins 20. Jahrhundert beim Hüten gesponnen oder gestrickt haben.
      Für Frauen ist das nicht nur praktisch, sondern auch tugendsam, denn "idle hands are the devil's playthings", wie ein englisches Sprichwort sagt ;-).

      - Exilwikingerin -

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    3. Wieder SMA ;-) Ja, und bis in jüngere Vergangenheit war es auf dem Bauernhof immer noch so, ist es in manchen Gebieten wahrscheinlich sogar noch. Aber das hat nichts mit Körperkraft zu tun und schon gar nichts mit der Abwertung von weiblicher Tätigkeit.
      Wie auch immer, Andreas Sturm hat freundlicherweise die von mir erwähnte Verordnung ordentlich zitiert ;-)
      Gruß, Fränkin

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    4. Ja, Spätmittelalter; frühmittelalterliche Darstellungen landwirtschaftlicher Tätigkeit gibt es leider kaum ;) Und in den wenigen erhalten gebliebenen Schriften sind nahezu auschließlich Männer bei der Feldarbeit abgebildet, wie z.B. im Utrechter Psalter oder im Kalenderblatt dieser Salzburger Handschrift:

      http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Monatsbilder_Salzburger_Handschrift_818.jpg&filetimestamp=20060901162034

      Aber auch im Spätmittelalter wurden Frauen vergleichsweise selten bei Feldarbeit gezeigt.
      Während also hauptsächlich die Männer auf dem Feld arbeiteten, werden die Frauen zuhause das Essen zubereitet haben. Außerdem mussten sie sich um Kleinvieh und Kinder kümmern, wie etliche Darstellungen zeigen. Wenn man bedenkt, wie vergleichsweise oft Frauen früher schwanger waren, dann war speziell das Umsorgen der Kinder eine Lebensaufgabe, die wenig Raum für andere Tätigkeiten abseits des Haushaltes zuließ. Das scheinen heutige Frauen, mit ihren statistischen 1,8 Kindern und dem "Outsourcen" der Obsorge an Kinderkrippen und Schulen, oft zu vergessen.
      Diese bewährte Arbeitsteilung zwischen Männlein und Weiblein wird hierzulande wohl in ähnlicher Form durchgehend von der Steinzeit bis mindestens in die Nachkriegszeit üblich gewesen sein.
      Allerdings wurde der weibliche Nachwuchs durchaus auch für Tätigkeiten außerhalb des Haushaltes herangezogen, etwa um Großvieh aus dem Stall auf eine nahe gelegene Wiese zu treiben. Dabei sollte man die Kühe mit der Weidenrute jedoch nicht zu sehr ärgern, sonst bekommt man schneller einen kräftigen Huftritt ab, als einem lieb ist - weiß zumindest meine Großmutter aus ihrer Jugendzeit zu berichten ;)
      Aber um auf die Arbeitsteilung und vor allem das Bauhandwerk zurückzukommen: Während der Mann am Bau gearbeitet hat, wird sich auch hier die Frau um den Haushalt gekümmert haben, der Mann wollte schließlich etwas essen, wenn er abgekämpft nachhause kam. Hätten Mann und Frau am Bau oder in der Werkstätte gearbeitet, wer hätte dann die aufwendige Prozedur des Kochens übernehmen sollen? Mikrowellenherd und Fertigpizza gab es ja noch nicht...
      Interessanterweise besaßen und betrieben allerdings bereits in karolingischer Zeit nicht wenige Handwerker, wie etwa die besonders angesehenen Schmiede, nebenbei abgabenpflichtige Bauernhöfe (laut Pierre Richés "Welt der Karolinger"). In diesem Fall ist es gut denkbar, dass die Ehefrau stärker zu dessen Bewirtschaftung herangezogen wurde. Vielleicht haben "überzählige" Töchter vor der Ehe auch in der Werkstatt des Vaters mitgeholfen, aber das muss für diese Zeit leider reine Spekulation bleiben.

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    5. Ein mittelalterlicher Haushalt beinhaltet sehr viel mehr Aufgaben als ein heutiger, das vergessen wir leicht, da ist nicht nur Kochen und Kinderhüten dabei, fast jeder Haushalt hat einen Nutzgarten und diverse Kleintiere, allein mit Wäsche kann man einen ganzen Tag verbringen, geerntetes muss zu Hause verarbeitet und für die Lagerung vorbereitet werden, wer seiner Oma mal beim Marmelade kochen zugeschaut hat, versteht, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt, einkochen, einsalzen, schnibbeln, räuchern,... dann natürlich die versorgung des hausstands (putzen, flicken, nähen, Körbe flicht man damals am Land noch selbst), wollverarbeitung (säubern, kadieren, spinnen), natürlich besorgungen machen und im Hoch bis Spätmittelalter kommen kleinere "Fensterverkäufe" (Kleingeschäfte wie zB selbstgezogene Kerzen, Körbe) etc dazu. wenn man damit noch keinen nicht-künstlich-verlängerten Tag gefüllt bekommt, weiß ichs auch nicht.

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  14. Der Campus Galli wurde uns noch vor wenigen Jahren als Projekt mit intellektuellem Ansprurch schmackhaft gemacht. Pustekuchen! Davon kann spätestens nach Sommerfest, Herbstfest und Weihnachtsmarkt keine Rede mehr sein. Das erkennt längst auch der größte Einfallspinsel.
    Seit dem Sommer gibt es jetzt den neuen Geschäftsführer, der aber nichts besseres zu tun hat, als das trashige Konzept von Geurten 1:1 fortzuführen, ohne dabei mit der Wimper zu zucken.
    Herr Napierla, falls Sie das lesen: Als Wissenschaftler sollten Sie sich schämen, an so einem volksverdummenden Unsinn mitzuwirken! So wie Sie weiterwursteln, hätte es keinen ausgebildeten Wissenschaftler gebraucht, sondern ein Touristiker oder Handwerksmeister hätte völlig ausgereicht, um dem überforderten Geurten zur Hand zu gehen.
    Aber die Hauptschuldigen sitzen ohnehin im Gemeinderat, wo diese Personalentscheidung ausgekungelt wurde. Von der vielbeschworenen Transparenz war da keine Rede.

    Der Campus Galli hat alleine an direkten Förderungen bisher 1,8 Millionen gekostet. Man kann sich ausrechnen, wie teuer uns dieses Luftschloss noch bis 2018 zustehen kommt, wenn ANGEBLICH die Gewinnzone erreicht wird. Da bewegt man sich vermutlich schnurstracks auf 2,5 -3 Millionen zu. Und wenn man auch noch die Löhne der vielen 1-Euro-Jobber und die materiellen Zuwendungen mitzählt, dann ist selbst das konservativ geschätzt. Niemals wird die Allgemeinheit diese Investitionen über Umwege wieder hereinbekommen. Ist der Campus Galli doch als angeblich gemeinnütziger Verein mit Steuervorteilen ausgestattet und selbst die eigenen Fachleute geben zu verstehen, dass mit diesem Projekt auch auf lange Sicht keine nennenswerten Überschüsse zu erzielen sind.

    Der Campus Galli ist eine über die Medien gezielt gehypte Show, die falsche Erwartungen erzeugt und Steuergeld verbrennt. Es wird Zeit, dass die Rollbalken heruntergelassen werden, um weiteren Schaden vom Steuerzahler abzuwenden.

    Mr.Frog

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    1. Wie spätestens beim Herbstfest für jeden Besucher zu erkennen war, ist Campus Galli ein mittelalterlicher Jahrmarkt, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings wurde die Kulisse dafür
      (die übrigens beim genauen hinschauen zu erkennen war, bereits wieder zu zerfallen droht) mit Steuergelder von nahezu 2 Millionen Euro geschaffen.
      Ein Paradebeispiel für Steuerverschwendung das gleichzusetzen ist mit dem Flughafen Berlin, nur in kleinerem Ausmaß. Hier werden von den Verantwortlichen Geurten und Zwick ständig neue Zahlen veröffentlicht. Besucher,- Umsatzzahlen usw. werden so verdreht und verschoben das letztendlich keiner mehr durchblickt.
      Von der versprochenen Transparenz den Bürgern gegenüber fehlt bis heute jede Spur, alleine die Lohnkosten vom neuen Geschäftsführer würden bestimmt viele interessieren.
      Man kann nur auf die nächsten Wahlen hoffen, das jetzige Gremium um BM Zwick wird sich niemals eingestehen das Sie aufgelaufen sind und weiterhin am Zahlenrad drehen das sich die Balken biegen und weiterwursteln.
      Wie sonst lässt es sich den Bürgern erklären wie man Millionen Steuergelder in ein Projekt ohne stichhaltigen Finanzierungsplan und "ohne Investoren " stecken kann.
      der letzte Krieger

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    2. @der letzte Krieger: Völlig richtig!
      Leider ist es so, dass die von den Meßkircher Bürgern gewählte Vertreter - also die Mitglieder des Gemeinderats - wenig intellektuell mit dem Projekt befasst haben (bis auf ein oder zwei Ausnahmen). Ich komme nicht umhin zu vermuten, dass hier nach wie vor eine "Bauernfängerei" betrieben wird, die ihresgleichen sicherlich vergeblich gesucht werden muss. Die Stadt Meßkirch hat sich vom "Geniewinkel" zu einer Schildbürgerstadt entwickelt, deren Ansehen von Schilda neidisch bestaunt werden dürfte. Und vermutlich lacht man sich in den entsprechenden "Kreisen" halb tot über die blöden Bauern und Kieskutscher, denen man dieses Objekt mit intellektuellen Anspruch verkaufen konnte. Schließlich sollen die das ja nur bezahlen, ansonsten das Maul halten. Man möge mir die drastische Ausdrucksweise nachsehen, aber andere Töne scheinen hier nicht verstanden zu werden.
      Nun, über Meßkirch lacht nicht nur die Sonne, sondern die ganze Welt!

      Ottavan

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  15. Hallo!
    Ich bin bestürzt, welche Summen hier jährlich zugeschossen werden und wie wenig aus Sicht des Besuchers daraus gemacht wird. Man nennt das angeblich einen gemeinnützigen Verein, aber beim festangestellten Mitarbeiter steht doch klarerweise der Eigennutzen in Form des monatlichen Gehalts im Vordergrund. Als Konsequenz daraus ist zwingend vieles auf Profitmaximierung ausgerichtet. So etwas wie das wirklich nicht billige Streben nach Qualität und Perfektion, die Kennzeichen guter Geschichtsdarstellung, gibt es bei diesem Projekt daher nicht. Diesen finanziellen Aspekt berücksichtigend, muss man aber auch festhalten, dass dem Geschäftsführer in mancherlei Hinsicht schlicht und ergreifend die Hände gebunden sind. Ohne Moos nix los!
    Andererseits entschuldigt das trotzdem nur bedingt, wenn feuchtfröhliche Mittelaltermärkte veranstaltet werden, anstatt ein Programm mit Niveau auf die Beine zu stellen, das, wenn es richtig gemacht wird, durchaus ein Publikumsmagnet sein kann. Vor allem locken anspruchsvollere Veranstaltungen nicht nur ein im Schnitt zahlungskräftigeres Publikum an, sondern sie wirken sich auch positiv auf das Image des Veranstaltungsortes, in diesem Fall die Statt Messkirch aus.
    Sehr problembehaftet erscheint mir auch die Berichterstattung, in der häufig von "Wissenschaft" die Rede ist. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass dieses hohe Ziel in der Praxis konsequent verfolgt wird. Selbst in den Bereichen nicht, wo es ohne nennenswerten finanziellen Mehraufwand möglich wäre. Der Fachbeirat kommt hier seinen Aufgaben meiner Ansicht nach nur sehr schlecht nach.

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  16. Die Stadt Meßkirch hat sich meiner Meinung nach blenden lassen und ich habe auch mal darüber recherchiert und bin auf noch mehr Zuschüsse/Zahlungen/etc. von Instutionen und Ländern gefunden!
    Es ist unvorstellbar wie hohe Ausmaße dieses Projekt nimmt. Man hat in dieser Saison das Fundament gebaut, ich besuchte den Campus Galli mit meinem Verein. Ich war auch nicht onderlich begeistert davon.

    http://www.suedkurier.de/region/linzgau-zollern-alb/messkirch/Gemeinderat-bewilligt-Geld-fuer-Klosterstadtverein-und-Campus-Galli;art372566,7478555

    http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/projekt-in-der-krise-dunkle-wolken-ueber-der-klosterstadt-1.684620

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  17. ...... Ganz einfach die Gründer des CG haben sich schlichtweg verrechnen oder sich einfach nur schlecht verkauft!
    Der Geschichtspark Bärnau erhält für die Zeit von 2 (oder waren es 3 Jahre) Jahren Fördermittel vom Freistaat Bayern von knapp 2.8 Mio Euro und nochmals 1.6 Mio. von der EU, gesamt knapp 4,4 Mio..
    Bedingung ist das 13 Häuser fertigstellt werden, was ja schon zum größten Teil passiert ist, es gibt Hauspaten die die Häuser ausbauen, es ist alles Holzbauweise, die Gründer des Projektest haben auch noch Privat Geld investiert.... Kein Wunder das es da läuft.

    Nun vergleichen wir doch mal Camps Gali damit, hier stehen 1,8 Mio. Euro zu Verfügung für ein Projekt das auf 40 Jahre angelegt ist, das in Stein gebaut werden soll.

    Nun, sind wir doch mal ehrlich, wie weit kommt man mit 1,8 Mio. Euro Zuschuss ?

    Wo nicht viel Geld ist kann auch nicht viel gebaut werden, und wo nicht viel gebaut wird kommen keine Besucher und bringen somit auch kein Geld rein... Der ewige Teufelskreislauf.

    Hätten man hier besser Kalkulieren sollen.. Ja, dann müsste sich hier auch keiner über die Jährlichen Sonderzuschüsse ärgern, und man hätte noch die Mittel gehab die ganze Sache Authentischer durchführen zu können.

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